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Deutsch => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: Plinius am 28. Juni 2014, 14:05:22

Titel: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 28. Juni 2014, 14:05:22
Hallo zusammen,

ich bin zufällig auf dieses Forum gestoßen und habe mich registriert, weil ich gelesen habe, dass hier - was selten genug ist - kritische Ansichten zum vermeintlichen Justizskandal um Gustl Mollath vertreten werden.

Vielleicht können wir diesem Thread nutzen, um gemeinsam über den am 07.07.2014 beginnenden Prozess zu fachsimpeln :)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juni 2014, 18:05:52
Herzlich Willkommen, woher kommt denn Dein Interesse für Frauenwürger und Reifenstecher?  :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 28. Juni 2014, 18:52:43
Ich habe damals die berüchtigte Reportage von Report Mainz (http://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MAINZ/Mollath-und-das-Schwarzgeld/Das-Erste/Video?documentId=14826452&bcastId=310120) gesehen und war danach fassungslos. Ein völlig gesunder Mann, der einen Schwarzgeldskandal aufgedeckt hatte, wurde für verrückt erklärt und in der Psychiatrie entsorgt. Mann, hatte ich eine Wut im Bauch!

Zufällig habe ich mir dann die Dokumente, die Mollaths Anwalt Strate online gestellt hatte (http://www.strate.net/de/dokumentation/), angeschaut und las ein Gutachten, das das Bezirkskrankenhaus Bayreuth für ein Gericht erstattet hatte. Plötzlich erschien mir der sympathische Mollath nicht mehr furchtbar gesund. Da ich beruflich in einer Disziplin zuhause bin, die viel mit dieser Thematik zu tun hat, habe ich dann aus Interesse weiter recherchiert und war zunehmend der Auffassung, dass zwar kleinere Fehler der Justiz geschehen sind, von einem Justizskandal jedoch keine Rede sein kann. Als ich dies öffentlich geäußert habe, wurde ich von Dutzenden Mollath-Fans und anderen aufgehetzten Mitbürgern beleidigt, bedroht und verleumdet.

Aus meiner Sicht ist es Wahnsinn, wie verzerrt dieser Fall in vielen Medien dargestellt wird.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juni 2014, 20:15:44
Ich habe damals die berüchtigte Reportage von Report Mainz (http://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MAINZ/Mollath-und-das-Schwarzgeld/Das-Erste/Video?documentId=14826452&bcastId=310120) gesehen und war danach fassungslos. Ein völlig gesunder Mann, der einen Schwarzgeldskandal aufgedeckt hatte, wurde für verrückt erklärt und in der Psychiatrie entsorgt. Mann, hatte ich eine Wut im Bauch!

Zufällig habe ich mir dann die Dokumente, die Mollaths Anwalt Strate online gestellt hatte (http://www.strate.net/de/dokumentation/), angeschaut und las ein Gutachten, das das Bezirkskrankenhaus Bayreuth für ein Gericht erstattet hatte. Plötzlich erschien mir der sympathische Mollath nicht mehr furchtbar gesund. Da ich beruflich in einer Disziplin zuhause bin, die viel mit dieser Thematik zu tun hat, habe ich dann aus Interesse weiter recherchiert und war zunehmend der Auffassung, dass zwar kleinere Fehler der Justiz geschehen sind, von einem Justizskandal jedoch keine Rede sein kann. Als ich dies öffentlich geäußert habe, wurde ich von Dutzenden Mollath-Fans und anderen aufgehetzten Mitbürgern beleidigt, bedroht und verleumdet.

Aus meiner Sicht ist es Wahnsinn, wie verzerrt dieser Fall in vielen Medien dargestellt wird.

Ich bin kürzlich mal meine Beiträge der letzten Jahre durchgegangen und habe eine ähnliche Entwicklung ausgemacht. Wir sind gerade live dabei wie sich eine Verschwörungstheorie im kollektiven Gedächtnis als real manifestiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Groucho am 28. Juni 2014, 21:18:41
Willkommen!
Aus meiner Sicht ist es Wahnsinn, wie verzerrt dieser Fall in vielen Medien dargestellt wird.

Ja, das ist das eigentlich Interessante an dem Fall. Ein Lehrstück mit idealer Besetzung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 29. Juni 2014, 17:01:52
Ich habe damals die berüchtigte Reportage von Report Mainz (http://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MAINZ/Mollath-und-das-Schwarzgeld/Das-Erste/Video?documentId=14826452&bcastId=310120) gesehen und war danach fassungslos. Ein völlig gesunder Mann, der einen Schwarzgeldskandal aufgedeckt hatte, wurde für verrückt erklärt und in der Psychiatrie entsorgt. Mann, hatte ich eine Wut im Bauch!

Zufällig habe ich mir dann die Dokumente, die Mollaths Anwalt Strate online gestellt hatte (http://www.strate.net/de/dokumentation/), angeschaut und las ein Gutachten, das das Bezirkskrankenhaus Bayreuth für ein Gericht erstattet hatte. Plötzlich erschien mir der sympathische Mollath nicht mehr furchtbar gesund. Da ich beruflich in einer Disziplin zuhause bin, die viel mit dieser Thematik zu tun hat, habe ich dann aus Interesse weiter recherchiert und war zunehmend der Auffassung, dass zwar kleinere Fehler der Justiz geschehen sind, von einem Justizskandal jedoch keine Rede sein kann. Als ich dies öffentlich geäußert habe, wurde ich von Dutzenden Mollath-Fans und anderen aufgehetzten Mitbürgern beleidigt, bedroht und verleumdet.

Aus meiner Sicht ist es Wahnsinn, wie verzerrt dieser Fall in vielen Medien dargestellt wird.

Ich bin kürzlich mal meine Beiträge der letzten Jahre durchgegangen und habe eine ähnliche Entwicklung ausgemacht. Wir sind gerade live dabei wie sich eine Verschwörungstheorie im kollektiven Gedächtnis als real manifestiert.
Die Geschichte vom Whistleblower, der einer Verschwörung von Bank, Justiz und Psychiatrie zum Opfer fällt und zu später Gerechtigkeit kommt, hat sich längst im kollektive Gedächtnis fest eingenistet. Die Geschichte ist doch für die Medien auserzählt. Ich glaube da "manifestiert" sich nix mehr. 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 29. Juni 2014, 17:21:58
....als real manifestiert hat.

 :police:

....besser?  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 09:28:53
http://www.strafakte.de/wiederaufnahmeverfahren/ex-frau-von-mollath-wird-das-zeugnis-verweigern/
Zitat
...Al­ler­dings – und das ist der kri­ti­sche Punkt – darf der Zeuge nach Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs1 die Ver­wer­tung der Aus­sa­gen ge­stat­ten, ohne selbst er­neut aus­sa­gen zu müs­sen. Diese Recht­spre­chung ist ins­be­son­dere bei Op­fer­zeu­gen2 pro­ble­ma­tisch, da dem An­ge­klag­ten (hier dem Ver­ur­teil­ten) das Kon­fron­ta­ti­ons­recht (Art. 6 Abs. 3 d MRK) ver­wehrt wird. Dem Op­fer­zeu­gen wird durch die Kom­bi­na­tion von Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht und Ver­zicht auf das Ver­wer­tungs­ver­bot des § 252 StPO das Recht ein­ge­räumt, sei­ner kon­tra­dik­to­ri­schen Be­fra­gung durch die Ver­tei­di­gung in der Haupt­ver­hand­lung aus dem Weg zu ge­hen und zu­gleich eine den An­ge­klag­ten (oder Ver­ur­teil­ten) be­las­tende mit­tel­bare Ver­wer­tung sei­ner frü­he­ren Aus­sage zu er­mög­li­chen. Die­ses Ver­hal­ten ist in Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren häu­fi­ger zu be­ob­ach­ten...

...Ich denke, dass es die Straf­kam­mer am Land­ge­richt Re­gens­burg Moll­ath und sei­nem Ver­tei­di­ger nicht leicht ma­chen wird. Zur Er­in­ne­rung: Es geht in dem Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren nicht um die Recht­mä­ßig­keit der Un­ter­brin­gung im psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus, son­dern al­lein darum, ob Moll­ath die Kör­per­ver­let­zung sei­ner Ehe­frau und die Sach­be­schä­di­gung durch Zer­ste­chen der Rei­fen zur Last ge­legt wer­den kön­nen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 10:23:52
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 10:33:41
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.


..wie über seine Jünger, ja. Dem ersten sind ja kürzlich die weitere Verbreitung von Lügen, dem anderen Mordaufrufe gerichtlich untersagt worden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Robert am 30. Juni 2014, 10:38:52
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.

Soso. Ich betrachte den Fall Mollath zum Bsp. überhaupt nicht, weil mir das ganze Theater gnadenlos auf die Nerven geht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 10:42:45
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.

Soso. Ich betrachte den Fall Mollath zum Bsp. überhaupt nicht, weil mir das ganze Theater gnadenlos auf die Nerven geht.

......wie kannst Du der psiramischen Volksfront nur so in den Rücken fallen?


Herr Mollath, der ja zuerst noch für einen Freispruch "erster Klasse" kämpfen wollte, immunisiert sich gegen ihm unangenehmere Urteile, wie gewohnt, mit der nächsten Verschwörungstheorie.

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Mollaths-Prozess-beginnt-am-7-Juli-Er-misstraut-der-Justiz-id30392152.html
Zitat
Mollath selbst erwartet keinen vollständigen Freispruch. Das System werde versuchen, «mir irgendwas anzuhängen, um sich selbst reinzuwaschen», sagt er dem Magazin der «Süddeutschen Zeitung».
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Robert am 30. Juni 2014, 10:45:54
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.

Soso. Ich betrachte den Fall Mollath zum Bsp. überhaupt nicht, weil mir das ganze Theater gnadenlos auf die Nerven geht.

......wie kannst Du der psiramischen Volksfront nur so in den Rücken fallen?

Weil ich ein Spalter bin.  :aetsch:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 30. Juni 2014, 10:58:51
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.

Ah, endlich! Die Stimme der Vernunft meldet sich wieder: 
Zitat
Eine Anmerkung zum Blog von Frau Gabriele Wolff. Wie schon jemand treffend geschrieben hat: der Blog hat das Niveau, welches man eigentlich hier erwarten dürfte.
https://blog.psiram.com/2013/07/causa-mollath-verschworung-oder-wahn/#comment-26032
:rofl2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 11:00:24
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.

Soso. Ich betrachte den Fall Mollath zum Bsp. überhaupt nicht, weil mir das ganze Theater gnadenlos auf die Nerven geht.

......wie kannst Du der psiramischen Volksfront nur so in den Rücken fallen?

Weil ich ein Spalter bin.  :aetsch:


Das war klar, aber ich dachte immer ein Kernspalter.  :gruebel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 11:59:22
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.
Und zwar was genau?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 12:03:11
Ich lese gerade folgendes Buch des Psychotherapeuten Dr. Mackenthun, der von Mollath-Anhängern wiederholt beleidigt und bedroht worden ist:

http://www.amazon.de/Mollath-Gerechtigkeit-oder-Gerald-Mackenthun/dp/1499236727/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1404115382&sr=8-1&keywords=mollath+gerechtigkeit+oder+tod

Sehr empfehlenswert. Da wird nochmals anhand von Original-Dokumenten penibel aufgezeigt, dass es keine Anhaltspunkte für einen Justizskandal gibt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 12:10:04
@Plinius: Die Lektüre der zweiten Leser-Rezension sowie die Kommentare unter den beiden Psiram-Blogs verschaffen einen realistischen Eindruck über das Naturell der M. - Anhänger.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 30. Juni 2014, 13:53:25
Die Betrachtung des Fall Mollath sagt auch viel über Psiram.
Und zwar was genau?

Dass Fakten lästig sind und nur von Verschwörungstheorien ablenken.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 14:20:41
Die Geschichte eines gesunden Mannes, der eine Schwarzgeldaffäre aufgedeckt hat und dafür mit dem Etikett eines psychisch Kranken entsorgt worden ist, elektrisiert die Massen. Vor dem Hintergrund der Theorie der kognitiven Dissonanz werden daher alle Argumente, die Zweifel daran nähren, reflexartig abgeblockt und als Teil der Verschwörung eingeordnet. Renommierte Sendungen wie "Report Mainz", deren Journalisten im dauerempörten Gestus durch rein selektive Auswahl von (vermeintlichen) Fakten einen Justizskandal konstruierten, haben dazu wesentlich beigetragen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 30. Juni 2014, 14:33:51
Mackenthun, naja.

In der Sache hat er meistenteils recht, denke ich, aber seine Wertungen sind doch da und dort überzogen. Da ist er ein wenig nassforsch; die Fakten können für sich sprechen. Ich habe mal bei Google books auf den angezeigten Seiten quer gelesen, deshalb kann ich jetzt keine guten Belegstellen anführen. Soweit ich erkennen kann, referiert er die öffentlich zugänglichen Quellen. Es ist also kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten. Aber wahrscheinlich sollte ich mich gar nicht äußern, um mich nicht in eine Reihe mit dieser "Rezension" zu stellen:
Zitat
Selbstverständlich habe ich das Buch nicht gekauft und nicht gelesen.

Bei Simmerl z. B. schwadroniert er zunächst über Geschäftsfähigkeit, dann:
Zitat
… mit diesem sorglosen Gutachten …
Fast sieht es so aus, als ob Simmerl diesen tölpelhaften Mollath ins sadistisch ins eigene Messer laufen ließ, um ihm zu schaden.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 14:44:20
Mackenthun, naja.

In der Sache hat er meistenteils recht, denke ich, aber seine Wertungen sind doch da und dort überzogen. Da ist er ein wenig nassforsch; die Fakten können für sich sprechen. Ich habe mal bei Google books auf den angezeigten Seiten quer gelesen, deshalb kann ich jetzt keine guten Belegstellen anführen. Soweit ich erkennen kann, referiert er die öffentlich zugänglichen Quellen. Es ist also kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten. Aber wahrscheinlich sollte ich mich gar nicht äußern, um mich nicht in eine Reihe mit dieser "Rezension" zu stellen:
Zitat
Selbstverständlich habe ich das Buch nicht gekauft und nicht gelesen.

Bei Simmerl z. B. schwadroniert er zunächst über Geschäftsfähigkeit, dann:
Zitat
… mit diesem sorglosen Gutachten …
Fast sieht es so aus, als ob Simmerl diesen tölpelhaften Mollath ins sadistisch ins eigene Messer laufen ließ, um ihm zu schaden.


...interessant wär ja mal eine ungefilterte, vollständige Zeittafel, in der auch alle vorherigen Prozesse und Anwälte Mollaths auftauchen. Immer schade wenn sich jemand verrennt, in welche Richtung auch immer.... wobei Quellen zu diesen Aussagen schon interessant wären.

http://geraldmackenthun.de/mollath/

Zitat
Gustl Mollaths psychische Störung bildete sich vermutlich schon ab etwa Mitte der 1990er Jahre aus. Er scheiterte deswegen als Geschäftsmann. Seine Autowerkstatt warf nie Gewinn ab, seine Ehefrau Petra musste erhebliche Geldmittel zuschießen. Es gibt verschiedene Aussagen, dass er schon damals zeitweise aggressiv war. Mollath war zur Zeit der Trennung 2002 hoch verschuldet. Es gab gegen ihn Zwangsvollstreckungen und Pfändungen, sein Haus musste später zwangsversteigert werden.

2006 hatte er wegen Geschäftsunfähigkeit für einige Monate einen Betreuer. Mehrere seiner zahlreichen Rechtsvertreter beantragten über Jahre hin immer wieder seine rechtliche Betreuung, weil er sein Leben nicht selbständig führen könne. Gerichte lehnten die Anträge (bis auf den ersten) ab; Mollath sei uneinsichtig und nicht betreubar.

Als Mollath seine Frau und andere der Schwarzgeldschiebereien verdächtigte, wurde er offenbar bereits von seiner Krankheit gesteuert. Nicht seine Ehestreitigkeiten beförderten seine Erregung bis hin zum Verfolgungswahn, vielmehr umgekehrt führte seine Paranoia zu den nicht lösbaren Eheproblemen. Der Konsequenzen seiner vielfältigen Anzeigen und Anschuldigungen war er sich offenbar nicht bewusst. Petra Mollath wiederum hatte ab etwa 2000 nur noch den Wunsch, ihren gewalttätigen und unfähigen Mann loszuwerden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 14:47:46
So eine Zeittafel bietet Mackenthun hinten im Buch ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 14:53:42
....kannste mir mal leihen. :grins2:

....schade dass er auf der webseite die Fakten und Kommentare so vermischt, ansonsten könnten wir ja mal anfragen ob wir zum Prozesstart die Zeitleiste  im blog veröffentlichen dürfen, natürlich mit Hinweis auf die Quelle?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 15:09:11
Zitat
In der Sache hat er meistenteils recht, denke ich, aber seine Wertungen sind doch da und dort überzogen. Da ist er ein wenig nassforsch; die Fakten können für sich sprechen. Ich habe mal bei Google books auf den angezeigten Seiten quer gelesen, deshalb kann ich jetzt keine guten Belegstellen anführen. Soweit ich erkennen kann, referiert er die öffentlich zugänglichen Quellen. Es ist also kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten. Aber wahrscheinlich sollte ich mich gar nicht äußern, um mich nicht in eine Reihe mit dieser "Rezension" zu stellen:
Zitat
Selbstverständlich habe ich das Buch nicht gekauft und nicht gelesen.

Scheinbar hat Frau Lakotta im neuen Spiegel auch wieder einen Artikel geschrieben, es wird im Wolffblog zu einer ähnlichen Herangehensweise geraten....

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/04/10/wiederaufnahmeverfahren-im-fall-peggy-dekonstruierung-einer-konstruktion/comment-page-2/#comment-37134
Zitat
Im aktuellen Spiegel 27 findet sich ein Artikel zum neuen Mollath-Prozess, verfasst von Beate Lakotta.
Wer sich schlechte Laune und unnötige Aufregung ersparen möchte, sollte das Traktat komplett vermeiden. Lakotta ist auch weiterhin komplett ignorant und unbelehrbar, nur ihre Antipathie gegenüber Mollath und allen Unterstützern wird nochmals ausführlichst ausgebreitet.

Immunisierung eben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 15:22:04
Ja, das ist auch ein typisches "Argument" der Mollath-Anhänger: Wer am behaupteten Justizskandal auch nur zweifelt, der hasst Mollath und will dem armen Mann Böses.

Ich könnte die Zeitleiste gerne adaptieren. Mit "zitiert nach Mackenthun (...)" dürfte das eigentlich recht problemlos gehen.

Für alle zitierten Behauptungen Mackenthuns gibt es übrigens zahlreiche Belege. Dazu heute Abend mehr.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 15:28:37
Klingt inzwischen schon recht "down to earth" :

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Mollaths-Prozess-beginnt-am-7-Juli-Er-misstraut-der-Justiz-id30392152.html
Zitat
...Mollath schreibt zahllose, oft verworrene Briefe an Behörden, Staatsanwälte, die HypoVereinsbank, seine Frau, den Papst, Kofi Annan und andere. Was Mollath selbst als seine staatsbürgerliche Pflicht begreift, erlebten die Empfänger seiner Schreiben immer häufiger als Querulanz und Verfolgungswahn. Ein «bisschen knorrig und skurril» sei Mollath schon, räumt sein Anwalt Gerhard Strate ein. Er habe eben «Angewohnheiten, die nicht jeder hat»...

...Mollath erwartet keinen vollständigen Freispruch
Mollath selbst erwartet keinen vollständigen Freispruch. Das System werde versuchen, «mir irgendwas anzuhängen, um sich selbst reinzuwaschen», sagt er dem Magazin der «Süddeutschen Zeitung».
...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 15:34:09
Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist und aus purem Aktionismus bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat, will damit paranoide Schizophrenie zu einem harmlosen Spleen verklären.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 15:43:52
Ja, das ist auch ein typisches "Argument" der Mollath-Anhänger: Wer am behaupteten Justizskandal auch nur zweifelt, der hasst Mollath und will dem armen Mann Böses.

Ich könnte die Zeitleiste gerne adaptieren. Mit "zitiert nach Mackenthun (...)" dürfte das eigentlich recht problemlos gehen.

Für alle zitierten Behauptungen Mackenthuns gibt es übrigens zahlreiche Belege. Dazu heute Abend mehr.

Fände es immer noch ganz gut das zum Prozessbeginn im Blog zu bringen, was sagt denn das backoffice  :grins, sollte man da mal auf Herrn Mackenthun zugehen?

Ab heute abend habe ich Zugriffauf den Spiegel, vielleicht könnta man ja Frau Lakottas Recherchen auch noch einfliessen lassen, Eispickel etc.....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 19:42:32
Tja, was soll man dazu sagen? Ich als echt? gehöre ja nicht zum harten Kern von Psiram. Ich kommuniziere immer mal mit Gleichgesinnten - oftmals, weil ich mein Passwort verbasselt habe und ein neues brauche. Mein Ziel ist es, Anbietern von Scharlatanerie auf dem Gesundheitsmarkt das Handwerk zu legen. Auch unter Klarnamen, anders geht das oft leider nicht. Ich schätze dabei die Objektivität von Psiram und bewundere die viele Arbeit, die dahinter steckt. Dies ist eine wesentliche Grundlage um glaubwürdig und erfolgreich tätig zu werden. Wenn man die eigene Meinung transportieren will oder sich über Spinner lustig machen will, ist man im Behördle, beim Niederrheiner oder im Anti Reichdeppen Forum besser aufgehoben.

Psiram ist das Gegenteil von "Sekte". In einer Sekte verschließt man die Augen vor bestimmten Informationen. Man ist überzeugt recht zu haben. Abweichende Meinungen sind unglaubwürdig. Blogs oder Foren, in denen abweichende Meinungen diskutiert werden, sind Sekten oder Pädoforen oder Schlimmeres. Ein kritisches Hinterfragen der eigenen Meinung wird unterlassen.

Beim Fall Mollath scheint mir die Objektivität gelitten zu haben. Hier zeigte sich mir - subjektiv - der Wunsch, recht zu behalten.

Grüßt echt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 19:50:44
Als Beispiel, ist weder böse, noch persönlich gemeint:

"Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist und aus purem Aktionismus bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat, will damit paranoide Schizophrenie zu einem harmlosen Spleen verklären."

So ein bisschen textanalytisch:

1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.

2. und aus purem Aktionismus

Das ist eine Unterstellung.

3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.

So unqualifiziert sollte es bei Psiram nicht zugehen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 19:54:32
Tja, was soll man dazu sagen? Ich als echt? gehöre ja nicht zum harten Kern von Psiram. Ich kommuniziere immer mal mit Gleichgesinnten - oftmals, weil ich mein Passwort verbasselt habe und ein neues brauche. Mein Ziel ist es, Anbietern von Scharlatanerie auf dem Gesundheitsmarkt das Handwerk zu legen. Auch unter Klarnamen, anders geht das oft leider nicht. Ich schätze dabei die Objektivität von Psiram und bewundere die viele Arbeit, die dahinter steckt. Dies ist eine wesentliche Grundlage um glaubwürdig und erfolgreich tätig zu werden. Wenn man die eigene Meinung transportieren will oder sich über Spinner lustig machen will, ist man im Behördle, beim Niederrheiner oder im Anti Reichdeppen Forum besser aufgehoben.

Psiram ist das Gegenteil von "Sekte". In einer Sekte verschließt man die Augen vor bestimmten Informationen. Man ist überzeugt recht zu haben. Abweichende Meinungen sind unglaubwürdig. Blogs oder Foren, in denen abweichende Meinungen diskutiert werden, sind Sekten oder Pädoforen oder Schlimmeres. Ein kritisches Hinterfragen der eigenen Meinung wird unterlassen.

Beim Fall Mollath scheint mir die Objektivität gelitten zu haben. Hier zeigte sich mir - subjektiv - der Wunsch, recht zu behalten.

Grüßt echt?

Wenn Du den Verlauf der Mollathdiskussion hier nochmal Revue passieren lässt wirst du feststellen, dass sie mit Sorge um Herrn Mollath angefangen hat. Keiner weiss ja wie krank der Mann wirklich war und ist und wie sich dieser Hype um seine Person und die Instrumentalisierung durch Väterbewegung, Parteien und Antipsychiatrie auf ihn auswirken wird. Später dann, als  sich die Mechanismen einer sich verselbstständigenden Verschwörungslegende und eines medialen Lynchmobbes deutlicher wurden, entwickelte sich dann die Diskussion mehr in Richtung unsrer Kernthemen, zumal ja auch die entsprechende Klientel im Mollathlageraufgeschlagen ist.

http://www.psiram.com/ge/

Glaubenssysteme [...] Als Verschwörungstheorie.......

Zur Erinnerung nochmal der erste blogeintrag.

http://blog.psiram.com/2013/07/causa-mollath-verschworung-oder-wahn/

Zitat
Für einen Psychiater gehört es zur täglichen Arbeit, mit anzusehen, wie psychisch Erkrankte ihre bürgerliche Existenz zertrümmern und ihre Angehörigen chronisch in Angst und Schrecken oder zumindest in Daueranspannung versetzen. Bedrückend ist häufig, dass es kein einfaches „Da muss doch …“ gibt, denn die fehlende Krankheitseinsicht und die deshalb fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, gehört zu den konstituierenden Merkmalen bei einigen solcher Erkrankungen. Für den Betroffenen selbst oder für dessen Umwelt sind diese Krankheitszustände nur selten unmittelbar gefährlich, womit sich eine Unterbringung, geschweige denn eine Therapie, ohne Einverständnis verbietet.

Die eigentliche Tragik in der Causa Mollath liegt darin, dass sich infolge einer unglücklichen Verkettung von Umständen auch ansonsten völlig nüchtern und klar denkende Menschen von der Existenz einer Verschwörung überzeugen. Nur das Ausmaß variiert – von einer Clique von Steuerbetrügern mit Drähten in die selbstherrliche bayerische Justiz bis hin zu einer Einbeziehung von Ministerien, von den willfährigen Handlangern in der forensischen Psychiatrie bis hin zu den menschenverachtenden Bütteldiensten der Psychiatrie überhaupt und allgemein. Die von Anwälten präsentierten geschickt arrangierten Textfragmente und Interpretationen werden als nicht mehr hinterfragbare Wahrheit aufgenommen – dabei hätte ein Anwalt, der nicht Partei ist, seinen Beruf verfehlt.

Aber ebenso, wie sich die Wucherungen des Wahns wie Schalen um den Kern einer wirklichen oder eingebildeten Kränkung legen können, so kann sich eine Verschwörungstheorie an möglichen Verfahrensfehlern in einem Gerichtsprozess entzünden.

In dieser Sache kann nicht von jedem Beobachter Sachverstand abverlangt werden. Was von denjenigen, die dazu publizieren, verlangt werden kann, ist Augenmaß, Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Selbst seriöse Kommentatoren verlieren gelegentlich die Bodenhaftung. So wird einem psychiatrischen Gutachter subtil angelastet, er hätte den „Tatablauf, wie er in den Urteilsgründen steht, nicht unterstellen“ müssen. Statt also den Hergang unbesehen hinzunehmen, hätte er das rechtkräftige Urteil mit seiner eigenen kriminalistischen Expertise verwerfen sollen?

Die Angelegenheit ist zu komplex und in ihren Auswirkungen zu wenig überschaubar, als dass sie eine geeignete Folie für Selbstdarstellungen oder Projektionen einer allgemeinen Unzufriedenheit mit gesellschaftlichen Verhältnissen wäre. Gründliche Aufklärung, gegebenenfalls Revision des Urteils ja – Entlarvung nein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 19:57:20
Hier noch etwas:

"Herzlich Willkommen, woher kommt denn Dein Interesse für Frauenwürger und Reifenstecher?"

Ich bin kein Jurist, habe aber oft vor Gericht zu tun. Man ist im Wiederaufnahmeverfahren. Ob Mollath ein Frauenwürger und Reifenstecher ist, wird das Gericht feststellen. Da habe ich volles Vertrauen. Die Anonymität bei Psiram ist keine Entschuldigung dafür rechtstaatliche Prinzipiien über Bord zu werfen. Gegen Scharlatanerie hilft nur der Rechtsstaat.

Meint echt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Groucho am 30. Juni 2014, 20:00:46
@echt?: Die Qualität von Psiram lässt sich am Wiki (meinetwegen auch am Blog) messen, ansonsten gilt der Disclaimer:

Zitat
Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 20:03:06
Hier noch etwas:

"Herzlich Willkommen, woher kommt denn Dein Interesse für Frauenwürger und Reifenstecher?"

Ich bin kein Jurist, habe aber oft vor Gericht zu tun. Man ist im Wiederaufnahmeverfahren. Ob Mollath ein Frauenwürger und Reifenstecher ist, wird das Gericht feststellen. Da habe ich volles Vertrauen. Die Anonymität bei Psiram ist keine Entschuldigung dafür rechtstaatliche Prinzipiien über Bord zu werfen. Gegen Scharlatanerie hilft nur der Rechtsstaat.

Meint echt?

So wie ich das verstanden habe wurden diese Taten als erwiesen angesehen und der Freispruch erfolgte nur wegen Schuldunfähigkeit.... soll ich die Vorwürfe heraussuchen die Mollath seine Richtern, Gutachtern, Ärzten und Pflegern  ohne Beweise unterstellt? Von den Morddrohungen aus der Unterstützerszene haben wir da noch gar nicht gesprochen. Aber das sind ja nur Ausnahmen, die Kollateralschäden nimmt man als Mob in kauf, und der liebe Gustl ist halt etwas "knorrig" ?


Ausserdem ist es schlechter Stil, unvollständig zu zitieren.   :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Groucho am 30. Juni 2014, 20:04:00
Hier noch etwas:

Es wäre schön, wenn Du Deine Kritik direkt an den Schreiber richten würdest, indem Du den Autor dazu nennst.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Typee am 30. Juni 2014, 20:06:19
@ echt?

Die Mollath-Diskussion hier ist, wie Belbo schon bemerkte, eine Meta-Diskussion. Es geht nicht um Mollath's echte oder vermeintliche Macken, sondern um die Erscheinungsformen einer Unterstützerszene und ihre Auswüchse. Selbst wenn die am Ende in dem, was sie zu ihrer Sache gemacht haben, Recht behalten sollten: die Hype war und ist vollständig irrational und sektiererisch.

Andererseits: darin liegst Du nicht ganz falsch:

Zitat
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.

2. und aus purem Aktionismus

Das ist eine Unterstellung.

3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.

Strate hat sich auf strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren spezialisiert. Das ist eine sehr schwierige und generell selten von Erfolg gekrönte Sache. Wer Mietprozesse führt, kommt auch als Flasche auf eine höhere Erfolgsquote, als ein Wiederaufnahme- und Revisionsspezialist in Strafsachen. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Und ganz erfolglos war Strate eben nicht. Dass er andererseits ein Pfau ist, gehört nach nicht ganz selten vertretener Ansicht zu den Berufsvoraussetzungen in dieser Liga.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:08:09
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.
Es ist ein Werturteil, basierend auf regelmäßiger Lektüre seiner Schriftsätze.


3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.
Das ist eine Tatsache, derer sich die meisten Mollath-Fans nicht bewusst sind. Welches von Strate eingelegte Rechtsmittel war denn erfolgreich?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 20:08:56
Hier noch etwas:

Es wäre schön, wenn Du Deine Kritik direkt an den Schreiber richten würdest, indem Du den Autor dazu nennst.
Und zwar am besten mit Link zum Beitrag, in dem die Formulierung auftaucht. Es gab hier inzwischen zig Threads zu Mollath - das kann man anders nicht mehr rekonstruieren - ggfs ist auch der Kontext wichtig.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 20:09:14
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.
Es ist ein Werturteil, basierend auf regelmäßiger Lektüre seiner Schriftsätze.


3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.
Das ist eine Tatsache, derer sich die meisten Mollath-Fans nicht bewusst sind. Welches von Strate eingelegte Rechtsmittel war denn erfolgreich


Das Wiederaufnahmeverfahren?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:10:47
Strate hat sich auf strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren spezialisiert. Das ist eine sehr schwierige und generell selten von Erfolg gekrönte Sache.
Das geht an meinem Argument vorbei. Niemand stellt in Abrede, dass WA-Verfahren schwierig sind und die Erfolgsquote gering. Aber Strafanzeigen gegen jedermann und Klageerzwingungsverfahren, die nicht anders als querulatorisch bezeichnet werden können, haben nichts mit WA-Verfahren zu tun. Hier kann man alles nachvollziehen:
http://www.strate.net/de/dokumentation/
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:11:55
Das Wiederaufnahmeverfahren?
Das ist ja das Witzige: Durchgegriffen hat der WA-Grund der von Merk beauftragten StA Regensburg. Strate hat die "unechte Urkunde" völlig übersehen.  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:19:18
Ein paar Begriffe, die man in einer ernsten Diskussion vermeiden sollte:

"Mollath-Anhänger"

"Verschwörungslegende und eines medialen Lynchmobbes"

"Mollathlager"

"auch ansonsten völlig nüchtern und klar denkende Menschen von der Existenz einer Verschwörung"

"geschickt arrangierten Textfragmente"

"die Kollateralschäden nimmt man als Mob in kauf"

"die Hype war und ist vollständig irrational und sektiererisch."


Natürlich kann man so diskutieren, aber das ist eigentlich nicht das Niveau, dass ich von Psiram erwarte.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:19:34
Aufschlussreich finde ich auch dieses Interview von Sabine Rückert mit Strate. Ein Interview, das wohl als das einzig kritische, das mit Strate geführt worden ist, bezeichnet werden kann:

http://www.zeit.de/2013/35/gerhard-strate-gustl-mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:21:19
Was findest Du daran aufschlussreich?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 20:23:02
@ echt

Jedenfalls interessant dass Du alle Einwände auf Deine Beiträge ignorierst.

Was wäre denn an der Wortwahl auszusetzen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:23:15
Was findest Du daran aufschlussreich?

Na, hättest du es gelesen, wüsstest du beispielsweise, dass deine Behauptung, es entspreche nicht der Realität, dass Strate ausschließlich erfolglose Rechtsmittel erhoben hat, falsch ist.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:26:43
Mal ein Zwischenruf. Ich begrüße so eine Diskussion. Wir sind nicht per Definition die "Guten". Wir müssen uns imer kritisch mit uns beschäftigen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:27:39
Mal ein Zwischenruf. Ich begrüße so eine Diskussion. Wir sind nicht per Definition die "Guten". Wir müssen uns imer kritisch mit uns beschäftigen.
Das sind doch Allgemeinplätze. Hier geht es um den Fall Mollath. Und da wären Sachargumente hilfreich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:30:45
Das letzte Sachargument kam vom OLG!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:33:19
Das letzte Sachargument kam vom OLG!
Das OLG Nürnberg ordnete die WA an, weil ein damals frisch gebackener Arzt sein Attest auf dem Briefpapier seiner Mutter geschrieben hatte. Eine reine Formalie - was selbst Strate zugibt.

Zuvor hatte das LG Regensburg, das ab dem 7.7. wieder zuständig ist, in epischer Breite alle Argumente von Strate widerlegt:

http://download.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Regensburg-Beschluss-2013-07-15.pdf
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:35:29
Der Rechsstaat lebt von "Formalien".  Das Gegenteil wäre das "gesunde Volksempfinden".

Grüßt echt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:37:00
Äh, zuvor: Zuvor hatte das LG Regensburg, das ab dem 7.7. wieder zuständig ist, in epischer Breite alle Argumente von Strate widerlegt:

Da heißt es in der Justiz übrigens: Ober schlägt unter. Übrigens ist es eine andere Kammer.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:37:56
Der Rechsstaat lebt von "Formalien".  Das Gegenteil wäre das "gesunde Volksempfinden".

Grüßt echt?
Ich habe nicht behauptet, dass die Wiederaufnahme falsch ist. Sie ist insbesondere auch deshalb begrüßenswert, weil nun mit einer Armada von Zeugen geklärt werden kann, wer für diesen gigantischen Schwarzgeldskandal verantwortlich ist.

Allerdings sagt der WA-Grund nichts darüber aus, dass Mollath die sog. Anlasstaten nicht begangen hat oder nicht wahnkrank war.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:39:56
Äh, zuvor: Zuvor hatte das LG Regensburg, das ab dem 7.7. wieder zuständig ist, in epischer Breite alle Argumente von Strate widerlegt:

Da heißt es in der Justiz übrigens: Ober schlägt unter. Übrigens ist es eine andere Kammer.

Das OLG war lediglich hinsichtlich des WA-Grunds der "unechten Urkunde" anderer Meinung. Zu den anderen Ausführungen des LG Regensburg hat es sich nicht verhalten. Festzuhalten ist aber, dass schon eine Strafkammer aus drei Berufsrichtern gesagt hat: Nichts dran am Justizskandal.

Und ja, es ist eine andere Kammer. Diesmal ist die Vorsitzende Elke Escher.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 20:52:31
Lieber Plinius,

in der Justiz gelten feste Regeln - und eine recht strenge Hierachie. Das OLG hat dem LG höflich mitgeteilt, dass er die vorgetragene Rechtsauffassung nicht teilt. Das in Rekordzeit. Und das OLG hat noch an eine andere Kammer zurück verwiesen. Eine größere Ohrfeige kann man nicht einfangen. Das OLG musste auch nicht auf alle Gründe eingehen. Eine Ohrfeige reicht.

Gruß echt?


Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 20:55:52
Lieber Plinius,

in der Justiz gelten feste Regeln - und eine recht strenge Hierachie. Das OLG hat dem LG höflich mitgeteilt, dass er die vorgetragene Rechtsauffassung nicht teilt. Das in Rekordzeit. Und das OLG hat noch an eine andere Kammer zurück verwiesen. Eine größere Ohrfeige kann man nicht einfangen. Das OLG musste auch nicht auf alle Gründe eingehen. Eine Ohrfeige reicht.

Gruß echt?

Danke, du musst mir "die Justiz" nicht erklären, ich bin in ihr zuhause.

Das OLG hat lediglich mitgeteilt, dass es eine der vielen Rechtsauffassungen des LG nicht teilt. Zu den anderen hat es sich nicht verhalten (was es auch nicht musste, da ein Grund - das ist korrekt - genügt). In der Verweisung an eine andere Kammer kann ich übrigens keine Ohrfeige erkennen. Das ist der übliche Ablauf, wenn sich eine Kammer festgelegt hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 20:58:36
@echt?
Muss das alles noch mal?
Hatten wir doch mit Tyko schon - und davor mit Tami äh Rudern 375 oder so... Wolltest du nicht mal einen Beitrag verlinken, der dir daneben erscheint?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:03:43
Lieber Sweeper,

was meinst Du jetzt? Diskussion ist überflüssig, weil Meinung schon gefestigt, bzw. weil ander Diskutanten schon Einwände hatte, über die man bereits diskutiert hat?

Grüßt echt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:04:51
PS: ich hatte schon zitiert, was mir nicht überzeugend erschien.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:07:00
Und ich bin weder: Tyko schon - und davor mit Tami äh Rudern 375 oder so.

Grüßt dich echt?

PS: Solche Unterstellungen kenne ich eher aus anderen Foren
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 21:10:13
Lieber Sweeper,

was meinst Du jetzt? Diskussion ist überflüssig, weil Meinung schon gefestigt, bzw. weil ander Diskutanten schon Einwände hatte, über die man bereits diskutiert hat?

Grüßt echt?
Die Diskussion wurde hier schon mindestens 5 mal ausgiebig zu allen juristischen Details geführt, ohne dass sich bei gleich bleibender Argumentation von Leuten wie dir, "gelegentlich", wcfix, Tami, Tyko und einigen anderen Wiedergängern was Neues ergeben hätte.
Es langweilt - zumal wir ja ab nächster Woche erfahren werden, was draus wird.
 So lange können wir uns doch noch gedulden, ohne hier Gabriele
Wolff im O-Ton ("Ohrfeige") wiederkäuen zu müssen.
Die Wahrheitsfindung liegt jetzt bei Gericht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 21:12:43
Und ich bin weder: Tyko schon - und davor mit Tami äh Rudern 375 oder so.

Grüßt dich echt?

PS: Solche Unterstellungen kenne ich eher aus anderen Foren
Wenn das so ist, dann lies dich doch durch die kilometerlangen Threads mit den Genannten. Du behauptetest doch eingangs, dass Psiram das Thema nicht angemessen behandelt.

Hättest du die Fäden gelesen, wüsstest du auch, welche Argumente schon abgearbeitet sind.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 21:14:26
Die Wahrheitsfindung liegt jetzt bei Gericht.
Es ist ein bayrisches Gericht. Man darf sich ausrechnen, was passiert, wenn diese Kammer eine ähnliche Auffassung vertreten wird wie die bereits befasste Kammer des LG Regensburg. Da Mollath am Ende ohnehin freigesprochen werden muss (Verbot der sog. Verböserung gegenüber dem ursprünglichen Urteil), wird Strate allerdings keine Revision einlegen können. Verfassungs- und Dienstaufsichtsbeschwerden würden aber dennoch sicherlich kommen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 21:14:57
Und ich bin weder: Tyko schon - und davor mit Tami äh Rudern 375 oder so.

Grüßt dich echt?

PS: Solche Unterstellungen kenne ich eher aus anderen Foren


Ja ich hatte von Dir auch ein anderes Niveau der Kritik erwartet. Schade.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:22:38
Was erwartest Du von mir?

Ich habe mit den richtig Bösen von Prof. Müller, Edinger und Zyganow zu tun. Wenn ihr da unter eurem Klarnamen etwas beitragen wollt - immer her damit. Da warte ich aber schon seit sehr sehr langer Zeit drauf!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 21:25:13
Wenn ihr da unter eurem Klarnamen etwas beitragen wollt - immer her damit. Da warte ich aber schon seit sehr sehr langer Zeit drauf!
Aha.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:27:48
Dann lass mal die Hose runter und zeig mal unter Klarnamen die Wunderheiler an. Immer zu!!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 21:28:55
Ich verstehe nicht, warum dieses Geplänkel sein muss. Lasst uns doch bitte ad rem diskutieren und persönliche Angriffe unterlassen. Ich beziehe dabei Meinungen, die meiner widersprechen, ausdrücklich mit ein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:33:18
Vielleicht eine Korrektur, ich bin so wenig ein Held, wie meine Kritik richtig ist. Es war nur ein Zwischenruf gegen Selbstgerechtigkeit.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 21:33:52
Dann lass mal die Hose runter und zeig mal unter Klarnamen die Wunderheiler an. Immer zu!!

........warum sollten wir?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 21:34:42
Vielleicht eine Korrektur, ich bin so wenig ein Held, wie meine Kritik richtig ist. Es war nur ein Zwischenruf gegen Selbstgerechtigkeit.


....jetzt muss ich doch ein kleines Tränchen.....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 30. Juni 2014, 21:42:44
Tja mach nur! Du wirst sicher größte Wirkung auslösen. Ich bin da näher an der unerfreulichen Front!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Robert am 30. Juni 2014, 21:48:06
Tja mach nur! Du wirst sicher größte Wirkung auslösen. Ich bin da näher an der unerfreulichen Front!

Für mich als mehr oder weniger stiller Mitleser wäre Deine Sicht der Dinge interessant.

Dass Mollath die Geister scheidet, haben wir hier schon genug bemerkt. Noch einen da drauf zu setzen, muss nicht sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juni 2014, 21:59:27
Tja mach nur! Du wirst sicher größte Wirkung auslösen. Ich bin da näher an der unerfreulichen Front!

klar, Dass Du in diesem fast übermenschlichen Kampf, nicht Alle Fronten adäquat bedienen kannst, aber esoerprobt wie Du bist würde man ja meinen, dass Du zumindest den ein oder anderen Fehlschluss in der Mollathhysterie durchschaust. wie siehst Du denn den Fall?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Groucho am 30. Juni 2014, 21:59:48
Tja mach nur! Du wirst sicher größte Wirkung auslösen. Ich bin da näher an der unerfreulichen Front!

Sorry, aber an Deinen eigenen Ansprüchen gemessen, die Du hier einforderst, ist das jetzt Kindergartenniveau. Ich erkläre es mir damit, dass Du gefrustet bist, aus welchem Grund auch immer.

Fast jeder, der hier mitmacht, hat auch noch andere Baustellen, von denen Du (oder auch ich) überhaupt nichts wissen, weder welche Zeit er da reinsteckt, noch welches Risiko er eingeht.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 22:10:06
@Plinius:
Ich würde gern zurück zum Thema kommen.

War nicht die Verfassungsbeschwerde von Kleine-Cosack der entscheidende Anstoß, der die WA ins Rollen brachte?


http://www.gustl-for-help.de/download/2012-01-11-Kleine-Cosack-Verfassungsbeschwerde.pdf


Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 30. Juni 2014, 22:16:34
@ sweeper:

Das sind unterschiedliche Ebenen: Die VB von Kleine-Cosack, die letztlich erfolgreich war, richtete sich gegen die Feststellung der Fortsetzung der Unterbringung durch die Strafvollstreckungskammer des LG Bayreuth. Der Wiederaufnahme-Antrag richtete sich gegen die Entscheidung des Landgerichts Nürnberg-Fürth, das die Unterbringung erst angeordnet hatte.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 30. Juni 2014, 22:22:10
Beim Fall Mollath scheint mir die Objektivität gelitten zu haben.

Das Problem bei dieser globalen Aussage ist, dass „Objektivität“ natürlich die Sache der eigenen Festlegung (bzw. Festgelegtheit) ist. Reflexhaft rufe ich bei solcher Kritik nach Belegen. Tut mir leid, ich kann nicht anders. Ups.

Ein paar Begriffe, die man in einer ernsten Diskussion vermeiden sollte:

So wie Du diese Phrasen hier zitierst, wirkt das schon ein bisschen komisch, da hast Du recht. Aber man sollte solche Äußerungen nicht aus dem Kontext der Diskussion reißen. Der Stil der Mollathisten :teufel ist ja auch nicht gerade feierlich, da würde ich manches davon also als angemessen durchgehen lassen.

Nur mal so, als Beispiel:
Zitat
"auch ansonsten völlig nüchtern und klar denkende Menschen von der Existenz einer Verschwörung"
Willst Du damit sagen, dass Wilhelm Schlötterer kein völlig nüchtern und klar denkender Mensch ist?

Zitat
"geschickt arrangierten Textfragmente"
Dann schau Dir doch mal die „Analysen“ der Gutachten so an, beispielsweise bei Oliver Garcia (bei Gabriele Wolff würde ich da nicht von Geschicklichkeit sprechen).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juni 2014, 22:35:01

Zitat
"geschickt arrangierten Textfragmente"
Dann schau Dir doch mal die „Analysen“ der Gutachten so an, beispielsweise bei Oliver Garcia (bei Gabriele Wolff würde ich da nicht von Geschicklichkeit sprechen).
Dieser Oliver Garçia scheint ein heller Kopf zu sein.
Schade, dass man so wenig von ihm weiß! Schreibt er eigentlich noch?

Liebt poetische Titel - beinahe ein Künstler:

http://blog.delegibus.com/2013/08/26/fall-mollath-der-schleier-ist-gelueftet/
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 01. Juli 2014, 01:40:02
Auszug aus dem - wie ich meine - lesenswerten Spiegel-Artikel von heute:

Der zuständige Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl beschrieb seine Lage vor dem Ausschuss so: Mein Auftrag war: "Führe ein Wiederaufnahmeverfahren zugunsten Gustl Mollaths." Nur: Wo nimmt man einen Wiederaufnahmegrund her? Eine undankbare Aufgabe, aber nicht unlösbar: "Eun guter Jurist kann alles in jede Richtung schreiben", sagte Meindl vor dem Ausschuss. "Sie können Unschuldige hinter Gitter bringen, einen Schuldigen freisprechen."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 01. Juli 2014, 11:51:33
Auszug aus dem - wie ich meine - lesenswerten Spiegel-Artikel von heute:

Der zuständige Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl beschrieb seine Lage vor dem Ausschuss so: Mein Auftrag war: "Führe ein Wiederaufnahmeverfahren zugunsten Gustl Mollaths." Nur: Wo nimmt man einen Wiederaufnahmegrund her? Eine undankbare Aufgabe, aber nicht unlösbar: "Eun guter Jurist kann alles in jede Richtung schreiben", sagte Meindl vor dem Ausschuss. "Sie können Unschuldige hinter Gitter bringen, einen Schuldigen freisprechen."


Auch interessant....
Zitat
die Opfer der Reifenstechereien; einer hatte damals angegeben, Mollath habe ihn zuvor besucht, ihm einen scharf geschliffenen Schraubenzieher gezeigt und gesagt, er sei bereit sich zu wehren.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 01. Juli 2014, 14:39:46
Ja, davon berichtete Frau Lakotta, das Hassobjekt der Mollath-Anhänger, ja bereits hier:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-101368199.html

Und hier ein Video mit ihr:

https://www.facebook.com/photo.php?v=10152968049310717
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 01. Juli 2014, 15:00:25
@Plinius

Mir ist aufgefallen, dass Frau Lakotta in jüngster Zeit schon zwei, drei Mal charakteristische Details aus den Protokollen des Untersuchungsausschusses zitiert hat. Öffentlich verfügbar scheinen ja nur der Abschlussbericht und der Minderheitenbericht zu sein  (letzterer spiegelt im Wesentlichen nur die Wiederaufnahmeanträge). Oder hast Du einen Hinweis dazu gefunden, wo das aufzutreiben ist?
Aber eigentlich ist das inzwischen nur noch mäßig interessant, wg. neuem Prozess und so.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 01. Juli 2014, 16:35:01
Heidingsfelder mit der für ihn charakteristischen Wortwahl:

https://twitter.com/goalgetter32/status/483911986229813248
Zitat
@goalgetter32: Vor 10 Jahren wurde Gustl #Mollath in die Hände des mit Bernd Roggenhofer befreundeten Nachbarn Dr. Wörthmüller zur Begutachtung übergeben.

Er sollte doch auch erwähnen, dass am kommenden Freitag das Verfahren Leipziger vs Riebe/ NürnbergWiki stattfindet...

http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Gustl_Mollath_(Spenden_gegen_Maulkorb)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 01. Juli 2014, 18:04:05
Hier zeigt sich mal wieder der juristische Analphabetismus der Mollath-Anhänger:

"Anmerkung: Das Zivilverfahren der HVB-Mitarbeiterin lief wie eine Überrumpelungsaktion per einstweiliger Verfügung sehr schnell. Nachdem sich aber Widerstand zeigt, nimmt man sich mehr Zeit. Auch im Fall Klaus Leipziger hat man es plötzlich nicht mehr eilig. Das Strafverfahren von Gustl Mollath zeigt, daß er mit einem Verhandlungstag weggesperrt wurde, daß das Wiederaufnahmeverfahren aber nun schon eineinhalb Jahre dauert."

Ach, das ist ja richtig überraschend: Eilverfahren laufen schneller ab als gewöhnliche Zivilverfahren.

@ Pelacani: Ich denke, Frau Lakotta war schlicht Augen-und Ohrenzeugin im Ausschuss. Ein öffentliches Wortprotokoll ist mir nicht bekannt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 01. Juli 2014, 21:06:23
An der WA interessiert mich persönlich am meisten, was die damaligen Verhandlungsbeteiligten zum
Kontext des Prozesses in 2006 sagen werden - falls sie denn gehört werden:

Der Pflichtverteidiger Dolmany, der Erstgutachter Lippert, zu dem Mollath trotz verabredeter Termine nie kam und welcher (so erinnere ich mich) bei der eskalierenden Verhandlung anwesend war, deren Verlauf zur Anordnung einer stationären Begutachtung führte.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 01. Juli 2014, 21:27:55
Ich finde das auch spannend. Sie tun mir allerdings schon jetzt leid. Ein aufgebrachter Lynchmob wird sie als Teil des größten Schwarzgeldskandals aller Zeiten hinstellen. Im harmlosesten Fall.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 01. Juli 2014, 21:47:13
Ein aufgebrachter Lynchmob wird sie als Teil des größten Schwarzgeldskandals aller Zeiten hinstellen. Im harmlosesten Fall.
Ich glaub, der Lynchmob fällt aus - es sei denn, Beate Klarsfeld mit dem großen Rollenkoffer voller verräterischer Faxe taucht überraschend auf!  ;D

Die Schwarzgeldverschwörung hat inzwischen einer Psychiatrieverschwörung Platz gemacht...

Und dass Herr Riebe vom NürnbergWiki sich für seine verzerrenden Darstellungen in demselben vor Gericht verantworten muss, sollte die missionarischen Verschwörungsgläubigen zur Vorsicht mahnen.
Sogar Gabriele Wolff/ "Krimi-Gabi" schlägt in ihrem Blog überraschend gemäßigte Töne gegenüber Frau Lakotta an.

Es war weise, den WA-Termin zeitlich so weit entfernt vom August 2013 anzusetzen :)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 02. Juli 2014, 12:52:03
Interessanter als vieles andere, ist doch zu beobachten, wie heterogen die Community (also im weitesten Sinne) um die sog. Skeptiker-Bewegung ist.  Einige die sich "skeptisch" oder "kritisch" nennen, sind es letztendlich aus den selben Gründen, wie Esoteriker Esoteriker sind. Gerade weil der Mollath- Fall so komplex ist, fällt das besonders auf.
Bsp.: Ich kann mich gegen Homöopathie aussprechen, weil es meinem Hund nicht geholfen hat, ist der gleiche Blödsinn, wie "ich halte Homöopathie für wirksam, weil es meinem Hund geholfen hat".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 02. Juli 2014, 14:40:50
Interessanter als vieles andere, ist doch zu beobachten, wie heterogen die Community (also im weitesten Sinne) um die sog. Skeptiker-Bewegung ist.  Einige die sich "skeptisch" oder "kritisch" nennen, sind es letztendlich aus den selben Gründen, wie Esoteriker Esoteriker sind. Gerade weil der Mollath- Fall so komplex ist, fällt das besonders auf.
Bsp.: Ich kann mich gegen Homöopathie aussprechen, weil es meinem Hund nicht geholfen hat, ist der gleiche Blödsinn, wie "ich halte Homöopathie für wirksam, weil es meinem Hund geholfen hat".

Das ist absoluter Quatsch! Ich spreche mich gegen die Homöopathie aus, weil es keinen evidenzbasierten Beleg für die Wirksamkeit (über den Placebo-Effekt hinaus) gibt. Nennt sich übrigens Wissenschaft....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 02. Juli 2014, 14:56:57
Interessanter als vieles andere, ist doch zu beobachten, wie heterogen die Community (also im weitesten Sinne) um die sog. Skeptiker-Bewegung ist.  Einige die sich "skeptisch" oder "kritisch" nennen, sind es letztendlich aus den selben Gründen, wie Esoteriker Esoteriker sind. Gerade weil der Mollath- Fall so komplex ist, fällt das besonders auf.
Bsp.: Ich kann mich gegen Homöopathie aussprechen, weil es meinem Hund nicht geholfen hat, ist der gleiche Blödsinn, wie "ich halte Homöopathie für wirksam, weil es meinem Hund geholfen hat".

Das ist absoluter Quatsch! Ich spreche mich gegen die Homöopathie aus, weil es keinen evidenzbasierten Beleg für die Wirksamkeit (über den Placebo-Effekt hinaus) gibt. Nennt sich übrigens Wissenschaft....


....sagt er/sie ja, er/sie zitiert nur einen Esoteriker/ Mollathisten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 02. Juli 2014, 14:58:34
Interessanter als vieles andere, ist doch zu beobachten, wie heterogen die Community (also im weitesten Sinne) um die sog. Skeptiker-Bewegung ist.  Einige die sich "skeptisch" oder "kritisch" nennen, sind es letztendlich aus den selben Gründen, wie Esoteriker Esoteriker sind. Gerade weil der Mollath- Fall so komplex ist, fällt das besonders auf.
Bsp.: Ich kann mich gegen Homöopathie aussprechen, weil es meinem Hund nicht geholfen hat, ist der gleiche Blödsinn, wie "ich halte Homöopathie für wirksam, weil es meinem Hund geholfen hat".

Das ist absoluter Quatsch! Ich spreche mich gegen die Homöopathie aus, weil es keinen evidenzbasierten Beleg für die Wirksamkeit (über den Placebo-Effekt hinaus) gibt. Nennt sich übrigens Wissenschaft....

Ich denke, das ist nur ein Missverständnis. "Hat meinem Hund geholfen" und "hat nicht geholfen" ist doch genau keine wissenschaftliche Evidenz, und das gerade war von P. G. gemeint. Ich kenne noch ein paar andere Posts von P. G., deswegen bin ich sicher. Scotty beam me up.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 02. Juli 2014, 15:04:11
Na, wenn das so ist...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Groucho am 02. Juli 2014, 15:18:12
Na, wenn das so ist...

Spock, das Wesen der Skepsis ist der Zweifel, nicht die Art der Überzeugung. Nichts anderes wollte P.G. sagen, glaube ich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 02. Juli 2014, 16:17:16
Na, wenn das so ist...

Spock, das Wesen der Skepsis ist der Zweifel, nicht die Art der Überzeugung. Nichts anderes wollte P.G. sagen, glaube ich.

In etwa das wollte ich ausdrücken.

Man kann irrationalem Denken bzw. dessen Ergebnissen mit der gleichen Bias gegenübertreten, wie gegenüber Banken, Justiz und Psychiatrie. Die Grundlage dieser allgemeinen Bias sind die gleichen "Denkfehler" (wie z.B. confirmation bias). Trotzdem fühlt man sich unter "Skeptikern" wohl, hat man doch einen gemeinsamen Feind.
Geht es aber um die Einschätzung eines vollkommen neuen Sachverhaltes gibt es Spannungen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 02. Juli 2014, 21:07:47
Der Wahnsinn der SZ geht weiter. Diesmal mit einer "Wahnsinnsgeschichte":

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41980/Eine-Wahnsinnsgeschichte

Natürlich von den Koryphäen Przybilla und Ritzer, die sich an Mollath inzwischen dumm und dämlich verdient haben dürften.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. Juli 2014, 21:16:20
@Plinius:
Ja, da muss schnell noch ein bisschen Kasse gemacht werden, denn demnächst stellt sich die Ernüchterung ein - dann liest sich das nicht mehr. :)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 02. Juli 2014, 21:39:24
@Plinius:
Ja, da muss schnell noch ein bisschen Kasse gemacht werden, denn demnächst stellt sich die Ernüchterung ein - dann liest sich das nicht mehr. :)


man mag sich diese knallharte, investigative Reporter (magische) Duo, gar nicht auf dem Obersalzberg vorstellen......furchtbare Kindheit, Kriegserlebnisse, trotzdem einnehmend, intelligent, Interesse für Luftfahrt......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. Juli 2014, 22:09:51
@Belbo @Plinius:

Isch alles zahm gegen das hier:

http://www.scoop.it/t/mollath/p/4023964028/2014/07/02/mollath-und-die-justiz-ringen-um-ihren-ruf-politisch-ist-der-fall-langst-gegessen
Zitat
...Der Aufwand der Regensburger Justiz ist immens: 17 Verhandlungstage, mehr als 40 Zeugen. Kein Wunder, denn im Zeugenstand werden natürlich auch Kollegen sitzen. Der pensionierte Richter Otto Brixner beispielsweise und auch Staatsanwälte aus den früheren Verfahren. Aber auch Koryphäen der Psychiatrie werden dort sitzen. Experten also, die hunderte von Menschen in die Psychiatrie eingewiesen haben und die nur rausgelassen werden können, wenn sie es anordnen. All das wird Mollath und sein Anwalt Gerhard Strate genüsslich hinnehmen.

Denn sollte Mollath 2001 tatsächlich seine Frau bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen haben und später mehrfach Autoreifen zerstochen haben, ja wäre er damals wirklich gemeingefährlich gewesen, dann wäre dieser Aufwand sicher Wasser auf die Mühlen seiner Psychosen. Verlesen wird der versierte Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl die zwei Anklagen seiner Kollegen aus Nürnberg-Fürth jedenfalls. Meindl hat Rechtsgeschichte geschrieben, denn er war es, dessen Wiederaufnahmeantrag schließlich doch positiv beschieden und Mollath in Freiheit aus der Psychiatrie entlassen wurde. Er hatte das Attest, das einst in einer Hausarztpraxis über die Verletzungen von Mollaths Ex-Frau Petra M. ausgestellt wurde, als falsche Urkunde identifiziert. Denn nicht die unter dem Briefkopf firmierende Ärztin hatte es unterzeichnet, sondern ihr Sohn. Ein Grund, das Verfahren neu aufzurollen. Mollath und sein Anwalt erwarten sich, dass das Psychiatriesystem in Bayern an den Pranger kommt. Dass seine Ex-Frau, die als Nebenklägerin auftritt, angeblich Schwarzgelder in die Schweiz schaffte und dass die Politik das vertuschen wollte. Dabei geht es in dem Prozess einzig und allein darum, ob Mollath damals die Taten beging und wenn ja, ob er schuldfähig war oder psychisch beeinträchtigt. War er schuldfähig, muss das Urteil dennoch auf Freispruch lauten. Er darf laut Gesetz nicht schlechter gestellt werden als damals. Es geht also lediglich um den Ruf – seinen und den der bayerischen Justiz.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 02. Juli 2014, 23:16:21
Gerade wieder ein völlig faktenfreier "Bericht" über Mollath in "Kontrovers" auf BR. Sobald der Beitrag online ist, stelle ich ihn ein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. Juli 2014, 01:47:45
Dieser hier?

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/kontrovers/mollath-wiederaufnahmeverfahren-prozess-102.html

Hab noch nicht geschaut...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 03. Juli 2014, 02:32:04
Genau.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 03. Juli 2014, 11:45:06
Dieser hier?

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/kontrovers/mollath-wiederaufnahmeverfahren-prozess-102.html

Hab noch nicht geschaut...

Faktenfrei find ich das nicht.
Interessant, was Nedopil in seinem Interview sagt, ab Minute 03:10 bis 03:30:
"Ich rechne damit, daß ungefähr 50 Prozent meiner Gutachten falsch sind, aber nur eins in Tausend Fällen zu Lasten der Allgemeinheit."
"Wir können das nicht besser. Das muß man einfach sagen...."
"...ich kann sagen, ich hab Zweifel, aber die Zweifel rechtfertigen eine Entlassung nicht..."
"...und diese Zweifelsfälle sind diese 50 Prozent..."

50 Prozent, das ist eine Hausmarke.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 03. Juli 2014, 12:02:15
Dieser hier?

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/kontrovers/mollath-wiederaufnahmeverfahren-prozess-102.html

Hab noch nicht geschaut...

Fragen zum Inhalt des Prozesses, an Herrn Mollath, also die angeklagten Würger- und Stechereien hab ich überhört?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. Juli 2014, 12:08:36
@ErpelderNacht:
Was sagt uns das aber?
Dass Herr Nedopil (gemeinsam mit den meisten seiner Kollegen) eine ziemlich realistische Selbstwahrnehmung hat und sich in Bescheidenheit hinsichtlich der Prognosen übt

Das System des 63er ist eben derzeit so "gestrickt" - man müsste einen anderen gesellschaftlichen Konsens über den Umgang mit straffällig gewordenen psychisch Kranken finden.

Mit Herrn Mollath hat das Ganze nur insofern etwas zu tun, dass er durch sein Verhalten des Totalrückzugs die Grenzen therapeutischer Bemühungen vorgeführt hat - ob bewusst/willentlich oder krankheitsbedingt, sei mal dahingestellt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 03. Juli 2014, 12:09:34
Dieser hier?

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/kontrovers/mollath-wiederaufnahmeverfahren-prozess-102.html

Hab noch nicht geschaut...

Fragen zum Inhalt des Prozesses, an Herrn Mollath, also die angeklagten Würger- und Stechereien hab ich überhört?

Eben. Das meine ich mit faktenfrei. Wieder einmal wurden Mollath überhaupt keine kritischen Fragen gestellt und es wurde wieder einmal die von Strate verbreitete Version vorgetragen, wonach ein unbequemer Kauz, der völlig gesund ist, ohne jedes Verschulden in die Mühlen der Justiz geriet. Das ist doch kein Journalismus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 03. Juli 2014, 12:20:15
Spannend ja die Konfrontation der verschiedenen journalistischen Lager und Standards.

http://netzwerkrecherche.org/wordpress/weitblick13werkstatt/2014/04/30/der-beklagenswerte-herr-mollath/
Spiegel, Nordbayrischer Kurier:
http://netzwerkrecherche.org/wordpress/weitblick13werkstatt/2014/04/30/stellungnahme-beate-lakotta-und-otto-lapp/
Süddeutsche:
http://netzwerkrecherche.org/wordpress/weitblick13werkstatt/2014/04/30/stellungnahme-olaf-przybilla-und-uwe-ritzer/
Report:
http://netzwerkrecherche.org/wordpress/weitblick13werkstatt/2014/04/30/stellungnahme-monika-anthes-und-eric-beres/
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 03. Juli 2014, 12:27:44
Hier auch nochmal Beate Lakotta über einseitige Berichterstattung:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/lakotta103.html

EDIT: Habe einen neuen Link eingefügt, da der alte falsch war.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 03. Juli 2014, 13:30:07
Es scheint da wirklich eine gefestigte Fraktionsbildung zu geben. In der SZ eine bewundernde Überhöhung, nicht die kleinste Nachfrage an den Herrn M.
Zitat
Im Zuge des Rechtsstreits und seiner Entmündigung habe er auch zuschauen müssen, wie er seinen gesamten Besitz verlor. Ein Haus in Nürnberg, das ihm seine Eltern vererbt hatten, 200 Quadratmeter groß, wurde zwangsversteigert und fiel dabei an seine Ex-Frau. Jene Frau also [...]
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41980/1/1
Nach allem, was sonst an plausiblen Informationen zum Komplex der Vermögensverhältnisse öffentlich zugänglich ist, ist das völlig falsch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ritzer und Przybilla das nicht wissen. Sie halten das nicht für erwähnenswert: es könnte das makellose Bild trüben. Das einzige Zugeständnis an die Realität ist der Konjunktiv - so kann ihnen niemand an den Karren fahren. Profis eben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 03. Juli 2014, 14:39:57
@ErpelderNacht:
Was sagt uns das aber?
Dass Herr Nedopil (gemeinsam mit den meisten seiner Kollegen) eine ziemlich realistische Selbstwahrnehmung hat und sich in Bescheidenheit hinsichtlich der Prognosen übt


Nein. Das zeigt uns wie manipulativ der Bericht ist. Nedopil redet hier von Spezifität (hier 0,5 bzw. 50%) und Sensitivität. Das hat überhaupt nichts mit einem Münzwurf zu tun.
Und dann zeigt es mir wie wenig du von Statistik verstehst. So ehrlich muss man sein.


P.S.:Ich muss mich kurz korrigieren. Es hat schon etwas mit Münzwurf zu tun. Aber nur in der Gruppe der tatsächlich positiven Prognosen, die aber unbekannt sind.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 03. Juli 2014, 14:49:29
@ErpelderNacht:
Was sagt uns das aber?
Dass Herr Nedopil (gemeinsam mit den meisten seiner Kollegen) eine ziemlich realistische Selbstwahrnehmung hat und sich in Bescheidenheit hinsichtlich der Prognosen übt


Nein. Das zeigt uns wie manipulativ der Bericht ist. Nedopil redet hier von Spezifität (hier 0,5 bzw. 50%) und Sensitivität. Das hat überhaupt nichts mit einem Münzwurf zu tun.
Und dann zeigt es mir wie wenig du von Statistik verstehst. So ehrlich muss man sein.

...yepp ein hübsches Beispiel für investigativen Journalismus via Schnittechnik. Ein bauernschlaues Bürschchen dieser Mollath, soll da wohl suggeriert werden.

http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/norbert-nedopil-gespraech-100.html

....ein sehr interessantes Interview mit Nedopil

Und hier noch eins wo seine Aussagen nicht aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
Vorsicht Lakotta inside!

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-108794776.html
Zitat
Wie viele der mehr als 7000 Menschen im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter sind in Wahrheit gesund?

Nedopil: Weniger als zehn Prozent. Die sind aus unterschiedlichen Gründen drin.



Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. Juli 2014, 15:00:34
Sorry, P.G. Ich habe in guter Erinnerung, wie Dr. Hesse, der Leiter der Forensik Moringen, während der Podiumsdiskussion mit H.E.Müller genau das herausgestellt hat:

dass es (bei bestem Wissen und Gewissen) eben nicht möglich ist, eine hieb-und stichfeste Risikoprognose zu erstellen.
Mich hat beeindruckt, mit welcher Offenheit er das im gut gefüllten Hörsaal sagte. "Ich kann auch für mich selbst nicht garantieren, was ich in 5 Jahren tun werde. Können Sie für sich garantieren? - Laut Statistik haben wir hier im Raum so und so viele xyz...[in etwa: Ladendiebe, Drogenabhängige, Psychotiker usw]"

Ich will mich mit dir nicht streiten.
Mir geht es eigentlich darum:

die Gesellschaft bürdet letztlich mit der Erwartung an eine sichere Gefährlichkeitsprognose den Sachverständigen eine Verantwortung auf, die diese in dieser Absolutheit nicht tragen können.

Das sieht man v.a. dann, wenn mal wieder auf Freigang oder nach Entlassung etwas passiert. Diese Fälle sind selten, aber sie schlagen große Wellen in der Presse.
Da stimmt es mit den Erwartungen oder mit den gesetzten Signalen nicht.

Das hat aber nur am Rande mit dem Fall Mollath zu tun.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 03. Juli 2014, 15:15:16
Sorry, P.G. Ich habe in guter Erinnerung, wie Dr. Hesse, der Leiter der Forensik Moringen, während der Podiumsdiskussion mit H.E.Müller genau das herausgestellt hat:

dass es (bei bestem Wissen und Gewissen) eben nicht möglich ist, eine hieb-und stichfeste Risikoprognose zu erstellen.
Mich hat beeindruckt, mit welcher Offenheit er das im gut gefüllten Hörsaal sagte. "Ich kann auch für mich selbst nicht garantieren, was ich in 5 Jahren tun werde. Können Sie für sich garantieren? - Laut Statistik haben wir hier im Raum so und so viele xyz...[in etwa: Ladendiebe, Drogenabhängige, Psychotiker usw]"

Ich will mich mit dir nicht streiten.
Mir geht es eigentlich darum:

die Gesellschaft bürdet letztlich mit der Erwartung an eine sichere Gefährlichkeitsprognose den Sachverständigen eine Verantwortung auf, die diese in dieser Absolutheit nicht tragen können.

Das sieht man v.a. dann, wenn mal wieder auf Freigang oder nach Entlassung etwas passiert. Diese Fälle sind selten, aber sie schlagen große Wellen in der Presse.
Da stimmt es mit den Erwartungen oder mit den gesetzten Signalen nicht.

Das hat aber nur am Rande mit dem Fall Mollath zu tun.
Du hast nicht verstanden, was ich geschrieben habe.
Was du hier schreibst ist richtig und widerspricht meinem Beitrag überhaupt nicht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 03. Juli 2014, 15:24:52
Hier auch nochmal Beate Lakotta über einseitige Berichterstattung:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/lakotta103.html
 

Sie sagt, als sie begonnen hat, in dem Fall zu recherchieren, war das Narrativ in der Öffentlichkeit schon fixiert. Deshalb erschienen ihre Beiträge als einseitig parteinehmend.

Aus meiner Sicht am interessantesten ca 14:45 – 19:00, sie spricht über den Untersuchungsausschuss. Die Zeugenaussagen haben die Legende Stück für Stück demontiert. Der Revisor der HVB ist über den HVB-Bericht befragt worden. Es waren keine Verschiebungen nicht versteuerter Gelder nachweisbar, nur nicht versteuerte Kapitalerträge in sehr niedriger Höhe, die eher zu einer Rückerstattung geführt hätten. Der berühmte Satz „alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt“ ist eigentlich falsch; es gab auch Behauptungen, die falsch waren.
In der Presseberichterstattung wurden ausschließlich die polemischen Fragen / Äußerungen der Opposition wiedergegeben. Es wurde nicht berichtet, was die Zeugen eigentlich gesagt haben, es war völlig egal, was die gesagt haben.

[das ist jetzt meine freie Wiedergabe; es sind keine Zitate, außer das "völlig egal"]
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. Juli 2014, 15:26:36
@P.G. Wir reden aneinander vorbei, oder?

Meine Antwort an ErpelderNacht bezog sich nicht auf den statistischen Aspekt, sondern genau auf diesen grundsätzlichen.

Vielleicht war "Was sagt uns das?" ein irreführender Auftakt.
Und damit Schluss von meiner Seite.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 03. Juli 2014, 17:25:47
Hier auch nochmal Beate Lakotta über einseitige Berichterstattung:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/lakotta103.html
 

Sie sagt, als sie begonnen hat, in dem Fall zu recherchieren, war das Narrativ in der Öffentlichkeit schon fixiert. Deshalb erschienen ihre Beiträge als einseitig parteinehmend.

Aus meiner Sicht am interessantesten ca 14:45 – 19:00, sie spricht über den Untersuchungsausschuss. Die Zeugenaussagen haben die Legende Stück für Stück demontiert. Der Revisor der HVB ist über den HVB-Bericht befragt worden. Es waren keine Verschiebungen nicht versteuerter Gelder nachweisbar, nur nicht versteuerte Kapitalerträge in sehr niedriger Höhe, die eher zu einer Rückerstattung geführt hätten. Der berühmte Satz „alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt“ ist eigentlich falsch; es gab auch Behauptungen, die falsch waren.
In der Presseberichterstattung wurden ausschließlich die polemischen Fragen / Äußerungen der Opposition wiedergegeben. Es wurde nicht berichtet, was die Zeugen eigentlich gesagt haben, es war völlig egal, was die gesagt haben.

[das ist jetzt meine freie Wiedergabe; es sind keine Zitate, außer das "völlig egal"]

Ein sehr schönes Interview mit Herrn Mollath, gnade Gott den kritischen Journalisten.
Jörg van Hooven von München TV traut sich mal richtig nachzufragen.

http://www.muenchen.tv/mediathek/video/gustl-mollath-man-wird-in-die-hoelle-geschickt/#.U7VYnrH058E
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 03. Juli 2014, 19:02:54
@P.G. Wir reden aneinander vorbei, oder?

Meine Antwort an ErpelderNacht bezog sich nicht auf den statistischen Aspekt, sondern genau auf diesen grundsätzlichen.

Vielleicht war "Was sagt uns das?" ein irreführender Auftakt.
Und damit Schluss von meiner Seite.

Du hattest nur das Pech, dass du damit indirekt den Blödsinn mit den 50% bestätigt hast. Mehr wars nicht.
Hier nochmal zur Veranschaulichung, was ich versuchte deutlich zu machen. Mit n=110 und einer Spezifität 50% und  Sensitivität von 95%.

                                                     Tatsächlich
                                             ProgNeg        ProgPos       
Nedopils Prognose negativ         95                5                100
Nedopils Prognose positiv           5                 5                10
                                               100              10              110

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 03. Juli 2014, 21:38:59
@ Belbo:

Danke, das Video ist der Hammer. Es ist typisch für Wahnkranke, dass es ein Körnchen Wahrheit ist, das dann zum Zirkulationspunkt des Wahns wird. Aus dem Konto in der Schweiz, das es tatsächlich gab und das nach allem, was wir wissen, völlig legal war, wurde der größte Schwarzgeldskandal aller Zeiten. Als Frau Mollath dies zurückwies, wurde sie offensichtlich schwer misshandelt. Auch jetzt, 7,5 Jahre nach der Einweisung wird Mollath immer ungehaltener, wenn er darüber spricht, bis er maßlose Übertreibungen benutzt und diese ständig wiederholt, dabei alles andere um sich herum vergisst.

Lakotta meint, dass er früher hätte freikommen müssen. Ich bin mir gar nichtmal sicher, ob er nicht heute noch besser untergebracht wäre. Klar ist, dass er wohl harmlos ist, solange es nicht um bestimmte Trigger-Wörter wie "Bank", "Geld" oder "Schweiz" geht. Aber was passiert, wenn es doch dazu kommt, dass er zufällig mit all diesen Begriffen massiert konfrontiert wird (zB im TV)?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 04. Juli 2014, 09:54:13
Klar ist, dass er wohl harmlos ist, solange es nicht um bestimmte Trigger-Wörter wie "Bank", "Geld" oder "Schweiz" geht. Aber was passiert, wenn es doch dazu kommt, dass er zufällig mit all diesen Begriffen massiert konfrontiert wird (zB im TV)?
Das finde ich ein wenig zu spekulativ. Man kann auch anders spekulieren: Im Untersuchungsausschuss ist er ja offenbar auch ausführlich zu diesem Komplex befragt worden, und da war er wohl diffus, aber hatte keinen aggressiven Durchbruch - da wäre wohl ein Reflex bis in die Presse gelangt. Bisschen Krakeehl reicht nicht für Unterbringung, meine ich; das muss die Gesellschaft halt ertragen. Nach meinem Eindruck könnte es sein, dass er nicht mehr so floride ist wie 2002/2003. Auf Simmerl hat er ja auch einen geordneten Eindruck hinterlassen. 

Allgemeiner denke ich, dass die Diskussion von Fakten sinnvoller ist, soweit sie verschieden interpretiert werden, als die Diskussion freischwebener Hypothesen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 04. Juli 2014, 10:57:43
Ja, war nicht furchtbar ernst gemeint. Das BVerfG stellt an die Gefährlichkeitsprognose für eine Unterbringung inzwischen ohnehin dergestalt hohe Hürden, dass es keinen Raum für eine Unterbringung Mollaths gäbe.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 04. Juli 2014, 11:21:19
Ja, war nicht furchtbar ernst gemeint. Das BVerfG stellt an die Gefährlichkeitsprognose für eine Unterbringung inzwischen ohnehin dergestalt hohe Hürden, dass es keinen Raum für eine Unterbringung Mollaths gäbe.

Passiert mir auch manchmal, Problem ist dann nur dass man das sofort um die Ohren gehauen bekommt. "Da schaut "Ihr" spekuliert ja auch wild rum."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 04. Juli 2014, 19:40:25
Die Vorbereitungen zum Prozess laufen auf Hochtouren:

http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath (http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath)

Auszug:
Zitat
Der Pressesprecher informierte heute auch darüber, dass die Hauptbelastungszeugin wieder ausgeladen wurde, nachdem sie mitgeteilt hatte, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen werde. Ob der Körperverletzungsvorwurf gegen Gustl Mollath dann überhaupt noch bewiesen werden kann, erscheint fraglich.

Damit ist wohl seine Ex-Frau gemeint.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 04. Juli 2014, 20:00:45
http://www.deutschlandfunk.de/der-fall-mollath-niemand-hat-versucht-umzudenken.862.de.html?dram:article_id=290886

Zitat
Das Gericht glaubte ihr damals und stellte aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens eine "wahnhafte psychische Störung" fest. Schon das Gutachten war unangebracht, sagt sein Verteidiger: "Also man hätte nie hier einen Sachverständigen bestellen dürfen, weil keine Anhaltspunkte, jedenfalls keine für eine Unterbringung brauchbaren Anhaltspunkte bei Herrn Mollath vorlagen."
Eine schöne Manifestation von Strates Kernkompetenz, psychische Störungen zu erkennen bzw. auszuschließen, sollte man meinen. Er hat ja bereits explizit bestätigt, dass er vor dem Fall Mollath noch nie mit Psychiatrie zu tun hatte. Aber genau gelesen heißt das, dass er eine psychische Erkrankung nicht mehr kategorisch in Abrede stellt, sondern nur noch deren Gefährlichkeit.

Zitat
"Es wird jährlich überprüft durch eine Strafvollstreckungskammer unter Heranziehung weiterer Sachverständiger. Aber auch hier ist letztlich das Ergebnis immer klar gewesen. Aus den Akten jetzt von Herrn Mollath gibt es keinerlei Hinweis darauf, dass auch nur irgendeiner mal versucht hat, umzudenken und möglicherweise hinterfragt hat, ist das möglicherweise eine Person, die gar nicht hierher gehört?"
Es scheint sich hier um ein wörtliches Strate-Zitat zu handeln. Sicher hat er diesen Beitrag im ÖR autorisiert. Mir fällt auf, dass im ganzen Text mit keiner Silbe von „Rechtsbeugung“ die Rede ist. S. scheint sich auf ein realistischeres Minimalprogramm einzustimmen. Sozusagen Rechtsbeugung light.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 04. Juli 2014, 20:44:42
http://blog.psiram.com/2014/06/causa-mollath-die-wiederaufnahme/#comment-29585

Schaut mal hier, eine Stellungnahme einer Bankerin zum Revisionsbericht, das Highlight der ganzen bisherigen Blog-Diskussion.

Ich frage mich: warum lese ich das erst jetzt? Warum gab es eine solche Stellungnahme bisher nicht (mir fallen Gründe ein)? Überblickt jemand das Schrifttum und kann mir sagen, wo ich auch nur entfernt etwas Ähnliches zu sehen bekomme?

Mackenthun mag seine Verdienste haben, aber er ist eben kein Fachmann. Tyko, möchtest Du nicht einen Kommentar abgeben?  8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 11:25:14
Ist es klug von Frau M. sich dem Prozess zu entziehen? Herr Mollath und Herr Strate hatten doch gigantische Schadensersatzansprüche angekündigt, die sie auf zivilrechtlichem Weg, durchsetzen wollten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 11:26:50
....dp
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 11:38:09
Die Vorbereitungen zum Prozess laufen auf Hochtouren:

http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath (http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath)

Auszug:
Zitat
Der Pressesprecher informierte heute auch darüber, dass die Hauptbelastungszeugin wieder ausgeladen wurde, nachdem sie mitgeteilt hatte, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen werde. Ob der Körperverletzungsvorwurf gegen Gustl Mollath dann überhaupt noch bewiesen werden kann, erscheint fraglich.

Damit ist wohl seine Ex-Frau gemeint.


Früher hatte es gereicht, einem unliebsamen Belastungszeugen, einen Toten Fisch in den Briefkasten zu stecken um ihn von einer belastenden Aussage abzuhalten, die Entfesselung eines medialen Lynchmobbes der seine Kloaken über dem Zeugen auskippt bis er entnervt aufgibt scheint ähnlich erfolgreich zu sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 05. Juli 2014, 11:47:30
ich dachte, der tote fisch IST das psychiatrieOPFA *duck*
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 05. Juli 2014, 12:17:28
Die Vorbereitungen zum Prozess laufen auf Hochtouren:

http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath (http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath)

Auszug:
Zitat
Der Pressesprecher informierte heute auch darüber, dass die Hauptbelastungszeugin wieder ausgeladen wurde, nachdem sie mitgeteilt hatte, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen werde. Ob der Körperverletzungsvorwurf gegen Gustl Mollath dann überhaupt noch bewiesen werden kann, erscheint fraglich.

Damit ist wohl seine Ex-Frau gemeint.


Früher hatte es gereicht, einem unliebsamen Belastungszeugen, einen Toten Fisch in den Briefkasten zu stecken um ihn von einer belastenden Aussage abzuhalten, die Entfesselung eines medialen Lynchmobbes der seine Kloaken über dem Zeugen auskippt bis er entnervt aufgibt scheint ähnlich erfolgreich zu sein.

Das klingt wie eine Verschwörungstheorie.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 05. Juli 2014, 13:10:10
Ist es klug von Frau M. sich dem Prozess zu entziehen? Herr Mollath und Herr Strate hatten doch gigantische Schadensersatzansprüche angekündigt, die sie auf zivilrechtlichem Weg, durchsetzen wollten.

Man muss differenzieren: Für das Strafverfahren ist es nicht klug. Zwar können auch bereits abgegebene Aussagen vor Polizei und Gericht in die Hauptverhandlung eingebracht werden, ohne dass der Zeuge anwesend ist. Allerdings sinkt nach Rechtsprechung des BGH in diesem Fall der Beweiswert.

In einem Zivilprozess hingegen müsste Mollath den Vollbeweis dafür führen, dass seine Ex-Frau ihn willentlich und wissentlich zu Unrecht beschuldigt hat (inzwischen aus dem Kachelmann-Fall bekannt). Ich könnte mir zwar gut vorstellen, dass eine solche Aussichtslosigkeit Strate nicht tangieren würde und er, wenn schon denn schon, weitere Berge pseudojuristischen Papiermülls mit Außenseiterrechtsmeinungen produzierte. Aber das ist zum Scheitern verurteilt.

Menschlich kann ich jedenfalls gut nachvollziehen, dass sich Mollaths Ex-Frau nicht auch noch live dem Lynchmob aussetzen möchte. Außerdem ist es aus der Forschung bekannt, dass Opfer von Stalking retraumatisiert werden können, wenn sie mit dem Stalker wieder konfrontiert werden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 13:16:07
Die Vorbereitungen zum Prozess laufen auf Hochtouren:

http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath (http://blog.beck.de/2014/07/04/alles-bereit-f-r-die-neue-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath)

Auszug:
Zitat
Der Pressesprecher informierte heute auch darüber, dass die Hauptbelastungszeugin wieder ausgeladen wurde, nachdem sie mitgeteilt hatte, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen werde. Ob der Körperverletzungsvorwurf gegen Gustl Mollath dann überhaupt noch bewiesen werden kann, erscheint fraglich.

Damit ist wohl seine Ex-Frau gemeint.


Früher hatte es gereicht, einem unliebsamen Belastungszeugen, einen Toten Fisch in den Briefkasten zu stecken um ihn von einer belastenden Aussage abzuhalten, die Entfesselung eines medialen Lynchmobbes der seine Kloaken über dem Zeugen auskippt bis er entnervt aufgibt scheint ähnlich erfolgreich zu sein.

Das klingt wie eine Verschwörungstheorie.

Nur wenn man von anfänglichem Vorsatz ausgeht. Die aufmunternden Inhalte der Telefonate, Briefe und Emails mit denen Petra aus der Mollathunterstützerszene bedacht wurde und wird kennen wir ja nicht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 14:59:56
http://mollath.blogs.nordbayerischer-kurier.de/

Otto Lapp und der Nordbayerische Kurier trauen sich was!
Mollath.... die andere Geschichte, wäre das nichts für unsere blogroll?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 05. Juli 2014, 15:45:10
Danke für den Link!

Strate hat übrigens ein Buch geschrieben, das Oktober 2014 rauskommen soll:

http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Datei:Gerhard_Strate_Im_Namen_des_Volkes.jpg
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: P.G. am 05. Juli 2014, 16:00:14
http://mollath.blogs.nordbayerischer-kurier.de/

Otto Lapp und der Nordbayerische Kurier trauen sich was!
Mollath.... die andere Geschichte, wäre das nichts für unsere blogroll?

mhm.....habe ich mal überflogen...ist stellenweise schon auch tendenziös.

Z.B.:
Zitat
"Was ist, wenn Gustl Mollath krank ist? Sieben erfahrene Psychiater stellen das über sieben Jahre immer wieder fest. Hans-Joachim Kröber aus Berlin, Thomas Lippert aus Nürnberg, Klaus Leipziger aus Bayreuth, Karl Simmerl aus Mainkofen, Friedemann Pfäfflin aus Mainkofen und Gabriele Krach aus Erlangen. Und was ist, wenn Gustl Mollath gefährlich ist? Auch daran haben die Fachleute festgehalten, weswegen er nicht in Freiheit entlassen wurde."

Die sind nun nicht wirklich gleichwertig. Wird aber im Text suggeriert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. Juli 2014, 16:35:29
Es ist eine von verschiedenen Versionen des Geschehenen, sieht für mich so aus als wolle er der grossen Verschwörungslegende eine plausible Gegengeschichte gegenüberstellen. Eine Art Ockhams Messer der Causa Mollath sozusagen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 06. Juli 2014, 02:37:47
TV-Beitrag über das Gutachterwesen: Gerichtsgutachten nach Ansage?

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html (http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 06. Juli 2014, 02:59:21
Grad bei Fefe gesehen:

Schwere Vorwürfe gegen Gerichtspsychiater: Gutachter lässt sich mit Sex bezahlen
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwere-vorwuerfe-gegen-gerichtspsychiater-gutachter-laesst-sich-mit-sex-bezahlen-1.2031052 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwere-vorwuerfe-gegen-gerichtspsychiater-gutachter-laesst-sich-mit-sex-bezahlen-1.2031052)

Süchtige Staatsanwältin bezahlt Pillen vom Gutachter mit Sex
http://www.strafverteidiger-muenchen.eu/1229/strafrecht/suechtige-staatsanwaeltin-bezahlt-mit-sex/ (http://www.strafverteidiger-muenchen.eu/1229/strafrecht/suechtige-staatsanwaeltin-bezahlt-mit-sex/)

Aber dafür gibt es bestimmt auch eine plausible Erklärung...

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 06. Juli 2014, 03:29:42
@ Erpel: Was hat das mit dem Fall Mollath zu tun? Mollath wurde bekanntlich von einer Armada an Gutachtern untersucht, die alle zum selben oder jedenfalls einem ähnlichen Ergebnis kamen. Besonders auch der als liberal geltende Professor Pfäfflin, der mit Mollath einen ganzen Tag lang sprach.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 06. Juli 2014, 05:01:49
http://blog.psiram.com/2014/06/causa-mollath-die-wiederaufnahme/#comment-29585

Schaut mal hier, eine Stellungnahme einer Bankerin zum Revisionsbericht, das Highlight der ganzen bisherigen Blog-Diskussion.

Ich frage mich: warum lese ich das erst jetzt? Warum gab es eine solche Stellungnahme bisher nicht (mir fallen Gründe ein)? Überblickt jemand das Schrifttum und kann mir sagen, wo ich auch nur entfernt etwas Ähnliches zu sehen bekomme?

Mackenthun mag seine Verdienste haben, aber er ist eben kein Fachmann. Tyko, möchtest Du nicht einen Kommentar abgeben?  8)

Nach Anmeldeproblemen als Tyko, schreibe ich mal als tyko3 weiter.  :prosit

Ich habe mir den Blogbeitrag durchgelesen und halte ihn nicht für einen guten Beitrag. Und die Kommentare von blubberdiblubb habe ich auch gelesen.

blubberdiblubb behauptet zwar Bankerin zu sein, schreibt aber nicht wie eine Bankerin und liefert mir keinen Blick auf den Revisionsbericht, wie ihn eine Bankerin liefern könnte. Der erste Beitrag von blubberdiblubb

http://blog.psiram.com/2014/06/causa-mollath-die-wiederaufnahme/#comment-29548

lässt eher an einen anderen beruflichen Hintergrund denken.  ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. Juli 2014, 09:24:38
Aber dafür gibt es bestimmt auch eine plausible Erklärung...

Du meinst, der Nerlich könnte drogenabhängig sein? Das würde einiges verständlicher machen ...  :rofl

Aber nun mal im Ernst: natürlich gibt es eine plausible Erklärung. Man muss sich schon die Hose mit der Kneifzange anziehen, um nicht zu erkennen, warum diese Veröffentlichung in dieser Zeitung zu diesem Zeitpunkt erscheint. 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. Juli 2014, 09:37:48
Ich habe mir den Blogbeitrag durchgelesen und halte ihn nicht für einen guten Beitrag.
Mit der Differenziertheit Deiner Kritik könntest Du ja fast Erpel, dieser schlichten Seele, Konkurrenz machen.

blubberdiblubb behauptet zwar Bankerin zu sein, schreibt aber nicht wie eine Bankerin und liefert mir keinen Blick auf den Revisionsbericht, wie ihn eine Bankerin liefern könnte. Der erste Beitrag von blubberdiblubb

http://blog.psiram.com/2014/06/causa-mollath-die-wiederaufnahme/#comment-29548

lässt eher an einen anderen beruflichen Hintergrund denken.  ::)
Also, Tyko, selbst wenn Dir gar nix einfällt; für eine Spinnerei langt’s immer noch. Mach mal weiter: Welchen beruflichen Hintergrund liest Du denn da ab?

