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Long COVID

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Begonnen von Peiresc, 07. April 2023, 12:23:06

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RPGNo1

Der verlinkte Artikel schlägt in die gleiche Kerbe wie Garner oder Kleinschnitz. Hervorhebung von mir.

ZitatChronic fatigue syndromes: real illnesses that people can recover from

The 'Oslo Chronic Fatigue Consortium' consists of researchers and clinicians who question the current narrative that chronic fatigue syndromes, including post-covid conditions, are incurable diseases. Instead, we propose an alternative view, based on research, which offers more hope to patients. Whilst we regard the symptoms of these conditions as real, we propose that they are more likely to reflect the brain's response to a range of biological, psychological, and social factors, rather than a specific disease process. Possible causes include persistent activation of the neurobiological stress response, accompanied by associated changes in immunological, hormonal, cognitive and behavioural domains. We further propose that the symptoms are more likely to persist if they are perceived as threatening, and all activities that are perceived to worsen them are avoided. We also question the idea that the best way to cope with the illness is by prolonged rest, social isolation, and sensory deprivation. Instead, we propose that recovery is often possible if patients are helped to adopt a less threatening understanding of their symptoms and are supported in a gradual return to normal activities. Finally, we call for a much more open and constructive dialogue about these conditions. This dialogue should include a wider range of views, including those of patients who have recovered from them.

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02813432.2023.2235609#abstract

Ergänzung: Anbei noch ein Artikel darüber, welcher Beleidigungen und Bedrohungen Paul Garner von selbsternannten ME/CFS-Aktivisten erleiden musste.

ZitatProfessor Paul Garner was delighted to recover from long Covid. Then the death threats began

How a respected public health professional became entangled in an ugly battle with online activists

https://www.livpost.co.uk/p/professor-paul-garner-was-delighted
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

zimtspinne

ZitatWhilst we regard the symptoms of these conditions as real, we propose that they are more likely to reflect the brain's response to a range of biological, psychological, and social factors, rather than a specific disease process

Vielleicht könnte man ja für den Übergang bis zum Zeitalter der Realitätsliebe einen Kompromiss eingehen.

Man ermutigt die LC-Patienten nicht, auf ihr Leben und ihre Probleme zu schauen, um dort evtl einen Ansatz für Totalblockaden u.ä. zu finden (was viel anderes scheint das fortgeschrittene LC-Stadium ja nicht zu sein) , sondern lenkt sie sanft in Richtung Schuldverschiebung hin zur Gesellschaft und Viren.
Die Pandemie ist dafür immer noch geeignet, sie hat viele brutal aus dem Leben gerissen, aber auch sonstige gesellschaftliche Umbrüche lassen sich als Verursacher ausmachen > Kriege, Preiserhöhungen, Mietwucher, üble Politiker, allg. Lebensstress. Wenn sich dann noch ein Virus oben draufsetzt, bricht leicht alles zusammen.
Das Transthema (als Stressor) sollte natürlich nicht verwendet werden. Wen das betrifft im Alltag, sollte es als Empowerment verstehen.

Reality is transphobic.

zimtspinne

danke nochmal für die links.

Was ist das eigentlich für ein Verlag, Taylor & Francis? Ich wurde in letzter Zeit mehrfach dorthin geführt, weiß aber nicht, von welchen Mächten und ob ich ihnen trauen kann ;)
Leider erinnere ich nicht mehr den Zusammenhang, da ich an mehreren Themen lose dran bin.

Garner scheint die Hypothese zu verfolgen, initial auslösend oder ursächlich ist ein Infektionsgeschehen.
Das wirft bei mir einige Fragen auf.
Was ist mit denen, die in dem kritischen Zeitraum gar nicht infiziert waren und dennoch ein LCS entwickeln?
Was ist mit den übrigen CFS-Kranken, die gar keine spezielle Ursache nennen (können)? Bei "mecfs" scheint doch keine Pathogenbeteiligung vorzuliegen, nach vorherrschender Meinung?

