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Identitätspolitik - Allgemeiner Thementhread

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Begonnen von RPGNo1, 25. Januar 2023, 13:52:20

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Jan Fleischhauer bringt es gut auf den Punkt. Man darf ja anders sein und niemand sollte einem das verbieten. Es ist aber eine ganz andere Geschichte, seine Hybris von anderen Bestätigt zu bekommen, auf Verlangen. Das ist auch das Neuartige an dem Phänomenen der Postmoderne: man will seine subjektives Selbstbild auch "objektiv" bestätigt bekommen, zur Not auch durch gesetzlichen Zwang (aber zumindest durch soziale Ächtung, falls man das nicht macht). Toleranz ist aber keine Einbahnstraße.

ZitatWas darf man von der Gesellschaft an Anpassungsleistungen verlangen? Das ist die Frage der Stunde. Toleranz war gestern. Dass man wegen seiner Andersartigkeit keine Nachteile erleidet und ansonsten von der Mehrheit in Ruhe gelassen wird, hat als Forderung ausgedient. Heute geht es darum, dass einen die Umwelt auf dem Weg des Identitätswechsels aktiv unterstützt und dann in der neuen Rolle bestärkt und bestätigt.
Statt von nichtbinären Menschen spricht man jetzt von Tin*-Personen

Nichts anderes bedeutet es ja, wenn man sich im öffentlichen Sprachgebrauch an die Vorgaben derjenigen hält, über die man spricht. Und die Vorgaben ändern sich: Statt von nichtbinären Menschen spricht man jetzt von Tin*-Personen, wie ich einem Artikel in der ,,taz" entnommen habe.
https://www.focus.de/politik/meinung/rubriken-toleranz-war-gestern_id_260011228.html

Die beinahe aggressive Forderung an das Umfeld, das eigene (fiktive) Selbstbild unbedingt zu bestätigen und es auf keinen Fall anzuzweifeln (nicht aber: es zu bekämpfen), kann auch nach hinten losgehen:

ZitatDer Soziologe Alexander Zinn, ein Veteran der Bewegung, hat kürzlich daran erinnert, dass der große Erfolg der Schwulenbewegung in ihrer Anschlussfähigkeit lag. Es ist kein Zufall, dass Gloria Gaynors ,,I am what I am / and what I am needs no excuses" zum Hit wurde. Jeder konnte sich in dem Song wiederkennen, schreibt Zinn, denn jeder macht in seinem Leben derartige Erfahrungen: wegen individueller Eigenschaften geringgeschätzt und ausgegrenzt zu werden. Bei den einen ist es das Körpergewicht, bei anderen die falsche Klamotte oder eine unpassende Herkunft.
...
Ich bin immer wieder überrascht, mit welcher Aggressivität queere Aktivisten ihre Forderungen vortragen. Ich mag mich irren, aber ich glaube nicht, dass diese Herangehensweise von Erfolg gekrönt sein wird. Aggression führt selten zu mehr Akzeptanz und Verständnis – schon gar nicht, wenn sie mit so wenig Charme und Verführungskraft einhergeht.

Die Leute sehen Transfrauen, die sich zwischen Schwimmerinnen oder Radrennfahrerinnen drängeln, und denken sich: Was machen die da? Man kann ihnen dreimal erklären, dass Frausein keine Sache der Biologie sei: Es verstößt gegen ein grundlegendes Gefühl der Fairness, wenn Sportlerinnen, die als Männer allenfalls im Mittelfeld zu finden waren, plötzlich alle Preise abräumen.

Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Ab und an hat Fleischi auch eine lichte Stunde. Das muss ich ihm lassen.

zimtspinne

Zitat von: RPGNo1 am 09. Juni 2024, 08:15:46Ab und an hat Fleischi auch eine lichte Stunde. Das muss ich ihm lassen.
:skeptisch:

Schade, dass unsere Lieblingstransis nicht sowas hergeben - hast du schon Gansis entzückenden neuen Kopf bewundert?
Ich musste an Hannibal, die Tischszene am Schluss denken..
Reality is transphobic.