Vielleicht habe ich Dich bisher nur überschätzt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 13:06:28
Ein weiteres Qualitätsmedium, die TAZ, hat sich des Falles angenommen.


http://www.taz.de/NULL/!141807/

Zitat
Das letzte Mal hörte er sie 2008: Mollath ist im Bezirkskrankenhaus Straubing, sein Name wird über die Lautsprecher ausgerufen, ein Anruf für ihn. „Na, was sagst du jetzt?“, sagt sie scharf. – „Es war so unmöglich, der Triumph, die Häme in ihrer Stimme“, sagt er. Sie hatte wohl gerade erfahren, dass gegen sie nicht ermittelt wird. Er legt sofort auf.
Die Frau, mit der er 24 Jahre zusammen war, nennt er nur noch Frau M. „Für mich ist das wie Jekyll und Hyde“, sagt er. Er werde lange grübeln: „Hast du jahrelang eine rosarote Brille aufgehabt?“ Jetzt steht vor Gericht seine Version gegen ihre. Dass seine Exfrau als vermeintlich Geschädigte keine Aussage machen will, spreche ja für sich. „Was ist denn, wenn Frau M. psychisch krank ist?“, fragt Mollath.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 13:10:43
Grad bei Fefe gesehen:

Schwere Vorwürfe gegen Gerichtspsychiater: Gutachter lässt sich mit Sex bezahlen
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwere-vorwuerfe-gegen-gerichtspsychiater-gutachter-laesst-sich-mit-sex-bezahlen-1.2031052 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwere-vorwuerfe-gegen-gerichtspsychiater-gutachter-laesst-sich-mit-sex-bezahlen-1.2031052)

Süchtige Staatsanwältin bezahlt Pillen vom Gutachter mit Sex
http://www.strafverteidiger-muenchen.eu/1229/strafrecht/suechtige-staatsanwaeltin-bezahlt-mit-sex/ (http://www.strafverteidiger-muenchen.eu/1229/strafrecht/suechtige-staatsanwaeltin-bezahlt-mit-sex/)

Aber dafür gibt es bestimmt auch eine plausible Erklärung...

.....keine Ahnung was Du meinst, oder sollte etwa die frühverrentete Oberstaatsanwältin auch....... :schreck
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 06. Juli 2014, 13:24:58
Pelacani, ich antworte dir, obwohl du dich im Ton vergriffen hast. Versuch bitte, gewisse Höhen des Umganges zu erreichen, wenn ich dir antworten soll. Sonst kann es passieren, dass ich auch einmal nicht antworte  :grins2:

Die Differenziertheit meiner Kritik passt zu einem nichtigen Blogbeitrag, von dem ich nicht sage, dass es ein schlechter Beitrag ist. Positiv ist bei dem Artikel hervorzuheben, dass sich der Verfasser bei seiner gemütlichen Polemik angenehm zurückhält.

Schaut mal hier, eine Stellungnahme einer Bankerin zum Revisionsbericht, das Highlight der ganzen bisherigen Blog-Diskussion.

Für dich ein Highlight, für mich überhaupt nicht erhellend. Da du nun nicht begründest, warum, frage ich mich, warum ich mehr begründen sollte. Für mich reicht es aus, zu wissen, dass du da ein Highlight entdeckt hast.

Mackenthun mag seine Verdienste haben, aber er ist eben kein Fachmann.

Ja, das trifft es genau. Und weil er kein Fachmann ist, kann man seinen Ausführungen über den Revisionsbericht das auch anmerken. Und eine Bankerin, die sich zum Kommentieren eines Blogbeitrages anmeldet und dabei den Benutzernamen

blubberdiblubb

wählt, muss damit leben, dass sie nicht ganz so seriös rüberkommt, wie sie es sich eigentlich gewünscht hat.  ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 13:33:32
Laut focus, wird Herr Mollath, während des Verfahrens von seinem Schweigerecht Gebrauch machen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 14:16:57
TV-Beitrag über das Gutachterwesen: Gerichtsgutachten nach Ansage?

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html (http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html)


Die zitierte Studie hatten wir schon an anderer Stelle zerpflückt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. Juli 2014, 15:45:27
Pelacani, ich antworte dir, obwohl du dich im Ton vergriffen hast.
Nun mal halb lang. Auch bei Nachfrage kriegst Du es nicht fertig zu sagen, warum Du den Blog-Beitrag für "nicht gut" hältst. Statt irgendeine inhaltliche Bemerkung zu machen, ziehst Du es vor, die Qualifikation eines Posters in Zweifel zu ziehen, ohne dafür auch nur den geringsten Anhalt zu haben. Klassisches ad hominem, ganz mieser Stil. Wenn ich noch eine sachliche Replik von Dir erwartet hätte, dann hätte ich gesagt: „Denk Dir den Satz mit der Bankerin einfach weg und antworte dann“. Ich erwarte keine mehr.

Mein Ton war völlig angemessen.

PS: nur der Klarheit halber.
"Du bist eine Pfeife, deswegen sagst Du das und das!" = Ad Hominem.
aber:
"Du sagst das und das, also bist Du eine Pfeife!" = nicht besonders höflich, aber kein Ad Hominem.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. Juli 2014, 15:51:02
TV-Beitrag über das Gutachterwesen: Gerichtsgutachten nach Ansage?

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html (http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/nachgehakt-gutachten-unabhaenging-100.html)

Sag mal Erpel, findest Du Dich originell, wenn Du immer den selben widerlegten Unsinn apportierst? Ich muss Dich enttäuschen: Du bist nicht originell damit. Hast Du uns aufgegeben und kämpfst nur noch um die Troll-Ehrennadel?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 15:53:43
Zitat
blubberdiblubb

wählt, muss damit leben, dass sie nicht ganz so seriös rüberkommt, wie sie es sich eigentlich gewünscht hat.  ::)

Sei doch froh, dass Du gleich einen Grund gefunden hast Dich inhaltlich nicht damit auseinander  setzen zu müssen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. Juli 2014, 16:00:23
Frau Wolff betreibt unterdessen, weiter Legendenbildung.....

Zitat
Ein sensibles Porträt über einen widersprüchlichen Mann, der immer schon eine politische Mission hatte, zugleich aber auch eine Leidenschaft für Sportwagen und Motorsport, kombiniert mit dem Tüftlergeist und der handwerklichen Präzision des Maschinenbauers, der er ist......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. Juli 2014, 17:13:29
Und weil wir gerade bei der Süddeutschen waren, EdN:

Zitat
http://ankommen.nordbayerischer-kurier.de/2013/06/24/wie-die-mainstream-medien-im-fall-mollath-manipulieren/

Dass Gustl Mollath sich in Interviews als absolut friedfertigen Menschen darstellt, dass er behauptet Millionär gewesen zu sein und lauter Dinge erzählt, die nachweislich mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, ihn aber in bestem Licht erscheinen lassen, ist sein gutes Recht. Dass Journalisten, allen voran die Nürnberger Redaktion der Süddeutschen Zeitung, dies aber ohne Gegenrecherche wiedergibt, ist ein Missbrauch der journalistischen Macht.

Die Zielrichtung der SZ ist dabei ganz klar: Innenpolitik-Chef Heribert Prantl nutzt Mollath als Waffe gegen den von ihm als schändlich angesehenen Paragraphen 63 der Strafprozessordnung, den er gar den „Mollath-Paragraphen“ nennt. Mag sein,  dass er  Recht hat. Ich kann das nicht beurteilen. Aber ob dafür eine Lügengeschichte wie die Mollath’sche herhalten sollte, ist zweifelhaft. Prantls dafür mit einem Wächterpreis ausgezeichnete Kollegen Olaf Przybilla und Uwe Ritzer missbrauchen Mollath in einem Feldzug gegen die CSU, die Justiz und die Psychiatrie.

Das jüngst erschienene Buch der beiden Reporter („Die Affäre Mollath – Der Mann, der zu viel wusste“) ist zwar schmissig geschrieben, stellt aber von der ersten bis zur letzten Seite Schlussfolgerungen und Behauptungen als Tatsachen dar. Und die Gegenseite kommt, wenn überhaupt, nur in wenigen Zeilen zu Wort oder mit dem Hinweis, dass keine Auskunft zu bekommen sei. Diese fehlende Informationen werden zugunsten Mollaths ausgelegt, ebenso wie die Tatsache, dass sich Mollath in den sieben Jahren jeder Untersuchung des Bezirkskrankenhauses Bayreuth verweigert hat. Opfer-Logik!

Seriös geht anders.

Zwei Beispiele: […]

(Können gelesen werden, aber ich will hier kein Vollzitat, und es geht um etwas anderes):

Zitat
All diese nachweisbaren Fakten werden in der Mainstream-Berichterstattung nicht oder nur beiläufig erwähnt. Und warum? Weil die Journalisten zwar auf ihnen genehme, angebliche Augenzeugenberichte zurückgreifen, nicht aber mit den unmittelbaren Beteiligten gesprochen haben – so wie es der journalistischen Ethik entspräche.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 07. Juli 2014, 09:30:09
So richtig diskussionsinteressiert scheint man ja hier nicht zu sein,wenn meine Beiträge sofort gelöscht werden. Das ist das Tolle an twitter,da ist @stimmviech nicht so leicht zu löschen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 09:42:01
So richtig diskussionsinteressiert scheint man ja hier nicht zu sein,wenn meine Beiträge sofort gelöscht werden. Das ist das Tolle an twitter,da ist @stimmviech nicht so leicht zu löschen.

Nein, nicht gelöscht, im Gegenteil. Du hast Die Ehre eines Extra-Fadens an exponierter Position.
https://forum.psiram.com/index.php?topic=13090.0
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 11:11:14
Es fängt schon an, lustig zu werden:

http://m.tagesspiegel.de/weltspiegel/wiederaufnahmeverfahren-was-erwartet-gustl-mollath/10158928.html
Zitat
Mollath will den neuen, vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachter, den Münchner Forensik-Professor Norbert Nedopil, nicht akzeptieren. Dieser habe, so argumentiert Mollath, selbst einmal gesagt, dass viele Psychiatrie-Gutachten falsch seien. Solange Nedopil als Sachverständiger im Verhandlungssaal sitze, werde Mollath nicht aussagen. Denn durch dessen Anwesenheit fühle er sich beeinträchtigt.
Irgendeinen Grund findet Mollath doch immer ...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 11:19:07
Zitat
Solange Nedopil als Sachverständiger im Verhandlungssaal sitze, werde Mollath nicht aussagen
Als Ausgleich wird er in die hundert hingehaltenen Mikrofone sprechen. Interessant wird allenfalls, wann und in welcher Weise es der SZ peinlich zu werden beginnt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 11:26:27
Interessant wird allenfalls, wann und in welcher Weise es der SZ peinlich zu werden beginnt.
Prantl fängt schon an, unauffällig zurückzurudern:


http://www.sueddeutsche.de/bayern/neues-verfahren-im-fall-mollath-wiedergutmachung-fuer-erbarmungslose-schludrigkeit-1.2029324
Zitat
Es wäre ein Akt des Respekts

Im Übrigen: Wenn jeder, der in einer persönlichen Krise einmal außer Tritt gerät, wenn jeder, der in einem Scheidungsverfahren einmal exaltiert, dafür jahrelang in die Psychiatrie gesteckt würde - die Fußgängerzonen wären leer und die einschlägigen Anstalten voll.

Am Schluss des neuen Mollath-Prozesses muss eigentlich, ganz unabhängig davon, wie der Tenor des Urteils ansonsten aussieht, folgender Satz stehen: "Die Justiz entschuldigt sich beim Angeklagten für die Fehler, die sie gemacht, und für das Unrecht und das Leid, das sie ihm damit zugefügt hat."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 11:53:46
RA Strate als Hauptdarsteller eines Schildbürgerstreichs:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-in-regenburg-mollath-verweigert-aussage-unter-beobachtung-des-gutachters-1.1996723
Zitat
Mollath verweigert Aussage unter Beobachtung des Gutachters

Dann hat Mollaths Anwalt Gerhard Strate das Wort. "Die Verteidigung beantragt, die Bestellung von Professor Norbert Nedopil als Gutachter zurückzunehmen", sagt er. Unabhäging davon, ob Nedopil persönlich befangen sei, stelle sich die Frage nach der Tauglichkeit von Gutachten generell. Strate zitiert Aussagen Nedopils aus verschiedenen Interwiews, in denen er selbst Zweifel an der Trefferquote von Gutachten geäußert hat. Der Anwalt liest verschiedene Statements Nedopils vor - und schließt mit der Aussage: Solange Professor Nedopil als psychiatrischer Gutachter im Gerichtssaal sitzte, werde Mollath nicht aussagen. Das sei nicht möglich, wenn jedes Zucken der Augenbrauen, jede Regung im Gesicht registriert werde

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 12:03:42
Zitat
Schon während Escher die Erklärung Petra M.s verliest, wendet Mollath ein, dass er dagegen Einspruch erhoben habe. "Darf ich was sagen", unterbricht er die Richterin, "bei mir besteht kein Einverständnis."
Frau Escher ist vermutlich friedlicher als einst Richter B., aber wie das weitergehen wird  :crazy.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 12:06:59
Glaubt man der SZ, soll Escher vom Naturell her der Gegenentwurf zu Brixner sein: Ruhig, sachlich, besonnen. Ich glaube, diese Eigenschaften benötigt man auch für diesen Prozess - und viel Geduld  ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 12:17:48
Interessant wird allenfalls, wann und in welcher Weise es der SZ peinlich zu werden beginnt.
Prantl fängt schon an, unauffällig zurückzurudern:


http://www.sueddeutsche.de/bayern/neues-verfahren-im-fall-mollath-wiedergutmachung-fuer-erbarmungslose-schludrigkeit-1.2029324
Zitat
Es wäre ein Akt des Respekts

Im Übrigen: Wenn jeder, der in einer persönlichen Krise einmal außer Tritt gerät, wenn jeder, der in einem Scheidungsverfahren einmal exaltiert, dafür jahrelang in die Psychiatrie gesteckt würde - die Fußgängerzonen wären leer und die einschlägigen Anstalten voll.

Am Schluss des neuen Mollath-Prozesses muss eigentlich, ganz unabhängig davon, wie der Tenor des Urteils ansonsten aussieht, folgender Satz stehen: "Die Justiz entschuldigt sich beim Angeklagten für die Fehler, die sie gemacht, und für das Unrecht und das Leid, das sie ihm damit zugefügt hat."


Was ist denn aus "Der Mann der zuviel wusste" und aus dem "Staatsfeind Nummer eins" geworden?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 12:39:14
"Psychologische Gutachten waren nie so gut wie heute"

http://www.heute.de/wiederaufnahme-im-prozess-um-gustl-mollath-interview-mit-psychologe-und-gutacher-33906420.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 12:41:59
Heidingsfelder twittert aus dem Gerichtssaal:
Zitat
@goalgetter32: Erste Unterbrechung. Mollath will über die Psychiater reden... Besprechung mit Strate...
Zitat
@goalgetter32: 2. Unterbrechung, wenn Nedopil nicht rausfliegt, folgt ws Befangenheitsantrag. Könnte das Ende für heute sein. #Mollath
Schaunmermal, ob Strate das Theater nicht irgendwann auch auf den Geist geht...
Zitat
Richterin Elke Escher kann dem nicht statt geben: Sie betont, dass das Gericht einen Gutachter braucht. Escher betont aber, dass das alles "wertneutral" sei. Auch Mollaths Verteidiger Strate habe gesagt, Nedopil sei ein "absoluter Könner seines Faches." Sie glaubt dem Angeklagten, dass es für ihn unangenehm ist - so ein Prozess sei aber nicht nur für ihn unangenehm, und auch sie müsse sich an die Strafprozessordnung halten. Ob es überhaupt ein Gutachten braucht, sei noch garnicht entschieden. Es folgt die nächste Unterbechung.
Quelle:
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/gustl-mollath-steht-wieder-vor-gericht/1089067/gustl-mollath-steht-wieder-vor-gericht.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 12:52:30
Heidingsfelder twittert aus dem Gerichtssaal:
Zitat
@goalgetter32: Erste Unterbrechung. Mollath will über die Psychiater reden... Besprechung mit Strate...
Zitat
@goalgetter32: 2. Unterbrechung, wenn Nedopil nicht rausfliegt, folgt ws Befangenheitsantrag. Könnte das Ende für heute sein. #Mollath
Schaunmermal, ob Strate das Theater nicht irgendwann auch auf den Geist geht...


Gustls Schweigegelübde scheint nicht mehr zu bestehen.

Zumindest scheint die fränkische Dramaqueen langsam in Fahrt zu kommen.
Zitat
Dann will Mollath doch noch etwas sagen - was es für ihn bedeutet, wenn der Gutachter im Gerichtssaal sitze. Es schwebe über ihm wie ein Damoklesschwert. Mollath vergleicht das mit einem Kriegstrauma, das er aus seinen siebenhalb Jahren in der Psychiatrie mitgenommen habe. Ein Gutachten sei zudem nicht nötig, weil belegt sei, dass seine Schwarzgeldvorwürfe keine Wahnvorstellungen waren. Dann zitiert er aus dem SZ-Magazin - dort hatte Nedopil gesagt, er würde selbst nie so eine Prozedur über sich ergehen lassen. Mollath schließt seinen Vortrag mit deutlichen Worten: "Die Anwesenheit eines Gutachters ist für mich unerträglich."
http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-in-regensburg-mollath-wehrt-sich-erfolglos-gegen-gutachter-1.1996723
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 13:07:49
@Belbo: und die Richterin muss Mollath und indirekt seinen Anwalt (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg167889#msg167889) über die Strafprozessordnung aufklären...
Zitat
Die Antwort von Richterin Elke Escher kommt prompt: Die Strafprozessordnung sehe die Anwesenheit eines Sachverständigen vor. Nedopil bleibt. Sie erklärt die Entscheidung allerdings sehr ausführlich und richtet sich mit freundlichen Worten an Mollath. Der solle das in keinster Weise persönlich nehmen.

So viel Popcorn kann man gar nicht rösten wie hier noch benötigt werden wird!  ;D
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 13:13:11
@Belbo: und die Richterin muss Mollath und indirekt seinen Anwalt (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg167889#msg167889) über die Strafprozessordnung aufklären...
Zitat
Die Antwort von Richterin Elke Escher kommt prompt: Die Strafprozessordnung sehe die Anwesenheit eines Sachverständigen vor. Nedopil bleibt. Sie erklärt die Entscheidung allerdings sehr ausführlich und richtet sich mit freundlichen Worten an Mollath. Der solle das in keinster Weise persönlich nehmen.

So viel Popcorn kann man gar nicht rösten wie hier noch benötigt werden wird!  ;D

Gottseidank gibts Genmais  :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 13:15:21
http://www.heute.de/wiederaufnahme-im-prozess-um-gustl-mollath-interview-mit-psychologe-und-gutacher-33906420.html

Ein bisschen schräg ist er aber drauf:
Zitat
Denis Köhler: Was diesen Fall sehr schwierig und sicherlich besonders gemacht hat, war unter anderem der Umstand, dass Mollath mit einigen Gutachtern nicht gesprochen hat. Das ist auch sein Recht, aber ein Gutachten steht dann auf sehr wackeligen Beinen. Am Ende hat man im Grunde nur Fremdbefunde, die durchaus von sehr wechselnder Qualität sein können. Problematisch war auch, dass immer wieder verschiedene Gutachter eingeschaltet wurden und in diesem Zuge vier Gutachten angefertigt wurden, die sich teilweise auch noch sehr polemisch und negativ über die anderen Expertisen geäußert haben.

Wenn wir davon ausgehen, dass er die Gutachten Leipziger, Simmerl, Kröber und Pfäfflin meint, dann hat er Weinberger weggelassen, der in der Tat keinen ernstzunehmenden Beitrag geleistet hat, andererseits aber vom Generalbundesanwalt ernstgenommen worden ist. Köhler sagt nicht, wie er es verhindert hätte, „immer wieder verschiedene Gutachter“ einzuschalten (Kröber, Pfäfflin und Weinberger waren Wunschgutachter des Herrn M.), was doch andererseits der lauten Forderung nach „unabhängiger Überprüfung“ entspräche. „Fremdbefunde von sehr wechselnder Qualität“ ist auch so eine Nebelbombe.

Für die interessierte Öffentlichkeit ist klar, dass er mit „polemisch“ nur Kröber meinen kann, der sich ausführlich mit Simmerl befassen musste, aber für die Fachwelt kann er sich auf Weinberger herausreden.

Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass er hier nicht über sein eigenes, sondern über ein benachbartes Fachgebiet urteilt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 13:27:03
@Belbo: mich wundert,dass Strate in Kenntnis der Strafprozessordnung nicht mäßigend auf seinen Mandanten einwirkt, sondern dessen Verstiegenheit noch anheizt, indem er ihn offiziell bestärkt (s.o.)


Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 13:29:14
@Belbo: mich wundert,dass Strate in Kenntnis der Strafprozessordnung nicht mäßigend auf seinen Mandanten einwirkt, sondern dessen Verstiegenheit noch anheizt, indem er ihn offiziell bestärkt (s.o.)

Mich wundert das gar nicht. Wer Strates Schriftsätze in der Causa Mollath gelesen hat, wird feststellen, dass ihm keine exotische Rechtsauffassung zu doof ist, um sie auf vielen Seiten auszubreiten und als zwingend hinzustellen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 13:37:16
@Belbo: mich wundert,dass Strate in Kenntnis der Strafprozessordnung nicht mäßigend auf seinen Mandanten einwirkt, sondern dessen Verstiegenheit noch anheizt, indem er ihn offiziell bestärkt (s.o.)

Mich wundert das gar nicht.

Mich auch nicht. Er wird das Gericht eher auslachen, wenn es sich von seiner Taktik ins Boxhorn jagen lässt. In gewisser Weise hat er Narrenfreiheit. Er kann mit 20 Anträgen scheitern, aber vielleicht ziehen ein oder zwei, die von vornherein ebenso aussichtslos gewesen sind. Auch die gönnerhafte Pose, die er dann einnehmen wird, kann man sich ausmalen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 13:39:11
@Belbo: mich wundert,dass Strate in Kenntnis der Strafprozessordnung nicht mäßigend auf seinen Mandanten einwirkt, sondern dessen Verstiegenheit noch anheizt, indem er ihn offiziell bestärkt (s.o.)

Ist zwar reine Spekulation, aber was bleibt nach dem ersten Verhandlungstag als Bild? Ein bemitleidenswertes Psychiatrieopfer, das nicht mal mehr die Anwesenheit eines Psychiaters ertragen kann, nach den furchtbaren Dingen die ihm angetan wurden. Ein paar Tränen hätten diesen Eindruck allerdings noch verstärkt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 13:42:45
@Plinius:
Es besteht doch ein Unterschied, ob man im Vorfeld für die Sache seines Mandanten die Werbetrommel rührt oder ob man im Gerichtssaal an einer prozesstechnisch aussichtslosen Position festhält.

Das ist taktisch ungeschickt - wird womöglich Mollaths irrationalen Einschätzungen weiter Nahrung geben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 13:49:39
Das ist taktisch ungeschickt - wird womöglich Mollaths irrationalen Einschätzungen weiter Nahrung geben.
Eine andere "Chance" hat er nicht, wenn das Ganze nicht ausgehen soll wie das Hornberger Schießen (die Sachlage ist doch letztlich klar, und "gedreht" werden kann sie nur mit allerlei Verbiegungen). Sein "Risiko" ist sehr gering, denn schließlich geht es eigentlich um - nichts. Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 13:51:58
Der SPIEGEL-Artikel von Beate Lakotta ist jetzt online verfügbar - falls der Link hier noch nicht kam:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-101368199.html

Krimi-Gabi spuckt ja wieder Häme über Lapp & Lakotta. Ich tu mir den Müll nicht mehr an, das Drüberscrollen hat mir schon gereicht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 13:53:47
Das ist taktisch ungeschickt - wird womöglich Mollaths irrationalen Einschätzungen weiter Nahrung geben.
Eine andere "Chance" hat er nicht, wenn das Ganze nicht ausgehen soll wie das Hornberger Schießen (die Sachlage ist doch letztlich klar, und "gedreht" werden kann sie nur mit allerlei Verbiegungen). Sein "Risiko" ist sehr gering, denn schließlich geht es eigentlich um - nichts. Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.

Aus dem angeklagten Reifenstecher und Frauenwürger ist, schwuppdiwupp, das Psychiatrieopfer geworden, läuft doch bisher gut für Strate. Täter-opferumkehr sozusagen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 14:17:46
@Belbo:
Achwas! "Psychiatrieopfer" ist er öffentlich schon seit die "Süddeutsche" ihn dazu gemacht hat.
Bin gespannt, was jetzt passiert.
Nedopil bleibt künftig ganz regulär im Saal.
Nun kann Mollath sich weigern auszusagen.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/mollath-prozess-konflikt-um-gutachter/1089067/mollath-prozess-konflikt-um-gutachter.html
Zitat
Ob sein Mandant aussagen wird, wisse er noch nicht, sagt Strate dem Journalistentross vor den Toren des Gerichts. "Es würde vieles leichter machen, wenn er aussagt."
Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass er sämtlichen Verhandlungstagen schweigend beiwohnt - das wäre doch nur der halbe Spaß!  ;)
Zitat
@goalgetter32: Prof. Müller erklärt, dass Nedopil nicht  entfernt werden dürfe, weil sonst Revisionsgrund. :-(
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 14:25:39
Das ist taktisch ungeschickt - wird womöglich Mollaths irrationalen Einschätzungen weiter Nahrung geben.
Eine andere "Chance" hat er nicht, wenn das Ganze nicht ausgehen soll wie das Hornberger Schießen (die Sachlage ist doch letztlich klar, und "gedreht" werden kann sie nur mit allerlei Verbiegungen). Sein "Risiko" ist sehr gering, denn schließlich geht es eigentlich um - nichts. Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.

Naja, es geht um Entschädigung und Rehabilitierung. Das ist nicht nichts.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 14:28:34
Das ist taktisch ungeschickt - wird womöglich Mollaths irrationalen Einschätzungen weiter Nahrung geben.
Eine andere "Chance" hat er nicht, wenn das Ganze nicht ausgehen soll wie das Hornberger Schießen (die Sachlage ist doch letztlich klar, und "gedreht" werden kann sie nur mit allerlei Verbiegungen). Sein "Risiko" ist sehr gering, denn schließlich geht es eigentlich um - nichts. Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.

Naja, es geht um Entschädigung und Rehabilitierung. Das ist nicht nichts.

Ich nehme den Halbsatz zurück. Bitte diese Fassung ins Protokoll aufnehmen: "Sein 'Risiko' ist sehr gering. Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 14:55:20
Zitat
@Belbo:
Achwas! "Psychiatrieopfer" ist er öffentlich schon seit die "Süddeutsche" ihn dazu gemacht hat.

Schon, allerdings darf dieser "Markenkern", auch nicht beschädigt werden, nicht dass womöglich noch ein Kind schreit: "Der ist ja nackt!".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 16:25:52
Zusammenfassung des ersten Prozesstages unter Berücksichtigung der Beweisanträge der Verteidigung:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-in-regensburg-prozessauftakt-endet-mit-streit-um-mollath-gutachter-1.1996723
Zitat
In den Anträgen, die Mollaths Verteidiger Gerhard Strate zuvor vorgetragen hat, geht es um Aussagen von Bankmitarbeitern, die Mollaths Schwarzgeldvorwürfe untermauern sollen. Für die Staatsanwaltschaft könnten diese Unterlagen nur in zweierlei Hinsicht wichtig sein. Nämlich dann, wenn damit die Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin Petra M., Mollaths Exfrau, belegt werden könne. Oder aber für die Frage, ob bestimmte Verhaltensweisen Mollaths in den Jahren 2001 bis 2006 von wahnhaften Verhaltem geleitet waren.

Die Staatsanwaltschaft erwartet aus den Beweisanträgen jedoch keine Aussage darüber, ob Mollath die ihm zur Last gelegten Taten tatsächlich begangen hat. Der Nebenklageanwalt fasst sich noch kürzer. Die Anträge seien bereits jetzt zu verwerfen, über die Glaubwürdigkeit seiner Mandantin würden sie nichts aussagen. Und ob Wahnhaftigkeit vorliege, sei hier nicht der Punkt. Dann geht es zackig weiter. Richterin Elke Escher sagt, über die Beweisanträge müsse nicht "ad hoc" entschieden werden. Das Gericht vertagt sich auf Dienstag, 13.30 Uhr.
Daraus lässt sich entnehmen, dass die Taktik der Verteidigung nicht aufgehen wird, die gegen Mollath erhobenen Vorwürfe der Körperverletzung mit Spekulationen über behauptete Schwarzgeldgeschäfte seiner Ex zu vermischen und zu relativieren.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 16:31:09
Die FAZ von heute durchaus differenzierter:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-fall-gustl-mollath-spaete-suche-nach-der-wahrheit-13031139.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 16:48:05
Einschätzung des ersten Prozesstages von H.E.Müller:

http://blog.beck.de/2014/07/07/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-der-erste-tag

Mit der Tätigkeit der Sachverständigen steht er ja etwas auf Kriegsfuß - seiner Meinung nach könne es ausreichen, wenn der Gutachter nur einem Teil der Verhandlung beiwohnt...

Er kann sich wohl nicht vorstellen wie wichtig es ist, das Verhalten des Probanden in unterschiedlichen Konstellationen zu erleben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 16:54:59
Die FAZ von heute durchaus differenzierter:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-fall-gustl-mollath-spaete-suche-nach-der-wahrheit-13031139.html

Einschätzung des ersten Prozesstages von H.E.Müller:

http://blog.beck.de/2014/07/07/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-der-erste-tag

Mit der Tätigkeit der Sachverständigen steht er ja etwas auf Kriegsfuß - seiner Meinung nach könne es ausreichen, wenn der Gutachter nur einen Teil der Verhandlung miterlebt...




Vielleicht könnte ja plötzlich auch ein Ferngutachten nach Aktenlage..........
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 16:56:42
Prof. Müller spielt hier aus meiner Sicht eine äußerst unrühmliche Rolle. Quasi das juristische Pendant zu Przybilla und Ritzer.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 16:59:39
Die FAZ von heute durchaus differenzierter:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-fall-gustl-mollath-spaete-suche-nach-der-wahrheit-13031139.html

Ein verhaltener, sachlicher Text, mit einem nebensächlichen, aber charakteristischen Fehler:
Zitat
Zum Prozessauftakt scheitert sein Antrag gegen einen psychologischen Sachverständigen.
Psychiatrischer Sachverständiger.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 17:11:10
Prof. Müller spielt hier aus meiner Sicht eine äußerst unrühmliche Rolle. Quasi das juristische Pendant zu Przybilla und Ritzer.
Müller lässt in seinen Überlegungen die Position des Sachverständigen selbst unerörtert: dieser wird sich wohl kaum gefallen lassen, zeitweise des Saales verwiesen zu werden, wenn eine fundierte Einschätzung von ihm erwartet wird - eben nicht "nach Aktenlage".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 17:51:16
Prof. Müller spielt hier aus meiner Sicht eine äußerst unrühmliche Rolle. Quasi das juristische Pendant zu Przybilla und Ritzer.
Müller lässt in seinen Überlegungen die Position des Sachverständigen selbst unerörtert: dieser wird sich wohl kaum gefallen lassen, zeitweise des Saales verwiesen zu werden, wenn eine fundierte Einschätzung von ihm erwartet wird - eben nicht "nach Aktenlage".

Hmmm.. Eben war der Beck-Blog für kurze Zeit nicht erreichbar. Es kommt mir so vor, als habe Prof. Müller noch schnell einige Ergänzungen zum Sachverständigen nachgeschoben: man hätte ihn vorab fragen können, ob er es für nötig hielte, dem gesamten Prozess beizuwohnen oder so ähnlich.
Leider kann ich mit dem Smartphone nicht direkt aus dem Beck-Blog zitieren. 
Ah, jetzt klappt's:
Zitat
Da hier das Verhalten des Angeklagten in der Hauptverhandlung 2014 für die Beurteilung seiner Psyche zu den  Tatzeiten in den Jahren 2001 bis 2005 kaum relevant erscheint, geht es letztlich nur darum, dass der Sachverständige sich in der Verhandlung einen Eindruck von der heutigen Persönlichkeit des Angeklagten verschafft. Dafür indes scheint die „ständige“ Anwesenheit in der Hauptverhandlung aus Aufklärungsgesichtspunkten nicht erforderlich. Insofern hätte ein Beschluss, der dem Angeklagten jedenfalls an einem Teil der Hauptverhandlung ein psychiatrisch unbeobachtetes Agieren ermöglicht, nicht geschadet. Ebenso wenig erscheint es mir abwegig, wenn Herr Prof. Nedopil von sich aus nicht der ganzen Verhandlung folgt, sondern es bei einer Teilbeobachtung belässt, zumal die Situation in der Hauptverhandlung ohnehin nur einen (kleinen und besonderen) Ausschnitt aus den Verhaltensweisen des Probanden zulässt. Nach dem Leitsatz der einschlägigen Entscheidung (BGHSt 19, 367) hätte man Prof. Nedopil auch vorab befragen können, ob er die ständige Anwesenheit als notwendig ansieht. Der Leitsatz lautet:
"Die Pflicht zur Wahrheitserforschung kann das Gericht dazu nötigen, einen Sachverständigen, der sich über die Glaubwürdigkeit eines Zeugen äußern soll, zu der sonstigen Beweisaufnahme hinzuzuziehen, zumal wenn der Sachverständige seine Anwesenheit für erforderlich hält, um möglicherweise weitere tatsächlcihe Anhaltspunkte für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit zu gewinnen".

Auch in den Gründen  dieser Entscheidung (BGHSt 19, 367, 368) betont der BGH die Bedeutung der jeweiligen "besonderen Sachlage, die vor allem durch den Wunsch des Sachverständigen ausgelöst werden kann, bei der Erhebung bestimmter Beweise zugegen zu sein".
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Prof. Nedopil hier irgendwelche Abstriche im Vorfeld der Verhandlung gemacht hat, nachdem feststand, dass Mollath sich nicht noch einmal begutachten lassen würde...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 18:26:35
Noch jemand, der bei Krimi-Gabi in Ungnade fallen wird:

http://m.welt.de/politik/deutschland/article129892822/Nach-zwei-Minuten-kann-Mollath-nicht-mehr-an-sich-halten.html
Zitat
Mollaths Anwalt Strate findet, dass Petra M. sich drückt: "Dieses Ungemach, hier vor einer Heerschar von friedlichen Journalisten auszusagen, ist ja abzuwägen mit dem Ungemach, das Herr Mollath auszuhalten hatte. Wegen dieser früheren Aussage ist Herr Mollath siebeneinhalb Jahre in einer geschlossenen Anstalt gewesen", wirft Strate ein. Doch das Gesetz ist hier eindeutig, ebenso wie bei dem Punkt, dass ein Sachverständiger zwingend beim Prozess dabei sein muss.
Richterin Elke Escher versucht, einfühlend auf Mollaths Ängste einzugehen. "Ich kann das nachvollziehen, dass Sie es generell als unangenehm empfinden, dass ein psychiatrischer Sachverständiger wieder in einem Gerichtssaal sitzt und Sie ja viele negative Erfahrungen gemacht haben. Das glaube ich Ihnen. Aber ich bin auch hier an die Strafprozessordnung gebunden", redet sie Mollath ins Gewissen. Der spricht von einem "Kriegstrauma, ein Damoklesschwert, das über mir schwebt, wenn Herr Nedopil als Gutachter mit im Gerichtssaal ist und ich mich nicht frank und frei verteidigen kann." Doch auch das hilft nichts – das Gesetz ist eindeutig.

Frage: Wenn sich Mollath schon durch die Anwesenheit von Nedopil retraumatisiert fühlt, was wird geschehen, wenn er Lippert, Wörthmüller, Leipziger gegenübersteht?



Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 18:30:58
Eigentlich müsste Strate angesichts dessen äußerst glücklich sein, dass Mollaths Ex nicht erscheint. Durch sie wäre sein Mandat bestimmt auch retraumatisiert worden  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 18:33:43
Währenddessen schwadroniert sein Mandant ungeniert in die Mikrofone ( lt Welt-Artikel):
Zitat
Ob tatsächlich Zeugen der HypoVereinsbank gehört werden, die zu den Schwarzgeldverschiebungen etwas sagen könnten, bleibt am ersten Verhandlungstag offen. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass die Hauptverhandlung zeigen müsse, "ob diese Beweisanträge von Bedeutung sein können". Mollath aber glaubt daran, dass die Staatsanwaltschaft hier befangen ist. "Die Staatsanwaltschaft wird erst einmal abwarten, welche Anweisungen von oben kommen zu den von unserer Seite gewünschten Zeugen", stichelt er.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 19:01:43
Währenddessen schwadroniert sein Mandant ungeniert in die Mikrofone ( lt Welt-Artikel):
Zitat
Ob tatsächlich Zeugen der HypoVereinsbank gehört werden, die zu den Schwarzgeldverschiebungen etwas sagen könnten, bleibt am ersten Verhandlungstag offen. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass die Hauptverhandlung zeigen müsse, "ob diese Beweisanträge von Bedeutung sein können". Mollath aber glaubt daran, dass die Staatsanwaltschaft hier befangen ist. "Die Staatsanwaltschaft wird erst einmal abwarten, welche Anweisungen von oben kommen zu den von unserer Seite gewünschten Zeugen", stichelt er.


Ich bin mal auf Strates Exit-Strategie gespannt, erstaunlich, dass er es nicht geschafft hat Mollath zu zügeln.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 19:13:00
Ich bin mal auf Strates Exit-Strategie gespannt, erstaunlich, dass er es nicht geschafft hat Mollath zu zügeln.
Nein, das ist nicht erstaunlich. Wenn die Diagnosen der Gutachten noch immer stimmen, dann hat er es nicht im Griff, ganz einfach.
Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.
Ich wage mal eine Prognose: es wird noch Bedarf an einigen exegetischen Kapriolen in meinungsführenden süddeutschen Blättern entstehen.

edit: ich hatte den WELT-Artikel noch gar nicht gelesen, hier kommt die Bestätigung:
Zitat
Sein Rechtsanwalt nimmt die erste Abweichung von der gemeinsamen Linie regungslos zur Kenntnis.
Und das nach 2 Minuten Verhandlung. Wenn er es sich nicht selbst ausgesucht hätte, dann hätte der Herr Dr. Strate mein Mitgefühl.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 19:32:12
Er hat sich das Mandat nicht nur selbst ausgesucht, sondern sich auch bereit erklärt, vorerst pro bono zu arbeiten. Die Gegenleistung ist mit Geld nicht aufzuwiegen: Interviews über Interviews und die Glorifizierung Strates als der beste Verteidiger, den dieses Land gesehen hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. Juli 2014, 19:44:18
Uta Eisenhardt, Gerichtsreporterin des Stern über Mollath......

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2191606/Uta-Eisenhardt-zu-Gast#/beitrag/video/2191606/Uta-Eisenhardt-zu-Gast

Frau Wolff übernehmen sie.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 07. Juli 2014, 20:04:23
Lakotta:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-prozessauftakt-in-regensburg-a-979699.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 21:13:35
Wie man es dreht und wendet, Verschwörungsgläubige finden immer etwas zu unken und zu munkeln.
Hier der Richter i.R. Joachim Bode in einem Kommentar im Beck-Blog:
Zitat
Joachim Bode
Richter i.R.
07.07.2014
Mollath schweigt zu Recht!
Ich würde an Mollaths Stelle auch schweigen. Was er zu sagen hat, kann er über seinen Anwalt in den Prozeß einbringen.
Die sogenannte Aufklärungspflicht, der sich das LG Regensburg insoweit angeblich verpflichtet fühlt, wird dann zumindest nicht in die vom Gericht beabsichtigte Richtung gehen.
Es liegt auf der Hand, dass Mollath durch die Anwesenheit eines psychiatrischen Gutachters während des gesamten Verfahrens stigmatisiert werden soll.
Besonders perfide ist diese leicht durchschaubare Absicht des Gerichts schon deshalb, weil dies dem Muster folgt, das Mollaths Erfahrungen mit der Justiz bisher geprägt hat. Wer sich mit den im Zusammenhang mit Mollath auftauchenden Gutachtern und Gutachten befasst hat (die für Mollath sprechenden Ausnahmen kamen ja offensichtlich absichtlich nicht zum Zuge), wird nicht umhinkommen, Anlaß, Umständen und Qualität der Begutachtungen mit stärksten Zweifeln zu begegnen, besser: sie als herbei manipuliert und konstruiert anzusehen. Ich verweise hierzu u.a. auf die ergiebigen Untersuchungen von Sponsel, die im beckblog und anderswo nachzulesen sind. Immer wieder sind die Grundsätze des Bundesverfassungsgerichts in diesem Zusammenhang zitiert worden, um die rechtlich mehr als fragwürdigen Kriterien der entsprechenden Gutachten zu charakterisieren.
Wenn die von Professor Müller erwähnte Möglichkeit eines zeitlich begrenzten Einsatzes des Gutachters Nedopil vom Landgericht nicht genutzt wurde, spricht das eine Sprache, die das oben Ausgeführte um so mehr unterstreicht.
Aus der Anzahl der Prozesstage und der Zeugen sollte man nicht auf einen unbedingten Aufklärungswillen des Gerichts schließen.
Immerhin haben wir es mit einer Strafkammer zu tun, deren flur-benachbarte Kollegen es mit einem unsäglichen Beschluss nach monatelanger Anstrengung geschafft haben, dem Gipfelpunkt bayerischer Justizschande noch die Krone aufzusetzen.
Wenn Mollath tatsächlich schweigen würde... aber wie man schon nach den ersten 5 Minuten des Prozesses sieht, hält er genau das nicht aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: ErpelderNacht am 07. Juli 2014, 22:32:22
Und weil wir gerade bei der Süddeutschen waren, EdN:

Zitat
http://ankommen.nordbayerischer-kurier.de/2013/06/24/wie-die-mainstream-medien-im-fall-mollath-manipulieren/

Dass Gustl Mollath sich in Interviews als absolut friedfertigen Menschen darstellt, dass er behauptet Millionär gewesen zu sein und lauter Dinge erzählt, die nachweislich mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, ihn aber in bestem Licht erscheinen lassen, ist sein gutes Recht. Dass Journalisten, allen voran die Nürnberger Redaktion der Süddeutschen Zeitung, dies aber ohne Gegenrecherche wiedergibt, ist ein Missbrauch der journalistischen Macht.

Die Zielrichtung der SZ ist dabei ganz klar: Innenpolitik-Chef Heribert Prantl nutzt Mollath als Waffe gegen den von ihm als schändlich angesehenen Paragraphen 63 der Strafprozessordnung, den er gar den „Mollath-Paragraphen“ nennt. Mag sein,  dass er  Recht hat. Ich kann das nicht beurteilen. Aber ob dafür eine Lügengeschichte wie die Mollath’sche herhalten sollte, ist zweifelhaft. Prantls dafür mit einem Wächterpreis ausgezeichnete Kollegen Olaf Przybilla und Uwe Ritzer missbrauchen Mollath in einem Feldzug gegen die CSU, die Justiz und die Psychiatrie.

Das jüngst erschienene Buch der beiden Reporter („Die Affäre Mollath – Der Mann, der zu viel wusste“) ist zwar schmissig geschrieben, stellt aber von der ersten bis zur letzten Seite Schlussfolgerungen und Behauptungen als Tatsachen dar. Und die Gegenseite kommt, wenn überhaupt, nur in wenigen Zeilen zu Wort oder mit dem Hinweis, dass keine Auskunft zu bekommen sei. Diese fehlende Informationen werden zugunsten Mollaths ausgelegt, ebenso wie die Tatsache, dass sich Mollath in den sieben Jahren jeder Untersuchung des Bezirkskrankenhauses Bayreuth verweigert hat. Opfer-Logik!

Seriös geht anders.

Zwei Beispiele: […]

(Können gelesen werden, aber ich will hier kein Vollzitat, und es geht um etwas anderes):

Zitat
All diese nachweisbaren Fakten werden in der Mainstream-Berichterstattung nicht oder nur beiläufig erwähnt. Und warum? Weil die Journalisten zwar auf ihnen genehme, angebliche Augenzeugenberichte zurückgreifen, nicht aber mit den unmittelbaren Beteiligten gesprochen haben – so wie es der journalistischen Ethik entspräche.

<<<Gähn>>>

Das ist nur ein Haufen abseitiger Wertungen. Viel Gerede und nichts gesagt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 07. Juli 2014, 22:45:32
Das ist nur ein Haufen abseitiger Wertungen. Viel Gerede und nichts gesagt.

Etwas, das eine auch nur noch entfernte Ähnlichkeit mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung hat, ist schon lange nicht mehr von Dir gekommen und offenbar auch nicht mehr zu erwarten. Die Gresser-Peinlichkeit war Dir ja auch nur noch den Link wert. Aber ein Wunder ist es nicht: Dein Heimathafen bietet da genauso nichts. Troll Dich. 

:rotekarte:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. Juli 2014, 22:49:16
@Pelacani:
Erpel hat nicht begriffen, was "Argument" bedeutet. Deshalb behauptet er bei Twitter gegenüber Thomas Lippert @tlnue auch nur dreist, Beate Lakotta sei "irrelevant" - ohne Begründung.   8)
Zitat
@tlnue: @ErpelderNacht Wer definiert was relevant und irrelevant ist?
Ich bin geneigt, die Psiram-Gummizelle zu empfehlen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. Juli 2014, 00:06:37
@Pelacani:
Erpel hat nicht begriffen, was "Argument" bedeutet. Deshalb behauptet er bei Twitter gegenüber Thomas Lippert @tlnue auch nur dreist, Beate Lakotta sei "irrelevant" - ohne Begründung.   8)
Zitat
@tlnue: @ErpelderNacht Wer definiert was relevant und irrelevant ist?
Ich bin geneigt, die Psiram-Gummizelle zu empfehlen...


Es reicht noch nicht mal mehr für die empathische Erkenntnis dass da ein Freund und Chef, jemanden gegen die Abseitigkeiten des Mobs und die Gemeinheiten frustrierter Frühpensionistinnen verteidigt... Wie würde echt? Sagen, schade, oder ist erbärmlich das richtige Wort?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. Juli 2014, 00:53:21
Bommarius als Tiefpunkt des heutigen Pressetages:

Es hat sich auch herausgestellt, dass das von Gustl Mollath der Bank gelieferte, seine Frau belastende Material von der Bank als im Wesentlichen zutreffend befunden wurde, und dass die Frau gedroht hatte, ihn „fertigzumachen“.

http://www.fr-online.de/panorama/gustl-mollath-erbarmungsloser-irrtum,1472782,27727508.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. Juli 2014, 09:54:39
Noch zwei sehr schöne Artikel zum ersten  Prozesstag.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.der-fall-mollath-hipp-hipp-hurra-fuer-gustl-page1.53734654-a59a-49b2-be7a-8868509ded0b.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-fall-gustl-mollath-spaete-suche-nach-der-wahrheit-13031139.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 08. Juli 2014, 10:59:43
Nur mal ein Detail aus dem ersten Beitrag:

Zitat
Mollath zitiert Nedopils Satz in einem Interview, indem der Psychiater sagte, er selbst würde sich auch keiner Begutachtung unterziehen. „Er weiß, warum“, sagt Mollath.

Was hat Nedopil gesagt?
Zitat
Ich selbst würde so eine Prozedur übrigens nie über mich ergehen lassen.
Warum nicht?
 Das sollten Sie nicht schreiben, wäre ja geschäftsschädigend. Wenn ich etwas getan habe, dann stehe ich dazu und muss mich in die Hände des Gerichts begeben. Aber ich muss nicht auch noch meine Seele vor denen entblättern.
Aha. Er wäre also bereit, eine Strafe hinzunehmen und nicht auf "nicht zurechnungsfähig" zu spekulieren und sich dafür zu entblättern. Vor dieser Wahl hat M nicht gestanden. Es sei dem Herrn M natürlich gegönnt, den Nedopil unvollständig und entstellend zu zitieren. Aber die Presse sollte dann doch noch ein wenig kritischer sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 13:45:37
Nicht schlecht:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/gustl-mollath-vor-gericht-ein-unbequemer-angeklagter-1.2036147
Zitat
Mehrmals redete Mollath am Montag dazwischen - stets höfliche Entschuldigungen vorausschickend. Er erläuterte etwa sein abgrundtiefes Misstrauen gegenüber Gutachter Norbert Nedopil und der gesamten Psychiatrie: ausführlich, emotional und mit jenen für ihn so typischen eigentümlichen Formulierungen. Frei sprechen vor Gericht? "Das kann ich nicht, wenn Herr Nedopil als Damoklesschwert über mir schwebt." Dabei hatte der 57-Jährige eigentlich angekündigt, gar nichts mehr sagen zu wollen, so lange der Gutachter den Saal nicht verlässt. Doch Nedopil blieb. Und Mollath redete weiter.

Tut sich der Angeklagte mit seinem Verhalten einen Gefallen? ...

... Doch nach siebeneinhalb Jahren in der geschlossenen Psychiatrie möchte Mollath offenbar mehr als wegen nicht nachweisbarer Taten freigesprochen zu werden. Nach dem ersten Prozesstag scheint es so, als wolle er den Gegenbeweis antreten. Er und sein Anwalt Gerhard Strate brachten die Schwarzgeldvorwürfe, die Mollath einst gegen seine Frau erhoben hat und bis heute aufrecht erhält, ins Spiel. Dazu stellte Strate den Beweisantrag. Er forderte, auch ehemalige Angestellte jener Banken zur Vernehmung zu laden, für die Petra M. gearbeitet hat. Fast verschwimmt dabei, wer hier eigentlich wen anklagt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 08. Juli 2014, 14:09:01
Zitat
Doch der Angeklagte will eben nicht nur seine Unschuld beweisen, sondern auch, dass er Recht hat.

Da frage ich mich als Laie: Vom „Schwarzgeld-Nachweis“ noch zu schweigen; Freispruch wegen erwiesener Unschuld, wie könnte das gehen? Ein Geständnis eines anderen Reifenstechers präsentieren?
Und zusätzlich eine eidesstattliche Erklärung der Frau M, dass sie den Herrn M verprügeln wollte, so dass er in Notwehr gehandelt hat, oder dass Dr Markus R im Zeugenstand erklärt, sein Attest sei frei erfunden, mithin die Mollathsche Behauptung "ich habe mich nur gewehrt" sich gar nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung bezogen hat? Da hat der Strate ja noch eine harte Nuss zu knacken ...

Ich bin richtig gespannt, wie Frau Escher mit den Antworten des Herrn M umgehen wird, wenn die Frage auftauchen sollte, was er denn nun gemeint habe mit "nur gewehrt".

Übrigens. Herr M habe keinen festen Wohnsitz, sondern wohne bei Freunden – aber wenn er länger als 6 Wochen an einem Ort ist, gilt dann nicht die Meldpflicht beim Einwohnermeldeamt auch für ihn, den Kämpfer für das Recht?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 08. Juli 2014, 15:47:25
Sobald er gemeldet ist, kommt doch die OPFA-Ambulanz, die ihn dann nach mehrfachem Ausweiden in die Psychiatrie ein Geheimgefängnis seiner meiner unserer (http://rt.com/politics/bush-memoirs-us-politics/) Wahl bringt.

Opfa: Isch schwör, de Reife habn moi Muda beleidigt.
Opfa-Anwalt: Und Schwarzergeld ist rassistisch und/oder frauenfeindlich.

Who the Fuck is Alice! (http://www.youtube.com/watch?v=bUy83PKjkOI)

Damit treffe ich keine Aussage über das Rechtsstaatsprinzip, wohl aber über groben Unfug.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 16:21:10
2.Prozesstag
Zwei Polizisten werden als Zeugen im Zshg mit den vorgeworfenen Tätlichkeiten an der Frau M. vernommen.

Der Andrang im Gerichtssaal ist deutlich zurückgegangen - sowohl für Besucher als auch für Medienvertreter sind Plätze frei geblieben:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag2-100.html
Zitat
Zwei Polizeibeamte sind als Zeugen geladen, die schon früher mit dem Verfahren zu tun hatten. Es geht um die Körperverletzung Gustl Mollaths an seiner Ehefrau, er soll sie geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben.

Nach dem Medienansturm des ersten Prozesstages des Wiederaufnahmeverfahrens sind am Dienstag (08.07.14) nur noch die Hälfte der Presseplätze besetzt. Auch im Publikumsbereich ist noch Platz. Mollath erschien wieder elegant gekleidet, heute mit schwarz-weißer Krawatte.

Ingrid Fuchs @fuchsing, die auch den o.g. SZ-Artikel verfasst hat, twittert aus dem Gerichtssaal.
Zitat
@fuchsing: Wie war das vor elf Jahren? Erster Zeuge erinnert sich nur "bruchstückhaft" an Vernehmung Petra M.s,, liest va aus Akten. #Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 16:49:53
Kleines Bonbon aus dem Beck-Blog ( es ging um Nachwuchsprobleme in der Medizin und speziell der Psychiatrie):
Zitat
#27

Gast

Zitat
08.07.2014
Gast schrieb:
 Wie Sie sicher wissen, ist der Arbeitsmarkt derzeit so beschaffen, dass der medizinische Nachwuchs das angestrebte Fachgebiet weitgehend frei wählen kann, die Psychiatrie gilt gemeinhin als "letzte Wiese".

 
Das Problem ließe sich leicht lösen. Da ein Psychiater das Wissen aus dem allgemeinen Medizinstudium ohnehin nicht benötigt, könnte man die Zusatzausbildung zum Psychiater doch auch für Absolventen anderer Fächer freimachen.
Für arbeitslose Religionswissenschaftler und Kunstgeschichtler wäre eine Arbeit als Psychiater doch womöglich sehr attraktiv.

 8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 08. Juli 2014, 16:56:27
Zitat
Da ein Psychiater das Wissen aus dem allgemeinen Medizinstudium ohnehin nicht benötigt

Das ist doch Standardwissen, vgl. #184 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg167931#msg167931)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 18:22:41
Same procedure as ... :

http://www.nordbayern.de/region/zweiter-prozesstag-mollath-schweigt-zu-prugelvorwurfen-1.3753479?rssPage=bm9yZGJheWVybi5kZQ==

Zitat
REGENSBURG - Gustl Mollath soll seine Ehefrau geschlagen und eingesperrt haben. Am zweiten Verhandlungstag gegen den sieben Jahre in der Psychiatrie eingesperrten Nürnberger schildert ein Polizist Details der angeblichen Übergriffe. Mollath selbst schweigt eisern...

...In der Vernehmung hatte die Ehefrau nach Angaben des Polizisten als Grund für die aggressive Art ihres damaligen Ehemanns gesagt, dass Mollath zu diesem Zeitpunkt wirtschaftliche Misserfolge gehabt habe. So habe sie einige Schulden von ihm beglichen. Sie selbst sei zu der Zeit beruflich aufgestiegen und vermutete, dass ihr Mann dies nicht ertragen konnte...
Hier ein weiterer Artikel - beim Runterscrollen Richtung Kommentarbereich gibt es noch einige Details:

http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10009&pk=1089625
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 08. Juli 2014, 18:27:44
Und sein Anwalt, sagt der auch nix, aus Protest gegen die Strafprozessordnung?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 08. Juli 2014, 18:29:05
Und sein Anwalt, sagt der auch nix, aus Protest gegen die Strafprozessordnung?

Nein, aus Protest gegen das System.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 18:57:00
Und sein Anwalt, sagt der auch nix, aus Protest gegen die Strafprozessordnung?
Der regt den Gutachter an, den Beck-Blog zu lesen:
Zitat
Mollath hat während der Verhandlung geschwiegen; sein Verteidiger regte am Ende Gutachter Norbert Nedopil an, um dem sich am Vortag ein Konflikt entbrannte, den Blog-Beitrag des Strafrechtprofessors Henning Ernst Müller zu lesen. Der Regensburger Jurist vertritt die Auffassung, dass der Gutachter selbst entscheiden könne, wann er dem Prozess fernbleibt. Sollte sich Nedopil darauf einlassen, würde Mollath sein Schweigen wohl brechen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 20:49:48
Im Beck-Blog hat sich nun auch Friedrich Weinberger zu Wort gemeldet. Aber zunächst zu Ingrid Fuchs und ihrem Bericht vom 2. Prozesstag in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-im-fall-mollath-polizisten-berichten-ueber-pruegelvorwuerfe-1.2037355
Zitat
...Mollath sitzt in dieser Zeit auf seinem Stuhl und schweigt weiter. Zwischendurch wirkt er, als würden ihm die Augen zufallen. Erst als der Verhandlungstag beendet ist, der Gutachter Norbert Nedopil außer Hörweite, da meldet sich Mollath zu Wort. "Die Vorwürfe sind mir bekannt, haben aber nicht stattgefunden", sagt er. Das seien alles nur Behauptungen. Mollath spricht von einer Notwehrsituation. "Ich habe nur Schläge abgewehrt."

Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. Am Vormittag sagen Petra M.s Bruder und dessen Lebensgefährtin aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 20:56:30
Nun aber Weinberger:

http://blog.beck.de/2014/07/07/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-der-erste-tag#comment-58960
Zitat
#39

Dr. med. Friedrich Weinberger

08.07.2014
@ Gast
 
Sofern “die“ deutschen Psychiater seit über 40 Jahren der Diskussion des Psychiatrie­miß­brauchs nicht aus dem Weg gingen, sofern sie tatsächlich und sei’s „am Rande“ über ihn sprachen, beschö­nigten sie ihn und ihr Verhalten, so wie Sie, Herr /Frau „Gast“, es in dieser Ihrer Vorlage taten.
 
Leider blieben Sie, Frau / Herr Collega (?), nicht nur anonym, sondern auch unklar. Den meisten Besu­chern dieses Blogs sagt die „Podiumsdiskussion in der Nuß­baumstraße“ (der dortigen Chirurgi­schen Univ.-Klinik, Dezember 2013) wahrscheinlich nichts. Sie kön­nen sich so kaum ein Bild machen und kaum Stellung nehmen. Rühmlich ist gewiß, daß damals we­nig­­stens die Münch­­ner Medi­zin­studenten als bisher einzige Medizinergruppe im Land für Mollath Inter­esse und Mitgefühl zeigten - im Ge­gen­­satz zur großen Mehrheit der Psychiater, auch der Mitarbeiter der schräg gegen­über liegen­den Psychiatrischen Univ.-Klinik, von denen keine(r) über die Straße zu der Versammlung kam, zumindest keine(r) es wagte, mit offenem Visier uns Referenten und/oder unser „Agen­da“ ent­gegen­zu­treten. Dumpf genug mosern Sie jetzt. Die „NS-Mahn­ku­lis­se“, der po­li­ti­sche Opportunismus, die Feigheit, die Verbla­sen­heit „der“ Psychiater sind heute leider so ak­tuell wie damals. Die Krach, Wörthmüller, Leipziger, Kröber, Pfäfflin kom­men sind keine Aus­nahme. Sie kommen aus Ihrer Mitte. Seit über 40 Jahren, seit der Psych­­iatrie-En­quête ha­ben „Sie“ jede freie Dis­kus­si­on im Fach unterdrückt, haben es in Lügen, Großmauligkeit und leere Attitüden manövriert, so daß jetzt auch der Nachwuchs aus­bleibt. Zum Glück hat er ja noch freie Berufs- und Fach­wahl. Und zum Glück können die Besucher die­ser Site mit eige­nen Augen sehen, wie Sie und Ihre Fachge­sell­schaft es mit Ansätzen zu reali­sti­scher Dis­­kus­sion seit über 40 Jahren halten – s. o.g. Link.
 
Dr. F. Weinberger, GEP
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Veranstalter es schlicht versäumt, eine offizielle Einladung an die Psychiatrische Klinik auszusprechen - was das Mindeste an Höflichkeit gewesen wäre.

Aber Weinbergers Gesellschaft hat sich ohnehin wg seiner rüden bis beleidigenden Wortwahl - auch hier ersichtlich - mit der DGPPN überworfen
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 08. Juli 2014, 21:21:04
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Veranstalter es schlicht versäumt, eine offizielle Einladung an die Psychiatrische Klinik auszusprechen - was das Mindeste an Höflichkeit gewesen wäre.

Na weißt Du, mit Weinberger und Dieckhöfer eine öffentliche Diskussion? Wieviel Sachlichkeit könntest Du Dir dabei vorstellen? Was soll denn dabei herauskommen, außer Geschrei? Nein, ich hätte das abgelehnt, wenn ich in verantwortlicher Position gewesen wäre. Sollen Sie tottern, da kannste halt nix machen in einer Demokratie. Man kann nur hoffen, dass der eine oder andere erkennt, wie sie sich selbst durch ihre marktschreierische Entlarvungsattitüde desavouieren.

edit: sweeper, hast Du #26, Teil 2, noch im Kopf?
Zitat
Ich habe kürzlich auch Ihre Ausführungen zur Podiumsdiskussion in der Nußbaumstraße wie auch den eingestellten Leserbrief gelesen und darin die Veranstaltung, an der ich selbst teilgenommen habe, nur rudimentär wiedererkannt. Da hatten sich an einem Freitagabend, in einer sehr arbeitsintensiven Phase des Semesters, beinahe dreihundert höchst interessierte und wohlwollende Studenten für drei Stunden versammelt, um mehr über den Fall des Herrn Mollath, die Forensik und die fachpsychiatrische Begutachtung zu erfahren. Nicht nur, dass ihr Informations- und Diskussionsbedürfnis von Hern Heidingsfelder und anderen, noch lauteren Aktivisten mit Füßen getreten wurde, befremdlich war auch die unverhohlen zur Schau gestellte persönliche Agenda einiger der Referenten, übertroffen nur noch von der auf die Studenten persönlich gemünzten NS-Mahnkulisse, die Herr Mollath aufbaute. Da konnte Frau Dr. Ziegert um Nachwuchs werben, wie sie wollte, der Erfolg dürfte überschaubar sein. Ausgerechnet der geduldige, joviale Vertreter des viel gescholtenen Justizministerims hat mit den stärksten Eindruck hinterlassen – verkehrte Welt?
http://blog.beck.de/2014/07/07/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-der-erste-tag#comment-58941
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. Juli 2014, 22:39:48
@Pelacani:
Habe ich gelesen, ja.
Wollte den Faden nicht überfrachten.
Ansonsten: Nein, eine Diskussion hätte natürlich nichts gebracht.
Aber Weinberger hat sich ja (auch auf seiner HP) darüber aufgeregt, dass niemand aus der Abteilung anwesend war. Dazu hätte es wenigstens der Geste einer Einladung bedurft..

Zurück zum Prozess: hier der Bericht über den heutigen Nachmittag von Beate Lakotta.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zweiter-tag-wiederaufnahmeverfahren-aussage-petra-m-a-979963.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. Juli 2014, 11:11:27
Die SZ hat dem Sachverständigen ein Portrait gewidmet:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/mollath-gutachter-nedopil-psychiater-ohne-angst-1.2036241
Zitat
...
Angst hat Nedopil nicht. Viele Straftäter säßen nur in der Psychiatrie, weil die Ärzte Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit haben, falls etwas passiert, sagt er. Die meisten seien ungefährlich. Er selbst übrigens würde sich nicht begutachten lassen. "Wenn ich etwas getan habe, dann stehe ich dazu und muss mich in die Hände des Gerichts begeben", sagte er. "Aber ich muss nicht auch noch meine Seele vor denen entblättern." Gustl Mollath hat das Interview gelesen und diesen Satz genüsslich zitiert.
Heute werden übrigens (laut Twitter-Info Heidingsfelder @goalgetter32) u.a. der ehemalige Mollath-Pflichtverteidiger Dolmany und der damalige Staatsanwalt als Zeugen gehört.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. Juli 2014, 13:49:52
Zu den Zeugenaussagen des gestrigen Tages berichtet der Tagesspiegel:

http://m.tagesspiegel.de/weltspiegel/prozess-gegen-gustl-mollath-die-angst-seiner-frau/10170836.html
Zitat
... Der Beamte schilderte auch, wie sich Mollath zunächst geweigert habe, zur Durchsuchung die Tür zu öffnen. Er sei "sehr hartnäckig" gewesen, was selten vorkomme. Als er dann, nach Gewaltandrohung, schließlich öffnete, habe sich der Mann "leidlich kooperativ" gezeigt und weiter seinen "Unmut geäußert". Zugleich habe er über seine Autoleidenschaft gesprochen. "Er hat jede Menge erzählt" sagte der Zeuge. Der Polizist hatte vor seiner Vernehmung noch einmal seine Ermittlungsberichte aus dieser Zeit gelesen. Ein weiterer Beamter hatte keine Akten mehr verfügbar...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 13:58:46
Zitat
Zum Vorfall von August 2001, als Mollath seine Frau verprügelt, gewürgt und gebissen haben soll, kann sie nur sagen, dass sie damals wenig Kontakt zu ihr hatte. Zwei Tage später hätten sich die beiden Frauen aber in einer Eisdiele getroffen. Dort habe ihr Petra M. von den Übergriffen berichtet und ihr die Bissabdrücke am rechten Unterarm gezeigt. Die Bissverletzung sei sehr markant gewesen, sie habe ihr geraten, sich gegen Tetanus impfen zu lassen und sich wegen den Kopfverletzungen röntgen zu lassen. Petra M. sei dann mit ihr in die Praxis gegangen, in der die Arzthelferin angestellt ist.

Untersucht worden sei sie dann vom Sohn der Praxisinhaberin, der die Praxis schon länger geführt hatte. "Wie ist es dann zum Attest gekommen?", will Escher wissen. Zeugin: "Das macht der Arzt ganz allein." Sie habe das Attest weder gesehen noch geschrieben.

Dieses Attest ist deswegen so wichtig, weil es der Grund ist, warum es dieses Wiederaufnahmeverfahren überhaupt gibt. Nach langen juristischen Wirren um die Echtheit dieser Urkunde, weil es nicht von der Praxisinhaberin, sondern von dessen Sohn ausgestellt worden ist: Der Sohn war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch kein approbierter Arzt, das Attest trug neben der Unterschrift mit dem Kürzel "i.V." (in Vertretung). Dieses Attest dient im ersten Verfahren gegen Mollath als Beleg für seine Gemeingefährlichkeit, das OLG zweifelte jedoch an der Echtheit und entschied im Sommer 2013, den Fall vor dem Landgericht Regensburg neu aufrollen zu lassen.

Richterin Escher will nun mehr über einen anderen Vorfall wissen, als Mollath Post aus dem Briefkasten der Zeugin gestohlen haben soll. Die Zeugin berichtet das: Mollath stand im Treppenhaus, habe sie an die Wand gedrückt und Briefe in der Hand gehabt. Ihr Mann kam ihr dann zu Hilfe, es gab ein Handgemenge. Mollath wollte nicht gehen. Das Paar rief die Polizei.
Mollath habe seiner Frau wiederholt nachgestellt, berichtet die Zeugin. Er habe auch Fotos gemacht vor der Arztpraxis, mitgeschrieben, wer wann dort reingeht.

Um 11.30 Uhr ist die erste Unterbrechung vorbei. Nun ist Strate dran mit dem Fragestellen an. Und schon nach wenigen Minuten wird klar, für die Zeugin wird das kein Spaziergang.

von Pascal.Durain bearbeitet von @mz_de  11:38
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

NB: der Arzt war kein Facharzt, aber natürlich war er approbiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. Juli 2014, 14:18:58
In dem Bericht heißt es auch

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/121161634
Zitat
...In dem Aktenberg dieses Falles steht aber eine Zeugenaussage, die etwas anderes behauptet: Das hält ihr Oberstaatsanwalt Meindl vor. Petra M. soll an diesem Tag noch mit Zahnarzt Edward Braun telefoniert haben. Der Mann, der wegen dieses Anrufs ein erstes Wiederaufnahmeverfahren für seinen alten Freund Gustl Mollath beantragt hatte. Den Namen Edward Braun habe die Zeugin dagegen laut eigener Aussage am Mittwoch überhaupt erst im Jahr 2013 das erste Mal gehört...
Bei der Polizei sagte sie, Petra M.'s Kleider seien an jenem 31. Mai 2002 zerrissen gewesen, sie habe zersaust ausgesehen, Verletzungen habe sie dagegen keine gehabt - und den Angeklagten habe sie an diesem Tag gar nicht zu Gesicht zu bekommen. Verteidiger Strate mischt sich daraufhin ein, entschuldigt sich aber gleich dafür. "Verzeihung, ich bin etwas in Rage. Das sind ja völlig neue Tatsachen hier." Den Widerspruch zu ihrer Vernehmung kann die Frau nicht aufklären. Wie diese Aussage zustande gekommen sei, könne sie sich selbst nicht erklären. Auf Nachfrage weiß sie auch nicht mehr, wer ihr die Tür geöffnet hat. Warum es zum Streit gekommen sei, habe sie nie erfahren.
Strate in Rage, soso.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 09. Juli 2014, 14:54:12
Zitat
Dieses Attest ist deswegen so wichtig, weil es der Grund ist, warum es dieses Wiederaufnahmeverfahren überhaupt gibt. Nach langen juristischen Wirren um die Echtheit dieser Urkunde, weil es nicht von der Praxisinhaberin, sondern von dessen Sohn ausgestellt worden ist: Der Sohn war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch kein approbierter Arzt, das Attest trug neben der Unterschrift mit dem Kürzel "i.V." (in Vertretung). Dieses Attest dient im ersten Verfahren gegen Mollath als Beleg für seine Gemeingefährlichkeit, das OLG zweifelte jedoch an der Echtheit und entschied im Sommer 2013, den Fall vor dem Landgericht Regensburg neu aufrollen zu lassen.


Das Kürzel "i. V." steht für "in Vollmacht". Nur bei Behörden steht das für "in Vertretung". Oder gilt das auch bei Arztpraxen? Denn das ist ein entscheidender Unterschied.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 15:13:25
Über solche juristischen Unterscheidungen macht man sich i. allg. keine Gedanken. "i. V." heißt "in Vertretung", nach meinem Laienverständnis kann man ja nur jemanden vertreten, wenn man von diesem explizit oder aus der beruflichen Stellung heraus bevollmächtigt ist. Keine angestellte Schwester wird einen Arztbrief "i. V." unterschreiben, davon gehe ich aus. Das Pikante hier ist eher die Namensgleichheit zwischen Praxisinhaber und Angestelltem, so dass das Attest bei oberflächlicher Betrachtung als vom Praxisinhaber ausgestellt durchgehen kann. In der Zweitausfertigung war das i. V. quasi vom Stempel maskiert, im später eingereichten Original aber nicht (wenn ich mich richtig erinnere) - da wäre die Frage, ob "unecht", gar nicht erst aufgekommen, oder gleich aufgetaucht. Wieso schließlich sollte sich der Praxisinhaber selbst vertreten? Da hätte sich eine Nachfrage sofort aufgedrängt.

edit. Überhaupt ist es illusorisch, Arztbriefe für notarielle Urkunden zu halten. Ein Facharzt hat, je nach Fachrichtung, im Quartal mehrere hundert bis 2000 Arztbriefe zu schreiben. Kleinere Formfehler sind unausweichlich. Worauf es ankommt, ist der Inhalt - das ist schon mühsam genug. Beliebt ist beispielsweise eine Falschdatierung durch späteren Ausdruck, weil die Feldfunktion der Textverarbeitung automatisch aktualisiert. Das kann durchaus einmal kritisch werden, wenn z. B. ein später eintreffender histologischer Befund eines malignen Tumors nicht erwähnt ist. Oder, gelegentlich vorkommend: die Medikation ist widersprüchlich und passt weder zur Diagnose, noch zu den Angaben des Patienten. Da kann man sich ab und zu mal die Karten legen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 09. Juli 2014, 15:26:04
Im Geschäftsleben benötigt man, um mit "i. V." unterschreiben zu dürfen, eine offizielle Handlungsvollmacht. In dieser Handlungsvollmacht ist genau geregelt, welche Dokumente und Geschäftsfälle der Handlungsbevollmächtigte unterschreiben darf. Besitzt er keine Vollmacht wie Handlungsvollmacht oder Prokura, so muss er/sie mit "i. A." = "im Auftrag" unterschreiben. Das hat juristische Gründe, welche die Reichweite der Geschäftsfälle regeln.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 15:31:49
Im Geschäftsleben benötigt man, um mit "i. V." unterschreiben zu dürfen, eine offizielle Handlungsvollmacht. In dieser Handlungsvollmacht ist genau geregelt, welche Dokumente und Geschäftsfälle der Handlungsbevollmächtigte unterschreiben darf. Besitzt er keine Vollmacht wie Handlungsvollmacht oder Prokura, so muss er/sie mit "i. A." = "im Auftrag" unterschreiben. Das hat juristische Gründe, welche die Reichweite der Geschäftsfälle regeln.

In einer Klinik ist das nicht explizit geregelt. Wenn der Chef nicht da ist, bleiben die Briefe liegen. Wenn er im Urlaub ist, unterschreibt der erste Oberarzt i. V., aber er erscheint nicht unbedingt in der Unterschriftenleiste (bzw. er unterschreibt 2x, einmal bei sich selbst und einmal "i. V." beim Chef). Wenn die Chef-Stelle vakant ist, erscheint er in der Unterschriftenleiste als "komm. CA", oder manchmal nur als OA. (das hat jetzt alles keinen Anspruch auf juristische Korrektheit). Es haftet sowieso der Chef, bzw. die Einrichtung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 16:36:16
Zitat
Warum auf einer Kopie des Attests der Petra M. die zwei Buchstaben "i.V." fehlten, muss der Arzt am Nachmittag erklären.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Also das ist doch … Ich entsinne mich, die beiden Attestausfertigungen irgendwo im Faksimile gesehen zu haben. Das „i. V.“ auf der Zweitausfertigung war unterm Stempel.

LG Regensburg dazu (S. 10):
Zitat
Vor der Unterschrift des unterzeichnenden Arztes findet sich der Vertretungszusatz „i. V“. Dieser ist zwar nicht gut sichtbar, befindet sich aber eindeutig auf der in der Hauptverhandlung vom 8. August 2006 durch die 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth verlesenen Telekopie des Attests (vgl. Blatt 13 sowie Blatt 475 der Wiederaufnahmeakte 7 KLs 151 Js 22423/12 WA), wie eine Vergrößerung der Unterschrift zeigt (siehe Anlage 1 und Anlage 2).  Der Zusatz ist bei genauerem Hinsehen auch ohne Vergrößerung erkennbar und wurde bereits vor der Vorlage des Attests vom 14. August 2001 durch die Staatsanwaltschaft am 11. Juli 2013 von der Kammer so erkannt.
Ober sticht Unter – aber den Null Ouvert hat man dann verloren.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. Juli 2014, 17:04:13
Die Sache nimmt allmählich Fahrt auf:

http://www.bild.de/regional/muenchen/gustl-mollath/-soll-ex-frau-geschlagen-haben-36742998.bild.html
Zitat
Gustl Mollaths Anwalt Dr. Gerhard Strate versuchte, die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin zu erschüttern – weil sie in einer Befragung vorm Amtsgericht Nürnberg am 22. April 2004 vieles nicht erwähnt oder das Gegenteil behauptet hatte. Doch die Zeugin blieb dabei: „Sie hatte Abdrücke und blaue Flecken am Hals. Es war ja klar, dass das Übergriffe von ihrem Mann waren. Das hat sie mir ganz deutlich gesagt.“ Als sie dann noch von Auffälligkeiten wie stets heruntergelassenen Rollos an Mollaths Haus und einem morgendlichen Hupkonzert mit einer Corvette vorm Versteck der Petra M. berichtete, reichte es Strate: „Das müssen wir doch nicht vertiefen, sollen wir das noch weiter anhören?“
Strate und Mollath sind wohl recht angestochen, sonst wären sie nicht - lt live Blog der Mittelbayrischen - in einer Verhandlungspause vor die  Presse getreten, um die Zeugin der Lüge zu bezichtigen. Warum streitet Mollath das nicht alles im Gerichtssaal ab und erzählt, wie es seiner Meinung nach war?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 17:08:22
Die Sache nimmt allmählich Fahrt auf:

http://www.bild.de/regional/muenchen/gustl-mollath/-soll-ex-frau-geschlagen-haben-36742998.bild.html
Zitat
Gustl Mollaths Anwalt Dr. Gerhard Strate versuchte, die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin zu erschüttern – weil sie in einer Befragung vorm Amtsgericht Nürnberg am 22. April 2004 vieles nicht erwähnt oder das Gegenteil behauptet hatte. Doch die Zeugin blieb dabei: „Sie hatte Abdrücke und blaue Flecken am Hals. Es war ja klar, dass das Übergriffe von ihrem Mann waren. Das hat sie mir ganz deutlich gesagt.“ Als sie dann noch von Auffälligkeiten wie stets heruntergelassenen Rollos an Mollaths Haus und einem morgendlichen Hupkonzert mit einer Corvette vorm Versteck der Petra M. berichtete, reichte es Strate: „Das müssen wir doch nicht vertiefen, sollen wir das noch weiter anhören?“
Strate und Mollath sind wohl recht angestochen, sonst wären sie nicht - lt live Blog der Mittelbayrischen - in einer Verhandlungspause vor die  Presse getreten, um die Zeugin der Lüge zu bezichtigen. Warum streitet Mollath das nicht alles im Gerichtssaal ab und erzählt, wie es seiner Meinung nach war?

Weil der böse Psychiater dann seine Seele rauben könnte?

Bin mal auf Beate Lakottas Analyse des heutigen Tages gespannt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 17:34:59
Was mich sehr erstaunt ist, dass Strate bei den Zeugen gar nicht versucht ihre Querverbindungen zu den Rotariern aufzudecken. Wir haben es ja hier immerhin mit der Aufdeckung einer der grössten Verschwörungs- und Schwarzgeldskandale....... :gruebel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 17:51:05
Zitat
Tag 3, Zeuge 3, der Allgemeinarzt aus Nürnberg: Petra M. sei zu ihm durch seine Sprechstundenhilfe gekommen. Im Sprechzimmer schilderte sie, ihr Mann hätte sie geschlagen. Sie hätte Angst vor ihm, ihre Schwägerin hätte sie überredet, sich untersuchen zu lassen. Blutergüsse an den Oberarmen und seitlich am Hals neben der Kehle, eine Bissspur am Arm ("ein kreisförmiges Hämatom"), könne er sich auch nach all den Jahren noch konkret erinnern. Als er aus der Akte vorliest, wird die Liste länger: Schürfwunden, großflächige Hämatome an den Unterschenkeln... Frau M. sei mehrfach mit der flachen Hand geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden, sie leide zudem unter einer Erschöpfungsdepression. Bildlich dokumentiert sind die Verletzungen aber nicht festgehalten worden; der Mediziner rate den Frauen auch immer dazu, das selbst zu machen.

Das Krankenblatt von Petra M., nach dem die Staatsanwaltschaft lange gesucht hatte, sei unter den Akten seiner Mutter, für die er damals die Stellvertretung übernommen hatte, abgelegt worden. Petra M. habe damals ein Attest ausstellen lassen, damit sie auch was "in der Hand habe", sagt der Arzt. Medikamente habe er ihr nicht verschrieben. Er räumt ein, dass er das Attest mit i.V. ("in Vertretung") unterschrieben habe. Das sei ein ganz normaler Vorgang gewesen, seine Mutter sei bei den Kassen schließlich gemeldet.

Auf Nachfrage des Sachverständigen gibt der Mann zu, dass er keine großen Erfahrungen damals mit solchen Attesten hatte. Und: Dass er hätte nicht hineinschreiben müssen, dass er die Schilderungen von Petra für "durchweg glaubhaft" hält. Das sei seine rein subjektive Meinung gewesen. Gutachter Prof. Wolfgang Eisenmenger deckt mit präzisen Nachfragen mehr Schwächen im Attest auf: So hat der Arzt beispielsweise häufig falsche Begriffe verwendet und falsche Interpretationen angestellt.

"Das Attest ist zwei Mal ausgestellt worden. Warum?", fragt Richterin Escher. Der Zeuge: "Ich nehme an, Frau M. hat das ein zweites Mal angefordert." Später sagt der Mann, seine Sprechstundenhilfe habe ihn im Namen von M. um eine zweite Ausstellung gebeten. Er kam dem nach. Das Computerprogramm ändere das Datum des Attests dann automatisch. Er sei von seiner Sprechstundenhilfe in keiner Weise beeinflusst worden.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/121177139
Eigentlich: kein Aufreger. Es war so, wie sich der kleine Moritz das vorher vorgestellt hat, vgl. unsere erste Blog-Diskussion.

Zitat
Strate bohrt Minuten später nach: "Sagen Sie es doch ganz offen, wir haben hier drei Dokumente, von einem Tag." Strate hält das Schriftstück hoch und bittet darum, dass der Arzt noch mal die zwei anderen Word-Dokumente dem Gericht vorlegt. Er fragt den Arzt, ob das zweite Attest einen anderen Inhalt hat, "damit jemand zur Kur fahren kann." Der Arzt streitet das nicht ab, er hält es für "möglich".
Das klingt jetzt nicht so, als wäre Strate ganz überzeugend gewesen bei seinem Versuch, das Attest in die Tonne zu treten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 18:11:12
Herr Mollath hat Frau Mollath belästigt indem er.....?
-Hupkonzerte vor ihrer Unterkunft aufführte.
-Zettel mit Drohungen an Ihrem Auto befestigte
-Ihre Post stahl
-Sie mit meterlangen Faxnachrichten überschwemmte
-Ihren Arzt observierte
.....klingt ziemlich gesund, wenn man nicht knorrig dazu sagen möchte.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 19:17:58
Herr Mollath hat Frau Mollath belästigt indem er.....?
-Hupkonzerte vor ihrer Unterkunft aufführte.
-Zettel mit Drohungen an Ihrem Auto befestigte
-Ihre Post stahl
-Sie mit meterlangen Faxnachrichten überschwemmte
-Ihren Arzt observierte
.....klingt ziemlich gesund, wenn man nicht knorrig dazu sagen möchte.

Das wirklich Auffällige ist die Observierung des Arztes, alles andere passiert in eskalierenden Trennungsstreitigkeiten sonst auch. Die Faxe würden potentiell interessieren.

Er war schließlich der wahnsinnigsten Schwarzgeldverschiebung auf der Spur.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 19:31:04
Herr Mollath hat Frau Mollath belästigt indem er.....?
-Hupkonzerte vor ihrer Unterkunft aufführte.
-Zettel mit Drohungen an Ihrem Auto befestigte
-Ihre Post stahl
-Sie mit meterlangen Faxnachrichten überschwemmte
-Ihren Arzt observierte
.....klingt ziemlich gesund, wenn man nicht knorrig dazu sagen möchte.

Das wirklich Auffällige ist die Observierung des Arztes, alles andere passiert in eskalierenden Trennungsstreitigkeiten sonst auch. Die Faxe würden potentiell interessieren.

Er war schließlich der wahnsinnigsten Schwarzgeldverschiebung auf der Spur.

....klar einzeln betrachtet geht das als "knorrig" bzw. als Teil eines normalen Rosenkrieges durch, aber in der Häufung?

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 19:51:25
Herr Mollath hat Frau Mollath belästigt indem er.....?
-Hupkonzerte vor ihrer Unterkunft aufführte.
-Zettel mit Drohungen an Ihrem Auto befestigte
-Ihre Post stahl
-Sie mit meterlangen Faxnachrichten überschwemmte
-Ihren Arzt observierte
.....klingt ziemlich gesund, wenn man nicht knorrig dazu sagen möchte.

Das wirklich Auffällige ist die Observierung des Arztes, alles andere passiert in eskalierenden Trennungsstreitigkeiten sonst auch. Die Faxe würden potentiell interessieren.

Er war schließlich der wahnsinnigsten Schwarzgeldverschiebung auf der Spur.

....klar einzeln betrachtet geht das als "knorrig" bzw. als Teil eines normalen Rosenkrieges durch, aber in der Häufung?

Wenn schon denn schon, da werden alle Register gezogen. Die Observierung des Arztes ist es, die der Nachfrage wert ist.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 19:56:20
Du meinst wahnhaft ist das Verschwörungsszenario, nicht der ganz normale  Rosenkrieg? Verstehe ich das richtig?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 20:00:39
Ja. Aber man müsste hören, was er dazu zu sagen hat, sonst bleibt es nur ein Indiz. Allein würde das nicht für eine Diagnose genügen. Der Unterschied zwischen Exploration und Ferngutachten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 20:04:52
http://www.youtube.com/watch?v=4U-VSAkCByI  ....ups, das war die Antwort auf das einfache, ja.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 20:11:04
Irgendwie müssen immer die Gegensätze bedient werden, die gestern noch vom "Justizopfer Mollath" geschrieben haben, für die verdichten sich nun die Prügelvorwürfe, obwohl sich an der Faktenlage nicht das Geringste geändert hat.....  ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 09. Juli 2014, 20:39:27
Ich darf darauf hinweisen, dass § 20 StGB bereits dann anzuwenden ist, wenn die Schuldunfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Sie muss nicht positiv festgestellt werden.

Und alleine aus dem Artikel von Frau Lakotta ergeben sich sehr viele Anhaltspunkte:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-101368199.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 20:47:08
Die Aussage Dolmanys.

Zitat
Er liest einen Brief von Mollath vor - in dem er seinen Pflichtverteidiger als "stomlinienförmig" beschreibt, der bekannt sei, eher auf Seiten der Richter zu stehen als auf der seiner Mandanten. Mollath habe ihn außerdem als "wildgewordenen Nazi-Staatsanwanwalt" beschimpft. 
...
Der Angeklagte habe auch seine private Adresse. Ein Reifen seines Wagens sei vor ein paar Wochen angestochen worden. Er glaubt aber, dass es sicher nicht Mollath war.
...
Später habe ihn Mollath mehrfach bedroht: "Na, geht's gut? Aber nicht mehr lange", soll ihm der Angeklagte gesagt haben.

"Was mich stört, ist diese Hetze der ganzen Freunde und Unterstützer des Herrn Mollath. Auch wenn es Ihnen gut tut, Herr Mollath." Strate sagt: Er soll das nicht auf Herrn Mollath beziehen, das sei seine Einschätzung. Im Zuge dieses Falles gebe es viele Trittbrettfahrer, "die Idiotendichte in diesem Land ist sehr hoch." Der Zeuge entschuldigt sich für seine Einschätzung.
...
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/121191911

Aha. Wenn es hart auf hart kommt, dann ist auch für Dr. h. c. Strate die Diagnosestellung leicht. Die "ganzen Freunde und Unterstützer des Herrn Mollath" haben eine "sehr hohe Idiotendichte". War das jetzt klar genug, echt?

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 09. Juli 2014, 20:49:56
"Gustl Mollath bricht dann sein Schweigen, und meldet sich dann auf einmal doch zu Wort: "Ich versichere Ihnen, Sie brauchen keine Angst vor mir zu haben. Ich habe Sie genau beobachtet während Ihrer Aussage. Ich habe das Gefühl, Sie brauchen Hilfe. Ich weiß bis heute nicht, wo sie wohnen. (...) Ich weiß nicht wie, aber bauen Sie Ihre Ängste ab.""

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 21:05:12
Was die Kenntnis der Adresse angeht: Wer hat wohl recht? Der sichtlich um Frieden bemühte Anwalt oder der - nunmehr - seelsorgerisch tätige Herr M, an dessen frühere Ansagen sich der Anwalt so erinnert: "Na, geht's gut? Aber nicht mehr lange!" ?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. Juli 2014, 22:45:44
Es ist lange her, seit ich die docs gelesen habe, aber ich bilde mir ein, dass Mollath damals eine Anspielung zu Dolmanys Privatadresse gemacht hat - etwa in Richtung dass dieser sein Haus in Erlenstegen (?) dann wohl demnächst verlieren werde.
Überhaupt wäre es spannend, nun die Strate-Schriftstücke noch mal durchzugehen - im
Blick auf dessen geharnischte Unterstellungen und voreingenommene Interpretationen zu Lasten der (vermeintlich) Mollath feindlich gesonnenen Vertreter der Gegenseite.

Aber nein: Idioten sind natürlich immer die anderen!

Aha, die Suchwort-Kombi fördert einen alten Thread zutage, in dem das schon mal jemand akribisch protokolliert hat:
Zitat
--- Zitat ---...Das einzige Mal, daß ich Sie sah, war 2004 im Gerichtssaal von Richter Armin Eberl. Sie gebärdeten sich wie ein wildgewordener NAZI Staatsanwalt und verlangten von mir, die angebliche Misshandlung meiner Ehefrau zuzugeben.
Als ich das nicht tat, waren Sie sich mit dem eigens dafür engagierten ‚Psychologen’ Lippert aus der Sulzbacherstr. einig, mich in das BKH Erlangen in die Vollisolationseinzelhaft der Station F 1 von Dr. Michael Wörthmüller, werfen zu lassen...

Dolmany selbst nimmt zu den Vorfällen in einem seiner Bitten um Entpflichtung Stellung:


--- Zitat ---http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-2013-02-19.pdf
S. 68:

...Ich lege vor Schreiben des Angeklagten an den Unterfertigten und das Kuvert, welches am 12.07.2006 dem Unterfertigten zugestellt worden ist, in beglaubigter Kopie.
Auf Blatt 2 bezeichnet der Angeklagte den Unterfertigten als
‚... wild gewordenen Nazi-Staatsanwalt ...’

Zudem macht er Andeutungen, dass er auch privat gegen den Unterfertigten etwas unternehme auf Blatt 2 in der letzten Zeile:

‚... Nie die Bezahlung Ihrer Haftpflicht vergessen!
Wenn es dazu kommt, kostet der Fall sonst Ihre Wohnung in Erlenstegen
...

Sie wohnen unweit davon in der Verlängerung der Straße, in der Erlenstegenstraße ...’

Jegliches Vertrauensverhältnis zu dem Angeklagten ist erheblich gestört. Ich sehe mich außer Stande, ihn zu verteidigen. Ich beantrage daher noch einmal, mich als Pflichtverteidiger zu entbinden.
--- Ende Zitat ---

https://forum.psiram.com/index.php?topic=11591.80;wap2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 09. Juli 2014, 23:21:12
Das wäre doch was für den Blog.........

Passend dazu ein Beitrag aus Krimi-Gabis Empathieblog.........