Meine eigene Ansicht geht eher in die Richtung, dass die Grundlagen für den Fatigue/BElastungsintoleranzausbruch viel länger präsent sind, und der Ausbruch quasi so eine Art psychisches Dekompensationsgeschehen.

Die ursächlichen Faktoren können alles mögliche sein, von Dauerstress mit zu wenig Regeneration, für Sportler auch Übertraining, krankmachende Beziehungen, und vor allem dies: sich seinen Problemen niemals stellen, sie immer beiseite schieben, ausblenden, davonrennen, kompensieren.
Mich hat zB auch mal eine vollgestopfte Wohnung komplett irre gemacht, ich bekam da regelrechte Anfälle und wusste anfangs nicht mal warum und worauf die sich beziehen.
Womöglich sind in vielen Fällen bereits psychische Dispositionen und Vorerkrankungen im Spiel, das alles wird über die Zeit nicht besser, wenn es nie angeschaut und sortiert wird.
Ich kann mich nicht anfreunden mit Viren als Ursache und das ganze Stressantwortkonzept. Auch die Geschlechterunterschiede werden damit überhaupt nicht beantwortet.

Die Geschlechterverteilung könnte sich so erklären:
Frauen war es bei Überlastung schon immer leichter möglich, akute und chronische Belastungsreaktionen zu zeigen als Männer. Oder sie anders zu zeigen/auszudrücken. Aber ist jetzt nur so ein unausgegorener Spontangedanke.
(Da war doch das Affektding von den Analytikern... )

Reality is transphobic.

zimtspinne

noch ne Ergänzung:

.. und meiner Ansicht nach kann so ein Hängenbleiben in der Krankheitsschleife auch nur bei Menschen passieren, die schon an einer Grundlast an psychischer Systeminstabilität leiden.

Warum sollte auch sonst eine relativ harmlose Vireninfektion solche Folgen haben können!? Jeder möchte danach möglichst schnell wieder auf die Beine kommen und sein Leben fortsetzen. Gibt GAAAAAAAAAAR keinen Grund, sich in Lebensendzeitszenarien reinzusteigern. Von denen man sich womöglich und wahrscheinlich nie mehr erholen wird. Oder sich auf die Suche nach Gleichgesinnten im Netz zu machen. Das ist absurd.



Reality is transphobic.

eLender

Zitat von: RPGNo1 am 11. Dezember 2024, 07:53:03Der verlinkte Artikel schlägt in die gleiche Kerbe wie Garner oder Kleinschnitz

Den Artikel hatte ich schon im Faden für Ganzkörpererkrankte gepostet, ist aber dringend zu empfehlen (daher gut, ihn hier nochmal zu verlinken). Ich poste gleich noch einen der besten Artikel (nein, der beste bisher) zum Thema, der eigentlich Pflichtlektüre sein sollte – für jeden, der zu dem Thema etwa Substanzielles sagen möchte (er fasst aber lediglich zusammen, was wir in den beiden Fäden zum Thema bereits erfasst haben, soweit man das (alles) gelesen / geschaut hat).

Zitat von: RPGNo1 am 11. Dezember 2024, 07:53:03Anbei noch ein Artikel darüber, welcher Beleidigungen und Bedrohungen Paul Garner von selbsternannten ME/CFS-Aktivisten erleiden musste.

Daraus ein paar Bemerkungen:

ZitatMuch of the narrative feels like one most will be familiar in current times: a cancel culture story. He doesn't use that word, but he does use "deplatformed" twice, a word you'll hear a lot in debates around trans rights or race, where a person perceived to hold offensive views is blocked from public debate. It's a story we hear over and over: the outspoken academic, the angry activists, the former believing the latter is attempting to crush non-conformist opinion, the latter believing the former is using their platform to inflict harm on vulnerable communities, and is even revelling in doing so.