RPGNo1

Zitat von: zimtspinne am 09. Juni 2024, 11:30:38
Zitat von: RPGNo1 am 09. Juni 2024, 08:15:46Ab und an hat Fleischi auch eine lichte Stunde. Das muss ich ihm lassen.
:skeptisch:

Schade, dass unsere Lieblingstransis nicht sowas hergeben - hast du schon Gansis entzückenden neuen Kopf bewundert?
Ich musste an Hannibal, die Tischszene am Schluss denken..
Den Spitznamen habe ich vor Jahren in den (inzwischen nicht mehr öffentlich zugänglichen) Kommentarspalten des Spiegels aufgeschnappt, als Fleischhauer dort noch Kolumnist war.  ;D

eLender

Stefan Laurin mit einem kurzen Kommi zur letzten Wahl. Er spricht es nicht direkt an, aber womöglich ist auch überzogener Wokismus (der v.a. bei den Grünen haust) mit ein Grund für das Ergebnis. Es gab ja schon entsprechende Einschätzungen, u.a. von C. Courts.

ZitatLange hatten die Grünen, unterstützt von zahlreichen NGOs und ihnen treu ergebenen Medien, die Hegemonie in den Debatten der Republik, die Hegemonie in der Bevölkerung hatten sie nie, wie der Aufstieg der AfD zeigt, der selbst die eigenen Wähler nicht zutrauen, die Probleme zu lösen. Die demokratischen Parteien, die glaubwürdige Konzepte für Auswege aus den Krisen vorstellen, werden gute Chancen haben, AfD und die Wagenknechte in die Schranken zu weisen. Doch dafür werden sie sich vom grünen Ballast befreien müssen.
https://www.ruhrbarone.de/gruen-ist-das-neue-toxisch/234220/

Ja, klingt wie billiges Grünen-Bashing, aber mit "Gender-Sprech" wird man die AfD nicht bekämpfen.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Varnan mal wieder mit einem guten Beitrag, der gut hier reinpasst.

ZitatWarum Gen Z so unglücklich ist | Psychologe analysiert
Junge Menschen sind immer ängstlicher und unzufriedener im Leben. Haben es junge Menschen schwieriger? Ist unsere Gesellschaft ungerecht?

Nachdem ich mehr als 300 Studien angeschaut habe, musste ich feststellen, dass es einen Grund gibt, über den kaum jemand reden möchte...

Wollte ich nur mal gesagt haben!

Schwuppdiwupp

ZitatNachdem ich mehr als 300 Studien angeschaut habe, musste ich feststellen, dass es einen Grund gibt, über den kaum jemand reden möchte...

Dabei ist das von ihm beschriebene Problem derart offensichtlich, dass man sich nur in einer beliebigen Schule umhören muss, um seine Analyse bestätigen zu können.
Ach, was weiß denn ich ...

eLender

Jaja, die Sache mit dem Biologismus, ganz böse das. Es sei denn, es passt irgendwie in die Agenda. Das ist so ein dämlicher Zeitgeist, geht mit auf den Zeitgeist Zeiger.

ZitatMit biologischen Prinzipien menschliche Gesellschaften zu erklären, ist in der Wissenschaft eigentlich als ,,Biologismus" verpönt. Der Sozialdarwinismus mit seinen Parolen vom ,,Kampf ums Dasein" und dem ,,Recht des Stärkeren" liefert ein warnendes Beispiel. Im Fall der Diversität aber gilt der ökologisch-gesellschaftliche Kurzschluss als progressiv: Es ist gerade diese Doppeldeutigkeit, die Diversität zum unangefochtenen Hochwertbegriff der Politik und des Wissenschaftsbetriebs hat werden lassen, zu einem Konzept, das nicht nur der sozialen Gerechtigkeit dienen soll, sondern angeblich auch die Kreativität und Innovationskraft steigert.
https://archive.is/RtHhP (Welt plus)

Diversität ist aber das Wichtigste überhaupt, vor allem, was die kluturelle Selbstbestimmung angeht. Universalismus ist nicht divers genug. Die Welt wird zum Glück immer progressiver, man dekolonialisiert weiter mit großem Erfolg.

ZitatBefürworter der Genitalverstümmelung glauben, die Praxis erhöhe die Reinheit von Mädchen, schütze ihre Jungfräulichkeit und verbessere so ihre Chancen, zu heiraten. Manche glauben auch, die Beschneidung erhöhe die Fruchtbarkeit und verhindere Fehlgeburten. In praktizierenden Gemeinschaften besteht sozialer Druck, Mädchen beschneiden zu lassen, weil nicht beschnittene Frauen als unehrenhaft gelten.