Zitat
Albert A. sagte am 9. Juli 2014 um 21:03 :
“Was mich stört, ist diese Hetze der ganzen Freunde und Unterstützer des Herrn Mollath. Auch wenn es Ihnen gut tut, Herr Mollath.” sagte heute der damalige Verteidiger.
Bilden sich da neue Fronten oder bestehen die immer noch?
Ursprünglich hatte ich den Eindruck, dass dem Pflichtverteidiger eingeredet wurde, er solle aufpassen, Herr Mollath sei sehr gefährlich. Nun sieht es aber so aus, als ob er seinen Wahn auf immer weitere Menschen ausweitet, die mit Gustl Mollath zumindest scheinbar zu tun haben. Es ist gut, dass dort ein psychiatrischer Gutachter im Saal sitzt…
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 09. Juli 2014, 23:44:30
Zitat
Strate sagt: Er soll das nicht auf Herrn Mollath beziehen, das sei seine Einschätzung. Im Zuge dieses Falles gebe es viele Trittbrettfahrer, "die Idiotendichte in diesem Land ist sehr hoch."

Wer sollte das besser wissen als Herr Dr. h. c. Strate; schließlich ist er ja selbst fast so etwas wie ein Opfer des wildgewordenen Mobs:
Zitat
ZEIT: Auch wir sind wegen unserer Artikel ja Telefonterror ausgesetzt gewesen. Einige Anrufer pöbelten, andere versuchten uns davon zu überzeugen, dass Mollath ein neuer Mahatma Gandhi sei, ein Nelson Mandela, der die Welt verändern werde.

Strate: (lacht) Na, ist ja wunderbar! Also, was glauben Sie, welche Belastung bei mir zustande kommt? Meine Sekretärin nimmt seit Mitte Dezember täglich Dutzende solcher Anrufe entgegen.

ZEIT: Aber Sie werden nicht bedroht…

Strate: Es ist auch eine Belästigung, glauben Sie mir. [...]
http://www.zeit.de/2013/35/gerhard-strate-gustl-mollath/komplettansicht

(http://triposa.files.wordpress.com/2011/12/haderer_28_10.jpg?w=604&h=787)

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 00:29:56
@Pelacani: ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich diese Heuchelei von Strate anwidert!
Bei Mollath buche ich es tatsächlich unter krankheitsbedingte Erinnerungslücken.
Könnte bitter sein, auf diese Weise mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert zu werden.

Exkurs Strate: gerade sind die HSH-Vorstandsmitglieder freigesprochen worden.
Die hatten damals gegen Strate eine Strafanzeige laufen:

http://www.topnews.de/hsh-nordbank-strafanzeige-gegen-rechtsanwalt-strate-wegen-falscher-verdaechtigung-375208
Zitat
Zuvor hatte Strate Anzeige wegen Verdacht der Untreue gegen die HSH-Nordbank erstattet


Hamburg. Die HSH Nordbank hat nun Strafanzeige gegen den Rechtsanwalt Gerhard Strate und Unbekannt wegen falscher Verdächtigung gestellt. Weitere zivil- und strafrechtliche Schritte behalte sich die Bank ausdrücklich vor, berichtete ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Nach einer Anzeige durch Strate wegen der umstrittenen Zahlung von 45 Millionen Dollar (31 Millionen Euro) an die US-Investmentbank Goldman Sachs durch die angeschlagene HSH Nordbank hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. In der Zahlungsanweisung sieht Strate den Verdacht der Untreue.

http://www.strate.net/de/person/vieles_ist_auf_verschleierung_angelegt.html

Im Fall Mollath genügt Strate seinen zur Schau getragenen hehren Ansprüchen meiner Meinung nach nicht!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 00:38:06
Naja, alleine krude Rechtsauffassungen, die Strate meist vertritt, reichen für den Tatbestand der falschen Verdächtigung nicht aus. Aber lustig, dass der Typ alles und jeden mit seinen Anzeigen nervt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 00:50:54
Naja, alleine krude Rechtsauffassungen, die Strate meist vertritt, reichen für den Tatbestand der falschen Verdächtigung nicht aus. Aber lustig, dass der Typ alles und jeden mit seinen Anzeigen nervt.


Strate, ein Gustl im Geiste, sozusagen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 01:10:05
@Belbo:
Im Wolff-Blog wird grad Tiefenpsychologie betrieben:

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-1/#comment-37504
Zitat
gabrielewolff zu 9. Juli 2014 um 21:58
Wollen wir mal als wichtigstes Fazit der Vernehmung des Pflichtverteidigers festhalten:

Konkrete Erinnerungen an das Geschehen vor Gericht habe er dagegen nicht. Er sei aber überzeugt davon gewesen, dass Mollath nicht “krank” sei.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/121191911

Was seine Ängste vor dem Mandanten angeht, die objektiv nicht begründbar sind, so bietet sich da sein schlechtes Gewissen an: da er diesen Mandanten tatsächlich nicht verteidigt hat, weshalb die Erinnerungen an diesen Prozeßtag auch gnädig verschwommen sind, dürfte er ein schlechtes Gewissen gehabt haben...
Frau Wolff hat zwar immer gern "verstehendes Lesen" der Schriften Strates empfohlen, aber es zeigt sich, dass sie den WA-Antrag nicht bis ins Detail verinnerlicht hat, sonst müsste ihr doch die oben zitierte Passage gut erinnerlich sein.
Wenn sogar ich mir das gemerkt und per Guugl gefunden habe...!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 01:19:25
Frau Wolff hat zwar immer gern "verstehendes Lesen" der Schriften Strates empfohlen, aber es zeigt sich, dass sie den WA-Antrag nicht bis ins Detail verinnerlicht hat, sonst müsste ihr doch die oben zitierte Passage gut erinnerlich sein.
Wenn sogar ich mir das gemerkt und per Guugl gefunden habe...!

Jaja. Und wenn Frau Escher am Ende ganz andere Schlüsse zieht, ist sie eben die halsstarrige Verteidigerin der bayrischen Justiz.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 01:32:18
Mal sehen ob die Süddeutsche mit Prantl den "Fall Mollath" besser übersteht als der Stern die Hitlertagebücher....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 01:43:41
Prantl und Bommarius sollten für ihre "Berichterstattung" im Fall Mollath die goldene Himbeere erhalten oder wie auch immer der Preis für "Vollpfostenjournalismus" (Kachelmann) genannt wird.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 08:55:35
3.Verhandlungstag aus der Sicht von H.E.Müller:

http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 09:33:55
Wäre ja mal interessant zu wissen, wie Herr Müller darauf reagiert wenn man seine Privatadresse ausspioniert und unterschwellig androht ihm das Haus abzufackeln.........

Die Täter-Opfer-Umkehr im Fall Mollath funktioniert inzwischen schon automatisch.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 11:06:43
Es gibt ihn, den politischen Missbrauch der Psychiatrie:

Zitat
Da ist zunächst einmal der Missbrauch der Psychiatrie (die, wie man immer wieder einmal betonen muss, ein medizinisches Fachgebiet und keine Institution ist, was aber im Sprachgebrauch merkwürdig verschwimmt) als Projektionsfläche für Vorurteile. Diesen Missbrauch betreiben Journalisten ebenso wie Politiker ausgesprochen gerne. Er reicht vom bekannten Missbrauch des Begriffs Schizophrenie als Metapher [6] für alles, was widersprüchlich erscheint bis zu diffamierenden Äußerungen von Politikern übereinander, so etwa CSUGeneralsekretär Scheuer im März 2014 über den ehemaligen SPD-Kollegen Edathy („…gehört in die Klapse“). Sprachlich und kulturell wesentlich elaborierter, gleichwohl ein antipsychiatrisches Klischee bedienend, formulierte Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung 2013, dass zur Einweisung in die forensische Psychiatrie,welche „schlimmer als Gefängnis“ sei, „strafrechtlicher Pipifax“ genüge.Wobei im Fall Mollath in keiner seriösen Nachrichtensendung bei der Erwähnung des Worts „Psychiatrie“ die eingeblendeten Fixierbetten fehlten.
[Steinert T. Missbrauch der Psychiatrie… Psychiat Prax 2014; 41: 237–238]

Müller wertet, ohne zu berichten, und Lakotta berichtet, ohne zu werten:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zeugen-bestaetigen-pruegelvorwuerfe-vor-gericht-a-980187.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 11:53:54
Es gibt ihn, den politischen Missbrauch der Psychiatrie:

Zitat
Da ist zunächst einmal der Missbrauch der Psychiatrie (die, wie man immer wieder einmal betonen muss, ein medizinisches Fachgebiet und keine Institution ist, was aber im Sprachgebrauch merkwürdig verschwimmt) als Projektionsfläche für Vorurteile. Diesen Missbrauch betreiben Journalisten ebenso wie Politiker ausgesprochen gerne. Er reicht vom bekannten Missbrauch des Begriffs Schizophrenie als Metapher [6] für alles, was widersprüchlich erscheint bis zu diffamierenden Äußerungen von Politikern übereinander, so etwa CSUGeneralsekretär Scheuer im März 2014 über den ehemaligen SPD-Kollegen Edathy („…gehört in die Klapse“). Sprachlich und kulturell wesentlich elaborierter, gleichwohl ein antipsychiatrisches Klischee bedienend, formulierte Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung 2013, dass zur Einweisung in die forensische Psychiatrie,welche „schlimmer als Gefängnis“ sei, „strafrechtlicher Pipifax“ genüge.Wobei im Fall Mollath in keiner seriösen Nachrichtensendung bei der Erwähnung des Worts „Psychiatrie“ die eingeblendeten Fixierbetten fehlten.
[Steinert T. Missbrauch der Psychiatrie… Psychiat Prax 2014; 41: 237–238]

Müller wertet, ohne zu berichten, und Lakotta berichtet, ohne zu werten:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zeugen-bestaetigen-pruegelvorwuerfe-vor-gericht-a-980187.html

Man könnte meinen es wäre die Bericherstattung über zwei unterschiedliche Verhandlungen....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 11:55:11
Mein Zwischenstand: es gibt bisher drei Zeugen (darunter ein Arzt und ein Rechtsanwalt), die plastisch die Gewalttätigkeit und Bedrohlichkeit des Herrn M. in der fraglichen Zeit bezeugen. Die Bewusstlosigkeit ist nicht nachgewiesen - wie auch. Körperverletzung bleibt.

Die angekündigte "Zerlegung" des Reichel-Attests durch die Staatsanwaltschaft hat offenbar bisher nicht stattgefunden. Es ist nun wohl an der Zeit, dass die Verteidigung die Entlastungszeugen auffährt, die bestätigen, dass Herr M gleichzeitig der friedfertigste Mensch auf Gottes weitem Erdboden gewesen ist. Ich bin gespannt auf den Zeugen Braun - in dessen eidesstattlicher Versicherung übrigens erwähnt ist, dass Fr. M. "500.000 EUR von seinem Vermögen" [Hervorhebung durch mich] angeboten habe, was nicht stimmen kann.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 12:03:39
Es wäre doch interessant, wenn Herr Braun, sollte er seine Angaben vor Gericht heute wiederholen, ebenfalls angezeigt würde. Die Mollath-Seite mag doch ihre eigene Medizin, oder?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 12:29:57
Es wäre doch interessant, wenn Herr Braun, sollte er seine Angaben vor Gericht heute wiederholen, ebenfalls angezeigt würde. Die Mollath-Seite mag doch ihre eigene Medizin, oder?

Man muss sich ja nicht, nur weil man sich in einem Krieg wähnt, auf das Niveau derer herablassen die man kritisiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: mossmann am 10. Juli 2014, 12:57:37
Mein Zwischenstand:

Ihr seid immer noch ganz schön mit Eifer bei der Sache.

Gut so, weitermachen ...  8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 13:02:23
Zitat
"Sie hielten ihn nicht für krank?", hakt der Psychiater Norbert Nedopil nach, der Mollath erneut für das Gericht begutachten soll. "Was war denn dann Ihr Eindruck?" - "Dass er diese Geschichten mit der HypoVereinsbank aufgeklärt haben wollte und dass er vorher nicht bereit war, mit irgendjemandem über die Tatvorwürfe zu reden", antwortet Dolmany. "Da hat er mir leidgetan. Wenn Sie sehen, wie dann die Weichen gestellt werden hin zu einem fatalen Schicksal - da wird es einem als Verteidiger ganz anders."

Hier wird auch noch einmal die Absurdität der Müllerschen Überlegung
Zitat
Ebenso erscheint es mir zulässig (und keineswegs abwegig), wenn Herr Prof. Nedopil von sich aus nicht der ganzen Verhandlung folgt, sondern es bei einer Teilbeobachtung belässt, zumal die Situation in der Hauptverhandlung ohnehin nur einen (kleinen und besonderen) Ausschnitt aus den Verhaltensweisen des Probanden zeigt. Nach dem Leitsatz der einschlägigen Entscheidung (BGHSt 19, 367) hätte man Prof. Nedopil auch vorab befragen können, ob er die ständige Anwesenheit als notwendig ansieht.
deutlich, die von Strate süffisant Nedopil zur Lektüre (und Befolgung) empfohlen worden ist. Wie soll sich der Sachverständige eine fundierte Meinung über den damaligen Gesundheitszustand bilden, wenn er nicht alle potentiellen Quellen nutzt und „freiwillig“ auf Fragen an Zeugen verzichtet?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 13:03:28
Gut so, weitermachen ...  8)

Jawoll, Herr Major! Gern doch.
 ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 13:18:48
Das Gericht fasst Mollath mit Samthandschuhen an.
Warum hat niemand nachgehakt, wie Mollath zu der (dokumentierten ) Einschätzung gelangt ist, Dolmany sei ein "Nazi-Staatsanwalt" , wenn er ihn vor dem Prozess nicht aufgesucht hat?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 15:18:42
Es wäre doch interessant, wenn Herr Braun, sollte er seine Angaben vor Gericht heute wiederholen, ebenfalls angezeigt würde. Die Mollath-Seite mag doch ihre eigene Medizin, oder?
Herr Braun hat heute vormittag zugegeben, dass er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt:
Zitat
@jv_joevoe: Glaubwürdigkeit des "Kronzeugen" ist erschüttert: Er musste einräumen, in preisgekrönter #ARD-Dokumentation zu #Mollath gelogen zu haben
Zuvor hatte ihm das Gericht zu verstehen gegeben, er könne durchaus auch vereidigt werden.
Zitat
@jv_joevoe: Braun behauptete, Petra M. habe regelmäßig Schwarzgeld von Bankkunden in die Schweiz gefahren. Tatsächlich sei nie drüber gesprochen worden.
Zitat
@jv_joevoe: Das Drehbuch der @reportmainz-Autoren habe diese Behauptung so erfordert: "Fernsehen ist ein bisschen Folklore", sagt Braun nun.
Nun springt Mollath ein, um seinem Freund beizustehen:
Zitat
@jv_joevoe: #Mollath verteidigt Freund: Er sei schwer krank, könne jeden Moment tot umfallen. 2004 habe er nicht mit ihm über seine Probleme gesprochen.
Der Anwalt ist vermutlich jetzt auch kurz vorm Infarkt...
Zitat
@jv_joevoe: #Mollath: "Da war vorher ein Mord-Anschlag auf ihn ... es war mir nicht möglich, ihn mit meinen Problemen zu behelligen."
Nun also doch:
Zitat
@goalgetter32: Der Zeuge wird auf Wunsch der Verteidigung vereidigt. Das erhöht die Glaubwürdigkeit, sehr gut. Mit religiöser Formel. #mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 15:36:34
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/wie-gustl-mollath-zunehmend-vereinsamte_273947

Interessant auch dieses Detail:
Zitat
Mollaths Sprachlosigkeit hat auch Ralph Gebeßler (55) zu spüren bekommen. Er habe nur über Schwarzgeldschiebereien bei der Hypovereinsbank gesprochen, sagt der Betreuer aus Geiselhöring, der „froh“ war, seinen Mandanten wieder los zu sein. Dabei hatte Gebeßler es geschafft, die Zwangsversteigerung des Mollath’schen Hauses um mehr als ein Jahr hinauszuzögern. Er war ja damit beauftragt, sich um das Vermögen des Mannes zu kümmern, der gerade in die Psychiatrie gekommen war. Aber statt mit Ärzten – oder mit ihm – zu sprechen, wollte Mollath nur mit seinen Unterstützern Kontakt haben. Das wurde dem Betreuer zu viel. Er hätte wochenlang arbeiten müssen für ihn, bekam aber nur 4,5 Stunden im Monat bezahlt. Eine Verbindung, die scheitern musste. Die Hilflosigkeit traf beide Seiten hart, und unheilbar: „Ich war froh, das Amt wieder los zu sein“, sagt der Betreuer, der Mollath für krank hält. „Und ich war meine Habe los“, sagt Mollath, der den Betreuer für unfähig hält.
[Hervorhebungen durch mich]

Was hat Herr M zu diesem Punkt dem Psychiater Simmerl mitgeteilt?
Zitat
Es sei ihm schon außerordentlich komisch vorgekommen, dass ein Rechtsanwalt Gebessler aus Geiselhöring zum Betreuer bestellt wurde.
Hier hätte Simmerl einhaken können: warum komisch?
Zitat
Der Betreuer hätte sich ebenfalls ungeheuerlich verhalten. So sei er bei der Verhandlung zunächst anwesend gewesen. Er selbst sei immer verzweifelter geworden, da der Richter sämtliche Beweisanträge u. Zeugen von ilun abgelehnt hätte. Er hätte sich da Hilfe von dem Betreuer erwartet, dieser sei jedoch plötzlich während der Verhandlung verschwunden gewesen.
Er war verzweifelt, weil niemand von der Schwarzgeldgeschichte hören wollte; wie hätte ihm da ein Betreuer helfen können? Simmerl hätte sich und den Betroffenen fragen können, was denn wohl die Schwarzgeldgeschichte mit den aktuellen Vermögensangelegenheiten zu tun haben soll.

Ich sag's mal so: Kröber scheint mit seiner Kritik des Simmerl-Gutachtens richtig gelegen zu haben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 15:44:41
Mal eine andere Frage, hat denn Herr Mollath in den Jahren 2000(Schliessung Werkstatt)-2006(Psychiatrie) auch nur einmal irgendwas gearbeitet, oder hat er von Erbschaften und Krediten gelebt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 16:35:47
Noch mal ausführlich zu Braun:
Zitat
Mollath meldet sich zu Wort, um die Glaubwürdigkeit seines Freundes zu stützen. Mollath schätze ihn als guten Freund, dem er sich anvertrauen wollte, doch er habe Braun bei seinem Besuch an Christi Himmelfahrt 2004 nicht mit seinen Problemen belasten wollen. Braun ist am Tag zuvor zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Heute sei er schwer krank: "Er könnte jeden Tag sofort tot umfallen", sagt Mollath. Das erkläre auch seinen Auftritt heute.

Nach einer Unterbrechung hat die Kammer beschlossen, den Zeugen zu vereidigen. Von Richterin Escher wird Braun belehrt, dass ein Meineid mit Freiheitsstrafe bestraft wird. Braun würde gerne nur seine Kernaussage vereidigen lassen - das geht aber nicht. Später hebt er die recht Hand und schwört, die Wahrheit gesagt zu haben.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Und hier noch eine detaillierte Schilderung der Aussage von Markus Reichel zum damaligen Zustand der von ihm untersuchten Patientin:

http://www.scoop.it/t/mollath/p/4024350704/2014/07/09/fall-gustl-mollath-sie-sah-klaglich-aus-oberpfalz-nachrichten-br-de
Zitat
Im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath in Regensburg haben zwei Zeugen die Misshandlungsvorwürfe seiner Ex-Frau untermauert. "Sie sah kläglich aus", sagte der Arzt, der Mollaths Ex-Frau im August 2001 untersucht hatte.
 
Es sei für ihn das erste Attest einer Misshandlung dieser Größenordnung gewesen, sagte der Nürnberger Arzt am Mittwoch (09.07.14) vor Gericht. An der Patientin habe er umfangreiche Verletzungen festgestellt. Die damalige Frau Mollath hatte nach seiner Dokumentation großflächige Hämatome an den Oberarmen, Blutergüsse seitlich am Hals und am Unterschenkel. Darüberhinaus dokumentierte er eine Bisswunde am Ellenbogen, Schürfwunden am Rücken und eine Prellung an der Schläfe.
 
Mehrere Tage arbeitsunfähig
 
Der Arzt sagte, "heutzutage messe ich die Größe der Hämatome aus. Damals habe ich das noch nicht gemacht." Er habe auch keine Fotos gemacht. Mollaths damalige Frau sei mehrere Tage arbeitsunfähig gewesen. Sie habe Schmerzen gehabt und sei gedrückter Stimmung gewesen. Er sagte, "sie sah kläglich aus, als sie vor mir stand".
 
Arzt hatte noch keine Kassenzulassung
 
Petra M. habe ein Attest gewollt, weil sie offenbar Angst hatte, dass ihr noch mehr passiere, so der Mediziner. Er hatte die Praxis damals von seiner Mutter übernommen. Da er noch keine Kassenzulassung hatte, habe er unter dem Namen seiner Mutter gearbeitet und Atteste und Bescheinigungen jeweils mit dem Kürzel "in Vertretung" unterschrieben. Petra M. sei immer noch seine Patientin.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 17:13:46
Mein Favorit der ersten drei Tage kommt vom Arzt R. aus Nürnberg

„Ich bin Kampfsportler. Da weiß man, wie Würgemale aussehen.“

http://www.regensburg-digital.de/mollath-kann-nichts-fuer-eine-hohe-idiotendichte/09072014/

Zitat
Bei den Nachfragen des vom Gericht bestellten Sachverständigen Professor Wolfgang Eisenmenger muss der Arzt anschließend zugestehen, dass er damals noch keine große Erfahrung mit solchen Attesten besaß. Wie er zu der Einschätzung gekommen sei, dass es sich bei den Blutergüssen am Hals von Petra M. um Würgemale gehandelt habe, fragt Eisenmenger. „Ich bin Kampfsportler. Da weiß man, wie Würgemale aussehen.“ Warum er die Farbe der Hämatome nicht beschrieben habe? Das müsse nicht ins Attest, sagt der Arzt. Die Blutergüsse hätten „frisch“ ausgesehen.
Zitat
„Ihnen ist bewusst, dass dieses Attest Ihre Einschätzung glaubhaft nicht mit einem objektiven Befund belegt“, hakt Eisenmenger nach. Der Arzt zuckt mit den Schultern. Es handle sich doch um ein allgemeinverständliches Attest und nicht um ein Gutachten. Ob er die Schilderung vom „Würgen bis zur Bewusstlosigkeit“ durch die Suche nach typischen Einblutungen überprüft habe? Der Arzt verneint.

Wie ist eigentlich die Stimmung während der Facharztprüfung, wenn ein Prüfling eine solche Zusatzqualifikation anbietet?
"Und das hier ist mein schwarzer Gürtel."

Der Arzt wird vielleicht noch einen weiteren Auftrtitt haben, es gibt da womöglich zwei verschiedene Atteste
Zitat
Als Rechtsanwalt Strate anschließend fragt, ob es mehrere Atteste mit verschiedenen Inhalten gegeben habe, räumt der Allgemeinmediziner ein, dass er dass „für möglich“ halte. Er müsse zusehen, ob er sie in der Patientenkartei noch finde.
Im Liveblog von Pascal Durain steht (Tag 3, Zeuge 3)
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Strate hält das Schriftstück hoch und bittet darum, dass der Arzt noch mal die zwei anderen Word-Dokumente dem Gericht vorlegt. Er fragt den Arzt, ob das zweite Attest einen anderen Inhalt hat, "damit jemand zur Kur fahren kann". Der Arzt streitet das nicht ab, er hält es für "möglich".
Die angekündigte "Zerlegung" des Reichel-Attests durch die Staatsanwaltschaft hat offenbar bisher nicht stattgefunden.
Wenn Wolfgang Eisenmenger sagt

Zitat
Ihnen ist bewusst, dass dieses Attest Ihre Einschätzung glaubhaft nicht mit einem objektiven Befund belegt“, hakt Eisenmenger nach.

reicht das für dich als vorläufige Zerlegung nicht aus? Pascal Durain berichtet im Liveblog ausführlicher (Tag 3, Zeuge 3)

Zitat
Gutachter Prof. Wolfgang Eisenmenger deckt mit präzisen Nachfragen mehr Schwächen im Attest auf: So hat der Arzt beispielsweise häufig falsche Begriffe verwendet und falsche Interpretationen angestellt.

Eisenmenger hat bisher nur Fragen gestellt. Ich bin gespannt, was er zu erzählen hat, wenn er selbst zu dem Attest befragt wird. :Popcorn:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 17:24:52
Es wäre mir neu, dass bisher irgendwer behauptet hätte dieses Attest wäre das eines forensischen Facharztes und würde irgendwas beweisen. Es ist ein Attest eines Allgemeinmediziners das besagt ,dass eine Patientin Verletzungen hat die mit ihren Erzählungen häuslicher Gewalt übereinstimmen, nicht mehr und nicht weniger.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 17:30:04
Wie ist eigentlich die Stimmung während der Facharztprüfung, wenn ein Prüfling eine solche Zusatzqualifikation anbietet?
"Und das hier ist mein schwarzer Gürtel."
Ich weiß nicht, ob es zum Umfang der Ausbildung zum Allgemeinarzt gehört, Würgemale zu identifizieren. Weißt Du da näheres?

Die angekündigte "Zerlegung" des Reichel-Attests durch die Staatsanwaltschaft hat offenbar bisher nicht stattgefunden.
Wenn Wolfgang Eisenmenger sagt
Zitat
Ihnen ist bewusst, dass dieses Attest Ihre Einschätzung glaubhaft nicht mit einem objektiven Befund belegt“, hakt Eisenmenger nach.
reicht das für dich als vorläufige Zerlegung nicht aus?
Wie gesagt, das ist kein Aufreger. Es war doch klar, dass Strate am ehesten die Bewusstlosigkeit und die Würgemale wegkriegt, das hatten wir schon. Die „gefährliche Körperverletzung“ mag offen bleiben, die Körperverletzung bleibt, und die ist sicherer belegt, als ein gewisser Tyko meinte („Das wird dem Reichel keinen Spaß bringen müssen“).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 17:35:35
@Tyko:
Entscheidend für DIESEN Prozess ist doch, dass der Arzt nun persönlich vernommen wurde und die Schilderungen der P.M. sowie der Schwägerin bestätigt.
Dass er mit dem Attest keine fachliche Heldentat begangen hat, steht außer Frage: er hätte die Befunde selbst mit Fotos dokumentieren müssen. Dass er es nicht tat, ist seiner beruflichen Unerfahrenheit geschuldet.

Warum das Attest in mehrfacher&  textlich abweichender Ausfertigung vorlag, wurde schon angesprochen: es hängt davon ab, wofür es benötigt wird. Aber auch hier hätte korrekter Weise der Textbaustein entsprechend modifiziert werden müssen: "zur Vorlage bei... "

Gerade kursiert auf Twitter das Gerücht, die Ärztin Krach sei eine Kundin der Petra M. gewesen - das sollte einem mehr zu denken geben als die Unbeholfenheit des Reichel-Attestes: macht einen ganz schlechten Eindruck.

Aber selbst diese Verflochtenheit ist nicht per se verdächtig, sondern bildet nur die gesellschaftlichen Beziehungen der gehobenen Mittelschicht einer mittelgroßen Stadt ab, in der man sich kennt und sich gegenseitig weiterempfiehlt - den Steuerberater, den Zahnarzt, die Fußpflege ...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 17:46:41
Gerade kursiert auf Twitter das Gerücht, die Ärztin Krach sei eine Kundin der Petra M. gewesen - das sollte einem mehr zu denken geben als die Unbeholfenheit des Reichel-Attestes: macht einen ganz schlechten Eindruck.
Hier ist die a-priori-Wahrscheinlichkeit, dass das auf verlässlichen Quellen beruht, wohl eher sehr gering. Wer sollte das wie rausgefunden haben? Wahrscheinlich sind beide im Rotarier-Club.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 17:59:34
Das ist ein Tweet aus dem Gerichtssaal, wo die Frau Krach heute als Zeugin gehört wird - von jemand, dessen Tweets bisher recht sachlich klangen - also nicht Heidingsfelder..
Aber mal abwarten, ob das so aufrechterhalten werden kann und bestätigt wird.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/aerztin-verteidigt-mollath-diagnose/1090662/aerztin-verteidigt-mollath-diagnose.html
Zitat
Tag 4, Nachmittag, zweite Zeugin: Die Ärztin kommt mit Beistand: Neben ihr sitzt ihr Anwalt. Die Frau, Fachärztin für Psychiatrie in der Institutsambulanz des Erlanger Klinikums, gab eine ärztliche Stellungnahme im ersten Verfahren vor dem Amtsgericht Nürnberg 2003 ab. Gesprochen oder gesehen hat sie Mollath nicht. Das räumt sie auch vor Gericht ein.

Sie habe mit Petra M., vermutlich im Jahr 2002, eine Tasse Kaffee getrunken. Petra M. war damals Bankberaterin der Frau. Petra M. soll abgemagert ausgehen haben. Bei diesem Treffen habe sie der Ärztin erzählt, dass sie eine Wesensänderung bei ihrem Gatten festgestellt habe. Er habe ihr verboten, bestimmte Zimmer im Haus zu betreten. Die Jalousien mussten im ganzen Haus unten bleiben; immer wieder sei Mollath plötzlich ausgerastet - und irgendwann sei er übergriffig geworden, habe sie zu Boden gedrückt und gewürgt. Zwei Mal.

Die Zeugin habe der Ehefrau dann empfohlen, sich zu schützen, auszuziehen und die Verletzungen zu dokumentieren. Die Ärztin sagt, Petra M. habe sich um ihren Mann gesorgt, er sei mit der Scheidung vielleicht überfordert und könne nicht sich selbst überlassen werden.

Ein Jahr später, kurz vor dem 18. September 2003, habe Petra M. sie um eine Stellungnahme gebeten. In Kürze solle sie, Petra M., als Zeugin in einem Verfahren aussagen: Ihr Mann soll sich sich mit ihrem Bruder geschlagen haben. "Ich habe damals gedacht, wenn ich nichts schreibe, und Frau M. würde ums Leben kommen, wie würde man dann an mich herantreten." Für die Zeugin sollte ihre Stellungnahme zu einer "Deeskalation" beitragen, "es ging um eine Hilfestellung". Sie schrieb dann, dass Mollath mit großer Wahrscheinlichkeit an einer ernstzunehmenden Störung leide. Sie habe Petra M. geglaubt, weil das Geschilderte eine Entwicklung "wie aus dem Lehrbuch" aufzeigt, die ein Laie so nicht wissen könne. Ihre Aussagen seien stimmig gewesen. Mollath habe sein Geschäft aufgegeben und bestimmte Kompensationsmechanismen gezeigt. Sie habe den Eindruck gehabt, dass sich die Eskalation immer weiter fortsetzt, sich gar ausgebreitet hat - auf Arbeitgeber, Richter, Politik... Strate wirft ein: "Alles aufgrund der Aussagen einer Person. Unglaublich."

Später hält er ihr vor, dass die Geschichte Petra M.s "in keinem Punkt stimmt." Frau M. sei bei einer Rangelei gar nicht dabei gewesen, in dem Verfahren ging es um sie als Geschädigte selbst.
Nach dem das Amtsgericht Mollath zur psychiatrischen Untersuchung schickte, sprach die Ärztin mit mit dem Chefarzt Dr. Wörtmüller, der mit dem Gutachten beauftragt wurde. "Was kann es denn sein, was der Herr Mollath hat?", will sie ihn gefragt haben. Antwort Dr. Wörtmüller laut Zeugin: "Da ist schon was". Aus Verteidiger Strate platzt es heraus: "Das ist im Wesentlichen auch das Ergebnis ihrer Stellungnahme: Da ist schon was."

Dann wird Mollath selbst zum Verhörer: Er schiebt voraus, dass diese Frau eine ganz wichtige Zeugin für ihn sei, sie habe den Startschuss für seine Misere gegeben. Er stellt klar, dass seine Frau nie habe von einem Bügelbrett essen müssen. "Haben Sie Erfahrungen mit Borderline-Störungen?", fragt er. "Ja." Ob Petra M. ihr berichtet habe, dass sie einst an einer Ess-Brech-Störung litt? "Nein." Die Zeugin will ebenfalls keine Kenntnis darüber haben, dass die Hypobank Geld in die Schweiz geschafft haben soll. Sie sei nicht so glücklich mit dieser Bank geworden. Gelächter im Saal. Strate dazu: "Ja, da geht es nicht nur ihnen so."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 18:18:14
Lustig, gestern ha ter dem Anwalt empfohlen sich Hilfe zu suchen heute diagnostiziert er eine Esstörung bei seiner Frau der Zahnarzt Braun ist totkrank...... alle krank ausser Gustl.  :crazy

Wie selektiv darf man denn vor Gericht von seinem Schweigerecht gebrauch machen? Selber keine Fragen beantworten, aber Zeugen befragen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 18:21:22
Zitat
Sie habe mit Petra M., vermutlich im Jahr 2002, eine Tasse Kaffee getrunken. Petra M. war damals Bankberaterin der Frau.
Ach so. Ich dachte, Kundin bei der Wunderheilerin  :crazy
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 18:25:05
Zitat
Sie habe Petra M. geglaubt, weil das Geschilderte eine Entwicklung "wie aus dem Lehrbuch" aufzeigt, die ein Laie so nicht wissen könne. ... Strate wirft ein: "Alles aufgrund der Aussagen einer Person. Unglaublich."
Nein, Herr Strate. Es bleibt dabei: 2 und 2 sind 4.

Zitat
Dann wird Mollath selbst zum Verhörer
Dabei scheint Nedopil ja nicht zu stören. Nur, wenn er selber mal Stellung nehmen soll.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 18:45:52
Jedenfalls macht es für mich -ausmBauchheraus - einen gewissen Sinn, falls die Konstellation Krach-Petra in dieser Verstricktheit von Vermögensberatung und "Gefahr-im-Verzug"- Hilfsbereitschaft so etwas wie den Kristallisationskern oder Trigger für eine gewisse paranoide Befürchtung bildet. Und wenn dann noch Wörthmüller der damalige Chef von Frau Krach war ... Da kommt schon einiges an Kristallisationskernen zusammen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 19:03:07
Nein, sweeper. Es gibt nun wirklich mehr als genügend Hinweise auf Psychose, um ein solches Attest zu rechtfertigen. Eine wie auch immer geartete "Konstellation" ist eine zusätzliche "Hypothese", die keinerlei Notwendigkeit aufweist, da ist kein zusätzlicher Erklärungsbedarf.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 19:08:40
@ Pelacani und Sweeper, letztes Jahr haben wir uns umfangreich ausgetauscht über den Fall und den kommenden Prozess. Ein ganz wichtiger Hinweis von mir ist gewesen, dass Frau Mollath von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Ich habe da sogar ein Zitat aus einem Lapp-Gespräch mit ihr gefunden, wo sie das ankündigt. Einige hier im Faden haben das überhaupt nicht verstehen können. Auch mein Hinweis, dass ihr Anwalt ihr das raten würde, hat nicht gefruchtet. Nun ist das so gekommen.

Obwohl ihr umfangreich dokumentiert, was berichtet wird, ist, glaube ich, ein wichtiges Detail zu diesem Komplex untergegangen, was wohl nur von Ursula Prem überliefert worden ist:

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-1-tag.html
Zitat
Interessant ein von der Vorsitzenden Richterin verlesenes Schreiben vom 2. Juli, in welchem die Ex-Frau einer möglichen Untersuchung nach 81c Abs.1 StPO widerspricht. Hierbei dürfte es um eine eventuelle ärztliche Feststellung der angeblichen Bissspuren gehen, von denen sie im Jahre 2006 behauptet hatte, die seien heute noch zu sehen, zu einem Zeitpunkt also, als die angebliche körperliche Auseinandersetzung mit ihrem Ex-Mann bereits fast fünf Jahre zurücklag.

Da kann Prof. Eisenmenger hinter stehen, der sich die Bisswunde, die im Urteil von 2006 angeführt wird, einmal genauer ansehen möchte. Frau Mollath hat aber einen erfahrenen Anwalt: sie verweigert auch die Nachuntersuchung. Wenn die Spuren der blutenden Wunde als Narbe 2006 zu sehen waren, dann müsste sich auch 2014 etwas finden lassen. Wenn es aber keine Narbe gab, dann war der Biss vielleicht nicht mit "uruguayischer" Heftigkeit ausgeführt worden. Man kann vielleicht noch verstehen, dass sich Frau M. nicht in die Öffentlichkeit begeben will. Aber warum lässt sie keinen Rechtsmediziner die Narbe begutachten? Diese Frage wird sich das Gericht auf jeden Fall stellen. (Und es geht eben darum, dass Frau M. etwas behauptet hat, das sie beweisen muss; für Mollath gilt der In-Dubio-Grundsatz.)

Der Arzt R. ist heute eben wirklich auch Zeuge gewesen, und das Gericht wird die hochnotpeinliche Befragung durch Eisenmenger genau verfolgt haben. Dieser Spruch mit der Kampfsporterfahrung würde bei mir als Schöffe (und Nichtmediziner) den letzten Respekt aufbrauchen. Was bleibt denn übrig von den Vorwürfen?

Würgen bis zur Bewusstlosigkeit? Keine Hinweise, (außer der Expertise eines Kampfsportlers)
Schwere, blutende Bissverletzung? Keine Hinweise (tauchen auch erst im Urteil auf)
Leichte Bissspuren? Ja.
Schläge mit der Faust? Keine Hinweise im Attest (laut Eisenmenger)
Schläge mit der flachen Hand? Ja, (aber es fehlt die Farbe der blauen Flecken; "frisch" sagt der Kampfsportler)

Die Schläge mit der Faust hat Frau Mollath erst später bei der Polizei heraufgestuft. Die leichte Bissspur wurde zu Mollaths Ungunsten im Urteil zu einer schweren Bissverletzung mit Narbe. Und das Würgen bis zur Bewusstlosigkeit hat dann die Lebensgefahr begründet. Aus Sicht eines Schöffens könnte das mehrfache Heraufstufen der Vorwürfe aber Zweifel hervorrufen. Für mich ist damit der Vorfall von 2001 vom Tisch (wäre ich Schöffe).

Bleiben die Freiheitsberaubung und Körperverletzung vom Mai 2002. Da hat die Schwägerin gestern ausgesagt, dass sie Mollath gesehen hätte. Sie ist in der Lage gewesen, seinen Aggressionszustand genau zu beschreiben. Und sie beschreibt die Verletzungen, die Frau M. erlitten haben soll. Doch vor einem Jahrzehnt hat sie bei der Polizei zu Protokoll gegeben, dass sie Mollath nicht gesehen hat und von Verletzungen hat sie auch nichts erzählt. Und damit ist ihre Glaubwürdigkeit einem Zweifel ausgesetzt. Für mich ist damit auch dieser Vorfall vom Tisch (wäre ich Schöffe).

Briefdiebstahl? Den hat nicht einmal Brixner Mollath zur Last gelegt. Es hatte sich herausgestellt, dass er die Briefe in den Briefkasten gelegt hatte

Reifenstechereien? Ich erwarte nicht, dass da etwas kommt.

Und an dieser Stelle könnte das Gericht dann schon fast abbiegen und gar nicht mehr weiterforschen wollen nach Motiven der Frau M.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 19:24:56
Nein, sweeper. Es gibt nun wirklich mehr als genügend Hinweise auf Psychose, um ein solches Attest zu rechtfertigen. Eine wie auch immer geartete "Konstellation" ist eine zusätzliche "Hypothese", die keinerlei Notwendigkeit aufweist, da ist kein zusätzlicher Erklärungsbedarf.
Das war eine "Aus dem Bauch heraus"
- Nebenbemerkung von mir und als solche gekennzeichnet . Ich bin der Auffassung ( und beziehe mich dabei auf Prof. Eckart Rüther), dass eine wahnhafte Störung in den allermeisten Fällen eine nachvollziehbare Komponente hat. Dass Mollath vorher schon auffällig war, daran besteht für mich kein Zweifel - dafür gibt es ja auch die Briefe etc als Zeugnisse.

Aber warum er sozusagen in diese Richtung abgebogen ist, erscheint mir jetzt etwas besser nachfühlbar: dieser Eindruck, dass sich alles, insbesondere Bank und Psychiatrie, gegen ihn verschworen hat.

Bin sozusagen grad auf einer anderen Ebene der Betrachtung unterwegs.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 19:34:49
Zitat
@ Pelacani und Sweeper, letztes Jahr haben wir uns umfangreich ausgetauscht über den Fall und den kommenden Prozess. Ein ganz wichtiger Hinweis von mir ist gewesen, dass Frau Mollath von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Ich habe da sogar ein Zitat aus einem Lapp-Gespräch mit ihr gefunden, wo sie das ankündigt. Einige hier im Faden haben das überhaupt nicht verstehen können. Auch mein Hinweis, dass ihr Anwalt ihr das raten würde, hat nicht gefruchtet. Nun ist das so gekommen.

Hast Du ganz toll gemacht! :umarm:

Zitat
Obwohl ihr umfangreich dokumentiert, was berichtet wird, ist, glaube ich, ein wichtiges Detail zu diesem Komplex untergegangen, was wohl nur von Ursula Prem überliefert worden ist:

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-1-tag.html
Zitat
Interessant ein von der Vorsitzenden Richterin verlesenes Schreiben vom 2. Juli, in welchem die Ex-Frau einer möglichen Untersuchung nach 81c Abs.1 StPO widerspricht. Hierbei dürfte es um eine eventuelle ärztliche Feststellung der angeblichen Bissspuren gehen, von denen sie im Jahre 2006 behauptet hatte, die seien heute noch zu sehen, zu einem Zeitpunkt also, als die angebliche körperliche Auseinandersetzung mit ihrem Ex-Mann bereits fast fünf Jahre zurücklag.

Vielleicht möchte die Frau nur komplett in Ruhe gelassen werden, wenn schon der Rechtanwalt beschreibt was der Mollathmob mit ihm alles angestellt hat, möche ich mir gar nicht vorstellen was Frau M. da die letzten beiden Jahre mitmachen musste.

Zitat
Da kann Prof. Eisenmenger hinter stehen, der sich die Bisswunde, die im Urteil von 2006 angeführt wird, einmal genauer ansehen möchte.
Oder auch nicht, s.o. reine Spekulation.

Zitat
Frau Mollath hat aber einen erfahrenen Anwalt: sie verweigert auch die Nachuntersuchung. Wenn die Spuren der blutenden Wunde als Narbe 2006 zu sehen waren, dann müsste sich auch 2014 etwas finden lassen.
Oder auch nicht, s.o. reine Spekulation.
 
Zitat
Wenn es aber keine Narbe gab, dann war der Biss vielleicht nicht mit "uruguayischer" Heftigkeit ausgeführt worden.
Ja und?
Zitat
Man kann vielleicht noch verstehen, dass sich Frau M. nicht in die Öffentlichkeit begeben will. Aber warum lässt sie keinen Rechtsmediziner die Narbe begutachten?

Was sollte das bringen, alle Mollathgläubigen schreien doch sofort auf, die hat sich selber gebissen!
Zitat
Diese Frage wird sich das Gericht auf jeden Fall stellen. (Und es geht eben darum, dass Frau M. etwas behauptet hat, das sie beweisen muss; für Mollath gilt der In-Dubio-Grundsatz.)
Warum solltze sie das beweisen müssen sie hat ja drei Atteste, die die Verletzung bestätigen.
Zitat
Der Arzt R. ist heute eben wirklich auch Zeuge gewesen, und das Gericht wird die hochnotpeinliche Befragung durch Eisenmenger genau verfolgt haben.

Was war jetzt daran hochnotpeinlich?.....R. ist kein Rechtsmediziner, und?
Zitat
Dieser Spruch mit der Kampfsporterfahrung würde bei mir als Schöffe (und Nichtmediziner) den letzten Respekt aufbrauchen. Was bleibt denn übrig von den Vorwürfen?
das frau Mollath Verletzungen hatte, die zu ihren Schilderungen der Übergriffe durch Herrn Mollath passen.
Zitat
Würgen bis zur Bewusstlosigkeit? Keine Hinweise, (außer der Expertise eines Kampfsportlers)
...und Arztes der Hämathome am Hals festgestellt hat.
Zitat
Schwere, blutende Bissverletzung? Keine Hinweise (tauchen auch erst im Urteil auf)
Leichte Bissspuren? Ja.
...Bisse die Blutergüsse verursachen sind "leicht"?
Zitat
Schläge mit der Faust? Keine Hinweise im Attest (laut Eisenmenger)
Schläge mit der flachen Hand? Ja, (aber es fehlt die Farbe der blauen Flecken; "frisch" sagt der Kampfsportler)
....keine Schläge aber Hämathome und Abschürfungen...ja, und?
Zitat
Die Schläge mit der Faust hat Frau Mollath erst später bei der Polizei heraufgestuft. Die leichte Bissspur wurde zu Mollaths Ungunsten im Urteil zu einer schweren Bissverletzung mit Narbe. Und das Würgen bis zur Bewusstlosigkeit hat dann die Lebensgefahr begründet. Aus Sicht eines Schöffens könnte das mehrfache Heraufstufen der Vorwürfe aber Zweifel hervorrufen. Für mich ist damit der Vorfall von 2001 vom Tisch (wäre ich Schöffe).
Die Indizien dafür dass Herr Mollath seine Frau misshandelt hat finde ich sehr stark. (wäre ich Schöffe)
Zitat
Bleiben die Freiheitsberaubung und Körperverletzung vom Mai 2002. Da hat die Schwägerin gestern ausgesagt, dass sie Mollath gesehen hätte. Sie ist in der Lage gewesen, seinen Aggressionszustand genau zu beschreiben.

Wenn jemand mit geballten Fäusten vor mir stünde könnte ich das auch. (selbst wenn ich kein Schöffe wäre)
Zitat
Und sie beschreibt die Verletzungen, die Frau M. erlitten haben soll. Doch vor einem Jahrzehnt hat sie bei der Polizei zu Protokoll gegeben, dass sie Mollath nicht gesehen hat und von Verletzungen hat sie auch nichts erzählt. Und damit ist ihre Glaubwürdigkeit einem Zweifel ausgesetzt. Für mich ist damit auch dieser Vorfall vom Tisch (wäre ich Schöffe).
Oder ads Protokoll,dass sie ja nicht gegenlesemn musste war ungenau, das würde ich auch in Betracht ziehen. (selbst wenn ich kein Schöffe wäre)

Zitat
Briefdiebstahl? Den hat nicht einmal Brixner Mollath zur Last gelegt. Es hatte sich herausgestellt, dass er die Briefe in den Briefkasten gelegt hatte
Beleg?

Zitat
Reifenstechereien? Ich erwarte nicht, dass da etwas kommt.

...na wenn du das erwartest, wann wird denn der Mann befragt dem Mollath den zurechtgeschliffenen Schraubenzieher gezeigt haben soll?

Zitat
Und an dieser Stelle könnte das Gericht dann schon fast abbiegen und gar nicht mehr weiterforschen wollen nach Motiven der Frau M.
Womit die grosse Verschwörung munter weiterwuchern könnte, was sagt denn Frau Klasfeld  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 19:36:00
@Tyko:
Zur P.M.:
Die Last der Aussage und des Verhörs hat jetzt die Schwägerin auf sich genommen.
Zitat
Man kann vielleicht noch verstehen, dass sich Frau M. nicht in die Öffentlichkeit begeben will. ..
sie verweigert auch die Nachuntersuchung. Wenn die Spuren der blutenden Wunde als Narbe 2006 zu sehen waren, dann müsste sich auch 2014 etwas finden lassen...

Dazu lässt sich nur sagen, dass nach einer so langen Zeit von einer Narbe nicht allzu viel Beurteilbares mehr übrig sein dürfte -  außer es hat sich um einen großen Gewebsdefekt gehandelt. Außerdem verläuft die Wundheilung und Narbenbildung sehr unterschiedlich: manche neigen zu überschießendem Narbengewebe- da sieht man dann u.U. einen eindrucksvollen Befund nach Bagatellverletzung.
Als Beweismittel dürfte das nicht mehr tauglich sein.
Jedenfalls nicht über das hinaus, was im Attest als Befund vermerkt wurde.
Es ist halt anatomisch nicht möglich, sich selbst in den Ellenbogen zu beißen - wenns gelogen war, hat jemand anders die Frau M. gebissen, oder der Arzt hat eine Falschaussage gemacht.

Edit: es ist Aufgabe des gerichtsmedizinischen Sachverständigen, entsprechende Fragen zu stellen. Eine Routine. Wie kommst du auf "hochnotpeinlich" ? Gibt es diesen Begriff im Juristendeutsch noch? Er entstammt der Blutgerichtsbarkeit bzw wenn man unter Androhung von Folter ein Geständnis erzwingen wollte.
Der Arzt ist hier überdies Zeuge, nicht Angeklagter.
Was soll eine derart suggestive Wortwahl bezwecken?
In Krimi-Gabis Blog habe ich das gestern auch lesen müssen - Quatsch!

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 20:19:40
@Belbo, Beleg zum Briefdiebstahl? Findet sich im Urteil.

Hochnotpeinlich? Da wird ein Attest seziert und ein Attestaussteller befragt, und es bleibt übrig ein Arzt, der damals noch keiner war, der sich in den Fachbegriffen vertut, weil er sie nicht beherrscht, der keine Erfahrung bei der Begutachtung von Verletzungen hatte, der keine Fotos davon macht, sondern seinen Patienten empfiehlt, diese selbst zu machen, (und dabei ignoriert, dass die Fotos eines Arztes eine höhere Glaubwürdigkeit haben als die eines Patienten), der die Farbe der Hämatome vergisst zu erwähnen, weil er nicht weiß, warum das wichtig ist, und der nach den Erläuterungen eines Experten erwidert, die blauen Flecke hätten frisch ausgesehen, er könne das beurteilen, er wäre Kampfsportler. :hirn:

Für dich ist der Arzt R. weiterhin ein glaubwürdiger Zeuge? Ich habe doch einen Link beigesteuert, wo noch etwas zu lesen ist von ihm

http://www.regensburg-digital.de/mollath-kann-nichts-fuer-eine-hohe-idiotendichte/09072014/
Zitat
Angesprochen darauf, weshalb er die Glaubwürdigkeit der Schilderungen im Attest eigens erwähnt habe, räumt der Arzt ein, dass er das heute wohl nicht mehr so formulieren würde. Damals sei er anderer Meinung gewesen. „In einer Arztpraxis hat man es oft mit Leuten zu tun, die einem die wüstesten Dinge erzählen.“

Ach so, er würde also heute die Glaubwürdigkeit von Frau Mollath nicht mehr erwähnen.  Gute Exit-Strategie vom Arzt R.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 20:26:36
@Tyko:
Zur P.M.:
Die Last der Aussage und des Verhörs hat jetzt die Schwägerin auf sich genommen.

Sie hat sich auch bei der Befragung verplappert. Im Tagesspiegel ist es überliefert
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/wiederaufnahmeprozess-im-fall-gustl-mollath-zeugin-bestaetigt-haeusliche-gewalt-gegen-seine-frau/10176906.html
Zitat
Obskur bleibt auch der angeblich Biss Mollaths: Sie konnte nicht sagen, ob die Wunde versorgt wurde. Heute sei davon nichts mehr zu sehen.
Sie hat mal eben einen Grund geliefert, warum Frau M. die Nachuntersuchung verweigert hat. (Als Schöffe hätte ich mir diesen Satz  notiert.)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 20:38:38
Tyko, ich kapier nicht, was du willst -
Zitat
Für dich ist der Arzt R. weiterhin ein glaubwürdiger Zeuge? Ich habe doch einen Link beigesteuert, wo noch etwas zu lesen ist von ihm
Der war damals Berufsanfänger und machte typische Anfängerfehler. Vermutlich lag ihm auch das Formale und Schriftliche nicht. Na und ?
Er hat bestätigt, dass dies der erste Fall von Misshandlung war, der ihm unterkam. Je nachdem, wo man seine Praxis hat - etwa in einem sozialen Brennpunkt - kommt das häufiger oder weniger häufig vor. Das nimmt einen Arzt auch psychisch mit, wenn man einen geschundenen Menschen auf der Untersuchungsliege hat.
Letztlich zählt jetzt seine Funktion als Augenzeuge. Und da ist seine Schilderung - mitsamt dem unbeholfenen Attest  - für mich glaubhaft. Jeder Berufsanfänger macht Fehler. Er hat schlecht dokumentiert - passiert sogar alten Hasen mal.
Meine Meinung zählt aber ohnehin nicht: dem Gericht kommt die Beweiswürdigung zu. Ich warte das mit Gelassenheit ab und begrüße ausdrücklich, dass sie es so gründlich tun.

Übrigens: ist dir aufgefallen, dass das Gericht bislang darauf verzichtet hat, Herrn Mollath zu den Zeugenaussagen zu befragen? Heißt ja nicht, dass sie keine Fragen an ihn hätten... ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 20:56:14
Der war damals Berufsanfänger und machte typische Anfängerfehler. Vermutlich lag ihm auch das Formale und Schriftliche nicht. Na und ?

Insbesondere ist es lebenfremd anzunehmen, dass selbst ein Allgemeinmediziner, der kein Berufsanfänger ist, im Normalfall qualitativ höherwertigere Atteste verfasst. Tyko soll doch mal mit einer frisch misshandelten Frau zehn Ärzte aufsuchen. In acht von zehn Fällen wird er keine höhere Qualität erhalten als das Reichel-Attest. Praktizierende Allgemeinmediziner sind eben alles andere als Gutachter und müssen es auch nicht sein. Legte man Tykos Maßstäbe an, müsste man nahezu jeden Täter häuslicher Gewalt freisprechen.

Dass vor diesem Hintergrund Reichels Aussagen, der keinerlei Grund hat, die Unwahrheit zu sagen, erschüttert wären, ist pures Wunschdenken. Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Gericht den Zeugen für glaubwürdig und die Aussagen für glaubhaft hält.

Der Zeuge, der heute wirklich demontiert worden ist, ist der "Zahnarzt Edward Braun", der offensichtlich einfach eine Rolle in einem ARD-Drehbuch bekam. Eine Vereidigung ist absolute Rarität und legt m.E. eine klare Tendenz des Gerichts nahe, wem es aktuell zu folgen gedenkt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 21:39:15
Ein ganz wichtiger Hinweis von mir ist gewesen, dass Frau Mollath von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird.
Eminent wichtig, wenn auch von nur mäßiger Originalität, vgl. den Post von P.G. unmittelbar nach der Freilassung, #16 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=11708.msg145615#msg145615),
Zitat
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frau Ex-Mollath gar keine Lust hat, das ganze nochmal durchzukauen. Sie hat schon mehrmals durchblicken lassen, dass sie die Sache eigentlich hinter sich lassen will und nun ein "neues Leben" führt. Sie kann sich auch sicher sein, dass Mollath sie in Ruhe lässt. Mollath steht ja jetzt als öffentlich Person praktisch ständig unter Beobachtung.
Viele werden ihr zwar nachsagen sie mache das, weil sie ihre"Machenschaften" nicht aufdecken lassen will, aber letztendlich hat sie doch nichts mehr zu verlieren, wurde sie von vielen doch längst vorverurteilt.
Letztendlich wird Mollath wohl als "Whistleblower" in die Geschichte eingehen, der einer Intrige zum Opfer viel. Mehr Aufklärung wird es nicht geben.
Alle Beteiligten sind irgendwie Verlierer.
vom 06. August 2013. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dem je widersprochen zu haben.

Zitat
aber es fehlt die Farbe der blauen Flecken; "frisch" sagt der Kampfsportler
Wofür fehlt die Farbe? Für die Altersbestimmung, für die Abschätzung einer Mehrzeitigkeit des Geschehens. In Wirklichkeit waren es Tintenflecke, der Arzt war ja so unerfahren. Und hat er überhaupt untersucht? Wenn er untersucht hat, hat er überhaupt die Frau M untersucht? Da sind noch so viele Fragen offen … Würde ich mir als Schöffe notieren.

Zitat
Für mich ist damit der Vorfall von 2001 vom Tisch (wäre ich Schöffe).
Daran habe ich natürlich keinerlei Zweifel.

Aber eigentlich verstehe ich gar nicht, warum Du den Blog-Beitrag mal als „nicht gut“ (#139 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg167825#msg167825)), dann wieder als „nichtigen Blogbeitrag, von dem ich nicht sage, dass es ein schlechter Beitrag ist“ :rofl (#144 (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg167837#msg167837)) bezeichnest, wenn Du so stolz bist, seiner Schlussfolgerung uneingeschränkt zuzustimmen.
:gruebel.

Zitat
Und an dieser Stelle könnte das Gericht dann schon fast abbiegen und gar nicht mehr weiterforschen wollen nach Motiven der Frau M.
Ja, Du bist total eingefangen. Du fragst Dich nach den Motiven der Frau M. Angeklagt ist aber Herr M., den offenbar niemand danach fragen will, gegen was er sich nun eigentlich gewehrt hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 22:12:16
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath?ss=1
Zitat
Tag 4, Zeuge 3: Mit diesem Nürnberger Rechtsanwalt als Zeugen beginnt der Komplex "Sachbeschädigung" und der wirklich zähe Teil des Verfahrens; wichtige Zeugen sind schon verstorben. An dem BMW des Mannes im Zeugenstand wurden im Januar 2005 zwei Reifen zerstochen, zwei Mal innerhalb von zwei Wochen. Er weiß allerdings nicht mehr, wie die Reifen ausgesehen haben oder ob er einen Strafantrag gestellt hat. Der Hinweis, dass die zerstochenen Reifen mit Herrn Mollath in Zusammenhang stehen könnte, sei erst viel später gekommen. Die Ehefrau des Zeugen hatte Petra M. als Scheidungsanwältin vertreten. Konkrete Angaben zum Täter kann der Mann nicht machen, auf dem Beweisvideo der Polizei ist nur eine großgewachsene Gestalt zu sehen.

Nach dem der Zuge ausgesagt hat, ist die Verhandlung für diesen Tag vorbei. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Dann werden ein Staatsanwalt und drei Richter aussagen, unter anderem Otto Brixner, dem im Vorfeld dieses Prozesses mehrfach Rechtsbeugung vorgeworfen worden ist.
Na, wenn es da mal nicht zu Retraumatisierungen kommt...
Aber bislang ist Mollath ja in der Position, anderen Ratschläge zu geben.

(Hat Nedopil den Einen Ring, sie alle zu binden??)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 22:18:38
Letztlich zählt jetzt seine Funktion als Augenzeuge. Und da ist seine Schilderung - mitsamt dem unbeholfenen Attest  - für mich glaubhaft. Jeder Berufsanfänger macht Fehler. Er hat schlecht dokumentiert - passiert sogar alten Hasen mal.
Meine Meinung zählt aber ohnehin nicht: dem Gericht kommt die Beweiswürdigung zu. Ich warte das mit Gelassenheit ab und begrüße ausdrücklich, dass sie es so gründlich tun.

Dieser Augenzeuge hat etwas gesehen: Hämatome. Er macht deutlich, dass er weder dokumentiert hat, wie sie aussehen, noch ist er damals in der Lage gewesen, einzuschätzen, wie alt die Hämatome genau sind. Sie sind halt "frisch". Was kann man als "frisch" bezeichnen? Drei oder vier Tage könnten das sein. Vielleicht aber auch nur ein Tag. Je nachdem welchen Maßstab Kampfsportler anlegen. Und damit handelt er den Richtern den Zweifel ein, an dem sie nur schwer vorbeikommen. Seine Aussage besagt möglicherweise, die Verletzungen können einen Tag alt sein oder zwei Tage oder drei Tage oder vier Tage. Ich bin gespannt, wie Eisenmengers Gutachten nach dieser Befragung ausfällt.

Legte man Tykos Maßstäbe an, müsste man nahezu jeden Täter häuslicher Gewalt freisprechen.
Frau M. macht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Das ist der Unterschied.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 22:29:13
Tyko, was versprichst du dir von deiner Rechthaberei? - weder du noch ich haben die Frau gesehen; die Aussagen des Arztes sind für mich verständlich, wenn auch nicht erschöpfend.

Alles weitere wird der Prozess zeigen.
Ich sehe den Sinn nicht, über diesen Aspekt weiter zu streiten. Es gab genügend dokumentierte Hämatome, um den Schluss zu ziehen, dass dies kein temperamentvoller Liebesakt war.

Ich finde deine formaljuristische Herangehensweise amüsant.Sie verrät mir einiges über dich.
An Wahrheitsfindung scheinst du hingegen weniger interessiert.

Wenn du ein Haar in der Suppe suchst, halte dich lieber an Frau Krach:
Ich finde es ethisch höchst fragwürdig, dass sie eine Bescheinigung zur Vorlage beim Gericht beim Kaffeetrinken ausstellt. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass Petra M. ihre Patientin war.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 10. Juli 2014, 22:30:36

Dieser Augenzeuge hat etwas gesehen: Hämatome. Er macht deutlich, dass er weder dokumentiert hat, wie sie aussehen, noch ist er damals in der Lage gewesen, einzuschätzen, wie alt die Hämatome genau sind. Sie sind halt "frisch". Was kann man als "frisch" bezeichnen? Drei oder vier Tage könnten das sein. Vielleicht aber auch nur ein Tag. Je nachdem welchen Maßstab Kampfsportler anlegen. Und damit handelt er den Richtern den Zweifel ein, an dem sie nur schwer vorbeikommen. Seine Aussage besagt, die Verletzungen können einen Tag alt sein oder zwei Tage oder drei Tage oder vier Tage. Ich bin gespannt, wie Eisenmengers Gutachten nach dieser Befragung ausfällt.
Die Aussage des Arztes deckt sich jedenfalls mit den Aussagen des Bruders und der Schwägerin von Petra M., die ebenfalls von Gewalt gegen Petra M. berichteten. In der Gesamtschau ist das ein klares Bild, das für die Überzeugung eines Gerichts ausreichen dürfte.

Legte man Tykos Maßstäbe an, müsste man nahezu jeden Täter häuslicher Gewalt freisprechen.
Frau M. macht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Das ist der Unterschied.
Oh, das kommt auch in Fällen häuslicher Gewalt regelmäßig vor. Teilweise ziehen misshandelte Frauen sogar den Strafantrag zurück, was einen Prozess allerdings nicht immer verhindert, da Körperverletzung ein sog. relatives Antragsdelikt ist und die StA trotzdem anklagen kann.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Gefährliche Bohnen am 10. Juli 2014, 22:47:06
Dieser Augenzeuge hat etwas gesehen: Hämatome. Er macht deutlich, dass er weder dokumentiert hat, wie sie aussehen, noch ist er damals in der Lage gewesen, einzuschätzen, wie alt die Hämatome genau sind. Sie sind halt "frisch". Was kann man als "frisch" bezeichnen? Drei oder vier Tage könnten das sein. Vielleicht aber auch nur ein Tag. Je nachdem welchen Maßstab Kampfsportler anlegen. Und damit handelt er den Richtern den Zweifel ein, an dem sie nur schwer vorbeikommen. Seine Aussage besagt möglicherweise, die Verletzungen können einen Tag alt sein oder zwei Tage oder drei Tage oder vier Tage. Ich bin gespannt, wie Eisenmengers Gutachten nach dieser Befragung ausfällt.

Mal so nebenbei: Eine differenziertere Aussage als "frischer" (rötlich-violett) oder "älter" (grünlich/bräunlich) ist bei Hämatomen übrigens nicht sonderlich sinnvoll, auch keine genaue Angabe über das Alter in Tagen. Dafür ist der zeitliche Verlauf der Farbänderung zu variabel. (Am wichtigsten ist bei der Frage nach dem Alter von Verletzungen immer der Hinweis, ob ein ein- oder zweizeitiges Geschehen vorliegt).

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 22:49:04
Und, Tyko, eins noch: irgendwie ist immer Dein Daumen mit auf der Wagschale, und wenn nicht, dann ist das Datum auf der Rechnung hinzuaddiert.

Briefdiebstahl? Den hat nicht einmal Brixner Mollath zur Last gelegt. Es hatte sich herausgestellt, dass er die Briefe in den Briefkasten gelegt hatte
Beleg?
@Belbo, Beleg zum Briefdiebstahl? Findet sich im Urteil.

Was findet sich im Urteil?
Zitat
Dem Angeklagten lag noch zur Last, am 23.11.2002 Briefe seiner Ehefrau Petra Müller, aus dem Briefkasten des Grundstücks Wöhrder Hauptstraße 13 in Nürnberg entwendet zu haben. Die Vernehmung seines ehemaligen Schwagers, Robert Müller, hat jedoch ergeben, dass der Angeklagte die Briefe lediglich ins Haus geworfen und sie nicht an sich genommen hat.
Wo steht da „gelegt“? Wo steht da was von Briefkasten?

Oder das hier:
und es bleibt übrig ein Arzt, der damals noch keiner war
Er war approbierter Arzt. Deine Exaktheit hat schon etwas ausgesprochen Selektives, und Deine Glaubwürdigkeit als Zeuge gerät zunehmend ins Zwielicht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 23:30:51
Wenn du ein Haar in der Suppe suchst, halte dich lieber an Frau Krach:
Ich finde es ethisch höchst fragwürdig, dass sie eine Bescheinigung zur Vorlage beim Gericht beim Kaffeetrinken ausstellt. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass Petra M. ihre Patientin war.

Zitat
„Beim Kaffee erzählte sie mir, dass sie mit ihrem Ehemann nicht mehr zurechtkomme und eine Wesensveränderung bei ihm wahrgenommen habe“, erläuterte die 54-Jährige. Dieses Verhalten habe sie oft bei ihren Patienten in der Klinik erlebt. „Ich hatte den Eindruck, dass eine psychiatrische Störung vorliegen könnte.“

Ich finde das Setting ungewöhnlich, aber es ist doch krass überzogen, das als "ethisch fragwürdig" zu bezeichnen. Man kann da noch spekulieren, aber es wird eine Spekulation bleiben.

Wichtiger: eine 54-Jährige Ärztin hat sehr wahrscheinlich eine jahrzehntelange Berufserfahrung. Die Validität ihrer Einschätzung ist schwer zu erschüttern, jedenfalls nicht durch den Strate-Zwischenruf.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 23:34:30
@ Pelacani, wie soll man die Worte Brixners anders verstehen, als dass da ein Türbriefkasten ist, in den man die Briefe hineinschiebt. Wie wirfst du denn Briefe bei jemandem ein? Der Briefdiebstahl ist kein Thema mehr. Der Bruder hat von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Der Artz R.? Das haben wir doch letztes Jahr alles mit Belegstellen durchgearbeitet. Ich erinnere mich, dass Herr R. im Jahre 2001 noch in der Ausbildung war. Irgendwann im März/April 2002 hat er seinen Facharzt gemacht und im Juni 2002 hat er für Frau M. eine Zweitausfertigung seines Attestes vorgenommen. Wenn er nun als Zeuge aussagt über den Zeitraum August 2001, dann ist er da noch kein Facharzt gewesen. Wenn du Lust hast, kannst du der Sache gerne auf den Grund gehen. Ich glaube, dass du bei Meindls WA-Antrag dazu etwas finden kannst.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. Juli 2014, 23:44:13
Tyko, wir haben die Details der ärztlichen Berufsordnung hier schon mehrfach dargelegt. Warum du die Belehrung nicht annimmst, ist nicht unser Problem.
Belies dich bitte zu den Stichworten "ärztliche Approbation", " Facharztausbildung", "Facharztprüfung" und meinetwegen "Praxisassistent".
Hat das Gericht beanstandet,dass Reichel damals "kein richtiger Arzt" gewesen sei? Nein? Also!
Ist dir schon mal der Verdacht gekommen, dass hier auch Ärzte schreiben, die tatsächlich wissen wovon sie reden und nicht nur meinen ?

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 10. Juli 2014, 23:49:48
@ Pelacani, wie soll man die Worte Brixners anders verstehen, als dass da ein Türbriefkasten ist, in den man die Briefe hineinschiebt. Wie wirfst du denn Briefe bei jemandem ein? Der Briefdiebstahl ist kein Thema mehr. Der Bruder hat von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.
Wenn ich mich recht entsinne, hat es eine tätliche Auseinandersetzung um die Briefe gegeben. Warum soll die Tür zu gewesen sein? Und auch von "Türbriefkasten" steht nichts da. Die Briefe sind mir eigentlich egal, mir geht es nur um Deine Exaktheit.

Zitat
  dass Herr R. im Jahre 2001 noch in der Ausbildung war. Irgendwann im März/April 2002 hat er seinen Facharzt gemacht
Man beginnt seine Weiterbildung zum Facharzt, nachdem man als Arzt approbiert worden ist. Du offenbarst eine bestürzende Unkenntnis, die in einem eigentümlichen Spannungsverhältnis zu Deiner Selbstsicherheit steht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 10. Juli 2014, 23:53:06

Dieser Augenzeuge hat etwas gesehen: Hämatome. Er macht deutlich, dass er weder dokumentiert hat, wie sie aussehen, noch ist er damals in der Lage gewesen, einzuschätzen, wie alt die Hämatome genau sind. Sie sind halt "frisch". Was kann man als "frisch" bezeichnen? Drei oder vier Tage könnten das sein. Vielleicht aber auch nur ein Tag. Je nachdem welchen Maßstab Kampfsportler anlegen. Und damit handelt er den Richtern den Zweifel ein, an dem sie nur schwer vorbeikommen. Seine Aussage besagt, die Verletzungen können einen Tag alt sein oder zwei Tage oder drei Tage oder vier Tage. Ich bin gespannt, wie Eisenmengers Gutachten nach dieser Befragung ausfällt.
Die Aussage des Arztes deckt sich jedenfalls mit den Aussagen des Bruders und der Schwägerin von Petra M., die ebenfalls von Gewalt gegen Petra M. berichteten. In der Gesamtschau ist das ein klares Bild, das für die Überzeugung eines Gerichts ausreichen dürfte.

Legte man Tykos Maßstäbe an, müsste man nahezu jeden Täter häuslicher Gewalt freisprechen.
Frau M. macht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Das ist der Unterschied.
Oh, das kommt auch in Fällen häuslicher Gewalt regelmäßig vor. Teilweise ziehen misshandelte Frauen sogar den Strafantrag zurück, was einen Prozess allerdings nicht immer verhindert, da Körperverletzung ein sog. relatives Antragsdelikt ist und die StA trotzdem anklagen kann.

Der Bruder? Hat die Aussage verweigert. Auf welche juristische Art und Weise ist nicht überliefert. Die Schwägerin hat ausgesagt und legt so los: Sie habe sich das Attest noch einmal ausgedruckt. Sie legt den neuen "Ausdruck" vor. Strate schaut sich den "Ausdruck" an und ist verwundert, weil dieser "Ausdruck" einen Stempel und eine Unterschrift trägt. Und dann muss Frau S. eine Lüge eingestehen. Damit beginnt der dreistündige Schiffbruch dieser Zeugin.

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-3-tag-zeugenmarathon.html

Und das wird dadurch getoppt, dass sie ihre alte Aussage ins Gegenteil verkehrt. Damals sagte sie aus, sie habe Mollath nicht gesehen (bei der Geschichte mit der Freiheitsberaubung) und von keinen Verletzungen bei Frau M. berichtet. Heute erzählt sie das Gegenteil. Ein Zeichen für Glaubwürdigkeit? Natürlich ist nachgefragt worden, warum. Die Antwort ist eine Enttäuschung gewesen. :-\

Ob das Gericht nun diese Zeugin als glaubwürdig einstuft, bezweifle ich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. Juli 2014, 23:59:01
Womöglich war der Ausdruck nicht der Ausdruck eines Worddokumentes sondern eines scans?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Conina am 11. Juli 2014, 00:12:56
Also, die Farbveränderung von blauen Flecken  kennt auch jeder Laie.
Dazu muss man das nicht studieren.


    Rot: die kleinen Gefäße (Kapillare) platzen auf und das Blut (rot durch Hämoglobin) tritt ins Gewebe
    Dunkelrot-Blau: das Blut gerinnt
    Braun-Schwarz: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Choleglobin/Verdoglobin (Gallenfarbstoff)
    Dunkelgrün: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Biliverdin (Gallenfarbstoff) durch die Hämoxygenase (NADPH/H-abhängig).
    Gelb-Braun: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Bilirubin (Gallenfarbstoff) durch die Biliverdin-Reduktase (NADP/H-abhängig).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 00:15:49
Womöglich war der Ausdruck nicht der Ausdruck eines Worddokumentes sondern eines scans?

Der Link liefert die Antwort

Zitat
Auf die Nachfrage, woher sie die Kopie habe, verwickelt sich Petra S. in Widersprüche. Beim Besuch des Regensburger Oberstaatsanwalts Meindl in der Nürnberger Arztpraxis sei es wohl aufgetaucht und irgendwie kopiert worden, sinniert sie irritiert. Ob sie nicht gewusst habe, dass die Nachsuche nach dem Original stattgefunden habe, setzt Strate nach. Doch, sie sei informiert gewesen. »Sie können keine Antwort geben, wie Sie in den Besitz des Originals gekommen sind!«, konstatiert Strate, ehe das Gericht das Dokument in Augenschein nimmt. Zeit für Petra S., weiter über diese Frage nachzudenken, ehe Strate anschließend den Faden wieder aufnimmt:

»Nach wie vor haben wir keine Erklärung dafür, wie Frau S. in den Besitz des Originals gekommen ist. Dass das Original noch in der Praxis lag, war unbekannt!« Es sei nicht in der Praxis gelegen, verstrickt sich Petra S. weiter in Widersprüche: »Wie haben Sie dieses Dokument in die Hand bekommen? Sie wissen, dass es woanders lag! Haben Sie es von Frau M. erhalten? [gemeint ist Mollaths Ex-Ehefrau]« – »Ja, von Frau M., letzten Sommer«, bekennt die Zeugin widerstrebend. »Und Sie haben versucht, einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Besuch des Oberstaatsanwalts in der Praxis herzustellen!«, zieht Gerhard Strate die Schlinge zu.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 00:23:01
Hochedler Tyko, wärest Du in der Lage zu erklären, worin hier die Strate-Schlinge besteht? Ich gebe zu, dass ich diesen ganzen Part nicht begreife - vor allem, wenn nun die Krankenakte mit der ausführlicheren Befundbeschreibung in den Prozess eingeführt ist, dann ist doch das Attest schon nahezu drittrangig?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 00:24:02
Tyko, wir haben die Details der ärztlichen Berufsordnung hier schon mehrfach dargelegt. Warum du die Belehrung nicht annimmst, ist nicht unser Problem.
Belies dich bitte zu den Stichworten "ärztliche Approbation", " Facharztausbildung", "Facharztprüfung" und meinetwegen "Praxisassistent".
Hat das Gericht beanstandet,dass Reichel damals "kein richtiger Arzt" gewesen sei? Nein? Also!
Ist dir schon mal der Verdacht gekommen, dass hier auch Ärzte schreiben, die tatsächlich wissen wovon sie reden und nicht nur meinen ?
sweeper, das haben wir auch schon letztes Jahr klar gestellt. Ich bin kein Mediziner. Ich weiß jedoch, dass es hier einige Mediziner gibt. Wir können uns austauschen. Das sollte aber dann nicht zu ernst abgehen und zu verbissen. Es bringt doch nichts, mir eine Formulierung, die offensichtlich jenseits der Fachbegriffe angesiedelt ist, vorzuhalten als Fehlleistung. Für mich ist ein Arzt, der seine Qualifikation vom Kampfsport her ableitet, kein richtiger Arzt. Für mich ist das eine Type in einer Comedy.  :Popcorn:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 00:24:09
Der Bruder? Hat die Aussage verweigert. Auf welche juristische Art und Weise ist nicht überliefert.
Der Bruder als Ex-Schwager Mollaths hat ein Zeugnisverweigerungsrecht. Er hat damals Angaben gemacht, die das Gericht heute trotz seiner Weigerung, auszusagen, verwerten darf.

Ob das Gericht nun diese Zeugin als glaubwürdig einstuft, bezweifle ich.
Selbst wenn eine Zeugin in Nebenaspekten nachweislich lügt, macht das ihre Aussage nicht global unglaubhaft. Sie hat jedenfalls nachvollziehbar angegeben, dass sie damals lediglich sehr kurz und oberflächlich befragt worden war. Außerdem hat sie heute gerade kein Motiv zu lügen. Die Seite von Petra M. ist bestimmt froh, wenn sie von Mollath endlich mal nichts mehr hören würde, so dass sich eigentlich Entlastungsmotive anböten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 00:38:09
Für mich ist ein Arzt, der seine Qualifikation vom Kampfsport her ableitet, kein richtiger Arzt. Für mich ist das eine Type in einer Comedy.  :Popcorn:
Du legst also fest, wer Arzt ist. No problem. Dann hätten wir das ja geklärt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 00:43:34
@ Pelacani und Sweeper, letztes Jahr haben wir uns umfangreich ausgetauscht über den Fall und den kommenden Prozess. Ein ganz wichtiger Hinweis von mir ist gewesen, dass Frau Mollath von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Ich habe da sogar ein Zitat aus einem Lapp-Gespräch mit ihr gefunden, wo sie das ankündigt. Einige hier im Faden haben das überhaupt nicht verstehen können. Auch mein Hinweis, dass ihr Anwalt ihr das raten würde, hat nicht gefruchtet. Nun ist das so gekommen.

Dazu habe ich noch eine Nachfrage, fällt mir gerade ein. Wenn Du in Deiner Genialität auf diese Prognose gekommen ist, dann wäre es ja immerhin möglich, dass auch der Herr Dr. Strate mit diesem Verlauf gerechnet haben könnte. Die Betrübtheit und Empörung, dass er seine Verteidigungsstrategie jetzt umstellen müsse, weil die Frau M nunmehr kneife, war also reiner Theaterdonner, Schaumschlägerei für die Öffentlichkeit. Richtig?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 00:45:09
Hochedler Tyko, wärest Du in der Lage zu erklären, worin hier die Strate-Schlinge besteht? Ich gebe zu, dass ich diesen ganzen Part nicht begreife - vor allem, wenn nun die Krankenakte mit der ausführlicheren Befundbeschreibung in den Prozess eingeführt ist, dann ist doch das Attest schon nahezu drittrangig?
Schlinge? Das schreibt Prem doch deutlich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 00:47:37
Danke, Tyko. Plinius (#303 (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168263#msg168263)) hatte mir schon geholfen. Hatte ich zu spät gesehen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 00:56:33
@ Pelacani und Sweeper, letztes Jahr haben wir uns umfangreich ausgetauscht über den Fall und den kommenden Prozess. Ein ganz wichtiger Hinweis von mir ist gewesen, dass Frau Mollath von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Ich habe da sogar ein Zitat aus einem Lapp-Gespräch mit ihr gefunden, wo sie das ankündigt. Einige hier im Faden haben das überhaupt nicht verstehen können. Auch mein Hinweis, dass ihr Anwalt ihr das raten würde, hat nicht gefruchtet. Nun ist das so gekommen.

Dazu habe ich noch eine Nachfrage, fällt mir gerade ein. Wenn Du in Deiner Genialität auf diese Prognose gekommen ist, dann wäre es ja immerhin möglich, dass auch der Herr Dr. Strate mit diesem Verlauf gerechnet haben könnte. Die Betrübtheit und Empörung, dass er seine Verteidigungsstrategie jetzt umstellen müsse, weil die Frau M nunmehr kneife, war also reiner Theaterdonner, Schaumschlägerei für die Öffentlichkeit. Richtig?
Das mit der Genialität überlese ich einmal. Es passt so gar nicht zu meinem Ansatz. (Falls du das im letzten Sommer nicht mitbekommen hast, für mich ist der Mollath-Fall eine Daily Soap.) Die Prognose ist von vielen gekommen. Das Besondere ist gewesen, dass ich eine Stelle in einem Interview gefunden habe, die das sogar belegt. Und im Dezember habe ich auch ausgeführt, warum es für Mollath unangenehm werden kann, wenn er hart ins Kreuzverhör genommen wird.

Was Strate nun so denkt und fühlt, ist übrigens etwas, was mich so gar nicht interessiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 01:11:40
Lakotta über den "Zahnarzt Edward Braun":

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zweifel-an-glaubwuerdigkeit-eines-schluesselzeugen-a-980416.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 07:11:35
Also, die Farbveränderung von blauen Flecken  kennt auch jeder Laie.
Dazu muss man das nicht studieren.


    Rot: die kleinen Gefäße (Kapillare) platzen auf und das Blut (rot durch Hämoglobin) tritt ins Gewebe
    Dunkelrot-Blau: das Blut gerinnt
    Braun-Schwarz: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Choleglobin/Verdoglobin (Gallenfarbstoff)
    Dunkelgrün: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Biliverdin (Gallenfarbstoff) durch die Hämoxygenase (NADPH/H-abhängig).
    Gelb-Braun: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Bilirubin (Gallenfarbstoff) durch die Biliverdin-Reduktase (NADP/H-abhängig).
+1
Zählt aber für Tyko als Argument nicht, ebenso wenig wie die Kenntnis von Würgemalen aus dem Kampfsport.

Das muss alles seine gute Ordnung haben: wenn du nicht mindestens 10 Halberwürgte und 20 Verprügelte vorher unter fachärztlicher Anleitung begutachtet hast, ist das alles Comedy für unseren fröhlichen Wiedergänger/ Running Gag Tyko!  :Popcorn:

Tyko, ich klink mich hier aus dem heiteren Beruferaten mit dir aus.
Für mich ist der Drops gelutscht, was das Attest und die Misshandlungsvorwürfe betrifft.

Mich interessiert jetzt nur noch der Verlauf der Verhandlung - wie schon angedeutet, übt sich das Gericht offenbar momentan in auffälliger Zurückhaltung dem Angeklagten gegenüber.

Überraschend fand ich, wie sich Mollath Dolmany gegenüber verhalten hat:
da ist eine bemerkenswerte Diskrepanz zu seinen überlieferten Äußerungen in den entsprechenden Schriftstücken zu beobachten.
Solche Befunde sind Material für den Gutachter:
schließlich soll untersucht werden, in welchem Geisteszustand Mollath sich damals wohl befunden hat - "Nazi-Staatsanwalt" sollte man halt nicht über jemanden schreiben, außer man hat Belege für eine solche Anschuldigung.

Ach, eins noch: Das Geschreibsel von Ursula Prem ist für mich generell keine ernst zu nehmende Quelle. Die Frau spuckt Gift und Galle, wie man an ihren früheren Blogbeiträgen ablesen kann. Widerlich.



Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 08:02:35
Zum Auftritt des Kronzeugen Braun und der Dr. Krach:

http://www.regensburg-digital.de/mollaths-beschaedigter-kronzeuge/10072014/
Zitat
Braun wird vereidigt

Wofür Mollath die 500.000 Euro bekommen sollte? „Wenn er die Klappe hält.“ Worüber? „Fragen Sie ihn doch selber“, sagt Braun. Man wisse doch, was da passiert sei. Dass es da „Superkonstruktion“ gegeben habe, um Mollath in die Psychiatrie zu stecken. Über die Vorwürfe gegen Mollath habe er mit ihm nie intensiv gesprochen. „Er hat mir gesagt, das stimmt nicht.“ Das habe er ihm auch geglaubt. „Ich kenne seinen Charakter.“

Mehrfach geht Mollaths Rechtsanwalt Gerhard Strate dazwischen, während Gericht und Staatsanwaltschaft Braun befragen und versucht, dessen Aussagen auf den Punkt zu bringen. Am Ende meldet sich auch Mollath selbst zu Wort. Er selbst habe „große Hoffnungen“ in dieses Treffen mit Braun im Jahr 2004 gesetzt. „Ich hatte damals große Probleme.“ Seine Ehe war zu diesem Zeitpunkt gescheitert. Die Körperverletzungsvorwürfe wurden bereits vor Gericht verhandelt. „Das war eine Apokalypse.“ Doch am Ende habe er sich nicht öffnen können. Braun sei ein ehrlicher Mann, „ein echter Herr“. Und wenn er jetzt vor Gericht manchmal unsicher sei, dann liege das daran, dass er schwer krank sei. „Er könnte jeden Tag tot umfallen.“
Das klingt nicht nach einem wirklichen Erfolg der Verteidigung... Peinlich und abgekartet wirkt es - nicht nur auf mich.
Zitat
Am Ende von Brauns Aussage beantragt Gerhard Strate, ihn zu vereidigen. „Können Sie mir meine Aussagen nochmal vorlesen?“, fragt er Richterin Escher. „Das geht nicht. Wir haben ja kein Wortprotokoll.“ Das hält Braun nicht ab. Er schwört, die Wahrheit gesagt zu haben. „So wahr mir Gott helfe.“
M.a.W.: sogar für Strate ist dieser Eiertanz von Aussage nur noch brauchbar, wenn unter Eid bekräftigt.

Zu den Hintergründen des Attests von Frau Krach:
Zitat
...Gekannt hatte Gabriele K. Mollath nicht und ihn auch nie gesehen. Das räumt sie vor Gericht ein. Mollaths Frau sei damals ihre Bankberaterin gewesen, habe ihr bei einem Kaffee von Misshandlungen ihres Ehemannes erzählt und um Rat gebeten. „Mir fiel auf, dass sie schlecht aussah und ratlos wirkte“, sagt K.. Verletzungen habe sie aber keine gesehen. Ein Jahr später sei Petra M. erneut auf sie zugekommen und habe sie um besagte Stellungnahme gebeten. Sie solle in einem Verfahren gegen ihren Mann aussagen, weil der auf ihren Bruder eingeschlagen habe. Und die Stellungnahme trage vielleicht zur Deeskalation bei.
Man kann nur hoffen, dass dies nicht wieder beim Kaffeetrinken geschah, sondern wenigstens beim regulären Besuch der Kliniksambulanz - mit entsprechenden Unterlagen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 09:14:57
Das mit der Genialität überlese ich einmal. Es passt so gar nicht zu meinem Ansatz. (Falls du das im letzten Sommer nicht mitbekommen hast, für mich ist der Mollath-Fall eine Daily Soap.) Die Prognose ist von vielen gekommen. Das Besondere ist gewesen, dass ich eine Stelle in einem Interview gefunden habe, die das sogar belegt. Und im Dezember habe ich auch ausgeführt, warum es für Mollath unangenehm werden kann, wenn er hart ins Kreuzverhör genommen wird.
Ja. Ein Hobby-Schrauber in einer 90qm-Werkstatt, dessen Krankenkassenbeiträge von seiner Frau bezahlt werden, verschiebt Millionen, was sage ich, Milliarden in die Schweiz, die die Weltwirtschaft ins Wanken bringen, wenn das auffliegt … Auch als daily soap eher langweilig.

Zitat
Was Strate nun so denkt und fühlt, ist übrigens etwas, was mich so gar nicht interessiert.
Mein Problem ist eigentlich: er ist genau dann ein guter Anwalt, wenn er mit seinen Manipulationen durchkommt. Es lässt sich kaum aufdröseln, inwieweit er selbst an seine Story glaubt, und es ist auch unwichtig. Die Voraussetzung wie auch der Kollateralschaden dieser Art von „Wahrheitsfindung“ ist die Mobilisierung von unguten Klischees. Andererseits wäre es ohne das Geschrei nicht zu einer Freilassung des Herrn M gekommen, die vermutlich gerechtfertigt und geboten war. Kröber hat übrigens diesen Punkt, die unendliche Fortschreibung einer einmal verfügten Unterbringung, mehrfach kritisiert. Es ist eines der wirklichen Probleme der forensischen Psychiatrie, und es ist einigermaßen komplex. Die Welt ist nun einmal, wie sie ist. Ich habe keine Lösung für diesen Widerspruch.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 09:44:10
Nedopil spricht über das Wesen der Psychose, als nicht aus Erlebtem ableitbar:

https://www.yumpu.com/de/document/view/26319717/der-wahnwarter
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 10:14:53
Aus dem Beck-Blog zur Dolmany-Episode :
http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59071
Zitat
Gast

10.07.2014
Dann meldet sich auch Gustl Mollath zu Wort: „Mich bestürzen Ihre Angstzustände“, sagt er in Richtung Dolmány. „Sie brauchen vor mir keine Angst zu haben. Ich habe das Gefühl, Sie brauchen Hilfe. Ich weiß nicht, wo sie wohnen und ich habe Sie auch nicht ausgeforscht.
 
http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die...

 
Sabine sagte am 10. Juli 2014 um 19:43 :
 
Strate musste aber vorlesen, dass Mollath lt. Dokumentation die Anschrift wusste! Peinlich.
Ob das direkt von einem Prozessbeobachter kommt?
Habe ich bisher noch in keinem Artikel oder Live-Blog gefunden.

Nein, ich denke nicht, dass Mollath da bewusst die Unwahrheit sagt.
Das ist aber ein Hinweis darauf, dass ihm sein damaliges Erleben jetzt nicht mehr zugänglich ist und damit ein Indiz für einen früheren dissoziierten oder wahnhaft/psychotischen Zustand.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 10:38:31
Das "Pech" von Herrn M ist, dass sein damaliger Zustand sich so umfänglich in seinen Schriftstücken manifestiert. Ich denke, das ist auch die Zweischneidigkeit der Strate-Strategie. Die Dokumente 03-05 hat er zu spät wieder aus dem Netz genommen; beim "Duraplus-Ordner" hatte er wenigstens gleich das Gefühl, dass das zuviel wäre. Für den Laien dokumentieren die ungeordneten Papiere den Verzweiflungskampf, für den Fachmann aber die Indizien der Krankheit. Wenn M. nicht so schreibwütig gewesen wäre, dann wäre es noch viel schwieriger, seine psychische Auffälligkeit vor >10 Jahren heute zu rekonstruieren.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 12:04:32
Die taz mit Qualitätsjournalismus:

Zitat
Um einen Freispruch zu erlangen, hätte Mollath Braun gar nicht gebraucht. Bis jetzt gibt es keine stichhaltigen Beweise, dass er seine Frau misshandelt hat.
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2014%2F07%2F11%2Fa0079&cHash=76b217875095be83c57b6cdd7730625e
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 12:09:59
... Andererseits wäre es ohne das Geschrei nicht zu einer Freilassung des Herrn M gekommen, die vermutlich gerechtfertigt und geboten war.
Du schreibst, sie wäre nur vermutlich gerechtfertigt? Ist dir die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht nicht geläufig, dass Mollath schon viel zu lange in der Psychiatrie war? Dieses "vermutlich" könntest du auf die kompletten siebeneinhalb Jahre Psychiatrie beziehen. Es hat sich nichts daran geändert: ohne diese Reifenstechereien hätte nicht einmal Leipziger eine Einweisung in die Psychiatrie befürworten wollen. Und für die restlichen Vorwürfe wäre Mollath immer mit Bewährung davongekommen. Zu den Reifenstechereien ist gestern der erste Zeuge gehört worden: nichts Belastbares gegen Mollath ist zu vermerken.

Mein Problem ist eigentlich: er ist genau dann ein guter Anwalt, wenn er mit seinen Manipulationen durchkommt.
Ohne einen Anwalt bist du in einem Strafprozess verloren. Mollath musste seinen Prozess 2006 durchstehen, ohne anwaltlich vertreten zu sein. Dieser Verstoß gegen unser Rechtssystem ist untragbar. Dolmany hat erwähnt, welches Honorar er für den Fall bekommen hat: 600 Euro. Das ist ganz wenig Geld. Doch für viele Rechtsanwälte sind die Pflichtmandate eine wichtige Grundlage. Wenn du dich selbst einmal in einem Strafprozess wiederfindest, dann spare nicht am Honorar des Anwalts. Gute Strafverteidiger berechnen um die 5.000 Euro pro Prozesstag. Wenn du aber - wie z. B. Kachelmann - Geld hast, dann hol dir einen Starverteidiger wie Schwenn oder Strate. Und mach dir keine Gedanken über "Manipulationen". Staatsanwälte "manipulieren" auch. Hin und wieder gibt es sogar Richter, die das Recht beugen.