Ich sach ja: das ist die gleiche Aktivisten-Scheihse wie beim Transzug. Man muss das vom Thema selbst abstrahieren, dann versteht man, warum bestimmte Narrative kursieren, die auf breiter gesellschaftlicher Ebene geglaubt / für echt gehalten werden, aber schädlich und dysfunktional sind. Und warum auch scheinbar vernunftbegabte Menschen (sich selbst als Skeptiker bezeichnende) dem Irrsinn anheimfallen. Das Grundprinzip nennt sich Ideologie, auch schön im Genderfaden zu bestaunen.

Zitat von: zimtspinne am 11. Dezember 2024, 17:24:17Garner scheint die Hypothese zu verfolgen, initial auslösend oder ursächlich ist ein Infektionsgeschehen.
Das wirft bei mir einige Fragen auf.

Ich lasse Garner mal sprechen. Natürlich gibt es auch ganz andere Fälle / Ursachen / Verläufe. Das ist wie bei den Transen, das ist ein bunter Blumenstrauß, den man nur unter einen bunten Regenbogen zusammengekehrt versammelt hat. Dabei sind das ganz unterschiedliche Dinge, die nur ähnlich aussehen. Auch Münchhausen ist möglich etc...

(
Zitat von: zimtspinne am 11. Dezember 2024, 17:24:17Was ist das eigentlich für ein Verlag, Taylor & Francis?
Ein ganz normaler, seriöser Wissenschaftsverlag. Dem kann man trauen, so wie mir :angel:  (BS kann man da trotzdem finden, davor ist auch Nature nicht gefeit)
)

ZitatGarner explains the basic mind-body connection: "the brain has an alarm system which can cause physical, biomedical changes," he says. An example: "If you suddenly saw a tiger, your heart rate would shoot up. That's your brain perceiving something and your body reacting. It's the same with pain. This is primal, deep in the nervous system. It goes back to when we were reptiles in a swamp." These are natural protective mechanisms.

He explains that it's more complex than a basic mind/body link though. In the case of long Covid, for example, the initial illness is real but the brain then becomes trapped in a perpetual cycle, misinterpreting signals, in a sense tricking itself that the illness is still present. The protective mechanisms become out-of-kilter, as he puts it, "like a thermostat gone wrong".

Jetzt aber das, was in dem Artikel verlinkt ist und bisher die beste Zusammenfassung / Analyse der Geschichte ist (gilt in gleichem Maße für MECFS). Es ist ein relativ langer Beitrag, er lässt aber nur wenig aus bzw. macht ziemlich klar, um was für ein Phänomen es sich hier (höchstwahrscheinlich) handelt (und dass man bestimmt noch nicht alles verstanden hat). Ich zitiere nur ein paar Stellen, aber es ist im Prinzip alles relevant. (Man kann ihn stückweise lesen, ggf. auch unterm Weihnachtsbaum, fettgefressen und fatigue ::) )

ZitatA fascinating long-read in The New Republic entitled "We Might Have Long Covid All Wrong" piqued my own interest in this topic. It starts with the story of Maxanne McCormick, a woman from Colorado who was diagnosed with degenerative dementia in 2011 and gradually became unwell. She eventually lost the ability to walk or speak and began researching methods of assisted dying. Then, on one trip to a specialist research hospital where she had enrolled in a data-gathering study, she was told by the team they didn't think she had degenerative dementia at all, rather Functional Neurological Disorder: "a problem with brain processing that can result in significant suffering throughout the body without corresponding tissue damage".
https://newrepublic.com/article/168965/might-long-covid-wrong

ZitatSubsequent studies have suggested that around half of people with persistent symptoms after Covid-19 fit the diagnostic criteria of ME/CFS. Seeing common cause, existing advocacy networks allied with newly minted long Covid advocates. MEAction has reportedly contacted hundreds of journalists and clinicians since the start of the pandemic to emphasize the connection between ME/CFS and long Covid.

Almost three years into the SARS-CoV-2 pandemic, their arguments have become the consensus of experts around the world, shaping public and professional understandings of long Covid as a complex, chronic, organic disease neglected by science.