Die antiwestliche Argumentation in Gambia ähnelt auch jener, mit der konservative und populistische Kreise in mehreren afrikanischen Ländern gegen Homo- und Transsexuelle eifern. Auch sie behaupten, der Westen wolle Afrika seine Werte aufzwingen – in dem Fall nicht, indem er etwas verbiete, sondern indem er Homosexualität importiere.
https://www.nzz.ch/international/genitalverstuemmelung-gambia-will-als-erstes-land-verbot-aufheben-ld.1833462

Das sind alles nur alternative Wege des Wissens, das hat man nicht zu kritisieren.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Ich machs mal hier rein (passt aber auch in den Israel-Faden, wie so oft), weil ich die Dame hier auch schon mal erwähnt habe. Ungewöhnlich klare Ansage, die ich neulich bei n-tv gelesen habe. Das geht sonst immer unter, obwohl das noch ne Schippe heftiger ist, als die Dame damals in Harvard.

ZitatDie Wirksamkeit von Sekundenkleber ist nichts gegen die Bindekraft, die Geraldine Rauch an ihrem Sessel als Präsidentin der Technischen Universität Berlin kleben lässt. Wie politisch verblendet muss eine deutsche Mathematik-Professorin sein, sich, fast 80 Jahre nach dem Ende des Holocaust, zum Like antisemitischer Äußerungen hinreißen zu lassen und dann nicht die Konsequenzen aus ihrem Fehlverhalten zu ziehen. Aber auch die Gremien der TU haben sich in der Affäre nicht mit Ruhm bekleckert.

Rauch steht in der Kritik, weil sie antisemitische Posts auf der Plattform X geliked hatte. Dazu zählte auch ein Foto, das den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit Hakenkreuzen zeigte. Später entschuldigte sich die TU-Präsidentin und gelobte Aufarbeitung. Einen Rücktritt lehnte sie ab. Stattdessen beantragte Rauch ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst.
https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/TU-Berlin-Geraldine-Rauch-klebt-an-ihrem-Sessel-ein-Kommentar-article25008299.html

Aber klar, woke ist nur eine Erfindung. Wo ist eigentlich Barto, wenn man ihn mal braucht? Achso, kann er wahrscheinlich nicht so gut instrumentalisieren.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Sogar die linksliberale FR, die gegenüber Identitätspolitik meist sehr wohlwollend auftritt, gibt sich kritisch und hat einen Gastkommentar von Benjamin Graumann, Mitglied des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, veröffentlicht, der sich mit der Causa Geraldine Rauch befasst.

ZitatGeraldine Rauch, die Präsidentin der TU in Berlin, will nicht zurücktreten, obwohl feststeht, dass Rauch antisemitische Posts auf der Plattform X/Twitter mit einem Like markiert hat. Diese Entscheidung ist ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle Juden in Deutschland und insbesondere für alle jüdischen Studenten, die derzeit ohnehin auf dem Campus in einem Klima von Verunsicherung und Angst leben müssen.

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/ignoranz-und-bagatellisierung-93128218.html

Im Übrigen ist dies nicht der erste Trouble, den Geraldine Rauch verursacht. Sie hat z.B. das "Netzwerk Wissenschaftsfreiheit" attackiert, weil dieses nach ihrer Meinung «migrations- und genderdiversitätskritisch», also zu rechts(extrem?) ist und sich somit zugleich mit dem eigenen Hochschulpersonal angelegt, welches sich gegendie unterstellungen wehrt.

https://archive.is/b7dgX
https://www.nzz.ch/international/woke-universitaet-wie-die-praesidentin-der-tu-berlin-ihre-uni-auf-links-dreht-ld.1826519

zimtspinne

Momentan findet btw an der Humboldt Uni zu Berlin, das ist diese  und gleichzeitig jene eine Aktionswoche "Gegen Rechts!" statt, die hochschulenübergreifend für alle Berliner akademischen Elfenbeintürme und somit auch die TU gilt:

https://www.demokrateam.org/aktionen/tu-aktionswoche-gegen-rechts-337/

Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist (Karl Valentin)

edit/
hatte das Ausrufezeichen hinter "Rechts" vergessen, geht gar nicht
Reality is transphobic.

zimtspinne

Das passt zu Israel, aber eigentlich besser hier, da es das ganze Ausmaß des Übels unschön verdeutlicht.