Recht haben und Recht bekommen entscheidet sich fast immer über das Honorar, das man seinem Anwalt zahlen kann.  :(
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 12:34:00
Ist dir die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht nicht geläufig, dass Mollath schon viel zu lange in der Psychiatrie war? [...]
Ja, es ist mir bekannt, dass das BVerG entschieden hat, die Abwägung der Gründe sei nicht hinreichend gründlich gewesen. Vgl noch #312, unten.
Zitat
Recht haben und Recht bekommen entscheidet sich fast immer über das Honorar, das man seinem Anwalt zahlen kann.
:gaehn: Hab ich doch gesagt: Die Welt ist schlecht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 12:41:41
Tyko, was versprichst du dir von deiner Rechthaberei?
Solange unser Austausch in einem Bereich verläuft, den du letztes Jahr skizziert hast: hier im Forum, das ist wie am Stammtisch, wo jeder mal darf, ist alles gut. Ich habe klar gesagt, dass ich Psiram als Anlaufstelle in bestimmten Wissensfragen schätze. Hinter Psiram stehen jedoch Menschen aus Fleisch und Blut. Und im Austausch hier im Forum erfahre ich über sie sehr viel Erhellendes. Wenn du es jetzt schaffst, meine Beiträge nicht prinzipiell als Rechthaberei einzustufen, dann würde es mich freuen.
Ich finde deine formaljuristische Herangehensweise amüsant.Sie verrät mir einiges über dich.
An Wahrheitsfindung scheinst du hingegen weniger interessiert.
Prof. Müller hat einen guten Blogkommentar verfasst zum dritten Prozesstag
http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59062
Zitat
Wenn die jetzige Hauptverhandlung daran geht (was man schon 2006 hätte tun sollen), die Wahrheit differenziert zu ermitteln (das ist sehr schwer nach so langer Zeit), ist es wenig hilfreich nur die Alternativen, entweder müsse Mollath psychisch krank (gewesen) sein oder aber es müsse eine Verschwörung vorliegen, zu sehen. Es klingt so, als ob Sie nur diese beiden Alternativen sehen. Ich vermute jedoch, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Und ich weiß um die  vielen großen und kleinen Fehler, die Justiz und psychiatrische Gutachter gemacht haben in diesem Fall. Ich habe zugleich seit Beginn meiner Befassung mit diesem Fall  betont, ich wisse nicht, was in der Ehe Mollath vorgefallen ist, ob Herr Mollath die ihm vorgeworfenen Taten begangen hat und ob er zur (angeblichen)  Tatzeit psychisch krank war oder nicht. Mit Ihrem schlichten "einerseits, andererseits", wird man diese Fragen auch nicht beantworten können. Dass er damals "auffällig" war, ist offensichtlich. Aber "Auffälligkeit" ist keine rechtliche Kategorie. Und "auffällig" war gestern auch Mollaths ehemaliger Pflichtverteidiger.
...
Ich erwarte das NICHT! Siehe oben. Das Nürnberger Landgericht hat es erwartet. Und ich habe genau das, nämlich die Entscheidung, den Pflichtverteidiger nicht zu entpflichten, schon häufig kritisiert.

Die Wahrheitsfindung in diesem Fall wird sich noch länger hinziehen. Um wirklich erfolgreich, die Wahrheit zu finden, wäre es hilfreich, alle Konten, die Frau M. jemals in der Schweiz eröffnet hat - mit all ihren Kontoständen - zu kennen. Es ist dokumentiert, dass sie welche in der Schweiz eröffnet hat.

Wenn du ein Haar in der Suppe suchst, halte dich lieber an Frau Krach:
Ich finde es ethisch höchst fragwürdig, dass sie eine Bescheinigung zur Vorlage beim Gericht beim Kaffeetrinken ausstellt. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass Petra M. ihre Patientin war.
Frau K. ist nicht so wichtig.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 12:51:51
@Tyko:
Zitat
Frau K. ist nicht so wichtig.
Ach so. Für Mollath ist sie sehr wichtig, wie er selbst sagte.
Für Strate ist sie - siehe Schillerzitat zum Auftakt einer seiner Erklärungen - die "böse Tat am Anfang", der Stein, der alles mit zwangsläufiger Gesetzmäßigkeit ins Rollen brachte.
Theaterdonner eben ... ^^
Zitat
Um wirklich erfolgreich, die Wahrheit zu finden, wäre es hilfreich, alle Konten, die Frau M. jemals in der Schweiz eröffnet hat - mit all ihren Kontoständen - zu kennen
Was hat diese Fragestellung mit dem jetzigen Prozess zu tun, in dem es um die Vorwürfe gegen Mollath wegen Körperverletzung und um seinen damaligen Geisteszustand geht?

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. Juli 2014, 13:58:23
Gustl Mollath, nutzt weiterhin die Geduld des Gerichtes um seine Version der Ereignisse verbreiten zu können ohne selber befragt zu werden. Mal gespannt wie lange sich die Richterin noch auf der Nase rumtanzen lässt?

Zitat
Mollath dazu: "Sehr geehrter Herr Richter E., erinnern Sie sich an meine Erklärung und Darstellung zum Briefediebstahl? (...) Ich habe Ihnen immer wieder erklärt, mir Sorgen um meine Frau zu machen." Sie sei beteiligt an Steuerhinterziehungen und Insidergeschäften, diese Taten würden drastisch bestraft werden. Er habe Angst um sie und sich gehabt. "Ich wollte, dass sie (seine Ex-Frau) die Geschäfte beendet. Sie hat nur darüber gelacht, und gesagt: ,Das wird nie passieren.'" Daraus habe sich ein Rosenkrieg entsponnen: "Ich wusste nicht, wo sich meine Frau aufhält". Er habe mit ihr in Ruhe ein Gespräch führen wollen, daher sei er zu ihrem Bruder gefahren. Als er im Innenhof eintraf , sei der Mann "wie von einer Tarantel gestochen" auf ihn zu gestürmt und habe ihn geschlagen. Mollath habe um Hilfe geschrien, jemand soll die Polizei rufen. Er sei nur hinterher, um die Sache aufzuklären - doch dazu hätten ihn der Bruder und dessen Lebensgefährtin nicht kommen lassen.

Mollath fragt den Juristen darüber aus, ob er Näheres wisse, über die Umstände seiner Einlieferung in Handschellen ins Klinikum Erlangen, ob es normal sei, dass ein befangener Gutachter einen anderen empfiehlt

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht/1091147/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 14:17:23
@ Belbo:
Das ist gut, dass Herr M. sich so verbreiten kann. Material für den Gutachter. Mal sehen, wie es heute nachmittag mit Otto Brixner läuft. Vielleicht gibt M. ihm auch etwas mit auf den Weg ... "Damoklesschwert des Gutachters" ... - der Mann ist doch unglücklich, wenn er nicht, gefragt oder ungefragt, seine Story erzählen darf!  :)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 14:20:54
Prof. Müller hat einen guten Blogkommentar verfasst zum dritten Prozesstag
http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59062
Zitat
Wenn die jetzige Hauptverhandlung daran geht (was man schon 2006 hätte tun sollen), die Wahrheit differenziert zu ermitteln (das ist sehr schwer nach so langer Zeit), ist es wenig hilfreich nur die Alternativen, entweder müsse Mollath psychisch krank (gewesen) sein oder aber es müsse eine Verschwörung vorliegen, zu sehen. Es klingt so, als ob Sie nur diese beiden Alternativen sehen. Ich vermute jedoch, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.
Heißt übersetzt am ehesten: Abgekartetes Spiel, um einen lästigen psychisch Kranken auszuschalten. Aber Müller scheint irgendwie nur „ein bisschen“ Krankheit zu vermuten. Die Wahrheit liegt aber nicht in der Mitte. Man kann natürlich gut über die zeitlichen Zusammenhänge zwischen möglicher Straftat, Anzeigezeitpunkt und sonstigen Ereignissen spekulieren. Weniger kann man über die Straftaten selbst spekulieren. Zur Feststellung, ob die vermutliche psychische Erkrankung die Ursache war und sich daraus eine zukünftige Gefährlichkeit ableiten lässt, werden die Spekulationen eines Jura-Professors jedoch kaum noch beitragen können. Hier bedarf es eines Gutachtens.

Zitat
Dass er damals "auffällig" war, ist offensichtlich. Aber "Auffälligkeit" ist keine rechtliche Kategorie. Und "auffällig" war gestern auch Mollaths ehemaliger Pflichtverteidiger.
„Auffällig“ bedeutet: potentiell psychisch krank, i. S. von psychotisch. Mollaths ehemaliger Pflichtverteidiger war nicht auffällig.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 11. Juli 2014, 14:28:43
ich finde das gut, dass sich da so langatmig verbreitet wird. ich hoffe, dass der prozess lange dauert, absolut fair ist, nervenaufreibend und so horrend kostenintensiv wie zeitverschwendend.

das gibt eine gute ausgangsbasis, dass jemand die nerven verliert, vielleicht sogar handgreiflich wird, als unsympathisches astloch rüberkommt und damit jedenfalls die entscheidungs- und propagandabefugten baumkuschler gegen sich aufbringt.

da sind so viele selberernannte und selbstverliebte großstrategen am werk, da kann das nur gutgehen. die besten der besten...
 :Popcorn:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 14:33:14
Was wir nunmehr erfahren: § 176 GVG verstößt gegen die Menschenrechte.

Zitat
Als die Kammer den Saal betritt, hat Richterin Elke Escher noch ein Anliegen: Ein Zuschauer soll eine T-Shirt mit einer "unzulässigen Aufschrift" tragen. Der Mann, ein Unterstützer des Angeklagten, steht auf und fragt: "Meinen Sie mich?" Er trägt ein T-Shirt mit einem Abbild Wolfgang Schäuble, darunter der Schriftzug "Stasi 2.0" - Escher: "Das gefällt mir gar nicht, was sie da an haben." Doch der Mann weigert sich, das Shirt abzulegen oder eine Jacke überzustreifen. Es sei eine Ungebühr sich so zu kleiden; sie bittet die Ordnungsbeamten, den Mann aus dem Saal zu entfernen. Der Tumult geht los: Der Mann will trotzdem bleiben und beklagt, dass das eine Menschenrechtsverletzung sei, er habe ein Recht darauf, hier zu bleiben. "Das ist kein faires Verfahren. Ich habe hier nichts getan. (...) Ich will ihren Namen, ich zeige sie an, ich möchte das schriftlich haben." Irgendwann geht er, ohne dass die Justizbediensteten Gewalt anwenden müssen. "Das ist ne Sauerei. Da werden doch die Menschenrechte in Deutschland mit Füßen getreten."
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht/1091147/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. Juli 2014, 14:41:46
Was wir nunmehr erfahren: § 176 GVG verstößt gegen die Menschenrechte.

Zitat
Als die Kammer den Saal betritt, hat Richterin Elke Escher noch ein Anliegen: Ein Zuschauer soll eine T-Shirt mit einer "unzulässigen Aufschrift" tragen. Der Mann, ein Unterstützer des Angeklagten, steht auf und fragt: "Meinen Sie mich?" Er trägt ein T-Shirt mit einem Abbild Wolfgang Schäuble, darunter der Schriftzug "Stasi 2.0" - Escher: "Das gefällt mir gar nicht, was sie da an haben." Doch der Mann weigert sich, das Shirt abzulegen oder eine Jacke überzustreifen. Es sei eine Ungebühr sich so zu kleiden; sie bittet die Ordnungsbeamten, den Mann aus dem Saal zu entfernen. Der Tumult geht los: Der Mann will trotzdem bleiben und beklagt, dass das eine Menschenrechtsverletzung sei, er habe ein Recht darauf, hier zu bleiben. "Das ist kein faires Verfahren. Ich habe hier nichts getan. (...) Ich will ihren Namen, ich zeige sie an, ich möchte das schriftlich haben." Irgendwann geht er, ohne dass die Justizbediensteten Gewalt anwenden müssen. "Das ist ne Sauerei. Da werden doch die Menschenrechte in Deutschland mit Füßen getreten."
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht/1091147/zwangsbegutachtung-ist-thema-im-gericht.html

Es handelte sich wohl um den hier:
http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Benutzer:Klaus_G._St%C3%B6lzel

Zitat
Ich werde solange auf "Deutschen Boden" keinen festen Wohnsitz mehr anmelden, solange der "Rechtsanspruch" aus dem 2 + 4 Angebots-Annahme-Vertrag vom 12. September 1990 nicht erfüllt ist. D. h., eine "Selbstbestimmte Verfassung für das Vereinte Deutschland in den Aussen-Grenzen der Teilstaaten aus der "Deutschen Demokratischen Republik" und "Bundesrepublik Deutschland". Denn mit diesem "Rechtsanspruch" könnten wir "Deutschen" einen echten "Rechtsstaat" und eine "Direkte Demokratie" nach Art des "Schweizer Modell`s" auf "Deutschen Boden" einführen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 14:50:38
Zitat
Um wirklich erfolgreich, die Wahrheit zu finden, wäre es hilfreich, alle Konten, die Frau M. jemals in der Schweiz eröffnet hat - mit all ihren Kontoständen - zu kennen
Was hat diese Fragestellung mit dem jetzigen Prozess zu tun, in dem es um die Vorwürfe gegen Mollath wegen Körperverletzung und um seinen damaligen Geisteszustand geht?
Es gab 2001 im August einen Streit. Frau M. hat Tätlichkeiten zugegeben. Mollath hat sich gegen die Angriffe gewehrt. Dem widerspricht Frau M. Es gibt ein Attest zu den Verletzungen bei Frau M. Die Qualität des Attestes wird Prof. Eisenmenger abschließend beurteilen. Und nun kommen die Konten ins Spiel.

Man kann nur hoffen, dass dies nicht wieder beim Kaffeetrinken geschah, sondern wenigstens beim regulären Besuch der Kliniksambulanz - mit entsprechenden Unterlagen.

Mich überrascht die Sache mit dem Kaffeetrinken nicht. Mich würde auch nicht überraschen, wenn Frau M. für Frau K. ... eröffnet hat. Mich würde auch nicht überraschen, wenn Frau M. Frau K. ... behilflich gewesen ist. Und mich würde auch nicht überraschen, wenn Frau K. in der letzten Zeit ... beim Finanzamt vorgenommen hat. Das alles würde mich nicht überraschen. Frau K. hat gegen die Regeln ihrer Klinik verstoßen. Diese Regeln hat die Klinik auf Nachfrage der SZ dargelegt.

Um sich der Wahrheit anzunähern, ist ein Blick auf die Konten hilfreich.  ::)

Oder um Pelacani zu zitieren
:gaehn: Hab ich doch gesagt: Die Welt ist schlecht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. Juli 2014, 14:53:11
@tyko
Sei doch froh so kannst Du munter weiter im Kreis herumspekulieren......


Was ich erschreckend finde dass aus dieser Zeit seit der endgültigen Pleite seiner Firma bis zur Einweisung in die Psychiatrie scheinnbar keinerlei Freunde, Bekannte oder andere Leumundszeugen auffindbar sind selbst der schweizer Zahnarzt hat in in diesemZeitraum ja scheinbar nur einmal gesehen......, Herr Lapp scheint die damalige Situation Mollaths ganz gut getroffen zu haben.

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/wie-gustl-mollath-zunehmend-vereinsamte_273947
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 15:00:06
Frau M. hat Tätlichkeiten zugegeben.
Also bitte. Sie hat die Tätlichkeiten nicht nur "zugegeben", sondern sie hat sie sogar mit einem ärztlichen Attest belegt, welches inhaltlich gerade überprüft worden ist.

Zitat
Mollath hat sich gegen die Angriffe gewehrt.
Ja, er hat sich gegen die Angriffe der Schwarzgeldmafia, die Rotarier, die Fa. Diehl und gegen noch viele andere gewehrt. Ich habe die Schriftstücke von 03 bis 05 natürlich auf dem Rechner. Tyko, was soll das?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. Juli 2014, 15:04:14
Frau M. hat Tätlichkeiten zugegeben.
Also bitte. Sie hat die Tätlichkeiten nicht nur "zugegeben", sondern sie hat sie sogar mit einem ärztlichen Attest belegt, welches inhaltlich gerade überprüft worden ist.

Zitat
Mollath hat sich gegen die Angriffe gewehrt.
Ja, er hat sich gegen die Angriffe der Schwarzgeldmafia, die Rotarier, die Fa. Diehl und gegen noch viele andere gewehrt. Ich habe die Schriftstücke von 03 bis 05 natürlich auf dem Rechner. Tyko, was soll das?

...und gegen den Irakkrieg hat er sich ja auch gewehrt und ungefragt für den Friedensnobelpreis von Frau Klarsfeld eingesetzt und dem Papst seinen Kirchenaustritt erklärt........und, und , .....komischerweise hat er nicht von demgetan was ich (als Schöffe oder Nichtschöffe) getan hätte, Arbeit gesucht, Freundschaften gepflegt........
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 15:18:18
... sie hat sie sogar mit einem ärztlichen Attest belegt, welches inhaltlich gerade überprüft worden ist.

Es wird mich nicht überraschen, wenn Prof. Eisenmenger die Qualität des Attestes als ... einstuft  :kaffee
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 15:19:24
Wenn man jedes Attest von einem Professor prüfen lassen würde, käme es zu keinen Verurteilungen mehr vor Gericht. Die Kammer wird sich dessen bewusst sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. Juli 2014, 15:21:10
... sie hat sie sogar mit einem ärztlichen Attest belegt, welches inhaltlich gerade überprüft worden ist.

Es wird mich nicht überraschen, wenn Prof. Eisenmenger die Qualität des Attestes als ... einstuft  :kaffee

Und als was würde Gustl Dich einstufen?
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-5-100.html
Zitat
Prozess-Bilanz: "Mollath hat teilweise selbst Angst vor Unterstützern"
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 15:21:48
@Tyko:
Und wenn die Petra M. eine Bank ausgeraubt und das Geld auf den Kanalinseln angelegt hätte:

JETZT geht es einzig um die Anklage von Gustl Mollath, dem schwere Handgreiflichkeiten gegen seine Ex vorgeworfen werden, was übereinstimmend von einer Zeugin und einen Arzt soeben vor Gericht bestätigt wurde.

WARUM Mollath seine damalige Frau vermutlich geschlagen hat und ob er sich dabei einer "guten Sache" verpflichtet fühlte, spielt keine Rolle für die ihm angelastete Tat - es sei denn, du willst für die Rechtfertigung von ehelicher Gewalt in bestimmten ethischen Konfliktsituationen eine Lanze brechen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 15:40:46
Weiter aus dem Live-Blog der Mittelbayerischen:
Zitat
Das Verhör der Richter geht weiter: Die Beisitzerin aus dem umstrittenem Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg von 2006 sagt aus. Mittlerweile ist die Frau pensioniert; alle Notizen habe sie daher nicht mehr, sie wollte sich nicht mit all dem Material belasten. Sie beschreibt den Prozess so, als dass Gustl Mollath vor allem über Schwarzgeldgeschäfte der Hypovereinsbank aussagen wollte. Der Vorsitzende Richter damals, Otto Brixner, sagte dem Mollath-Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag, sie sei die Berichterstatterin gewesen. Das heißt: Sie soll alle Akten gekannt haben, sie hat das Urteil mitverfasst.

Die Kammer will mehr über die Beziehung zwischen dem damals Vorsitzenden Richter und dem Bruder der Petra M. wissen. Die Zeugin beschreibt das so: Brixner habe vor dem Saal damals jenen Martin M. erkannt, als jemanden, den er mal im Handballverein trainiert habe. Er habe ihn nur kurz gegrüßt, um nicht in den Verdacht der Befangenheit zu geraten. Die Zeugin habe keinen Zweifel an der Wahrheit der Aussage Brixners, weil er ein Mann sei, der keine Winkelzüge macht.

Escher fragt nach Außergewöhnlichem, etwas, dass sie besonders geärgert hat. "Wir hatten schon viele Unterbringungen verhandelt." Man habe immer versucht, für diese Leute eine Verbesserung des Zustands zu erreichen. "Der Herr Mollath war der einzige, der alles verweigert hat. Er hat sich von uns verfolgt gefühlt. Man konnte gar nicht zu ihm vordringen." Mollath hätte sich zurückgezogen, hinter zugezogenen Rollläden gelebt und sich von Freunden abgekapselt.

Ob man das Urteil als Urteilsentwurf bezeichnen könnte, fragt der Beisitzer dieses Wiederaufnahmeverfahrens. Sie sei schließlich unter Zeitdruck gewesen, der Urlaub stand kurz bevor, gelesen hat sie das fertige schriftliche Urteil nicht, das vom Vorsitzenden Richter abgezeichnet worden ist. Das hatte die Zeugin zuvor bereits erzählt. "Sie sind schon mit einer entsprechenden Erwartungshaltung in die Sitzung gegangen", fragt der Beisitzer. Die Zeugin: "Was heißt Erwartungshaltung? (...) Wie sie wissen, erlebt man auch Überraschungen."

Auch Nachfragen von Verteidiger Strate und Nebenklagevertreter Horn darüber, warum im Urteil angeklagte Sachverhalte fehlen, sagte sie immer wieder "Ich weiß es einfach nicht" oder sie beruft sich aufs Beratungsgeheimnis. Warum nur ein Tag bzw. nur zwei Stunden angesetzt wurden für 13 Zeugen, sagt sie, sei Sache des Vorsitzenden Richters gewesen.

Mollath fragt jetzt selbst wieder nach: Können Sie sich daran erinnern, dass ich darum gebeten habe, mir Handschellen und Bauchgurt abzunehmen? "Nein, aber kann ich mir gut vorstellen." ... "Waren ihn 2006 aus der Branche des Gutachterwesens die Fehlerquoten bekannt?" - "Nein."

"Eine Sache ist erstaunlich", mischt sich Gutachter Nedopil ein, dass Mollath 13 Monate nach einem Gutachten in Freiheit war, dann werde er nach Paragraf 63 bzw. 126a verurteilt: "Wann hat man gesagt, Herr Mollath ist ein gefährlicher?" Doch diese Frage darf die Zeugin wegen des Beratungsgeheimnis nicht beantworten, darauf weisen Oberstaatsanwalt Meindl und die Vorsitzende hin.

Rechtsmediziner Eisenmenger will mehr zum Tatablauf wissen. Laut Urteil soll Petra M. geschlagen, gebissen, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein, dann als sie am Boden lag, habe sie Mollath mit Mokassins getreten. Eisenmenger: "Ist Ihnen diese Unlogik nicht aufgefallen?" Die Zeugin weicht aus: Sie wisse es nicht. "Ist dann meine Interpretation falsch", fragt Eisenmenger. Sie sei keine Rechtsmedizinerin, sagt die Zeugin. Eisenmenger wird von Escher angehalten, es gut sein zu lassen.
von Pascal.Durain 13:33↑0
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 15:41:40
Ich baue das nochmal zusammen:
Frau M. hat Tätlichkeiten zugegeben.
Also bitte. Sie hat die Tätlichkeiten nicht nur "zugegeben", sondern sie hat sie sogar mit einem ärztlichen Attest belegt, welches inhaltlich gerade überprüft worden ist.
Es wird mich nicht überraschen, wenn Prof. Eisenmenger die Qualität des Attestes als ... einstuft  :kaffee
Das ist schon grotesk, die mildere wenn auch weniger plausible Erklärung wäre: gedankenloses Posten, nur um zu posten. Eben wurdest Du mit dem Finger auf der Wagschale erwischt, und nun legst Du ganz offen die ganze Faust drauf. Wie fühlt man sich denn so als Troll?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 15:44:38
sweeper, noch läuft das Verfahren, doch zeichnet sich schon ab, dass genau zu unterscheiden sein wird zwischen diesen drei Delikten

Körperverletzung
http://dejure.org/gesetze/StGB/223.html
Gefährliche Körperverletzung
http://dejure.org/gesetze/StGB/224.html
Schwere Körperverletzung
http://dejure.org/gesetze/StGB/226.html

Die von dir genannten schweren Handgreiflichkeiten sind vielleicht nur Körperverletzungen. Wie du das jetzt gemeint hast, weiß ich nicht. Möglicherweise durfte Mollath das tun, was er getan hat

Notwehr
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__227.html

Doch Frau M. reklamiert ebenfalls, dass sie in Notwehr gehandelt hat. Kann man Frau M. glauben? Das Gericht befasst sich gerade ausführlich mit dieser Frage.

Ich werde übrigens morgen in den internetlosen Urlaub entschwinden. Doch die erste Woche des Prozesses ist schon spannend gewesen.  :Popcorn:

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 15:53:37
Die von dir genannten schweren Handgreiflichkeiten sind vielleicht nur Körperverletzungen.
Ja, hatten wir schon mehrfach, die Bewusstlosigkeit mag zweifelhaft sein - davon war selbst im alten Faden mal die Rede. Ist Dir das nicht erinnerlich?

Zitat
Möglicherweise durfte Mollath das tun, was er getan hat
Dann müsste er wohl auch im Gerichtssaal noch etwas ausführlicher werden, da wird es wohl nicht genügen, in der Pause vor der Presse zu rufen, "nur gewehrt". Für wie realistisch hältst Du das?  :rofl
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 15:55:38
@Tyko:
Das unterscheidet dich und mich: die Beweiswürdigung und endgültige Einschätzung überlasse ich den Sachverständigen und dem Gericht.
Allerdings erinnere ich daran: Fingerspuren rechts und links der Kehle und das beschriebene Verletzungsmuster sind mit "Notwehr " schwer erklärbar.
Mollath hat auch nichts in der Hand, was seine Version irgendwie stützt.

Außer man fängt an, Hypothesen und Vermutungen zu erfinden, die allesamt eben nicht belegt sind, sondern lediglich redundant behauptet. Und diese dann in Zirkelschlüssen vorzutragen, wie es dir zu gefallen scheint.

Schönen Urlaub!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 16:04:13
Ich baue das nochmal zusammen:
Mach es aber gründlich, (und versuch, höflich zu bleiben). Fang an mit der Anklageschrift zu den Vorwürfen die Jahre 2001 und 2002 betreffend

http://geraldmackenthun.de/mollath/anklageschrift-vom-23-mai-2003/

Und dann lies dir durch, was Prof. Eisenmenger in seiner Befragung schon deutlich gemacht hat. Greif am besten auf ein paar Medien zu, um auch alle Details mitzubekommen. Ich kann dir sagen, dass für mich die Anklage nicht mehr durch das Attest gedeckt ist. Die Widersprüche sind offensichtlich. (Die betreffenden Paragraphen haben in meinem letzten Beitrag verlinkt.)

Eisenmenger stellt auch heute Fragen
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 16:09:47
@Tyko:
Ja, das interessiert mich auch, welche Deutungsmöglichkeiten Eisenmenger für Fingerspuren rechts und links der Kehle anbietet - egal ob er sie "Würgemale" nennt oder sonstwie... es waren übrigens nicht die Daumen, wenn ich das richtig erinnere...

Und weil immer mal die behauptete Bewusstlosigkeit thematisiert wird - diese Möglichkeit (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Karotissinusreflex) wurde noch nicht in Erwägung gezogen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 16:23:31
Ich baue das nochmal zusammen:
Mach es aber gründlich, (und versuch, höflich zu bleiben). Fang an mit der Anklageschrift zu den Vorwürfen die Jahre 2001 und 2002 betreffend
Und Du hast irgendwo gefunden, dass Frau M der Körperverletzung bezichtigt worden ist, und sie das daraufhin zugegeben hat? Würdest Du den Wortlaut hier mal einstellen?

Zitat
Und dann lies dir durch, was Prof. Eisenmenger in seiner Befragung schon deutlich gemacht hat. Greif am besten auf ein paar Medien zu, um auch alle Details mitzubekommen.
Findest Du es höflich, en passant dem Diskussionspartner Unkenntnis zu unterstellen, nur weil seine Interpretation von Deiner abweicht? Woraus konntest Du ablesen, dass Prof. Eisenmenger erklären wird, die Hämatome seien Ausdruck der Notwehr des Herrn M?

Zitat
Ich kann dir sagen, dass für mich die Anklage nicht mehr durch das Attest gedeckt ist.
Klappe, die Fünfte.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 16:24:41
@Tyko:
Ja, das interessiert mich auch, welche Deutungsmöglichkeiten Eisenmenger für Fingerspuren rechts und links der Kehle anbietet - egal ob er sie "Würgemale" nennt oder sonstwie... es waren übrigens nicht die Daumen, wenn ich das richtig erinnere...

Und weil immer mal die behauptete Bewusstlosigkeit thematisiert wird - diese Möglichkeit (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Karotissinusreflex) wurde noch nicht in Erwägung gezogen.
Du hast geschrieben, dass du nur noch aus der Erinnerung zitierst. Hast du da ein anderes Attest vor Augen als bei Meindl genannt? Da ich meine Dokumente mittlerweile alle gelöscht habe, habe ich die Stelle bei ihm herausgesucht

Seine Seite 203
http://download.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-StA-Regensburg-2013-03-18.pdf
Zitat
Würgemale am Hals unterhalb des Kehlkopfes ventral medial.

Das Gericht und der Staatsanwalt werden Eisenmenger  sorgfältig befragen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 16:31:46
Das Gericht und der Staatsanwalt werden Eisenmenger  sorgfältig befragen.
Das sollte doch selbstverständlich sein!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 16:34:14
Bin hier grad nur mit Smartphone unterwegs. Bilde mir aber ein, es seien mehr als zwei Abdrücke beschrieben gewesen - da kann mich mein Gedächtnis aber täuschen.
Natürlich kann man auch mit den Daumen den Reflex auslösen.

Waren es mehrere Fingerabdrücke, kam er von hinten-> definitiv keine Notwehr.
Aber auch andersrum ist der Griff an die Kehle als Notwehrhandlung von Mann zu Frau eher ungewöhnlich - außer sie war ihm kräftemäßig deutlich überlegen - wogegen seine Tätigkeit spricht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 16:46:48
Pelacani, du hast doch vor Kurzem das Urteil hervorgeholt und darin etwas zu dem Briefdiebstahl gefunden. Wenn ich mich recht entsinne, findet sich in dem Urteil auch, wie sich Frau M. gewehrt hat. Sie hat es dort selbst erzählt. Zu dem Komplex Eisenmenger, wie du ihn an mich heranträgst, mag ich fast nichts mehr schreiben. Die Art, wie du etwas anderes hervorholst, als von mir gedacht, überrascht mich zu sehr. Und da ich heute das nicht mehr klären kann, ist das ein letzter Versuch in einfachen Worten

Das Attest deckt die Anklage nicht mehr.

Das Attest bezieht sich auf die Tat vom August 2001. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Wenn dir klar wird, dass das Würgen bis zur Bewusstlosigkeit nicht mehr zu halten ist und dass die blutende Bisswunde ebenfalls schwer zu halten ist und dass die Schläge der Faust im Widerspruch zu den Schlägen mit der flachen Hand stehen, dann hätten wir noch eine gemeinsame Grundlage. Wenn nicht, warten wir einfach ab, was Prof. Eisenmenger sagen wird und wie das Gericht dieses Gutachten bewertet.  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 17:13:15
Das Gericht und der Staatsanwalt werden Eisenmenger  sorgfältig befragen.
Das sollte doch selbstverständlich sein!
Nein. Das ist mitnichten selbstverständlich. Der ganze Fall Mollath ist eine Ansammlung von eigentlich undenkbaren Rechtsverstößen der Justiz. Ich habe doch auf das Urteil vom Bundesverfassungsgericht hingewiesen. Hier der Link zur Pressemitteilung
http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg13-056.html

Es geht um den Gutachter Pfäfflin.

Zitat
Insbesondere darf der
Strafvollstreckungsrichter die Prognoseentscheidung nicht dem
Sachverständigen überlassen, sondern hat diese selbst zu treffen. In
einer Gesamtwürdigung sind die von dem Täter ausgehenden Gefahren ins
Verhältnis zur Schwere des mit der Maßregel verbundenen Eingriffs zu
setzen. Dabei ist die von dem Untergebrachten ausgehende Gefahr
hinreichend zu konkretisieren. Zu erwägen sind das frühere Verhalten des
Untergebrachten und die von ihm bislang begangenen Taten. Abzuheben ist
aber auch auf die seit der Anordnung der Maßregel veränderten Umstände,
die für die künftige Entwicklung bestimmend sind. Der Grundsatz der
Verhältnismäßigkeit gebietet es zudem, die Unterbringung nur solange zu
vollstrecken, wie der Zweck der Maßregel dies unabweisbar erfordert und
weniger belastende Maßnahmen nicht genügen.
Zitat
Es fehlt bereits an einer ausreichenden Konkretisierung der vom
Beschwerdeführer ausgehenden Gefahr künftiger rechtswidriger Taten. Das
Landgericht setzt sich insbesondere nicht damit auseinander, dass die
Darlegungen des Sachverständigen zur Wahrscheinlichkeit künftiger
rechtswidriger Taten im schriftlichen Gutachten vom 12. Februar 2011 und
in der mündlichen Anhörung vom 9. Mai 2011 voneinander abweichen. Vor
diesem Hintergrund durfte das Landgericht sich nicht auf eine bloße
Bezugnahme auf die Ausführungen des Sachverständigen in der mündlichen
Anhörung beschränken. Es hätte vielmehr unter Berücksichtigung weiterer
Hinweise des Sachverständigen und sonstiger Umstände des vorliegenden
Falles diese Einschätzungen gegeneinander abwägen und eine eigenständige
Prognoseentscheidung treffen müssen. Im Rahmen einer solchen
eigenständigen Bewertung hätte es darlegen müssen, welche Straftaten
konkret von dem Beschwerdeführer zu erwarten sind, warum der Grad der
Wahrscheinlichkeit derartiger Straftaten sehr hoch ist und auf welche
Anknüpfungs- und Befundtatsachen sich diese Prognose gründet

Es gibt eine fünfstufige Skala bei der Gefährlichkeitsprognose. In seinem
schriftlichen Gutachten hat Pfäfflin die zweitniedrigste Gefährlichkeitsstufe
für Mollath gewählt. Bei der Anhörung wies Mollaths Anwalt Pfäfflin darauf
hin. Und Pfäfflin stufte seine Prognose um drei Stufen nach oben,
denn nur die höchste Stufe rechtfertigt eine weitere Unterbringung. Er lieferte
keine Begründung. Die Richter übernahmen Pfäfflins neue Begründung einfach.
Vor diesem Hintergrund halte ich es hoch problematisch zu
schreiben

Andererseits wäre es ohne das Geschrei nicht zu einer Freilassung des Herrn M gekommen, die vermutlich gerechtfertigt und geboten war.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 17:13:37
Pelacani, du hast doch vor Kurzem das Urteil hervorgeholt und darin etwas zu dem Briefdiebstahl gefunden. Wenn ich mich recht entsinne, findet sich in dem Urteil auch, wie sich Frau M. gewehrt hat. Sie hat es dort selbst erzählt.
Ach so. Eben war es noch die Anklageschrift. Im Urteil nach „gewehrt“ gesucht:
Zitat
Er [Hervorhebung durch mich] habe sich lediglich gewehrt.
Keine weiteren Treffer.
Also das nennst Du „Frau M hat Tätlichkeit zugegeben“. Warum hast Du das nicht gleich gesagt.

Zitat
Das Attest deckt die Anklage nicht mehr.
Klappe die sechste.

Zitat
Wenn dir klar wird, dass das Würgen bis zur Bewusstlosigkeit nicht mehr zu halten ist
Wenn Du magst, lies Dir noch einmal meinen Post #338 durch:
Die von dir genannten schweren Handgreiflichkeiten sind vielleicht nur Körperverletzungen.
Ja, hatten wir schon mehrfach, die Bewusstlosigkeit mag zweifelhaft sein - davon war selbst im alten Faden mal die Rede. Ist Dir das nicht erinnerlich?

Zitat
dass die blutende Bisswunde ebenfalls schwer zu halten ist
Hatten wir ja nun auch schon mehrfach; diese Frage ist offen. Wir dürfen gespannt sein.

Zitat
dass die Schläge der Faust im Widerspruch zu den Schlägen mit der flachen Hand stehen
Schläge mit der flachen Hand führen zu Blutergüssen? Wir dürfen gespannt sein.

Nach dem bisherigen Verlauf halte ich es für zunehmend wahrscheinlicher, dass auch Professor Nedopil ein mündliches Gutachten abgeben wird. Wir dürfen gespannt sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 17:22:01
Bin hier grad nur mit Smartphone unterwegs. Bilde mir aber ein, es seien mehr als zwei Abdrücke beschrieben gewesen - da kann mich mein Gedächtnis aber täuschen.
Natürlich kann man auch mit den Daumen den Reflex auslösen.

Waren es mehrere Fingerabdrücke, kam er von hinten-> definitiv keine Notwehr.
Aber auch andersrum ist der Griff an die Kehle als Notwehrhandlung von Mann zu Frau eher ungewöhnlich - außer sie war ihm kräftemäßig deutlich überlegen - wogegen seine Tätigkeit spricht.
Sie hat gesagt, sie habe ihn dort gepackt, wo es wehtut. Das sind glaube ich ihre Worte aus dem Jahre 2006 gewesen.

Schönen Juli  :prosit
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 17:25:25
Ich habe doch auf das Urteil vom Bundesverfassungsgericht hingewiesen.  …
Es gibt eine fünfstufige Skala bei der Gefährlichkeitsprognose.
Tyko, wenn Du ein wenig vergesslich bist, zumindest was die Einwände auf Deine steilen Thesen angeht, dann musst Du nicht automatisch davon ausgehen, dass es alle anderen auch sind. Diese Frage ist ja nun ausführlichst besprochen, soweit uns das bisher möglich war. Meinst Du wirklich, in diesem Verfahren befürchtet jemand, Prof. Eisenmenger werde nicht ausführlich gehört?

Andererseits wäre es ohne das Geschrei nicht zu einer Freilassung des Herrn M gekommen, die vermutlich gerechtfertigt und geboten war.
Erstens mag ich es nicht, wenn Hervorhebungen in Zitaten keine Kennzeichnung tragen, von wem sie stammen, und zweitens bin ich kein Jurist. Ich vermute, dass das Bundesverfassungsgericht Recht hat. Oder sollte ich davon abweichen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 17:34:12
Sie hat gesagt, sie habe ihn dort gepackt, wo es wehtut. Das sind glaube ich ihre Worte aus dem Jahre 2006 gewesen.
Die Anklage wars nicht, das Urteil auch nicht. Nun ist es genug mit dem Hase-und-Igel-Spiel. Halten wir mal fest: „Frau M hat Tätlichkeiten zugegeben“ ist frei erfunden.

Du hast geschrieben, dass du nur noch aus der Erinnerung zitierst.
Das ist offenbar kein Alleinstellungsmerkmal. Was die Exaktheit der Erinnerung angeht, da gibt es nur eine Ausnahme: den Zeugen Braun.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 18:08:58
Pelacani, du bist in der Materie nicht firm.

Frau Mollath hat vor dem Ermittlungsrichter Berlin-Tiergarten zu Protokoll gegeben, sie hätte Mollath bei der Auseinandersetzung gepackt, wo es wehtut. Diese Aussage wird mehrfach in den veröffentlichten Dokumenten zitiert.

Aber auch für dich: schönen Juli  :grins2:

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 18:52:18
Pelacani, du bist in der Materie nicht firm.

Frau Mollath hat vor dem Ermittlungsrichter Berlin-Tiergarten zu Protokoll gegeben, sie hätte Mollath bei der Auseinandersetzung gepackt, wo es wehtut. Diese Aussage wird mehrfach in den veröffentlichten Dokumenten zitiert.

Aber auch für dich: schönen Juli  :grins2:
Wo Du Recht hast, da hast Du recht. Ich bin in der Materie nicht firm; ich hoffe, Du siehst mir das nach. Mir war bisher nur eine Vernehmung 2003 in Tiergarten bekannt.
Darf ich Dich um Hilfe bitten? Worum ging es denn da bei dieser Ermittlung im Jahr 2006? Und wenn sie nicht verurteilt worden ist, ist sie wenigstens angeklagt worden, nachdem sie diese Tätlichkeit zugegeben hat?

 :gruebel

Schönen Juli auch! :grins
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: tyko3 am 11. Juli 2014, 19:44:48
Darf ich Dich um Hilfe bitten? Worum ging es denn da bei dieser Ermittlung im Jahr 2006? Und wenn sie nicht verurteilt worden ist, ist sie wenigstens angeklagt worden, nachdem sie diese Tätlichkeit zugegeben hat?
Du bist da ein wenig schnell von einer Tätlichkeit zu einer Ermittlung gelangt.  :grins2:

Es gibt in Deutschland Antragsdelikte und Offizialdelikte.

Strafantrag (Körperverletzung)
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__230.html
Antragsberechtigte
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__77.html

Und ab in den Sommer   :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 11. Juli 2014, 19:45:26
ja Pel!
DU BIST IN DER MATERIE NICHT FIRM.

Das du nicht firm bist erkennt man daran, dass du dich mit einzelnen Äußerungen auseinandersetzt, du Kleingeist, du zitierst, wie pedantisch, und überhaupt, du  glaubst , allen ernstes glaubst, du könntest das verstehen, wo du doch offensichtlich das große Ganze nicht siehst.

Hast du was an den Augen? Der Messias hat doch voll die Corona. Hast du kein Herz um die zu sehen? Warum hälst du so verzweifeln zum Bösen? :teufel

WAS STIMMT NICHT MIT DIR.
(das Fragezeichen kann man da wohl getrost weglassen)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 20:13:44
@ tyko:

Wie ich bereits anmerkte, ist § 223 StGB ein sog. relatives Antragsdelikt. Die StA hat da viel Spielraum, ohne Strafantrag anzuklagen. Vielleicht paukst du im Sommer etwas Jura.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 20:54:40
Das erfüllt dann doch mit Genugtuung:
Zitat
@jv_joevoe: Nachklapp zum Auftritt des "Kronzeugen" Edward Braun am gestrigen #Mollath-Prozesstag: #SWR will rechtliche Schritte gg ihn einleiten
Hat er verdient, der "Folklorist"!!  :grins

Ansonsten komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus: ist jetzt die Petra M. wegen "Tätlichkeiten" angezeigt bzw wird gegen sie ermittelt?!

Tyko schafft es doch immer wieder, mit Hakenschlägen und rhetorischen Fallrückziehern zu verblüffen!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 20:55:57
Du bist da ein wenig schnell von einer Tätlichkeit zu einer Ermittlung gelangt.
Ähm, wieso ich? wie nanntest Du ihn doch gleich, den Beamten, der die Frau M. im Jahre 2006 vernommen habe?
hat vor dem Ermittlungsrichter Berlin-Tiergarten zu Protokoll gegeben

Und ein zwei, zusätzliche Details über diese Ermittlung Protokollaufnahme aus dem "Jahr 2006" wären hilfreich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 21:13:31
Jedenfalls wissen wir jetzt, warum der Urteilstext aus 2006 so viele Fehler aufweist: die beisitzende Richterin, die ihn verfasste, wollte schnell fertig werden und anschließend in den Urlaub gehen.

http://www.regensburg-digital.de/wollte-in-urlaub-mollath-regensburg-richterin-schlampte-beim-urteil/11072014/
Zitat
Zumindest etwas besser ist es mit dem Gedächtnis der zweiten Zeugin am Freitagvormittag bestellt. Sie war Beisitzerin und Berichterstatterin im Prozess am Landgericht Nürnberg-Fürth. Als solche diktierte sie 2006 auch das schriftliche Urteil – unter akutem Zeitdruck. „Das war kurz, bevor ich in den Urlaub gefahren bin”, sagt die mittlerweile pensionierte Juristin heute. Am Freitag kommt sie dort übrigens gerade her, aus dem Urlaub. Sie ist extra für die Vernehmung angereist. Neben ihr steht ein großer Rollkoffer. Unter Zeitdruck ist sie wiederum – sie muss ihren Flug am Nachmittag erreichen.

Urteil fast ohne Akten geschrieben

Die Akten habe sie bei der Formulierung des Urteils bis auf wenige kopierte Auszüge nicht vor sich gehabt. Auch die Abschrift ihres Diktats konnte sie aus zeitlichen Gründen nicht mehr überprüfen. Auf Nachfrage gibt sie zu, dass es sich bei dem fertigen Schriftstück wohl eher um einen „Urteilsentwurf” handle. Dieser wird von den im Gerichtssaal anwesenden Sachverständigen in wesentlichen Punkten heftig kritisiert. Ein Beispiel: Im Urteil ist die Rede davon, Petra M. sei von Mollath mehrmals getreten worden, während sie bewusstlos am Boden lag. Der Sachverständige Prof. Eisenmenger gibt zu bedenken, dass Petra M. nichts bezeugen habe können, was zum Zeitpunkt ihrer Bewusstlosigkeit geschah. Die Zeugin antwortet: „Ich bin kein Rechtsmediziner.”
Zum letzten Punkt:
ich finde die Erwartung unrealistisch, dass die P.M., sollte sie tatsächlich in der beschriebenen Weise von  G.M. misshandelt worden sein, sich im Zustand großer
Angst jedes Detail exakt gemerkt hat. Evtl hat sie tatsächlich eine Synkope erlitten, während die Hände ihres Mannes ihren Hals umklammerten. Nach einem kurzen Blackout sollte man sich dann durchaus an Tritte erinnern können.
Es wäre fruchtbarer, aus den im Attest beschriebenen Verletzungen zu rekonstruieren, ob die Frau demnach zu Boden gegangen ist und falls ja, wie sie gelegen haben muss.

Es sei denn man unterstellt wie Tyko, dass das Attest gefälscht ist und der Arzt mit der P.M. gemeinsame Sache gemacht hat

Aber bis zur Beweiswürdigung müssen wir uns wohl noch in Geduld üben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. Juli 2014, 21:29:05
Das erfüllt dann doch mit Genugtuung:

Er kann doch jeden Moment tot umfallen. Käme es also zu einer Klage und bejahte das Gericht die Verhandlungsfähigkeit, wäre das nächste Justizopfer vorprogrammiert. Außerdem: Mal wieder ein Whistleblower, der zu viel wusste.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. Juli 2014, 21:56:11
Das erfüllt dann doch mit Genugtuung:

Er kann doch jeden Moment tot umfallen. Käme es also zu einer Klage und bejahte das Gericht die Verhandlungsfähigkeit, wäre das nächste Justizopfer vorprogrammiert. Außerdem: Mal wieder ein Whistleblower, der zu viel wusste.
Naja, als groß angekündigter "Kronzeuge" der Verteidigung (die in seinem Windschatten bzw unter seinem Fähnlein einen "Gegenangriff" reiten wollte) hat er sich jedenfalls öffentlich selbst demontiert!
Dass ihm die rufschädigende Wirkung seiner TV-"Folklore" so völlig am A. vorbei geht, das erbost mich wirklich!
Und dass er seine windige Aussage nun noch einmal beeiden musste, wird ihn hoffentlich einige schlaflose Nächte kosten!  >:(
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 11. Juli 2014, 23:28:28
Zitat
Attest: Unstimmigkeiten „waren bekannt”

Überraschend ist, was die damalige Beisitzerin zum immer wieder thematisierten ärztlichen Attest von Petra M.s Verletzungen zu berichten weiß. Die Beschreibung der Verletzungen im Urteil beruhe darauf. Und: Schon damals habe man von der auf dem Stempel des Dokuments angegebenen Nürnberger Ärztin erfahren, dass das Attest gar nicht von ihr, sondern dem Sohn stamme.

Daraufhin habe zur Debatte gestanden, die Verhandlung zu vertagen, um die Ärztin als Zeugin befragen zu können. Das sei aufgrund des allgegenwärtigen Zeitdrucks für den damaligen Vorsitzenden Richter Otto Brixner nicht infrage gekommen. Im Urteil wurde dann doch festgehalten, das fragliche Attest stamme von der Ärztin. Dieser Widerspruch sei „ihr auch aufgefallen”, bestätigt die Zeugin heute. Die Ironie dabei: Diese Schlamperei war der ausschlaggebende Grund für die Anordnung des Wiederaufnahmeverfahrens.
http://www.regensburg-digital.de/wollte-in-urlaub-mollath-regensburg-richterin-schlampte-beim-urteil/11072014/

[speculation mode]
Dann hätte man einen anderen WA-Grund gefunden (finden müssen).

edit: und selbst in diesem Bericht scheint es Schlampereien zu geben: hätte man denn dann nicht den Sohn befragen müssen?

[/speculation mode]
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. Juli 2014, 01:42:22
"Würgen bis zur Bewusstlosigkeit" ?

Das ärztliche Attest und die Vernehmung von Markus Reichel haben eine kontroverse Diskussion zu dieser Aussage der P.M. angestoßen.
Markus Reichel antwortete dem Gerichtsmediziner, dass er Würgemale aus dem Kampfsport kennt. Ich bin dem Thema mal nachgegangen und habe eine sportmedizinische Studie gefunden:

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/content/archiv1999/Heft05/1999_05_WUERGEGRIFFE%20IM%20JUDO.pdf
Und
http://www.akka.de/theorie/Medizinische%20Untersuchungen%20zu%20Wuergetechniken.htm

Es wird hier recht anschaulich das reflektorische Geschehen beim kontrollierten Würgen (mit Abklopfen) dokumentiert, das neben den Herz-Kreislauf-Reaktionen zu einer vorübergehenden Bewusstlosigkeit führen kann.
Die Frage des Gerichtsmediziners nach "Einblutungen" erscheint mir in diesem Zusammenhang ... fragwürdig.
Die im Attest beschriebenen Male passen durchaus zu einer vergleichbaren Aktion.
Dann hätte P.M. kurz das Bewusstsein verloren und dennoch anschließend erleben können, dass ihr Mann sie tritt.

Für den Arzt, der offenbar selbst Kampfsport betrieb, plausibel.




Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 12. Juli 2014, 13:05:44
....und was bleibt nach einer Woche Wiederaufnahmeverfahren Gustl Mollath, vom größten Schwarzgeldskandal aller Zeiten und dem von einer Rotarierverschwörung weggesperrten Staatsfeind Nummer eins?...... ein wahnkranker Versager der auf eine überlastete Justiz trifft..... :facepalm
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. Juli 2014, 13:23:20
....und was bleibt nach einer Woche vom größten Schwarzgeldskandal aller Zeiten und dem von einer Rotarierverschwörung weggesperrten Staatsfeind Nummer eins? ein Wahnkranker Versager der auf eine überlastete Justiz trifft..... :facepalm

Ich weiß nicht, ob „Überlastung“ das richtige Wort ist. Ich würde eher Gleichgültigkeit oder „Ökonomie“ dahinter vermuten. Oder, mit leicht gehässigem Unterton: Faulheit. Es "kam nicht so drauf an".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. Juli 2014, 15:40:30
Tyko, endlich habe ich die Quelle für
Frau M. hat Tätlichkeiten zugegeben.
und
Sie hat gesagt, sie habe ihn dort gepackt, wo es wehtut.
gefunden! Hier ist sie:
Radio Eriwan (http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Eriwan)

Ohne einen Anwalt bist du in einem Strafprozess verloren. … Gute Strafverteidiger berechnen um die 5.000 Euro pro Prozesstag.
Wenn ich mal vor Gericht stehe, dann habe ich hoffentlich wenigstens genügend Geld, Dich als Anwalt der Nebenklage zu engagieren.  ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. Juli 2014, 16:41:56
@Pelacani:
Das hat Tyko einfach von
http://www.gustl-for-help.de/chronos.html abgeschrieben.
Dort heißt es unter 26. ohne Quellenlink:
Zitat
2003-05-15 Petra Mollath sagt vor dem Ermittlungsrichter in Berlin-Tiergarten u. a. über die "Bisswunde" aus: sie "glaube nicht, dass es geblutet habe", vor dem Würgen und Beißen sei sie bestimmt 20 mal mit den Fäusten geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden, sie habe ihn gepackt, "wo es wehtut".
Ohne eine nachprüfbare Quelle ist eine solche Behauptung für Psiram natürlich unbrauchbar.
Jedenfalls wird jetzt klarer, warum Tyko in diesem Zshg von "Ermittlungsrichter" gesprochen hat: hat er einfach kritiklos übernommen.

Die Formulierung taucht ansonsten noch in einem Beck-Blog-Kommentar auf:

http://blog.beck.de/2013/02/23/der-fall-mollath-in-der-wiederaufnahme?page=4
Zitat
#8
meine5cent

27.02.2013
Um von der Vorsorgevollmacht zum Thema zurückzukommen:
An dem Interview mit Lorenz-Löblein bei TP ist mir aufgefallen, dass zum Punkt "Körperverletzung" (wohl am 12.8.2001) die Aussage von Lorenz-Löblein offenbar nicht mit dem übereinstimmt, wass die SZ behauptet.
Süddeutsche Zeitung am 13.2. zu dem von Mollath übergebenen Hefter "Es findet sich dort sogar ein partielles Geständnis Mollaths, der die angeklagte Tat allerdings völlig anders beschreibt als die Ehefrau: "Wir haben uns heftig gestritten, sie will nicht aufhören. Wie schon mal passiert. Sie geht auf mich los. Tritte und Schläge. Leider wehre ich mich."
Lorenz-Löblein:  "Die Ehefrau hat ausgesagt, sie habe ihn gepackt, wo es weh tut. Herr Mollath bestreitet eine körperliche Auseinandersetzung. Die Schilderung der Ehefrau ist unglaubwürdig und von Belastungseifer gekennzeichnet. "
(Fettung von mir)
Die Legendenbildung ist jedenfalls interessant - das partielle Geständnis scheint im "Hefter" schriftlich vorzuliegen, wenn ich das richtig verstehe.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. Juli 2014, 17:18:36
Ansonsten sei Tyko auf Prof. H.E. Müller verwiesen:
http://blog.beck.de/2014/07/12/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-schlaglichter-vom-f-nften-tag#comment-59172
Zitat
#21
Prof. Dr. Henning Ernst Müller

12.07.2014

@Gastkommentator,

    angenommen, Herr Mollath würde "in dubio pro reo" freigesprochen und keine weiteren Maßnahmen verhängt. Das Gericht erklärt in der mündlichen Urteilsbegründung, die Schläge und Reifenstechereien seien nicht nachweisbar, dass z.B. die Schläge aber nur eine Erfingung der Ehefrau seien, sei ebenfalls nicht erwiesen. Meiner Meinung nach hätte Herr Mollath mangels Beschwer kein Revisionsrecht.

Zu welchem Zweck  sollte er in Revision gehen können, wenn er aus tatsächlichen Gründen freigesprochen wird, also auch keine Unterbringung mehr möglich ist? Ob die Schläge eine "Erfindung der Ehefrau" sind oder nicht, ist nicht die Fragestellung der Hauptverhandlung. Sie ist nicht angeklagt.

Besten Gruß

Henning Ernst Müller
(Fettung von mir)
Habe ich ohnehin nicht verstanden, warum Tyko immer versucht, die P.M. auf die Anklagebank zu setzen... ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. Juli 2014, 20:16:22
[speculation mode]
edit: und selbst in diesem Bericht scheint es Schlampereien zu geben: hätte man denn dann nicht den Sohn befragen müssen?
[/speculation mode]

Nein. Beweismittel: Zeugenaussage Prof. Müller 
Zitat
Update wegen diverser Nachfragen: Richterin H. meinte zunächst, man habe wohl die Ärztin geladen, und habe dann telefonisch erfahren, dass das Attest vom Sohn erstellt wurde und dass dieser aber nicht zum Gericht kommen könne. Erst daraufhin habe die Kammer entschieden, das Attest zu verlesen, StA und Verteidiger hätten dem zugestimmt. Frau H. wurde dann darauf hingewiesen, dass die Ärztin lt. Zeugenliste gar nicht geladen war und dass die ausdrückliche Zustimmung von StA und Vert. zur Verlesung nicht protokolliert sei. Frau H. berief sich im Weiteren auf fehlende bzw. mangelnde Erinnerung.

Das Attest wurde in der damaligen Hauptverhandlung als Urkunde der Ärztin verlesen, obwohl das Gericht wusste, dass es gar nicht von dieser Ärztin stammt. Und dieser „Fehler“ wurde dann auch in die Urteilsgründe übernommen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. Juli 2014, 20:39:14
Müller wertet, ohne zu berichten, und Lakotta berichtet, ohne zu werten:

Zitat
Prof. Dr. Henning Ernst Müller
10.07.2014
@kritische Kommentare (insb. nochsoeingast und Gastkommentator):
Es trifft zu, dass ich mich nicht sonderlich bemüht habe, die gestrigen Vorgänge im Gerichtssaal zunächst objektiv zu schildern, wobei ich davon ausging, dass sich jeder in vielen weiteren Medien über den genaueren Ablauf informieren kann. Meine Darstellung sollte möglichst wenig redundant sein. Deshalb habe ich einen Kommentar erstellt,  der geprägt ist von meinen (subjektiven) Eindrücken, dazu bekenne ich mich.
http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59035
Oh – eine Arbeitsteilung mit Frau Lakotta, wer hätte das gedacht. Ob dies bei der hohen Idiotendichte in Deutschland überall so verstanden worden ist, halte ich aber für durchaus ungewiss.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. Juli 2014, 22:08:23
Zitat
Wiederaufnahmeverfahren: Gustl Mollath sucht nach dem Komplott
Von Otto Lapp

...
Die damalige Beisitzende Richterin Petra Heinemann (67) gehörte damals der siebten Kammer am Nürnberger Landgericht an, die Mollath unterbringen ließ. [...] „War ihr Mädchenname Selig oder ähnlich? Die Richterin, die sich kaum oder falsch an die Verhandlung mit Mollath erinnert, die ein mit Fehlern gespicktes Urteil diktierte, weil sie in einen lange gebuchten Urlaub wollte, die nur noch über den Angeklagten von damals wusste, dass er partout nicht mit sich reden lassen wollte, diese Richterin wundert sich jetzt. „Bei den früheren Frau angeht“, erklärt Mollath. Da seien auch Konten gewesen, „da war ein Konto ,Seligstadt‘, da meinen Fachleute, das könnte mit Ihnen zusammen hängen.“

Eine typische Frage aus Mollaths Schwarzgeldkosmos.
Von einem anderen Zeugen will er wissen, ob er den Mann seiner Ex-Frau kenne. Denn hier könnten ja Seilschaften dazu geführt haben, dass er untergebracht wurde. Auch bei seinem ehemaligen Staatsanwalt Schorr hält er Seilschaften in Nürnberg für möglich. Aber der war erst Anfang April 2004 in die Stadt gekommen, und drei Wochen später stand Mollath vor Gericht. Zu kurz für wirkungsvolle Seilschaften. Und von einer Ärztin will er wissen, wie lange sie Kunde bei der Hypovereinsbank war, jener Bank, in der seine Frau arbeitete und wo er Schwarzgeldschiebereien vermutete. Und von Alfred Huber, einem seiner ehemaligen Richter, will er wissen, ob der Fußballschiedsrichter gewesen sei. Hier vermutet er eine Seilschaft über den FCN bis in die höchsten Kreise der Stadt gegen ihn. „Fußball nicht“, sagt der Richter. „Mit Schach kann ich dienen.“
 
„Sehr geehrter Herr Richter Eberl, ich grüße Sie“. Nein, Eberl (54) habe keine Notizen mehr von der Verhandlung mit Mollath. Aber er weiß noch, dass es bald nach Beginn im April 2004 zu einer „atmosphärischen“ Störung im Saal gekommen ist, weil Mollath nicht mit dem Gutachter im Saal sprechen wollte. Der Mollath von 2014 erklärt seinem Richter von damals, warum: Er sei nicht psychisch krank. Dass er nur deshalb immer die Rolläden zu Hause heruntergelassen hätte, lag auch an den wertvollen Antiquitäten. Sonnenstrahlen hätten die Farbe ändern können.
Ein Gerichtsvollzieher hatte allerdings nie wertvolle Antiquitäten in Mollaths Haus gefunden. Den kann Mollath aber nicht mehr fragen. Er ist bereits verstorben.

http://nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/wiederaufnahmeverfahren-gus...

Nedopil scheint sich erfolgreich unsichtbar gemacht zu haben... Wonach ich momentan suche, ist die anfangs behauptete Traumatisierung. Verschüchtert wirkt er ja nicht gerade, der Angeklagte.
Das scheint bis zum gewissen Grad ein großes Rollenspiel zu sein!  :D
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 13. Juli 2014, 09:57:43
Ich habe meinen Kommentar zu dem Punkt Müllers  (vgl. #323 (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168329#msg168329)) noch einmal präzisiert und ihm zur freundlichen Beachtung unterbreitet. (hier (http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59190),
 [Kommentare S. 2, #40]). Mal sehen.


Nedopil scheint sich erfolgreich unsichtbar gemacht zu haben...

Aber mein Bauchgefühl sagt mir: das Imperium wird zurückschlagen, Mt 13, 42.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 13. Juli 2014, 12:03:40
Ich habe meinen Kommentar zu dem Punkt Müllers  (vgl. #323 (http://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168329#msg168329)) noch einmal präzisiert und ihm zur freundlichen Beachtung unterbreitet. (hier (http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag#comment-59190),
 [Kommentare S. 2, #40]). Mal sehen.
Müller muss sich grad mit einem arroganten rechthaberischen Antipsychiater rumschlagen:
Zitat
Henning Ernst Müller schrieb:
Ich unterstelle gar nichts, sondern versuche, bevor ich die Abschaffung oder Änderung eines Gesetzes fordere, dessen Sinn zu analysieren. Ich weiß, dass es an der Psychiatrie ernsthafte Kritik gibt, tendiere aber dazu, dennoch die Funktion von Sachverständigen nicht für sinnlos zu halten. Dass es "zu absolut nichts anderem als zu einer willkürlichen Diagnose / Prognose führen kann", erkenne ich nicht und lasse mir diese Erkenntnis auch nicht vorschreiben.
Zitat
Dass Sie geradezu stolz darauf zu sein scheinen, diese unumstößliche Wahrheit nicht zu akzeptieren,  stellt Ihre Beurteilungsfähigkeit im Generellen infrage und lässt, soweit Ihre Facjhkollegen diese Haltung teilen, nur Schlimmstes für die weitere Entwicklung der Rechtslehre fürchten.
Die Geister, die er rief.

Zitat
das Imperium wird zurückschlagen, Mt 13, 42.
Man kann die Bibel auch als Tatwaffe benutzen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 09:30:21
Professor Müller, der über den Wassern schwebende Schiedsrichter:

Zitat
Professionell klingt es nicht, wenn ein Verteidiger resignierend angibt, gegen das psychiatrische Gutachten des Dr. Leipziger und dagegen, dass das LG diesem folge, hätte er sowieso nichts machen können. Der Pflichtverteidiger bestreitet,  Mollath für krank gehalten zu haben. Aber wie ist es zu bewerten, dass er nicht einmal widersprach, als der damalige Gutachter seinem Mandanten eine Wahnerkrankung und daraus folgende Gefährlichkeit attestierte? Seine noch heute plastisch geschilderte  Angstreaktion auf eine Situation vor zehn Jahren, scheint wenig nachvollziehbar: […]
http://blog.beck.de/2014/07/10/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-eindr-cke-vom-dritten-tag

Was, Herr Professor, ist denn da „nicht nachvollziehbar“? Da würde doch einmal interessieren, was denn der Herr Professor getan hätte, wenn er an der Stelle des Pflichtverteidigers gewesen wäre: selber bedroht („Geht es Ihnen gut? Aber nicht mehr lange!“), als Laie einem Gutachten zu widersprechen, welches Bedrohlichkeit feststellt? Als „Nazi-Anwalt“ auf eigene Kosten für einen Mandanten, der keinerlei Absprachen zugänglich ist, einen Gegengutachter bestellen, mit dem dieser übrigens genauso nicht gesprochen hätte? An die Presse gehen, was hier für eine Riesen-Schweinerei passiert? Als Laie ein Gutachten angreifen - passiert ja häufiger, wie man sieht -, aber mit welchen Argumenten? Denen des nunmehrigen Staranwalts, der die Idioten am Gang erkennt?

Hallo?

Zitat
Nach seiner Darstellung war dafür vor allem Mollath selbst verantwortlich.
Gesetzt den Fall, der Herr M wäre gesund gewesen: wer wäre denn sonst vor allem verantwortlich?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 10:32:24
@Pelacani:
Obwohl ich mir subjektive Eindrücke  in dieser Sache lieber verkneife:
H.E. Müller erlebe ich immer wieder als etwas diffus und windig - besonders stark war dieser Eindruck in einer Diskussionsveranstaltung mit Dr. Dirk Hesse, Forensik Moringen. Dort fiel er u.a. durch Suggestivfragen auf:  "Sie würden sich doch an M.s Stelle auch nicht begutachten lassen, oder?"
Worauf Hesse ohne Umschweife antwortete:  "Doch!"

Ein Tweet von @Fotobiene demonstriert anschaulich, wie Strate den Gutachter überflüssig machen will:
Zitat
@Fotobiene: Beweisbar KEINE „Wahnvorstellungen“ von #Mollath, Beweisantrag muß zugelassen werden, dann kann Nedopil gehen!
LESEN:
http://t.co/lK0iTuUq4U
https://twitter.com/fotobiene/status/488301308680888321


Heute wird übrigens lt Ingrid Fuchs @fuchsing (SZ) u.a. auch Martin Maske als Zeuge gehört werden:
Zitat
@fuchsing: Fünf Zeugen am 6. Verhandlungstag gegen #Mollath. Darunter Martin M., der neue Mann von Mollaths Ex, und ein Schöffe aus dem ersten Prozess
https://twitter.com/fuchsing/status/488536685710675968

Vielleicht erfahren wir von Maske Details zu den  beschriebenen Droh-und Stalkingszenarien.
Siehe auch
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-6-100.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 13:22:19
Zitat
Tag sechs im Wiederaufnahmeverfahren: Es geht so weiter, wie es vergangene Woche aufgehört hat. Die Frau vor Richterin Escher kann sich nur schwer erinnern. Nur, dass der Vorsitzende Richter den Angeklagten mehrfach ermahnt habe, weiß sie noch. Die Zeugin war Schöffin im Verfahren gegen Gustl Mollath vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth 2006. Escher: "Können Sie sich irgendwie an diese Verhandlung erinnern?" - Die Zeugin: "Wie ich ihn (Gustl Mollath) im Fernsehen gesehen habe, wusste ich: Da war ich dabei. Ansonsten ist das wie weg." Oberstaatsanwalt und Nebenkläger haben keine Fragen; Verteidiger Strate bohrt nach. "Haben sie Herrn Brixner zum ersten Mal erlebt?" Zeugin: "Ich kannte ihn nur vom Sehen." Strate: "Erinnern sie die Aussage des Psychiaters?" - "Nein, ich habe zum Glück nicht so viel mit Psychiatern zu tun." Lachen im Saal.

Um 9.26 Uhr nimmt der Mann vor Escher Platz, der jetzt mit Mollaths Ex-Frau verheiratet ist: Martin M. Noch zwei Ermittlungsverfahren liefen derzeit gegen seine Frau, er wolle von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, sagt M.'s Rechtsbeistand. Richterin Escher lässt das aber nicht zu.

Er und Petra M. seien seit Oktober 2002 ein Paar; also erst Monate nach den hier angeklagten Taten. Petra M. und der Zeuge kannten sich vom Sehen aus der Hypobank. Er arbeitete damals in der Abteilung Baufinanzierung. 1999 sei er nach Berlin gewechselt; 2002 habe er Petra M. dorthin zu einem Besuch eingeladen. Sie lebte damals in Nürnberg. 2003 sei sie dann nach Berlin gezogen. Zu Hause sei ihr alles zu viel geworden, ihr Mann habe ihr sogar in der U-Bahn nachgestellt.

Zum genaueren Hergang habe er nicht viel erfahren. Dieses Thema sei zu Hause "ein No-Go". "Ich kann es nicht mehr hören." Immer wieder würden Mails und Faxe von Unbekannten eintreffen, die Vorwürfe (Schwarzgeld) enthielten, die er nicht nachvollziehen könne.

Als sie nach Berlin gezogen ist, "fingen die Probleme mit Herrn Mollath an." Immer wieder seien Faxe in der Bank angekommen, Mollath wollte ihn diskreditieren. Er habe das ignoriert. Seine Frau habe ihm von Schlägen ihres Ex-Gatten erzählt, sie sei von ihm auch bedrängt, bedroht und gebissen worden. Unter Tränen habe sie ihm mal berichtet, sie habe ein "Helfersyndrom". Petra M. beschrieb ihren Ex-Gatten als introvertierten Einzelgänger, er sei sehr eifersüchtig, keiner geregelten Arbeit nachgegangen - seit Jahrzehnten habe Mollath mit allen möglichen Menschen und Organisationen im Streit gelegen. Petra M. habe "sehr gelitten".

Martin M. schildert mehrere Begegnungen, die er mit Gustl Mollath gehabt habe. Als seine Frau persönliche Sachen aus dem Haus holen wollte, sei er mitgegangen, weil Petra M. Angst vor ihrem Ex-Mann gehabt habe. Das müsse im Jahr 2003 gewesen sein. Die Kisten standen draußen, das Grundstück habe er nicht betreten.

Ein weiteres Mal, als die Fahrzeuge vom Angeklagten vom Gerichtsvollzieher abgeholt werden sollten, wäre "es beinahe eskaliert". Mollath sei "völlig außer sich gewesen". Petra M. habe damals zwischen die beiden Männer gestellt, um sie zu trennen.

Man sei sich ein drittes Mal begegnet, als er zu Besuch in Nürnberg gewesen sei. Mollath und ein junger Mann hätten ihn abgepasst und sich ihm in den Weg gestellt. Mollath habe Klartext reden wollen. Dem Gespräch habe der Bankkaufmann kaum folgen können, es sei nicht klar strukturiert gewesen. Später, beim Essen im Lokal, habe sich der Angeklagte dann draußen aufgehalten und Fotos gemacht. Wegen dieser "Verfolgung" habe er dann die Polizei gerufen. Als die eintraf, sei der Angeklagte aber schon weg gewesen.

An ein Schreiben an die Polizei, das er und seine Frau verfasst haben, kann sich der Zeuge nur vage erinnern. Seine Worte erkennt er aber wieder. Er und seine Frau schrieben, eine weitere Konfrontation mit Mollath zu fürchten - auch, dass Mollath seine Autoreifen zerstochen habe. Er habe sich weiter verändert.

Nur ein einziges Mal sei er bei einem Verfahren gegen Mollath dabei gewesen - vor dem Landgericht am 8. August 2006. Die Verhandlung geriet unter anderem deswegen in die Kritik, weil sich Martin M. und der Mann, der Mollath verurteilte, gekannt haben. Der Zeuge sagt heute, er habe Richter Otto Brixner aus dem Handballverein gekannt, er habe in den achtziger Jahren ein Jahr lang seine Mannschaft trainiert. M. sagt, er habe erst an diesem Tag erfahren, dass Brixner den Vorsitz führt. Das Gespräch auf den Fluren des Landgerichts sei sehr kurz gewesen, nicht mehr als drei Sätze seien gefallen. Während der Verhandlung habe Mollath Petra M. "hasserfüllt" angesehen, das habe er sich eingeprägt. "Immer wenn der Herr Mollath zu Wort kam, war das sehr konfus. (...) Das war kein normales Gespräch zwischen den Beteiligten." Immer wieder habe der Angeklagte versucht, über die Schwarzgeldvorwürfe zu reden.

Verteidiger Gerhard Strate kündigt an, dass die Befragung des Zeugen länger dauern wird. Er hält dem Zeugen Passagen aus Mollaths "Verteidigungsschrift" vor. Dann ist Pause.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
(Fettung von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 14:11:08
RA Strate hat Mitschriften der ersten drei Verhandlungstage ins Netz gestellt - samt dieser Erklärung der Verteidigung:

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Erklaerung-der-Verteidigung-2014-07-12.pdf

Gut, dass noch mal Folgendes klargestellt wird:
Zitat
Die neue Hauptverhandlung ist kein Prozess über den früheren Prozess und die vielen kleinen und großen Rechtsbeugungen, die zu dem Urteil vom 8.8.2006 geführt haben.
Richtig. In dem derzeitigen Verfahren ist Gustl Mollath der Angeklagte - wie im August 2006.
Das gerät manchmal in Vergessenheit, wenn etwa der Angeklagte seinerseits anfängt, sich in die Zeugenbefragung einzuschalten, um seine "Schwarzgeldverschwörung" aufzuklären.
Zitat
Dennoch wird die Verteidigung ihr Möglichstes tun, um nicht nur die volle Rehabilitierung Gustl Mollaths zu erreichen, sondern auch den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses neue hinzuzufügen.
Bislang hat die Verteidigung vor allem eines erreicht:
einen für das Verfahren nicht unbedingt notwendigen Kronzeugen ins Spiel gebracht, der sich selbst so schwer in Widersprüche verstrickte, dass RA Strate die Vereidigung beantragen musste, um sich nicht völlig zu blamieren.
Zitat
Auch wenn manche Berichterstattung – den flüchtigen Eindrücken des Tages und des eigenen Vorurteils verhaftet – an dem einen oder anderen Punkt Irritationen hervorrufen mag: Wir – Gustl Mollath und seine Verteidigung – sind voll auf Kurs, keine Sorge!
Na, dann ist ja alles gut: die "Irritationen" der Berichterstattung sind nur den eigenen Vorurteilen geschuldet!  :rofl2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 14:46:07
Weiter aus dem Gerichtssaal:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Nach der Pause geht Strates Fragemarathon weiter: Er will mehr über den persönlichen Kontakt zwischen dem Zeugen und dem ermittelnden Polizisten G. wissen. Der Beamte hatte damals das Schreiben von Petra M. und Martin M. als Sachbearbeiter behandelt. "Herr Strate, ich kann es Ihnen nicht sagen", sagt der Zeuge immer wieder. Strate deckt Widersprüche auf: Martin M. konnte eben noch aus eigener Beobachtung bildlich ausführen, dass er mit seiner Freundin beim Essen war, als Mollath vor dem Lokal stand und fotografiert habe. Das ist eine andere Darstellung als es in dem Schreiben an die Polizei steht. Dort wird behauptet, Martin M. sei vor seinem Besuch im Restaurant von Petra M. gewarnt worden, Mollath stelle ihr seit zwei Stunden nach, schleiche um das Lokal herum und fotografiere immer wieder. Der Ton zwischen Zeugen und Verteidiger wird rauer. Strate: "Ich frag sie mal direkt: Hat das überhaupt stattgefunden." - Martin M.: "Es hat so stattgefunden." M. habe auch nicht, anders als Mollath behauptet, im Gerichtssaal Kontakt zu einem Staatsanwalt gehabt.

Dann wendet sich Mollath selbst an den neuen Mann seiner Ex-Frau: Es wird laut. Der Angeklagte will mehr über den Werdegang des Zeugen wissen. "Hat das irgendwas mit dem Fall zu tun", fragt der Rechtsbeistand von Martin M. "Hat es sehr wohl", sagt Mollath. "Mir ist immer noch nicht klar, wann Sie meine Frau tatsächlich kennengelernt haben?" ... Man habe sich eben aus der Bank gekannt. Zu dem Vorfall, als sich Martin M. und Mollath vor seinem Haus in Nürnberg begegnet sind, weil Petra M. Sachen holen wollte, fragt der Angeklagte, ob es richtig ist, dass er sich vorgestellt habe. "Mit Sicherheit habe ich Sie gegrüßt", sagt der Zeuge. Mollath: "Warum haben Sie dann verweigert Ihren Namen zu nennen?" Martin M. sagt, Mollath habe wild fotografiert und sich aufgeführt. Mollaths Ton wird schärfer. "Ich war alleine und stand vier Leuten gegenüber, die in mein Haus wollten." - "Das stimmt nicht", unterbricht der Zeuge.
Mollath erklärt, das sei seine einzige Möglichkeit gewesen, Beweise zu führen. "Wie oft waren Sie in meinem Haus?" - "Zwei Mal." - "Wann?" - "Als ich in dem Haus war, war es nicht mehr Ihr aus." Davor habe er das Haus einmal betreten, habe es wegen einer Stauballergie aber schnell wieder. Mollaths fragt minutenlang weiter, er will mehr über sein Verhältnis zu früheren Kollegen bei der Bank wissen, ob er den Gutachter kennt, der Mollath einen Wahn attestierte. "Vielen Dank Herr M." - "Bitte gern, Herr Mollath." Später will Mollath noch wissen, ob seine Ex-Frau heute als "Geistheilerin" ist? - Martin M.: "Das ist für mich eine alberne Frage." Dann muss er doch mit "Ja" antworten."

Dann, kurz vor der Mittagspause, beantragt Nebenklagevertreter Jochen Horn, Akten der Staatsanwaltschaft Hannover beizuziehen: In diesen geht es um eine heftige Auseinandersetzung, die der Angeklagte mit einer Frau auf dem Weg zu einem Nina-Hagen-Konzert gehabt haben soll. Die Situation sei auf einem Rastplatz so eskaliert, dass ein unbeteiligter Mann dazwischen gegangen sein. Horn zeigt: "Der Angeklagte ist noch immer nicht in der Lage, Konflikte verbal zu lösen, sondern er gibt seinen inneren Affekten hemmungslos nach." Weder Verteiger Strate noch Oberstaatsanwalt Meindl haben etwas gegen die Beiziehung einzuwenden.
(Fettung von mir)
Die SZ (http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahmeprozess-in-regensburg-zeuge-beschreibt-mollath-als-aggressiv-und-verwirrt-1.2045368) führt aus:
Zitat
Als nächster Zeuge wird der heutige Ehemann von Mollaths Exfrau vor dem Landgericht Regensburg befragt. Anders als seine Frau darf Martin M. die Aussage nicht verweigern. Seit Oktober 2012 seien er und Petra M. ein Paar. Vor Gericht erzählt der 60-Jährige von Begegnungen mit Mollath im Jahr 2003 und später. Dabei sei er ihm aggressiv und verwirrt vorgekommen, bei einigen Begegnungen sei die Situation beinahe eskaliert. So habe ihn Gustl Mollath zweimal in der Öffentlichkeit bedrängt und zudem mit Faxen und Briefen bei seinem Arbeitgeber diskreditiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 14:50:43
Verdacht auf neuen Übergriff?
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/mollath-verdacht-auf-neuen-uebergriff_275049
Zitat
Regensburg/Bad Pyrmont. Gustl Mollath (57) soll nach seiner Entlassung aus der geschlossenen Psychiatrie gegen eine Frau aggressiv geworden sein. Dieser Vorwurf wurde jetzt auch in seinem Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg öffentlich. Bereits im Januar dieses Jahres bestätigte die Staatsanwaltschaft in Regensburg dem Nordbayerischen Kurier, dieser Vorfall sei „bekannt“. ..
(Fettung von mir)
Das ist ein Bezahlartikel - aber vielleicht gibt es hier jemand, der den Nordnayerischen Kurier im Abo hat und den Inhalt kurz zusammenfassen kann?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 14:52:46
Das war dann wohl etwas mehr als ein Zucken der Augenbraue. Affektbewegungen, wenn man dem Nebenbuhler/Nachfolger gegenübersteht, sind natürlich etwas Gewöhnliches und nicht krankhaft. Aber:
Zitat
Mollaths fragt minutenlang weiter, er will mehr über sein Verhältnis zu früheren Kollegen bei der Bank wissen, ob er den Gutachter kennt
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 15:27:47
Zum Vorfall um den Besuch eines Nina-Hagen-Konzertes und aggressivem Verhalten einer Frau gegenüber gibt es Verwirrung wegen falschen Datums im LiveBlog der Mittelbayerischen.

Beide Meldungen scheinen zusammenzugehören; das geht aus dem Wortlaut des Lapp-Artikels hervor, wie er gerade bei Beck im Vollzitat erscheint:
http://blog.beck.de/2014/07/12/hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath-schlaglichter-vom-f-nften-tag?page=2#comment-59242
Zitat
#4
Gast

14.07.2014

Mollath: Verdacht auf neuen Übergriff

Von Otto Lapp

Regensburg/Bad Pyrmont. Gustl Mollath (57) soll nach seiner Entlassung aus der geschlossenen Psychiatrie gegen eine Frau aggressiv geworden sein. Dieser Vorwurf wurde jetzt auch in seinem Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg öffentlich. Bereits im Januar dieses Jahres bestätigte die Staatsanwaltschaft in Regensburg dem Nordbayerischen Kurier, dieser Vorfall sei „bekannt“.

Nach Recherchen des Kuriers war Mollath an Silvester mit einer Frau auf dem Weg zu einem Konzert mit Nina Hagen. Ziel war ein Brecht-Liederabend im Berliner Ensemble. Aber die 367 Kilometer lange Fahrt von Bad Pyrmont in dem kleinen Renault der Frau soll mit einem heftigen Streit auf dem Gelände einer Tankstelle geendet haben, noch in Bad Pyrmont. Im Auto soll es zu einer „massiven Auseinandersetzung“ zwischen den beiden gekommen sein. Dabei soll Mollath so laut geschrien haben und derart aggressiv gewesen sein, dass ein Passant sich bemüßigt fühlte einzugreifen. Der Mann soll geholfen haben, Mollath aus dem Auto der Frau herauszuziehen. Irgendwann sei Mollath plötzlich verschwunden gewesen, „wie vom Erdboden verschluckt“, heißt es.

Warum es zum Streit gekommen war, ist nicht klar. Offenbar ging es um eine kleinere Reparatur, die von der Werkstatt der Frau nicht richtig durchgeführt worden sein soll. Weil es sich um Altöl gehandelt haben soll, soll Mollath wohl neues Öl eingefüllt haben. Allerdings viel zu viel, so dass es zum Überdruck gekommen sein soll, sodass sich das Öl im gesamten Motorraum verteilt habe.

Seine Begleiterin sei durch diesen Vorfall „vollkommen verängstigt und schockiert“ gewesen. Die Polizei in Bad Pyrmont, so der Anwalt der Nebenklage in Regensburg, Jochen Horn, habe wegen dieses Vorfalles Ermittlungen geführt. Neben weiteren Zeugen wurde auch der Tankstellenpächter polizeilich befragt. Dies bestätigten weder Polizei in Bad Pyrmont noch die Staatsanwaltschaft in Hannover dem Nordbayerischen Kurier, trotz mehrmaliger konkreter Nachfragen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg hatte dem Kurier im Januar allerdings bestätigt, dass eine Frau sich gemeldet habe. Allerdings hat sie offenbar nicht oder nicht nicht förmlich Anzeige erstattet. Das erklärt auch, weswegen sie nicht als Zeugin in dem Prozess geladen ist. Nach Informationen des Kuriers wollte die Frau nichts mit der Polizei zu tun haben. Außerdem habe sie Angst vor den Unterstützern von Mollath. Sie fürchte in Bedrängnis zu geraten, wenn bekannt werde, dass sie sich an die Staatsanwaltschaft gewendet habe.

Jochen Horn, der Anwalt der Nebenklage, will jetzt die Akten aus Hannover in das Regensburger Verfahren einbeziehen lassen. Einen entsprechenden Antrag stellte er am Montag, dem sechsten Tag von Mollaths Wiederaufnahme-Verfahren. „Hierdurch wird sich feststellen lassen, dass der Angeklagte nach wie vor nicht in der Lage ist, Konflikte angemessen verbal auszutragen, sondern seinen Affekten ohne inneren Widerstand rücksichtslos und hemmungslos nachgibt“, heißt es in der Begründung Horns.

Horn verweist auf ein „Verhaltensmuster“, das er bei dem Angeklagten erkannt haben will. Auch Die Schwägerin Mollaths hatte im Prozess darüber berichtet, dass der Angeklagter einem Vorfall äußerst „aufgewühlt“ gewirkt habe, die „Fäuste geballt“ habe, sodass seine Handknöchel „schneeweiß“ ausgesehen hätte. Mollaths Ex-Frau habe völlig verängstigt daneben gestanden, ihre Kleidung sei zerrissen gewesen. Nur wenige Stunden später habe sie den Angeklagten nochmals gesehen. Er sei ein völlig anderer Mensch gewesen. Die Ex-Frau habe völlig ohne Probleme ihre Sachen aus dem Haus holen können. Horn: „Dieses Verhaltensmuster wird  auch durch noch anstehende Beweiserhebungen in der Hauptverhandlung bestätigt werden.
(Fettung von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 15:42:52
Hier wird das bestätigt - das Datum war aber der 31.12.2013:

http://www.radio-bamberg.de/mollath-hatte-ende-vergangenen-jahres-heftigen-streit-mit-begleiterin-2545326/#.U8PBnrEjySp
Zitat
14. Juli 2014 13:26

Regensburg (dpa/lby) – Gustl Mollath soll am Silvestertag 2013 eine heftige verbale Auseinandersetzung mit einer Frau gehabt haben. Der Nürnberger soll im niedersächsischen Bad Pyrmont mit seiner Begleiterin auf dem Weg zu einem Konzert von Nina Hagen aneinandergeraten sein. Der Streit soll nach Angaben der Nebenklage im Regensburger Wiederaufnahmeverfahren gegen Mollath derart heftig gewesen sein, dass Passanten und ein Tankstellenbetreiber eingegriffen haben.

«Dies soll das hemmungslose Verhalten des Angeklagten verdeutlichen», sagte der Rechtsanwalt der Ex-Frau von Mollath am Montag vor dem Landgericht Regensburg. Daher sollen die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Hannover zu diesem Fall herbeigezogen werden. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung stimmten dem Antrag zu.

Mollath selbst bestätigte den Vorfall. «Ja, es gab eine verbale Auseinandersetzung mit scharfen Worten», sagte der 57-Jährige in einer Verhandlungspause. Es sei aber nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Der 57 Jahre alte Mollath muss sich in Regensburg wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Unter anderem soll er 2001 seine damalige Ehefrau körperlich misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben.

In einem ersten Verfahren hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth Mollath im Jahr 2006 von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und ihn in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall Mollath hat eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst.
(Fettung von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 14. Juli 2014, 15:47:59
"Unschuldig" und "Justizopfer" hört sich irgendwie anders an. Mal abwarten, was der Prozess noch so zu Tage fördert. Langsam formt sich ein Bild.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 14. Juli 2014, 15:48:31
Zitat
In einem ersten Verfahren hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth Mollath im Jahr 2006 von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und ihn in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall Mollath hat eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst.
darin liegt doch das ganze problem, wobei die formulierung der presse denkbar schlecht ist.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 15:50:11
Am meisten beeindruckt der streng sachliche Ton dieser Meldung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 16:19:49
Ist ja nun auch Pech für den Kronzeugen der Verteidigung, Zahnarzt Braun aus Bad Pyrmont, der soeben bezeugt hatte, dass er den Herrn Mollath so gut kennt und dass solche aggressiven Durchbrüche gar nicht zu ihm passen.

Der muss doch von diesem Vorfall an der Tankstelle gewusst haben - Bad Pyrmont ist nämlich ein Kaff hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen!

Und dann noch zu viel Öl nachgefüllt... ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 16:33:10
Weiter aus dem Gerichtssaal mit dem LiveBlog der Mittelbayerischen:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Strate verliest nach der Pause eine Verteidigererklärung. Der Hamburger Verteidiger beklagt, dass Gustl Mollath bis heute keine Vorladung von der Staatsanwaltschaft Hannover bekommen habe und dass der Nebenklagevertreter kein Aktenzeichen nennen kann. Strate spricht an die Adresse der Schöffen, dass es im Saal anwesende Journalisten gibt, die seinen Mandanten sehr kritisch gegenüber stehen und jedem Detail mit hoher "investigativer Energie" nachgingen. Er meint damit den Chefreporter des Nordbayerischen Kuriers, Otto Lapp. Lapp hatte über den Vorfall auf dem Rastplatz berichtet, bei dem Mollath gegenüber seiner Begleiterin, einer ehemaligen Psychiatriepatientin, ausgerastet sein soll. Strate glaubt nicht, dass es diesen Vorfall so gegeben habe. Vor der Pause erklärte bereits Oberstaatsanwalt Meindl, er sei der Sache im Zuge der Wiederaufnahmeermittlungen nachgegangen, die Sache sei ihm allerdings zu dünn gewesen.

Weiter mit dem richterlichen Verhör: Karl-Heinz Westenrieder war damals Schöffe, als Mollath 2006 vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess gemacht wurde. Westenrieder hatte schon vor dem Untersuchungsausschuss erklärt, dass der Vorsitzende Richter damals, Otto Brixner, befangen gewesen sein könnte. Der Richter habe vor der Urteilsberatung selbst zugegeben, dass er den Lebensgefährten von Petra M. aus dem Sportverein kennt.

Der Mann erinnert sich, dass der Vorsitzende Richter Otto Brixner Mollath damals schon des Saales verweisen wollte, sollte er keine Ruhe geben Ferner soll Brixner auch keine Dokumente von Mollath habe annehmen wollen. Zu den eigentlichen Tatvorwürfen habe Mollath damals geschwiegen. Er habe einen sehr verwirrten Eindruck gemacht - diese Verwirrung verstehe er aber im Nachhinein. Mollath habe seine Frau gesiezt, immer wieder Schwarzgeldgeschäft angesprochen. In seinen Aufzeichnungen hat sich Westenrieder notiert und unterstrichen: "Ich trete jetzt aus dem Rechtsstaat aus." Richterin Escher ist etwas verwirrt, sagt sie, weil dieser Satz in einer anderen Hauptverhandlung gefallen sein soll.

Auf Nachfrage von Staatsanwalt Meindl, sagt der Mann, dass der Richter damls keine vorgefertigte Meinung gehabt habe. Zwar habe er zu den Schöffen gesagt: "Dem schaut der Wahnsinn aus den Augen." Davon will sich Westenrieder aber nicht beeinflussen haben lassen. Meindl: "Haben Sie die Schwarzgeldvorwürfe interessiert?" Westenrieder erklärt, er habe dazu den Staatsanwalt gefragt, warum nicht ermittelt wurde. Der Ankläger habe ihm dann gesagt, die Vorwürfe seien zu pauschal, da könne man nichts machen.

Beim Lesen des Urteils fast fünf Jahre später seien Westenrieder diverse Fehler aufgefallen, zum Beispiel sei Mollaths Verhaftung völlig falsch dargestellt worden.
(Fettung von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 16:35:04
Nun wird sich zeigen-vorausgesetzt die Frau macht eine substantielle Zeugenaussage- wie unabhängig die bayrische Justiz wirklich ist. Üblicherweise führt solch ein Daueraggressionsverhaltensmuster bei Diagnose einer "Krankheit" zum 63er.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 16:41:28
@stimmviech:
Beantragt ist ja zunächst nur, die Akten beizuziehen.
Die Frau wollte ja - lt Otto Lapp - nicht Anzeige erstatten, um nicht in das Schussfeld der Mollath-Unterstützer zu gelangen. Die wird also auch nicht gern als Zeugin aussagen wollen.