ZitatMeanwhile, there is evidence hinting that some symptoms chalked up to long Covid may well be functional. Alan Carson, one of the leading neuropsychiatrists on functional symptoms, told me that he's seen plenty of FND and other functional disorders at long Covid clinics in Edinburgh. Many studies are missing detailed clinical assessments by experienced physicians, he told me, relying instead on brief sessions with intake nurses and searches for novel biomarkers.

ZitatOne association his final paper did find, however, was an association between long Covid and anxiety disorder.

ZitatPaul Garner—the infectious-disease doctor in the U.K. who wrote some of the earliest first-person pieces about long Covid—recovered in a similar way. Both say that embracing a biopsychosocial framework has been key to their recovery, and they have concerns about how the dominant media narrative is affecting patients. "I had to stop the Facebook groups, get away from talking about my symptoms, and try to put them into context," Garner told me.

Es gibt hierzulande kaum Kritik am gängigen Narrativ (organsiche Erkrankung, nicht heilbar, nur Totenruhe hilft, Medis in der Pipeline, dauert noch Milliarden€ Jahrzehnte...). Nur das, was Peire ganz oben verlinkt hat, und das, was Kleinschnitz von sich geben, rütteln am Narrativ. Dafür werden die Personen aber heftigst mit Shitstroms überzogen und wohlwollend diskreditiert. Der Artikel oben und meine bisherige Beschäftigung mit dem Thema sagen mir, dass das einer der größten Irrungen und Verfehlungen der heutigen Zeit ist (vll. auf gleichem Niveau wie die Transirrung). Es kann und darf nicht sein, dass die, die sich skeptisch und rational geben, das komplett ignorieren.

PS: Ich entwickele aktuell ganz generell eine neue Perspektive auf alle möglichen Dinge, insb. die gesundheitlichen Themen. Nicht nur die ,,funktionellen Störungen" lassen (für mich) vieles in ganz neuem Lichte erscheinen, auch die soziale Komponente (inkl. der ideologischen Verzerrungen) lassen mich die Welt nochmal neu deuten (ok, ich neige zum Pathos :angel: ). Deshalb nochmal der Link zu dem Prof. der auch im Artikel genannt wird. Er ist eine Kapazität auf dem Gebiet und versucht, diese Perspektive bekannter zu machen. Extra für zimtspinne ;)

https://neurosymptoms.org/en/
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Kleinschnitz verlinkt eine aktuelle Studie über die "Subgruppen" der Longcovidianer. Das ist eine reine Beschreibung der Fallhäufigkeiten in einer Klinik.

ZitatInsgesamt wurden 157 Patientinnen zwischen August 2020 und März 2022 eingeschlossen. Die Vorstellung erfolgte im Median 9,4 Monate (IQR = 5,3) nach der Infektion, wobei das mediane Alter 49,9 Jahre (IQR = 17,2) betrug und 68 % weiblich waren, bei einer Hospitalisierungsrate von insgesamt 26 %. Subtyp 1 (Post-intensive-care-Syndrom) wies die höchste Männerquote und den höchsten Body-Mass-Index (BMI) sowie den größten Anstieg subjektiver Wortfindungsstörungen (70 %) auf. In Subtyp 2 (Folgekrankheiten) dominierten kognitive Beeinträchtigungen und die höchsten Depressionswerte. Subtyp 3 (Fatigue und Belastungsintoleranz) war am häufigsten (44 %), hatte den größten Frauenanteil, die meisten Symptome und die stärkste subjektive Fatigue. Subtyp 4 (Exazerbation einer Grunderkrankung) wies vor allem affektive Symptome auf. Subtyp 5 (Beschwerden ohne Alltagsrelevanz) hatte die niedrigsten Werte für Depression, Fatigue und BMI. Neurologische und psychische Erkrankungen waren überall häufig vorbestehend.
(Enormung von mir)

Die Blase (inkl. Grams und Scheibenkleister) inkludieren ja gerne immer alle Subtypen in ihre Blasenkrankheit, damit man auf jeden Fall von körperlichen Ursachen reden kann (was ja für einige Subtypen stimmt).