Der geliebte Verfassungsblog hat sich -durchaus!- kritisch geäußert zum Frankfurter Urteil betr. der Parole "From the river to the sea" und deren Strafbarkeit:

 https://verfassungsblog.de/antisemitismus-eine-gefahr/

Ich habe den gesamten Text gelesen (ich mag auch solche juristische Fachsimpelei, sofern halbwegs verständlich geschrieben) und bemerkt, der Autor hat peinlich genau darauf geachtet, keine einzige Microaggression in Richtung "islamistisch, linksextrem, identitätspolitische unrechtsstaatliche Tendenzen" zu zeigen.
Der ganze Text ist faktisch persilrein. Es muss sich um reinen, weißen, sozusagen unbeschriebenen Antisemitismus handeln. Er hat kein Gesicht.



Reality is transphobic.

zimtspinne

die Kultisten erhalten endlich neuen Stoff in ihren Kult-Tropf, damit es erst gar nicht zu Entzugserscheinungen kommt.

Wenn nach immer neuen, krasseren Kicks gesucht werden muss, es gibt in der Medizinfachsprache dafür einen wunderbaren Ausdruck, den ich gerade nicht mehr parat habe. Er zielt sinngemäß ab auf beschaffungssuchendes Verhalten /für das Suchtmittel (oder so ähnlich).

ZitatBei der Europameisterschaft 2024 werden erstmals sogenannte Sensitivity Lanes eingerichtet, geschlechtssensible Einlasskontrollen für Trans*-Personen. Diese besonderen Eintrittsspuren werden von speziell geschulten Ordnungskräften, den ,,Sensitivity Stewards", betreut, die gezielt für den Umgang mit dieser Thematik ausgebildet wurden. Zudem wird, nach unseren Nachfragen, auch der Ergänzungsausweis akzeptiert. Erstmals wird es auch ein Pride House geben, ein Safer-Space für queere Fußballfans. Für die Zeit der Europameisterschaft öffnet sich ein kostenloser und sicherer Ort, an dem Sport live übertragen wird. Das Pride House ist auch ein geschützter Ort der Begegnung, des Austauschs und wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm bereichert. Diese Maßnahmen zeigen einen wichtigen Schritt hin zu mehr Inklusion und Sensibilität im Sport.

https://dgti.org/2024/06/14/transgender-im-fussball-von-tabu-zu-akzeptanz/#:~:text=Bei%20der%20Europameisterschaft%202024%20werden,Einlasskontrollen%20für%20Trans*-Personen.

ZitatFazit

Die Teilnahme von trans* Spieler*innen im Fußball ist ein komplexes Thema, das viele Facetten umfasst. Von den individuellen Herausforderungen der Athlet*innen über die bestehenden Richtlinien und Regelungen bis hin zur allgemeinen Akzeptanz und der Rolle der Medien – jeder Aspekt spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung von Inklusion im Sport. Es ist entscheidend, dass die Gesellschaft weiterhin Schritte unternimmt, um ein inklusiveres Umfeld zu schaffen, damit jeder die Möglichkeit hat, diesen schönen Sport auszuüben, unabhängig von der Geschlechtsidentität.

Ich habe nur eine einzige Frage:

Wo sind die TIF (Transmenners)?

Sollten die nicht endlich in den progressiven Mannschaften vertreten sein?

Brauchen sie ggfls etwas mehr Genderdoping, damit sie endlich in die Puschen kommen?


Reality is transphobic.

zimtspinne

Auch dort gefunden:

https://dgti.org/2024/06/06/chancen-fuer-tin-schueler/

tin Schüler?

Was ist das?
Nein, ich meine nicht das fehlende Gegendere.

Warum wundert es mich nicht, dass der SchirmHerr über die tin Schüler'innen  mal wieder ein paraphil dreinschauender Penismensch ist? -->


Groomer.
Reality is transphobic.

zimtspinne

Das ist übrigens der dgti-Vorstand:



Wieviele Männer sind auf dem Bild zu sehen?

TRA: 1
ich: 7
Reality is transphobic.