Ich kann mir ein leises Grinsen nicht verkneifen, weil mir die Bemerkung von Dr. Dirk Hesse von der Diskussionsveranstaltung an der Göttinger Uni Mitte Januar 2014 noch in den Ohren klingelt:

"Der wird schon wieder auffällig werden..."
Zitat
Der Hamburger Verteidiger beklagt, dass Gustl Mollath bis heute keine Vorladung von der Staatsanwaltschaft Hannover bekommen habe und dass der Nebenklagevertreter kein Aktenzeichen nennen kann.
Vermutlich deshalb, weil die Frau bislang keine Anzeige erstattet hat.
Zitat
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg hatte dem Kurier im Januar allerdings bestätigt, dass eine Frau sich gemeldet habe. Allerdings hat sie offenbar nicht oder nicht nicht förmlich Anzeige erstattet. Das erklärt auch, weswegen sie nicht als Zeugin in dem Prozess geladen ist. Nach Informationen des Kuriers wollte die Frau nichts mit der Polizei zu tun haben. Außerdem habe sie Angst vor den Unterstützern von Mollath. Sie fürchte in Bedrängnis zu geraten, wenn bekannt werde, dass sie sich an die Staatsanwaltschaft gewendet habe.

Näheres hier:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-angeklagter-soll-frau-veraengstigt-haben-a-980856.html
Zitat
Motorpanne soll Auslöser gewesen sein

Auch Mollaths ehemaliger Pflichtverteidiger hatte vor Gericht ausgesagt, Mollath habe sich ihm gegenüber ohne erkennbaren Grund wechselweise bedrohlich und dann wieder zuvorkommend verhalten.

Sofern sich der Vorfall an der Tankstelle bestätige, so Horn, werde er belegen, dass der Angeklagte nach wie vor nicht in der Lage sei, "Konflikte angemessen verbal auszutragen, sondern seinen Affekten ohne inneren Widerstand rücksichtslos und hemmungslos nachgibt".
Die Staatsanwaltschaft unterstützt den Antrag der Nebenklage. Die Frau habe sich im Januar 2014 bei einer Mitarbeiterin der Behörde in Regensburg gemeldet, sagte Oberstaatsanwalt Meindl. Nachdem er informiert worden sei, habe er darum gebeten, der Frau zu sagen, dass nicht die Ermittlungsbehörde in Regensburg zuständig sei, sondern die in Hannover. Ein weiterer Kontakt mit der Informantin sei aber nicht zustande gekommen.

Mollaths Verteidiger Gerhard Strate hat keine Einwände gegen die Beiziehung der Akten. Strate zu SPIEGEL ONLINE: "Es handelt sich um substanzlos vorgetragene Beschuldigungen."
(Fettung von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 16:58:14
Der Mollath Typus bleibt sich halt treu. Manch weiblicher Unterstützer könnte sich noch wundern,denn Mollath wird wohl schwerpunktmäßig aggressiv gegen Frauen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 17:05:21
Der Mollath Typus bleibt sich halt treu. Manch weiblicher Unterstützer könnte sich noch wundern,denn Mollath wird wohl schwerpunktmäßig aggressiv gegen Frauen.

Dein Stammtisch-Niveau kannst Du stecken lassen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 14. Juli 2014, 17:06:24
Der Mollath Typus bleibt sich halt treu. Manch weiblicher Unterstützer könnte sich noch wundern,denn Mollath wird wohl schwerpunktmäßig aggressiv gegen Frauen.

Dein Stammtisch-Niveau kannst Du stecken lassen.

Oha, jetzt wird´s spannend!  :Popcorn:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 17:13:17
Der Mollath Typus bleibt sich halt treu. Manch weiblicher Unterstützer könnte sich noch wundern,denn Mollath wird wohl schwerpunktmäßig aggressiv gegen Frauen.

Dein Stammtisch-Niveau kannst Du stecken lassen.
Aggressionen gegen Dolmany nicht vergessen!
Und die Klinikprotokolle belegen eine Vielzahl von aggressiv-einschüchterndem Verhalten männlichen Mitpatienten gegenüber.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 17:17:12
Die Konflikte mit Männern entstehen aber mehr beim " Zwangszusammentreffen", während bei seiner Frau meines Erachtens - nur gefühlt-Verlustangst dahintersteht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 17:22:56
Er pflegt ja auch typische " Männerfreundschaften" wie mit dem Zahnarzt oder diesem Piratenpolitiker, bei dem er wohl wohnt.Gefährlich ist er meiner Erfahrung mit " solchen Typen" gemäß deutlich eher für Frauen als für Männer. Für letztere nur dann, wenn sie sich zwischen ihn und die Frau stellen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 17:25:36
@stimmviech:
Jetzt ist nicht die Zeit zum Spekulieren.
Man könnte auch spekulieren, dass die Auseinandersetzung im Auto durch eine Kompetenzstreitigkeit um das Auto ausgelöst war - so beschreibt es Lapp.

(Ich selbst spekuliere, dass diese unbekannte Frau gar keine "Unterstützerin" im engeren Sinne war, sondern vllt aus dem Bekanntenkreis des Zahnarztes stammt und unserem Helden womöglich einfach ein Weihnachtsgeschenk mit den Konzertkarten machen wollte   ;D  )

Wie das Leben manchmal so spielt und Slapstick-Situationen beschert.
Sie zeigt dann womöglich auch aus Mitleid oder aus Rücksicht auf Braun nicht an - wir wissen es nicht.

Und damit Spekulations-Modus aus!!
Wohin Spekulationen führen, sieht man hier:
Zitat
wwwtotalitaerde ‏@martinbott75334 4 Min.

@stimmviech Ist #Mollath von Spitzeln provoziert worden?
:facepalm
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 17:28:15
Zum aggressiv-einschüchternden Verhalten gegenüber den Mitpatienten: Zu " meiner Zeit" in" meiner Klinik" herrschte ja einmal das große Chaos, und dann gab es da Leute, die schon zig Jahre Knast in Werl( Stichwort Kabelhof) abgemacht hatten. Die konnten richtig hauen. Einige Pendants zu Herrn M. mußten da öfter mal in die somatische Klinik... Ich vermute, daß der autoritäre Führungsstil in bayrischen Kliniken dem Herrn Mollath beim Ausleben seiner " Einschüchterung" geholfen hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 14. Juli 2014, 17:34:45
Zum aggressiv-einschüchternden Verhalten gegenüber den Mitpatienten: Zu " meiner Zeit" in" meiner Klinik" herrschte ja einmal das große Chaos, und dann gab es da Leute, die schon zig Jahre Knast in Werl( Stichwort Kabelhof) abgemacht hatten. Die konnten richtig hauen. Einige Pendants zu Herrn M. mußten da öfter mal in die somatische Klinik... Ich vermute, daß der autoritäre Führungsstil in bayrischen Kliniken dem Herrn Mollath beim Ausleben seiner " Einschüchterung" geholfen hat.

Wäre das Wolfforum nicht der bessere Platz, das zu diskutieren?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 17:36:15
Warum?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 17:55:45
Warum?
Im Wolff-Blog und auf Twitter darf man nach Herzenslust rumspekulieren und VTs schmieden.
Hier wird man nach SPAM verschoben, wenn man sich wiederholt über Warnhinweise hinwegsetzt.
Zitat
Werner Schneider ‏@stimmviech 1 Std.

.@Unerreichtes Lt. in psiram zitiertem Artikel eine ehemalige Psychiatriepatientin. Dürfte den Beweiswert ihrer Aussage schmälern.
Wie kommst du denn darauf??!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 14. Juli 2014, 17:58:58
Ja die gute Gabriele ist ganz entsetzt, dass sie Journalisten nicht zwingen kann einseitig zu recherchieren, ein Skandal und natürlich eine Verschwörung der Gegenseite  :grins :grins
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 18:02:39
Ja die gute Gabriele ist ganz entsetzt, dass sie Journalisten nicht zwingen kann einseitig zu recherchieren, ein Skandal und natürlich eine Verschwörung der Gegenseite  :grins :grins
Vor allem wird von den Mollath-Jüngern übersehen, dass der Auslöser vom Anwalt der Frau M., Herrn Horn, direkt während der Verhandlung kam. Der hat nämlich den Vorfall erwähnt und Beiziehung der Akten beantragt, nachdem es zwischen Mollath und Maske zur Verschärfung des Tonfalls kam - wie der LiveBlog der Mittelbayerischen dokumentiert hat.

Aber natürlich sind wieder Lapp und Lakotta schuld!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 18:12:59
Weiter mit Live-Blog:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Die Notizen, die Westenrieder während des Verfahrens aufschrieb, sind für alle Prozessbeteiligten kopiert worden; Richterin Escher hält ihm daraus vor. Unter anderem schrieb sich der Schöffe auf: "Schizophren?", "Schwaches Gutachten", "M. macht nicht mit".
Mollath setzt mit seiner Zeugenbefragung fort: "Grüß Gott, Herr Westenrieder. Können Sie sich noch erinnern, wie ich vorgeführt wurde?" - "Ja, mit einer Bauchfessel." - "In jedem Fall sind Sie sich sicher, dass ich keine Zwangsjacke an hatte." - "Ja."

Der Staatsanwalt im ersten Verfahren gegen Mollath vor dem Amtsgericht ist für dieses Verfahren aus Berlin angereist. Der heutige Richter kann der Kammer nur wenig weiterhelfen, den Angeklagten kennt er nur aus den Medien, nach Vorhalten wird es nicht besser: "Wenn Sie mir das vorhalten, dann meine ich, das schon mal gehört zu haben. Wenn Sie mich nach Zusammenhängen fragen, keine Ahnung."

Nachdem der Mann entlassen worden ist, hat Verteidiger Strate noch ein Anliegen - und wendet sich an die Richterin. "Ich weiß garnicht, ob wir diese Zeugin überhaupt brauchen." Er hält die Frau, die jetzt aussagen soll, schlicht für nicht glaubwürdig. "Ich scheue mich nicht davor, ich freue mich darauf." Meindl: "Was von der Zeugin zu halten ist, werden wir nach ihrer Aussage wissen." Strate weist dazu auf einen Tatbestand, für den es noch kein Strafmaß gibt: "Der Klau von Lebenszeit."
Fettung von mir.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 18:20:48
Wie kommt eigentlich diese Angabe (Fettung) in den LiveBlog:
Zitat
Strate verliest nach der Pause eine Verteidigererklärung. Der Hamburger Verteidiger beklagt, dass Gustl Mollath bis heute keine Vorladung von der Staatsanwaltschaft Hannover bekommen habe und dass der Nebenklagevertreter kein Aktenzeichen nennen kann. Strate spricht an die Adresse der Schöffen, dass es im Saal anwesende Journalisten gibt, die seinen Mandanten sehr kritisch gegenüber stehen und jedem Detail mit hoher "investigativer Energie" nachgingen. Er meint damit den Chefreporter des Nordbayerischen Kuriers, Otto Lapp. Lapp hatte über den Vorfall auf dem Rastplatz berichtet, bei dem Mollath gegenüber seiner Begleiterin, einer ehemaligen Psychiatriepatientin, ausgerastet sein soll. Strate glaubt nicht, dass es diesen Vorfall so gegeben habe. Vor der Pause erklärte bereits Oberstaatsanwalt Meindl, er sei der Sache im Zuge der Wiederaufnahmeermittlungen nachgegangen, die Sache sei ihm allerdings zu dünn gewesen.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Für mich ist schlichtweg nicht nachvollziehbar, woher diese Info kommt, nachdem über die Frau nichts weiter bekannt ist und Strate beklagt, es gäbe nicht mal ein Aktenzeichen für den Vorfall.

Irrtum oder Vorsatz? - Kann man sich so etwas aus den Fingern saugen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: stimmviech am 14. Juli 2014, 18:25:06
Psychiatriepatienten glaubt man weniger als Normalos.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 18:26:50
Psychiatriepatienten glaubt man weniger als Normalos.
Die Behauptung, diese Frau sei eine Psychiatriepatientin, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es gibt keine Informationen über diese Frau - außer dieser Formulierung im Blog. Das stört mich.
Oder verfügt der Blogger über geheime Quellen? - Weder Lapp, Lakotta noch sonst jemand erwähnen zu den Hintergründen der Frau etwas.
Ich halte das daher für ein Versehen, da ich zunächst nicht unterstellen will, es sei böswillig geschehen.
Jedenfalls trägt so eine Meldung sicher nicht dazu bei, dass die Dame gerne aussagen wird...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 18:31:57
Psychiatriepatienten glaubt man weniger als Normalos.
Die Behauptung, diese Frau sei eine Psychiatriepatientin, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es gibt keine Informationen über diese Frau - außer dieser Formulierung im Blog. Das stört mich.

Und außerdem stört mich noch:
Die Voraussetzung wie auch der Kollateralschaden dieser Art von „Wahrheitsfindung“ ist die Mobilisierung von unguten Klischees.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 18:42:41


Und außerdem stört mich noch:
Die Voraussetzung wie auch der Kollateralschaden dieser Art von „Wahrheitsfindung“ ist die Mobilisierung von unguten Klischees.
+1

Der Blogger bezieht sich offensichtlich auf den Lapp-Artikel:
Zitat
... Strate spricht an die Adresse der Schöffen, dass es im Saal anwesende Journalisten gibt, die seinen Mandanten sehr kritisch gegenüber stehen und jedem Detail mit hoher "investigativer Energie" nachgingen. Er meint damit den Chefreporter des Nordbayerischen Kuriers, Otto Lapp. Lapp hatte über den Vorfall auf dem Rastplatz berichtet, bei dem Mollath gegenüber seiner Begleiterin, einer ehemaligen Psychiatriepatientin, ausgerastet sein soll. Strate glaubt nicht, dass es diesen Vorfall so gegeben habe...
Obwohl ich es nicht befürworte, einen gebührenpflichtigen Artikel im Vollzitat zu bringen, sei es hier ausnahmsweise entschuldigt (bzw bin ich froh, dass der Text bei Beck eingestellt wurde), auch um nachzuvollziehen, dass die Formulierung "Psychiatriepatientin" bei Lapp gar nicht vorkommt:

https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168564#msg168564
Zitat
...Nach Recherchen des Kuriers war Mollath an Silvester mit einer Frau auf dem Weg zu einem Konzert mit Nina Hagen. Ziel war ein Brecht-Liederabend im Berliner Ensemble. Aber die 367 Kilometer lange Fahrt von Bad Pyrmont in dem kleinen Renault der Frau soll mit einem heftigen Streit auf dem Gelände einer Tankstelle geendet haben, noch in Bad Pyrmont. ..
..Seine Begleiterin sei durch diesen Vorfall „vollkommen verängstigt und schockiert“ gewesen. Die Polizei in Bad Pyrmont, so der Anwalt der Nebenklage in Regensburg, Jochen Horn, habe wegen dieses Vorfalles Ermittlungen geführt...
...Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg hatte dem Kurier im Januar allerdings bestätigt, dass eine Frau sich gemeldet habe. Allerdings hat sie offenbar nicht oder nicht nicht förmlich Anzeige erstattet. Das erklärt auch, weswegen sie nicht als Zeugin in dem Prozess geladen ist. ..
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 19:00:47
LiveBlog - die letzte Zeugin heute:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Die Frau kannte Petra M. sehr lang, sagt sie. Sie seien öfter als Damenrunde unterwegs gewesen. Der Kontakt sei etwa ein Jahr vor der Hochzeit der beiden abgebrochen. Sie schildert, dass Petra M. 1982 bei ihr vorbeigekommen sei, sie hatte "verheulte" Augen, keine Sachen dabei und gesagt: "Der Gustl hat mich verdroschen." Sie wolle ein paar Tage bleiben. Kurz darauf habe es erneut an der Tür geklingelt, der Angeklagte sei in die Wohnung gelangt, als er sie zurückgedrängt hatte. Dann soll Mollath sie wütend am Hals gepackt und gesagt haben: Sie könne das Glück anderer wohl nicht ertragen. Petra M. sei dann mit ihm wieder abgezogen. "Ganz selbstverständlich." Später soll sie sich gar darüber gefreut haben, dass Mollath ihr gefolgt sei und aus der Wohnung geholt habe.

Bei der Polizei gab sie an, Petra M. habe Blutergüsse im Gesicht an. Als Zeugin heute kann sie sich an keine Verletzungen erinnern, "sie hat furchtbar ausgehen. Sie war gerötet." Eine Freundin sagte der Zeugin, das sei doch typisch - Mollath würde öfters gewalttätig werden. Bis zu diesem Fall dachte sie, zwischen Petra und Gustl sei alles in Ordnung.

Genauer könne sie sich nicht erinnern, das Ganze sei mehr als 30 Jahre her. "Ich spinne nicht komplett, ich habe ein sehr gutes Gedächtnis." Sie habe das nicht als Angriff gegen sich empfunden, sondern als Ausbruch eines wütenden Mannes. Den Vorfall habe sie nicht als so gravierend empfunden; die Polizei hätte ja auch nichts tun können. Erst als der Fall so ins öffentliche Interesse rückte, habe sie sich an die Behörden gewendet.

Die Sitzung ist unterbrochen. Es geht am Dienstag um 9 Uhr weiter.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 14. Juli 2014, 19:28:52
Für mich ist schlichtweg nicht nachvollziehbar, woher diese Info kommt, nachdem über die Frau nichts weiter bekannt ist und Strate beklagt, es gäbe nicht mal ein Aktenzeichen für den Vorfall.

Irrtum oder Vorsatz? - Kann man sich so etwas aus den Fingern saugen?

Na klar.
Zitat
Es streiten sich zwei ehemalige Psychiatrie-Patienten, wenn das nicht Leipziger und Zappe auf den Plan ruft!
[Quelle: Internet-Gosse]
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 20:01:19
@Pelacani:
Zitat
[Quelle: Internet-Gosse]
Das bringt mich auf eine gute Idee: man muss an der richtigen Stelle nachschauen, dann wird man auch fündig:
Zitat
MartinHeidingsfelder @goalgetter32  ·  5 Std.

Otto Lapp, spielt wie erwartet, die Karte Mahla, als die Presse den Stift gegen Maske spitzt. Wir habe damit schon am ersten Tag gerechnet.
Ist das eine Anspielung auf den Vorfall in Bad Pyrmont? - Interessant...
Zitat
MartinHeidingsfelder @goalgetter32  ·  4 Std.

Der nächste Psychiatiesierungsversuch der Nebenklägerin Petra Maske ist im Umlauf. Otto Lapp lud Artikel hoch bevor Antrag verlesen wurde...
Zitat
MartinHeidingsfelder @goalgetter32  ·  22 Min.

Lapp veröffentlicht ca. 10Uhr Antrag der 3h später verlesen wird. Ziel nach Aussage Martin Maske ein Waterloo der Nebenklägerin verhindern.
Was Heidingsfelder sich von seinen Kloakentauchgängen verspricht - außer einem narzisstischen Ego-Booster - bleibt sein Geheimnis. Er wird Mollath damit schaden, wenn er sich so exponiert:
Zitat
MartinHeidingsfelder @goalgetter32  ·  22 Std.

Gerücht, dass ich als bayr. Staatsfeind Nr. xy nicht unter Top 100, sondern im einstelligen Bereich liege. Wer erzählt mir über Dolmany was?
An seinem Versuch, Leipziger über dessen Dissertation zu diskreditieren, ist Heidingsfelder doch schon kläglich gescheitert.
Widerlicher Schmierfink , diese Type!!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 14. Juli 2014, 20:49:04
Vroniplag war ja schon peinlich genug, Heidingsfelder ist kein Aufklärer sondern ein Dreckschmeisser.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 14. Juli 2014, 22:35:59
Der Wolffblog fängt an mich an die letzten Zuckungen der "wir wollen Guttenberg zurück"- facebookseite zu erinnern. ......".... Der ist ja nackt....." Eben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 14. Juli 2014, 23:19:18
Es gibt einen Videoclip vom BR zu dem Vorfall in Bad Pyrmont - mit Mollath-Version  ;)

http://www.scoop.it/t/mollath/p/4024614014/2014/07/14/prozess-gustl-mollath-sechster-verhandlungstag-in-regensburg-video

"Also, es hat sich verdichtet, aus welchem Grund auch immer: Die Frau is nebem Gleis! - Und ich hab mir gesagt: des is mir jetzt viel zu heiß, die Fahrt kann ich nicht fortsetzen, und hab sie gebeten: halt jetzt da an der Tankstelle ..."

Aha. Und dann wollte die Frau ihn nicht aussteigen lassen, und er musste um Hilfe schreien, bis ein Passant einschritt und ihn rettete?  :gruebel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 15. Juli 2014, 12:04:24
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag7-100.html
Zitat
Antrag der Nebenklage läuft ins Leere

Nach einer Auseinandersetzung von Mollath mit einer Begleiterin 2013 in Niedersachsen wird nicht gegen den Nürnberger ermittelt. Die Nebenklage hatte gestern beantragt, dass die Ermittlungsakten zu diesem Fall angefordert werden.
Es seien keine Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Hannover anhängig, berichtete heute die Vorsitzende Richterin in dem Prozess vor dem Landgericht Regensburg. Gustl Mollath hatte den Vorfall im niedersächsischen Bad Pyrmont bestätigt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 15. Juli 2014, 14:50:39
Heute geht es um den Vorwurf der Sachbeschädigung:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-in-regensburg-polizist-haelt-mollath-fuer-den-taeter-1.2047196
Zitat
Der erste Zeuge - ein Polizeibeamter, der die Sachbeschädigungen bearbeitet hatte - sagt, er sei zu 90 Prozent überzeugt, dass Gustl Mollath der Täter gewesen sei. "Vor allem, weil die Serie nach der Festnahme abgerissen ist", erläutert der 59-Jährige...

Zitat
Bei einer Videoüberwachung eines Tatortes sei später zweimal ein Mann mit Mantel und Baskenmütze aufgezeichnet worden, der sich zu den parkenden Autos gebückt hatte, sagt der Polizeibeamte vor Gericht. Dabei sei in einem Fall auch ein Reifen beschädigt worden. Der ermittelnde Beamte hatte die Aufzeichnung auch der Ex-Frau von Gustl Mollath gezeigt. Sie habe angegeben, dass sie das Gesicht nicht erkennen könne, ihr Ex-Mann jedoch einen solchen Mantel und eine solche Mütze besitze, sagte der Zeuge. "Zudem sagte sie, dass der Bewegungsablauf auf ihren Mann deute."
Na ja, das Übliche.
Jetzt wird es Zeit, Belbos Spezial-Zeugen zu präsentieren ^^

Ah, hier deutet er sich schon an:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Der verkehrstechnische Sachverständige Rauscher greift später die Frage Mollaths auf, ob der Täter die Reifen mit der rechten oder linke Hand zerstochen habe. In den Akten stehe, dass Petra M. dem Polizisten gesagt habe, ihr Ex-Mann sei kein originärer Rechtshänder. Warum das aber eine Rolle spielte, kann der Beamte nicht mehr sagen. Wie der Anwalt damals den Druckverlust von 0,5 Bar festgestellt habe, hat der Beamte nicht erfragt. Auch dazu, dass ein großer angespitzter Schraubenzieher, den ein Zeuge bei Mollath gesehen haben will, nicht zu den Reifenschäden passt, kann der Polizist keine Angaben machen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 15. Juli 2014, 19:14:04
http://www.regensburg-digital.de/anschuldigungen-gegen-mollath-zerplatzen-wie-eine-luftblase/15072014/
Zitat
...Nicht einmal konkrete Aussagen, ob die Reifen auf der Lauffläche oder an der Flanke zerstochen wurden und wie viele Stiche festgestellt wurden, sind in den Ermittlungsakten enthalten...

...Kein einziger Reifen wurde zudem fotografiert. Stefan G. begründet das damit, dass „Fotografie damals noch teurer“ war.  Die Behauptung, die Reifen seien mit einem „runden Stechwerkzeug“ zerstochen worden, tauche erst in G.s Schlussbericht auf, so Rauscher. Vorher werde in den einzelnen Aktenvermerken das „Stechen mit einem Messer“ beschrieben.
„Kann es sein, dass es da zu überhaupt keinem Schaden gekommen ist?“

Schließlich kommt der Sachverständige auf das Video zu sprechen, das angeblich Gustl Mollath beim Zerstechen der Reifen eines Pkw zeigt. Rauscher bemerkt, dass auf keinem einzigen Lichtbild der Aufnahmen – das komplette Band existiert nicht mehr – zu erkennen sei, dass der Verdächtige die Reifen des Fahrzeugs auch nur berühre. Stefan G. muss das eingestehen. Der Sachverständige fragt, ob sich der Polizeioberkommissar denn wenigstens in diesem konkreten Fall die beschädigten Reifen angesehen habe. Stefan G. verneint das. „Kann es sein, dass es da zu überhaupt keinem Schaden gekommen ist?“, fragt Rauscher schließlich. G. meint, dazu könne er heute nichts mehr sagen.

Verteidiger Strate findet schließlich die Frage interessant, ob Stefan G. bei seinen Ermittlungen eventuell „Hinweise“ bekommen hatte, „die auf Mollath deuteten“. G. erinnert sich, dass Martin M. „ihn da mal angerufen“ und ihm gegenüber „etwas geäußert“ haben müsse. Der Anruf habe schließlich zu einer Aussage des Kfz-Teile-Händlers geführt, bei dem Mollath sich mit dem vermeintlichen Tatwerkzeug, einem „angespitzten Schraubenzieher“, habe sehen lassen...
(Fettung von mir)
Na, das ist in der Tat ein sehr peinlicher Befund!
Es gibt zwar den "Drohbrief" von Mollath, in dem die Namen fast aller Geschädigten aufgezählt sind, aber darauf allein einen derart schwerwiegenden Vorwurf zu stützen?!
Zitat
Wolfgang G. habe Stefan G. ein Schreiben zukommen lassen, das ihm von Gustl Mollath geschickt worden sei. Darin soll Mollath mehrere Personen aufgelistet haben, die er an seiner sich zu diesem Zeitpunkt immer mehr zuspitzenden Situation verantwortlich machte. Da bei vielen der Aufgeführten Reifen zerstochen worden waren, habe der Ermittler auf Mollath als Täter geschlossen. Andere mögliche Täter seien nie verdächtigt worden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 15. Juli 2014, 23:50:33
Ausblick auf morgen, Mittwoch:
http://www.infranken.de/ueberregional/bayern/Erstmals-Aussage-eines-Psychiaters-im-Mollath-Prozess-erwartet;art179,757652
Zitat
Im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath kommt am Mittwoch erstmals ein psychiatrischer Gutachter zu Wort.
Der psychiatrische Gutachter hatte im ersten Verfahren gegen Mollath vor dem Amtsgericht Nürnberg vor elf Jahren ein Gutachten erstellt, ohne mit dem Angeklagten selbst gesprochen zu haben. Zuvor beschäftigt sich das Landgericht Regensburg am Vormittag erneut mit den Vorwürfen der Sachbeschädigung. Der 57 Jahre alte Mollath muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Unter anderem soll er 2001 seine damalige Ehefrau körperlich misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben.

Laut Anklage hat Gustl Mollath sich an Menschen rächen wollen, die an der Scheidung von seiner Frau beteiligt waren oder sich sonst irgendwie gegen ihn gewandt hatten. Das Gericht will am Mittwoch zu diesem Themenkomplex einen Polizisten sowie sieben geschädigte Autobesitzer als Zeugen hören. Darunter ist auch der Gerichtsvollzieher, der mehrere wertvolle Sportwagen von Mollath gepfändet hatte...
Fettung von mir.
Da scheint Thomas Lippert gemeint zu sein, welcher während der ersten eskalierenden Verhandlung dabei war und dessen Terminen Mollath zuvor unentschuldigt ferngeblieben war. Er sprach auch die Empfehlung für eine stationäre Abklärung aus.

Die Formulierung "...hat ein Gutachten erstellt ohne mit dem Probanden gesprochen zu haben" erfreut sich großer Beliebtheit:
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag7-100.html
Zitat
Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt. Dabei wird auch erstmals ein Psychiater zu Wort kommen. Dieser hatte im ersten Verfahren gegen Mollath vor dem Amtsgericht Nürnberg vor elf Jahren ein Gutachten erstellt, ohne mit dem Angeklagten selbst gesprochen zu haben.
Soweit ich es erinnere, ist es während der damaligen Verhandlung zu charakteristischen Szenen gekommen (siehe Aussage Dolmany).
Daraus kann ein im Raum anwesender Gutachter doch einiges entnehmen - wie jetzt auch der aufmerksam beobachtende Prof. Nedopil.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 16. Juli 2014, 11:13:36
Friedemann Pfäfflin, die als liberal geltende Koryphäe der forensischen Psychiatrie, hat einen ganzen Tag lang mit Mollath gesprochen. Das wird gerne gänzlich verschwiegen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 13:22:12
So, jetzt wird es spannend:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Der nächste Zeuge wird länger vor Richterin Escher sitzen müssen: Er war Inhaber eines Autohandels und ein Freund von Martin M., dem er damals im Mai 2003 einen Gefallen hat. Zumindest gibt Mollath dieses Datum an, der Zeuge weiß es nicht. Der Zeuge stellte damals einen Transporter zur Verfügung, mit dem Petra M. ihre Sachen aus Mollaths Haus wegschaffen wollte. Nicht er, sondern sein Mitarbeiter sei dabei gewesen. Der Zeuge: "Was da rausgeholt worden ist, hätte ich auf den Sperrmüll geschmissen." Das habe ihm der Mitarbeiter später berichtet, auch das Mollath bei diesem Vorfall alles mögliche abfotografiert habe.

Einige Wochen später sei jemand zu seinem Geschäft in der Nürnberger Südstadt gekommen, der sich bei ihm als jener Herr Mollath vorgestellt hat. Der Mann habe ihm damals gedroht, ihn anzuzeigen, weil er an dem Transport missbräuchlich eine rotes Nummernschild angebracht hatte. Mollath wollte "Theater beim Ordnungsamt" machen. Er habe Petra M. geholfen, ihn auszurauben. Mollath soll ihm angeboten haben, auf eine Anzeige verzichten, sollt er ihm im Gegenzug die Telefonnummer seines Freundes Martin M. geben. "Ich habe dann behauptet, die hätte ich auch nicht." Die Atmosphäre sei aber nicht bedrohlich gewesen.

Mollath habe stundenlang in seinem Büro gesessen. Da könnte er sich die Nummer aus seinem Telefonregister notiert haben. Bedroht habe sich der Zeuge nicht gefühlt, er sei seit 30 Jahren im Geschäft und höre viel "wirres Zeug". "Das waren so zwei drei Stunden bla bla bla..." Mollath habe ihm erzählt, dass er sich unverstanden gefühlt habe, ihn die Scheidung belaste, und er sich an seiner Ex-Frau und ihrem neuen Lebensgefährten durch die Aufdeckung der Schwarzgeldgeschäfte rächen wolle.

Als Autoverkäufer wisse er, dass man die Leute erzählen lassen müsse: Mollath habe abrupt die Themen gewechselt. So habe ihm Mollath erzählt, er sei gegen Banken, Amerika und die Juden. Mollath habe sein Weltbild immer gut erklären können; es sei die selbe Argumentation "wie die der Palästinenser" nach den Anschlägen auf das World Trade Center gewesen. Mollath habe das Bild einer "jüdisch-amerikanischen Verschwörung" gezeichnet. Außerdem habe er versucht so auszusehen wie "Adolf Hitler". Der Angeklagte lacht, der Verteidiger mischt sich ein, der Zeuge entgegnet: "Ja, haben Sie seinen Bart gesehen?"

Wieder ein paar Wochen später (vielleicht auch ein Jahr sp��ter, so steht es in den Akten) soll der Angeklagte er mit seiner Enduro vorbeigekommen sein. Mollath habe ihm viel Geld gezeigt, er brauche einen schnellen Geländewagen für seine Flucht, Polizei verfolge ihn. Dabei habe Mollath ihm auch einen angeschliffenen Schraubenzieher gezeigt, den er brauche, um sich zu verteidigen. Wieder habe der Mann keine Angst gehabt, das Gespräch sei schon fast "kumpelhaft" gewesen. Das bekräftigt er heute, auch wenn in den Vernehmungsprotokollen steht, dass Mollath zu ihm gesagt haben soll: Der Händler sei "Teil einer Verschwörung, die seine Vernichtung plant."

Eines Tages sei er dann zur Arbeit erschienen, er sah Fußstapfen im Schnee und: Alle Autos waren platt. Die Polizei schien aber wenig interessiert an mehr als 50 zerstochenen Reifen zu sein. Erst als der Autohändler später mit Martin M. telefoniert habe, der zu ihm gesagt haben soll "Ach, bei dir auch?" habe sich der Zusammenhang mit Mollath ergeben. Dann habe sich auf einmal auch die Kripo für die Sache interessiert.

Auf Nachfrage des besitzenden Richters sagt der Mann aber später, dass Mollaths angeschliffener Schraubenzieher nicht die Tatwaffe sein könnte. Der Händler berichtet, er sei zu all dem im ersten Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth kaum befragt worden.

Mollath hakt selbst wieder nach: "Sie sind sich sicher, dass ich bei Ihnen als Adolf Hitler erschienen bin?" - der Zeuge: "Optisch ja, eindeutig. Du hattest genau die Bartform, da bin ich absolut sicher." Der Angeklagte schüttelt mit dem Kopf, dann fährt er fort. Mollath: "Haben sie sich mit dem Personenkreis der Geschädigten ausgetauscht?" Der Zeuge bestätigt, Martin M. habe ihn alle paar Wochen auf dem Laufenden gehalten. Warum er mit 59 Jahren schon im Ruhestand sei? Er habe nichts mehr verdient, auf dem Gelände stehe jetzt ein Studentenwohnheim. (...) Mollath vermutet etwas anderes: "Ich frage Sie konkret, haben Sie ein Alkoholproblem? - "Nein." Oberstaatsanwalt Meindl greift rügend ein, Mollath habe zuvor gegenüber dem Publikum eine Geste angedeutet, nach der entweder er durstig oder der Zeuge alkoholisiert sei.

Auf eine spätere Nachfrage Mollaths ("Sie sind überzeugt, dass ich der Täter war?") erklärt der Zeuge: "Ja, bin ich."
Fettung von mir.
Strategie Mollaths scheint zu sein, die Glaubwürdigkeit der ihn belastenden Zeugen durch diffamierende Äußerungen herabzusetzen:
Die Pyrmonterin sei nicht ganz dicht gewesen; der Autohändler habe ein Alkoholproblem..
Dass dem Angeklagten diese Art der "Zeugenvernehmung" nicht schärfer angekreidet wird, lässt schon tief blicken.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 16. Juli 2014, 13:25:16
Er war also nicht nur dem größten Schwarzgeldskandal aller Zeiten auf der Spur, sondern auch der jüdischen Weltverschwörung? Das erklärt so einiges.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 13:26:15
Mollath scheint in dem Prozess inzwischen Narrenfreiheit zu geniessen  8), mal sehen wie Prof. Nedopil das bewertet.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 13:32:13

Zitat
Strategie Mollaths scheint zu sein, die Glaubwürdigkeit der ihn belastenden Zeugen durch diffamierende Äußerungen herabzusetzen:
Die Pyrmonterin sei nicht ganz dicht gewesen; der Autohändler habe ein Alkoholproblem..
Dass dem Angeklagten diese Art der "Zeugenvernehmung" nicht schärfer angekreidet wird, lässt schon tief blicken.

https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168211#msg168211

Zitat
Lustig, gestern ha ter dem Anwalt empfohlen sich Hilfe zu suchen heute diagnostiziert er eine Esstörung bei seiner Frau der Zahnarzt Braun ist totkrank...... alle krank ausser Gustl.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 13:36:48
Mollath scheint in dem Prozess inzwischen Narrenfreiheit zu geniessen  8), mal sehen wie Prof. Nedopil das bewertet.
Das scheint die empfohlende Marschrichtung zu sein, ja... 8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 13:46:39
Zitat
Warum er mit 59 Jahren schon im Ruhestand sei? Er habe nichts mehr verdient, auf dem Gelände stehe jetzt ein Studentenwohnheim. (...) Mollath vermutet etwas anderes: "Ich frage Sie konkret, haben Sie ein Alkoholproblem? - "Nein." Oberstaatsanwalt Meindl greift rügend ein, Mollath habe zuvor gegenüber dem Publikum eine Geste angedeutet, nach der entweder er durstig oder der Zeuge alkoholisiert sei.

Auf eine spätere Nachfrage Mollaths ("Sie sind überzeugt, dass ich der Täter war?") erklärt der Zeuge: "Ja, bin ich."

Ich bin nicht sicher, ob ich selbst auf solche Fragen des Angeklagten in dieser Weise geantwortet hätte; vielleicht hätte ich auch gesagt f... y.. . Übrigens fällt mir auf, dass der Staatsanwalt um Objektivität bemüht zu sein scheint, ein Eindruck, den ich bei seinem WA-Antrag nicht so ohne weiteres hatte.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 13:53:14
@Pelacani:
Zitat
Ich bin nicht sicher, ob ich selbst auf solche Fragen des Angeklagten in dieser Weise geantwortet hätte;
Der Autohändler ist - wie auch ein Friseur - so was ähnliches wie ein Psychiater:
Zitat
Als Autoverkäufer wisse er, dass man die Leute erzählen lassen müsse: Mollath habe abrupt die Themen gewechselt...
Der a) kennt das schon und b) erfasst er intuitiv die Spielregeln.  :grins

edit: zu der Hitler-Assoziation muss ich gestehen, dass ich diese auch schon hatte, und zwar bei einem Foto, das Mollath mit entschlossenem Blick vor wehender Deutschlandflagge zeigt. Wer auch immer so etwas verbrochen hat... das kann kein Zufall sein  :police:

(http://img.welt.de/img/muenchen/crop127405093/5976937945-ci3x2l-w900/Jahresrueckblick-2013-Gustl-Mollath.jpg)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 13:58:08

Zitat
Als Autoverkäufer wisse er, dass man die Leute erzählen lassen müsse: Mollath habe abrupt die Themen gewechselt. So habe ihm Mollath erzählt, er sei gegen Banken, Amerika und die Juden. Mollath habe sein Weltbild immer gut erklären können; es sei die selbe Argumentation "wie die der Palästinenser" nach den Anschlägen auf das World Trade Center gewesen. Mollath habe das Bild einer "jüdisch-amerikanischen Verschwörung" gezeichnet. Außerdem habe er versucht so auszusehen wie "Adolf Hitler". Der Angeklagte lacht, der Verteidiger mischt sich ein, der Zeuge entgegnet: "Ja, haben Sie seinen Bart gesehen?"

Das fällt mir jetzt erst auf, Mollath las doch laut aus Büchern über die "Nürnberger Prozesse" vor, verlässt mich mein Gedächtnis komplett, sassen da nicht die Naziverbrecher auf der Anklagebank? Es pass nur so gar nicht zu dem "politischen" Bild, dass ich von Herrn Mollath hatte, auch seine Textkonvolute enthielten da, in meiner Erinnerung, keine Hinweise.
Gleichzeitig Frau Klarsfeld für den Nobelpreis vorzuschlagen wäre schon sehr strange.

Zitat
Bekannt wurde sie durch ihr Engagement bei der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Beate_Klarsfeld
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 14:03:27
@Pelacani:
Zitat
Ich bin nicht sicher, ob ich selbst auf solche Fragen des Angeklagten in dieser Weise geantwortet hätte;
Der Autohändler ist - wie auch ein Friseur - so was ähnliches wie ein Psychiater:
Zitat
Als Autoverkäufer wisse er, dass man die Leute erzählen lassen müsse: Mollath habe abrupt die Themen gewechselt...
Der a) kennt das schon und b) erfasst er intuitiv die Spielregeln.  :grins

edit: zu der Hitler-Assoziation muss ich gestehen, dass ich diese auch schon hatte, und zwar bei einem Foto, das Mollath mit entschlossenem Blick vor wehender Deutschlandflagge zeigt. Wer auch immer so etwas verbrochen hat... das kann kein Zufall sein  :police:

(http://img.welt.de/img/muenchen/crop127405093/5976937945-ci3x2l-w900/Jahresrueckblick-2013-Gustl-Mollath.jpg)

Wenn wir schon so schön am Spekulieren sind, welches sind Herrn Mollaths bevorzugte Kleidungsfarben?
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-Wei%C3%9F-Rot
*scherzzuende* :schreck
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 14:09:56
@Belbo:
Ich bereue schon, dass ich diese Assoziation zugegeben habe... Die Farbe hat aber mit Ferrari zu tun.
Man sollte das alles nun nicht weiter auswalzen.

Definitiv eignet Mollath sich auch hier als Projektionsfläche für alle möglichen Spinner - und die gibt es auch im Unterstützerkreis.
Dieses Foto oben signalisiert deutlich etwas in besagte Richtung - aber dafür kann nun Herr Mollath nichts.

Bin schon gespannt auf die Aussage des Psychiaters heute nachmittag. Und die Reaktionen darauf...

Hier noch mal der "Zeuge zu dem scharf geschliffenen Schraubenzieher":

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Autohaendler-ueber-Mollath-Er-wollte-Helfern-seiner-Frau-schaden-id30640142.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 14:33:55
Jetzt wird der Gerichtsvollzieher als Geschädigter vernommen:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Das Verhör der Geschädigten dauert an: Nur wurden diesem Zeugen nicht die Reifen aufgeschlitzt, sondern mehrere Scheiben seines Audi A6 angeritzt. Wann genau kann der pensionierte Gerichtsvollzieher nicht mehr sagen, es war aber in dem Zeitraum, als er Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen Herrn Mollath durchgesetzt habe. Er hatte mit dem heute 57-Jährigen über Jahre hinweg zu tun.

33 Jahre war er Gerichtsvollzieher, mit Schuldnern habe er eigentlich keine Probleme gehabt. Auch mit dem Angeklagten habe er ein professionelles höfliches Verhältnis gepflegt; die Vollstreckungen bezüglich des Herrn Mollath seien allerdings sehr schwierig gewesen, vor allem weil seine Frau die Gläubigerin war. "Am Anfang mit diesen Ferraris ging es immer schnell, schnell. (...) Es war immer Hochspannung für mich." Hohe Beträge, vermutlich mehr als 100 000 Euro, hätten ausgestanden. Als später die Ex-Frau und ihr neuer Lebensgefährte bei den Pfändungen dabei waren, sei er bemüht gewesen, die Situation nicht eskalieren zu lassen. "Auf den Herrn M. (Martin M.) war Herr Mollath gar nicht gut zu sprechen." Darum habe er Martin M. immer weggeschickt.

An den Tag, als Mollath in Handschellen abgeführt wurde, könne er sich genau erinnern. Ein Vorführungsbefehl habe vorgelegen. Er hatte auf der Wache eine Zwangsöffnung von Mollaths Haus angekündigt, nach den Akten war es der 30. Juni 2004. Als Mollath die Polizei erblickt habe, sei er nach oben geflüchtet. Mit anzusehen, wie Mollath abgeführt wurde, sei für ihn nicht schön gewesen. An Handschellen kann sich der Gerichtsvollzieher nicht erinnern. An weitere Details auch nicht. Zwei jüngere Freunde Mollaths, die sich im Haus aufhielten, sollten dann die Pfändung regeln.

Als er seinen Ferrari ein anderes Mal zuvor gepfändet habe, habe Mollath unentwegt auf ihn eingeredet. Den genauen Inhalt weiß der Gerichtsvollzieher nicht mehr, nur dass der damalige Schuldner nicht den Schuldnertitel in Abrede stellte, es sei auch nichts gegen ihn persönlich gewesen. "Es war irgendwas anderes, ich habe es nur ertragen, es ging da rein und da raus."

Mollath bohrt wieder nach: "Haben Sie Lichtbilder gemacht?" - "Nein, das war damals unüblich." Mollath fragt, ob er nicht die neuwertigen Schränke, das Bett, die Eichenmöbel aus der Jahrhundertwendezeit, den schweren Schreibtisch, die Olgemälde an der Wand, das Spezialwerkzeug im Keller (Reifenwuchtmaschine, Kran, Schutzgasschweißgerät, Messwerkzeuge etc.), Felgensätze für Ferraris ... Mollath geht Raum für Raum mit dem Zeugen durch. "Es ist zu lange her, ich kann es Ihnen nicht sagen. Sie können jetzt auflisten, was sie wollen, ich kann mich nicht erinnern." Die Tresor-Öffnung habe er unterlassen, weil sie zu teuer und aufwendig gewesen wäre.

Irgendwann unterbricht Richterin Escher den Verhörer, die Fragen seien schon gestellt, sie verstehe zwar sein Interesse, aber der Zeuge könne ihm wohl nicht helfen. "Entschuldigung, wenn Sie von Null auf hundert nichts mehr haben, dann ist Ihnen das sehr wichtig."

Und wieder stellt sich die Frage: Wer ist denn hier eigentlich angeklagt?!
Die ziehen das Spiel mit aller Seelenruhe durch.
Dass Strate keinen Verdacht schöpft... aber was soll er tun?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 14:38:18
Zitat
Wir beginnen heute mit der Veröffentlichung der Mitschriften aus den ersten drei Hauptverhandlungstagen.
Morgen folgen der vierte und der fünfte Verhandlungstag.
Gerhard Strate,
Hamburg, am 12.7.2014

Strate kommt offenbar nicht hinterher. Wahrscheinlich fehlt eine Schreibmaschine. Oder die Protokollantin muss dringend ihren Urlaub vorbereiten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 14:41:55
@Belbo:
Ich bereue schon, dass ich diese Assoziation zugegeben habe... Die Farbe hat aber mit Ferrari zu tun.
Man sollte das alles nun nicht weiter auswalzen.

Definitiv eignet Mollath sich auch hier als Projektionsfläche für alle möglichen Spinner - und die gibt es auch im Unterstützerkreis.
Dieses Foto oben signalisiert deutlich etwas in besagte Richtung - aber dafür kann nun Herr Mollath nichts.

Bin schon gespannt auf die Aussage des Psychiaters heute nachmittag. Und die Reaktionen darauf...

Hier noch mal der "Zeuge zu dem scharf geschliffenen Schraubenzieher":

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Autohaendler-ueber-Mollath-Er-wollte-Helfern-seiner-Frau-schaden-id30640142.html

Ist schon klar, das passiert halt wenn man zu oft bei Gabi reinschaut....mir leuchtet diese Hitlergeschichte auch nicht ein, wahrscheinlich mehr eine Assoziation nach den ganzen Geschichten über die jüdische Weltverschwörung, in Verbindung mit Pony und seltsamem Bärtchen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 14:49:06
Dass Strate keinen Verdacht schöpft... aber was soll er tun?

Zitat
Gerhard Strate sagte am 10. Juli 2014 um 19:42 :

Es ist aber alles auf Kurs. Keine Sorge!

Und ich denke schon, dass Strate nicht völlig überblickt, was er tut.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 15:17:11
Möge dem Angeklagten Gerechtigkeit widerfahren. Was mir noch auffällt: die epische Breite, in der hier über Körperverletzung und Reifenstechereien verhandelt wird, kann sich die Justiz wohl nur alle 20 Jahre einmal leisten. Was die polizeilichen Ermittlungen zu den Reifenstechereien angeht: man versuche einmal, die Polizei auch nur zur Spurenaufnahme zu bewegen, wenn es um z. B. Einbrüche geht, und seien sie auch in Serie, die Nachbarn alle ebenso betroffen. Der Geschädigte ist immer gut beraten, den Täter gleich mit zu präsentieren.

Unabhängig davon, wie das Ergebnis sein wird: niemand wird ernsthaft behaupten können, man wäre nicht um Klärung bemüht gewesen (der Erfolg steht noch immer nicht fest), oder der Angeklagte hätte kein Gehör gefunden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 15:24:20
Möge dem Angeklagten Gerechtigkeit widerfahren. Was mir noch auffällt: die epische Breite, in der hier über Körperverletzung und Reifenstechereien verhandelt wird, kann sich die Justiz wohl nur alle 20 Jahre einmal leisten. Was die polizeilichen Ermittlungen zu den Reifenstechereien angeht: man versuche einmal, die Polizei auch nur zur Spurenaufnahme zu bewegen, wenn es um z. B. Einbrüche geht, und seien sie auch in Serie, die Nachbarn alle ebenso betroffen. Der Geschädigte ist immer gut beraten, den Täter gleich mit zu präsentieren.

Unabhängig davon, wie das Ergebnis sein wird: niemand wird ernsthaft behaupten können, man wäre nicht um Klärung bemüht gewesen (der Erfolg steht noch immer nicht fest), oder der Angeklagte hätte kein Gehör gefunden.


Es ist ja auch nicht so, dass die Nürnberger Polizei damals nichts anderes zu tun gehabt hätte.
NSU- Opfer in Nürnberg:

9. September 2000, Nürnberg, Enver Şimşek
13. Juni 2001, Nürnberg, Abdurrahim Özüdogru (49)
9. Juni 2005, Nürnberg, Ismail Yasar (50)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 15:29:54
Zitat
Der Zeuge: "Was da rausgeholt worden ist, hätte ich auf den Sperrmüll geschmissen." Das habe ihm der Mitarbeiter später berichtet, auch das Mollath bei diesem Vorfall alles mögliche abfotografiert habe.

Man hätte doch den Angeklagten fragen können, ob die Fotos noch vorhanden sind? Das wäre doch eine gute Möglichkeit für ihn, das Gericht von dem Vorhandensein der wertvollen Antiquitäten zu überzeugen, wegen derer ständig die Rollläden geschlossen gewesen sind.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 15:31:20
Zitat
An weitere Details auch nicht. Zwei jüngere Freunde Mollaths, die sich im Haus aufhielten, sollten dann die Pfändung regeln.

Vielleicht hat Herr Strate die beiden jungen Männer ja als Zeugen laden lassen?

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 15:41:41
Möge dem Angeklagten Gerechtigkeit widerfahren.

.....und möge das Gleiche allen wiederfahren die in der Causa Mollath, zu Unrecht der Lüge, des Versagens, der Verschwörung und anderer Verbrechen bezichtigt und beleidigt, denunziert und bedroht wurden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 15:47:32
@Belbo:
Zitat
Das fällt mir jetzt erst auf, Mollath las doch laut aus Büchern über die "Nürnberger Prozesse" vor, verlässt mich mein Gedächtnis komplett, sassen da nicht die Naziverbrecher auf der Anklagebank? Es pass nur so gar nicht zu dem "politischen" Bild, dass ich von Herrn Mollath hatte, auch seine Textkonvolute enthielten da, in meiner Erinnerung, keine Hinweise.
Wobei ich nie verstanden habe, warum sich Mollath damals in seiner Position als Angeklagter (der auf die Nürnberger Prozesse Bezug nimmt) ausgerechnet mit den damals Angeklagten verglich!! -eher warum er die Gegenseite mit den "überlegenen Siegermächten" gleichsetzte.
Sollte das suggerieren, dass damals wie heute die Falschen auf der Anklagebank sitzen?? Dazu wüsste ich gern mehr..
In seinem Brief an "Papa Heuss" kommt eine gewisse bewundernde Ambivalenz zu den Kampffliegern ("wir hatten damals...")und zu Udet zum Ausdruck.

http://www.gustl-for-help.de/download/2003-03-19-Brief-Mollath-Heuss.pdf


Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 16:02:24
Zitat von: Prof. Müller
Aber von der "Glaubwürdigkeit der Mollath-Unterstützer" zu sprechen, ist kaum sinnvoll.
Das sehe ich auch so.  :grins
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 16:09:36
Nächster Geschädigter:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Weiter im Zeugenprogramm: Werner S. war dabei, als Mollaths Ferraris vom Gerichtsvollzieher abgeholt worden waren. Sein Unternehmen wurde mit dem Abtransport beauftragt. Er sagt aus, weil an Transportern und Lastwägen seiner Firma ebenfalls mehrere Reifen zerstochen worden sind. Den Schaden beziffert er auf 3000 Euro. Auch er bestätigt: Die Druckverluste der Reifen seien erst nach und nach erfolgt.

Er sagt vor Gericht, er habe Mollath nicht angezeigt, weil er davon ausging, dass es da nichts zu holen gebe. Das habe ihm der Gerichtsvollzieher mitgeteilt. Ferner hatte er auch keine Beweise dafür. Das sei zur selben Zeit passiert, als auch bei anderen Personen im Umfeld von Mollaths E-Frau die selben Taten verübt worden seien. Er kannte Mollath nur von den Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, von daher auch Petra M. und Martin M.

Mollath macht sich bereit:
"Grüß Gott Herr S. Kannten Sie vorher einen Martin M.?" - "Nein."
"Sie waren meistens dabei, als der Gerichtsvollzieher in mein Haus gegangen ist?" - "Haben sie festgestellt, dass es da keine Wertgegenstände gibt?" - "Ich kann mich nicht an Sachen erinnern, die für mich einen Wert gehabt haben." - "Da sind Sie sich ganz sicher?"
Der Zeuge sagt, weil er ständig mit Pfändungen im Auftrag von Gerichtsvollziehern zu tun habe, komme er im Jahr in ganz viele fremde Erinnerungen.

Ein anderer, ehemaliger Mitarbeiter der Firma sagt aus, dessen privater Wagen, der vor der Firma geparkt war, ebenfalls von allen vier Reifen platt gestochen wurde. Er habe schon damals keinen Verdacht gehabt, wer es gewesen sein könnte. Erst der Reifenhändler habe ihm klar gemacht, dass die Reifen absichtlich zerstört worden sind. Ob der Mann, der später bei der Firma auftauchte und sich aufführte, auch Mollath war, kann der Mann nicht beantworten. Es sei zu lange her.

Der nächste Zeuge musste sich ebenfalls über einen kaputten Reifen ärgern: Er habe sein Auto am Sylvestertag 2004 am Danziger Platz abgestellt, am Neujahrstag sei das rechte Hinterrad komplett platt gewesen. An eine Vernehmung durch einen Polizisten kann er sich nicht erinnern, die ihm die Vorsitzende vorhält. Nach dieser Aussage war das rechte Vorderrad beschädigt. Er kannte weder Mollath, noch seine Ex-Frau, noch Martin M. - dafür ist er aber mit zwei Rechtsanwälten bekannt, denen Mollath vorwirft, mit seiner Ex-Frau gemeinsame Sache gemacht zu haben. An Details kann er sich nicht entsinnen.

Die Sitzung ist unterbrochen; um 14.15 Uhr geht es weiter.
Fettung von mir.
Der kleine Satz "Mollath macht sich bereit" zeigt mir, dass dem um größte Sachlichkeit bemühte Pascal Durain allmählich der Geduldsfaden dünner wird...  ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 16:16:38
Zitat von: Prof. Müller
Aber von der "Glaubwürdigkeit der Mollath-Unterstützer" zu sprechen, ist kaum sinnvoll.
Das sehe ich auch so.  :grins
Man kann es ihnen jedenfalls nie Recht machen:
Zitat
Muschelschloss ☕ ‏@Muschelschloss 8 Min.

Also diese Gerichtsverhandlung im Fall #Mollath ... man könnte denken es ist eine #Soap. Unfassbar was da alles für Sch... geschrieben wird
Es wird - zumindest vom Berichterstatter der Mittelbayerischen - nichts anderes geschrieben als was gerade abläuft...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 17:22:20
Parallel zum Prozess tagen forensische Gutachter:
http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/art1172,253570
Zitat
Doch welcher Fehler liegt im Gutachter-System begründet? Entscheiden wenige Experten über Wohl und Wehe von Menschenleben entscheiden? „Die Unterbringungsdauer muss von vorneherein begrenzt werden“, findet der Forensiker. In Bayern führt Osterheider derzeit eine Studie durch, wie hoch die Rückfallquote von aus der Psychiatrie entlassenen Straftätern ist. „Wir sind hier im Bereich psychiatrischer Erkrankungen. Ich würde deshalb die Grenze für die Unterbringung in der Psychiatrie auf zwei Jahre begrenzen“, so Osterheider. Er begründet das auch: „Jeder Mensch würde verstehen, dass man sich bei einem Beinbruch einen Zeitrahmen vorgibt, wie lange es braucht, bis er verheilt. Kritisch am Maßregelvollzug ist doch, dass es im Prinzip bis zum Ende alles Tage gehen kann. Das motiviert weder die Psychiater noch Sozialarbeiter und alle anderen, wirklich etwas zu tun. Am Ende fragt man sich dann plötzlich: Da sitzt ja ein Herr M., der ist ja auch schon sieben Jahre lang da!“ Irgendwann sei ein Sexualstraftäter eben auch austherapiert...

... Am vierten Prozesstag in Regensburg sitzt auch eine Ärztin auf der Zeugenbank, die vor zehn Jahren Mollaths Psyche begutachtet hatte. Mollaths Ex-Frau hatte damals geschildert, dass er sich immer mehr zurückzog. Auch heute noch verteidigt sie ihre damaligen Angaben, dass „mit großer Wahrscheinlichkeit eine schwerwiegende psychiatrische Erkrankung vorliegt und eine Fremdgefährdung zu erwarten ist“, so das Attest damals. Heute bringt die Medizinerin im Zeugenstand eine Frage auf den Punkt, die immer dann bewegt, wenn etwas Schlimmes schon passiert ist: „Wenn ich nichts gemacht hätte und sie wäre ums Leben gekommen, wie wäre man dann an mich herangetreten?“
Fettung von mir.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 17:59:16
Zitat von: Prof. Müller
Aber von der "Glaubwürdigkeit der Mollath-Unterstützer" zu sprechen, ist kaum sinnvoll.
Das sehe ich auch so.  :grins
Man kann es ihnen jedenfalls nie Recht machen:
Zitat
Muschelschloss ☕ ‏@Muschelschloss 8 Min.

Also diese Gerichtsverhandlung im Fall #Mollath ... man könnte denken es ist eine #Soap. Unfassbar was da alles für Sch... geschrieben wird
Es wird - zumindest vom Berichterstatter der Mittelbayerischen - nichts anderes geschrieben als was gerade abläuft...

Wobei doch interessant ist, wie selektiv auch eine ausgewogene Berichterstattung sein kann, hier die selbe Befragung bei Regensburg-Digital. Schwärzungen von mir.

Zitat
Joachim Z. ist ein gemütlicher Bursche, und einer, dem das Herz auf der Zunge liegt. In breitem Fränkisch berichtet er im Zeugenstand von seinen Begegnungen mit Gustl Mollath, der ihm 2005 mehr als 50 Autoreifen zerstochen haben soll. Dabei zeichnet er ein Psychogramm, das Mollath als wahnhaften Verschwörungstheoretiker und passionierte Hitler-Epigone erscheinen lässt.

Z. war damals Gebrauchtwagenhändler in der Nürnberger Südstadt. Mit Martin M., dem neuen Ehemann von Gustl Mollaths Ex-Frau, sei er gut befreundet gewesen. Deshalb habe er ihm eines Tages auch einen Transporter mit rotem Kennzeichen und einen Mitarbeiter als Fahrer geliehen. M.s neue Lebensgefährtin habe noch etwas in der Wohnung ihres Ex – also Mollath – abholen wollen.
„Er sagte, er sei auf der Flucht“

Einige Zeit später sei Mollath dann bei Joachim Z.s KFZ-Handel erschienen. Er habe ihm gedroht, ihn wegen des Missbrauchs der roten Nummer anzuzeigen. Z. habe dem keine weitere Bedeutung zugemessen – stattdessen habe er Mollath „ein Bier angeboten“. Wie sich herausgestellt habe, kannten die beiden sich aus Kinderzeiten.

Ein paar Monate später sei Mollath noch einmal bei ihm aufgekreuzt, diesmal mit 20.000 Euro, für die er „einen Geländewagen kaufen“ wollte. „Er sagte, er sei auf der Flucht“, erinnert sich Joachim Z. Anschließend habe Mollath ihm einen angespitzten Schraubenzieher gezeigt, mit dem Kommentar, „er könne sich jetzt auch gegen die wehren.“ Er selbst habe sich nicht von Mollath bedroht gefühlt, sagt Z. dem Gericht. „Das war eher kumpelhaft.“
Ein Weltbild „irgendwo zwischen Neonazi und Palästinenser“

Weil er es als Autohändler wunderliche Kunden gewöhnt sei, habe er sein Gegenüber „sein Herz ausschütten lassen“. Mollath habe sich „gegen Amerikaner, gegen Juden und gegen Banken“ geäußert. Sein Weltbild sei „irgendwo zwischen Neonazi und Palästinenser“ einzuordnen gewesen. Auch äußerlich habe sich das niedergeschlagen: „Damals hat er verzweifelt versucht, wie Adolf Hitler zu sein.“ Seine Haare und den Bart hätte er genauso getragen.

Die „jüdisch-amerikanische Weltverschwörung“ habe er „argumentativ ganz gut darlegen“ können – ein Dummer sei Mollath freilich nicht. Weiter habe er Joachim Z. berichtet, dem „Fernsehsatiriker“ Harald Schmidt immer Briefe zu schreiben, die Schmidt ihm dann „durch den Fernseher“ beantworte. Von den zu dieser Zeit stattfindenden Schülerprotesten in Nürnberg sei Mollath nach eigener Behauptung „Hauptdrahtzieher“ gewesen.
Spuren wurden nicht gesichert

Anfang 2005 wurden Joachim Z. auf dem Grundstück seines Autohandels dann 56 Reifen zerstochen – teils auf Fahrzeugen aufgezogene, teils gestapelte. Den Zusammenhang zu Gustl Mollath habe er selbst zunächst gar nicht hergestellt. „Die Polizei hat sich dafür auch nicht wirklich interessiert“, erinnert sich der Zeuge. Stiefelabdrücke im Schnee, die wohl vom Täter stammen mussten, seien nicht gesichert worden.

Erst einige Wochen später habe er wieder mal mit seinem Freund Martin M. telefoniert. Dabei habe sich herausgestellt, dass Joachim Z. nicht der einzige war, der über zerstochene Reifen klagen musste. Danach sei die Polizei plötzlich interessierter gewesen.

Dass der Schraubenzieher, den Mollath ihm gezeigt hatte, die Tatwaffe war, hält Z. für unwahrscheinlich. Die verstärkten Transporterreifen seiner Fahrzeuge habe man mit „dieser Art von Schraubenzieher“ wohl nicht punktieren können. Dennoch sei er heute davon überzeugt, dass Mollath der Täter war.
Mollath: „Haben Sie ein Alkoholproblem?“

Als ihm von Richterin Elke Escher das Wort erteilt wird, wendet sich Gustl Mollath selbst an den Zeugen. Dabei ist er betont förmlich, spricht mit regungsloser Miene und in manchmal hölzern wirkenden Formulierungen. Es ist der Mollath, den man auch an den vergangenen Prozesstagen des Wiederaufnahmeverfahrens erleben konnte, wenn er Zeugen beinahe in Beamtenmanier mit Nachfragen überzog. Mal geht es ihm um den Schwarzgeldkomplex der HVB, mal um Details aus geschilderten Begegnungen.

So auch bei Joachim Z. Mollath will Einzelheiten hören, etwa, wie der Schraubenzieher ausgesehen habe, den er Z. gezeigt habe, und auf welchem Motorrad genau er zu ihm gekommen sei („Welche Modellbezeichnung?“). Später wird der Angeklagte persönlich – auch das ist im Prozess nichts Neues. Er sei erschüttert, den Zeugen in diesem Zustand zu sehen. Warum Joachim Z. mit 59 schon in Pension sei und ob es dafür vielleicht gesundheitliche Gründe gäbe? Als Richterin Escher einhakt, präzisiert Mollath seine Frage: „Haben Sie ein Alkoholproblem?“

Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl geht dazwischen. Er verbitte sich die Frage. „Herr Mollath hat während der Vernehmung mit dem Publikum kommuniziert.“ Dabei habe er eine Geste gemacht, die man „entweder so deuten könnte, dass Herr Mollath Durst hat, oder dass der Zeuge betrunken ist.“ Elke Escher nimmt das zur Kenntnis.
Gutachter interessiert sich für Mollaths Gesprächsverhalten

Dass Mollath den Zeugen siezt, während dieser wie selbstverständlich das „Du“ verwendet, fällt dem psychiatrischen Gutachter Prof. Nedopil auf. „Er siezt mich, seit wir vor Gericht miteinander zu tun haben“, erklärt Z. auf Nachfrage. Nedopil versucht, weiter zu forschen, will Einzelheiten zu den Gesprächssituationen mit Mollath erfahren. Joachim Z. muss passen, verweist auf die lange Zeit, die inzwischen vergangen sei.

Dass Nedopil offensichtlich Interesse am Gesprächsverhalten seines Mandanten hat, gefällt Verteidiger Gerhard Strate nicht. Auch er pflege es, Personen, die er privat kenne, im Gerichtssaal zu siezen. Das sei also „das gute Recht“ seines Mandanten.

Nedopil nimmt das zur Kenntnis.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 18:28:53
Mollath macht sich weiter zum Affen.

Zitat
Dann beginnt Strates Mandant mit der Befragung: "Grüß Gott, Herr Dr. Lippert" - "Nein, ohne Dr." Mollath will nochmal wissen, woran Lippert in seinen Schriften eine angebliche Störung gefunden haben will. Lippert: "Ich habe daran nur eine flaue Erinnerung." Mollath erinnert sich, dass ihm unterstellt wurde, er habe groß und klein vertauscht und die Schrift in die Mitte gesetzt, dann hält der Angeklagte ein Schriftstück hoch: "Und genau sowas habe ich auch auf Ihrer Website gefunden." Seine Unterstützer in den Zuschauerreihen lachen.

Zitat
Auch Professor Norbert Nedopil, psychiatrischer Sachverständiger, will noch wissen, ob Mollath heute anders als im Verfahren 2004 wirke. Lippert: Mollath wirke heute organisierter, vor dem Amtsgericht sei er viel angespannter und affektiver gewesen. Anspannung könne man aber einem Angeklagten nicht vorwerfen. Mollaths Schriftstücke seien ein wesentlicher Faktor für seine Einschätzung gewesen, die Hauptverhandlung habe an seiner Meinung nicht wirklich etwas verändert.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 20:55:32
Zitat
Dass Nedopil offensichtlich Interesse am Gesprächsverhalten seines Mandanten hat, gefällt Verteidiger Gerhard Strate nicht. Auch er pflege es, Personen, die er privat kenne, im Gerichtssaal zu siezen. Das sei also „das gute Recht“ seines Mandanten.
Strate hat voll daneben gelegen mit seiner Vermutung, was der Psychiater für auffällig hält. Der wirklich interessante Part an der Aussage ist ein ganz anderer. Er ist schon gefettet.

Nun, Herr Dr. Strate, weiter voll auf Kurs?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 21:21:45
Zitat
Doch zunächst geht es um Lippert als Geschädigten der Reifenstecherei: Am 7. Januar 2005 stieg er am Morgen in seinen BMW und bemerkte sofort, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann habe er festgestellt, dass nicht nur ein, sondern zwei Reifen platt waren - einer dieser Reifen habe erst später Luft während der Fahrt verloren. Einen Zusammenhang mit dem Angeklagten habe er damals nicht gesehen.

Es gab ein Schreiben von Mollath von August 2008 an ihn, in dem der Angeklagte darum bat, ihm die Höhe der Rechnung zu nennen. Dem kam Lippert nicht nach, wertete das aber als Schuldeingeständnis.
Heftig.

Zitat
Verteidiger Strate startet einen "Überraschungsangriff", wie er es ausdrückt: "Haben Sie eigentlich irgendetwas falsch gemacht?" - Lippert führt aus, dass für ihn eine Restunsicherheit bestand, eine weitere Aufklärung seiner Störung notwendig sei. Strate entgegnet: "Ich habe mir mehr Selbstkritik gewünscht. Wissen Sie, Sie standen ganz am Anfang dieses Verfahrens..." Richterin Escher unterbricht: Das sei keine Frage. Strate entschuldigt sich für seine emotionalen Ausbruch.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath [Tag 8, Nachmittag]
So wie sich die DGPPN entschuldigen soll, dass sie im ICC einen Kongress veranstaltet hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 16. Juli 2014, 21:30:40
@Pelacani:
Das Faszinierende an diesem Mollath-Schreiben an Lippert:
der Psychiater hatte Mollath bis dahin gar nicht im Verdacht, sondern eine andere Person, die ihn seit Jahren systematisch stalkt.
Das Schreiben Mollaths muss ihm daher doppelt "strange" vorgekommen sein.

Und andersherum: was soll Mollath veranlasst haben, Lippert zu schreiben - da dieser ihn aus o.g. Gründen gar nicht angezeigt hatte und Mollath gar nichts von Lipperts Schaden wissen konnte - außer er war der Täter?

(im Wolff-Blog gibt es schon hilflose Versuche, die Episode umzudeuten..)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 16. Juli 2014, 22:13:52
Habe mal kurz bei Gabriele Wolff reingeschaut, und bin doch verwundert dass einerseits jede Zeugenaussage vermeintlich sofort in der Luft zerrissen wird, sich aber kein Mensch Gedanken macht warum der Staranwalt aus Hamburg das nicht macht, wo er doch jetzt die Gelegenheit dazu hätte......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 16. Juli 2014, 23:26:11
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/mollath-gutachter-verteidigt-sich/1093450/mollath-gutachter-verteidigt-sich.html

Hatten wir dieses Detail schon?
Zitat
Gustl Mollath soll vor der Tat mehrmals bei ihm gewesen sein. Er habe stundenlang in seinem Büro gesessen. Mollath habe ihm erzählt, dass er sich unverstanden gefühlt habe, ihn die Scheidung belaste, und er sich an seiner Ex-Frau und ihrem neuen Lebensgefährten durch die Aufdeckung der Schwarzgeldgeschäfte rächen wolle.
Sehr erdgebunden und nachvollziehbar, d. h. zumindest im Beginn geradezu rational. Die Überhöhung ins Wahnhafte ist erst später hinzugetreten. Dies ist der ferne Kristallisationspunkt, die Kränkung, aus der heraus sich der Wahn entwickelt. Die Frage war bei der Besprechung des Pfäfflin-Gutachtens andeutungsweise aufgekommen.

Übrigens, der Untertitel
Zitat
Thomas Lippert, der Gustl Mollath 2004 eine psychische Störung attestiert hat, muss am Mittwoch vor dem Landgericht Regensburg Kritik einstecken.
meint: die „Kritik“ von Strate und von G. Mollath.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 01:55:33
Morgen erscheint wohl ein Mollathkritischer Artikel in der Zeit... Gabriele Wolff reagiert mit den zu erwartenden Beissmechanismen. mal gespannt, lange kann es ja nicht mehr dauern bis sie selber Objekt von Recherchen wird.


Zitat
gabrielewolff
sagte am 16. Juli 2014 um 23:29 :
Das war abzusehen, daß Sabine Rückert ihren Kettenhund Daniel Müller zur Verteidung von Freund Kröber von der Leine lassen würde. Schön aber, daß eine Wochenzeitung zu behäbig ist, um den Untergang eines von Lapp und Lakotta inszenierten peinlichen Beweisantrags der Nebenbklage binnen 24 Stunden noch einbauen zu können.

Hier ihr Kettenhund Müller bei dem Versuch der Rettung Kröbers, der sich, im Gegensatz zu Prof. Nedopil, auf das ihm völlig unbekannte Gebiet der Aussagepsychologie, hier auch noch mit dem Spezialgebiet der Vernehmungspsychologie, gewagt und den Erwartungen der beauftragenden Staatsanwaltschaft in dilettantischer Weise genügt hatte (sein Gutachten liegt mir vor):

http://www.zeit.de/2014/21/ulvi-kulac-peggy-urteil

Der Artikel hat echt BILD-Niveau, und der aktuelle auch.

Nach alldem bin ich doch sehr gegen die Frauenquote. Ein Mitglied der Chefredaktion, das seine persönliche Zuneigung zu Prof. Kröber derart mißbraucht, und dabei keine Scheu hat, die gute alte Tante ZEIT auf BILD-Niveau zu bringen, hat dort nichts zu suchen.
Ihr rechtsstaatlicher Einsatz pro Kachelmann war völlig in Ordnung – denn dafür ist die Presse da: um Justizkritik zu üben, wenn es hakt.

Ihr jetziger anti-rechtsstaatlicher Einsatz pro Kröber ist eine Katastrophe, weil er sich gegen zwei Rechtsstaatsopfer richtet, die zu Unrecht verurteilt wurden. Beiden konnten die vorgeworfenen Taten nicht nachgewiesen werden. Dann kam die vermessene Psychiatrie ins Spiel, und dann kam es plötzlich auf Tatnachweis nicht mehr an.

Bekommt di Lorenzo nicht mit, was seine Kollegin da veranstaltet? Ist die aus dem Ruder gelaufene Sabine Rückert, der es nur noch um Kröber-Verteidigung geht, wegen der Frauenquote sakrosankt?

Schöne neue Welt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 02:58:56
@Belbo:
Der Artikel wurde abfotografiert und per Twitter-Link schon im Web zugänglich gemacht:

https://mobile.twitter.com/KueddeR/status/489477860835725314

Der Link wurde u.a. im Beck-Blog gepostet.

Wie sehr Frau Wolff sich darüber aufregt, das hat etwas Groteskes:
"Frauenquote", obschon der Artikelschreiber männlich ist.
"Kettenhund von Sabine Rückert" eben ; "antirechtsstaatlicher Einsatz pro Kröber" und überhaupt: der G. di Lorenzo hat ja wohl seinen Laden nicht im Griff...  :police:    :facepalm    :stricken
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 04:14:00
Zitat
Was mich amüsiert, mir aber auch gleichzeitig das kalte Entsetzen in die Adern treibt, ist der Mangel an Urteilskraft, der Journalisten führender Medien, wie Beate Lakotta und Daniel Müller, dirigiert. Sie setzen auf die Knalleffekte von großen zerplatzenden Seifenblasen aus dem Roncalli-Zirkus, deren zerstäubende Reste sich schlierig auf die Tasten ihrer Laptops legen. Am Ende dieses Prozesses werden sie als das öffentlich dastehen, was sie jetzt schon sind: Deppen! Herzliche Grüße an alle echten Unterstützer! Gerhard Strate.

Na Herr Strate scheint sich ja sehr sicher zu sein.......

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/#comments


.... Der Angeklagte und was von ihm und seiner Wahnwelt am Ende übrig bleibt ist ja egal, Hauptsache das Ego ist gestreichelt und die Kasse stimmt, wann erscheint nochmal Strates Buch?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 11:27:29
Na Herr Strate scheint sich ja sehr sicher zu sein.......

Aber seine Schreibmaschine ist immer noch in Reparatur.

Es ist ja durchaus möglich, dass die Körperverletzungen durch den Experten als nicht sicher gefährlich bewertet werden, und dass die Reifenstechereien dem Herrn M. nicht ganz sicher zugeordnet werden. Das wäre der anfangs erwartete Ausgang. Wenn Nedopil dann nicht gehört werden muss (und Strate wird alles daran setzen, dass dies nicht geschieht), dann kann es mit der Häme, den Unterstellungen, der Diffamierung usw. weiter gehen, und der psychiatrische Aspekt wird nicht mehr überprüft - ganz im Sinne der Verteidigung. Aber es wird ein schaler Beigeschmack bleiben, und die Öffentlichkeit wird den Herrn M. vielleicht doch nicht mehr so sehr als Helden wahrnehmen. Das ist jedenfalls mein Eindruck von der bisherigen Berichterstattung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 11:31:18
Na Herr Strate scheint sich ja sehr sicher zu sein.......

Aber seine Schreibmaschine ist immer noch in Reparatur.

Es ist ja durchaus möglich, dass die Körperverletzungen durch den Experten als nicht sicher gefährlich bewertet werden, und dass die Reifenstechereien dem Herrn M. nicht ganz sicher zugeordnet werden. Das wäre der anfangs erwartete Ausgang. Wenn Nedopil dann nicht gehört werden muss (und Strate wird alles daran setzen, dass dies nicht geschieht), dann kann es mit der Häme, den Unterstellungen, der Diffamierung usw. weiter gehen, und der psychiatrische Aspekt wird nicht mehr überprüft - ganz im Sinne der Verteidigung. Aber es wird ein schaler Beigeschmack bleiben, und die Öffentlichkeit wird den Herrn M. vielleicht doch nicht mehr so sehr als Helden wahrnehmen. Das ist jedenfalls mein Eindruck von der bisherigen Berichterstattung.

+1... genauso sehe ich das auch. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es das groß angekündigte Schmerzensgeldverfahren geben kann, ohne die psychische Disposition von Herrn Mollath mit einzubeziehen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 11:40:48

Es ist ja durchaus möglich, dass die Körperverletzungen durch den Experten als nicht sicher gefährlich bewertet werden, und dass die Reifenstechereien dem Herrn M. nicht ganz sicher zugeordnet werden. Das wäre der anfangs erwartete Ausgang. Wenn Nedopil dann nicht gehört werden muss (und Strate wird alles daran setzen, dass dies nicht geschieht), dann kann es mit der Häme, den Unterstellungen, der Diffamierung usw. weiter gehen, und der psychiatrische Aspekt wird nicht mehr überprüft - ganz im Sinne der Verteidigung. Aber es wird ein schaler Beigeschmack bleiben, und die Öffentlichkeit wird den Herrn M. vielleicht doch nicht mehr so sehr als Helden wahrnehmen. Das ist jedenfalls mein Eindruck von der bisherigen Berichterstattung.
Also: zumindest Thomas Lippert scheint davon auszugehen, dass Nedopil gehört wird - hier ist er im Dialog mit Pommrenke:
https://twitter.com/saschapommrenke/status/489645976299134976
Zitat
Thomas Lippert ‏@tlnue 1 Std.

@saschapommrenke Die Antwort überlasse ich Hern Prof. Nedopil.
        ;)

Heute scheint außer Brixner der Erlanger Psychiater Wörthmüller dran zu sein:
Zitat
Ingrid Fuchs ‏@fuchsing 49 Min.

#Mollath Prozess heute mit psychiatrischem Gutachter, dem umstrittenenen Richter #Brixner und musikalischem Protest. pic.twitter.com/dV7mqr6ssG
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 11:49:33
....was zum Schmunzeln (wenigstens ein bisschen), Rötung nicht von mir  :angel:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 12:57:15
Bei Prof. Müller im Blog aufgeschnappt:
Zitat
Deutsche Gerichte tanzen nicht gern nach der Pfeife der Angeklagten. Sie entbinden Pflichtverteidiger höchst ungern und höchst selten von ihrem Mandat. Der RAF-Terrorist Andreas Baader nannte seine Pflichtverteidiger einst "Arschlöcher" und randalierte im Gerichtssaal, wenn sie zum Sprechen ansetzten - das Gericht entband die Pflichtverteidiger dennoch nicht. In Aachen musste ein Heroindealer seinem Verteidiger erst mitten im Gerichtssaal ein Veilchen schlagen, damit die Richter ihn von seinem Mandat entbanden.
http://www.sueddeutsche.de/politik/zschaepe-verteidigung-im-nsu-prozess-zeit-fuer-eine-neue-strategie-1.2048925
Richter B. hat sich also nicht ungewöhnlich verhalten.

Und das auch noch (bezieht sich auf #453 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168965#msg168965)):
Zitat
McMurphy 17.07.2014
Keiner kann Beleidigungen so poetisch verpacken wie Herr Strate
http://blog.beck.de/2014/07/17/tag-acht-die-zweite-h-lfte-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath#comment-59449
;D
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 13:18:59
Strate:
Zitat
Mollath kann nichts für eine hohe Idiotendichte
....alle doof nur ich nicht.
http://www.regensburg-digital.de/mollath-kann-nichts-fuer-eine-hohe-idiotendichte/09072014/
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 17. Juli 2014, 13:25:45
"Deppen" halte ich für Schmähkritik und damit § 185 StGB. Wäre interessant, wenn er angezeigt würde.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 13:29:41
Wer war denn eigentlich der "Depp" der kürzlich den Prozess um den Nürnbergwikibetreiber verloren hat? :police:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 13:50:45
Pascal.Durain, kommt Mollath wohl auch immer selsamer vor. Schwärzung von mir.

Zitat
Mollath hat nach zwei Stunden noch Fragebedarf: Minutenlang löchert er Dr. Wörthmüller, meistens sind es Suggestivfragen, die er mit einem "Kann es nicht sein..." einleitet. "Kann es nicht so sein, dass es dort (auf Wörthmüllers Grundstück) gar keine Zäune gibt (...), dass gar nicht zu erkennen war, dass es ein privates Grundstück ist?" - "Doch das kann sein."- "Kann es sein, dass ich einfach nur nach Familie R. gefragt habe?" - "Nein, dann hätte ich Ihnen das gesagt." Mit seinen Fragen klagt er immer wieder an: "Ist es richtig, dass ich in eine Einzelzelle gebracht wurde, die sie als Patientenzimmer bezeichnen. (...) dass ich mich erstmal vor Männern nackt ausziehen musste? (...), dass ich 23 Stunden im Zimmer bleiben musste, und nur eine Stunde Hofgang hatte?" - "Ja, das ist richtig." - "Warum musste ich Handschellen tragen?" - "Sie mussten keine Handschellen tragen, das habe ich angeordnet." - " Sie haben eine Diagnose formuliert, zumindest eine Prognose abgegeben." - "Ich habe nie eine Diagnose gestellt, ich sehe mich dazu auch nicht in der Lage." So geht es immer weiter.
"Ist es richtig, dass ich Ihnen beschrieb, meine Frau noch schützen zu wollen. (...) Ich habe es Ihnen doch erklärt, denken Sie nochmal an Ihre Worte ,normal' und ,Menschlichkeit'". - Wörthmüller: "Mein Anliegen war, Ihnen einfach zuzuhören." - "Ist Ihnen klar, was es bedeutet, siebeneinhalb Jahre in verschiedenen BKHs gehalten worden zu sein?" -"Ich finde ihre Geschichte dramatisch und schlimm."

Irgendwann mischt sich die Vorsitzende ein: Sie lasse Mollath zwar einiges durchgehen, weil sie sein Interesse verstehe. "Irgendwann muss man auch mal einen Punkt machen, das ist keine Diskussionsrunde."

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 14:06:30
Strate verhält sich meiner Meinung nach auch unprofessionell:
Zitat
... Mollath sei nicht aggressiv, eher eigentümlich gewesen. Immer wieder habe er über Schwarzgeldverschiebungen gesprochen und dem Arzt unterstellt, etwas damit zu tun zu haben. Wörthmüller müsse ihm doch helfen, diesen Skandal aufzudecken. Dann habe Wörthmüller erkannt, dass mit ihm keine Basis zu schaffen sei...
Am 1. Juli schrieb Wörthmüller den Entwurf einer Befangenheitsanzeige, am 7. Juli 2004 wurde Mollath entlassen.

Verteidiger Gerhard Strate will wissen, wie Mollaths achtseitiges Schreiben mit dem Titel "Was mich prägte" in die Pflegeakte gelangt ist. Wörthmüller weiß es nicht, er habe es dort nicht reingetan, es aber später gelesen. Strate fordert, dass das Gericht die Krankenakte anfordert mit einer Erklärung, dass diese vollständig sei. Strate bohrt weiter nach: Im Dezember hat Wörthmüller der Staatsanwaltschaft erzählt, in einem Gutachten über Mollath den Komplex um die Hypovereinsbank "an den Rand zu stellen". Es wird laut: "Mollaths persönliche Verbindung zur HVB wäre für Sie interessant gewesen. (...) Dass seine Frau diese persönliche Verbindung ist, haben Sie erfahren?" - Wörthmüller: "Ja." - Strate: "Und auch, dass er Konflikte mit seiner Ehefrau hat?" Wörthmüller antwortet ausweichend, räumt das später aber ein.
Strate: "Haben Sie den Einweisungsbeschluss gelesen? Um welchen Vorwurf ging es?" - "Körperverletzung." - "Zu wessen Nachteil?"- "Seiner Ehefrau." - Strate: "Und welchen Hintergrund diese Auseinandersetzung hat?" - Wörthmüller: "Nein." Mollath habe nicht an einer Begutachtung mitwirken wollen.

Strate fasst das später so zusammen: Mollath hat eine persönliche Beziehung zur HVB, seine Ehefrau soll an Geldtransfers in die Schweiz beteiligt sein. "Wie soll man da in einem Gutachten die HVB an den Rand stellen. Das geht doch gar nicht?" - Wörthmüller antwortet grundsätzlich: Es sei während der Begutachtung wichtig, den Menschen als Ganzes zu erfassen, zunächst ohne das Delikt. Man müsse immer trennen zwischen tatbezogen und nicht-tatbezogen.
Wörthmüller betont, er versuche, ihm nahezubringen, "dass mich der Mensch interessiert, der hier vor mir sitzt."

Dann verliest Strate die Aussage, wie Mollath diese sieben Tage erlebt hat: "Über Tage wurde ich in Vollisolationseinzelhaft gequält..." Er habe nicht schlafen können, das Licht sei immer eingeschaltet gewesen, andere Patienten hätten nachts laut geschrien, er habe unter Dauerbeobachtung gestanden und sich nackt ausziehen müssen, das Essen sei ungenießbar, er habe sich Tage lang nicht waschen können, man habe ihm mit Fixierung gedroht.

Wörthmüller distanziert sich von Quälerei-Vorwürfen, aber in der geschlossenen Abteilung untergebracht zu sein, sei sicher keine angenehme Situation.
Fettung von mir.
Warum sollte die HVB-Geschichte für Wörthmüller damals von besonderem Belang gewesen sein? - außer man unterstellt (ex post) analog zu Mollaths Behauptungen, er sei Teil des "Komplotts".
Im Gegensatz zu Lippert hat(te) Wörthmüller (oder die Klinik?) das Pech, ein Konto bei der HVB zu führen.

Persönliche Einschätzung: Strate schwimmen die Felle davon, deshalb muss er laut werden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 14:34:52
Ingrid Fuchs von der SZ zur "Wörthmüller-Episode":
http://www.sueddeutsche.de/bayern/wiederaufnahme-in-regensburg-psychiater-gab-private-einschaetzung-zu-mollaths-geisteszustand-1.2050593
Zitat
...Immer wieder habe er versucht, mit Mollath, den jeder Tag in der Klinik traf, zu reden, erzählt Michael W.. Doch der sei zu sehr auf die Schwarzgeldvorwürfe fixiert gewesen. Mollaths Verteidiger Gerhard Strate will wissen, warum er sich dann nicht einfach mit dem Patienten darüber unterhalten habe? Auch auf die Zusammenhänge zwischen den Prügelvorwürfen der Exfrau und deren Verbindung zur HVB weist Strate den Zeugen hin. Doch der Psychiater erklärt, er versuche stets, ein Bild von der ganzen Person zu bekommen.

Ihm sei bewusst gewesen, dass es für Mollath ein Ausnahmezustand sei, schließlich sei er polizeilich vorgeführt worden. Deshalb habe er erst versucht, ihn doch noch von einer Begutachtung zu überzeugen, erzählt W.. Vergeblich. Nachdem er seinen Befangenheitsantrag gestellt habe, empfahl er Mollath gleich an das Bezirksklinikum Bayreuth und den Kollegen Klaus L. zu überweisen - damit er nicht noch einmal polizeilich vorgeführt werden müsse, doch auch das habe nicht geklappt...

Nach einer ausführlichen Befragung durch die Prozessbeteiligten meldet sich Gustl Mollath wieder zu Wort. Er stellt seine Fragen an diesem neunten Prozesstag mit lauter Stimme und in forschem Ton...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 14:58:30
Erstmal Dank an Pascal Durain.

Manchmal reicht die einfache Beschreibung.

Zitat
Nach dem kontradiktorischen Schlagabtausch geht es mit Verlesen weiter. Dieses Prozedere muss deswegen sein, weil nur dann die Inhalte aus den Urkunden für die Kammer verwertbar sind. Escher fängt mit dem ärztlichen Attest an, das die Praxis von Mollaths Schwägerin für Petra M. ausgestellt hat. Warum eine Version des Attests verschwunden ist, weiß Escher nicht. Strate rät, den Server der Praxis beschlagnahmen zu lassen. Dann würde das Dokument sicher ganz schnell wieder auftauchen.

Später werden noch die ärztliche Stellungnahme und Petra M.s Krankengeschichte verlesen - auch um die Sachverständigen, die am Tag der Vernehmung der Ärztin K. nicht da waren, darüber zu informieren. Später folgen Polizeiakten, Strafanträge - und Schreiben aus dem "Duraplus-Ordner", den gesammelten Schriftstücken Mollaths. Die beisitzende Richterin verliest dann das Dokument "Was mich prägte". In diesem Werk nennt Mollath Großereignisse des 21. Jahrhunderts, demnach hat ihn als Grundschüler schon der Vietnamkrieg geprägt, auch die Ermordung John F. Kennedys, Martin Luthers King I-have-a-dream-Rede, oder die Ermordung Benno Ohnesorgs, die RAF, Monza ... Es ist ein Ritt durch die neuere Geschichte, bis er 1973 seine erste große Liebe kennengelernt hat und es dann wieder persönlicher wird und er auf die Vorwürfe zu sprechen kommt. Unter anderem verliest die Beisitzerin den Satz: "Leider wehre ich mich", als Mollath mit seiner Frau wegen ihrer Kurierfahrten aneinander geraten sei und sie ihn geschlagen hätte. Seine Frau werde immer merkwürdiger, sie wolle jetzt den Mond anbeten. Unterbrochen werden die Vorwürfe immer wieder durch aktuelle Ereignisse, Mollath schreibt, er sei nur von Krieg umgeben, er schrieb an alle Bundestagsabgeordneten, den Bundestagspräsidenten, den UN-Generalsekretär, an Kanzler Gerhard Schröder. Die Anschuldigungen, die ihm hier vorgeworfen werden, weist er in dem Dokument aber zurück.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 15:20:26
Zitat
Strate rät, den Server der Praxis beschlagnahmen zu lassen.

Der dreht frei. Das würde bedeuten, dass die Praxis den Bach runter geht. Wird gegen Markus R ermittelt? Eine 1:1-Kopie der Festplatte sollte doch wohl genügen, was immer man auf diese Weise herausfinden will. Außerdem dürfte die Praxis kaum noch den PC von vor 10 Jahren haben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 15:27:26
Zitat
MartinHeidingsfelder ‏@goalgetter32 27 Min.

Wörthmüller muss komplette "Krankenakten" sofort vollständig liefern. Hat #Mollath auf Anfrage nur eine Seite gesendet. Frechheit!
Was die sich so vorstellen...

Und natürlich geht die Psychiatrie-Verschwörung weiter:
Zitat
MartinHeidingsfelder ‏@goalgetter32 2 Std.

Wörthmüller & Nedopil lachend nach der Zeugenbefragung im Vorraum. Peinlicher Auftritt. Folter ähnliche Zustände im BKH Erlangen. #mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 15:33:08
Zitat
Nach einer ausführlichen Befragung durch die Prozessbeteiligten meldet sich Gustl Mollath wieder zu Wort. Er stellt seine Fragen an diesem neunten Prozesstag mit lauter Stimme und in forschem Ton...

(Fettung von sweeper)...... man möchte Mäuschen spielen, bei der Befragung von Brixner......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 15:36:40
Zitat
Nach einer ausführlichen Befragung durch die Prozessbeteiligten meldet sich Gustl Mollath wieder zu Wort. Er stellt seine Fragen an diesem neunten Prozesstag mit lauter Stimme und in forschem Ton...