Kleinschnitz macht klar:

Zitatinteressante Publikation zur Aachener #PostCovid Kohorte. Wieder zeigt sich, dass psych. Vorerkrankungen+Depressionen häufig sind, v.a. bei Frauen. Auch auf die Sinnhaftigkeit von Psychotherapie, körperl. Training und Antidepressiva wird hingewiesen. Mehrheitsmeinung.
https://x.com/nervensystemck/status/1867504682656055776

(die Blasenkommentare sind typisch: stimmt alles nicht und die Wirklichkeit ist ganz anders!!!!)

Wollte ich nur mal gesagt haben!

zimtspinne

Qeering Long Covid.

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1047965124001104?dgcid=author

Schwangerschaft und Menstruationszyklus sind jetzt neu dazu gekommen im Erklärungsbingo. Geburt wurde vergessen, kann schon passieren bei zu viel queer input.
Nicht gut kam das Wording "Rehabilition" an. Bei HIV und Krebs würde man auch nicht nur von Rehabilitation sondern von Behandlung und Heilung sprechen.
(Was ja so nicht stimmt, die Rehas nach Krebserkrankungen sind legendär)

Noch etwas mehr Queering und wir sind an der Spitze der Unterdrückungspyramide angelangt:

Reality is transphobic.

eLender

Other? Sind das dann die anderen ca. 8 Milliarden Geschlechter (die Voß alle katalogisiert hat), oder hat das was mit Lost zu tun (also mit irgendwelchen unbekannten Inselbewohnern? ::)  Man wird weiter forschen müssen.

Privattheorie kommt später...
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Relativ frisch: Verhaltenstherapie (und graduelle Aktivierung) sollen ja angeblich nicht helfen bzw. kontraproduktiv sein. Es gibt zig Fallgeschichten in der Blase, wo sich die Symptomatik nach einer solchen (Zwangs-)Behandlung verschlechtert haben soll. Deshalb wird von solchen Therapien in der Blase dringend abgeraten, man soll im dunklen Kämmereien auf ein rettendes Medi warten (und immer tiefer versinken).

Mal wieder Skandinavien, wo man das Ganze scheinbar unverkrampft ganz anders sieht (v.a. von Betroffenenseite). Eine Studie (PPC = Post Covid Condition):

ZitatQuestion  Is brief outpatient rehabilitation based on a cognitive and behavioral approach more effective than care as usual for improving physical function in individuals with post–COVID-19 condition (PCC)?

Findings  In this randomized clinical trial of 314 patients with PCC, self-reported physical function improved statistically and clinically significantly in the intervention group after 2 to 8 outpatient encounters. The effect was sustained over time and adverse effects were negligible.

Meaning  The findings of this trial suggest that brief outpatient rehabilitation based on a cognitive and behavioral approach is effective and safe for patients with PCC.
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2828267

Das ist eigentlich nicht so überraschend, weil es auch viele andere Studien gibt, die Ähnliches zeigen. Der Text ist ganz interessant, weil man das auch verallgemeinert, auf ähnliche Symptomatiken.

ZitatPost–COVID-19 condition (PCC) is defined by the persistence of symptoms such as fatigue, dyspnea, and cognitive dysfunction for 3 months or longer following an infection with SARS-CoV-2 combined with major functional impairments and no other condition explaining the symptoms.1 Evidence suggests that PCC is a variant of postinfective fatigue syndrome (PIFS), which is a common sequela across several infectious diseases.2-4 Post–COVID-19 condition is a substantial burden for patients, their caretakers, the health care system, and society in general.5,6 Prevalence estimates vary; controlled studies report 6.6% to 45%.7,8

PFIS, Umbrellaterm (passt auch anderes Zeugs wie MECFS rein).

ZitatIn PIFS, subconscious expectancies, worrying tendencies, and associative learning processes have been proposed as perpetuating factors.23-25 It is therefore conceivable that cognitive and/or behavioral interventions targeting perpetuating factors described in the cognitive activation theory of stress (CATS) may have a beneficial effect. Previous research has suggested that cognitive behavioral therapy (CBT) designed for PIFS and PCC4,26,27 as well as other behavioral interventions28,29 can lead to improvement of fatigue and functional capacity. Potential risk of becoming worse and potential unsuitability for individuals with severe symptoms have also been reported.