(Fettung von sweeper)...... man möchte Mäuschen spielen, bei der Befragung von Brixner......
Schwerhöriges Mäuschen dürfte ausreichen. (Italics von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 17. Juli 2014, 15:37:09
Nach meiner Einschätzung ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kammer nach aktueller Lage der Dinge von drei Aspekten überzeugt ist: 1) Mollath hatte sich der Körperverletzung schuldig gemacht 2) Er war der Reifenstecher 3) Eine Schuldunfähigkeit konnte zum Zeitpunkt der Verurteilung nicht ausgeschlossen werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Armada an Zeugen und Sachbeweisen, die diesen Befund stützen, zu einem anderen Ergebnis führt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 15:37:55
Zitat
Strate rät, den Server der Praxis beschlagnahmen zu lassen.

Der dreht frei. Das würde bedeuten, dass die Praxis den Bach runter geht. Wird gegen Markus R ermittelt? Eine 1:1-Kopie der Festplatte sollte doch wohl genügen, was immer man auf diese Weise herausfinden will. Außerdem dürfte die Praxis kaum noch den PC von vor 10 Jahren haben.
Wenn ein solcher Aufwand getrieben werden muss, dann befürchtet Strate wohl, dass das Attest nicht so einfach zu pulverisieren ist.  :angel:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 15:39:18
Nach meiner Einschätzung ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kammer nach aktueller Lage der Dinge von drei Aspekten überzeugt ist: 1) Mollath hatte sich der Körperverletzung schuldig gemacht 2) Er war der Reifenstecher 3) Eine Schuldunfähigkeit konnte zum Zeitpunkt der Verurteilung nicht ausgeschlossen werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Armada an Zeugen und Sachbeweisen, die diesen Befund stützen, zu einem anderen Ergebnis führt.
Warten wir es in Gelassenheit ab.
Wir haben es ja im Gegensatz zu Herrn Dr. h.c. Strate nicht nötig, schon vor der Beweiswürdigung des Gerichts Prognosen abzugeben  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 15:44:51
Nach meiner Einschätzung ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kammer nach aktueller Lage der Dinge von drei Aspekten überzeugt ist: 1) Mollath hatte sich der Körperverletzung schuldig gemacht 2) Er war der Reifenstecher 3) Eine Schuldunfähigkeit konnte zum Zeitpunkt der Verurteilung nicht ausgeschlossen werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Armada an Zeugen und Sachbeweisen, die diesen Befund stützen, zu einem anderen Ergebnis führt.

Das mag ja alles sehr wahrscheinlich sein, die Faktenklage gibt m.E. keine Grundlage mehr für eine Verurteilung her.
Beim psychiatrischen Befund sieht das anders aus.
....das war aber ja so absehbar, man  kann nur hoffen dass sich Herr Mollath weiter soweit demaskiert, dass die grosse Weltverschwörung in sich zusammenfällt und er auch nicht mehr als Gallionsfigur der Antipsychiatriebewegung taugt.....hoffentlich kommt er dann darüber hinweg.

Zitat
Wir haben es ja im Gegensatz zu Herrn Dr. h.c. Strate nicht nötig, schon vor der Beweiswürdigung des Gerichts Prognosen abzugeben

.....ups.  :-[
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 17. Juli 2014, 15:46:42
Warten wir es in Gelassenheit ab.
Wir haben es ja im Gegensatz zu Herrn Dr. h.c. Strate nicht nötig, schon vor der Beweiswürdigung des Gerichts Prognosen abzugeben  :grins2:
war vorhin beim Sportwetten-Büro. Die haben mollath-strate vs. bayern noch nicht aufgenommen, aber vielleicht kommt das noch unter Fussball rein - afghanische Sportarten führen die nicht... :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 17. Juli 2014, 15:47:16
Die Faktenlage gibt keine Grundlage für eine Verurteilung? Ich glaube, jeder Strafrichter wäre froh, wenn es in jedem Prozess so viele Zeugen- und Sachbeweise gäbe. Aber warten wir es ab. Freigesprochen wird er ja ohnehin aus formalen Gründen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 15:47:33
[editiert]

Zitat
Unterbrochen werden die Vorwürfe immer wieder durch aktuelle Ereignisse, Mollath schreibt, er sei nur von Krieg umgeben, er schrieb an alle Bundestagsabgeordneten, den Bundestagspräsidenten, den UN-Generalsekretär, an Kanzler Gerhard Schröder. Die Anschuldigungen, die ihm hier vorgeworfen werden, weist er in dem Dokument aber zurück.


Zitat
O.García  07.08.2013 23:17
Viele Äußerungen von Mollath sind hintergründig und beziehungsreich, zugeschnitten auf Adressaten mit einem größeren Horizont. An denen mangelte es aber durchgehend, was einer der Gründe für die Dissonanzen des Falles ist.

Ein weiteres Beispiel: Seine berühmte Verteidigungsschrift ("Was mich prägte") beginnt in etwa mit "Schon mein Großvater hatte ein Konto bei der Vereinsbank." Damit zitierte er einen traditionellen Werbespruch der Vereinsbank, der älteren Nürnbergern bekannt ist und der für die Verankerung der HypoVereinsbank in der Nürnberger Gesellschaft steht.
http://83273.homepagemodules.de/t6376f14-Gustl-Mollath-14.html#msg100818
:rofl2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 16:13:38
Zitat
Nach einer ausführlichen Befragung durch die Prozessbeteiligten meldet sich Gustl Mollath wieder zu Wort. Er stellt seine Fragen an diesem neunten Prozesstag mit lauter Stimme und in forschem Ton...

(Fettung von sweeper)...... man möchte Mäuschen spielen, bei der Befragung von Brixner......
Schwerhöriges Mäuschen dürfte ausreichen. (Italics von mir)

Zu früh gefreut?  :-\

Zitat
Ingrid Fuchs ‏@fuchsing 3 Min.
Nächster Zeuge im Prozess gegen #Mollath: Richter #Brixner. Der 71-Jährige erinnert sich an - nichts.

https://twitter.com/hashtag/mollath

(Zitatformatierung, unten, von mir)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 16:39:27
Vorsichtig formuliert:

Thomas Lippert hatte schon angedeutet, dass er - da er den Fall in den Medien intensiv mitverfolgt hatte - seine eigene Erinnerung nicht sicher vom Gelesenen unterscheiden kann.
Bei Brixner kommt hinzu, dass er den (flüchtigen) Urteilstext nicht verfasst hat, sondern die Beisitzerin, die auf dem Sprung in den Urlaub war.
Von diesem Wortlaut hatte sich Brixner schon früher distanziert, wenn ich es richtig erinnere.
Für ihn war das damals eben einfach ein Prozess unter vielen.

Natürlich macht es sich Brixner sehr leicht, sollte er sich jetzt hinter Vergesslichkeit zurückziehen.
Aber die andauernde Mediendiskussion hat ganz klar mit dazu beigetragen, dass jetzt zig Versionen in Umlauf sind und eine nicht kontaminierte Erinnerung praktisch unmöglich ist.
Da kommen ja sogar die Mollath-Anhänger schon durcheinander!  ;D

Richterin Escher wird der Erinnerung Brixners aber sicher durch Verlesen von Protokollen und anderen Schriftstücken auf die Sprünge helfen...

Siehste, geht doch:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/mollath-prozess-umstrittener-richter-brixner-sagt-aus-1.2050593
Zitat
.. "Ich rede sowieso immer laut", sagt Brixner auf die Anschuldigung eines Schöffen von der er in der Zeitung gelesen habe - Karl-Heinz W. hatte dem früheren Richter einen rauen Umgangston gegenüber Mollath vorgeworfen. Dass er die Verteidigungsschrift des Angeklagten nicht entgegengenommen habe, rechtfertigt Brixner schulterzuckend damit, dass diese nicht ordnungsgemäß eingereicht worden sei. "Was soll ich dann damit?" ...


Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 17:15:41
Gustl kneift allerdings......
....macht Biovollwertkost eigentlich dick? Fettung nicht von mir!
(https://pbs.twimg.com/media/Bsv0tZIIgAAFJUm.jpg:large)
https://twitter.com/jv_joevoe/status/489754046756970499/photo/1
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 17:29:53
Zitat aus dem Beck-Blog:
Zitat
Sehr geehrter Herr Professor Henning Müller, nun wurde aus einem weiter oben von Ihnen (m.E. falsch) diagnostizierten Mollath-Effekt schon eine Hoffnung, dass sich ein entsprechender Effekt noch abzeichnen werde. Sie werden es erleben: Nichts, absolut nichts wird sich durch den Fall Mollath ändern, und zwar deshalb nicht, weil es gelungen ist, alle Kräfte, die Änderung wollen, so zu kanalisieren, dass sie unfähig sind, etwas zu bewegen.
Fettung von mir.
Die Illusion des Fremdbestimmten, "Gemachten"...  8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 17:36:28
http://www.sueddeutsche.de/bayern/mollath-prozess-umstrittener-richter-brixner-sagt-aus-1.2050593
Zitat
Brixner gibt möglichen Fehler zu

Der Zeuge Brixner spricht laut, klingt harsch und bügelt Fragen, die ihm nicht angemessen erscheinen, mit einem Schulterzucken ab. Escher hält ihm Passagen aus dem Urteil von 2006 vor, darunter auch eine Stelle, die schon von einem rechtsmedizinischen Gutachter als "unlogisch" bezeichnet worden ist. Darin wird geschildert, dass Mollaths Exfrau erst bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt - und dann am Boden liegend getreten worden sei.  Der Gutachter hatte an einem früheren Prozesstag angemerkt, es sei höchst ungewöhnlich, dass eine bewusstlose Person mitbekomme, was mit ihr geschehe. An der Stelle gibt auch Brixner zu, dass diese Schilderung seltsam sei - und ihm womöglich ein Fehler unterlaufen sei. Er hätte den Urteilsentwurf genauer lesen müssen, normalerweise habe er bei solchen Dingen "immer Obacht gegeben". In dem Fall sei etwas durchgerutscht, da "ist's mir halt passiert." Andere Fehler kann Brixner jedoch nicht erkennen.

Dass die gesamte Hauptverhandlung nur vier Stunden gedauert habe? Das sage doch nichts über deren Qualität aus, sagt Brixner. Das Urteil habe schließlich sogar die Revision am Bundesgerichtshof überstanden. "Wenn ich, wie heute früh im Radio, höre, dass die ganze Hauptverhandlung schludrig gewesen sein soll, dann muss ich sagen, manche Presseberichte sind auch nicht besser."
Weiter oben (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168423#msg168423) habe ich zwei Studien zu Würgegriffen im Kampfsport gepostet.
Da wird als "normal" beobachtet, dass die durch den Würgegriff reflektorisch ausgelöste Synkope nur kurz andauert und der Gewürgte schnell zu sich kommt, aber etwas desorientiert wg leichter zentraler Hypoxie ist.
Demnach kann die Frau M. wegen einer Synkope (dazu reicht ein kurzer Druck an der richtigen Stelle) zu Boden gegangen sein und dann erwacht, als M. sie trat.
Bin gespannt, ob Eisenmenger morgen dazu was sagt. Aber die Rechtsmediziner denken leider auch nicht immer klinisch...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 17:55:43
Zitat
Jörg Völkerling ‏@jv_joevoe 7 Min.

Der Eklat blieb aus: Nach gerademal 1,5 Stunden war die Befragung von Richter Otto B. im #Mollath-Verfahren beendet.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

..."Da muss ich sie leider enttäuschen, ich habe keine Erinnerungen daran. Das habe ich auch vor dem Untersuchungsausschuss gesagt." Er hat sich das Urteil zuvor geben lassen, es sage ihm nichts mehr. Nach mehreren hundert Verfahren sei das nur eines unter vielen. Durch das Publikum geht ein enttäuschtes Raunen, teils Spott, in den Zuschauerreihen ist fast kein Platz mehr frei. Die Vorsitzende mahnt zur Ruhe. "Ich hätte den Herrn Mollath nicht erkannt. Auch seine Frau nicht." Er habe ein schlechtes Personengeständnis. Notizen, die er über die Jahrzehnte anfertigte, habe er alle noch im Gericht vernichten lassen.

Es könne sein, dass ich etwas laut geworden und ihn angegangen bin. Zuschauer hätten berichtet, es sei furchtbar gewesen. Das habe er der Presse entnommen. "Was soll ich dazu sagen?" Ohne einen Beweisantrag sehe ich nicht ein, irgendetwas entgegenzunehmen.

Escher liest aus Brixners Urteil vor: "Das weiß ich nicht", sagt der Zeuge. "Kennen Sie den Mann der Petra M, den Martin M.?" - Brixner: "Ja, freilich kenn ich den. (...) Da brauche ich kein Geheimnis draus machen." Er habe Martin M. im Handballverein im Frühjahr 1982 trainiert, er sei Linkshänder geworden. Näheren Kontakt habe er nicht zu diesem Mann gehabt. So wie zu allen anderen Spielern. Es sei immer wieder vorgekommen, dass er Bekannte aus dem Sportverein im Gericht getroffen habe.

Mit Staunen habe er festgestellt, dass seine Protokollführerin dem Landtag erzählt hat, er habe mit Martin M. vor dem Prozess gesprochen. Er könne sich nicht daran erinnern. "Wenn ich zufällig jemanden am Flur treffe, was wird das für mich für ne Bedeutung haben?" So geht es minutenlang weiter, er weist alle Vorhalte und Vorwürfe von sich.

Dass Dr. Wörthmüller sich für befangen erklärt hat und er mit ihm darüber gesprochen hat? "Ich will das nicht in Abrede stellen. Das kann schon sein, aber mir sagt das gar nichts." Auch dass sich Mollath eine Plastiktüte über den Kopf gezogen habe, um sich umzubringen, fällt Brixner nichts ein. Dass der Sachverständige Eisenmenger bemerkt hat, dass der Tatablauf so nie gestimmt haben könnte. (Petra M. sei im bewusstlosen Zustand getreten worden): "Im Nachhinein muss ich sagen, als ich das gelesen habe, diesen Fehler hätte ich sehen müssen. Da brauche ich nicht nach Entschuldigungen zu suchen. (...) Es ist eben passiert, weshalb auch immer." Auch, dass seine Beisitzerin das Urteil nicht abgezeichnet hatte und in Urlaub fuhr. Ob die Verhandlung wirklich so schludrig geführt worden sei, bezweifelt Brixner. "Dem Bundesgerichtshof hat unser Urteil gereicht", so schlecht könne es daher nicht gewesen sein.
"Wenn ich manchen Pressebericht lese, muss ich hinterher auch sagen, das war schludrig."
Wie und warum der Vermerk "o.B. M. = Spinner" durch einen Finanzbeamten in die Akten gelangt sei, weiß er nicht.

Zu Mollaths Pflichtverteidiger, der während des Prozesses gar nicht mehr Pflichtverteidiger sein wollte, erklärt er: "Das kann schon sein. Das sieht man ja gerade in München. Die will auch ihre Pflichtverteidiger nicht mehr", sagt Brixner über das laufende NSU-Verfahren. Dass er seine Besitzerin absichtlich in den Urlaub geschickt haben soll: "Alles Verschwörungstheorien, die in den Köpfen von einigen Leuten herumschwirren." Es sei reiner Zufall gewesen, dass der Fall seiner Kammer zugewiesen worden ist. Seine Kammer habe aber wie jede andere am Landgericht Nürnberg-Fürth unter großem Druck gestanden.

Oberstaatsanwalt Meindl fragt: "Können wir davon ausgehen, wenn sie Fehler bemerkt hätten, dass Sie diese korrigiert hätten?" - Brixner: "Natürlich. Ich schicke doch kein Urteil an den BGH, bei dem ich damit rechnen muss, dass es auffliegt." Dass er zu seinem damaligen Schöffen Westenrieder gesagt haben soll "Dem schaut der Wahnsinn aus den Augen", will sich Brixner nicht äußern. Westenrieder hatte diese Aussage vor wenigen Tagen im Wiederaufnahmeverfahren ausgesagt. Brixner soll ihm das zu ihm noch vor der Beweisaufnahme gesagt haben. Denn das sei ein "Verstoß gegen das Beratungsgeheimnis."

Verteidiger Strate bohrt da nach: "Haben Sie sich so geäußert?" Brixner kann sich nicht erinnern: "Ich wüsste nicht, warum ich sowas gesagt haben sollte." Westenrieder habe der Presse ständig Dinge gesagt, die man so nicht zu erwarten hätte.

Brixner sagt, er habe kurz vor seinem 70. Geburtstag wiederholt Drohanrufe bekommen: "Du alte Drecksau, du sollst verrecken." Daher habe er seine Nummer ändern lassen.
Strate spricht ihn dann auf eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss an, nach der Brixner sagte, ein bekannter Hamburger Anwalt (Strate) unterstelle in einem 140-seitigen Pamphlet, das Schlimmste, was ein Richter tun könne. "Was meinten Sie mit Pamphlet?"- Brixner "Na, Ihren Wiederaufnahmeantrag." - "Woher hatten Sie den?" - Brixner: Ein befreundeter Anwalt habe ihn darauf hingewiesen, dass das im Internet stehe. Er habe den Antrag sogar dabei. Strate: "Mit so viel Ehre habe ich nicht gerechnet."

Nochmal zum Streit um den Pflichtverteidiger Mollaths, der sich massiv bedroht von seinem Mandanten gefühlt haben soll. Dazu sagt Brixner: "Da müssen schon andere Dinge geschehen, um einen Pflichtverteidiger zu entpflichten."

Mollath beginnt mit seiner Vernehmung: "Erst einmal mein Beileid zum Tod ihrer Frau..." - Lassen Sie das bitte (...) Ich brauche kein Mitleid von Ihnen." Mollath: "Ich wollte Sie fragen, die Verhandlung sollte von 9 Uhr bis möglichst Mittag beenden sein. Es ging um einen Paragraf 63, 20." Er habe kläglich bis zum Nachmittag um seine Haut gekämpft. Ob sowas immer so schnell ginge? - Brixner rechtfertigt sich: "Ich habe das Verfahren so terminiert wie andere auch." Mollath will wissen, ob er es richtig verstanden habe, dass Brixner vorhin einen Zustand beklagt habe, unter hohem Druck gestanden zu sein. Brixner: "Ich habe nur einen Zustand geschildert, wie er in der Bayerischen Justiz üblich ist." Ob in Nürnberg, Regensburg oder München - überall gebe es zu wenig Personal.

Wie er Schöffen aufgeklärt habe, fragt Gutachter Norbert Nedopil. Je nach Einzelfall, sagt Brixner dazu. "Es kann schon sein, dass ich gesagt habe, dass es um eine Unterbringung in der Forensik geht." Eine vorläufige Diagnose hätte er sicher nicht mitgeteilt.
Fettung von mir.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 18:44:45
Unglaublich wie die Verteidigung es geschafft dem korrupten Rotarier die heuchlerische Fassade zu zerstören!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 19:17:29
Unglaublich wie die Verteidigung es geschafft dem korrupten Rotarier die heuchlerische Fassade zu zerstören!
Naja, etwas Furor muss er sich ja noch für Leipziger nächste Woche aufsparen.
Die psychiatrischen Sachverständigen sind doch die Hauptschuldigen, wie wir auch von Wolff/Garcia/Prem wissen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 21:13:13
Sehr aufmerksam beobachtet und detailreich:

http://mobil.morgenpost.de/politik/article130274764/Mollaths-aggressive-Generalabrechnung-vor-Gericht.html
Zitat
... "Ich kann mich erinnern, dass Herr Mollath einen Brustbeutel mit einer Comicfigur um den Hals hatte. Ich dachte mir noch, dass das komisch ist für einen erwachsenen Menschen."...

...Wörthmüller schilderte im Zeugenstand die Begegnung mit Mollath als "skurril". "Er sagte nicht, wer er ist, und wollte mir auch nicht sagen, was er auf meinem Grundstück suchte." Der Nachbar war beunruhigt, fragte Wörthmüller später nach Mollath – und vor allem, ob der "was anstellen" würde? "Da habe ich ganz flapsig geantwortet, auffällig sei das Verhalten von Herrn Mollath schon." Ein Satz, den der Forensiker später bereuen sollte.

SCHLIESSLICH PLATZT DER ÄRGER AUS MOLLATH HERAUS

Wenige Wochen später nämlich traf der Psychiater wieder auf Mollath: Er wurde, mit Handschellen gefesselt, in die Psychiatrie Erlangen eingewiesen. Mollath behauptet auch heute noch beim Prozess in Regensburg, Wörthmüller hätte ihn "mit einem Lächeln und den Worten empfangen: ,Was hat man denn mit Ihnen gemacht?'"
Mollath kam dem Psychiater damals zwar "nicht aggressiv" vor. Doch er wollte mit ihm nicht über die ihm vorgeworfenen Straftaten, ja auch nicht über sein Leben prechen, sondern nur über den angeblichen Schwarzgeldskandal. Da erklärte sich Wörthmüller, auch weil er Mollath zuvor begegnet war, kurzerhand als befangen, empfahl aber einen anderen Gutachter, in dessen Forensik Mollath später siebeneinhalb Jahre verbrachte. "Das habe ich oft bereut", sagt der Zeuge heute.


Mollath tritt an diesem neunten Prozesstag, wie auch sein Anwalt Gerhard Strate, aggressiv auf. Mit hochrotem Kopf befragt er den Psychiater im Zeugenstand, immer wieder müssen Richterin Escher und Wörthmüllers Rechtsanwalt eingreifen. Schließlich platzt es aus Mollath heraus: "Haben Sie sich mal Gedanken gemacht, was es bedeutet, sieben Tage bei Ihnen zu sein, und was es bedeutet, siebeneinhalb Jahre in einem BKH (Bezirkskrankenhaus, d. Red.) gehalten zu werden?" Der Forensiker antwortet ruhig, aber merklich betroffen: "Ihre Geschichte finde ich sehr dramatisch und schlimm. Es ist tragisch, dass Menschen, die nicht mit uns kooperieren, es in der Psychiatrie schwer haben."...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 17. Juli 2014, 21:54:42
........schon eigentlich was für den Blog...wie erfrischend.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 22:18:18
Noch einmal hierzu:

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/mollath-gutachter-verteidigt-sich/1093450/mollath-gutachter-verteidigt-sich.html
Zitat
Gustl Mollath soll vor der Tat mehrmals bei ihm gewesen sein. Er habe stundenlang in seinem Büro gesessen. Mollath habe ihm erzählt, dass er sich unverstanden gefühlt habe, ihn die Scheidung belaste, und er sich an seiner Ex-Frau und ihrem neuen Lebensgefährten durch die Aufdeckung der Schwarzgeldgeschäfte rächen wolle.
Sehr erdgebunden und nachvollziehbar, d. h. zumindest im Beginn geradezu rational. Die Überhöhung ins Wahnhafte ist erst später hinzugetreten. Dies ist der ferne Kristallisationspunkt, die Kränkung, aus der heraus sich der Wahn entwickelt. Die Frage war bei der Besprechung des Pfäfflin-Gutachtens andeutungsweise aufgekommen.

Man vergleiche einmal Stil und Inhalt der 3 Briefe an Credit Suisse und HVB von August bis Dezember 2002. Sie sind diffus, aber noch geordnet; allerdings deutet sich im letzten Brief schon ein drohender Unterton an. In der Anzeige beim Generalstaatsanwalt vom 12.09.2003 aber ist er dann maßlos, die kann nun wirklich nicht mehr ernst genommen werden – vom Adressaten; vom Absender aber war sie total ernst gemeint.

Wenn es Wiederaufnahmeantrag der Staatsanwaltschaft (S. 89/243) heißt:
Zitat
… was die Zeugin Petra M. anlässlich ihrer Aussage vor dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Berlin-Tiergarten am 15.05.2003 wie folgt umschrieben hatte (vgl. BI. 47/50 d. Strafakten):

"Er hat durch Denunziation dafür gesorgt, dass ich meine Arbeitsstelle verliere".

Diese Aussage war jedoch in dieser Formulierung nicht zutreffend. Nicht Herr Mollath hatte "durch Denunziation" dafür gesorgt, dass Petra M. ihre Arbeitsstelle verlor, sondern diese selbst durch ihr festgestelltes arbeitsvertragswidriges Verhalten, das aufgrund der Angaben Herrn Mollaths gegenüber ihrer Arbeitgeberin, der HypoVereinsbank, aufgedeckt wurde.
Dann ist auch die Aussage des Staatsanwalts in dieser Formulierung nicht zutreffend. Frau M. mag wegen ihres Fehlverhaltens die Arbeitsstelle verloren haben, aber es bleibt eine Denunziation. 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 17. Juli 2014, 22:54:26
Köstlich! - Mit sehr dezentem Humor:
Die Wörthmüller-Episode aus der Feder von Beate Lakotta

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-psychiater-sagte-im-prozess-in-regensburg-aus-a-981570.html
Zitat
Mollath schrieb von einem Deal-Angebot

Er habe schnell den Eindruck gehabt, er könne an diesen Patienten "nicht mit der nötigen Objektivität rangehen", sagt Michael W., und er habe ihm dies auch erklärt. Trotzdem habe er versucht, Mollath doch noch zur Kooperation zu bewegen. Man habe ja durchaus mit ihm reden können, über Autos zum Beispiel: "Er hat mir vorgeschlagen, dass ich mein Auto gegen einen günstigen Ferrari austauschen soll."

Er habe ihm vorgeschlagen, die Schwarzgeldgeschichte erst mal hintanzustellen. "Ich hab versucht, ihm klarzumachen, dass es kein großes Drama ist, hier mitzuarbeiten und dass es für ihn günstiger wäre", sagt der Arzt. Für ihn als Gutachter sei wichtig gewesen zu erfahren: "Wie hat er bisher gelebt, was kam dann hinzu und wie hat es sein Denken und seine Wahrnehmung verändert?"

Ein paar Sätze zur Lebensgeschichte, ein paar Sätze zu den Handgreiflichkeiten mit seiner Frau - wenn er zu solch einem Gespräch bereit sei, könne er schnell wieder nach Hause, habe er Mollath in Aussicht gestellt. Er habe ihm sogar ein Telefonbuch gegeben und vorgeschlagen, einen Anwalt anzurufen, mit dem er sich beraten könne. Aber Mollath habe schließlich gesagt, es sei ihm egal, welche Nachteile er in Kauf nehmen müsste. Sein wichtigstes Ziel sei es, diese Schwarzgeldgeschichten aufzuklären.

Bei Gustl Mollath kam das alles ganz anders an. Der Beisitzende Richter zitiert aus einer Beschwerde Mollaths an den Richter, der seine Einweisung zur Zwangsbegutachtung verfügt hatte: "Rechtsanwalt O. konnte von Dr. W. bewegt werden, Samstagmittag in die Klinik zu kommen, denn ich bestand auf einer Rechtsberatung, weil ich sonst nicht mit ihm über seinen Vorschlag verhandeln kann. Er schreibt ein für mich passendes Gutachten, dafür bleibt seine Beziehung zu den Schwarzgeldschiebern im Fall von Bernhard R. (was ich ihm kurz zuvor nachwies) unter uns.
Das ist die Quintessenz der "Wörthmüller-Episode" - sie hat beinahe Slapstick-Charakter: 
alles, was Wörthmüller seinem Patienten an Wohlgesonnenheit anträgt, verkehrt dieser aufgrund seines wahnhaften Misstrauens ins glatte Gegenteil.
Zitat
Was der Arzt dazu sage? "Natürlich habe ich ihm kein günstiges Gutachten angeboten", so Michael W. Und was seine angebliche Beziehung zu Schwarzgeldkreisen betreffe: "Da sagt er, er hat mir was nachweisen können. Aber ich hab kein Schwarzgeld, auch kein Geld in der Schweiz. Was nachgewiesen ist: Ich wohne neben dem Herrn R. Aber der hat nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft, soweit ich weiß, auch nichts mit Schwarzgeld zu tun."

                                  :crazy :crazy :crazy
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 17. Juli 2014, 23:21:57
Zitat
"Er hat mir vorgeschlagen, dass ich mein Auto gegen einen günstigen Ferrari austauschen soll."

Aha. Das also war der "Deal", den der standhafte Herr M (Gerechtigkeit oder Tod) abgelehnt habe. Nicht M., sondern W. hat abgelehnt. Nicht Gefälligkeitsgutachten von W. gegen Schweigen über den Schwarzgeldskandal, sondern günstiger Ferrari von M gegen Gebrauchtwagen.

Original Radio Erivan.

edit.
Im Text des Lakotta-Artikels ist auch ein Brief von Mollath an Amtsgerichtspräsident N. vom 23.09.04 verlinkt:
http://www.spiegel.de/media/media-34388.pdf

Bei Strate war ein sehr ähnlicher vom gleichen Tag in dem Konvolut "2003-2005-Mollath-Dokumente.pdf", das jetzt nicht mehr online ist. ("Gerechtigkeit oder Tod")
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 17. Juli 2014, 23:40:12
Zitat
"Er hat mir vorgeschlagen, dass ich mein Auto gegen einen günstigen Ferrari austauschen soll."

Aha. Das also war der "Deal", den der standhafte Herr M (Gerechtigkeit oder Tod) abgelehnt habe. Nicht M., sondern W. hat abgelehnt. Nicht Gefälligkeitsgutachten von W. gegen Schweigen über den Schwarzgeldskandal, sondern günstiger Ferrari von M gegen Gebrauchtwagen.

Original Radio Erivan.

edit.
Im Text des Lakotta-Artikels ist auch ein Brief von Mollath an Amtsgerichtspräsident Nehm vom 23.09.04 verlinkt:
http://www.spiegel.de/media/media-34388.pdf

Ich habe noch nicht geprüft, ob er bei Strate mit drin war, oder ob der neu ist.
Da sieht man mal, wie sehr der M in der Opferrolle war, dass er sich genötigt gefühlt hat, so einen Deal vorzuschlagen.  Der W ist aber auch diabolisch, vielleicht hat er den M hypnotisiert...  :rofl2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 00:56:09
Und die Schreibmaschine von Dr. h.c. Strate ist immer noch nicht flott  >:(
Oder die Rechtsreferendarin hat Urlaub?

http://strate.net/de/dokumentation/index.html

Jahaa, alles klar!!
Zitat
Leonard Vincius sagte am 17. Juli 2014 um 22:53 :
...   — BTW: Es hat schon seinen Grund, wenn Dr. Strate die bisherigen Richteraussagen noch nicht online stellt ;-) —
Das hat ganz sicher seinen Grund.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 06:39:34
....zur Dokumentation.

Zitat
gabrielewolff
sagte am 18. Juli 2014 um 02:44 :
Selbstverständlich wird das Brixner-Urteil aufgehoben, da mögen Lapp, Lakotta und Daniel Müller in Stellvertretung von Sabine Rückert (die sich um Kröbers Ruf Sorgen zu machen scheint, der aber mit seinem polemischen Dr. Simmerl-Einstampfgutachten im Sinn der ihn beauftragenden Bayreuther Strafvollstreckungskammer für das Verfahren absolut bedeutungslos ist – soweit ich weiß, ist er nicht einmal geladen) noch so gegen Gustl Mollath polemisieren, wie sie wollen. Wie sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren – ich weiß es nicht. Ich bin Rechtsstaatlerin.

Nein, Dr. Leipziger muß sich jetzt schon allein verteidigen. Kröber wird ihm nicht beistehen. Und zwar vor erstmals kritischen Juristen, und, was ihn noch viel mehr beeindrucken wird, unter dem Blick und den Nachfragen von Prof. Nedopil. Nun sind die beiden gut bekannt miteinander, und so sollte man befürchten, daß Nedopil ihn schont. Ich bin aber nicht sicher, daß das passieren wird. Dr. Leipzigers Gutachten ist derartig unprofessionell, daß niemand, nicht einmal Kröber, es halten kann und konnte, ohne wissenschaftlich zu versagen. Vor einer bayerischen Strafvollstreckungskammer war das für Kröber ein Heimspiel, denn die wollte ja drinlassen entsprechend der bayerischen Sicherheitsdoktrin, der es um Wissenschaftlichkeit von Begründungen nicht geht. Auch Verfassungsgerichtsentscheidungen ignorieren Bayreuth und Bamberg gern, und das gilt bis heute. Ein Dr. Simmerl, der die absurde Leipziger-Diagnose von isolierter Wahnstörung, wahlweise Schizophrenie, strikt verneinte (zurecht), mußte in diesem System untergehen.

Ich denke mal, daß Dr. Leipziger vor der avisierten Vernehmung als Zeuge am 24.7.2014 Manschetten haben wird. Ebenfalls zurecht. Dieses Erlebnis eines Menschen, der ansonsten Autokrat eines rechtlich ungeregelten Gewaltverhältnisses, nämlich der forensischen Psychiatrie in Bayern ist, gönne ich ihm. Was seine Untergebenen sich so an Stellungnahmen zwischen Stasi und Küchenpsychologie zurechtpinseln, hat jedenfalls mit Wissenschaft nichts zu tun. Aber bislang hat es ja gereicht, die unterkomplexe StVK Bayreuth zu erfreuen, die sich vom OLG Bamberg beschützt weiß, das wiederum nur durch das BVerfG auf rechtsstaatlichen Kurs gebracht werden kann. Wenn auch nicht nachhaltig.

Es kann natürlich auch sein, daß Dr. Leipziger dieser zu erwartenden Schmach einer kontradiktorischen Zeugenvernehmung, die er nicht bestehen könnte und die für den 24.7.2014 vorgesehen ist, enthoben werden wird. Denn zuvor wird festgestellt werden, daß das Attest aus der Praxis der heutigen Schwägerin der Nebenklägerin keinen Wert hat (damals war sie die Lebensgefährtin des Bruders der Nebenklägerin). Es verwundert mich auch nicht, daß das weitere Gefäligkeits-Attest für eine Kur der Nebenklägerin angeblich nicht mehr aufgefunden wurde.

Ein Arzt, der gegenüber Krankenkassen abrechnet, obwohl er die Kassen-Zulassung nicht hat; ein Arzt, der vorgibt, bei seiner Mutter, Fachärztin für Allgemeinmedizin, zum Facharzt ausgebildet zu werden, obwohl seine Mutter in der Praxis gar nicht mehr tätig ist und er bereits als “Chef” fungiert, der wegen der Kenntnisse über die Illegalität seiner Praxis durch seine Sprechstundenhilfe erpreßbar ist. Ein Arzt, der Befunde verschweigt, weil sie nicht zum Thema “Häusliche Gewalt” passen. Ein Arzt, der Beate Lakotta schlicht anlügt, indem er ihr verklickert, das Attest erst im Juni 2002 ausgestellt zu haben, weil die armen geschlagenen Ehefrauen sich ja erst sehr spät trauen, ihre “Peiniger” anzuzeigen.

Es ist eine Katastrophe, zu welchen Fehlleistungen Ärzte in der Lage sind. Aber Prof. Eisenmenger wird es richten.

Der KFZ-Sachverständige Dr. Rauscher wird jede Illusion darüber zerstören, daß die von Petra Mollath, ihrem neuen Freund Martin M. und dessen Freund Rechtsanwalt Greger angestoßene “Sachbeschädigungsserie” auch nur irgendeinen Gehalt hat.

Danach wird es nur noch um die Beweisanträge der Verteidigung wegen der (selbstverständlichen) Steuerhinterziehungsbeihilfe der HVB gehen. Und da wird die Verteidigung einen schweren Stand haben, die durchzusetzen. Denn da ohnehin aus tatsächlichen Gründen freigesprochen werden muß, ein Anspruch auf Beweis der Unschuld aber nicht existiert, rechne ich damit, daß das Gericht die Beweisanträge ablehnt. Diese Ablehnung könnte revisionsrechtlich nicht angefochten werden, weil der Angeklagte ja durch die Aufhebung des Brixner-Urteils nebst Entschadigung nicht beschwert sei.

So meine Prognose.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 09:30:36
Die hat schon was Ekliges. Es ist zu 99,9% sicher, dass die KV die Tätigkeit des Arztes R genehmigt hat (unsicher hingegen ist, ob Frau W. diese Abkürzung wird auflösen können). Und wie Frau W. die gesamte Medizin aus der Ferne beherrscht, so kennt sie sich in der Weiterbildungsordnung aus. Selbst den hartgesottensten Skandalaufklärer sollte doch nachdenklich stimmen, dass Strate, dem sonst nichts zu unfein ist, die Reputation seiner Prozessgegner und -beobachter zu besudeln, auf diesem Punkt nicht herumgeritten ist. Und hätte der Staatsanwalt das nicht schon in seinem Wiederaufnahmeantrag erwähnt?

Zitat
Ein Arzt, der gegenüber Krankenkassen abrechnet
Pah. Kein Arzt rechnet "gegenüber Krankenkassen" ab, keiner.

Und wenn ich mir das offiziell herzliche Verhältnis Strate – Wolff ("Gruß an die echten Unterstützer!") so betrachte: wenn das so sein muss, dann werde ich wohl „Strafverteidiger“ (bzw. "Wiederaufnahme-Spezialist") von der Wunschliste meiner Idealberufe streichen.

Im Übrigen bitte ich, mich mit Vollzitaten dieser ...schleuder zu verschonen.  >:( Oder wenigstens aus dem ernstgemeinten Thread in den weniger ernsten, den mit der Hofberichterstattung, zu verlagern.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 10:51:56
Wort des Tages:
Zitat
@goalgetter32: Ohnehin ist durch Nedopil eine faire Prozessführung verhindert worden. #Mollath hat so viel zu sagen und verteidigt sich selbst am besten.
Keine Frage!
Er hat sich immer schon am liebsten selbst verteidigt.
Und Nedopil beeinflusst die Prozessführung klar zu Mollaths Ungunsten...  :stirn

Vielleicht sollte Herr Strate schon mal Plan B entwerfen:
Zitat
@goalgetter32: Strategie auf "erwiesene Unschuld zu gehen" mag ich noch nicht erkennen. "Mangels Beweisen" hätte es keines 'Staranwalts' bedurft. #mollath
Für den Fall, dass Heidingsfelder Mollath den Floh ins Ohr setzt, er könne sich selbst doch viel besser verteidigen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 11:00:01
Wort des Tages:
Zitat
@goalgetter32: Ohnehin ist durch Nedopil eine faire Prozessführung verhindert worden. #Mollath hat so viel zu sagen und verteidigt sich selbst am besten.
Keine Frage!
Er hat sich immer schon am liebsten selbst verteidigt.
Und Nedopil beeinflusst die Prozessführung klar zu Mollaths Ungunsten...  :stirn

Vielleicht sollte Herr Strate schon mal Plan B entwerfen:
Zitat
@goalgetter32: Strategie auf "erwiesene Unschuld zu gehen" mag ich noch nicht erkennen. "Mangels Beweisen" hätte es keines 'Staranwalts' bedurft. #mollath
Für den Fall, dass Heidingsfelder Mollath den Floh ins Ohr setzt, er könne sich selbst doch viel besser verteidigen...

Wohnt Herr Mollath immer noch bei Herrn Heidigsfelder?

Köstliche Vorstellung, der Prozess bei dem Strate bei Mollath sein Honorar einklagt  :grins                                                                                         
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 18. Juli 2014, 11:44:27
Wort des Tages:
Zitat
@goalgetter32: Ohnehin ist durch Nedopil eine faire Prozessführung verhindert worden. #Mollath hat so viel zu sagen und verteidigt sich selbst am besten.
Keine Frage!
Er hat sich immer schon am liebsten selbst verteidigt.
Und Nedopil beeinflusst die Prozessführung klar zu Mollaths Ungunsten...  :stirn

Vielleicht sollte Herr Strate schon mal Plan B entwerfen:
Zitat
@goalgetter32: Strategie auf "erwiesene Unschuld zu gehen" mag ich noch nicht erkennen. "Mangels Beweisen" hätte es keines 'Staranwalts' bedurft. #mollath
Für den Fall, dass Heidingsfelder Mollath den Floh ins Ohr setzt, er könne sich selbst doch viel besser verteidigen...

Wohnt Herr Mollath immer noch bei Herrn Heidigsfelder?

Köstliche Vorstellung, der Prozess bei dem Strate bei Mollath sein Honorar einklagt  :grins                                                                                       
.. kurz nachdem er das Mandat gesundheitsbedingt (Burnout, leidenschaftlichliche Gefühle gegenüber G:M und seinen Unterstützern..) und um seine wirtschaftliche Existenz zu sichern (Mitarbeiter haben mit Kündigung gedroht, weil sie ihren leidenschaftlichen Gefühlen gegenüber G:M und seinen Unterstützern nicht anders Ausdruck verleihen können) niedergelegt hat.
Ein bisschen wie auf dem Jahrmarkt: eine neue Runde,....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 12:25:04
Gerichtsmediziner:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
...Zum Attest des Allgemeinmediziners, der Petra M.s Verletzungen dokumentiert hat: "Er hatte damals offenbar keine Vorstellung, was ein Attest ist und wie es definiert ist. Er hat die Standards, die man von einem Attest erwartet, nicht eingehalten." ...

Die Farbe der Hämatome lässt Schlüsse auf Zeitraum zu, fehlt aber im Attest, die Größe der Hämatome sei nicht ausreichend bis falsch beschrieben, keine Bilder zur Dokumentation gemacht. "Die Exaktheit lässt zu wünschen übrig. Ich will den Herrn R. nicht schlecht machen, das ist nicht selten." Die meisten Hausärzte seien nicht auf so etwas eingestellt...

...
... Eisenmengers Fazit, nach dem er sich "dieses ganze Sammelsurium von Aspekten vor Augen hält": Es bestehe kein Zweifel daran, dass Frau M. erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung ausgesetzt gewesen sei,eine Korrelation zu den geschilderten Misshandlungen ließe sich aber nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewesien. "Es kann so gewesen sein, aber beweisen lässt es sich keinesfalls." Es gebe Diskrepanzen zwischen Aufzeichnungen im Attest und im Krankenblatt. Eine Unterscheidung zwischen vorsätzlicher Misshandlung und Notwehr lasse sich daher nicht treffen.
Zustimmung.
"Pulverisieren" - davon sprachen Wolff und Strate in Bezug auf das Attest - sieht anders aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 12:29:59
Gerichtsmediziner:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
...Zum Attest des Allgemeinmediziners, der Petra M.s Verletzungen dokumentiert hat: "Er hatte damals offenbar keine Vorstellung, was ein Attest ist und wie es definiert ist. Er hat die Standards, die man von einem Attest erwartet, nicht eingehalten." ...
Die Farbe der Hämatome lässt Schlüsse auf Zeitraum zu, fehlt aber im Attest, die Größe der Hämatome sei nicht ausreichend bis falsch beschrieben, keine Bilder zur Dokumentation gemacht. "Die Exaktheit lässt zu wünschen übrig. Ich will den Herrn R. nicht schlecht machen, das ist nicht selten." Die meisten Hausärzte seien nicht auf so etwas eingestellt...

...
... Eisenmengers Fazit, nach dem er sich "dieses ganze Sammelsurium von Aspekten vor Augen hält": Es bestehe kein Zweifel daran, dass Frau M. erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung ausgesetzt gewesen sei,eine Korrelation zu den geschilderten Misshandlungen ließe sich aber nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewesien. "Es kann so gewesen sein, aber beweisen lässt es sich keinesfalls." Es gebe Diskrepanzen zwischen Aufzeichnungen im Attest und im Krankenblatt. Eine Unterscheidung zwischen vorsätzlicher Misshandlung und Notwehr lasse sich daher nicht treffen.
Zustimmung.
"Pulverisieren" - davon sprachen Wolff und Strate in Bezug auf das Attest - sieht anders aus.


Das war wohl genauso zu erwarten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 18. Juli 2014, 12:38:03
"Pulverisieren" - davon sprachen Wolff und Strate in Bezug auf das Attest - sieht anders aus.
Das war wohl genauso zu erwarten.
Ich bin schockiert. Schockiert!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 12:43:44
"Pulverisieren" - davon sprachen Wolff und Strate in Bezug auf das Attest - sieht anders aus.

Wieso? Es ist doch ganz klar, was jetzt abgehen wird: 1. Frohlocken, es ist ja überhaupt nichts beweisbar (a-priori-Wahrscheinlichkeit und Kontext haben noch nie eine Rolle gespielt), 2. Aufdecken der kommunistischen Vergangenheit des Gutachters. Das nennen die "Pulverisieren".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 12:52:15
"Pulverisieren" - davon sprachen Wolff und Strate in Bezug auf das Attest - sieht anders aus.

Wieso? Es ist doch ganz klar, was jetzt abgehen wird: 1. Frohlocken, es ist ja überhaupt nichts beweisbar (a-priori-Wahrscheinlichkeit und Kontext haben noch nie eine Rolle gespielt), 2. Aufdecken der kommunistischen Vergangenheit des Gutachters. Das nennen die "Pulverisieren".
               :grins
Zitat
Zitat Krimi-Gabi:
Es ist eine Katastrophe, zu welchen Fehlleistungen Ärzte in der Lage sind. Aber Prof. Eisenmenger wird es richten.
Zitat
A. Hirsch sagte am 18. Juli 2014 um 10:50 :

@Helga Steckhahn

Ich wette, sie werden sogar weiter gehen und daraus den Schluss ziehen, dass laut Eisenmenger feststehe, Herr Mollath habe mit stumpfer Gewalt auf sie eingewirkt.
Irgendwas muss man ja kommentieren in der Wolffsgrube, wenn man schon zur Sache selbst nichts mehr schreiben kann. 8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 13:29:46
Fast OT
Im Fall Mollath betreibt Frau Wolff ja nicht die einzige Desinformationskamagne sie hat wohl erstmal hiermit zu tun, um ihre und Herrn Putins Hände in Unschuld zu waschen.......

Zitat
Das Monster, das Putin schuf

http://www.sueddeutsche.de/politik/abgestuerzte-malaysia-airlines-maschine-das-monster-das-putin-schuf-1.2052424
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 13:50:12
Zitat von: Eisenmenger
Es bestehe kein Zweifel daran, dass Frau M. erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung ausgesetzt gewesen sei,.... Eine Unterscheidung zwischen vorsätzlicher Misshandlung und Notwehr lasse sich daher nicht treffen.
Da fragt man sich doch ganz laienhaft:
Wenn es Notwehr war - wie mag dann korrespondierend Herr Mollath zur selben Zeit ausgesehen haben?!
(Vielleicht hat er ja deshalb die Rollläden runtergelassen ...  :police: )
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 13:58:23
Zitat von: Eisenmenger
Es bestehe kein Zweifel daran, dass Frau M. erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung ausgesetzt gewesen sei,.... Eine Unterscheidung zwischen vorsätzlicher Misshandlung und Notwehr lasse sich daher nicht treffen.
Da fragt man sich doch ganz laienhaft:
Wenn es Notwehr war - wie mag dann korrespondierend Herr Mollath zur selben Zeit ausgesehen haben?!
(Vielleicht hat er ja deshalb die Rollläden runtergelassen ...  :police: )


....geschwächt wie er war, durch seine jahrelange, ausschliesslich, bio-dynamische Ernährungsweise?  :gruebel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 14:15:42
Hier noch mal detailliert:
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Professor Eisenmenger, der viele Jahre das Institut für Rechtsmedizin an der Münchner LMU leitete, obduzierte einst Franz Josef Strauß, Rudolf Heß und Rudolph Moshammer. Während seinen Ausführungen mussten Zuschauer und Gericht immer wieder schmunzeln. Eisenmenger beschrieb, wie er sich früher eigenes Blut unter die Haut gespritzt hat, um die Entwicklung von Hämatomen zu beobachten, als um Schläge mit der flachen Hand ging, einer "ordentlichen Watschn", berichtete er, dass man auch das am Institut in "heroischen Selbstversuchen" getestet hat. Während der Würgevorwürfe beschrieb er, wie sich "robuste" Amerikaner eine Blutdruckmanschette um den Hals wickelten, um die Stauungsblutungen zu untersuchen.

Verteidiger Gerhard Strate erklärte in der Pause: Er und sein Mandant seien auf der "Siegerstraße", es werde immer etwas bleiben, aber nichts Strafrechtlich-Relevantes.

Nach der Unterbrechung will die Kammer noch ein paar Details von Eisenmenger wissen; Oberstaatsanwalt sagt: "Das Attest ist auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft völlig dilettantisch. (...) Aber jedenfalls steht fest, dass der Arzt damals Verletzungen gesehen hat." Meindl will wissen, ob es sein könne, dass Petra M.s Bisswunde kaum geblutet habe, und dadurch heute kaum noch sichtbar sei? Eisenmenger: "Halte ich für möglich."

Als Jurist könne Meindl nun folgenden Schluss ziehen: "Am Wahrscheinlichsten hat die Frau M. Tritte erleiden müssen, sie ist gebissen worden, es ist nicht ausschließbar, dass sie gewürgt wurde. Es ist relativ sicher, dass sie an den Oberarmen festgehalten wurde, und Schläge mit der flachen Hand auszuschließen seien. Ist das korrekt? - "Ja, das ist korrekt", sagt Eisenmenger.

Nebenklagevertreter Horn will wissen: "Können Sie sich an einen Fall erinnern, bei dem ein Ehemann sich durch Würgen gegenüber seiner Frau verteidigt hat?" - Eisenmenger: "Sie rufen bei mir 40 Jahre Erfahrung ab. Ich habe in meinem Leben vieles gesehen. (...) Ich kann diese Frage nicht wirklich beantworten." Horn: "Dann ziehe ich die Frage zurück."

Mollath fragt nach, ob es anatomisch möglich sei, sich am rechten Ellenbogen selbst eine Bisswunde zuzufügen? "Das ist nicht ausschließbar." Ob Hämatome an Oberschenkeln auch davon herrühren könnten, dass eine Person mehrfach den anderen zu treten versucht, dann aber eine Ecke des Schrankes erwischt hat. Auch das will Eisenmenger nicht ausschließen, so Szenario müsste man allerdings nachstellen.

Dann fährt Eisenmenger mit dem zweiten Teil seines gerichtlichen Auftrags fort; die Frage zu klären, ob das Würgen eine lebensgefährdende Behandlung gewesen sein könnte. Eisenmenger führte minutenlang aus, dass man aus medizinischer Sicht drei Dinge über das Würgen wissen müsse. Es gebe drei Systeme im Hals, die für die für Lebenserhaltung wichtig sind: Blutgefäße (Schlagadern und Venen), die Luftröhre mit Kehlkopf, Nerven an der Gabelungsstelle an der Halsschlagader. Er beschrieb, welche falschen Vorstellungen darüber kursieren, und dass die größte Gefahr beim Würgen von zwei bleistiftstarken Blutgefäßen ausgehe - eine versorgt das Hirn, die andere den Unterkiefer.

Es bedürfe nur eines geringen Kraftaufwandes (3,6 Kilogramm), um die Halsschlagader zuzudrücken. "Die bringen sie leicht her." Als Eisenmenger dann erklärte, dass sein Institut in München über Aufnahmen von "autoerotischen Erlebnissen" verfüge, wurde es wieder amüsant. Der Rechtsmediziner tat das, um zu erklären, wie schnell man bewusstlos werden kann - und dass bei dem Versuch, sich selbst zu drosseln, nicht selten etwas schief gehe.

Ein Würgen bis zur Bewusstlosigkeit sei potenziell lebensgefährlich, sagt Eisenmenger. Bei Petra M. lässt sich allerdings nicht mehr sagen, ob sie länger als 20 Sekunden gewürgt worden ist, weil eben die Stauungsblutungen nicht untersucht worden sein. "Kann man sich selbst würgen?", fragt Meindl - Man könne sich zwar Hämatome zufügen, aber sich eigentlich nicht erwürgen. Es sei nur ein Fall bekannt, bei dem sich einer selbst erwürgt hat. "Ein Rechtsmediziner", fragt Strate. Der Saal lacht. "Nein, ein Schizophrener", sagt der Gutachter.

Als keine Fragen mehr offen sind - (Eisenmenger: Nicht mal zu den autoerotischen Erlebnissen?) entlässt Escher den Sachverständigen: "So leid es mir tut."

Nach der Pause geht es mit dem Verlesen von weiteren Urkunden weiter.
Fettungen von mir.

Amüsant und ziemlich deutlich.
Wie einer sich selbst in den Ellenbogen beißt - das Szenario müsst man auch nachstellen... Vielleicht jemand mit sehr kurzen Ärmchen oder http://de.wikipedia.org/wiki/Ehlers-Danlos-Syndrom

Edit: Atomisiert, das Attest...  :angel:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 14:32:14
(http://images.fotocommunity.de/bilder/kunstfotografie-kultur/circus/mama-africa-ich-war-auch-dort-14626039-9115-46e7-9dfa-b61c99834363.jpg)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 18. Juli 2014, 14:35:15
Zitat
Verteidiger Gerhard Strate erklärte in der Pause: Er und sein Mandant seien auf der "Siegerstraße",
Zitat
es werde immer etwas bleiben
, aber nichts Strafrechtlich-Relevantes.

Schwärzung von mir.

War da nicht was mit "Freispruch erster Klasse"? Wie schreibt schon Herr Heidingsfelder so schön in sweepers link "dafür brauchts einen Staranwalt"?
Gibts denn schon eine erste Rechnung von Strate?

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 15:19:44
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Zitat
Escher verliest Mollaths Schriftverkehr mit dem Erlangener Klinikum, in der es um seinen verschwundenen Rasierer geht. Danach ein Schreiben von Januar 2003 der Hypovereinsbank, in dem Mollath aufgefordert wird, sich mit weiteren Vorwürfen zurückzuhalten. Die Vorwürfe gegen seine Frau prüfe die HVB bereits, habe ihr bisher aber nichts nachweisen können.

Verteidiger Strate teilt dann mit, dass er nächste Woche bereits plädieren könne. Ob man so schnell sei, könne Escher noch nicht sagen. Mollath will noch drei weitere Zeugen laden.
Der Nebenklagevertreter will den Vergleich aus dem Arbeitsgerichtsprozess verlesen lassen, den Petra M. und die HVB geschlossen haben. Strate will daraufhin auch, dass der Schriftsatz von Petra M.s Anwälten verlesen wird, mit welchem "Pfund" sie damals ihrem Arbeitgeber gedroht habe.

Oberstaatsanwalt Meindl übergibt dem Gericht dann einen aktuellen Auszug aus dem Bundeszentralregister über den Zeugen Edward Braun, dem Zahnarzt aus Bad Pyrmont.

Dann ist die Verhandlung bis zum kommenden Mittwoch um 9 Uhr unterbrochen.
Fettung von mir.
Oh ja, die "Rasierer-Episode" fand ich auch bezeichnend...  ;)
Mollath hatte sich bei der Leitung des Klinikums darüber beklagt, dass man ihm seinen Rasierapparat vorenthalten habe. Daraufhin schrieb Wörthmüller ihm persönlich einen freundlichen Brief: er hätte sich doch besser direkt an ihn wenden können, und der Rasierapparat läge jederzeit zur Abholung bei ihm bereit. (so mein Gedächtnisprotokoll - keine Gewähr!)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 15:28:02
Zitat
Er und sein Mandant seien auf der "Siegerstraße"
Nun ja. Was man heute alles so „Straße“ nennen kann.

Erinnert sich noch jemand an den Auftakt?
Zitat
Dann will Mollath doch noch etwas sagen. Er wolle sich frank und frei verteidigen: "Das kann ich aber nicht, wenn Herr Nedopil als Damoklesschwert über mir schwebt." Er bekomme Beklemmungen und Angstzustände.
Er hat bisher erhebliche affektive Bewegung gezeigt. Angst war nicht dabei. Jedenfalls hat niemand davon je berichtet.

Zitat
Auszug aus dem Bundeszentralregister über den Zeugen Edward Braun
Weiß schon jemand mehr?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 15:31:52
Zitat von: Pelacani
Er hat bisher erhebliche affektive Bewegung gezeigt.
Außer heute, als er damit konfrontiert wurde, dass die erheblichen Verletzungen seiner Ex-Frau als gesichert angesehen werden - und er ergo in irgendeiner Form damit zu tun haben musste.

Da hat er lediglich (emotional distanziert) erörtert, ob es auch anders gewesen sein könne - etwa dass sie sich selbst gebissen habe.
Natürlich wissen wir nichts Näheres, und genau für solche Situationen gibt es ja Nedopil.
Zitat von: Mittelbaerische
Verteidiger Strate teilt dann mit, dass er nächste Woche bereits plädieren könne. Ob man so schnell sei, könne Escher noch nicht sagen. Mollath will noch drei weitere Zeugen laden
Strate ist eben zielgerichtet. Das wird auch der Grund sein, weshalb die Wortprotokolle ausbleiben:
er bastelt schon am Plädoyer!  :grins2:
Hoffentlich lässt Herr Mollath es bei drei zusätzlich geladenen Zeugen bewenden.

Wird Dr. Leipziger jetzt nicht mehr angehört? - Oder wird Strate über ihn im Plädoyer eine freie Imrovisation halten?
Was ist mit dem zurückgestellten Beweisantrag der Verteidigung in Sachen Bankenverschwörung??

Ich kapiers nicht bzw fühle mich veräppelt! 8)
Zitat von: Krimi-Gabi
Danach wird es nur noch um die Beweisanträge der Verteidigung wegen der (selbstverständlichen) Steuerhinterziehungsbeihilfe der HVB gehen. Und da wird die Verteidigung einen schweren Stand haben, die durchzusetzen. Denn da ohnehin aus tatsächlichen Gründen freigesprochen werden muß, ein Anspruch auf Beweis der Unschuld aber nicht existiert, rechne ich damit, daß das Gericht die Beweisanträge ablehnt. Diese Ablehnung könnte revisionsrechtlich nicht angefochten werden, weil der Angeklagte ja durch die Aufhebung des Brixner-Urteils nebst Entschadigung nicht beschwert sei.

So meine Prognose.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 16:25:14
Das Wort zum Tage, aus einem Kommentar bei Prem (es geht um die Rüge an M. wg. der „Alkohol-Frage“):
Zitat
Es wirkte dann auf mich, wie ein "privates" Gutachten, ob zur Unterstützung für Herrn Nedopil, für wen eigentlich, welche Schlüsse Herr Meindl aus seiner doch recht langjährigen Erfahrung zieht, bleibt offen. Es bleibt aber auch offen, ob er sich im Fall Mollath nicht insofern täuscht, da ihm grundlegende Erfahrungen mit den Hintergründen der Waldorfpädagogik fehlen.

 :rofl
SCNR.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 19:09:09
Inzwischen sieht es ja nun so aus, als wäre zumindest eine "einfache" Körperverletzung hinreichend sicher belegt. Ein schlichter Freispruch wg. "nix vorgefallen" dürfte damit ja nicht möglich sein. In Anbetracht des Umstandes, dass Herr M. ja seinerzeit einen Strafbefehl nicht akzeptiert hat, müsste nicht dann eine Verurteilung zu irgendwas erfolgen? Und wenn er nicht schuldfähig gewesen sein sollte, muss das nicht per Sachverständigem festgestellt werden?

Mit anderen Worten: ist es nicht doch unvermeidlich, Nedopil anzuhören?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 18. Juli 2014, 19:39:13
Inzwischen sieht es ja nun so aus, als wäre zumindest eine "einfache" Körperverletzung hinreichend sicher belegt. Ein schlichter Freispruch wg. "nix vorgefallen" dürfte damit ja nicht möglich sein. In Anbetracht des Umstandes, dass Herr M. ja seinerzeit einen Strafbefehl nicht akzeptiert hat, müsste nicht dann eine Verurteilung zu irgendwas erfolgen? Und wenn er nicht schuldfähig gewesen sein sollte, muss das nicht per Sachverständigem festgestellt werden?

Mit anderen Worten: ist es nicht doch unvermeidlich, Nedopil anzuhören?
Wird nicht auch Leipziger noch gehört?
Zitat von: H.E. Müller
Inzwischen hatte ich Gelegenheit, den SV in der Hauptverhandlung zu erleben und denke, dass seine Fragen an die Zeugen durchaus - auch aus Sicht von Herrn Mollath und seiner Verteidigung - sinnvoll sind. Wie oben schon gesagt: Auch die Kritik an den bisherigen psychiatrischen Einschätzungen bedarf eines Psychiaters.
Oder will Strate das lieber umgehen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 18. Juli 2014, 20:25:42
Oder will Strate das lieber umgehen?

Intuitiv spürt er wahrscheinlich, dass er es umgehen sollte; die Frage ist, ob er es umgehen kann. Bei Leipziger geht er wahrscheinlich davon aus, dass er damit fertig wird. Vielleicht hat irgendein Psychiater-Fuzzi a la Sponsel/Weinberger/Dieckhöfer ihn gebrieft, und er glaubt das reicht. Was so als Gutachten-Kritik im Schwange war, das wird Leipziger wissen, und sich darauf vorbereiten. Aber selbst wenn Leipziger als Redner eine schlechte Figur machen sollte oder von irgendeiner abwegigen Behauptung Strates verblüfft wird, dann wird das Gericht wohl den Herrn Prof. Nedopil um seine Ansicht bitten wollen. So oder so, ich sehe Strates Aussichten, auf der Via Triumphalis lorbeerumkränzt auf das Kapitol zu fahren, nicht als rosig an.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 18. Juli 2014, 22:13:18
Mollath muss freigesprochen werden, § 373 Abs. 2 S.1 StPO.

Das Gericht wird sich aber natürlich dazu verhalten, ob es die sog. Anlasstaten als nachgewiesen sieht oder nicht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 19. Juli 2014, 00:20:20
Frau Lakotta, ein paar von den anderen Berichterstattern nicht erwähnte Details:
Zitat
Verteidiger Gerhard Strate hatte angeführt, sein Mandant erinnere sich an ein anderes Ereignis aus dem August 2001. Damals sei Mollaths Frau einmal aus dem fahrenden Auto gesprungen. Wegen der Verletzungen sei sie sogar in einer Klinik gewesen. "Ein Sprung aus dem fahrenden Pkw, da würde ich nicht primär an den Hals denken", sagt Eisenmenger. "Der Hals ist relativ selten von Blutungen aus natürlicher Ursache betroffen. Wenn Sie dort Hämatome sehen, sind es am ehesten Würgemale." Wenn der Arzt tatsächlich als Kampfsportler Erfahrungen mit solchen Hämatomen hat, sagt Eisenmenger, werde er die Ursache der Hämatome am Hals von Petra M. richtig erkannt haben.
...
Das Würgen werde in diesem Fall wahrscheinlich mehr als zehn Sekunden gedauert haben, ob es mehr als 20 Sekunden gedauert habe, lasse sich nicht mehr sagen, aufgrund der Erkenntnislücken im Attest. Aber jeder Würgegriff, der Hämatome hervorruft, sagt Eisenmenger, könne potenziell zum Tod führen.

Oberstaatsanwalt Meindl spricht Eisenmenger noch einmal auf die Übergangsformen an: "Und wenn die Frau Mollath nur in diesen Zwischenbereich geraten wäre, ist das auch schon lebensgefährdend?" - "Würde ich sagen, ja."
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-rechtsmediziner-eisenmenger-sagt-aus-a-981837.html

klingt gefährlich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 07:46:55
@Pelacani:
Diejenigen, die im WolffBlog und anderswo sich am Wortlaut des Gutachters hochziehen ("kann nicht zwingend nachgewiesen werden"): sie verkennen, was in dieser harmlos wirkenden Gesprächsphase der Anwälte mit dem Gutachter tatsächlich vor sich geht...

Jedenfalls hat Tyko  (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg168204#msg168204) seine Antwort bekommen
Zitat von: Tyko
Eisenmenger hat bisher nur Fragen gestellt. Ich bin gespannt, was er zu erzählen hat, wenn er selbst zu dem Attest befragt wird.  :Popcorn:

Stellt Strate denn gar keine Fragen?
Hier wäre jetzt der großartige Moment gewesen, das Attest mit fiesen Fragen an den Sachverständigen zu atomisieren...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 07:55:21
Nur der Vollständigkeit halber:
@Tyko:
Ja, das interessiert mich auch, welche Deutungsmöglichkeiten Eisenmenger für Fingerspuren rechts und links der Kehle anbietet - egal ob er sie "Würgemale" nennt oder sonstwie... es waren übrigens nicht die Daumen, wenn ich das richtig erinnere...

Und weil immer mal die behauptete Bewusstlosigkeit thematisiert wird - diese Möglichkeit (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Karotissinusreflex) wurde noch nicht in Erwägung gezogen.
In der Befragung des Sachverständigen durch Staatsanwalt und Anwalt der Nebenklage wurden genau diese Aspekte herausgearbeitet.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 09:08:00
Die Oberstaatsanwältin im Ruhestand Gabriele Wolff scheint hingegen ein grundsätzliches Verständnisproblem hinsichtlich der Gepflogenheiten der Sachverständigenbefragung zu haben:

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-2/#comment-38625
Zitat von: G.W.:
Wenn der Arzt tatsächlich als Kampfsportler Erfahrungen mit solchen Hämatomen hat, sagt Eisenmenger, werde er die Ursache der Hämatome am Hals von Petra M. richtig erkannt haben

Niemals wird Eisenmenger das gesagt haben, der ja gerade kritisiert, daß der Arzt im Attest keine Befunde beschrieben hat. Schon gar nicht angesichts dieser Widersprüche.
Zitat von: G.W. :
Also Daumenabdrücke, evt. Hautläsionen, falls die Nägel die Haut verletzt haben sollten, bei einem Würgen von vorn.
In seiner Vernehmung korrigierte er die bloße Interpretation eines nicht angebenen Befundes aber in eine ganz andere Richtung.


Markus Reichel: An was ich mich erinner kann: das sind diese Hämatome an den
Oberarmen und Hämatome seitlich am Hals

[…]

VRiinLG Escher: Bei den Hämatomen seitlich am Hals wie Sie gesagt haben, wie Sie sich
erinnern können. Können wir das weiter erklärt bekommen?

Markus Reichel: Flächiges Hämatom an beiden Seiten hier. Seitlich der Kehle/Luftröhre.

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-09.pdf#page=48
Wenn die symmetrischen Hämatome am Hals flächig waren, deutet das IMHO entweder auf große Daumen oder auf den Druck mehrerer Finger hin.
Wieso wundert sich Frau Wolff über die korrigierte Angabe in der mündlichen Anhörung des Arztes?! Genau aus diesem Grund - zusätzlichen Erkenntnisgewinn - läd man doch die Zeugen und befragt sie detailliert.

Und hier scheint ein ernstes Verständnisproblem vorzuliegen:
Zitat von: G.W.:
Verteidiger Gerhard Strate hatte angeführt, sein Mandant erinnere sich an ein anderes Ereignis aus dem August 2001. Damals sei Mollaths Frau einmal aus dem fahrenden Auto gesprungen. Wegen der Verletzungen sei sie sogar in einer Klinik gewesen. “Ein Sprung aus dem fahrenden Pkw, da würde ich nicht primär an den Hals denken”, sagt Eisenmenger. “Der Hals ist relativ selten von Blutungen aus natürlicher Ursache betroffen. Wenn Sie dort Hämatome sehen, sind es am ehesten Würgemale.”

Kein Rechtsmediziner wird auf dieses Unfallszenario mit einer Diskussion über Hals-Hämatome reagieren, sondern eher an die von Markus Reichel im Attest verschwiegenen Rückenschürfungen denken, über die Lakotta nicht berichtet.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 19. Juli 2014, 10:12:35
Strate hat sein Protokoll vom 4. Verhandlungstag, 10.07.14, ins Netz gestellt.
http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-10.pdf

Der Zeuge Braun:
Zitat
Ich war ganz entsetzt, was ist denn das? Ich wollte sie dann unterbrechen, stopp, ich ... setze mich ins Auto, sie hat mich nicht ausreden lassen und „wenn er Klappe hält, kann er 500.000 € von seinem Vermögen behalten.“ Aufgelegt, Schluss, nie wieder was gehört.

G. Mollath war hochverschuldet, er hatte kein eigenes Vermögen. Frau M. kann das nicht gesagt haben. Und das unter Eid.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 10:49:06
@Pelacani:
Klingt für mich mehr nach "Komm-ich-getz-ins-Fäähnsehn?"-Ingolf Lück als nach einer ernsthaften Zeugenaussage.

Etwas OT:
 Heidingsfelder wittert immer noch Verschwörungen gegen Mollath
Zitat
@goalgetter32: Obwohl die Verschwörung gegen #mollath immer klarer wird, will man den Prozess jetzt schnell beenden, damit nichts rauskommt. #HVB #Justiz
Das zeigt:
weder mit rationalen Argumenten noch mit einem transparent geführten Prozess kann man einen VT-Gläubigen überzeugen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 19. Juli 2014, 10:56:44
Zitat
@goalgetter32: Obwohl die Verschwörung gegen #mollath immer klarer wird, will man den Prozess jetzt schnell beenden, damit nichts rauskommt. #HVB #Justiz
Dann ist Strate ja einer der Hauptverschwörer, denn er will doch möglichst bald plädieren.  :crazy
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 12:32:00
Zitat
@goalgetter32: Obwohl die Verschwörung gegen #mollath immer klarer wird, will man den Prozess jetzt schnell beenden, damit nichts rauskommt. #HVB #Justiz
Dann ist Strate ja einer der Hauptverschwörer, denn er will doch möglichst bald plädieren.  :crazy
Das weiß der OpaBlog schon lange, dass Strate nicht zu trauen ist...
The show must go on  ;)
Und vor allem: die "Richtigen" müssen hinter Gitter!
Zitat
MartinHeidingsfelder ‏@goalgetter32

Also Leute, wenn der Mollath-Freiheitsberaubung ohne Strafe für die Täter bleibt, dann weiß ich nicht mehr weiter. Das darf nicht sein!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 19. Juli 2014, 12:49:33
Wohnen Mollath und Heidingsfelder eigentlich noch zusammen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 19. Juli 2014, 12:52:34
Wohnen Mollath und Heidingsfelder eigentlich noch zusammen?
Weiß ich nicht.
Aber aus berufenem Munde hörte ich, dass sie in engem Kontakt stehen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 19. Juli 2014, 13:46:32
Wohnen Mollath und Heidingsfelder eigentlich noch zusammen?
Weiß ich nicht.
Aber aus berufenem Munde hörte ich, dass sie in engem Kontakt stehen.

...um Gottes Willen  :schreck
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 19. Juli 2014, 13:53:45
Der Prozess bleibt spannend. Ausgang offen (meine eigene Prognose halte ich zurück, damit ich mich nicht blamiere).

Aber eine Frage, die uns hier
https://forum.psiram.com/index.php?topic=12920.0
schon ausführlich beschäftigt hat, ist nunmehr geklärt.
Zitat
RA Dr. Strate: Steht die gelbe Wand (im Rücken des Richtertischs) eigentlich für bessere Akustik?
VRiinLG Escher: Das ist Kunst.
http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-10.pdf
(http://www.merkur-online.de/bilder/2014/07/15/3702997/1104386063-mollath-prozess-PkiSMv09.jpg)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 19. Juli 2014, 14:27:44
Zitat
OStA Dr. Meindl: … Ich will wissen, ob Sie das … wortwörtlich auswendig gelernt haben.
Edward Braun: Wo ist das Problem?
OStA Dr. Meindl: Müsste ich sagen, wenn ich Ihr Zeuge wäre. Ist aber umgekehrt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Hildegard am 19. Juli 2014, 17:28:43
Zitat
OStA Dr. Meindl: … Ich will wissen, ob Sie das … wortwörtlich auswendig gelernt haben.
Edward Braun: Wo ist das Problem?
OStA Dr. Meindl: Müsste ich sagen, wenn ich Ihr Zeuge wäre. Ist aber umgekehrt.
Ich bin gleich wieder weg, nur zwei Fragen:
Werden goldene Worte wie diese irgendwo getrennt gesammelt? Dann hätte ich gerne den Link.
Hat es eigentlich jemals in Deutschland einen Fall mit auch nur entfernt gleichwertigem kabarettistischem  Gehalt gegeben?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 20. Juli 2014, 00:51:37
Protokoll 10. Verhandlungstag
Zitat
OStA Dr. Meindl:    8 Sek., 10 Sek, 20 Sek. Wenn man davon ausgeht, was der Herr RA Horn nachgefragt hat.  Dieser Zwischenbereich. Wenn die Frau Mollath nur in diesen Zwischenbereich geraten wäre, also kein vollständiger Verlust des Sehvermögens – ist es dann auch schon das Leben gefährdend?

Prof. Eisenmenger:   Würde ich sagen, weil man eben nicht weiß, was hätte passieren können. Es geht ja um eine abstrakteGefährdung, potentiell. Die sich nicht verwirklicht hat

OStA Dr. Meindl:
  Heißt das, dass eine lebensgefährdende Behandlung auch dann anzunehmen ist aus medizinischer Sicht, wenn Stauungsblutungen noch überhaupt nicht eingetreten sind?

Prof. Eisenmenger:   Ja
http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-18.pdf
Das waren die  entscheidenden Sätze.

Ich guck nicht nach, ob da noch mehr Goldene Worte drin sind...

Immerhin ist das der Tag, an dem der Rechtsmediziner sein Gutachten einbrachte. Der sprach (auf Befragen zum Thema Würgen) - wie alle seine Fachkollegen -  besonders gern über autoerotische Zwischenfälle. Die Richterin musste das abkürzen...

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 20. Juli 2014, 02:19:38
@Hildegard (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg169459#msg169459):
Auf der Suche nach Goldenen Worten...
Zitat von:  S. 26:
RA Dr. Strate: Keine Fragen.

Prof. Eisenmenger: Noch nicht mal zu den autoerotischen Filmen?

RA Dr. Strate: Ich werde Sie mal in München besuchen.
http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-18.pdf

edit:
Frau Lakotta hat das schon recht genau protokolliert, Frau OStAin i.R. Gabriele Wolff!
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-rechtsmediziner-eisenmenger-sagt-aus-a-981837.html

Zitat von: Gabriele Wolff
Sie liest also doch hier mit. Und hat den Unfug gelöscht. Schön, Frau Lakotta, daß Sie wenigstens von den gröbsten Lügen Abstand nehmen und nur noch die subtilen Verfälschungen pflegen. Es wird allerdings verdammt schwierig werden, den Lesern das Ergebnis dieser Hauptverhandlung zu verklickern. Da reicht es nicht aus, das Eisenmenger-Gutachten verfälscht darzustellen...

...Andererseits ist es so, daß Prof. Eisenmenger diesem unprofessionellem „Attest“ absolut gar keinen Beweiswert zumißt.
:kaffee

Siehe oben - S.25
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 20. Juli 2014, 03:19:49
Zu den im Attest als solche bezeichneten "Würgemalen" und der mündlichen Vernehmung des Arztes hat das Strate-Wortprotokoll S. 17 und 18:
Zitat von: Eisenmenger/ Strate-Protokoll:
... Er (erg.: der Arzt) hat gesagt: seitlich der Kehle. Ja seitlich der Kehle/Luftröhre. Und da überlegt man beim Würgegriff, der spontan einhändig am häufigsten angewandt wird, ist ein Gegenstellen des Daumens gegenüber den vier anderen Fingern an der Vorderseite mit der Folge, beim Rechtshänder, dass an der rechten Seite des Opfers ein größeres Hämatom ist und an der anderen Seite die Fingerkuppenabdrücke der übrigen Finger, wenn es nur Hämatome sind.
Wenn sich der Griff lockert oder das Opfer bewegt, kann das sehr variieren und ich habe gesagt: Hämatome in der Mitte vorn in Kehlkopfhöhe würde ich am ehesten mit beidhändigem Würgen mit gegengestellten Daumen in Höhe des Kehlkopfes in Verbindung bringen.
Wenn es sich um ein Würgen von hinten beim Opfer in Bauchlage handelt, dann gibt es, wenn die Daumen hinten am Nacken bleiben und die vier gegengestellten Finger vorne, auch einen Befund, der eine solche Charakterisierung, wie sie Herr Reichel vorgenommen hat, als wahrscheinlich erwarten lässt.

OStA Dr. Meindl:   Gehe ich richtig in der Annahme, dass die im Attest erwähnten Würgemale so gut wie alles beinhalten können, weil er die Hämatome nicht beschrieben hat?

18

Prof. Eisenmenger:   Ja, ich kann nur sagen, das ist äußerst schwierig, wenn er sagt er hat Erfahrung mit Würgemalen. Was soll man dazu sagen? Der Hals ist relativ selten von Blutungen aus natürlicher Ursache betroffen. Also, dass Sie Hämatome am Hals spontan sehen, ist eine extreme Seltenheit, und wenn Sie Hämatome am Hals sehen, dann liegt eine Form der stumpfen Gewalteinwirkung von außen her in Art einer Kompression vor und bei den Kompressionen, wenn es Hämatome sind und nicht die klassische Drosselmarke, was ja etwas anderes ist, dann würde man sagen am ehesten Würgemale tatsächlich was er gesehen hat. Dass seine Qualifizierung der Entstehungsursache richtig war, unterstellt er, sagt, er hat Erfahrung und andere Ursachen kommen nicht in Betracht.
(Fettung von mir.)

Viel deutlicher kann man es eigentlich nicht andeuten.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 20. Juli 2014, 14:08:37
Viel deutlicher kann man es eigentlich nicht andeuten.
Und es ist auch offensichtlich, dass Eisenmenger die schwachen Versuche der Verteidigung, alternative Erklärungen zu finden, für nicht überzeugend hält. Auch der Versuch des Herrn M., ein "Aussteigen aus dem fahrenden Auto" anzuführen, hat bei genauerem Hinsehen schon einen leichten Stich ins Makabre:
Zitat
Was liegt sie mir denn auch grad im Schussfeld da?
Sie is ja selber Schuld die Ursula!
- Ludwig Hirsch, Die Geise

edit: Und was noch auffällt: Lt. Anwesenheitsliste war Nedopil gar nicht zugegen. Herr M. hätte also keine Angst haben müssen, dass ein Zucken seiner Augenbraue bei der ausführlichen Schilderung seiner Notwehr vom Psychiater gegen ihn verwendet worden wäre. Warum denn nur ist er nicht ins Detail gegangen? Wann, wenn nicht jetzt?

 :gruebel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 21. Juli 2014, 09:53:27
Gerhard Strate
sagte am 20. Juli 2014 um 22:40 :

Die sogenannten Wortprotokolle Herrn Strates sind wohl auch eher mit Vorsicht zu genießen, eher eine literarische Arbeit nach Artder "Stillen Post"? Mit dieser Methode eine Genauigkeit von 95% erreichen zu wollen, zumal wenn ich selber Partei bin halte ich für, sportlich.

Zitat
"Die Wortprotokolle einzustellen, macht wirklich sehr viel mehr Arbeit, als wir es uns vorgestellt hatten. Während der Hauptverhandlung wird von unserer lieben Kollegin Frau Arnemann erst einmal alles nach ihren akustischen Wahrnehmungen in den Laptop ihineingehämmert. Dann bereitet sie den Text nach. Der enthält aber zu einem großen Teil nur Stichwörter, die von uns im Nachhinein zu einem Fließtext umgestaltet werden. Johannes Rauwald und ich gleichen das ab mit unserem Mitschriften. Das Ergebnis dürfte dann zu 95 % dem entsprechen, was tatsächlich in der Hauptverhandlung geschehen ist und gesagt wurde. Außerdem müssen Dokumente, die im Wege des Vorhalltes eingeführt werden, mit den Original-Dokumenten in der Akte abgeglichen werden. Das kostet Zeit. Ich hoffe aber, dass wir bald auf dem letzten Stand sind. Die Einstellung der weiteren Dokumente erfolgt unter dem Gesichtspunkt der Wichtigkeit, nicht immer unter der Wahrung der Chronologie. Ich wünsche allen echten Unterstützern eine gute Woche und verbleibe mit herzlichen Grüßen! Gerhard Strate."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 21. Juli 2014, 11:03:07
Apropos Partei, Frau Lakotta und Herr Lapp scheinen sich da inzwischen auch entschieden zu haben. :-\
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 21. Juli 2014, 11:18:24
Apropos Partei, Frau Lakotta und Herr Lapp scheinen sich da inzwischen auch entschieden zu haben. :-\
Ich verstehe nicht, was Du meinst.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 21. Juli 2014, 11:28:57
Apropos Partei, Frau Lakotta und Herr Lapp scheinen sich da inzwischen auch entschieden zu haben. :-\
Ich verstehe nicht, was Du meinst.


Zumindest einer der beiden hat wohl Herrn Maske ein toi,toi,tot hinterhergferufen als er in den Zeugenstand trat, die Berichterstattung über den Vorfall an Silvester war offensichtlich mit der Anklage sychronisiert und die Artikel in SPON halte ich für sehr einseitig und selektiv. Man mag das, aus der Historie der Anfeindungen, nachvollziehen können, guter Journalismus ist das für mich nicht mehr.

Zitat
Prozess gegen Gustl Mollath: Platt gemacht   
 

Es wird ja nicht dadurch besser, dass durch Heiligenfelder, Prem und Wolff noch dümmer und einseitiger polemisiert wird.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 21. Juli 2014, 13:03:02
... und die Artikel in SPON halte ich für sehr einseitig und selektiv. Man mag das, aus der Historie der Anfeindungen, nachvollziehen können, guter Journalismus ist das für mich nicht mehr.
Zitat
Prozess gegen Gustl Mollath: Platt gemacht   
 

Ich habe den Beitrag nochmal überflogen. Eine mehrstündige Vernehmung wird man immer nur gerafft wiedergeben können. Welche wesentlichen Aspekte der Vernehmung sind ausgeblendet? Wird ein anderer Tenor erzeugt, als er sich aus dem Strate-Protokoll ergibt? Das wäre dann interessant.

Zu Lapp weiß ich zu wenig, um mich positionieren zu können.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 11:43:16
... und die Artikel in SPON halte ich für sehr einseitig und selektiv. Man mag das, aus der Historie der Anfeindungen, nachvollziehen können, guter Journalismus ist das für mich nicht mehr.
Zitat
Prozess gegen Gustl Mollath: Platt gemacht   
 

Ich habe den Beitrag nochmal überflogen. Eine mehrstündige Vernehmung wird man immer nur gerafft wiedergeben können. Welche wesentlichen Aspekte der Vernehmung sind ausgeblendet? Wird ein anderer Tenor erzeugt, als er sich aus dem Strate-Protokoll ergibt? Das wäre dann interessant.

Zu Lapp weiß ich zu wenig, um mich positionieren zu können.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 11:43:50
... und die Artikel in SPON halte ich für sehr einseitig und selektiv. Man mag das, aus der Historie der Anfeindungen, nachvollziehen können, guter Journalismus ist das für mich nicht mehr.
Zitat
Prozess gegen Gustl Mollath: Platt gemacht   
 

Ich habe den Beitrag nochmal überflogen. Eine mehrstündige Vernehmung wird man immer nur gerafft wiedergeben können. Welche wesentlichen Aspekte der Vernehmung sind ausgeblendet? Wird ein anderer Tenor erzeugt, als er sich aus dem Strate-Protokoll ergibt? Das wäre dann interessant.

Zu Lapp weiß ich zu wenig, um mich positionieren zu können.

....wech :-\, der Beitrag.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 22. Juli 2014, 12:15:17
....wech :-\, der Beitrag.
Ist das alles, was Du dazu zu sagen hast?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 12:51:56
....wech :-\, der Beitrag.
Ist das alles, was Du dazu zu sagen hast?

Neh, ich hatte ja viel mehr, und das ist jetzt weg.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 22. Juli 2014, 15:21:54
http://www.welt.de/regionales/muenchen/article130424602/Unzufriedener-Gustl-Mollath-auf-der-Siegerstrasse.html
Zitat
Gustl Mollath will den ersten kleinen Erfolg im Gerichtssaal nicht feiern, nicht einmal ein kleines Lächeln huscht über sein Gesicht. Dabei steht in seinem Wiederaufnahmeverfahren nach zwei Wochen laut Gutachter fest, dass die Vorwürfe seiner Ex-Frau, er habe sie vor 13 Jahren misshandelt, nicht bewiesen werden können.
Vorbehaltlich des Gerichtsentscheids: etwas anderes hat wohl niemand ernsthaft erwartet. Ich jedenfalls nicht. Ich finde es im Gegenteil bemerkenswert, wieviele Indizien für die angeklagten Straftaten zum Vorschein gekommen sind. Die psychiatrischen Aspekte sind bisher kaum gestreift.

Zitat
Laut Mollath hat es eine Verschwörung seiner Ex-Frau mit ihrem Arbeitgeber und Kreisen der Justiz gegeben, um "mich verräumen zu lassen", wie er es nennt. Noch hat das Regensburger Landgericht nicht über die Beweisanträge der Verteidigung entschieden, die unbedingt Bankmanager zu den Vorwürfen der illegalen Geldtransfers in die Schweiz anhören will. "Das Motiv ist doch entscheidend, aber das Gericht will wohl nicht diese Zeugen hören", betont Mollath.
Das Motiv wofür? Vielleicht sind die Taten nicht hinreichend bewiesen (wir werden es noch erfahren), aber dass es falsche Anschuldigungen waren, lässt sich daraus nicht schließen. Es wäre ja wohl grotesk, nach dem bisherigen Prozessverlauf einen Freispruch wegen erwiesener Unschuld zu erwarten. Wie wird sich das Verhältnis des Herrn M. zu seinem Verteidiger wohl gestalten, wenn es Strate („von Schwarzgeld habe ich nicht gesprochen“) nicht gelingt, die wahnsinnigste Schwarzgeldverschiebung zu beweisen?

Zitat
Auch der einzige Psychiater, mit dem Mollath jemals im Rahmen des Betreuungsverfahren gesprochen hatte, soll gehört werden. Zum Ende des Verfahrens soll dann der vom Landgericht Regensburg bestellte psychiatrische Gutachter Norbert Nedopil ein Gutachten abgeben. Auch die Zusammenarbeit mit ihm hatte Mollath abgelehnt. Das Urteil wird Mitte August erwartet.
Subtil. Im“Rahmen des Betreuungsverfahrens“ hat es überhaupt nur einen Psychiater gegeben. So werden Legenden perpetuiert.

Neh, ich hatte ja viel mehr, und das ist jetzt weg.
Schade, dass Du das nicht mehr parat hast.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 15:48:10
Versuch ichs mal zu rekonstruieren......das war wohl etwas hart formuliert, mir wäre es halt lieber diese kleinen Sotissen würde sie weglassen
Zitat
Gerichtsvollzieher H. schüttelt den Kopf: "Nein."
"Wertvolle Teppiche?"
"Nein. Das war ein Nullachtfuffzehn-Haushalt."


Gegen den einseitigen Furor in den Wolff, Prem, Süddeutsche etc. sich  hineinsteigern ist es allerdings fast pultzerpreisverdächtig. Erstaunlich dass die Hilfe der verschiedenen Medien für Herrn Mollath als selbstverständlich hingenommen wird, die Rechercheergebnisse die seinen Darstellungen widersprechen aber scheinbar den Untergang des Abendlandes einläuten.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 22. Juli 2014, 16:00:35
Versuch ichs mal zu rekonstruieren......das war wohl etwas hart formuliert, mir wäre es halt lieber diese kleinen Sotissen würde sie weglassen
Zitat
Gerichtsvollzieher H. schüttelt den Kopf: "Nein."
"Wertvolle Teppiche?"
"Nein. Das war ein Nullachtfuffzehn-Haushalt."
Wieso Sottise? Soweit mir bekannt, ist das Strate-Protokoll vom 16.07. noch nicht im Netz. Woher weißt Du, dass diese Worte nicht gefallen sind, die schlaglichtartig die "Rationalisierung", um kein möglicherweise unangemessenes schärferes Wort zu verwenden, mit den "Antiquitäten" hinwegfegen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 16:15:19
Versuch ichs mal zu rekonstruieren......das war wohl etwas hart formuliert, mir wäre es halt lieber diese kleinen Sotissen würde sie weglassen
Zitat
Gerichtsvollzieher H. schüttelt den Kopf: "Nein."
"Wertvolle Teppiche?"
"Nein. Das war ein Nullachtfuffzehn-Haushalt."
Wieso Sottise? Soweit mir bekannt, ist das Strate-Protokoll vom 16.07. noch nicht im Netz. Woher weißt Du, dass diese Worte nicht gefallen sind, die schlaglichtartig die "Rationalisierung", um kein möglicherweise unangemessenes schärferes Wort zu verwenden, mit den "Antiquitäten" hinwegfegen?

Du rennst bei mir ja offene Türen ein, natürlich wurde das wohl sogesagt, es wird hier aber als Stilmittel benutzt um Herrn  Mollath in einem  bestimmten Licht darzustellen, das ist ok, mir wäre es aber anders lieber. Feines Resümee übrigens bei Herrn Lapp: http://der-fall-mollath.de/

Zitat
Wer den besonderen Prozess erwartet hat, den Jahrhundertprozess, den mit großen Namen und sensationellen Enthüllungen: das ist er nicht. Ein Hin und Her von Paragrafen, Aussagen, Fragen, Vorhalten, Dokumenten, ein normaler Prozess. Es geht um juristisches Graubrot: häusliche Gewalt und zerstochene Reifen und um die Frage: Ist das Gustl Mollath zu beweisen? Nebenbei kann die Justiz zeigen, dass sie dazu fähig ist, eigene Fehler auszumerzen.

Gustl Mollath geht es um Recht – und darum Recht zu haben. Er sucht immer noch nach dem Komplott: Doch Tag für Tag im Gerichtssaal wird deutlicher, dass sich nirgends Spuren für ein Komplott finden lassen. Dafür aber Spuren eines mangelhaften Urteils, von unvollständiger Ermittlungsarbeit – und Spuren eines Mannes, der schwer zugänglich in seiner eigenen Welt lebte.

Gustl Mollath und seine Ex-Frau haben eines gemeinsam im Wiederaufnahmeverfahren: Sie machen keine Angaben. Der Angeklagte und die wichtigste Zeugin schweigen. Gustl Mollath stellt nur Fragen. Von Zeugen will er wissen, wie ihr beruflicher Werdegang ist, wen sie kennen und seit wann. Obwohl er bisher noch kein Wort zu den Vorwürfen gesagt hat, sagt er alles durch seine Fragen: nicht schuldig. Gustl Mollath fragt ruhig, wird aber auch bohrend und wütend. In diesen Momenten ist er ein verletzter und verletzlicher Angeklagter.

Wie bei jenem Polizisten, der ihn 2006 aus seinem Haus heraus verhaftet hat, um ihn, wie vom Gericht beschlossen, in die Psychiatrie zur Untersuchung zu bringen. Die Polizei war mit mehreren Beamten vor Ort. Sie trafen einen Gustl Mollath, der „rumschrie“, „unterschwellig aggressiv“ auf sie wirkte, „ungepflegt“, das Haar „recht wirr.“

Gustl Mollath: „Grüß Gott! Wie erklärt sich, dass sie bei einem Unterbringungsbeschluss so aufwendig anrücken mit mehreren Beamten?“
Polizist: “Es hängt immer von der Person ab, soviel ich weiß, waren wir nicht das erste Mal bei Ihnen.“

Gustl Mollath: „Können Sie sich dran erinnern, dass ich in diese Haftzelle im Keller ohne Fenster geschleift wurde mit den Worten eines Kollegen: Und der bekommt kein Wasser?“
Polizist: „Nein. Also an so was kann ich mich nicht erinnern.“

Gustl Mollath: „Können Sie sich erinnern, dass eine Kollegin hinter dem Rücken Ihrer Kollegen vor lauter Mitleid mir einen kleinen Wasserbecher zuschob?“
Polizist: „Nein.“

Gustl Mollath: „Vielen Dank.“
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 22. Juli 2014, 18:16:29
Während Frau Wolff sich inzwischen vollkommen zur Gabi macht.

Wenn man sich einmal im Sumpf der Verschwörungstheorien verloren hat.... wie sagt Eco es so schön......Krebs des Geistes....

Zitat
What the Media Won’t Report About Malaysian Airlines Flight MH17
Written by
Zitat
Ron Paul

Zitat
Tatsächlich geht es auch um die Einbringung neuer brisanter Fakten aus Moskau, die eine gescheiterte false flag Operation der CIA/Ukraine nahelegen
.

Zitat
Dagegen ist die russische Sicht der Dinge gehaltvoller:

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: echt? am 22. Juli 2014, 22:03:48
Warten wir das Ende ab.

Grüßt echt?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 22. Juli 2014, 22:07:27
Warten wir das Ende ab.

Was anderes bleibt uns ja vernünftigerweise nicht zu tun übrig.  ;)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 09:29:37
Noch ein Nachtrag zu #543 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.msg169701#msg169701). In der WELT (http://www.welt.de/regionales/muenchen/article130424602/Unzufriedener-Gustl-Mollath-auf-der-Siegerstrasse.html) heißt es:
Zitat
Klar ist nur, dass Psychiater, Staatsanwälte und auch Richter in den vorherigen Verfahren schlampig gearbeitet haben: Gutachten wurden über den Geisteszustand Mollaths erstellt, ohne mit dem Mann selbst gesprochen zu haben.
Hinterlegt ist das mit einem Link zum Bericht vom 5. Prozesstag (11.7.14), an dem Richter E. und Richterin H. ausgesagt haben. Um die Gutachten ging es dabei nicht. Wenn die Psychiater schlampig gearbeitet haben sollten (wofür wenig spricht), dann bestünde die Schlampigkeit jedenfalls nicht darin, dass sie mit M „nicht gesprochen“ hätten.  Qualitätsjournalismus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 10:14:01
Neues aus Gabis Welt   ::)

Zitat
Ein Lehrstück darüber, wie es einem Netzwerk von vernichtigungswilliger Ehefrau, deren neuem Freund Martin Maske (von derselben von Mollath wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beschuldigten Bank) und dessen hochmögenden Freunden, darunter die Rechtsanwälte Woertge und Greger, gelang, aus der Vielzahl der in Nürnberg stattfindenden Reifenbeschädigungen ein Mollath-Special zu kreieren.

....sie kommt aus ihrer "böse Petra/ lieber Gustl"- Endlosschleife einfach nicht mehr raus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 13:18:45
Wie zu erwarten, sind nach 12 Jahren und ohne  Beweismittel, die Reifenstechereien auch nicht mehr zu belegen. Bleiben die Häufung von Reifendefekten in der Umgebung Mollaths, sein Brief und die Baskenmütze als Indizien, bin mal gespannt welche Tatwahrscheinlichkeit das Gericht daraus ableitet.

Zitat
Als erstes Zwischenergebnis hält er fest: "Objektiv kann ich nicht sagen: Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, bei dem Reifen von einer Person zerstochen wurden. Es kann sein, gibt aber Alternativursachen." Ob das Gericht davon ausgeht, die Reifen wegen eines bestimmten Personenkreises von einer Person als Täter ausgeht, dazu könne nichts sagen.

Mal schauen wie lange Herr Mollath heute Damoklesschwerter und Kriegstraumata verdrängen kann.
Zitat
Mollath hat eine längere Befragung angekündigt.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 14:17:05
 :Popcorn:

Zitat
Mollath will sich unbedingt dazu äußern, Escher lässt ihn auch: "Ich muss Ihnen sagen, von Anfang bin ich nicht nur befremdet, sondern entsetzt darüber, welche Auswahl die Staatsanwaltschaft oder die Kammer, für Zeugen in diesem Verfahren getroffen haben."
Er habe mit seinem Verteidiger noch weit über 30 andere Zeugen im Aufgebot, die ein ganz anderes Bild vor Gericht zeichnen würden. Hier kämen nur Personen zur Wort, "die sehr nahe zu meiner früheren Frau stehen". So entstehe ein "einseitiges Bild". Mollath: "Wenn man mir hier die Möglichkeit zur objektiven wahrheitsgemäßen Darstellung nimmt, spricht das für sich." Zeugen, die er hören will, das Gericht aber ablehne, finde er skandalös.

Ob Herr Nedopil im Saal ist?

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 16:22:54
...ich schwöre ich wollte heute morgen noch eine Wette anbieten.

Zitat
Eklat! Gerhard Strate legt Mandat von #Mollath nieder

https://twitter.com/hashtag/mollath?f=realtime
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 16:58:14
Herr Heidingsfelder auf demWeg zur nächsten Verschwörung.....?

Zitat
MartinHeidingsfelder ‏@goalgetter32 9 Min.
@3w_SR Strate zog es vor mit @Ursula_Prem, RA Rauwald ohne Mollath Mittagessen zu gehen & legte Mandat ohne Gespräch mit #Mollath nieder.

Man stelle sich die von Frau Wolff abgesonderten Gemeinheiten vor sollte Herr Lapp oder Frau Lakotta mir RA Horn zum Essen gehen.... Bei -ein Buch lesen-"Ursula Prem"....ist das bestimmt was gaaaaaaaaanz anderes.  :police:

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 17:01:01
Herr Strate übernimmt jetzt wohl den Fall als Pflichtverteidiger.

Mal sehen ob der Schuss vor den Bug geholfen hat und Herr Mollath sich mit einem Freispruch 2. Klasse begnügt.

Zitat
Anwalt #Strate sagt: Wir werden ohne Abstriche an dem, was wir für richtig halten, die Verteidigung weiterführen.

....ein Schuft.... :angel:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 17:29:15
Spannend:

- ob sich Herr Mollath, bei der Befragung des Gutachters Pfäfflin etwas zurückhält.
- wann die erste Vermutung auftaucht Strate, Prem und das Gericht würden alle mit der Hypovereinsbank unter  einer Decke stecken.


Schöne Schlagzeile:

Auch noch das, Gustl wird jetzt zwangsverteidigt!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 18:27:37
Mal sehen ob der Schuss vor den Bug geholfen hat und Herr Mollath sich mit einem Freispruch 2. Klasse begnügt.

Er hat es nicht in der Hand.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 18:43:22
Mal sehen ob der Schuss vor den Bug geholfen hat und Herr Mollath sich mit einem Freispruch 2. Klasse begnügt.

Er hat es nicht in der Hand.

Eben, aber das weiss er nicht (oder will es nicht wahrhaben).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 18:47:23
(oder will es nicht wahrhaben).
Das ist keine Frage des Wollens.

Hatten wir das schon?
Zitat
Stellungnahme von REPORT MAINZ  Zeugenaussage im Mollath-Prozess

Der Widerspruch zwischen den Aussagen von Herrn Braun, die er gegenüber REPORT MAINZ gemacht hat und seiner Aussage vor Gericht ist für uns nicht erklärlich.

Lange vor dem ersten Fernsehinterview mit REPORT MAINZ hat Herr Braun eine eidesstattlichen Versicherung zum Sachverhalt Mollath verfasst und diese an das bayerische Justizministerium geschickt. In dieser Eidesstattlichen Versicherung vom 7. September 2011 über ein angebliches Angebot von Frau Mollath schrieb er wörtlich: "Falls ich aber Geld anlegen wolle, könne sie mir helfen. Sie fahre häufig mit Kundengeldern in die Schweiz." 

Diese Eidesstattliche Versicherung lag der Redaktion bereits vor dem ersten Interview vor, das mit Herrn Braun geführt und am 13. Dezember 2011 ausgestrahlt wurde. In diesem Interview hat Herr Braun den Vorwurf wiederholt, dass Frau Mollath ihm angeboten hätte, Bargeld in die Schweiz zu verbringen und bezeichnete dies auf Nachfrage als ein Schwarzgeldgeschäft.

In einem weiteren Interview für die Dokumentation "Der Fall Mollath" am 3.Juni 2013 wiederholte Herr Braun inhaltlich diese Aussage. Soweit Herr Braun nun den Eindruck erweckt, die Aussage in "Der Fall Mollath" sei aufgrund eines "Drehbuchs" zustande gekommen, weist die Redaktion dies entschieden zurück.

Der SWR will in diesem Zusammenhang rechtliche Schritte gegen Herrn Braun einleiten.
http://www.swr.de/report/stellungnahme-von-report-mainz-zeugenaussage-im-mollath-prozess/-/id=233454/did=13756892/nid=233454/dno7zn/index.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 18:55:23
Zitat
(oder will es nicht wahrhaben).
Das ist keine Frage des Wollens.

Was?

Jedenfalls erinnere ich mich wohl richtig, dass Herr Strate die Vereidigung des Zeugen Braun durchgesetzt hatte?
*autsch*

Zitat
Ein Meineid ist im deutschen Strafrecht das falsche Schwören vor Gericht oder einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle (§ 154 StGB). Geschütztes Rechtsgut ist die Rechtspflege.

Meineid ist ein Verbrechen (vgl. § 12 Abs. 1 StGB), das mit Freiheitsstrafe von einem bis fünfzehn Jahren geahndet wird. In minder schweren Fällen ist die Strafe eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein minder schwerer Fall kann beispielsweise vorliegen, wenn der Schwörende nicht hätte vereidigt werden dürfen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn der Schwörende nicht eidesfähig ist (vgl. § 60 StPO).

http://de.wikipedia.org/wiki/Meineid
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 19:09:11
Was?

Manchmal scheint mir, Belbo, dass Du ein wenig den Faden verlierst:
Mal sehen ob der Schuss vor den Bug geholfen hat und Herr Mollath sich mit einem Freispruch 2. Klasse begnügt.
Er hat es nicht in der Hand.
Eben, aber das weiss er nicht (oder will es nicht wahrhaben).
Das ist keine Frage des Wollens.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 19:30:16
Was?

Manchmal scheint mir, Belbo, dass Du ein wenig den Faden verlierst:
Mal sehen ob der Schuss vor den Bug geholfen hat und Herr Mollath sich mit einem Freispruch 2. Klasse begnügt.
Er hat es nicht in der Hand.
Eben, aber das weiss er nicht (oder will es nicht wahrhaben).
Das ist keine Frage des Wollens.

Mag an der Kryptik einiger Aussagen liegen? :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 19:37:50
Aber mal wieder was von der Mittelbayrischen......

Fettung von mir.
Zitat
Nach der Pause fragt Escher, ob Prof. Norbert Nedopil am Freitag oder am Montag sein Gutachten vorlegen könnte. Wann die Beweisaufnahme der Kammer beendet ist, kann die Richterin noch nicht sagen. Sie räumt ein, "es ist eine schwierige Beweissituation", das werde noch viel Beratung der Kammer erfordern. Zur Schuldfrage wolle sie daher den Sachverständigen hören. Strate appelliert an Professor Nedopil, dass er kein Gutachten abgeben müsse.

"Siegesstrasse" klingt ja irgendwie anders.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/mollath-gutachten-zu-reifenstecherei/1096669/mollath-gutachten-zu-reifenstecherei.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 19:49:28
Wie jetzt, möchte er denn gar nicht mehr, dass das Gutachten Leipziger nun endlich fachlich zerlegt werde? Aber wahrscheinlich wird das sowieso überflüssig, weil seine eigenen Fachfragen den Dr. L grillen werden, so wie er das Krach-Attest gegrillt hat ("Unglaublich!") - Das wird kein Problem sein, er muss sich nur an die jüngste "methodenkritische Analyse" von Frau Kutschke halten.   :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 19:51:13
Heidingsfelder ist jetzt auch einer von den Bösen bzw. von den Idioten...., die in sich gefährdete Verschwörungstheorie stabilisiert sich in dem sie jetzt plötzlich Teile abstösst.

Zitat
Gabriele W.: Es kommt nicht ganz überraschend, wenn man sich die Strate-feindlichen Tweets von Mollaths falschem Freund Martin Heidingsfelder ansieht. Letzterer wollte keinen Strafprozeß, sondern ein Tribunal…

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-2/#comment-39144
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 19:58:19
Wie jetzt, möchte er denn gar nicht mehr, dass das Gutachten Leipziger nun endlich fachlich zerlegt werde? Aber wahrscheinlich wird das sowieso überflüssig, weil seine eigenen Fachfragen den Dr. L grillen werden, so wie er das Krach-Attest gegrillt hat ("Unglaublich!") - Das wird kein Problem sein, er muss sich nur an die jüngste "methodenkritische Analyse" von Frau Kutschke halten.   :teufel

Ich glaube Strate will da nur noch irgendwie, einigermassen unbeschadet raus. Er merkt wohl selber, dass der Schwarm mit zunehmender Zeit immer weiter an der Mollathlegende stricken, und dabei auf niemanden Rücksicht nehmen wird, auch wenn man dafür seine Reputation angreifen muss.

http://www.strafakte.de/

Zitat
Bis­her kein glück­li­ches Händ­chen mit Wiederaufnahmeverfahren

Für Strate nimmt da­mit das Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren eine un­er­freu­li­che Wen­dung. Auch seine bis­he­ri­gen Wie­der­auf­nah­men stan­den un­ter kei­nem gu­ten Stern: Zwar wurde Mo­nika Bött­cher (ge­schie­dene Wei­mar) in ei­nem Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt Gie­ßen nach 55 Ver­hand­lungs­ta­gen und ei­nem neuen Fa­ser­gut­ach­ten am 24. April 1997 frei­ge­spro­chen. Doch auf die Re­vi­sion der Staats­an­walt­schaft wurde sie da­nach er­neut we­gen Mor­des ver­ur­teilt. Im Fall des „Mäd­chen­mör­ders von Rahls­tedt“ war das Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren nach 16 Jah­ren in Haft eben­falls er­folg­reich, je­doch lockte der Frei­ge­spro­chene drei Jahre nach sei­ner Frei­las­sung ein Kind in sein Auto, miss­brauchte es und ließ es erst frei, als er von der Po­li­zei ver­folgt wurde. Zwei si­cher­lich sehr tra­gi­sche Be­ge­ben­hei­ten – es bleibt zu hof­fen, dass das Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren Moll­ath ein po­si­ti­ves Ende nimmt.
 


*edit*.....auch der Focus macht fleissig mit. 

http://www.focus.de/politik/deutschland/die-finanzielle-notbremse-gezogen-wurde-mollaths-verteidiger-hick-hack-inszeniert-damit-der-staat-bezahlt_id_4011720.html   

Zitat
Zweitens: Es könnte sich auch um ein inszeniertes Zerwürfnis handeln. Mollath gibt stets an, keine eigenen Einkünfte zu haben. Es ist also naheliegend, dass ihm das Geld fehlt, um die Wahlverteidiger Strate und Rauwald weiterhin zu bezahlen. Wenn sie ihn jetzt als Pflichtverteidiger vertreten, muss nicht mehr Mollath, sondern der Staat die Verteidigungskosten bezahlen. Es könnte also eine finanzielle Notbremse gewesen sein. Nix Genaues weiß man nicht.
                       
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 20:08:00
Jedenfalls streut Heidingsfelder weiter fleissig Salz in Mollaths Wunden.  Das Gift kann dann ja drei Wochen lang wirken, wenn es Strate nicht gelingt jetzt schnell den Prozess zu beenden.......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 20:24:08
Jedenfalls streut Heidingsfelder weiter fleissig Salz in Mollaths Wunden.
Ohne nähere Kenntnis der Umstände wäre ich sehr zurückhaltend bei der Beantwortung der Frage, wer hier Ansichten von wem übernimmt und verbreitet.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 23. Juli 2014, 20:28:56
Jedenfalls streut Heidingsfelder weiter fleissig Salz in Mollaths Wunden.
Ohne nähere Kenntnis der Umstände wäre ich sehr zurückhaltend bei der Beantwortung der Frage, wer hier Ansichten von wem übernimmt und verbreitet.

Gegenseitiges Aufschaukeln darf da wohl vermutet werden, zumal die "Idioten" in Regensburg immer dichter aufschlagen,  wo bleibt eigentlich Nina?

Zitat
Auch am elften Prozesstag zog der Prozess wieder ungewöhnliche Zaungäste an. So kam beispielsweise diesmal die frühere Landrätin und Landtagsabgeordnete Gabriele Pauli, die einst als Landrätin zum Sturz von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) beigetragen hatte. Mollath hatte stets behauptet, Stoiber sei in den Schwarzgeldskandal um die HypoVereinsbank verwickelt. "Genau da müsste man genauer hinschauen", sagte Pauli am Rande des Prozesses der "Welt". "Ich bin mir sicher, dass da was dran ist und dass man jetzt verhindern will, dass Herr Mollath das beweist."

http://www.welt.de/politik/deutschland/article130492224/Gustl-Mollath-vergrault-seine-eigenen-Anwaelte.html

Zur Erinnerung:
http://www.youtube.com/watch?v=RMsSlonnN_c

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 23. Juli 2014, 21:30:57
...ich schwöre ich wollte heute morgen noch eine Wette anbieten.

Zitat
Eklat! Gerhard Strate legt Mandat von #Mollath nieder

https://twitter.com/hashtag/mollath?f=realtime


Ich gebe zu, dass mich die sehr offensive Art von Strate diesbezüglich beeindruckt hat, sonst hätte ich das auch schon eher mal vertreten. Wenn es eine Konstanz im Verhalten entsprechend auffälliger Personen gibt, dann ist es das Unvermögen, mit Kritik an ihren Kernvorstellungen umzugehen, die vielleicht auch nur darin besteht, dass jemand, der sich auf einem Gebiet besser auskennt, eine diesbezüglich sinnvollere oder effektivere Strategie/Taktik vorschlägt. Es ist ja auch bei Mollath sehr offensichtlich, dass er sich nur von Personen helfen lässt/ließ, die seine Sichtweise 1:1 übernommen haben, es ist halt kein Zufall, dass er sich mit allen Anwälten und Pflegern überworfen hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 23. Juli 2014, 22:38:42
Aber es hat auch eine durchaus persönliche Note, wie der knorrige Herr M. seinen Staranwalt als dummen Jungen, wenn auch auf der Siegerstraße, vorführt:
Zitat
Mollath erklärte dazu, er sei völlig überrascht davon und "am Boden zerstört". "Ich hätte mir gewünscht, das Verfahren ordentlich zu Ende zu bringen." Er habe nach wie vor Vertrauen in Herrn Strate, er sehe kein "nennenswertes Fehlverhalten".
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 23. Juli 2014, 22:42:11
DAMIT hatte nun wirklich NIEMAND gerechnet. ich bin SCHOCKIERT.
 :rofl

aus anwaltlicher Sicht gibts hier  (http://www.strafakte.de/strafverteidigung/wiederaufnahmeverfahren-mollath-verteidiger-legen-mandat-nieder/)und hier  (http://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/07/23/anwaelte-wider-willen/)mehr.

... ausgezeichnet... so langsam geht der Plan auf...  :teufel

Aber es hat auch eine durchaus persönliche Note, wie der knorrige Herr M. seinen Staranwalt als dummen Jungen, wenn auch auf der Siegerstraße, vorführt:
Zitat
Mollath erklärte dazu, er sei völlig überrascht davon und "am Boden zerstört". "Ich hätte mir gewünscht, das Verfahren ordentlich zu Ende zu bringen." Er habe nach wie vor Vertrauen in Herrn Strate, er sehe kein "nennenswertes Fehlverhalten".
so ein Pech aber auch, dass es, mal wieder, nicht an G:M liegt, das zu entscheiden. :police:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 00:52:29
Feines Stück Journalismus.....

http://www.berliner-zeitung.de/politik/mollath-prozess--dem-schaut-ja-der-wahnsinn-aus-den-augen-,10808018,27917596.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 01:05:20
 ......bei Frau Wolff, mit feinem Gefühl dafür, dass Herr Strate der Geister die er rief nicht mehr Herr wird, blöd wenn der eigene Held einen selber für einen Idioten hält.


Zitat
Max Mustermann
sagte am 23. Juli 2014 um 22:26 :
Na da kann man ja von Glück reden, dass der Angeklagte nicht erklärt hat, das Opfer hätte die Misshandlung verdient…

Da halte ich es dann doch mit Brixner und seinem aufgeworfenen Begriff der Standesehre.

Wer hat denn das Wiederaufnahmeverfahren mit seinen Zweifel am ursprünglichen Urteil aufgeworfen?

Wer hat denn zielgerichtetes und gemeinschaftliches Handeln in seinen Schriftsätzen unterstellt?

Inwiefern ist er denn seinen eigenständig fabrizierten Vorhalten im Verfahren nachgegangen, jetzt – da er es ermöglicht hat?

Waren die ganzen Vorwürfe nur vorgeschoben, für den wütenden Mob, den selbsternannten echten Unterstützer, den willigen Idioten? Die öffentliche Empörung?

Und nun da man den Beweis für das Geschreibsel erbringen kann, wird sich darauf zurückgezogen, dass die Taten nicht nachweisbar sind?

Das wussten wir doch alle schon vorher!

Natürlich versteht jeder, dass man sich nicht den Rest seines Lebens in Fernsehshows mit VT in Verbindung bringen lassen will…speziell nachdem man sie selber in die Welt gesetzt hat.

Kommentiere ↓
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 10:36:55
Qualitätsgerichtreporterin Ursula Prem zum Chefverschwörungsaufklärer Martin Heidingsfelder.

Zitat
Ursula Prem ‏@Ursula_Prem 10 Std.
@goalgetter32 - Hast Du die Rechnung an Deine Auftraggeber schon rausgeschickt? #Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 10:52:56
Feines Stück Journalismus.....

http://www.berliner-zeitung.de/politik/mollath-prozess--dem-schaut-ja-der-wahnsinn-aus-den-augen-,10808018,27917596.html

Daraus:
Zitat
Gabriele K. stützte vielmehr ihre „schlüssige Anamnese“ nur auf Schilderungen von Mollaths Frau. Das musste sie jetzt im Regenburger Gerichtssaal zugeben.
Sie hat „zugegeben“, was sie nie anders behauptet hat. Und es ist auch noch sachlich falsch, denn sie hat sich auch noch auf Schriftstücke des Herrn M gestützt (die von gleicher Qualität wie der Heuss-Brief gewesen sein werden).
Das ist kein Journalismus, das ist Journaille (https://de.wikipedia.org/wiki/Journaille).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 10:56:55
Feines Stück Journalismus.....

http://www.berliner-zeitung.de/politik/mollath-prozess--dem-schaut-ja-der-wahnsinn-aus-den-augen-,10808018,27917596.html

Daraus:
Zitat
Gabriele K. stützte vielmehr ihre „schlüssige Anamnese“ nur auf Schilderungen von Mollaths Frau. Das musste sie jetzt im Regenburger Gerichtssaal zugeben.
Sie hat „zugegeben“, was sie nie anders behauptet hat. Und es ist auch noch sachlich falsch, denn sie hat sich auch noch auf Schriftstücke des Herrn M gestützt (die von gleicher Qualität wie der Heuss-Brief gewesen sein werden).
Das ist kein Journalismus, das ist Journaille.

Yepp, ich habs jetzt auch nochmal gelesen, finde die Zusammenfassung weiterhin ganz gut, die Rückschlüsse sie gezogen werden allerdings unter aller Kanone, beim ersten Lesen fiel  mir das noch nicht so auf.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 24. Juli 2014, 10:58:14
Das ist kein Journalismus, das ist Journaille (https://de.wikipedia.org/wiki/Journaille).
ach komm, die sind aus Berlin, die können nicht anders, als eine (Schutz-)Mauer um den G:M schreiben - ist halt Tradition.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 14:10:11
Zitat
http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-gegen-mollath-psychiater-konnte-keinen-wahn-erkennen-1.2061111
Da der Leiter der Forensik im Bezirkskrankenhaus Bayreuth als Chefarzt gar nicht selbst mit Mollath gesprochen habe, liest er aus Dokumenten vor, die von Klinikmitarbeitern erstellt wurden. Mollath entbindet ihn dafür von seiner ärztlichen Schweigepflicht. Nach ein paar Minuten - der 61-Jährige liest gerade etwas von Halluzinationen vor - unterbricht Anwalt Strate und fragt nach dem Sinn dieses Vortrags. Ein Psychiater, der vorliest, was andere zusammengetragen haben? "Das ist eine Verschriftung von Wahrnehmungen, wo man sich fragt, wer die Halluzinationen hat", beklagt Strate.
Diese Strategie zeichnete sich ja bereits weit im Vorfeld ab. Was Mitarbeiter einer Klinik dokumentieren, das kann nur von denen halluziniert sein.

Zitat
Da fällt dem Zeugen auf, dass er sowieso aus den falschen Unterlagen vorgelesen hat, sie sind für das Gericht gar nicht verwertbar. Gelächter und Kopfschütteln im Gerichtssaal. Auch Mollath lacht mit - und nimmt die Entbindung von der Schweigepflicht wieder zurück.
Ähnlich bei Pfäfflin, der nur 30 Seiten aus seinem Gutachten vorträgt (das Gutachten ist 50 Seiten lang). Ich bilde mir ein, auch er ist nicht von der Schweigepflicht entbunden worden (ich finde jetzt die Stelle nicht, wo das berichtet worden ist), auch wenn die Verteidigung alle Gutachten ins Netz gestellt hatte. Für die Öffentlichkeit waren sie gut, vor Gericht dürfen sie nicht verwendet werden. 

Soo genau will man dann auch wieder nicht hören, was Dr. L. und Prof. P. zu sagen haben. Dieses Detail kommt übrigens bei Pascal Durain nicht vor.

edit. Ach ja, hier:
 
Zitat
Er [Pfäfflin - P.] las aus seinem Gutachten vor. Allerdings nur die Anknüpfungstatsachen. Für die Aussage über die Befunde – obwohl längst im Internet veröffentlicht – hatte er keine Schweigepflichtentbindung. Nach meinem Eindruck blieb durch diese Begrenzung eine Möglichkeit ungenutzt.

Denn das Thema „ungenügende psychiatrische Gutachten“ oder „unschlüssige Gefährlichkeitsprognose“ wird auf diese Weise nicht angemessen erörtert werden können, obwohl es zentral ist. Ausgerechnet eine kritische Frage des Sachverständigen Nedopil an Pfäfflin, ob dieser den angeblichen „Wahn“ des Angeklagten, seine Ehefrau und ihre Bekannten/Freunde hätten seine Unterbringung bewirkt, als realitätsfern oder –nah eingeschätzt habe, wurde von der Verteidigung beanstandet mit der Begründung, dies sei schon ein Aspekt des Befundes.
http://blog.beck.de/2014/07/23/m-glichkeiten-und-grenzen-des-strafprozesses-der-elfte-tag-der-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath
Strate versucht also, die Fachmeinung zu unterdrücken, um der Volksexpertise Geltung zu verschaffen. Deswegen setzt er alles daran, Nedopil zu verhindern, der doch, naiv betrachtet, nur Strate zupass kommen könnte, indem er L. und P. einstampft. Für die Hartgesottenen unter den Verehrern kann dann alles beim Alten bleiben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 14:56:53
Als Laie gefragt, heisst das, die Verteidigung lässt die  Verlesung der Symtome zu, verhindert aber die Veröffentlichung der Diagnose?

Das gehört m.e. in den blog.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 15:21:19
....zur Befragung Dr. Leipziger.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/gericht-prueft-gutachten-ueber-mollath/1097111/gericht-prueft-gutachten-ueber-mollath.html

Zitat
2006 haben Sie ja bestimmt, mich vor einem Urteil nach Straubing zu verlegen, auf welcher Rechtsgrundlage haben Sie das durchgeführt?" Nach kurzer Beratung mit seinem Rechtsbeistand sagt Leipziger, er habe tägliche Auseinandersetzungen mit Mollath und Mitpatienten befürchten mussten, so habe er versucht, die Situation zu entzerren. Das Gericht, damals die Strafkammer, sei damit einverstanden gewesen. Mollath: "Ist Ihnen bekannt, dass ich vorher ein längeres Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele verfasst habe, (...) der teilte mir später mit, mein Schreiben sei nie eingegangen. War dieses schreiben ein Grund für meine Verlegung?" Leipziger will von diesem Schreiben nichts gewusst haben.

Das fragt er wirklich während Nedopil daneben sitzt?

Ach macht ja nichts die grosse Krähenverschwörung bereitet er ja vorsorglich schon vor.

Zitat
Mollath will dann wissen, in welcher Verbindung, die Gutachter zu Leipziger stehen, mit denen Mollath zu tun hatte. Leipziger sagt, er kenne Prof. Kröber als Lehrstuhlinhaber für forensische Psychiatrie in Berlin, er sei auch mal Referent in Bayreuth bei einer Tagung gewesen. Leipziger bestätigt, er sei von Kröber zu einem Vortrag unter dem Motto "Unser Gustl" eingeladen worden, aber der Vortrag in Potsdam habe nicht stattgefunden. Auch Friedemann Pfäfflin kenne Leipziger als renommierten Psychiater, er habe regelmäßig Kontakt zu Dr. Wörthmüller. Mollath: "Und zu Professor Nedopil?" - Leipziger: Er kenne Nedopil seit knapp 30 Jahren noch aus seiner Zeit an der Münchner Universität, er sei ein "hervorragend- ausgewiesener Fachmann", der auch schon Vorträge in Bayreuth gehalten hat.

Schade das Regensburg so weit ist, scheint ja hoch herzugehen dort.

Zitat
Das Publikum johlt immer wieder, Escher bittet um Ruhe, vor Gericht lache man auch nicht, das sei kein Theater.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 15:50:33
Zitat
Mollath will dann wissen, in welcher Verbindung, die Gutachter zu Leipziger stehen, mit denen Mollath zu tun hatte. Leipziger sagt, er kenne Prof. Kröber als Lehrstuhlinhaber für forensische Psychiatrie in Berlin, er sei auch mal Referent in Bayreuth bei einer Tagung gewesen. Leipziger bestätigt, er sei von Kröber zu einem Vortrag unter dem Motto "Unser Gustl" eingeladen worden, aber der Vortrag in Potsdam habe nicht stattgefunden. Auch Friedemann Pfäfflin kenne Leipziger als renommierten Psychiater, er habe regelmäßig Kontakt zu Dr. Wörthmüller. Mollath: "Und zu Professor Nedopil?" - Leipziger: Er kenne Nedopil seit knapp 30 Jahren noch aus seiner Zeit an der Münchner Universität, er sei ein "hervorragend ausgewiesener Fachmann", der auch schon Vorträge in Bayreuth gehalten hat.
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/gericht-prueft-gutachten-ueber-mollath/1097111/gericht-prueft-gutachten-ueber-mollath.html
Diese Bande, versippt und verschwägert; stecken alle unter einer Decke. Aber wenn jeder in eigenem Saft schmoren würde ohne jeden Kontakt zum Fachkollegen, wärs auch wieder nicht recht. Einzige Lösung: professionelle Begutachtung gehört ausgeräuchert, und, seien wir konsequent, Psychiatrie gehört abgeschafft. Hört man ja öfter. Und es gibt ja auch schon genügend wortreiches Papier dazu. Selbsthilfebücher reichen völlig.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 24. Juli 2014, 15:59:45
Zitat
Das schränkt die Vernehmung ein. Leipziger soll jetzt nur über einen Zeitraum zwischen März und August 2006 aussagen dürfen, in dem Mollath im BKH Bayreuth untergebracht war.

Zitat
Danach wird der Zeuge entlassen. Die Sitzung ist bis 14 Uhr unterbrochen.

Irgendwie habe ich die Stelle nicht gefunden, in der vom Hamburger Staranwalt das Gutachten in der Luft zerissen wurde?  8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 24. Juli 2014, 19:44:27
Weiß nicht, ob diese Begebenheit schon mal geschildert wurde:

Zitat
Nun ist es natürlich für Außenstehende schwierig, das Innenverhältnis zwischen einem Anwalt und seinem Mandanten zu beurteilen. Unwillkürlich jedoch muss ich an eine öffentliche Brüskierung denken, die Mollath seinem Anwalt schon am 2. November 2013 angedeihen ließ, und deren Zeugin ich wurde. Diese begab sich anlässlich eines gemeinsamen Mittagessens in Bamberg in einem voll besetzten Gastraum, wo Gustl Mollath Gerhard Strate zunächst die Unterschrift unter eine dringend benötigte Vollmacht verweigerte. Er tat dies mit der Begründung, in diesem Wiederaufnahmeverfahren werde sowieso nichts aufgeklärt, der Prozess werde eine Farce werden, die jeder beliebige Pflichtverteidiger führen könne: Dazu benötige er Strates Dienste nicht! Einige am Nebentisch sitzende Gäste, die Mollath natürlich erkannt hatten, schienen diese niederschmetternde Unterhaltung höchst interessant zu finden. Dass Gerhard Strate sich damals dennoch bereitfand, nur eine halbe Stunde später an einem Treffen mit Mollaths Unterstützerkreis teilzunehmen, weswegen er extra von Hamburg nach Bamberg gefahren war, fand ich schon damals erstaunlich. Im Anschluss an das Treffen hatte sich die Lage wieder beruhigt, Stunden später wurde die Vollmacht dann doch noch ausgestellt.

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-11-tag.html

Die Schuld wird nun offenbar Heidungsfelder zugeschoben, auch wenn es angesichts der bisherigen Zeugenaussagen, Ereignisse und vorliegenden Dokumente für alle, die das ganze halbwegs objektiv verfolgen, klar geworden sein müsste, dass Mollath wohl nicht das völlig unschuldige Opfer ist. Inwieweit eine Gefahr für die Allgemeinheit bestand und ob die Dauer der Unterbringung gerechtfertigt war, ist eine schwierigere Frage, aber ein Freispruch erster Klasse scheint mir eher unwahrscheinlich zu sein, auch wenn das Teile der Anhängerschaft anscheinend immer noch so sehen. Wirklich realistisch wäre ein diesen Erwartungen entsprechendes Verfahren ja eigentlich nur dann gewesen, wenn alle Zeugen für Mollaths Tätlichkeiten und Einschüchterungen inklusive der medizinischen Gutachter zugegeben hätten, dass sie alles nur erfunden haben.
Der Tankstellen-Fall ist nicht mit in das Verfahren eingeflossen, aber ich vermisse nach wie vor eigentlich Zeugen, die den Mollath der fraglichen Zeit glaubhaft als den liebenswert-knorrigen Idealisten schildern, als den ihn viele scheinbar sehen wollen. Gegenteilige Aussagen von bspw. Nachbarn sind zwar vorhanden, aber bislang anonym (aus für mich nachvollziehbaren Gründen) und daher auch nicht wirklich prüfbar. Mein Mitleid mit Strate hält sich auch in Grenzen, er hat sich zwar vom "Pöbel" distanziert, ihn aber mindestens indirekt immer befeuert und für seine bzw. Mollaths Zwecke (grundsätzlich legitimerweise) ausgenutzt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 24. Juli 2014, 20:02:39
Zitat
Das schränkt die Vernehmung ein. Leipziger soll jetzt nur über einen Zeitraum zwischen März und August 2006 aussagen dürfen, in dem Mollath im BKH Bayreuth untergebracht war.

Zitat
Danach wird der Zeuge entlassen. Die Sitzung ist bis 14 Uhr unterbrochen.

Irgendwie habe ich die Stelle nicht gefunden, in der vom Hamburger Staranwalt das Gutachten in der Luft zerissen wurde?  8)

Zitat
Nein, Dr. Leipziger muß sich jetzt schon allein verteidigen. Kröber wird ihm nicht beistehen. Und zwar vor erstmals kritischen Juristen, und, was ihn noch viel mehr beeindrucken wird, unter dem Blick und den Nachfragen von Prof. Nedopil. Nun sind die beiden gut bekannt miteinander, und so sollte man befürchten, daß Nedopil ihn schont. Ich bin aber nicht sicher, daß das passieren wird. Dr. Leipzigers Gutachten ist derartig unprofessionell, daß niemand, nicht einmal Kröber, es halten kann und konnte, ohne wissenschaftlich zu versagen. Vor einer bayerischen Strafvollstreckungskammer war das für Kröber ein Heimspiel, denn die wollte ja drinlassen entsprechend der bayerischen Sicherheitsdoktrin, der es um Wissenschaftlichkeit von Begründungen nicht geht. Auch Verfassungsgerichtsentscheidungen ignorieren Bayreuth und Bamberg gern, und das gilt bis heute. Ein Dr. Simmerl, der die absurde Leipziger-Diagnose von isolierter Wahnstörung, wahlweise Schizophrenie, strikt verneinte (zurecht), mußte in diesem System untergehen.

Ich denke mal, daß Dr. Leipziger vor der avisierten Vernehmung als Zeuge am 24.7.2014 Manschetten haben wird. Ebenfalls zurecht. Dieses Erlebnis eines Menschen, der ansonsten Autokrat eines rechtlich ungeregelten Gewaltverhältnisses, nämlich der forensischen Psychiatrie in Bayern ist, gönne ich ihm. Was seine Untergebenen sich so an Stellungnahmen zwischen Stasi und Küchenpsychologie zurechtpinseln, hat jedenfalls mit Wissenschaft nichts zu tun. Aber bislang hat es ja gereicht, die unterkomplexe StVK Bayreuth zu erfreuen, die sich vom OLG Bamberg beschützt weiß, das wiederum nur durch das BVerfG auf rechtsstaatlichen Kurs gebracht werden kann. Wenn auch nicht nachhaltig.

... So meine Prognose.

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-2/#comment-38477

Ist ja quasi 1:1 so eingetreten....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 20:03:06
Zur Glaubwürdigkeit des einzigen Entlastungszeugen.
Zitat
Edward Brauns Strafregister wird anschließend verlesen. Braun, ein Zahnarzt aus Bad Pyrmont, hatte vor zwei Wochen ausgesagt, von Mollaths Frau einen Anruf erhalten zu haben, in dem sie ihrem Gatten damit gedroht habe, sollte er keine Ruhe geben, würde sie seinen Geisteszustand prüfen lassen. Er wurde beeidigt. Nun stellt das Gericht fest: Braun wurde 2009 zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/122466688
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 24. Juli 2014, 20:08:09
Zitat
Stunden später wurde die Vollmacht dann doch noch ausgestellt.

der meint es nicht so, der will nur spielen.

...wenn der G:M so weitermacht, gibts am Ende vielleicht eine Lex G:M, die bestimmt, dass Leute, die sich wie G:M benehmen, zwangspsychiatrisiert werden müssen...jedenfalls tut er allen, denen es mit um Psychiatrie oder auch Psychiatriedefizite ernst ist, einen Bärendienst. Erstrecht denen, die aus einer Klinik entlassen wurden, weil gesund können die ja nicht sein, wenn selbst der G:M raus durfte...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 24. Juli 2014, 20:29:12
@Frh. v. Mesmer:

Wenn der Prozess zuende ist und der ganze Medienrummel aufhört, dann wird G:M schon wieder in irgendeiner Form Betriebsamkeit entfalten - gemeinsam mit seinem Kumpel Heidingsfelder - und Leuten auf die Nerven gehen.

@Pelacani:
Das hat schon was, dass Mollaths Freund und Entlastungszeuge ausgerechnet wegen massiver Steuerhinterziehung verknackt worden ist - wo es doch darum geht, den größten Schwarzgeldskandal
aller Zeiten aufzudecken...

 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 21:02:23
@MountainKing

Gabriele Wolff ist nun wirklich nicht satisfaktionsfähig. Wenn es in diesem Verfahren irgendetwas gibt, das außer Zweifel steht, dann das.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 24. Juli 2014, 21:07:14
Wenn der Prozess zuende ist und der ganze Medienrummel aufhört, dann wird G:M schon wieder in irgendeiner Form Betriebsamkeit entfalten - gemeinsam mit seinem Kumpel Heidingsfelder - und Leuten auf die Nerven gehen.

Aber es werden wohl weniger Leute zuhören. Diese Prognose traue ich mir jetzt zu  ;). Der Nimbus hat Kratzer.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 25. Juli 2014, 01:47:00
Zu den Mysterien des Mollath-Prozesses gehört für mich, dass es angeblich juristisch in Ordnung ist wenn Strate den Volltext der Gutachten online stellt, dass aber andererseits die damaligen Sachverständigen unter Bezugnahme auf die Schweigepflicht vor Gericht zu diesen Gutachtentexten keine Erläuterung geben dürfen:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zwei-psychiater-sagten-aus-a-982798.html
Zitat
... Zudem sagten zwei Psychiater aus - soweit sie das durften.
Zitat
Klaus L. hat das Gutachten verfasst, auf dessen Grundlage das Nürnberger Landgericht Mollath im Jahr 2006 wegen Schuldunfähigkeit freisprach und in die Psychiatrie einwies. Das Gutachten entstand, nachdem Mollath vom 14. Februar 2005 an für fünf Wochen im Bezirkskrankenhaus bei L. untergebracht gewesen war, gegen seinen Willen. Dort hatte er zwar mit dem Chefarzt und anderen Mitarbeitern geredet, sich aber nicht auf ein ausführliches Gespräch zur Begutachtung eingelassen.

Was L. in dieser Zeit von Mollath erfahren hat, entscheidet die Vorsitzende Richterin Elke Escher, darf im Wiederaufnahmeverfahren nicht verwendet werden. Gustl Mollath selbst entbindet den Psychiater nur teilweise von seiner Schweigepflicht. Über die Zeit, die Mollath nach dem Urteil in seiner Klinik verbrachte, darf L. auch nichts sagen. Und so kommt es, dass an diesem Tag vor Gericht nicht viel darüber zu erfahren ist, wie L. seinen Patienten wahrnahm und wie er zu seiner Diagnose kam.

Eines aber möchte er in diesem Zusammenhang schon loswerden: Herr Mollath habe behauptet, er habe damals in seiner Klinik kein einziges Mal mit einem Arzt gesprochen. "Das hat mich verwundert, weil es doch Gespräche mit Mitarbeitern und mir gab."

"Dass er gefesselt war, glaube ich nicht"

Worüber L. etwas sagen darf, ist die Verhandlung vor dem Nürnberger Landgericht. Er hatte sich damals Notizen gemacht, die hat er dabei. Mollath habe Schwierigkeiten gehabt, sich dem Duktus der Hauptverhandlung anzupassen und habe immer nur von seinen Dingen reden wollen...

Daran scheint sich auch heute definitiv nichts geändert zu haben.
Bin schon auf Nedopil gespannt ...

BTW: Heidingsfelder über Nedopil:
https://twitter.com/goalgetter32/status/492331781660897280
Zitat
@goalgetter32: Infotweet: Morgen gibt es die Nedopil-Lachnummer. Was will da wohl rauskommen? Nedopil habe heute wieder extrem unterm Tisch gezittert!
Heidingsfelder in Kombi mit Mollath - zwei Ritter von der traurigen Gestalt!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 07:13:53
Zumindest Frau Lakotta schafft es abseits der verfahrenstechnischen Nebelkerzen der Verteidigung zu berichten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zwei-psychiater-sagten-aus-a-982798.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 09:47:41
Zitat
Mollaths Verkehrsunfall-Version löst sich in Luft auf

Die Verletzungen an Gustl Mollath Ex-Frau vom August des Jahres 2001 stammen offenbar nicht von einem Verkehrsunfall. In dem genannten Zeitraum sei keine Frau mit diesem Namen untersucht worden, sagte ein Sprecher der von Mollath genannten Klinik. Mollaths Verteidiger Gerhard Strate hatte vor anderthalb Wochen einen entsprechenden Beweisantrag gestellt. Mollath hatte berichtet, in den ersten zwei Augustwochen des Jahres 2001 sei seine Frau aus einem fahrenden Auto gesprungen. Die in der Anklage beschriebenen Verletzungen könnten von diesem Unfall stammen. Mollath hatte erklärt, nach dem Unfall mit seiner Frau beim Arzt gewesen zu sein.
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag12-100.html
In diesem konkreten Fall hat Dr. Strate glücklicherweise recht: es wird nichts Justiziables hängenbleiben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 25. Juli 2014, 10:24:31
Die haben in dieser Klinik doch garantiert auch alle Konten bei der Hypobank.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 25. Juli 2014, 11:39:11
Die haben in dieser Klinik doch garantiert auch alle Konten bei der Hypobank.
nein, nicht die, nur ihre Lebenspartner, Onkels, Tanten, Kinder, usw. Warum auch nicht, irgenwohin muss man sein Geld ja tragen, und jetzt davon auszugehen, dass die Hypobank die eine Bankt mit proaktiv-flexiblen Kundenbindungsstrategien wäre, ist nur ein Indiz dafür, das DU dich in der Branche nicht auskennst, was ein Indiz dafür ist, dass DU nicht über die Mitt€l verfügst, die üblicherweise Branchenkenntnise erweitern.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 12:29:31
Damit dürfte Professor Nedopil jetzt auch zu den Bösen gehören, und damit dem üblichen shistorm und den üblichen Bedrohungen der Unterstützerszene ausgesetzt sein.

Zitat
Jörg Völkerling ‏@jv_joevoe 6 Min.
Gutachter Nedopil hält Diagnose "wahnhafte Störung" für Mollath für "nachvollziehbar". Dies sagte er am 13. Prozesstag in Regensburg...................

https://twitter.com/hashtag/mollath?f=realtime
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 25. Juli 2014, 12:48:38
Eine Diagnose, die jeder mit ein wenig Hintergrundwissen oder wenigstens halbwegs neutraler Betrachtung angesichts der Dokumente und des Verhaltens nachvollziehen kann.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 12:49:50
Zitat
Nach Nedopils Ausführungen ist Pause; Mollaths Verteidiger Strate beantragte zuvor, die Vernehmung des Sachverständigen auf Montag zu vertagen, um in Ruhe das Gutachten prüfen zu können. Die Staatsanwaltschaft lehnte das ab.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Mal gespannt inwieweit es Strate schafft, über Mittag, Herrn Mollath runterzubremsen, kann mir nur schwer vorstellen, dass er das auf sich sitzen lässt.

Zitat
Nedopil fürhrt aus, das in keinem der vorherigen Gutachten dargelegt, wie die Reifenstechereien mit einem Wahn begründet werden könnten. Doch von alle Gutachtern wurden auffällige Persönlichkeitsmerkmale (Rigidität, Selbstüberschätzung, Übernachhaltigkeit, egozentische Sichtweise) diagnostiziert, die er hier auch gesehen habe. Eine Störung sei aber nicht ohne ohne weitergehende Untersuchung möglich. Eine Persönlichkeitsstörung sei aus seiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu begründen, aber auch nicht auszuschließen. Die Ausnahmesituation (Ehestreit) könne zwar zu einer Persönlichkeitsstörung geführt haben: Mollath habe seine eigene politische Wirksamkeit so dargestellt, dass sie nicht der Realität entsprach, die Diagnose einer wahnhaften Störung, ausgehend von den Jahren 2004/05, sei als Hypothese zulässig. Am Ende aber bleibe die Unsicherheit. Eine verminderte Steuerungsfähigkeit können ebenfalls nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, aber keinesfalls positiv angenommen werden. Eine begründete Gefährlichkeit könne nicht nachgewiesen werden, daher sei die Vorraussetzung einer Unterbringung nach Paragraf 63 (verminderte Schuldfähigkeit) nicht anzunehmen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 13:12:17
Eine Diagnose, die jeder mit ein wenig Hintergrundwissen oder wenigstens halbwegs neutraler Betrachtung angesichts der Dokumente und des Verhaltens nachvollziehen kann.
Sehe ich auch so, keine Überraschung. Die gewisse Reserve, die in dem Wort "Nachvollziehbarkeit" steckt, ist hier wohl lediglich dem unausweichlichen Vorbehalt geschuldet, dass keine eigene Exploration und kein eigenes zeitnahes Erleben möglich war.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 14:11:38
Auch das ist keine Überraschung  :rofl2

Nordbayrischer Kurier:
Gutachter schließt Wahn bei Mollath nicht aus
Süddeutsche:
Eine psychische Störung ist nicht nachweisbar
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 14:19:16
Ist eigentlich schon raus, ob  Gustl Mollath auch die Steuerhinterziehung seines Freundes Edward Braun aufgedeckt und bei den Behörden angezeigt hat?

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zwei-psychiater-sagten-aus-a-982798.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 15:25:50
Jetzt ist die zweite Woche auch rum, zur Befragung des Gutachters Nedopil durch Herrn Mollath, die Mttelbayrische Zeitung:

Zitat
Immer wieder stellt Mollath Fragen, die Nedopil kaum beantworten kann. Der Angeklagte hält Nedopil minutenlang Aussagen von Richtern und Verteidigern vor. Er spricht, um vieles klar zu stellen - vor allem warum er seine Verteidiger so häufig gewechselt hat. Mit der Anklage hat das aber nicht viel zu tun. Daher muss Escher eingreifen: "So geht das nicht weiter". Sie habe zwar Verständnis, aber entweder berate sich Mollath mit seinen Verteidigern oder er beende seine Vernehmung.


http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Zitat
"Ich gebe da auf. Herr Nedopil hat falsche Eindrücke von mir gewonnen. Ich könnte sie ausräumen, ich kann sie hier aber nicht richtig stellen. Das ist mir hier nicht möglich." Einer seiner Unterstützer klatscht.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 15:32:45
Der Gutachter schließt eine psychische Erkrankung aus, aber nicht eine Persönlichkeitsstörung. Die haben ja auch andere Gutachter bereits erkannt. Wegen einer Persönlichkeitsstörung  ist aber niemals eine Schuldunfähigkeit möglich und Mollath hätte ganz normal in den Bau wandern müssen. Ohne Zweifel saß Mollath also zu Unrecht in der Psychiatrie.

Nedopil stellt Leipziger ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus. Leipziger hätte, um diesen Fehler zu vermeiden, eine nähere Untersuchung vornehmen müssen.

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 15:39:43
Der Gutachter schließt eine psychische Erkrankung aus, aber nicht eine Persönlichkeitsstörung. Die haben ja auch andere Gutachter bereits erkannt. Wegen einer Persönlichkeitsstörung  ist aber niemals eine Schuldunfähigkeit möglich und Mollath hätte ganz normal in den Bau wandern müssen. Ohne Zweifel saß Mollath also zu Unrecht in der Psychiatrie.

Nedopil stellt Leipziger ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus. Leipziger hätte, um diesen Fehler zu vermeiden, eine nähere Untersuchung vornehmen müssen.

Keine Ahnung wo du das rausliest, kann es sein dass Du die aktuelle Stellungnahme mit der Zeit der angklagten Gewaltdelikte verwechselst?

Zitat
Nedopil könne nicht ausschließen, dass eine Persönlichkeitsstörung vorliegt und dass eine wahnhafte Störung vorgelegen haben könnte - zum Zeitpunkt der Ehekrise.

Wie hätte Leipziger ihn den näher untersuchen können, wenn sich Herr Mollath weigert untersucht zu werden? Durch die Blume gibt ihm Nedopil ja zu verstehen dass es ziemlich dämlich ist diese Zusammenarbeit  zu verweigern.....

Zitat
Er könne nicht nachvollziehen, wie Mollath sagen könne, "zu dem gehe ich nicht." Früher habe er diese Aussagen benutzt, um von ihm das Bild eines kritischen Vertreters seiner Zunft zu zeigen. Wenn man sich zu Unrecht in der Forensik untergebracht sieht, gebe es doch keinen anderen Menschen, der einen da wieder rausholen könne, als einen, der eine bessere oder gleichwertige Kompetenz hat als derjenige, der einen dort reingebracht hat. "Aus ihrer Sicht hätte ich mich begutachten lassen."


http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath


Und beim BR:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-13-102.html



Zitat
    "Das war genau so, wie ich es erwartet habe: Ein Spagat, damit Kollegen geschützt bleiben und damit die Institutionen wie Gericht und Staatsanwaltschaft nicht schlecht dabei wegkommen. Das ist natürlich alles zu meinen Lasten."

Gustl Mollath
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 25. Juli 2014, 15:41:24
Der Gutachter schließt eine psychische Erkrankung aus, aber nicht eine Persönlichkeitsstörung. Die haben ja auch andere Gutachter bereits erkannt. Wegen einer Persönlichkeitsstörung  ist aber niemals eine Schuldunfähigkeit möglich und Mollath hätte ganz normal in den Bau wandern müssen. Ohne Zweifel saß Mollath also zu Unrecht in der Psychiatrie.

Nedopil stellt Leipziger ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus. Leipziger hätte, um diesen Fehler zu vermeiden, eine nähere Untersuchung vornehmen müssen.

Äh, hast Du das hier gelesen?:

Zitat
Eine Persönlichkeitsstörung sei aus seiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu begründen, aber auch nicht auszuschließen. Die Ausnahmesituation (Ehestreit) könne zwar zu einer Persönlichkeitsstörung geführt haben: Mollath habe seine eigene politische Wirksamkeit so dargestellt, dass sie nicht der Realität entsprach, die Diagnose einer wahnhaften Störung, ausgehend von den Jahren 2004/05, sei als Hypothese zulässig.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 15:47:40
Keine Ahnung wo du das rausliest, kann es sein dass Du die aktuelle Stellungnahme mit der Zeit der angklagten Gewaltdelikte verwechselst?
Zitat

Nein, der BR hat ordentlich nicht nur Halbzitate veröffentlicht.

Zitat

Wie hätte Leipziger ihn den näher untersuchen können, wenn sich Herr Mollath weigert untersucht zu werden? Durch die Blume gibt ihm Nedopil ja zu verstehen dass es ziemlich dämlich ist diese Zusammenarbeit  zu verweigern.....

Wenn er das nicht kann, ist das ärztlich ethisch eine einfache Sache: Man sagt, dass man es nicht kann.

Zitat
Er könne nicht nachvollziehen, wie Mollath sagen könne, "zu dem gehe ich nicht." Früher habe er diese Aussagen benutzt, um von ihm das Bild eines kritischen Vertreters seiner Zunft zu zeigen. Wenn man sich zu Unrecht in der Forensik untergebracht sieht, gebe es doch keinen anderen Menschen, der einen da wieder rausholen könne, als einen, der eine bessere oder gleichwertige Kompetenz hat als derjenige, der einen dort reingebracht hat. "Aus ihrer Sicht hätte ich mich begutachten lassen."


Ja, das ist eben Mollath. Aber es ist erlaubt so deviant zu sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 15:50:31
Mr. Spock wäre nicht Mr Spock wenn er nicht wüsste was eine Hypothese und eine Diagnose ist. Der Prof. Nedopil weiß sicher was eine Hypothese ist, denn der betreut Doktorarbeiten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 15:52:51
Zitat
Nein, der BR hat ordentlich nicht nur Halbzitate veröffentlicht.

Stimmt. http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-13-102.html

Zitat
Nicht gefährlich, aber krank
Trotzdem hält der Gutachter Mollath für psychisch krank. Er betonte aber, dass diese Diagnose als Hypothese behandelt werden müsse, weil er ihn ja nicht habe psychiatrisch untersuchen können. Unter welcher psychischen Störung er genau leide, bleibt allerdings offen. Es gebe nachvollziehbare Gründe, die Diagnose einer "wahnhaften Störung" zu stellen, so Nedopil.

Zitat
Um eine gesicherte Diagnose erstellen zu können, müsste er bei einer Untersuchung klären, ob Mollath in der Lage sei, sein geschlossenes System zu verlassen.




Zitat
eenn er das nicht kann, ist das ärztlich ethisch eine einfache Sache: Man sagt, dass man es nicht kann.
Um ihn frei- und seine Frau erwürgen zu lassen?

Zitat
Ja, das ist eben Mollath. Aber es ist erlaubt so deviant zu sein.

Es ist auch erlaubt wahnkrank zu sein, die Erlaubnis ändert aber nichts am Zustand.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 15:53:16
Zitat
Nedopil erläutert am Freitag vor Gericht, dass der von seinen Kollegen formulierte Verdacht einer wahnhaften Störung damals nicht abwegig gewesen sei. Es hätte aber weitere Untersuchungen geben müssen, betont er.

Aus für Leipziger. Er hat es ja nichtmal im Jahr 2007 getan als ein weiterer Psychiater wegen eines Betreuungsverfahrens keine psychiatrische Erkrankung fand.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 15:55:09
Zitat
Um ihn frei- und seine Frau erwürgen zu lassen?

Nein, um ganz normal nach dem Gesetz bestraft zu werden. So funktioniert hier der Staat üblicherweise.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 15:59:27
Zitat
Um ihn frei- und seine Frau erwürgen zu lassen?

Nein, um ganz normal nach dem Gesetz bestraft zu werden. So funktioniert hier der Staat üblicherweise.

Üblicherweise zieht man Menschen bei denen die Gefahr besteht, dass sie andere umbringen aus dem Verkehr.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherungsverwahrung
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 15:59:34
Es muss vorausgeschickt werden, dass Pascal Durain zwar einerseits offensichtlich um Genauigkeit und Ausführlichkeit bemüht ist, andererseits aber schon gelegentlich Knackpunkte verpasst hat. Ich erlaube mir den einen oder anderen Gedanken.

Zitat
Mollaths Geschichte habe zwei reale Kerne: Seine Frau sei an die Justiz herangetreten, wann man ihren Mann endlich unterbringe. Und: Wenn Mollath an die Öffentlichkeit gehe, hat das Konsequenzen für die Bank. Letzteres hätten die Gutachter damals aber nicht gewusst.
Der erste Satz ist ein bisschen missverständlich. Er gab wohl nicht erst nach dem 03.01.2003, dem Tag, an dem ihn seine Frau angezeigt hat, Auffälligkeiten. Die Anlasstat lag davor, und für die Anlasstat konzediert N. eine mögliche verminderte Steuerungsfähigkeit. Und das Motiv des Herrn M. für den Krieg mit der HVB bleibt völlig unberührt. Weder „Friedenskampf“ noch „Schutz der Ehefrau“ können als solches ernstgenommen werden.

Zitat
Meindl verweist auf die Vorbehalte des Angeklagte [sic] gegenüber Zeugen, die er immer wieder nach Kontakte zu Martin M. oder nach ihrem Geburtsnamen fragte, um sie mit Schwarzgeldkonten in Verbindung zu bringen: "Ist ein Rückschluss dahingehend zu ziehen, dass die Gedankenwelt, die Privatrealität, auch heute im Jahr 2014, zumindest gestört ist?" - Nedopil: "Es ist sicher so, dass er übermäßig misstrauisch ist, Zusammenhänge zu finden. (...) Gegen den Wahn spricht, (...), dass er sich damit (den Antworten der Zeugen) zufrieden gegeben hat."
Heute. Er hat zumindest so viel Kritikfähigkeit bewiesen, dass er seine Ideen in aussichtslosen Situationen für sich behält, auch wenn er sie nicht aufgegeben hat. Anders wäre Strate nicht soweit mit ihm gekommen.

Zitat
Strates Stimme wird lauter: "Sie wissen nichts über die anderen Mandatsverhältnisse, der einzige, den wir gehört haben, war Rechtsanwalt D. (Mollaths Pflichtverteidiger)."
Er hat immerhin 6000 Seiten Text gelesen, sagt er. Vielleicht gibt es da die eine oder andere begründete Vermutung?

Zitat
Später hält ihm Strate Passagen aus der Vernehmung Dr. Wörthmüllers bei der Staatsanwaltschaft vor. Wörthmüller hatte sich damals für befangen erklärt, als er Molalth begutachten sollte. Nedopil zieht ihn immer wieder als Beispiel in seinem Gutachten heran, um Mollaths Hang zu Übertreibungen zu untermauern. - Nedopil: "Ich bleibe dabei, die Einschätzung der Staatsanwaltschaft überzeugt mich nicht." Meindl: "Ich bin ja auch kein Psychiater."
Sind wir jetzt fertig mit der Wörthmüller-Episode?

Zitat
Er könne nicht nachvollziehen, wie Mollath sagen könne, "zu dem gehe ich nicht." Früher habe er diese Aussagen benutzt, um von ihm das Bild eines kritischen Vertreters seiner Zunft zu zeigen. Wenn man sich zu Unrecht in der Forensik untergebracht sieht, gebe es doch keinen anderen Menschen, der einen da wieder rausholen könne, als einen, der eine bessere oder gleichwertige Kompetenz hat als derjenige, der einen dort reingebracht hat. "Aus ihrer Sicht hätte ich mich begutachten lassen."
Wenn ein Psychiater, der tiefer in die Abgründe der Seele geblickt hat als jeder andere, sagt, er könne nicht nachvollziehen, dann hat das mehr als eine umgangssprachliche Bedeutung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 16:01:57
Zitat
Zitat
Nedopil erläutert am Freitag vor Gericht, dass der von seinen Kollegen formulierte Verdacht einer wahnhaften Störung damals nicht abwegig gewesen sei. Es hätte aber weitere Untersuchungen geben müssen, betont er.

Aus für Leipziger. Er hat es ja nichtmal im Jahr 2007 getan als ein weiterer Psychiater wegen eines Betreuungsverfahrens keine psychiatrische Erkrankung fand.

Die er gefunden hätte, hätte er die Unterlagen zur Hand gehabt die seine Kollegen vorher hatten.  Und nochmal, wie hätte er gerade Herrn Mollath zwangsuntersuchen sollen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 16:06:37
Zitat
Nedopil erläutert am Freitag vor Gericht, dass der von seinen Kollegen formulierte Verdacht einer wahnhaften Störung damals nicht abwegig gewesen sei. Es hätte aber weitere Untersuchungen geben müssen, betont er.

Aus für Leipziger. Er hat es ja nichtmal im Jahr 2007 getan als ein weiterer Psychiater wegen eines Betreuungsverfahrens keine psychiatrische Erkrankung fand.

Solange ich den Wortlaut nicht kenne, glaube ich an eine subtile Verfälschung durch die Süddeutsche. Nedopil kann das nicht in dem Sinne gesagt haben, wie es hier nahegelegt wird, als Sorgfaltspflichtverletzung, "die hätten nur richtig untersuchen sollen". Ich interpretiere ihn allenfalls so, dass er meint, die Vorgutachter hätten etwas vorsichtiger mit ihren Schlussfolgerungen sein können. Das hat er übrigens vor längerer Zeit einmal in einem Interview angedeutet.

edit. Zur Simmerl-Kritik vgl. das Kröber-Gutachten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 16:12:45
Die er gefunden hätte, hätte er die Unterlagen zur Hand gehabt die seine Kollegen vorher hatten.  Und nochmal, wie hätte er gerade Herrn Mollath zwangsuntersuchen sollen?


Der Dr. Simmerl hat mehrere Stunden mit Mollath gesprochen.

Wenn der Herr Dr. Leipziger das nicht schafft, dann muss er eben sagen, dass er nichts untersuchen kann - auch wenn das alleine schon fachlich eine Peinlichkeit ist. Und er hätte mal auf seinen Kollegen hören können, der ja offensichtlich zu einem ganz anderen Ergebnis kam. Immerhin beraubt er einen Menschen seiner Freiheit und hat schon deshalb äußerste Sorgfalt walten zu lassen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 16:17:08
Zitat
[........] äußerste Sorgfalt walten zu lassen.

Apropos, wäre es nach diesem Gutachten, für die Unterstützerszene, nicht an der Zeit auf Herrn Mollath zwecks einer privaten psychiatrischen Untersuchung und ggf. Behandlung einzuwirken?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 16:20:26
Der Dr. Simmerl hat mehrere Stunden mit Mollath gesprochen.

Du kämpfst nun die Kämpfe vergangener Tage, scheint mir. Hast Du neue Aspekte?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 16:22:08
Zitat
[........] äußerste Sorgfalt walten zu lassen.

Apropos, wäre es nach diesem Gutachten, für die Unterstützerszene, nicht an der Zeit auf Herrn Mollath zwecks einer privaten psychiatrischen Untersuchung und ggf. Behandlung einzuwirken?

Wieso bist Du denn so scharf auf Behandlungen für Leute, die sich wohlfühlen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 16:23:41
Zitat
[........] äußerste Sorgfalt walten zu lassen.

Apropos, wäre es nach diesem Gutachten, für die Unterstützerszene, nicht an der Zeit auf Herrn Mollath zwecks einer privaten psychiatrischen Untersuchung und ggf. Behandlung einzuwirken?

Wieso bist Du denn so scharf auf Behandlungen für Leute, die sich wohlfühlen.

Wenn jemand krank ist......., nicht dass noch was passiert. Wenn jemandem der sich wohl fühlt Krebs diagnostiziert wird würde ich ja auch entsprechend auf ihn einwirken. Andersrum schaut es so nach unterlassener Hilfeleistung aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 16:27:47

Du kämpfst nun die Kämpfe vergangener Tage, scheint mir. Hast Du neue Aspekte?

Wenn das nichts Neues ist, was ist dann neu. Mollath nicht gefährlich. Wen wunderts bei einem, der nicht mal eingesperrt in der Psychiatrie handgreiflich wurde.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 16:29:05

Du kämpfst nun die Kämpfe vergangener Tage, scheint mir. Hast Du neue Aspekte?

Wenn das nichts Neues ist, was ist dann neu. Mollath nicht gefährlich. Wen wunderts bei einem, der nicht mal eingesperrt in der Psychiatrie handgreiflich wurde.

Du hast ein "mehr" vergessen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 16:39:38
Du hast ein "mehr" vergessen.

Nein, aber "mehr" bezieht Nedopil auf die Taten in 2004. Seither hat Mollath nichts mehr getan - und saß trotzdem in der Forensik.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 16:45:29

Du kämpfst nun die Kämpfe vergangener Tage, scheint mir. Hast Du neue Aspekte?

Wenn das nichts Neues ist, was ist dann neu.
Das nennt man Torpfosten-Verschiebung. Nicht neu war, dass Simmerl mit ihm gesprochen hat.

Es muss vorausgeschickt werden, dass Pascal Durain zwar einerseits offensichtlich um Genauigkeit und Ausführlichkeit bemüht ist, andererseits aber schon gelegentlich Knackpunkte verpasst hat.
Und vielleicht ist das auch ein systematischer Fehler:
Zitat
Mollath beginnt seine Vernehmung mit einem Gutachten […]
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/122370081
Das ist völlig ernstgemeint. Der Angeklagte führt also eine Vernehmung durch.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 25. Juli 2014, 16:49:50
Du hast ein "mehr" vergessen.

Nein, aber "mehr" bezieht Nedopil auf die Taten in 2004. Seither hat Mollath nichts mehr getan - und saß trotzdem in der Forensik.

Ja weil er sich dummerweise geweigert hat das Aufzuklären. Spielen wir jetzt Möbiusband?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 25. Juli 2014, 16:58:24
Ja weil er sich dummerweise geweigert hat das Aufzuklären. Spielen wir jetzt Möbiusband?

Nedopil sagt ganz klar was Leipziger hätte tun müssen:

Haben die Psychiater, die hier tätig waren, haben die irgendwas falsch gemacht? "Ich glaube ich habe genügend Ausführungen zu meiner Einschätzung gemacht, und da wo ich nicht mit ihnen übereinstimme, habe ich das deutlich gemacht. (...) Wenn dann die Tatschen, auf denen er sein Gutachten stützt, nicht ausreichend sind, muss er das sagen." Das sei nicht immer passiert. Der gerichtliche Sachverständige müsse aussagen.

http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Da gibt es auch nichts zu diskutieren, denn das schreibt schon die ärztliche Ethik vor.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 25. Juli 2014, 17:02:13
Jetzt die heutige Sitzung, so wie sie vom SPIEGEL verstanden wurde:
Zitat
Gustl Mollath ist laut Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters nicht mehr gefährlich für die Allgemeinheit. Die Voraussetzungen für eine Unterbringung in der Psychiatrie seien daher nicht anzunehmen, sagte der Experte Norbert Nedopil am Freitag vor dem Landgericht Regensburg.

Die Diagnose einer wahnhaften Störung sei jedoch zumindest für die Zeit der Ehekrise, also etwa für die Jahre 2001/2002 "nachvollziehbar" , betonte der forensische Experte aus München. Dies gelte allerdings nicht für die Zeit, in der die Reifenstecher-Serie stattfand. Mollath wird vorgeworfen, seine damalige Frau 2001 geschlagen, gebissen und gewürgt zu haben, zudem soll er sie 2002 mehr als eine Stunde lang eingesperrt haben. Später soll er um die Jahreswende 2004/2005 in einigen Fällen Reifen von Autos zerstochen haben.
...

Selbstüberschätzung und Rechthaberei

Nedopil führte aus, die Überzeugung, in die Mollath sich damals "verrannt" habe, sei mit der Realität nicht in Übereinstimmung zu bringen gewesen. Zum Beispiel habe er seine eigene politische Wirksamkeit überschätzt, indem er in seinen Schreiben angab, er habe die "größte Friedensdemonstration Europas" ins Leben gerufen. Auch sei es nicht realistisch zu glauben, ein Arzt schreibe Gutachten im Sinne einer Bank oder sei Teil von Schwarzgeldschieberkreisen, weil sein Nachbar ein Banker ist.

Sollte Mollath die Taten begangen haben, könne er eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht mit Sicherheit ausschließen, sagte Nedopil. Dies gelte allerdings eher für die Übergriffe auf die Frau. Das Aufstechen von Reifen könne auch eine normalpsychologische Reaktion sein. Immerhin habe Mollath "eine Wut" gehabt. Dies lasse sich ohne Exploration jedoch nicht mehr mit Sicherheit klären. Jedoch sei auch in keinem der vorangegangenen Gutachten über Mollath ausgeführt worden, in welcher Weise die Taten wahnhaft begründet gewesen sein könnten.
Nedopil beschrieb Mollaths Verhalten weiter als egozentrisch, skurril und manieristisch anmutend. Er habe sich als "besonders rechtschaffen" gesehen und habe "Gerechtigkeit, oder was er selbst darunter verstand, kompromisslos, übernachhaltig und mit Rigidität verfolgt". Mollath neige zur Selbstüberschätzung und zur Rechthaberei. Dies habe sich auch in der Hauptverhandlung gezeigt.

Wenn sich der Betroffene einer Exploration verweigert, können Zweifel nicht ausgeräumt werden, sagte Nedopil. Aber es sei dann auch nicht die Aufgabe des Psychiaters, die Prügel dafür einzustecken.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-psychiater-nedopil-sieht-keine-gefahr-fuer-allgemeinheit-a-982872.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: 40_Fieber am 26. Juli 2014, 02:43:51
Wobei der schlimmste aller Fehler von Doc Leipziger im jetzigen Verfahren noch gar nicht erkannt wurde:

http://www.neuro24.de/schizophrenie.htm

Zitat
Akute Symptome einer Psychose und schleichend sich entwickelnde Auffälligkeiten können verschiedenste Ursachen haben. Zunächst ist die Diagnose Schizophrenie eine Ausschlussdiagnose. Dies bedeutet andere ursächlich behandelbare Erkrankungen müssen ausgeschlossen worden sein.

Ja, ist Alles nicht bequem. Aber wo und wann ist Medizin schon bequem. Wer es bequem haben will macht besser etwas anderes.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 26. Juli 2014, 11:05:40
Nedopil hat die Kommentatoren in Verwirrung gestürzt. Kein Bericht von seiner Stellungnahme deckt sich auch nur in wesentlichen Aspekten mit dem Bericht anderer.

Nehmen wir mal den BR (http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-13-102.html):
Zitat
Der Angeklagte habe außer den vorgeworfenen Taten keinerlei wahnhafte Handlungen gezeigt.
Was sollten „wahnhafte Handlungen“ sein? Vielleicht hat N. gesagt: er hat keine weiteren wahnbedingten Straftaten begangen. Dann würde eher ein Schuh draus.

Zitat
Er glaube nicht, dass die Reifenstechereien auf einen Wahn zurückzuführen seien. "Er hat ja eine berechtigte Wut gehabt", sagte Nedopil.
Ich zweifle, dass diese Worte so gefallen sind. Vielleicht hat N. gesagt: die Reifenstechereien würden sich auch aus dem Motiv einer normalpsychologisch verstehbaren, nicht im engeren Sinne krankhaften, Wut heraus erklären lassen. Das wäre noch lange nicht „berechtigt“.

Na usw., solche Interpretationsfallen lassen sich in fast allen Berichten finden. Außer bei Herrn Prof. Müller; denn er berichtet gar nicht, sondern kritisiert den Gutachter, weil der nicht das gesagt habe, was er selbst an dessen Stelle gesagt hätte. 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 26. Juli 2014, 15:04:21
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mollath-psychiater-nedopil-sieht-keine-gefahr-fuer-allgemeinheit-a-982970.html


SPON nochmal ausführlicher zum letzten Verhandlungstag.

Mollath fragte Nedopil, ob er von einer Anhörung von der Vollstreckungskammer wisse, vor einem Richter in Karohemd? Er sprang zu seiner Scheidungsverhandlung, bei der seine damalige Anwältin das Mandat niedergelegt hatte. Er selbst sei dort nicht erschienen, weil die Polizei ihn verfolgte, wegen seiner Schwarzgeldbeweise. Er habe befürchten müssen, "dort sofort verhaftet zu werden".

"Herr Mollath, es ist jetzt gut", sagte die Vorsitzende Richterin Elke Escher.

Mollath sprach weiter: Es treffe ihn, dass Nedopil den "kleinen Eklat" mit seinen Verteidigern für sein Gutachten benutzt habe. Der sei so entstanden: In seiner Not habe er noch Zeugen nennen wollen für die Begutachtung, die beschreiben könnten, wie er als Kind war. "Wäre das für Sie nicht wünschenswert gewesen?"

"Ich habe sehr deutlich gesagt, was wünschenswert gewesen wäre", antwortet Nedopil.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 26. Juli 2014, 15:53:39
Die nicht aufgetreten Zeugen hätten also einmal beschreiben sollen, wie GM als Kind war, sowie die Dimension der Schwarzgeldaffäre beweisen können. Da wäre nun mal die Schilderung seines Verhaltens durch Dritte in der fraglichen Zeit interessanter gewesen. Die anderen Zeugen könnte man  problemlos medial und für entsprechende Recherchen ausnutzen, da sollte es ja genügend Interessenten geben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 26. Juli 2014, 16:19:20
Nochmal zum SPIEGEL:
Zitat
Auf wesentliche Beobachtungen aus der Zeit, in der Mollath gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebracht war, um ein erstes Gutachten über ihn zu erstellen, durfte er für seinen Bericht gar nicht zugreifen; das Gericht hatte ohne nähere Begründung so entschieden.
Es sind Vermutungen möglich, warum das Gericht so entschieden hat. Ein Hintergrund könnte die bestrittene Rechtmäßigkeit der stationären Begutachtung sein. Andererseits ist der eigentümliche Umgang der Verteidigung mit der Schweigepflicht zu bedenken.

Zitat
Was spricht nun für das Vorhandensein eines Wahns? Laut Nedopil einiges: die heruntergelassenen Rollos, hinter denen sich Mollath auch tagsüber verschanzt haben soll; das Verstecken vor der Polizei in einem Zwischenboden; das Nachspionieren bei Menschen aus dem Umfeld seiner Frau, seine Schriftsätze aus den Jahren 2004-2005. "Er hat sich damals in Überzeugungen verrannt, die mit der Realität nicht in Übereinstimmung zu bringen waren."
Leider wird nicht berichtet, welche Gegenargumente gegen die Wahn-Diagnose Nedopil vorbringt; außer dass er nicht explorieren konnte. Was fehlt? Was spricht dagegen? Alles, was in diesem Zusammenhang erwähnt wird oder infrage kommt, bezieht sich auf die Jetzt-Zeit, soweit ich das überblicke. 

Zitat
Ein Wahnkranker hingegen lebe dauerhaft in seiner Privatrealität. Es sei nicht "realitätskonform" zu behaupten, "dass ein Arzt zu Schwarzgeldschieberkreisen gehört, nur weil er der Nachbar eines Mitarbeiters einer Bank ist, bei der möglicherweise Schwarzgeld verschoben wird". Da lachte Mollath verächtlich.
Warum lacht Herr M da verächtlich? Wohl eher nicht, weil er heute anderer Ansicht ist. Und der Strate versucht, das für normal zu halten. Bloße Deklamation ist aber kein hinreichender Ersatz für psychiatrische Kompetenz.

Zitat
Wenn jemand nicht mehr in der Lage sei, sein geschlossenes Wahnsystem zu verlassen, spreche dies für eine Wahn-Diagnose. Eine Hypothese, mehr nicht. "Ob dies bei Herrn Mollath tatsächlich so ist, konnte ich nicht überprüfen", dafür hätte er ja mit ihm reden müssen.
Könnte sein, dass Nedopil wirklich vorwiegend diesen Umstand für die fehlende Sicherheit der Wahn-Diagnose anführt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 28. Juli 2014, 11:04:44
Rudolf Sponsel macht mit seinem Lieblingsrant-Thema auch vor Nedopil nicht Halt:

http://www.sgipt.org/forpsy/Mollath/ipgipt/wa/WA0.htm#Ersteinsch%E4tzung:%20Das%20Meinungsachten
Zitat
_
Ersteinschätzung: Das Meinungsachten Prof. Dr. Nedopils
Prof. Nedopil gibt nach MB (25.7.14) an: "Er habe für sein Gutachten 6000 Seiten gelesen, aber eine Begutachtung hat nicht stattgefunden. Die hat Mollath auch verweigert." Dieser Äußerung kann selbstwidersprüchlich entnommen werden, dass zur Erstattung eines psychiatrischen Gutachtens eine Begutachtung nicht erforderlich ist.

Dabei hatte Nedopil expressis verbis vorausgeschickt, er gebe nur eine Stellungnahme ab und erstatte kein Gutachten. Wer wollte ihm verwehren, gestützt auf seine jahrzehntelange Expertise eine Hypothese zu Mollaths auffälliger Persönlichkeitsstruktur zu entwickeln?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 11:47:21
Herr  Mollath dreht jetzt richtig auf.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/gericht-entscheidet-ueber-beweisantraege/1098949/gericht-entscheidet-ueber-beweisantraege.html
Zitat
"Die Diffamierung, die Herr Mollath betreibt, ist schon ein starkes Stück. Ich habe ihm ausdrücklich erklärt, warum seine 30 Beweisanträge Mist sind." Man sei bis Freitag auf dem Weg zu einem Freispruch gewesen. Dieser Antrag sei Mollaths freie Entscheidung, je nach dem wie das Gericht entscheidet, bitte er um die Entbindung des Mandats. Der Prozess ist für 15 Minuten unterbrochen.

Zitat Strate.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 12:15:07
http://www.sueddeutsche.de/bayern/mollath-prozess-verteidigung-beantragt-entpflichtung-1.2066191

Man wartet förmlich auf die Schlagzeile "Strate:  ....will mit diesem Wahnsinnigen nichts mehr zu tun haben...."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 28. Juli 2014, 12:26:07
Gabi hat Mollaths ständige Probleme mit seinen Anwälten ja mit "man glaubt gar nicht, wie viele schlechte Anwälte es gibt" erklärt - da muss man Strate jetzt ja wahrscheinlich dazu rechnen. Wie auch immer, am heiligen Gustl und einer eventuell verzerrten Realitätswahrnehmung kann´s auf jeden Fall nicht liegen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 12:39:10
Gabi hat Mollaths ständige Probleme mit seinen Anwälten ja mit "man glaubt gar nicht, wie viele schlechte Anwälte es gibt" erklärt - da muss man Strate jetzt ja wahrscheinlich dazu rechnen. Wie auch immer, am heiligen Gustl und einer eventuell verzerrten Realitätswahrnehmung kann´s auf jeden Fall nicht liegen.


Die neue Gustlverteidigungslinie hat die selbstverliebte Frau Prem ja schon aufgebaut, Gustl ist durch Heidingsfelder in schlechte Gesellschaft geraten, der wird nämlich von Gustls Feinden bezahlt. Die Mechanismen derer sich die Verschwörungsgläubigen bedienen sind eigentlich immer die Gleichen.
Das mal jemand versuchen würde Herrn Mollath wirklich zu helfen, Fehlanzeige.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 12:54:38
Nun ja. Nur weiß niemand, wie diese Hilfe aussehen könnte. Da sind allenfalls indirekte Maßnahmen zur Schadensbegrenzung denkbar.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 13:11:20
Nun ja. Nur weiß niemand, wie diese Hilfe aussehen könnte. Da sind allenfalls indirekte Maßnahmen zur Schadensbegrenzung denkbar.


...eine psychiatrische Behandlung halt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 13:14:47
Die Möglichkeiten dazu halten sich bei fehlender Krankheitseinsicht in sehr engen Grenzen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MrSpock am 28. Juli 2014, 13:15:54
Nun ja. Nur weiß niemand, wie diese Hilfe aussehen könnte. Da sind allenfalls indirekte Maßnahmen zur Schadensbegrenzung denkbar.


...eine psychiatrische Behandlung halt.

Durch Zwangseinweisung?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 13:19:57
Die Möglichkeiten dazu halten sich bei fehlender Krankheitseinsicht in sehr engen Grenzen.


Wir können ja mal eine Liste der wahnverstärkenden "Freunde" des guten Gustl machen.
Ursula Prem z.b. Bei der Herr Mollath anfangs lebte und wo ihm die Wohnsituation zu eng  :angel: wurde .....
Polemikexpertin Gabriele Wolff
...das personifizierte Denunziantentum Heidingsfelder .....
...unzählige Twitterwahnsinnige......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 28. Juli 2014, 13:35:36
Da ist man schon auf der Siegerstraße und dann ist auch die voller Geisterfahrer.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 28. Juli 2014, 13:48:04
Der Live-Blog der Mittelbayerischen:
Zitat
Oberstaatsanwalt Meindl erklärt nach der Pause: Dass Mandaten und Verteidiger unterschiedliche Auffassungen haben, liegt in der Natur der Sache. Strate und Rauwald machten ihre Arbeit hervorragend, insbesondere RA Strate habe sich mit "einer Akribie in die Akten eingearbeitet, wie man es nur selten erlebt." Das habe die Staatsanwaltschaft auch, "weil es auch darum geht, dem Angeklagten eine zweite Chance zu geben. Inwieweit Herr Mollath diese Chance nutzt, ist ihm zu überlassen."

Strate sei nach wie vor seiner eigenen Rechtsanschauung verpflichtet. Er könne das Verhalten seines Mandanten tolerieren, er müsse nicht damit einverstanden sein. Da der Verteidiger nicht der Sprecher des Angeklagten sei, sei es einem Angeklagten auch erlaubt, eigene prozessuale Maßnahmen zu ergreifen - unabhängig von seinem Verteidiger. "Sollte Herr Mollath Beweisanträge stellen wollen, so ist ihm dies unbenommen."

Strate wird jetzt deutlicher: "Sie haben alle noch im Ohr, auch Herr Mollath, wie ich vor gut zwei Wochen gesagt habe, ich wäre zu plädieren." So sei für alle hörbar, dass er einen bestimmten Eindruck von der Beweisaufnahme habe. "Ich kann, das muss ich ganz klar sagen, ich kann mit einem Mandanten, der hier öffentlich Lügen über seinen Verteidiger verbreitet, nicht arbeiten. Das geht mir nicht nur gegen den Strich, sondern gegen meine Ehre. (...) Ich bitte darum, mich zu entpflichten. Es besteht keinerlei Vertrauensverhältnis mehr." Dem Antrag auf Entpflichtung schließt sich auch Johannes Rauwald an.
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath

Vielleicht prüft Strate in einer stillen Stunde der Einkehr einmal gründlich,wie viele ehrabschneidende Behauptungen seines Mandanten er sich selbst kritiklos zu eigen gemacht und in seinen zahlreichen Erklärungen und Schriftstücken weiter verbreitet hat.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 28. Juli 2014, 13:52:11
Und offenbar legt Mollath es darauf an, einen Privatgutachter zu bestellen:
Zitat
Escher weist den Angeklagten darauf hin, er sei von seinen Anwälten hervorragend verteidigt worden. Sie bittet Mollath um eine Stellungnahme. Mollath: "Ich habe mit sowas nicht gerechnet." Dann führt er aus, dass seit Monaten verhindert werde, "höchst relevante Zeugen" zu laden. Es sei ebenfalls "höchst wichtig", ein Privatgutachten einzubringen. "Ich bitte seit Monaten darum - mündlich und schriftlich." Strate habe zu ihm damals gesagt: "Herr Mollath, die Psychiatrie-Kiste machen wir uns gar nicht auf." Dass Nedopil ein Gutachten verlesen wird, dazu komme es gar nicht. Das sei dann gar nicht nicht mehr notwendig. "Was soll ich tun?"
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 14:48:20
Und wen Mollath da als Privatgutachter im Sinn hat, das kann man sich denken.

Strate heute:
Zitat
Ich kann, das muss ich ganz klar sagen, ich kann mit einem Mandanten, der hier öffentlich Lügen über seinen Verteidiger verbreitet, nicht arbeiten.

The same procedure … Strate im August 2013:

Zitat
ZEIT: Sie haben vorwiegend argumentiert, der Prozess gegen Mollath müsse
wiederaufgenommen werden, weil die Richter das Recht gebeugt hätten, eine erhebliche Straftat.
Strate:  Nicht allein, aber das war der Hauptteil.
ZEIT:Sie führen zehn Punkte auf, der wichtigste ist, dass Herr Mollath während des gesamten Verfahrens unverteidigt gewesen sei ...
Strate:Das ist der wichtigste Grund, mit Abstand, ja.
ZEIT:... weil er seinen Pflichtverteidiger abgelehnt hat und auch der Pflichtverteidiger um Entbindung von diesem Mandat gebeten hat. Beides hat das Gericht ignoriert.
Dann steht ja einer Wiederaufahme der Wiederaufnahme nichts mehr im Wege.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 14:54:59
Die Welt zu heutigen Tag:

Zitat
Politisch hat Mollath also bereits erreicht, dass sein Fall das System verändert – allein: Er scheint das richtige Maß und Ziel nicht zu erkennen. Das indes zieht sich durch den gesamten Fall – und lässt Zweifel aufkommen, ob sowohl die beteiligten Richter von einst, als auch die Psychiater ihm wirklich Unrecht taten. Oder ob Mollath letztlich einfach alles daran setzte, seinen Kopf durchzusetzen – was ihn zumindest gemeingefährlich erscheinen ließ.

Der Nymbus des rechtschaffenen Sturkopfes schwindet.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article130635094/Anwaelte-werden-Mollath-einfach-nicht-los.html
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 16:02:52
Ich habe das Gefühl, Herr M sagt nichts zu den angeklagten Straftaten, weil sie ihm nicht wichtig sind. Wichtig ist für ihn etwas ganz anderes; seine 30 Anträge, die offenbar von ähnlicher Qualität sind wie der berühmte Durapl…Ordner.

Weil M in diesem Prozess einen Auslauf hat, wie ihn wohl kaum ein Angeklagter vor ihm jemals hatte, kam der Eklat in Zeitlupe, so wie er im ersten Prozess im Zeitraffer kam. Aber, ich gestatte mir diese nachträgliche Klugheit, er war unvermeidlich.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 28. Juli 2014, 16:08:10
Ich habe das Gefühl, Herr M sagt nichts zu den angeklagten Straftaten, weil sie ihm nicht wichtig sind. Wichtig ist für ihn etwas ganz anderes; seine 30 Anträge, die offenbar von ähnlicher Qualität sind wie der berühmte Durapl…Ordner.

Weil M in diesem Prozess einen Auslauf hat, wie ihn wohl kaum ein Angeklagter vor ihm jemals hatte, kam der Eklat in Zeitlupe, so wie er im ersten Prozess im Zeitraffer kam. Aber, ich gestatte mir diese nachträgliche Klugheit, er war unvermeidlich.

Jedenfalls wissen wir jetzt warum Strate schon letzte Woche plädieren wollte, er wollte wahrscheinlich den Deckel draufhalten.

Bis zum 8. August bleibt jetzt jede Menge Zeit, für falsche Schotten, Strohmänner und Selbstdarsteller aus der s.g. Unterstützerszene ihre eigenen Agenden weiterzubetreiben. 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Typee am 28. Juli 2014, 16:12:51
Ich habe das Gefühl, Herr M sagt nichts zu den angeklagten Straftaten, weil sie ihm nicht wichtig sind. Wichtig ist für ihn etwas ganz anderes; seine 30 Anträge, ...

Der Querulant, wie er leibt und lebt. "Verloren haben wir, aber denen haben wir's gezeigt!"

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Typee am 28. Juli 2014, 16:35:46
Muss man sich um Gustl M. Sorgen machen, wenn das Gericht das einzig sinnvolle mit den anstehenden 30 Beweisanträgen macht?

Beweisanträge im Strafprozess können für alle Beteiligten eine ziemlich quälende Sache sein. Wenn das Gericht es irgendwie vertreten kann, kann es die Beweisbehauptungen ganz einfach als wahr unterstellen und auf die Beweisaufnahme kurzerhand verzichten. So etwas zeichnet sich hier wohl auch ab. Für die Schwarzgeldgeschichte interessiert sich im Grunde ja - zurecht - niemand außer Mollath und die Unterstützerszene. Dann fällt die erhoffte Show aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 17:41:47
Da ist nur eines sicher: zufrieden wäre er nicht; bestenfalls ratlos. Wahrscheinlich würde er den nächsten Kriegsschauplatz aufmachen. Da bietet sich die Psychiatrie an, oder die Obdachlosigkeit - Nedopil hätte ja mal fragen können, wer nun hinter dieser Verfolgung steckt. (Ist jetzt nicht ganz ernst gemeint).
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 28. Juli 2014, 18:36:01
Und witzig ist auch die FAZ:
Zitat
Es könne sein, dass sie Folge von Misshandlungen gewesen sein; beweisen lasse sich das nicht, auch weil das Attest unzulänglich sei. In einem Verfahren ohne Beachtung in der Öffentlichkeit wäre damit spätestens am nächsten Verhandlungstag ein freisprechendes Urteil gesprochen worden.

Da kein Straftatbestand nachzuweisen ist, hätte sich auch ein psychiatrisches Gutachten über die Schuldfähigkeit eines Angeklagten erübrigt. Die Strafkammer hörte in der vergangenen Woche dennoch einen psychiatrischen Gutachter, der feststellte, dass die Voraussetzungen für eine zwangsweise Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik nicht gegeben seien.
Kurzer Prozess wäre also angemessen gewesen. Was hätte das für einen Aufschrei gegeben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 28. Juli 2014, 23:47:22
Da ist nur eines sicher: zufrieden wäre er nicht; bestenfalls ratlos. Wahrscheinlich würde er den nächsten Kriegsschauplatz aufmachen. ..
Das sieht Ingrid Fuchs, die Prozessbeobachterin der SZ, ähnlich:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/gustl-mollath-der-angeklagte-hat-das-wort-1.2056235
Zitat
Diesmal schien auch Mollath genug zu haben. Trotz Strates herausragender Leistungen habe er Zweifel, "ob mit so einer Art von Feindseligkeit eine ordentliche Verteidigung für mich möglich ist". Davon ließ sich die Vorsitzende Richterin Escher nicht beirren: Die Pflichtverteidiger müssen weitermachen. Und auch von ihrer Haltung zu den Schwarzgeldvorwürfen lässt sich Escher nicht abbringen, er spiele in dem in dem Strafprozess eigentlich keine Rolle, das Gericht lehnte Mollaths Beweisanträge am Montag ab. Die Behauptungen darin - dass Mollaths Exfrau mit illegalen Geldtransfers zu tun hatte - seien als wahr anzusehen, erläuterte Escher - zugunsten des Angeklagten.
Damit folgt die Richterin letztlich der Urteilsbegründung aus 2006, in der ebenfalls eingeräumt wurde, es könne Schwarzgeldgeschäfte gegeben haben.