Kann halt nicht jedem helfen, aber dass das immer nur zu einer Verschlimmerung führt, ist ein falsches Narrativ. Ansonsten: große Ähnlichkeiten mit FND.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Mal wieder ein Hinweis von Kleinschnitz. Den Artikel gibt es leider nicht ohne Münzeinwurf, aber er hat einen Ausschnitt veröffentlicht. Der Autor ist uns schon mal begegnet, man kann es aber nicht oft genug sagen.



https://www.hippocampus.de/abstract-2024-4-Erbguth-Fakten.65746.html

Ich finde die Fallbeschreibung schon sehr aussagekräftig. Ich habe in letzter Zeit einiges zum Thema gelesen und denke, dass hier ein ganz wichtiges Feld für den Skeptizismus liegt, das bisher zu wenig beackert wurde. Die Merkwürdigkeiten um LC sind nur die Spitze des Eisbergs, es geht um viel mehr. Es sind im Hintergrund ähnliche (wenn nicht sogar gleiche) Mechanismen am werkeln, die etwa beim Thema Identitätspolitik eine große Rolle spielen. Dazu kommen Themen wie soziale Ansteckungen, die man mMn viel zu sehr unterschätzt (bzw. teilweise ganz ignoriert, auch von "skeptischer" Seite).

Ich werde da jedenfalls am Ball bleiben, auch wenn es ungelesen in den Weiten des Informationschaos verhallt...... :o
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

ZitatBILD-Serie zu 5 Jahren Corona-Virus

Was wissen wir heute über Long Covid?

https://archive.is/yLq1I

Ja, es ist die Bild. Aber es wird darauf eingegangen, dass es man noch nicht weiß, ob Long Covid denn organisch (Dr. Peter Schleicher) oder doch eher psychosomatisch bedingt ist (Prof. Christoph Kleinschnitz).

Persönliche Anmerkung: Schleicher ist mir nicht ganz koscher, denn er behandelt Patienten in einer Privatpraxis mit Immunstimulanzen, genauer hochdosierten Vitaminen.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

eLender

Karli wird doch schon als der zukünftige Gesundheitsminister genannt (sollte es zur Groko kommen). Dann dürfte die Finanzierung von Schlangenöl gesichert sein.

ZitatChristoph Kleinschnitz @nervensystemck

Wie weit darf politische Einflussnahme in diesen Dingen eigentlich gehen, @Karl_Lauterbach
⁩ 👇? Hängen Sie sich bei anderen Krankheiten und Firmen, die noch nicht mehr aufweisen können, als vollmundige Versprechen, auch so rein? #BerlinCures lässt grüßen-Wundermittelhersteller
https://x.com/nervensystemck/status/1878830969731314133



Achso, muss ich erwähnen, dass Scheibenbogen auch eine Scheibe von der Knete abbekommt (sie macht dafür extra einen Bogen um die Evidenz)? Wollte Karli nicht gegen die Schlangenölmafia antreten? Könnte man die kranken Mitochondrien nicht auch mit Blutwäsche rausziehen? Müsste man auch erforschen.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Typee

Der Satz, er unterstütze bei der Beschaffung von Risikokapital, ist natürlich ein vergiftetes Geschenk. Lauterbach sagt damit im Grunde nur, dass er interessierten Anlegern gerne bei der Geldverbrennung behilflich sein möchte - aber nix Staatsknete.
The universe is under NO obligation to make sense to us
(Neil deGrasse Tyson)

eLender

Das sind solche Geschichten, die man eigentlich nicht hören will. So wie die vom Detranser beim Geschlechterkarussell. Wird dann als anekdotisch abgetan oder einfach als eine Fehldeutung (der war gar nicht wirklich krank etc.). Man bewerte selbst:

ZitatNach einer Corona-Infektion 2022 schleppt sich unser Autor monatelang zur Arbeit. Er wird einfach nicht gesund. Schließlich muss er sich eingestehen: Es ist Long Covid. Fünf Jahre nach dem ersten Corona-Fall in Deutschland blickt er zurück auf einen Kampf gegen einen nicht greifbaren Gegner.
https://www.n-tv.de/wissen/Wie-sich-Corona-in-mein-Leben-frass-article25512267.html

Er zählt brav auf, welche Ursachen man denn vermutet (natürlich rein organisch, kauft wahrscheinlich eh nur Bio). Dazu hat er noch Glück, und landet bei der planetar einzige kompetenten Expertin:

ZitatMeine Hausärztin überwies mich in die Post-Covid-Ambulanz der Berliner Charité.

Und wird beinahe geheilt.

ZitatIch bekam Zwerchfellmassagen und Lymphdrainagen. Ein paar Mal durfte ich mich in eine Badewanne legen, an deren Seiten handtellergroße Metallplatten geschraubt waren. Ich legte mich ins warme Wasser, ein Physiotherapeut stellte den Strom an. Es kribbelte.

Verwechselt der da was mit Wellville? Gut, es gibt halt noch nicht die Pille, also erst mal konventionell gegen den Organschaden.

ZitatTrotzdem war ich geschockt, als die Psychiaterin der Reha-Klinik mir vorschlug, Antidepressiva zu nehmen, um wieder arbeitsfähig zu werden. Mich fröstelte: Gerade eben hatte sie mir noch so verständnisvoll zugehört, nun wollte sie mich auf Medikamente setzen?

OMG, Medikamente. Das klingt nach Famermafia. Die Prärarate nach Scheibenbogen sollen sicherlich alle pflanzlich sein. Wäre ja anders gar nicht denkbar. Aber vll. ist ne Vergiftung besser als nichts:

ZitatIch stimmte zu, das Antidepressivum zu testen. Mit dem medizinischen Personal entwickelte ich einen Wiedereinstiegsplan: Ich würde erst zwei Stunden am Tag arbeiten, dann drei, dann vier. Nach zwei Monaten sollte ich wieder normale Arbeitstage schaffen.

Das klingt nach einer Therapie, die man seitens Cochrane als wirksam feststellt (und die sich in gewisse Leitlinien geschlichen hat). Graduelle Aktivierung, ggf. unterstützt mit Psychopillen (machen das Hirn dehnbarer) und PT. Er war dann bestimmt gar nicht wirklich krank, wollte nur nicht arbeiten.

ZitatMit der Zeit aber gewöhne ich mich an die Belastung. Ich entwickele Strategien, zwinge mich zu Pausen, arbeite morgens aus dem Büro und nachmittags von zu Hause. Ich bin so glücklich, wieder schreiben zu können, dass mir erst nach einem Monat auffällt: Ich habe den Wiedereinstiegsplan falsch gelesen und bin schneller als vereinbart bei sechs Stunden Arbeitszeit angekommen.

In der Folge gewinne ich all das zurück, was ich so vermisst habe: Ich schreibe Reportagen, führe Interviews, düse durch Berlin und mache Fahrradurlaub am Fuß der italienischen Alpen, trinke Kaffee mit Freunden und liege nicht mehr auf dem Sofa, sondern im Park.

Er hatte nur vergessen, sich in der Gruft die Schlafmaske aufzusetzen und auf die erlösende Pille zu warten. Hätte er bloß rechtzeitig Endruscheits Postille gelesen, dann wüßte er, dass er auf die falsche Evidenz gesetzt hat und eigentlich bald abnippeln wird. Vll. hat er auch den Fehler gemacht, sich nicht in die Blase der Erschlafften zu begeben. Er wäre zwar scheintot, aber immerhin auf Dauer.

Ansonsten: Das ist der typische Fall, den u.a. Kleinschnitz täglich vor die Linse bekommt. Der merkt gar nicht, dass er als "Top-Performer" in die Risikogruppe passt, wie Arsch auf Schüssel. Krankheit kommt auch vom Lebensstil. Nur so als Hinweis.
Wollte ich nur mal gesagt haben!