Zitat
Nach Angaben eines Gerichtssprechers werden die Vorwürfe aber nicht weiter überprüft, haben somit keine Wirkung auf andere Verfahren, also keine strafrechtliche Relevanz. Ob sich Mollath damit zufrieden gibt? Wohl kaum.
Meine Befürchtung ist ebenfalls, dass sich Mollath damit nicht zufrieden gibt, sondern dass diese Entscheidung "zu seinen Gunsten" von ihm nicht als solche gewürdigt werden wird sondern als "Vertuschungsversuch" oder "fauler Friede".

Befeuert durch die Abwesenheit von Nedopil und das eigene Bedürfnis, ein vorteilhaftes Gegengutachten ins Spiel zu bringen, sowie durch den Zoff mit den Anwälten (dadurch dürfte seine Sturheit erst recht herausgefordert werden) sowie das Nachlassen des Medieninteresses mit Ende des Prozesses - eine unheilvolle Mischung salienter Reize, die sein unstetes Gehirn bis zum
08.08. in Hochspannung versetzen wird...

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: F. A. Mesmer am 29. Juli 2014, 11:10:19
und wieder ein Blogpost  (http://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/07/28/mollath-prozess-anwaelte-wollen-gar-nicht-mehr/)von U.V., dieses Mal mit ziemlich erhellender Diskussion:
Zitat
28.7.2014
Mollath-Prozess: Anwälte wollen gar nicht mehr
   
Im Fall Gustl Mollath gibt es handfeten Knatsch zwischen Anwälten und Mandant. Und dieser wird auch öffentlich ausgetragen. Die Verteidiger Gerhard Strate und sein Kollege Johannes Rauwald haben das Landgericht Regensburg heute gebeten, ihre Beiordnung als Pflichtverteidiger aufzuheben. Erst letzte Woche hatten die Anwälte ihre Mandate gekündigt, worauf das Gericht sie zu Pflichtverteidigern ernannte.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 29. Juli 2014, 13:23:07
Steffi, nun nicht gerade die hellste Kerze auf Gabis Quarkkuchen, begutachtet den Gutachter Nedopil....  :rofl2

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-3/#comment-40024

Zitat
Ja, irgendwie kommt man nicht umhin, anzunehmen, dass Herr Nedopil nicht in der Lage war, Zusammenhänge zu erkennen – von seiner eigenen Realitätsferne ganz zu schweigen. Bis auf wenige Ausnahmen, wo er sich an Vorgaben aus “Fachliteratur” hält, ist es im Großen und Ganzen ziemlicher Mumpitz……man möchte sich gar nicht vorstellen, was rausgekommen wäre, wenn Mollath sich hätte explorieren lassen….und ein GA kann dann den Ausführungen intellektuell gar nicht folgen….und lässt seiner eigenen Phantasie freien Lauf.

Gabriele Wolff Niveau halt......

http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Nedopil

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 29. Juli 2014, 13:31:50
@Belbo: Der Wolff-Blog scheint eine Art virtueller Selbsthilfe-Stuhlkreis zu sein...

Hier ein Kommentar von Patrick Guyton zu den neuen Eskalationen zwischen Anwälten und Mandant:

http://m.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Gustl-Mollaths-verbissener-Kampf;art4306,2725702
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 29. Juli 2014, 13:34:16
@Belbo: Der Wolff-Blog scheint eine Art virtueller Selbsthilfe-Stuhlkreis zu sein.

 :grins2: ....yepp das könnte sein.

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41980/Eine-Wahnsinnsgeschichte

Zitat
Die ersten zwei Tage verbringt er bei einer Opernsängerin, einer von vielen Unterstützerinnen, die sich in den vergangenen Jahren für seine Freiheit eingesetzt haben. Ihre Familie teilt Wohnung und Alltag mit ihm. Das ist mehr Nähe, als Mollath verkraftet. Er zieht zu einem langjährigen Freund, der ihm schon lange vor der Entlassung angeboten hat: »Wenn du rauskommst, überlasse ich dir meinen Zwölfzylinder-Mercedes und eine Wohnung mit Granitboden und Fußbodenheizung.« Dort wohnt er seither, aber wovon lebt er? »Gott sei Dank habe ich einen Freund«, sagt Mollath. Präziser wird er nicht.

Spannend finde ich ja auch das Verhältnis von Prem und Heidingsfelder..... Sie Mittags mit Strate beim Essen warf ihm ja vor er würde für die Einflussnahme auf Mollath Geld nehmen....
(http://www.nuernbergwiki.de/images/thumb/7/77/Ursula_Prem_Ghostwriterin.jpg/200px-Ursula_Prem_Ghostwriterin.jpg)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 29. Juli 2014, 13:45:46
Steffi, nun nicht gerade die hellste Kerze auf Gabis Quarkkuchen, begutachtet den Gutachter Nedopil....  :rofl2

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-3/#comment-40024

Zitat
Ja, irgendwie kommt man nicht umhin, anzunehmen, dass Herr Nedopil nicht in der Lage war, Zusammenhänge zu erkennen – von seiner eigenen Realitätsferne ganz zu schweigen. Bis auf wenige Ausnahmen, wo er sich an Vorgaben aus “Fachliteratur” hält, ist es im Großen und Ganzen ziemlicher Mumpitz……man möchte sich gar nicht vorstellen, was rausgekommen wäre, wenn Mollath sich hätte explorieren lassen….und ein GA kann dann den Ausführungen intellektuell gar nicht folgen….und lässt seiner eigenen Phantasie freien Lauf.

Gabriele Wolff Niveau halt......

http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Nedopil


Apropos Niveau KogniTief sinkt entsprechend.....

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-3/#comment-40029

Zitat
Frau Lakottza ist nichts weiter als eine Giftschleuder, die ihre eigenen Kritik.....

....das ist dann das Umfeld auf dem die Morddrohungen an die "Mollathfeinde" gedeihen.....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 29. Juli 2014, 13:57:56
@Belbo:
 Deshalb bin ich dafür, den Wolff-Blog und die Niveau-Limbo-Zitate daraus im Thread "Hofberichterstattung" zu posten und diesen Faden nur für seriöse Quellen zu benutzen
 :police:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 29. Juli 2014, 14:00:52
Recht hast du. :-[
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juli 2014, 00:21:12
Die ARD hat sich des Themas "Mollath und seine Anwälte" angenommen:

http://social.ard.de/reportmuenchen/

Das klingt im Mollath-O-Ton besorgniserregend:
er will offenbar wirklich einen ihm wohlgesonnenen psychiatrischen Gutachter ins Spiel bringen. Gegen den Rat der Verteidigung. Das kann nur im
Desaster enden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juli 2014, 00:31:52
Und ausnahmsweise ein Link in den Blog von Ursula Prem, die seit heute aus ihrem Herzen keine Mördergrube mehr macht:

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-14-tag-27.html?spref=tw&m=1

Sie zitiert aus einem von ihr verfassten Brief an G:M wie folgt:
Zitat
...»Doch auch ich bin ein erwachsener Mensch. Und ich habe meine eigenen Grenzen. Zu denen gehört, dass ich mir Ungerechtigkeiten nicht endlos lange ansehe. Dabei ist es mir egal, ob sie gegen einen Gustl Mollath begangen werden, oder von eben diesem.

Dir dürfte mehr als klar sein (auch wenn Du das momentan vielleicht verdrängen möchtest), dass Du ohne den unermesslichen Einsatz von Gerhard Strate wahrscheinlich noch immer im Bunker schmoren würdest. Kein anderer Mensch hat sich derart weit aus dem Fenster gelehnt, unter Einsatz seines guten Namens und seiner persönlichen Reputation. […]
Monatelang hast Du, noch aus der Gefangenschaft heraus, die Devise ausgegeben, das ordentliche Wiederaufnahmeverfahren sei Dein wichtigstes Anliegen. Nun machst Du Dich ausgerechnet für den Anwalt unerreichbar, der dieses Ziel gemeinsam mit Dir durchsetzen möchte. Dass die bayerische Justiz nicht so einfach zu handhaben ist, ist Dir hinlänglich bekannt. Ist nicht ebendies ein Grund, sich der bestmöglichen Unterstützung zu versichern?« [Quelle] 
Irgendwann hat es auch der letzte Unterstützer begriffen, dass man sich von diesem Menschen besser fern hält, wenn man nicht riskieren will, selbst Opfer der rufschädigenden Kapriolen des Herrn Mollath zu werden.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juli 2014, 08:23:59
http://blog.br.de/report-muenchen/2014/8447/prozess-ohne-vertrauen-gustl-mollath-im-interview.html

Report Mit einer ähnlichen Einschätzung.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 30. Juli 2014, 19:30:46
Die Berichterstattung wird zunehmend kritischer:

http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-im-prozess-gustl-mollath-ein-held-zerstoert-sich-selbst_id_4026992.html
Zitat
Was ist nur los mit Gustl Mollath? Während sein Anwalt Gerhard Strate sich freut, man sei auf der Siegerstraße, wird sein Mandant immer unzufriedener. Mehrmals kracht es zwischen beiden. Auch langjährige Unterstützer des 57-Jährigen können ihn nicht mehr verstehen.

Es krachte heftig am Montag vor dem Gericht in Regensburg. Im Rampenlicht: mal wieder Gustl Mollath und sein Verteidiger Gerhard Strate Die Stimmung zwischen den beiden war trotz vorangegangenem Wochenende angespannt. Und eskalierte erneut, als Mollath das Gericht um mehr Zeit bat, weitere Beweisanträge vorzubereiten. Er unterstellte zudem Strate indirekt, für ihn am Wochenende für Absprachen nicht erreichbar gewesen zu sein. Da platzte dem erfahrenen Verteidiger der Kragen...

...Rainer R., ein langjähriger Unterstützer Mollaths, hält dessen Verhalten an diesem Montag für taktisch unklug. „Er schadet sich damit selbst.“...

.. „Strate hat Mollath meines Erachtens auch viel zu lange laufen lassen.“ Dass es zu Unstimmigkeiten kommen könnte, habe er schon erwartet. Mollath sei eine „schwierige Person“, auch wenn er seine Beweggründe durchaus nachvollziehen könne...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 30. Juli 2014, 19:44:57
Zitat
Gustl Mollath: Ein Held zerstört sich selbst

Ist dann auch gar nicht mehr weit weg von:

Zitat
Gustl Mollath: Ein Kranker wird Held

Wie die Zeit vor eineinhalb Jahren titelte.

http://www.zeit.de/2012/51/Mollath-Bankenskandal-Steuerhinterziehung


Zitat
Florian Streibl von den Freien Wählern hat den Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Strate akquiriert. Der hat Gustl Mollath in der Psychiatrie besucht, drei Vollmachten hatte er dabei – Mollath hat nicht unterschrieben. Dabei hätte Strate nicht einmal Geld verlangt. Will Mollath etwa gar keine Wiederaufnahme? Hat er sich in der Rolle des Märtyrers der bayerischen Strafjustiz eingerichtet?

Nein hatte er nicht, Strate hatte Glück und durfte ihn verteidigen. :grins2:
 
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 02. August 2014, 21:09:51
Aus dem Leben eines Staranwalts. Beschimpfung vom Mandanten:
Zitat
Mollath betont: "Ohne die Leistung von Herrn Dr. Strate wäre ich nicht hier." Aber: "Mich befremdet das, dass konstruktive Beiträge nicht eingebracht werden. Die Art und Weise wie hier aber damit umgegangen wird, das spricht für sich." Mit so einer Art von Feindseligkeit zweifelt er daran, "ob so eine gute Verteidigung möglich ist"

Aber, tröstlich, Lob vom Staatsanwalt:
Zitat
Oberstaatsanwalt Meindl erklärt nach der Pause: Dass Mandaten und Verteidiger unterschiedliche Auffassungen haben, liegt in der Natur der Sache. Strate und Rauwald machten ihre Arbeit hervorragend, insbesondere RA Strate habe sich mit "einer Akribie in die Akten eingearbeitet, wie man es nur selten erlebt."
http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath/122710127

Man kann nicht alles haben.

Ganz nebenbei: es war jetzt nicht so kompliziert, das vorherzusehen, vgl. #728 (https://forum.psiram.com/index.php?topic=11708.msg156480#msg156480),
Zitat von: bayle, am  12. Dez. 2013
Fazit: Wenn Strate klug ist, dann sieht er jetzt mal zu, wie er vorsichtig Land gewinnt.
Tja, Psiram lesen hätte klüger gemacht!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. August 2014, 21:52:18
@Pelacani:
Am lustigsten ist der Originaltext in der Mitschrift vom 11. Prozesstag.

http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-23.pdf

Da belehrt der OStA Meindl Strate darüber, warum und gem. welcher Paragraphen es nicht angeht, den Angeklagten während des Strafprozesses unverteidigt zu lassen - Déjavu intended...

Außerdem merkte der OStA an, nachdem bei der Befragung von Pfäfflin Strate ein unfaires Manöver versuchte, Strate unterbreche zu oft, rede zu viel, und jetzt sei er, Meindl, dran  :police:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. August 2014, 22:01:41
Akute Auseinandersetzung zwischen Prem und Heidingsfelder:
Zitat
@Ursula_Prem: @goalgetter32 Entspricht es d. Tatsachen, dass ich Dich bat, möglichst für einen Anruf #Mollath s bei seinem Anwalt zu sorgen? @electroheinz
Zitat
@goalgetter32: @Ursula_Prem @electroheinz sein Anwalt schickt ihm SMS, hat also die Nr. und geht bei anderen Mandanten auch selten ans Telefon.
Zitat
@Fotobiene: @goalgetter32 Das solltest Du besser beweisen können, diese ehrverletzende falsche Tatsachenbehauptung könnte schwer wiegen. @Ursula_Prem
Demnächst werden sich alle total verkrachen - spätestens kommenden Freitag.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 02. August 2014, 22:19:56
Ja, Tag 11. Da gibt es noch mehr Interessantes.

Strate bemüht sich, Nedopil zu verhindern:
Zitat
RA Dr. Strate: […] Die Notwendigkeit eines Gutachtens ergibt sich meines Erachtens dann nicht, wenn ohnehin vom Sachverhalt hinsichtlich der Tatvorwürfe nichts oder fast nichts übrig geblieben ist.
VRiinLG Escher: Das ist richtig.
OStA Dr. Meindl: Das würde auf ein Stufenurteil hinaus laufen, Herr Verteidiger.
RA Dr. Strate: Das kennen wir nur im Zivilprozess.
OStA Dr. Meindl: Das sind auch meine rudimentären Erinnerungen ans Zivilrecht.

:teufel

Und dann die Entscheidung der Richterin:
Zitat
VRiinLG Escher: Vielleicht so viel dazu. Das habe ich nicht vor, weil ich das in der StPO nicht ganz so finde. Die Situation ist so. Es ist eine schwierige Beweissituation. Das, glaube ich, kann man so festhalten. Es hätte auch sein können, dass man sagt: Nach der Einvernahme der Zeugen ist alles jedem sonnenklar. Aber das ist eine schwierige Beweissituation, und das wird auch noch viel Beratung seitens der Kammer erfordern. Aus diesem Grunde jetzt meine Entscheidung, dass wir eben zur Schuldfrage den Sachverständigen hören. Ich kann auch nicht jetzt vorwegnehmen, zu welchem Ergebnis die Kammer letztlich kommt. Das weiß ich nicht. Das ist noch nicht endgültig beraten.

Soviel auch an vorläufigen Eindrücken zu dem Thema, dass sich alle Tatvorwürfe in Luft aufgelöst haben und für das Gericht kein Problem mehr sind.

Noch ein wichtiger Nebenaspekt:
Zitat
VRiinLG Escher: Aber, wie gesagt, ein Schwerpunkt fällt weg durch die geäußerte Rechtsauffassung. Das Zentrale, das ist nicht Thema.
Hier ist offenbar gemeint, dass das Gutachten L. nicht gerichtsverwertbar ist; wie nicht gewesen; so verstehe ich das zumindest. Damit ist es auch einer inhaltlichen Kritik im Rahmen des Verfahrens entzogen; man mag das für bedauerlich oder für erfreulich halten.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. August 2014, 22:30:09
Und dann gibt es noch eine Stelle gegen Schluss, wo die Richterin Nedopil bittet, auch nach der Stellungnahme noch keine neuen Termine anzunehmen, nur zur Sicherheit, damit ihr der geschätzte Sachverständige nicht abhanden kommt, falls man doch noch irgendwie einen brauchen sollte...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 02. August 2014, 22:34:10
Heidingsfelder hat seine Tweets inzwischen wohl gelöscht:
Zitat
@goalgetter32: fruchtlose Diskussion gelöscht.

Am 8.8. wird man sehen, Gustl Mollath ist unschuldig.
Aber es sind wohl vorher Kopien gemacht worden  ::)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. August 2014, 11:54:12
Prozessmitschrift Tag 9 - Vernehmung Wörthmüller

http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-17.pdf

Interessante Lektüre, v.a. Strates Interventionen.
Man kann mitverfolgen, wie er mit seiner Agenda, Wörthmüller etwas anzudichten, erst ins Leere und dann auf Grund läuft und immer angepisster reagiert.
Beispiel:
Zitat
17
Zeugenbeistand: Würden Sie meinen Mandanten ausreden lassen.

RA Dr. Strate:(An den Zeugenbeistand gerichtet)    Ah ja, Sie müssen ja auch da sein und sich bemerkbar machen.
Ich bitte Sie einfach, Herr Dr. Wörthmüller, das Sie einfach meine Fragen konzentriert beantworten.

VRiinLG Escher:  Aber ausreden darf er schon.

RA Dr. Strate: (An die Vorsitzende gerichtet)   Sie dämpfen wieder alles.
Ich stelle kurze Fragen und brauche deshalb auch keine weitschweifigen Antworten.
Was hat Roggenhofer über Mollath erzählt? Kam da auch die Ehefrau vor...


bis OStA Meindl ihn mit einer süffisanten Bemerkung abbügelt  ;)
Zitat
29
...
Prof. Nedopil:   Würde ich auch meinen, wenn Sie was von Hörensagen etwas hören und das zur Grundlage machen.

M. Wörthmüller:   Das hätte ich einführen müssen, das wäre kritisch geworden und das war einer der wesentlichen Punkte, der mich veranlasst hat, dieses Ding zu diktieren.

Prof. Nedopil:   Was ist Ihnen jetzt bekannt geworden, was soll Ihre Funktion gewesen sein?

M. Wörthmüller:   Ich kann es nicht mehr genau nennen. Ich weiß, dass er mich in einen Zusammenhang gebracht hat, dass ich damit was zu tun habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass er das, was ich damit zu tun habe, näher benannt hat.

RA Dr. Strate:   Der Staatsanwaltschaft gegenüber haben Sie noch im letzten Jahr erklärt:
„Mir selbst gegenüber hat er in unseren Gesprächen keine Vorwürfe dahingehend erhoben, dass auch ich an illegalen Bankgeschäften beteiligt bin.“

M. Wörthmüller:   Er hat nicht gesagt, dass ich selbst da was gemacht habe mit eigenen Geschäften. Da kann ich mich nicht erinnern. Er hat es nicht ausformuliert.

RA Dr. Strate:   Diese Aussage steht doch in klarem Widerspruch zu dem, was Sie eben sagten, dass Sie nach Mollaths Vermutung selbst beteiligt sein sollen an dem großen Skandal?

M. Wörthmüller:   Nein, die ist so zu verstehen: Dass ich selbst Schwarzgeldgeschäfte getätigt habe, hat er mir nicht
konkret vorgeworfen, aber dass ich irgendwie mit dieser Geschichte zu tun habe, das hat er nach meiner Erinnerung zwar nicht näher benannt, das hat er mir aber vorgeworfen.

Prof. Nedopil:   Herr Mollath hat in verschiedenen Äußerungen gesagt, dass er die Befürchtung hatte, dass er verräumt werden sollte.

M. Wörthmüller:  Ja.

Prof. Nedopil:      Verräumt werden sollte - war das irgendwie Thema, Sie sind einer der Agenten, der im Auftrag von anderen agiert oder in Beihilfe oder mit Einwirkung der ..... oder sonst was bei der Verräumungsaktion eine Funktion hat?
M. Wörthmüller:   Teilweise waren seine Äußerungen dahingehend zu verstehen, insbesondere mit seiner Annahme, es könnte Verbindungen zwischen mir und Frau Krach geben und dass ich auch hinter der Einweisung stehen könnte.

30

RA Dr. Strate:   Das doch nicht fernliegend. Die arbeitet doch da. Sie haben das dann dementiert und gut.

M. Wörthmüller:   Genau. Da hatte ich das Gefühl, dass er das verstanden hat.

OStA Dr. Meindl:   Wenn die StA ständig mitkommentieren wollte, würden wir die StPO völlig verlassen.

G. Mollath:   Grüß Gott Dr. Wörthmüller. Sind Sie auch Prof.? Nicht dass ich Sie falsch tituliere. Zu der Begebenheit in Wohnviertel Norastraße...
Das hat auch Charme, dass sich Mollath nun ausgerechnet an dieser Stelle zuschaltet!  :rofl2

Lustig auch, dass durchgehend im Protokoll Strate als RA Dr. Strate bezeichnet wird, ebenso hat der OStA seinen Titel. Dr.Wörthmüller wird aber nur als M.Wörthmüller geführt - das sollte Strate vor der Freigabe des Protokolls eigentlich korrigiert haben.
Da er aber Psychiater ohnehin verachtet - wie aus seinem abfälligen Kommentar zu Dr. Leipzigers Diss gegenüber Prof. Pfäfflin hervorgeht - unterschlägt er den Pillepalle-Titel gleich ganz  :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. August 2014, 12:30:17
Mollaths Zeugenbefragungen haben erkennbar einen Hang, weit auszugreifen:
Zitat
35

G. Mollath:   Ist es richtig, dass Bernhard Schneeberger längere Zeit bei Ihnen im BKH therapiert wurde?

VRiinLG Escher:  Herr Mollath das sind andere Leute, die haben mit dem Prozess nichts zu tun.

G. Mollath:

VRiinLG Escher:  Sehr viele dieser Fragen, die Sie stellen, lasse ich zu, weil ich Verständnis habe, dass Sie diese Dinge bewegen. Wenn wir bei anderen Patienten ankommen ... Das ist keine Diskussionsrunde, keine Podiumsdiskussion, ich muss da auf die StPO achten.

G. Mollath:  Ich habe gehört, dass es sehr wohl wichtig ist, die Glaubwürdigkeit eines Zeugen zu beurteilen.
Dankeschön.
Vielen Dank Herr Dr. Wörthmüller.

Zeugenbeistand:  Mein Mandant unterliegt auch Schweigepflicht, wobei nicht bestätigt ist, dass dieser Mensch dort Patient war. 
Mal abgesehen von dem Kuriosum, dass Mollath zu meinen scheint (!), eine Aussage Wörthmüllers zu Schneeberger habe etwas mit einer Glaubwürdigkeitsprüfung zu tun -

was stand wohl ursprünglich an der offen gelassenen Stelle?
Sollte Mollath da wirklich nichts gesagt haben? - Dann hätte man die Mahnung  der Vors. Richterin doch in einem Zitatblock wiedergegeben. An anderen Stellen im Protokoll, wenn etwas akustisch unverständlich war, vermerkte die Protokollführerin dies mit in Italics gesetzten Fragezeichen oder Punkten.

Ich fürchte fast, hier musste das Protokoll etwas aufgehübscht werden... /VT-Modus aus  ;D
Vielleicht war sie einfach selbst so irritiert von der Situation (verständlich), dass ihr ein Satz entgangen ist.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 03. August 2014, 14:50:55
Aus der Wörthmüller-Vernehmung (hoffentlich zum letzten Mal  :crazy):
Zitat
M. Wörthmüller: Herr Mollath hat ja zu einem nicht unerheblichen Anteil über Schwarzgeldverschiebungen gesprochen, also dass Gelder über die Grenze gefahren sind. Darüber hat er immer wieder gesprochen, dass er damit was zu tun hat, wie genau er das formuliert, weiß ich nicht, aber er hat mich mit diesem Konglomerat in Verbindung gebracht, das ihn zentral beschäftigt hat.
RiLG Lindner: Konnten Sie die Zweifel ausräumen?
M. Wörthmüller: Eben nicht, er ist dabei geblieben, dass ich damit was zu tun hatte. Es war der Grund, aufgrund dessen ich erkannt habe, dass keine tragfähige Basis herstellbar ist, dass die gegenseitigen Vorbehalte nicht überwindbar sind.
Das war wünschenswerte Klarheit. Wenn man von einem potentiell Wahnkranken zu den „Verfolgern“ gezählt wird, dann wird es kaum möglich sein, dass dieser Proband genügend Vertrauen in den Gutachter entwickelt, zu Einzelheiten Auskunft zu geben. Vielleicht ist da „Befangenheit“ nicht der diesen Umstand genau widerspiegelnde Ausdruck, aber welcher wäre geeignet? Kein Wunder, dass Richter B. verwundert war. Später erneut:
Zitat
M. Wörthmüller: […] Ich kann niemanden begutachten, der sagt: das will er nicht, und lehnt mich ab. Solange ich mir nicht im Klaren bin, ob ich Befangenheit überwinden kann. Ich meine initial die Befangenheit, die er hatte und ich auch – ich wollte ihm nicht den Eindruck vermitteln, dass ich zu denen gehörte, die besonders Schlimmes tun. Das war eine korrespondierende Situation. Die Gespräche dienten dazu, ob diese wechselseitigen Bedenken überwunden werden können.

Und:
Zitat
M. Wörthmüller: …  Es ging ja damals nur um Körperverletzungsdelikte und selbst unter Ausschluss dieses Themas ist ja einigermaßen eine psychiatrische Einschätzung machbar.
Richtig, die Reifenstechereien hatten noch gar nicht stattgefunden. Zweifelhaft also, ob eine krankheitsbedingte Gefährlichkeit damals schon für den Maßregelvollzug ausgereicht hätte. Wenn M also mit Dr W gesprochen hätte oder auch die von Dr. W. angestrebte nahtlose Verlegung zu Dr. L. stattgefunden hätte, dann hätten wir alle, der Herr Schlötterer eingeschlossen, möglicherweise nie von der Causa Mollath erfahren. Also: eine reichlich fragile „Verräumungsintrige“, von wem auch immer.

Noch einmal zur Präzision der Erinnerung, diesmal des Herrn M:
Zitat
G. Mollath: Aus welchem Grund musste ich dann mit Handschellen den Hofgang machen?
M. Wörthmüller: Mussten Sie nicht. Ich habe am 1.7. [d. h. zu Beginn des einwöchigen Aufenthalts in Erlangen – P.] angeordnet, dass Sie ohne Handschellen in den Hofgang gehen konnten.
G. Mollath: Warum einmal vorne, einmal hinten?
M. Wörthmüller: Sie mussten keine tragen.
G. Mollath: Das wurde erst später angeordnet.
M. Wörthmüller: Am 1.7.

M. Wörthmüller: Die Akten sende ich zur Kenntnis. Da können Sie die Anordnung entnehmen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. August 2014, 15:03:32
@Pelacani:

Die Klarheit dieser Aussage hindert gewisse Leute in gewissen Blogs nicht daran, nun darüber zu grübeln, ob Wörthmüller nicht doch mit Roggenhofer unter einer wie auch immer gearteten Schwarzgeld-Decke steckt:
schließlich hat Wörthmüller bei der Vernehmung auch erwähnt, der Nachbar Roggenhofer verwalte eine Immobilie für ihn. 
Warum er dies nicht eher zugegeben habe??!!  :crazy

Daran sieht man, dass praktisch jedes private Detail in den größeren Rahmen einer befürchteten Intrige versponnen werden kann, wenn - wie in Erlangen& Nürnberg und anderswo - eine gewisse zufällige gemeinsame Schnittmenge von Geschäfts-und Privatbeziehungen/Vereinstätigkeit etc vorhanden ist.

Mollath selbst hat bei seiner Zeugenbefragung zugegeben, dass es sich bei dem berühmten "Plastikbeutel" um eine Art Kartentasche handelte, die er um den Hals trug und in der er - oh Wunder! - Telefonnummern und Adressen aufbewahrte.
Zitat
G. Mollath:  Wenn ja, hätte ich einen Plastikbeutel um Hals gehabt?

M. Wörthmüller:   Das war zu Hause, nicht als sie gebracht wurden. Das war vor meiner Haustüre, das war ein Beutel, wie man es für Landkarten kennt.

G. Mollath:   War das ein Brustbeutel, den man unter dem Hemd trägt, wo ich Adressen und Telefonnummern notiert habe?

M. Wörthmüller:  Ein Klarsichtbrustbeutel.

G. Mollath: Könnte es sein, dass ich den deswegen draußen hatte, weil ich nach der Adresse nachsehen wollte?
Dies warf dann die (noch ungeklärte)  Frage auf, ob Mollath womöglich doch nicht Roggenhofer aufsuchen wollte, sondern tatsächlich direkt Wörthmüller:
den hatte er ja in Verdacht, hinter dem "Attest" von Frau Krach zu stecken - weil diese zufällig in Wörthmüllers Klinik arbeitete.
(Hinweise dazu wohl im Simmerl-Gutachten...)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. August 2014, 19:12:18
http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-17.pdf

Zur Bitte um Entpflichtung von Dolmany:
Zitat
S. 45
...

VRiinLG Escher:  Wissen Sie noch, warum der das nicht mehr wollte?

Otto Brixner:  Da gibt es, glaube ich, auch Ausführungen im Urteil dazu. Selbst kann ich mich nicht erinnern. Das habe ich dann auch gehört. Man hört dann alles Mögliche, dass da an Türe geklopft worden sein soll, der saß drin und hat sich nicht rausgetraut.   

Der Herr Dolmany ist natürlich ein etwas kleinerer Herr. Aber er ist, was das Juristische anbelangt, nicht irgendeiner. Der hat schon sehr viele Verteidigungen in Nürnberg gemacht. Nicht so, dass man einen x-beliebigen genommen hat, das war schon ein namhafter Strafverteidiger.
Und dann Strate:
Zitat
S. 55/56

RA Dr. Strate:   ... D.h. Ihre Zuständigkeit wurde begründet unter anderem damit begründet, dass Herr Mollath gegenüber Herrn Dolmany in einer bestimmten Weise tätlich oder aggressiv geworden sei. Genau aus diesem Grund kam auch der Antrag von Herrn Dolmany, außerdem auch der StA, und auch der Antrag Mollaths, dass Herr Domany entbunden wird als Verteidiger.
Und hier meine Anknüpfungsfrage: Sie haben ja vorhin gesagt, dies und jenes würde ich so nicht wieder machen. Sehen Sie da nicht, dass Herr Dolmany in einem gravierenden Interessenkonflikt war? Auf der einen Seite seine Rolle als Opfer einer Straftat, die sogar von der Sache her in Ihrem Urteil erwähnt wird, und seine Rolle als Verteidiger in derselben Sache, wo er möglicherweise Geschädigter war. Haben Sie das nicht gesehen?
Und ist Ihnen das nicht in Erinnerung gekommen, als diese Anträge gelesen haben, die in dem Wiederaufnahme-Gesuch zitiert werden. Die Dokumente sind alle korrekt wiedergegeben. Ist das Ihnen nicht in den Sinn gekommen, dass das ein gravierender Fehler war? Ich frage ganz sachlich.

Otto Brixner:  Es kann nicht im Belieben des Angeklagten sein, sich so zu verhalten, dass der Pflichtverteidiger entlassen wird. Und dass ein RA mal eine Stunde sich nicht hinausgetraut hat – anderer hätte gar nichts dabei gesagt, hätten sich dabei nicht gedacht. Ich meine, wenn es sich so zugetragen hat, dass ein Pflichtverteidiger von dem Angeklagten so angegangen wird, kann das nicht bedeuten, dass er entpflichtet wird.
So haben wir es dann auch entschieden. Es entscheidet nicht der Angeklagte, welchen Pflichtverteidiger er hat.

Das kann er mit einem Wahlverteidiger machen, aber nicht mit einem Pflichtverteidiger.


G. Mollath: Grüß Gott Herr Brixner...
Und dann noch Mollath (der an dem Punkt Wahl-/Pflichtverteidiger aktiv dazwischengeht)
Zitat
S.56

Otto Brixner:  ... Ist doch ganz einfach. Natürlich muss ich mir überlegen: wie lange dauert das. Aber ich hatte auch Verfahren, die länger gedauert haben. Ich hatte auch Verfahren, die wochenlang dauerten. Wenn jemand meint, er müsste Beweisanträge stellen über das hinaus, was der VRi sich vorgestellt hat.
§ 244 II-VI muss man das machen, wenn nicht, wird der Beweisantrag zurückgewiesen. Wird man sehen, wenn der Beweisantrag gestellt ist.

G. Mollath:  Könnte es sein, dass mangelnde oder nicht vorhandene Beweisanträge der Verteidigung oder keine Zeugenbenennung der Verteidigung an der Einsatzfreude eines Verteidigers liegen könnten? 

Otto Brixner:   Mag ich nicht beurteilen, das muss jeder Verteidiger für sich entscheiden.
Was soll ich dazu sagen? Ich bin Richter. Der Verteidiger ist Verteidiger.
Der hat ein Interesse wahrzunehmen, davon gehe ich aus. Weshalb erwas wann tut, das weiß doch ich nicht.

...
(Schwärzungen von mir)
Das finde ich jetzt spannend. 8)
Letztlich ist das exakt der gleiche Vorwurf, den Mollath jetzt Strate gemacht hat.

Zitat
G.Mollath:  ...Nur - wenn des net umgsetzt wird durch eine Verteidigung , wenn man meint, man will jetzt hier nen schnellen Prozess haben ... und sich vielleicht um andre Dinge lieber kümmern... ja, dann bleib ich natürlich auf der Strecke. Und die Wahrheit allemal.

... Es geht auch ganz deutlich darum: ich hab zum Beispiel ein positives medizinisch-psychiatrisches Gutachten, was bisher noch gar nicht eingebracht wurde ... aufgrund der ... des Verhaltens der Verteidigung.
Und des is, gelinde gesprochen, misslich... Wenn nicht für mich katastrophal..

...Das spricht für sich. Und ich geh davon aus: nicht nur jeder Fachmann, sondern auch jeder Durchschnittsbürger wird da ein großes Fragezeichen ham zum Verhalten dieser Verteidigung.
http://blog.br.de/report-muenchen/2014/8447/prozess-ohne-vertrauen-gustl-mollath-im-interview.html

Mollath will ja am 08.08. noch 27 Beweisanträge stellen - vielleicht will er, inspiriert durch Brixner, dass der Prozess schön lange läuft  :rofl2
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 03. August 2014, 19:41:12
Und jetzt noch Gabriele Pauli:

http://blog.br.de/report-muenchen/2014/8447/prozess-ohne-vertrauen-gustl-mollath-im-interview.html
Zitat
... Mollath behauptet,man habe ihn wegen der Entdeckung eines Schwarzgeld-Skandals mundtot machen wollen. Das Landgericht Regensburg sei nun damit "überfordert", die politischen Ausmaße der Vorwürfe aufzudecken.

Pauli warf Mollaths Verteidiger Gerhard Strate daher Ignoranz vor. Die Schwarzgeldgeschäfte hätten ihn nie interessiert. „Vielleicht hätte Strate das Mandat unter diesen Umständen nicht annehmen sollen“, erklärte Pauli gegenüber FOCUS.

Das gehört nun wirklich zum Dümmsten, was je im Fall Mollath geäußert wurde!
Und dabei lässt zeigt Heidingsfelder @goalgetter32 auf Twitter Fotos von sich und Frau Pauli rum...  :stirn
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 04. August 2014, 12:27:57
Die Mitschrift vom 14. Verhandlungstag ist da:

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-28.pdf

Das sieht übel aus für Mollath..
Und Strate äußert sein Unbehagen, auf unbestimmte Zeit "an Regensburg gefesselt" zu sein.
Falls er sich ein prestigeträchtiges Mandat erhofft hatte, ist er wirklich reingefallen.

Mollath will tatsächlich Weinberger und Co aufmarschieren lassen - viel Freude dabei!

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 04. August 2014, 12:36:21
Aus dem Strate-Protokoll, Tag 14:

Zitat
RA Dr. Strate: […] Ich kann - und das muss ich ganz klar sagen - einen Mandanten, der hier öffentlich über seinen Verteidiger Lügen verbreitet, mit dem kann ich nicht zusammenarbeiten. Das ist eine schwierige Situation: es geht mir nicht nur gegen den Strich, sondern auch gegen meine Ehre, wenn so etwas von einem Mandanten in öffentlicher Sitzung behauptet wird. Deshalb bitte ich darum, mich zu entpflichten. Es besteht keinerlei Vertrauensbasis mehr angesichts dessen, was heute hier vorgefallen ist.

VRiinLG Escher: Das ist jetzt ein Antrag. Herr Mollath, ich habe Ihre Aufmerksamkeit?
G. Mollath: Es tut mir leid, ich hab jetzt mit so was nicht gerechnet. Selbstverständlich - ich höre ja zu.
VRiinLG Escher: […] Ich glaube, Sie sind nicht schlecht verteidigt, sondern hervorragend verteidigt worden.
In geradezu mütterlicher Sorge versucht die Richterin, dem Angeklagten eine Brücke zu bauen. Jeder Vernünftige würde an dieser Stelle eine halblaute, halbgewalkte Quasi-Entschuldigung murmeln und sich berappeln. Was macht Herr M?
Zitat
G. Mollath: Es wird seit Monaten unterlassen und verhindert, höchst relevante Zeugen zu benennen. […]

Aber er hat auch einen Pluspunkt. Die Strategie Strates, eine neue Begutachtung zu verhindern, ist ja gescheitert, und so sagt M:
Zitat
G. Mollath:  Mir wurde gesagt von Herrn Dr. Strate im Vorfeld‚ Herr Mollath die Psychiatriekiste machen wir gar nicht erst auf, verlassen Sie sich darauf, die Gutachtenerstattung wird nicht stattfinden, denn vorher wird das Gericht feststellen, dass diese Taten nicht nachweisbar sind. Und deswegen wird das Gericht feststellen, eine Gutachtenerstattung ist überflüssig.’ Ich habe von Anfang an die Einschätzung gehabt und die Einschätzung geäußert: Das glaube ich nie und nimmer, die Wahrscheinlichkeit ist gering. Ich äußerte die Bitte, den Gegenbeweis zu eröffnen […]
Eine paradoxe Situation. M. hatte recht, aber mit den falschen Gründen (Weinberger/Dieckhöfer usw. würden nicht in der Lage sein, die Gutachten zu beerdigen und Nedopil zu neutralisieren), und Strate hatte unrecht, aber mit seiner Rechtskenntnis wahrscheinlich auch mit einem gewissen Gefühl für die richtigen Gründe.

Noch etwas, diesmal zu den Reifenstechereien. Der Staatsanwalt wollte nochmals den Zeugen Z. hören. Das Gericht beschließt, die nochmalige Vernehmung abzulehnen.
Zitat
Bei lebensnaher Betrachtung sprechen im Übrigen neben der Angabe des Zeugen Zimmermann zum Beschädigungszeitpunkt auch die Anzahl der luftleeren Reifen sowie das vom Zeugen Zimmermann geschilderte Beschädigungsbild dafür, dass das Auftreten luftleerer Reifen keine "natürliche Ursache" zurückzuführen ist.
Auch wenn der Sachverständige sagen musste, er könne keine Reifenstechereien nachweisen (wie auch, wenn keine Unterlagen mehr vorhanden sind): Das Gericht ist offenbar davon überzeugt, dass es die Reifenstechereien gegeben hat.

Schlaglöcher auf der Siegerstraße, ganz unabhängig vom aktuellen Zerwürfnis.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 05. August 2014, 19:46:01
http://blog.psychologie-heute.de/gustl-mollath-und-die-tuecken-des-massregelvollzugs/


....noch mal die basics....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 06. August 2014, 00:28:19
Weinberger läuft sich schon mal warm:

http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/der-fall-mollath-nach-einem-zerwuerfnis-vor-dem-urteil/
Zitat
Mollath hat Beweisanträge auf Einvernahme von Zeugen und Gutachtern gestellt, die er zur Vertretung seiner Sache in dem Verfahren für notwendig hält. Es geht ihm u.a. um „Schwarz­geldverschiebungen“ – von ihnen spricht die Zeitung wenigstens –, geht aber u.a. auch um Zu­stände in der Psychiatrie, aus denen Mollath ja auch für andere Gefahr er­wachsen sieht. Die Me­dien erwähnen sie nicht.

Die Be­weisanträge Mollaths hieß Strate „Mist“, ihn selbst einen „Lüg­ner“. Sein Fazit: „Die Psychiatrie-Kiste machen wir nicht auf“.

Ist nicht verständlich, daß Mollath die „Kiste“ geöffnet, sie zumindest wahrgenommen sehen se­hen will? In ihr liegen doch die Haupt-Mittel und -Methoden, mit denen er über mehr als sie­ben Jahre hinweg gequält und gedemütigt wurde. Daß die Öffentlichkeit da hineinblickt, daß kri­tische Psychia­ter da aus dem Nähkästchen plaudern, das mögen die Medien und weite Teile des Establish­ments, des “Systems” offensichtlich aber nicht. Daß es auch Strate nicht mag, macht staunen. Wollen sie alle, wollen auch viele von Mollaths Unterstützern, muß man fragen, den Psy­ch­iatriemiß­brauch als elegantes Mittel zur Ausschaltung Unlieb­samer, „uneinsichtiger Geister“ etc. weiter erhalten? Uns gebietet schon die Satzung unserer GEP, auch und gerade dieses Anliegen Mol­laths über seine Rehabilitierung hinaus weiter zu unter­stützen. Auch uns treffen darob jetzt nicht nur Sympathieentzug, sondern regelrechter Haß auch aus dem Kreis vormaliger (teils etwas argloser) Un­­terstützer....
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 06. August 2014, 00:32:14
http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/
Zitat
...Unerhörtes ist geschehen. Mollaths Verteidiger Dr. Strate nannte ihn vor Gericht einen Lüg­ner und gibt sich beleidigt, weil dieser Mandant sich von ihm nicht gängeln läßt. Er beharrt auf Be­weisan­trägen  (Strate: „Mist“), u.a. die Anhörung von zwei Psychiatern, von denen einer ihn, Mollath, lege artis begutachtet und der andere öffentlich eine geharnischte Stellung­nahme zum vorausgegangenen psychia­tri­schen Gebaren abgegeben hat. Strate sucht diese Aussagen um jeden Preis zu verhin­dern. „Die Psy­chiatrie-Kiste machen wir nicht auf“, er­klärte er.

 Aus jener „Kiste“, die das Haupt-Agens, die Mittel und Methoden enthält, mit denen Mollath über Jahre gequält und gedemütigt wurde, könnten die zwei Psychiater nämlich einiges aus­packen, was dem gesamten Establishment, u.a. dem Anwalt, seiner geldigen Klientel, den Me­di­en und auch vielen „Unter­stützern“ überhaupt nicht paßt. Mollath liegt am Öffnen der “Kiste”, damit jene Mittel und Methoden gegen andere Unbotmäßige nicht mehr so leicht ausgesspielt werden können.

Strate hat Mollath bis vor kurzem ge­wiß gut verteidigt. Dieser bekundet ihm dafür auch Dank und Aner­ken­nung wie zuvor. Die Frage ist jetzt aber: Was veranlaßt, was berechtigt den Anwalt, den wohl be­grün­­deten Wunsch seines Mandanten derart abzutun und ihn in der Öffentlichkeit derart herunter­zumachen? Welche Interessen spielen da mit hinein?...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. August 2014, 19:52:20
„Was mich prägte“, offenbar aus dem Duraplus-Ordner:
http://www.spiegel.de/media/media-34449.pdf

Zur Sache sagt er nur:
Zitat
Wir haben uns heftig gestritten, sie will nicht aufhören. Wie schon mal passiert, Sie geht auf mich los. Tritte und Schläge. Leider wehre ich mich.

Zur Sache gehört für ihn auch:
Zitat
Inzwischen mußte versucht werden einen Krieg zu verhindern .
Schreiben an : Herr Grhard Schröder vom 30.1.2003
Sir Kofi Annan vom 26.3.2003
Schreiben an Madien vom 30.3.03
An Dieter Rampl vom 1.4.03
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 06. August 2014, 20:21:09
Spannend.....

Zitat
1975 erste große Liebe zerplatzt.
Vor Weihnachten kann ich nicht mehr. Schmeise die Schule hin.

Mit 19 wohl kurz vorm Abi.

Zitat
Ich gehe arbeiten.
1976
Gehe auf die Hibernia Schule ins Ruhrgebiet.

Das Waldorfkapitel scheint wohl ein kürzeres gewesen zu sein und nicht der Philosophie sondern eher den Anforderungen bayrischer Gymnasien geschuldet.

Zitat
1977 Trotz des großen Schmerzes über den Verlust, bekam ich die zweit beste Abiturnote der Klasse .

Das verwundert dann nicht weiter, mit der Verwandschaft seiner dritten grossen Liebe Petra verscherzt er es sich dann aber aus wichtigen Gründen.

Zitat
Es war ausgemacht, es gibt kein 08/15 Geschenke Weihnachten. Dem war nicht so. Seit dem habe ich nie mehr mit diesen Leuten Weihnachten verbracht.



Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 06. August 2014, 20:28:18
@Pelacani:

Das Schriftstück stammt aus 2003.
Es könnte sich um die "Urform" des Duraplus-"Gehefts" handeln; die wenigen Seiten, von denen Wörthmüller bei der Vernehmung sagte, irgendjemand müsse sie in die "Akte" = Patientenakte getan haben.
Es konnte ja nicht aufgeklärt werden, wie diese Blätter dort hinein kamen.
Meine persönliche Vermutung ist, dass Mollath sie wie eine Art Vermächtnis stets bei sich trug - etwa im ominösen Brustbeutel. Denn die Einlieferung bei Wörthmüller ließ ihm keinen Spielraum, nachträglich Schriftstücke zu besorgen - es sei denn, RA Ophoff hat sie auf Bitten Mollaths organisiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 06. August 2014, 20:55:43
Es konnte ja nicht aufgeklärt werden, wie diese Blätter dort hinein kamen.
Das ist eines der Details, deren Bedeutung mir unklar ist. Was hoffte Strate zu beweisen: dass sich Wörthmüller illegal Schriftstücke besorgt hat, wofür auch immer, wenn er den Fall abgeben will? Wir wissen ja jetzt, was da so Brisantes drin steht. Genauso wie das "3. Attest" des Markus R: Glaubt er, da schreibt Markus R, die beiden Ausfertigungen des eigentlichen Attests und die Krankenakte seien Fälschungen? Ich bin wahrscheinlich zu naiv.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 06. August 2014, 21:06:15
@Pelacani:
Strates Reaktion halte ich eher für seinem Kontrollzwang geschuldet:
es darf nicht sein, dass irgendwo Schriftstücke von Mollath in Umlauf sind, die er nicht kennt und die seinen (immer noch) Mandanten kompromittieren könnten.

In der Tat drängt sich die Frage auf, wie der SPIEGEL an das Doc kommt.
Aber vielleicht gab es mehrere Exemplare, von denen eins im Hausrat neben den anderen Habseligkeiten gefunden wurde. Könnte ja sogar sein, dass es auf Umwegen bei Frau Krach gelandet ist - das müsste anhand des Datums auf Plausibilität geprüft werden.

Auffällig finde ich an dem Doc unter anderem, dass für die Zeit der Kindheit außer dem
Tod des Vaters zwar viele historische Daten genannt werden - die Mollath zTl im Nachhinein rekonstruiert haben muss - aber kaum Persönliches.

Seltsam ist dieser Satz unter 1967:
"Willy Brandt schaltet meine Tv Nachrichten aufFarbe "
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Farbfernsehen
Zumindest eine "Stilblüte".
Damals war er knapp 11 Jahre alt, und die Nachrichten waren ja nun im Gegensatz zu den Spielfilmen und Dokus (oder etwa BeatClub) nicht der Farbfernseh-Renner.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. August 2014, 13:05:24
Macht sich kurz vor dem ominösen nächsten Verhandlungstag Nervosität bei den Chefpropagandisten breit?
Anders kann ich mir nicht erklären, warum
Pommrenke so ein Pamphlet raushaut:

http://www.humana-conditio.de/?p=820

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 07. August 2014, 14:00:21
Herr Professor Müller, inzwischen irgendwie auch von allen guten Geistern verlassen, findet:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. August 2014, 14:22:14
@Belbo:
Jamei, der Henning Ernst Müller... Der scheint mir doch ein ziemlicher Windbeutel zu sein!  ;)

Was ich an Pommrenkes Text nicht verstanden habe:
anscheinend zitiert er aus Nedopils Stellungnahme. Die hat, wenn ich nicht auf dem Schlauch stehe, Strate aber noch gar nicht online gestellt.

Ob Strate den Text unter der Hand an Pommrenke gegeben hat?
Das wäre ja ein Ding!  :teufel
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 07. August 2014, 21:57:08
Heidingsfelder hat in seinem PolitPlag einige Punkte zusammengestellt, die er für den Prozess noch wichtig findet:

http://politplag.de/index.php/Hauptseite

Hier findet sich u. a. eine e-Mail, in welcher die Stellungnahme Nedopils offenbar protokolliert und bewertet wird.
Zitat
Herr Dr. Rudolf Sponsel und Frau Eva Schwenk, per Mail vom 28.7.2014  (http://politplag.de/images/e/e8/Schwenk_%C3%BCber_Nedopil_Stellungnahme.pdf)haben sich die Zusammenfassung des Herrn Dr. Nedopil genauer angeschaut und die Nedopil Ausführungen vernichtende Stellungnahmen verfasst. Bei Rudolf Sponsel ist auch eine bemerkenswerte tiefergehende Stellungnahme zur Verschmiertechnik von Nedopil zu lesen.
Ob das eine Art "Gegengutachten" werden soll oder nur der Orientierung dient? -Schon seltsam!

Möglicherweise hat Pommrenke hier die Nedopil-Quelle her; das wiederum könnte bedeuten, dass er dicke Tinte mit Heidingsfelder macht.
Denn wer kennt schon PolitPlag??
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Sotho Tal Ker am 08. August 2014, 10:23:23
Ich verstehe nicht, was Mollaths Gerichtsprozess mit Plagiaten zu tun haben soll.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 10:48:13
Ich verstehe nicht, was Mollaths Gerichtsprozess mit Plagiaten zu tun haben soll.
Muss man nicht verstehen.

Vielleicht ist es Heidingsfelders virtuelle Pinnwand, damit er seine vielen tollen Einfälle nicht vergisst
Man kann sich natürlich fragen, wie er und Mollath sich überhaupt gefunden haben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 12:45:43
Mollath hat eine Erklärung abgegeben, aber keinen neuen Verteidiger mitgebracht:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag15-100.html
Zitat
Er sei weder geisteskrank noch gefährlich für die Allgemeinheit, betonte Gustl Mollath im Gericht. "Die mir vorgeworfenen Straftaten habe ich nicht begangen." Seine Ex-Frau habe eine Intrige gegen ihn gesponnen.

Bereits um acht Uhr morgens saß Gustl Mollath allein im Gerichtssaal und las in Akten. Vor Prozessbeginnn bekräftigte er erneut sein Ziel: Er wolle wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden. Das Gerichtsverfahren sieht er weiterhin kritisch:

- Audiodatei -

Einen neuen Verteidiger hat Mollath sich in der Pause nicht gesucht. Er halte das auch nicht für sinnvoll: "Es müsste sich jemand einarbeiten. Ich baue immer noch darauf, dass ich eine adäquate Unterstützung bekomme."
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 13:01:37
...neues von der Mittelbayrischen.... Mollath hatte wohl jemanden engagiert der in der Praxis Reichelt rumgeschnüffelt hat.  $)

Zitat
Tag 15 - wieder steht der Angeklagte hinter seinem Stuhl, umklammert die Lehne und starrt ins Leere. Genauso wie er es an allen anderen Tagen des Wiederaufnahmeverfahrens getan hat. Die Symbolik dahinter: Aufstehen, wenn das Gericht den Saal betritt, will er nicht. Bevor an diesem Tag die Plädoyers gehört werden sollen und Gustl Mollath eventuell doch noch aussagt, muss die Vorsitzende Richterin wieder einmal das Publikum ermahnen. Die Sitzreihen sind voll, freie Plätze gibt es keine mehr.

Die Beweisaufnahme ist noch nicht beendet: Escher beantragte auf Anregung von Verteidiger Gerhard Strate, dem Gericht eine mögliche dritte Version des Attestes des Nürnberger Allgemeinarztes vorzulegen. Dieses Attest, das vom rechtsmedizinischen Sachverständigen Prof. Wolfgang Eisenmenger zerpflückt wurde und welches die Verletzungen Petra M. s dokumentiert, war der Grund, warum das Verfahren wieder aufgenommen wurde. Als der Arzt vor Gericht bestätigte, dass es mehrere Versionen des Attestes gibt, die automatisch erstellt worden sein, wurde Strate stutzig. Nun ist klar: Die Festplatte, auf der es gespeichert sein soll, existiert nicht mehr. Zumindest konnte die Polizei keine mehr finden.

Nach zwei weiteren verlesenen Schreiben des Angeklagten an Nürnberger Richter, in denen Mollath unter anderem schreibt, die größte Friedensdemonstration Europas ausgelöst zu haben, teilt Escher etwas Ungewöhnliches mit. Escher: "Ich wollte das nur mitteilen, damit niemand denkt, das Gericht wolle etwas unter den Tisch fallen lassen." Sie trägt ein Schreiben eines Unterstützers und Freundes Gustl Mollaths vor, das die Behauptung untermauern soll, Petra M. habe sich die Verletzungen selbst zugefügt, als sie aus einem fahrenden Auto gesprungen sei. Später soll sie dann dem Allgemeinarzt eine ganz andere Geschichte aufgetischt haben. Der Freund H. will herausgefunden haben, dass eine Praxis sehr wohl noch Krankenakten von Petra M. habe, die dem Gericht bisher unbekannt seien. Petra M.s Verteidiger, Jochen Horn, will hierfür keine Schweigepflichtsentbindung geben, dieser Kompex sei bereits in Beweisanträgen der Verteidigung vom Gericht abgelehnt worden.

Escher: "Ein Herr M. mag vielleicht in Praxen anrufen und jemanden zu Aussagen verleiten, der keine Schweigepflichtsentbindung hat. Das kann das Gericht nicht tun. (...) Ich habe es nicht totgeschwiegen. (...) Das sollte sein in diesem Prozess." Gerhard Strate sagt dazu, dass es schön gewesen wäre, wenn dieser private Ermittler seine Ergebnisse der Verteidigung vorgelegt hätte. Aufgrund der "Unzuverlässigkeit der Informationen jenes privaten Ermittlers" sehe er keinen Grund für einen Antrag. Auch Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl hält den Sachverhalt für "derartig vage", die Anregungen gingen ins Blaue hinein. Der Angeklagte bittet darum, dass sein Verteidiger einen Antrag stellt. Das werde bestätigen, dass Petra M. diese Verletzungen durch einen Sprung aus dem Auto davon getragen hat. Das sei ein ganz wichtiger Punkt. "Ich halte das für skandalös, dass man auf irgendwelche private Ermittler angewiesen ist. (...) Dann hätten auch Sie, hohes Gericht, eine leichtere Arbeit."

http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=20131&ss=1
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 13:14:52
http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=20131

...unglaublich wie sich Gericht, Nebenklage und staatsanwaltschaft von mollath auf der Nase rumtanzen lassen....
Zitat
Mollath ist noch nicht fertig: Er rechnet mit weisungsgebundenen Staatsanwälten. Es habe immer wieder Einmischung der bayerischen Politik gegeben. "Das waren keine Zufälle oder Schlampereien." Wenn ermittelt wurde, sei das nur sehr einseitig passiert. Dem Mann, der ihm gegenüber sitzt, wirft er vor, einen "besseren" Wiederaufnahmeantrag auf Anweisung zu einer Softversion umgeschrieben zu haben.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 14:10:18
Zitat
Über die Erklärung hinaus war Mollath nicht dazu bereit, Fragen zuzulassen.

....wer war noch gleich der Angeklagte?     :facepalm

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/mollath-strafworwuerfe-dementi
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 19:43:09
Heidingsfelder läuft gerade auf Twitter Amok:

https://twitter.com/goalgetter32
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 20:07:13
Der OStA plädiert seit ca 4 (vier) Stunden und zwar sehr originell:

http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/art1172,257707

http://mobil.morgenpost.de/politik/article131037445/Der-Oberstaatsanwalt-zerlegt-jeden-Antrag-Mollaths.html

Ich finde ja gut, dass zum ersten Mal vor Gericht jemand dem Mollath ins Gesicht sagt, er habe seine Frau misshandelt - und sei voll verantwortlich für diese Tat.
Geradezu erholsam für uns alle, die diese ständigen Verrenkungen lesen und ertragen mussten!

Pascal Durain hat im Live Blog der Mittelbayerischen Schwerarbeit geleistet und alles mitgeschrieben.

http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=20131&ss=1

RA Strate wird es schwer haben, nach einem so langen Plädoyer noch die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln! Wann RA Hörn für die Nebenklägerin plädiert, weiß ich nicht.

Fest steht: für Mollath wird dies kein Freispruch 1.Klasse, und die narzisstische Kränkung dürfte jetzt schon immens sein.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 20:37:19
Es könnte sein, dass Strates Plädoyer vertagt wird. Und das wiederum wäre wohl ein Vorteil.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 20:38:48
Es könnte sein, dass Strates Plädoyer vertagt wird. Und das wiederum wäre wohl ein Vorteil.


Für wen? Mollath und Heidingsfelder eine Woche länger vor offenen Mikrofonen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 20:41:17
Ich denke schon. Dazwischen wäre mindestens das Wochenende und dann wäre der Vortrag von Meindl nicht mehr so präsent. Natürlich wäre das ein marginaler Vorteil.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 20:42:56
Jetzt ist erst mal die Nebenklage dran:
https://twitter.com/goalgetter32/status/497783262363017217

Is ja verboten, aus dem Gerichtssaal zu twittern...

Wenn Strates Plädoyer verschoben wird, hat man sicher mehr Lust, wieder zuzuhören.
Und er kann es vllt etwas adaptieren...

Aaaber: Mollath wird so angepisst von OStA Meindl sein und der schwindenden Hoffnung auf Freispruch 1.Klasse, dass sich übers WoE bei ihm einiges anstauen dürfte.
Gemeinsam mit dem ebenfalls schwer angepissten Heidingsfelder dürfte das eine interessante emotionale Mischung geben...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 20:43:41
Du magst recht haben, zumal dann Strate seinen Vortrag nochmal speziell auf Meind abstellen kann. Was ist denn mit der Nebenklage?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 20:51:48
Andrerseits das Echoin der Presse wirt für Mollath immer bedenklicher.

Zitat
Dann hagelt es Strafanzeigen, die Mollath in den Gerichtssaal schleudert. Drei, vier, fünfmal sagt er das Wort "Strafanzeige" und ordnet es Zeugen zu, die in dem Prozess vernommen wurden und die ihn früher verurteilten oder begutachteten. "Ich zeige den früheren Richter Otto Brixner an", sagt Mollath noch, da unterbricht ihn Richterin Elke Escher: "Bei mir können Sie keine Strafanzeigen stellen."

Zitat
Die Stimmung im Gerichtssaal ist aufgeheizt an diesem vorletzten Prozesstag. Als Mollath mit seinen endlosen Beweisanträgen, Strafanzeigen und kruden Verschwörungstheorien endet, gibt es sogar Applaus von seinen Unterstützern – den unterbindet Richterin Escher natürlich umgehend.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article131037445/Der-Oberstaatsanwalt-zerlegt-jeden-Antrag-Mollaths.html

Wo sind eigentlich die Brandstifter Prantl und sein Mitautor, die arme Frau Fuchs scheint da alleine die Stellung der Süddeutschen halten zu müssen..... Der Mann der zuviel wusste?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 20:53:42
Die Nebenklage plädiert gerade. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Strate sich dazu bereit erklären wird, gegen 19:30 Uhr zu plädieren. Aber wer weiß...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 21:10:20
Die Nebenklage plädiert gerade. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Strate sich dazu bereit erklären wird, gegen 19:30 Uhr zu plädieren. Aber wer weiß...
Ich an Strates Stelle würde es heute noch hinter mich bringen.
Viel kann er für den unfreiwilligen Mandanten nicht mehr rausholen; für das eigene Image vermutl. auch nicht.
So hat er wenigstens ein ruhiges WoE & muss sich keine Gedanken machen, was Mollath & Heidingsfelder in der Zwischenzeit noch alles aushecken :D
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 21:38:41
Strate hat jetzt doch mit dem Plädoyer begonnen.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 21:40:24
....sweeper wenn Du noch kurz die Lottozahlen von morge......
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 21:42:28
Strate hat jetzt doch mit dem Plädoyer begonnen.
Eben :)

Die Kulisse muss schließlich auch stimmen: noch sind wohl die meisten Zuschauer da, die Atmosphäre kocht, und es ist extra ein Rednerpult für ihn aufgebaut worden, weil er das braucht ;)

Andere Leute steigen mit plissiertem hanseatischen Wagenradkragen auf die klerikale Kanzel...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 21:43:24
Strate hat jetzt doch mit dem Plädoyer begonnen.
Eben :)

Die Kulisse muss schließlich auch stimmen: noch sind wohl die meisten Zuschauer da, die Atmosphäre kocht, und es ist extra ein Rednerpult für ihn aufgebaut worden, weil er das braucht ;)

Andere Leute steigen mit plissiertem hanseatischen Wagenradkragen auf die klerikale Kanzel...


....keine GoGoGirls?  :(



...der Mann will einfach nur noch weg, weg, weg!

Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 21:47:40
....sweeper wenn Du noch kurz die Lottozahlen von morge......
TelepathieCold Reading klappt bei mir mit Zahlen nicht so gut... ;)

Aber wir sollten mal aufzählen, was Psiram in der Causa Mollath entgegen der "Mainstream"-Medien
^^ , also entgegen Wolff, Ritzer & Przybilla, Prantl, O.Garcia, H.E. Müller, S.Pommrenke etc alles richtig prognostiziert hat!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 08. August 2014, 21:57:44
Schachmatt?

https://twitter.com/goalgetter32/status/497803585854660608
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 22:15:40
Schachmatt?

https://twitter.com/goalgetter32/status/497803585854660608
Heidingsfelder ist hochgradig beeindruckbar & hat offensichtlich eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne.
In Kombi mit seinen sonstigen vielfältigen Beschäftigungen, hochimpulsiver Twitter-Tätigkeit, wechselnden Interessen & dubioser Vita verbunden mit weltverbesserischem Enthusiasmus ... könnte man schon fast eine Ferndiagnose stellen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 08. August 2014, 23:06:57
Schachmatt?

https://twitter.com/goalgetter32/status/497803585854660608
Heidingsfelder ist hochgradig beeindruckbar & hat offensichtlich eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne.
In Kombi mit seinen sonstigen vielfältigen Beschäftigungen, hochimpulsiver Twitter-Tätigkeit, wechselnden Interessen & dubioser Vita verbunden mit weltverbesserischem Enthusiasmus ... könnte man schon fast eine Ferndiagnose stellen...

Hämorrhoiden ?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 08. August 2014, 23:33:50
Schachmatt?

https://twitter.com/goalgetter32/status/497803585854660608
Heidingsfelder ist hochgradig beeindruckbar & hat offensichtlich eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne.
In Kombi mit seinen sonstigen vielfältigen Beschäftigungen, hochimpulsiver Twitter-Tätigkeit, wechselnden Interessen & dubioser Vita verbunden mit weltverbesserischem Enthusiasmus ... könnte man schon fast eine Ferndiagnose stellen...

Hämorrhoiden ?
Ja, ich glaub, so ähnlich hieß der Fachausdruck!  :angel:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 09. August 2014, 00:01:15
Im Schlusswort erfahren wir, dass Mollath schon damals die krummen Geschäfte der Christine Haderthauer aufgedeckt habe.  :grins2:
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. August 2014, 00:33:47
Im Schlusswort erfahren wir, dass Mollath schon damals die krummen Geschäfte der Christine Haderthauer aufgedeckt habe.  :grins2:
M.a.W.: Fortsetzung folgt... Nee, bloß nicht!
Klingt, als ob du im
Gerichtssaal warst, Plinius  8)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 09. August 2014, 00:38:15
Nee. Habe nur Pascal Durain zitiert.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. August 2014, 00:51:42
Nee. Habe nur Pascal Durain zitiert.
Der Ärmste muss jetzt auch völlig platt sein!
Das hält man ja im Kopp nicht aus...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. August 2014, 14:14:21
Es tauchte weiter oben die Frage auf, ob bzw woher Pommrenke den Text der Stellungnahme Nedopils hatte und warum er als Quelle Sponsel angibt, dem der Text auch vorlag.

Ich habe dazu bei H.E. Müller/ Beck in den Kommentaren einen Hinweis gefunden:

http://blog.beck.de/2014/07/26/tag-dreizehn-prof-nedopils-psychiatrische-stellungnahme-zu-gustl-mollath?page=7#comment-60278
Zitat
#27

Zitat
# 20

08.08.2014
Gast schrieb:
@ Gast #20

Eine interessante Information wäre, auf welchem Weg Herr Dr. Sponsel die Stellungnahme erhalten hat.

 
Die Stellungnahme wurde doch mündlich abgegeben, oder?  Falls Sie es noch nicht wissen sollten: Offensichtlich im Auftrage des Dr. Strate werden Wortprotokolle von der Verhandlung geführt, die sogar veröffentlicht werden. Im Übrigen ist es bekannt, dass Dr. Sponsel Kontakt zu Dr. Strate hat und von jenem auch die vollständigen Gutachten im Falle Mollath zur Begutachtung erhalten hatte. Nun zufrieden?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 09. August 2014, 21:08:49
Im Beck-Blog gibt es eine Art Analyse zu den Plädoyers:

http://blog.beck.de/2014/08/09/vorletzte-und-letzte-worte-vor-dem-urteil-der-f-nfzehnte-tag-der-hauptverhandlung-gegen-gustl-mollath
Zitat
Dass die Verteidigung demgegenüber lieber daran festhielt, die Verteidigungsstrategie nicht durch Anträge des Angeklagten, die sie für „Mist“ hielt, zu verwässern bzw. zu gefährden, ist nur zu gut verständlich. Nach wie vor unverständlich ist für mich aber, dass der Konflikt zwischen Verteidigung und Angeklagtem in aller Öffentlichkeit im Gerichtssaal ausgetragen wurde. Auch jetzt, bei Mollaths schriftlich vorbereiteter Einlassung, lassen sich die Wunden dieses Konflikts noch verorten.
Er kann sich wohl immer noch nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn ein Mandant sich einfach nicht an Absprachen hält. Strate kämpft darum, das Schlimmste zu verhüten und muss außerdem um seine Reputation ringen.

Zu OStA Meindls Plädoyer:
Zitat
...Mit einem knappen Kommentar wird man natürlich der ausführlichen Präsentation der Beweiswürdigung des Staatsanwalts kaum gerecht. Meindl erläutert eingehend, warum er den Angaben der Nebenklägerin glaubt. Und von dieser Ausgangsbasis aus ist sein Plädoyer schlüssig: Selbst wenn man rechtswidrige  Bankgeschäfte und daher die Lügenmotive der Nebenklägerin wahr unterstellt, erscheint ihm das geschilderte Geschehen erlebnisbasiert. Abwegig sei die Annahme, die Nebenklägerin habe sich Hämatome und insb. Würgemale selbst zugefügt. Auch die "leicht blutende" (und daher vernarbte) Bisswunde könne keine Erfindung sein.

Dass die Würgemale am Hals schon allein auf eine das Leben gefährdende Behandlung (i.S.d. § 224 Abs.1 Nr.5 StGB) hinweisen, schließt Meindl mit Notwendigkeit aus dem medizinischen Gutachten von Eisenmenger. Da besteht ein merkwürdiger Widerspruch zur Aussage des Arztes Reichel. Auf die Frage von Eisenmenger, woran er denn Würgemale als solche erkannt habe, antwortete Reichel, die kenne er vom selbst ausgeübten asiatischen Kampfsport und den dort bei Würgegriffen zugefügten Hämatomen. Aber bei welchem Kampfsport werden denn (notwendig) lebensgefährliche Würgegriffe ausgeführt? Es scheint demnach doch auch Würgemale ohne Lebensgefahr zu geben. Abgesehen davon lassen sich Hämatome am Hals durchaus auch auf andere Art produzieren als durch möglicherweise gefährliches Würgen, wie jeder verliebte Teenager bestätigen kann (wie mir aus dem Netzuniversum zugerufen wurde, seien dies aber "andere" Hämatome).

Die Ausgangsbasis für die Schlussfolgerungen des Staatsanwalts  ist alles andere als so stabil wie angenommen. ..
Da stellt sich doch die Frage, ob Müller sich tatsächlich die Zeit nahm, das SV-Gutachten von Prof.
Eisenmenger, insbesondere seine Befragung durch den OStA zu studieren...

Immer wieder verblüfft mich Müllers herablassende Haltung den SV gegenüber. Er ist als Nichtmediziner nicht in der Position, die Bewertungen der Fachleute so unbedarft in Zweifel zu ziehen.
Zumal der OStA seine Fragen an den SV außerordentlich präzise und zielgerichtet gestellt hat und der SV dementsprechend dezidiert und unmissverständlich antwortete.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. August 2014, 04:12:49
Herr Strate ?, miteinem bemerkenswerten Blogbeitrag bei Frau Wolff.
Fettung von mir .....

Zitat
Gerhard Strate
sagte am 10. August 2014 um 01:25 :
Liebe Leser dieses Blogs,

die Hauptverhandlung gestern war ein Marathon. Die zu erwartenden Anträge von Gustl Mollath, die er am Vormittag gestellt hatte, wurden von der Strafkammer um 13.40 Uhr – ebenfalls erwartungsgemäß – ablehnend beschieden. Um 14.00 Uhr kam Herr Oberstaatsanwalt Dr. Meindl mit seinem Schlussvortrag dran und plädierte volle vier Stunden. Danach – nach einer 15-minütigen Pause – sprach der Nebenklägervertreter RA Horn, der dann bis 19.15 Uhr brauchte. Um 19.30 Uhr kam dann schließlich die Verteidigung an die Reihe. Wir benötigten für unser Plädoyer insgesamt bis 21.10 Uhr. Das Urteil wird verkündet am kommenden Donnerstag.

Den Antrag von OStA Dr. Meindl nebst seiner Begründung hatte ich erwartet. Das ergab sich – bei genauerem Hinsehen auf die Mitschriften – schon aus jeder Frage, die er an Zeugen und Sachverständige gestellt hatte.

Der Ausgang des Verfahrens entscheidet sich letztlich an der Zeugin Petra Simbek, die aus dem Familien-Clan der Müllers als “Ersatz”-Zeugin für Petra Maske (geb. Müller) präsentiert wurde. Sie ist nach unserer Auffassung ein verlogenes Stück. Sie hat andererseits für die Argumentation der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage eine zentrale Bedeutung. Wir werden sehen. Ich bin zuversichtlich, dass das Gericht anders entscheidet, als es die Staatsanwaltschaft wünscht, da die Strafkammer (mit allen Berufsrichtern und auch den beiden Schöffinnen) mir bestens vorbereitet erscheint. Denen kann so leicht keiner ein X für ein U vormachen. In Bayern weiß aber nie, was wird.

Unser Plädoyer wird morgen im Netz stehen (in der allgemeinen Dokumentation zum Mollath-Fall). Dann kann sich jeder – naturgemäß einseitig – schon mal ein vorläufiges Bild machen. Rechtsanwalt Horn – als Nebenklägervertreter – hatte mir die Übersendung seines Plädoyers zur Veröffentlichung auf meiner Dokumentationsseite auch zugesagt. Leider ist es bisher nicht eingetroffen. Die vollständige Dokumentation des Hauptverhandlungstages vom Freitag wird – hoffentlich – am Mittwoch erscheinen. Unser Bundestagsstenograph Prof. Dr. Schubert hatte wirklich Schwerstarbeit zu leisten. Ich hoffe aber, dass er bis Mittwoch alles fertig hat.

Um es nochmals zu betonen: Wir sind wirklich sehr zuversichtlich. Die Eule der Minerva wird am Donnerstag ihren Flug beenden. Und ich werde mich dann aus allen weiteren Aktivitäten in dieser Sache zurückziehen.

Herzliche Grüße an alle, einen schönen Sonntag und eine gute Woche

wünscht Gerhard Strate.

http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/07/04/der-fall-gustl-mollath-die-neue-hauptverhandlung/comment-page-4/#comment-41031
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Sotho Tal Ker am 10. August 2014, 04:29:56
Oha, wird etwa Dr. h.c. (soviel Zeit muss sein, wenn man schon seinen geschenkten Doktortitel wie eine Monstranz vor sich hertragen lässt) Strate den Herrn Mollath ebenso fallen lassen wie ehedem Frau Böttcher? :o
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. August 2014, 11:01:33
Zitat
Den Antrag von OStA Dr. Meindl nebst seiner Begründung hatte ich erwartet. Das ergab sich – bei genauerem Hinsehen auf die Mitschriften – schon aus jeder Frage, die er an Zeugen und Sachverständige gestellt hatte.
Stimmt - siehe beispielhaft die oben erwähnte Eisenmenger-Befragung.

Fragt sich nur, warum Strate dann behauptet hat "Wir sind auf der Siegerstraße!"
Bei ihm entpuppt sich vieles als substanzlose Kampfrhetorik.

Die Zeugin Simbeck im Nachhinein herabwürdigen - das muss man nötig haben!
Es wäre doch seine Aufgabe gewesen, sie der Lüge zu überführen: immerhin musste sie ein langes unangenehmes Verhör über sich ergehen lassen.

Na ja - gut dass diese Mollath-Posse jetzt zu einem Abschluss kommt!
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 10. August 2014, 14:12:16
Sehr stimmungsvoller und ausgewogener Artikel im neuen Spiegel......

...ups Kopierfunktion geht nicht...... Ein paar Zitate dann vom anderen Rechner aus.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 10. August 2014, 22:12:56
Pascal Durain hat ja Großes geleistet, indem er den Live-Blog der MZ in den Verhandlungspausen betreute.
Hier schildert er summarisch, welchen Eindruck er von Gustl Mollath gewonnen hat:

http://www.mittelbayerische.mobi/mobile/article/1105194.html
Zitat
Auch, wenn es der Angeklagte und seine Front von Unterstützern nicht wahr haben wollen. Ihnen geht es um etwas, das ein Strafprozess nicht leisten kann: Andere an den Pranger zu stellen: Politiker, Richter, Bankvorstände und Psychiater. Mollath will nicht nur Wiedergutmachung, er will anklagen: Die Zustände in der Forensik, wie schnell man dorthin abgeschoben wird, und wie Reiche und Mächtige die Behörden beeinflussen.

Zitat
Richter und Staatsanwalt wollten Gustl Mollath eine zweite Chance geben, das sagten sie wortwörtlich vor Gericht. Aber Mollath hat sie vertan. Er reagierte schon vom ersten Tag an trotzig, als er den psychiatrischen Gutachter, der für kritische Töne über seine Kollegen und die forensische Psychiatrie bekannt ist, des Saales verweisen wollte. Wieder lehnte Mollath es ab, sich untersuchen zu lassen – und so nahm er sich erneut die Chance auf ein Gutachten, das aussagekräftig ist und alle anderen hätte widerlegen können. ..
Zitat
Verhandlungstag für Verhandlungstag stand er hinter seinem Stuhl, blickte ins Leere, und wartete auf die Kammer. Nur, um sich nicht eigens für das Gericht zu erheben. Das ist eine eitle wie respektlose Geste...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: MountainKing am 10. August 2014, 23:34:28
"Zumal vieles darauf hindeutet, dass Mollath gar nicht so unschuldig ist."

Oweh, da hat jemand Jehova gesagt...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. August 2014, 14:38:46
Wegen angeblicher Unstimmigkeiten rund um das Attest Reichel hat Strate eine Untersuchung der Praxis-EDV veranlasst und den Prüfbericht inclusive Daten der Petra M. (Schreiben an die RV mit Diagnose/Begründung) ohne Schwärzungen ins Web gestellt.

Im Wolff-Blog wird schon diskutiert, ob die Diagnose gerechtfertigt war  :police:

Wann wird diesem Anwalt endlich das Handwerk gelegt wegen seines übergriffigen Verhaltens?

(Ich verlinke das Doc aus Datenschutzgründen nicht)
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 11. August 2014, 14:45:44
...interessant ja auch das 33-Seitige Schreiben, die Einlassung  Mollaths an das Gericht....

Gustl Ferdinand Mollath
Zur Zeit wohnungslos in Deutschland

.
.
.
.
http://www.strate.net/de/dokumentation/Beweisermittlungsantrag-Mollath-2014-08-08.pdf
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Plinius am 11. August 2014, 21:07:52
Heidingsfelder sucht auf Twitter Atteste. Kann wer helfen?
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 11. August 2014, 21:11:19
Heidingsfelder sucht auf Twitter Atteste. Kann wer helfen?
Was soll ich ihm denn attestieren?  8)
Der hat echt nicht mehr alle Nadeln an der Tanne...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. August 2014, 00:24:59
Erstaunlich! Oliver Garcia ist zurück!

http://blog. delegibus.com/2014/08/11/fall-mollath-alles-verloren/

Erinnert doch stark an Gabriele Wolffs Endlos-Postings.
Zitat
Die von Gabriele Wolff ausgesprochene Erwartung war auch meine Überzeugung. Am 24. März 2013 hatte ich Meindls Wiederaufnahmeantrag in einem Blogbeitrag besprochen, unter der Überschrift “Fall Mollath: Die Rehabilitierung kam früher als erwartet”. ...

Sogar ihr Lieblingsthema "Kachelmann oder die falsch beschuldigenden Frauen"
fehlt nicht...
Zitat
Meindl, ausgerechnet Meindl, schlüpft in die häßliche Rolle einer Staatsanwaltschaft, die in ihrem unbedingten Verfolgungseifer jedes Maß – jedes Beweismaß – verloren hat. Es sind diese Staatsanwälte, die Menschen wie Horst Arnold, Ralf Witte und Thomas Ewers ins Unglück stürzten und die Jörg Kachelmann bereits auf den Fersen waren. Die ersten drei sind Opfer falschbeschuldigender Frauen geworden, aber in erster Linie Opfer einer Justiz, die es verlernt hat zu ertragen, daß ein mögliches Verbrechen ungesühnt bleiben muß, wenn man nicht wesentlich mehr hat als eine Aussage-gegen-Aussage-Situation.
Der Reflex der Strafjustiz (angefangen bei der Kriminalpolizei über die Staatsanwaltschaft bis hin zum Strafgericht, wo er mit vollem “Schulterschluß-, Inertia- und Perseveranzeffekt” ankommt), einer Frau, die sich als (Übergriffs-)Opfer eines Mannes präsentiert, mehr zu glauben als einem Mann, der sich als (Falschbeschuldigungs-)Opfer dieser Frau präsentiert, hat immer noch fatale Wirksamkeit...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. August 2014, 00:49:49
Ja, der Herr García. Auf seine alten Tugenden der getreuen Wiedergabe und der an der Wirklichkeit klebenden Interpretation ist Verlass:
Zitat
Wenn der medizinische Sachverständige zu dem Ergebnis kommt, daß die Verletzungen, soweit sie rekonstruierbar sind, gleichermaßen von einem Angreifer wie von einem sich Wehrenden verursacht worden sein können, und weiter aufgrund eigener Aussage der Nebenklägerin feststeht, daß sie durchaus “zupacken” kann (“Ich habe mich natürlich auch gewehrt und ihn an den Haaren und anderen Stellen gepackt, wo es ihm wehtun müsste.”, Quelle), dann haben wir schlicht ein Aussagepatt.

Unter „Quelle“ verlinkt er das Strate-Protokoll des 10. Verhandlungstages. Laut diesem hat Meindl aber nur gesagt:
Zitat
In der richterlichen Vernehmung am AG Tiergarten am 15.05.03 hat sie ausgeführt: … Obwohl mein Mann behauptet, dass ich nicht bewusstlos war, meine ich, dass ich weggetreten war. Habe mich natürlich auch gewehrt und ihn an den Haaren und anderen Stellen gepackt.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: sweeper am 12. August 2014, 00:52:40
Zeitgleich zur Ankündigung dieses Garcia-Blogs über Twitter durch Pommrenke hatte Frau Wolff das auch schon entdeckt:
Zitat
gabrielewolff zu 11. August 2014 um 22:35
Schön, daß sich auch Oliver García wieder mit einem – brillianten – Beitrag zum Fall Mollath zu Wort meldet.
Er sei nicht nur dem ahnungslosen “Justizkritiker” Martin Heidingsfelder, der viel Schaden verursacht und Beate Lakottas substanzlosen Häme-Artikeln, wie dem heutigen im SPIEGEL, Nahrung gegeben hat, zur Lektüre anempfohlen...
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. August 2014, 01:00:04
Zitat
gabrielewolff zu 11. August 2014 um 22:35
... “Justizkritiker” Martin Heidingsfelder, der viel Schaden verursacht ...
Da überschätzt sie ihn.
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 12. August 2014, 11:33:19
Garcia ist ein VT- Gläubiger.... da hilft nichts.

Zitat
Unabhängig, was genau sich R. von Wörthmüller zur Problemlösung versprach: Wenn mehrere Personen sich zusammensetzen und darüber nachdenken, wie man einen gemeinsamen Gegner durch verdeckte Aktionen unschädlich machen kann, ist das eine Verschwörung. Es gibt eben auch unspektakuläre Verschwörungen. Welches Ausmaß sie tatsächlich hatte, werden wir wohl nie erfahren. Es spielt für das Strafverfahren, wie gesagt, auch keine Rolle. Das von der Nebenklägerin gegen Mollath eingeleitete Strafverfahren war Mittel zum Zweck, egal ob die Taten tatsächlich begangen oder vorgetäuscht waren. Daß die Nebenklägerin das Attest als Erpressung gegen Mollaths eingesetzt hat, damit dieser “den Mund hält”, wird auch Oberstaatsanwalt Meindl nicht geleugnet haben. Es ist ja auch ohne weiteres mit seiner These vereinbar.

http://blog.delegibus.com/2014/08/11/fall-mollath-alles-verloren/
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: Belbo am 12. August 2014, 20:29:12
Otto Lapp erklärt den Fall Mollath in 3 Minuten.....

http://www.nordbayerischer-kurier.de/videos/drei-minuten-erklaert-der-fall-mollath_638971

...das Gustl Mollath nie was richtiges gelernt hat war mir neu........
Titel: Re: Der Mollath-Prozess
Beitrag von: pelacani am 12. August 2014, 21:11:11
Das Krach-Attest, eine Rückschau.

Am 4. Verhandlungstag der Wiederaufnahme sagt Fr. Krach-Olschwesky selbst (Strate-Protokoll, S. 42-63):
Zitat
Habe sie über 4 Jahre 1-2 Mal jährlich gesehen, in ihrer Eigenschaft als Beraterin in der HypoVereinsbank in Nürnberg. Mir ist aufgefallen im Verlauf dieser 4 Jahre, dass sie zunehmend verstörter aufgetreten ist, stark abgenommen hatte und einmal war mir aufgefallen, dass sie eine große dunkel gefärbte Brille getragen hat
Das Attest stützt sich nicht nur auf eine einmalige Begegnung. Die Sonnenbrille ist auffällig, weil sich dahinter ein Monokelhämatom ("blaues Auge") verbergen kann. (Später sagt sie, dass sie nicht mehr sicher sei, ob da ein Hämatom war.)

Zitat
In diesem Gespräch hat sie mich wissen lassen, dass sie mit ihrem Ehemann nicht mehr .... komme und dass sie eine Wesensänderung bei ihm festgestellt habe und dass sie, weil sie sich mit Naturheilkunde beschäftigt, sich Gedanken macht, ob es eine Vergiftung sein könne. Sie würde mich bitten, ob ich ihr eine Richtung weisen könnte, ob eine Vergiftung, ob deren Symptome das machen können. Sie hat mir eigentlich zu verstehen gegeben, dass sie ihrem Mann beistehen und helfen möchte und dass sie in gewisser Weise ratlos ist.
Die Vermutung einer körperlichen Erkrankung spricht gegen den vielzitierten Belastungseifer; die Ratlosigkeit ist Indiz für eine Psychose. In einem "normalen" Rosenkrieg sind die Partner (oder besser: Kontrahenten) alles mögliche, aber nicht ratlos.

Der folgende Abschnitt entspricht in groben Zügen dem, was aus einem früheren Lakotta-Artikel bekannt ist:
Zitat
Sie hatte mir so erzählt, dass der Gewinn nicht eingetreten ist, weil Herr Mollath sich um diese Dinge nicht gekümmert hat, die Existenzsicherung angehen, sondern in seiner Welt sich sehr intensiv beschäftigt hat. Das hat sich dann wohl fortgesetzt nach Geschäftsaufgabe mit anderen Themen. Sie hat gesagt, er war dann vor TV gesessen, es waren Jalousien abgedunkelt, wenn sie heimkam, er ist dann unnachvollziehbar aufgestanden, habe um sich gefuchtelt und hat Schriftsätze verfasst über mögliche Zusammenhänge zwischen Politik und Finanzen. Im weiteren hat sie erzählt, dass die Situation sich immer mehr zugespitzt hatte, sie durfte bestimmte Zimmer nicht mehr betreten, durfte in Zimmer nichts mehr verändern, Jalousien mussten unten bleiben. Was mich sehr betroffen hat, dass sie zuletzt nur noch in der Küche auf dem Bügelbrett essen konnte. Was sie auch berichtet hat, war ein unvermitteltes Aufstehen des Mannes und wütendes Schreien, dass sie das auch erleben hat müssen, dass er zwei Mal so wütend auf sie losgestochen ist und sie gewürgt hat. Sie hat einmal erzählt, der Mann hätte sie auf den Boden gedrückt, sie sei auf dem Bauch auf dem Boden gelegen, habe sie so lange gewürgt, bis sie bewusstlos geworden ist. [...]
Die "heruntergelassenen Jalousien" (s. Stellungnahme Nedopil am 13. Verhandlungstag) sind nur eine Chiffre, ein Name für ein komplexes Verhaltensmuster.

Zitat
Wisse nicht, wie sie sich verhalten soll, überlegt, ob sie überhaupt als Zeugin da hingeht, weil sie denkt, dass es niemanden hilft, wenn er bestraft ist. [...] Sie kam wegen Ängsten und hoher Ambivalenz, also Ratlosigkeit, was soll ich tun, sie hat beschrieben innere Unruhe, Angespanntheit, Gedankenkreisen. [...] Das hört sich jetzt aus den Zusammenhängen komisch an, sie hatte auch Sorge um ihren Mann, weil sie sagte, er lässt sich nicht helfen, ordnet seine Dinge nicht. Was ist denn dann, wenn er im Haus ist und jetzt mit Scheidung nicht zurecht kommt, oder auch die Aufteilung des Hausstandes, bei der Suche nach einem Beruf, die Sache mit ihrem Bruder, der Gerichtsgang. Da war auch so eine Sorge mit dabei, dass Herr Mollath allein im Haus und sich selbst überlassen ist. [...] [In Antwort an Meindl:] Das haben Sie nicht richtig verstanden. Frau Mollath hat überlegt, was sie dazu tun kann, um die Wesensveränderung des Mannes rückgängig zu machen. Die hatte sich damit beschäftigt, ob es Vergiftung sein könnte, ob sie Ernährung ändern müßte oder ob sie da sonst was tun könnte. Ob ich es als wahrscheinlich halte, dass es eine Vergiftung ist, ob sowas solche Veränderungen machen kann.
Belastungseifer?

Zitat
Sie hatte mir auch ein Schreiben zukommen lassen von Herrn Mollath vom Amtsgericht Nürnberg über die Scheidung, wo in ungewöhnlicher Weise hieß ich möchte an die Menschenrechte appellieren und lt. EuGH und ich habe auch oberflächlich eingesehen einen Stapel von Schriftsätzen oder und Tagebuchaufzeichnungen.
Es gab noch mehr als lediglich die Aussage der Ehefrau; auch objektive Befunde haben vorgelegen.

Warum überhaupt das Attest, und wie war das mit der Schweigepflicht (wohlbemerkt, eine Schweigepflicht hat man gegenüber seinem Patienten, und das war hier Frau M.):
Zitat
VRiinLG Escher: Kommt das häufiger vor, dass über einen Dritten praktisch solche Stellungnahmen abgegeben werden? Mich verblüfft das jetzt etwas?
 Krach-Olschewsky: Nur wenn Gefahr in Verzug ist. Wenn man sagt… Ich würde es so sagen wollen: Das ist es jetzt 11 Jahre zurück. Ich habe auch über die ärztliche Schweigepflicht gesprochen. Ich denke, es ist aus einer Zeit, in der auch immer wieder in den Medien das Bewusstsein geschärft worden ist, dass man sehr lang zuschaut, dass Kinder tagelang in Wohnung schreien, Nachbarn informieren Polizei, es hilft niemand und weil dann die Mutter fünf Tage beim Bäcker nicht mehr auftauchte, dann hat man die Wohnung gewaltsam geöffnet. Ich glaube, aus solchen Zeitgedanken heraus habe ich das so geschrieben, dass es Situationen gibt, in denen man einfach Klarheit schaffen sollte. Ich hatte damals bei Frau Mollath gedacht, wenn ich nichts schreibe und sie würde ums Leben kommen, was würde ich dann sagen oder wie würde man da an mich herantreten?

Was sagt Strate zu all dem?
Zitat
RA Dr. Strate: Lehrbuchmäßige Abläufe und alles aufgrund der Angabe einer Person. Das ist unglaublich.
Nein, die Aussage ist in ihrer Gesamtheit nicht unglaublich, sondern plausibel.

Nedopil (13. Verhandlungstag) geht kurz auf den Komplex des Krach-Attestes ein:
Zitat
Es ist aus klinischer Sicht nachvollziehbar, wenn sie den Verdacht einer ernst zu nehmenden psychiatrischen Erkrankung äußert. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht wäre allerdings zwangsläufig darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Anknüpfungstatsachen um einseitige Informationen handelt, die zu dem Zusatz hätten führen müssen, „wenn man den Angaben der Frau Mollath folgt“.
Niemand hat je bestritten, dass das Attest auf den Angaben von Frau Mollath beruht. Allerdings erwähnt er hier nicht, aus welchen Gründen sich Frau K. in dieser Weise von den Angaben der Frau M. hätte distanzieren müssen. Woraus hat er geschlossen, dass die Geschichte, wie sie von Frau M. geschildert worden ist, nicht glaubhaft gewesen ist?

Zitat
Gleichwohl wäre aus psychiatrischer als auch aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine Abklärung zwingend erforderlich gewesen, denn eine Erkrankung ist etwas Gravierendes, das ist ein Verdacht, dem nachzugehen ist.
Gemessen an der Schärfe der Schlussfolgerung, ist das nun ein seidenweiches Infragestellen des Verdachts auf Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung. Richterin Escher hatte übrigens diese Frage berührt: