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Autor Thema: Peter Frey  (Gelesen 9599 mal)

RächerDerVerderbten

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Re: Peter Frey
« Antwort #45 am: 11. November 2018, 19:10:19 »
Tilly, Heil dir im Siegerkranz, aber schreist du im Alltag auch verzückt "JACKPOT!!!", wenn der Automat dir nen Kaffee rausrückt?

Schick uns auf jeden Fall ein Video von der rauschenden Siegesfeier, die die Psiram- Opfer dir ausrichten, die zahlreichen Enthüllungsinterviews, die du ab jetzt vor exklusivem Publikum geben wirst, werden wir uns schamgebeugten Hauptes natürlich zu Schulungszwecken ansehn.

unterwürfigst und grün vor Neid,

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Schwuppdiwupp

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Re: Peter Frey
« Antwort #46 am: 11. November 2018, 19:27:43 »
Mullis steht im Übrigen mit seiner Kritik am HIV=AIDS-Dogma keineswegs alleine da. Der Chemie-Nobelpreisträger Walter Gilbert zum Beispiel konstatierte ebenfalls, dass noch niemand bewiesen hätte, dass HIV AIDS verursacht. Die Argumente der Kritiker des HIV=AIDS-Dogmas seien, so Gilbert, so überzeugend, dass er nicht „überrascht wäre, wenn es eine andere Ursache von AIDS gebe und wenn HIV noch nicht einmal involviert wäre“.(10, 11) Sogar Luc Montagnier höchst persönlich konstatierte in der 1996 auf Arte ausgestrahlten Dokumentation des französischen Journalisten Djamel Tahi „AIDS – die großen Zweifel“: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass HIV AIDS verursacht.“(12) Und auch schon 12 Jahre zuvor, im Jahr 1984, hob Montagnier hervor: „Der einzige Weg zu beweisen, dass HIV AIDS verursacht, ist, dies an einem Tiermodell zu zeigen.“ Doch ein solches Tiermodell gibt es nach wie vor nicht.''

Auch hier lohnt die Lektüre in der einschlägigen originalen Fachliteratur.

Jon Cohen: The Duesberg Phenomenon (Memento vom 6. Januar 2004 im Internet Archive). In: Science. 266, Nr. 5191, 1994, S. 1642–1644.

P Galéa und JC Chermann: HIV as the cause of AIDS and associated diseases. In: Genetica. 104, Nr. 2, 1998, S. 133–142.

Es werden sich wahre Literaturberge weiterer Artikel finden lassen.

Lange Rede, gar kein Sinn: Die Behauptung, dass das HI-Virus nicht ursächlich für AIDS ist, ist fast genauso absurd, wie die Behauptung, die Erde wäre ein Scheibe.
Ach, was weiß denn ich ...

Peiresc

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Re: Peter Frey
« Antwort #47 am: 11. November 2018, 20:30:16 »
Aber eins must du zugeben: dass jemand den Godwin so nett rüberbringt, ist wirklich selten.
Wie ich mir gedacht habe, merkt ihr nichts. :2thumbs:
u. ä. #38, #40

Mir ist aufgefallen, dass viele der Bewohner auf der dunklen Seite des Mondes eine rotzige und durch nichts gerechtfertigte Überheblichkeit auszeichnet (Lanka ist auch so ein Typ). Arroganz würde ich dazu nicht sagen, denn Arroganz muss sich auf Sachkenntnis stützen, und die ist bei unserem Armchair-AIDS-Forscher nicht signifikant von Null verschieden.

Meine Hypothese dazu ist: das gehört einfach dazu, es ist konstituierendes Merkmal für jeden ordentlichen Verschwörungsheini. Um so richtig abzudrehen, muss man schließlich die ganz normale Menschheit einschließlich der Wissenschaft für dämlich erklären - und man selber steht dann turmhoch drüber, die ganzen Schlafschafe etc. kapieren sowieso nix. So erkläre ich mir auch die durchsichtige Scharade hier.

Ruben

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Re: Peter Frey
« Antwort #48 am: 11. November 2018, 20:47:09 »
Gerade auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften sind Zitier-, Nachweis- und Quellenkritiktechniken extrem wichtig. Anders als in Naturwissenschaften, wo sich Beweise (meist) eineindeutig über Kausalketten oder mathematische Zusammenhänge darstellen lassen sind die Geisteswissenschaften alles andere als geradlinig. Schließlich hat man es i.d.R. mit menschlichem Verhalten zu tun. Daher müssen Thesen anhand von Quellen bewiesen oder widerlegt werden. Dies ist ein Grund, warum in den Kreisen der "Außenseiter- oder Minderheitsmeinungen" eben nicht mit Thesen, sondern Fragen gearbeitet wird. Diese kann man stellen, muss sie aber nicht beweisen.

Wir bereits geschrieben, bin ich von meiner Ausbildung her Naturwissenschaftler. Naturwissenschaftler halten es mit Karl Popper und seiner Wissenschaftstheorie des Falsifikationismus. Naturwissenschaftler haben sich damit von der Idee verabschiedet, Theorien beweisen zu können. Gültige naturwissenschaftliche Theorien sind solche, die mit allen bisherigen experimentellen Beobachtungen verträglich sind, interessante Vorhersagen für noch nicht durchgeführte (aber bald durchführbare) Experimente machen und durch diese prinzipiell auch widerlegt (falsifiziert) werden können. Wenn sie dann später tatsächlich widerlegt werden sollten, weiß man, dass sie nicht getaugt haben, um vom Bekannten auf ehemals Unbekanntes zu extrapolieren. Dann wird die falsifizierte Theorie verfeinert und/oder es werden neue Theorien gebildet. Wie Sie schreiben, kann man diesen Ansatz nicht ohne weiteres auf die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften übertragen. Ob und wer beispielsweise in Syrien Giftgas eingesetzt hat, ist im Sinne von Karl Poppers Wissenschaftstheorie überhaupt keine gültige Theorie, sondern eine Aussage. Aussagen sind keiner experimentellen Überprüfung zugänglich. Auch Aussagen können nicht bewiesen werden, sie können lediglich im Zuge einer Indizienwürdigung einer Plausibilitätsbetrachtung unterzogen werden. Die Beurteilung ist abhängig vom aktuellen Stand der Indizienlage und immer auch subjektiv. Es gibt keine Unabhängigen und keine Unbeteiligten. Derjenige, der eine Aussage aufstellt, derjenige, der die Indizien zusammenträgt und derjenige, der die Indizien vor dem Hintergrund der Aussage würdigt – alle stehen sie mit allen und allem in Wechselwirkung. In diesem Sinne ist absolute Wahrheit eine Illusion.

Vor diesem gedanklichen Hintergrund versuche ich, Psiram zu verstehen. Wenn Sie schreiben, dass Sie Thesen beweisen oder widerlegen wollen, habe ich damit in mehrfacher Hinsicht ein Verständnisproblem. Sie unterscheiden Thesen und Fragen. Wobei man Thesen im Gegensatz zu Fragen anhand von Quellen beweisen muss, wie Sie schreiben. Verstehe ich Sie richtig, wenn ich annehme, dass die im Wiki enthaltenen Thesen alle anhand von Quellen belegt sein sollten? Wenn Sie »beweisen« sagen, frage ich mich, wer bei Psiram diese Thesen aufstellt, wer die Quellen zusammenträgt und wer die Indizien würdigt? Sind wir uns einig, dass man in der jeweiligen Rolle akribisch darauf achten muss, um möglichst unvoreingenommen zu agieren, um die Meinungsvielfalt zu wahren und um andere nicht mehr als unvermeidbar zu manipulieren? Was ich an Ihren Ausführungen überhaupt nicht verstehe ist das Junktim zwischen »Außenseiter- oder Minderheitsmeinungen« und Fragen statt Thesen. Sind für Sie »Außenseiter- oder Minderheitsmeinungen« automatisch falsch? Warum soll es in diesem Bereich nicht auch Thesen geben, die anhand von Quellen zu belegen sind? Warum soll es umgekehrt bei den »Mehrheitsmeinungen« nicht auch Fragen geben, die nicht anhand von Quellen belegt sind? Müssen überhaupt alle Thesen, die anhand von Quellen belegt sind, zusammen ein konsistentes Bild ergeben, dürfen also alle belegten Thesen zusammengenommen keine inneren Widersprüche enthalten? Hat Psiram den Anspruch, ein in diesem Sinne geschlossenes Weltbild aufzubauen und zu vermitteln? Oder anders gefragt, wie geht Psiram mit all den Manipulationsversuchen, Unwägbarkeiten, Mehrdeutigkeiten, Widersprüchen und Selbstbezüglichkeiten um, die in der Welt des menschlichen Verhaltens vorherrschen?

Ruben

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Re: Peter Frey
« Antwort #49 am: 11. November 2018, 21:18:02 »
Ein erheblicher Anteil scheint mir aus persönlichen Meinungen und aus Kommentaren zu besteht, für die es naturgemäß keine unabhängigen Primärquellen geben kann. Teilweise habe ich sogar den Eindruck, einem argumentativen Schlagabtausch zwischen Ihnen und Peter Frey beizuwohnen.

Schlagabtausch? Nun, es mögen ja Themen berührt sein, bei denen dieser Gedanke bei oberflächlichem Lesen aufkommen könnte.

Mit dem Begriff »Argumentativer Schlagabtausch« habe ich mich auf den folgenden Passus bezogen: »Im klassischen Sinne eines ‘Strohmann-Arguments‘ kritisiert er eine vermeintliche Zitierbarkeit des Projekts Psiram. Psiram verweist aber lediglich auf die Berücksichtigung der verwendeten Quellen, Bild- und Textzitate. Texte von Wikipedia und Psiram sind wissenschaftlich nicht zitierbar, allein wegen möglichen Änderungen an Artikelinhalten und der Anonymität der Autorenschaft.« Nach meinem Verständnis wird hier zunächst eine Aussage von Peter Frey in den Raum gestellt. Im Anschluss stellt Psiram dem eine Gegenargument oder eine Rechtfertigung entgegen (erkennbar an dem Wort »aber«). Wenn die Idee ist, in diesem Artikel die Person Peter Frey kritisch zu würdigen, passt solch ein Rechtfertigung meiner Meinung nach nicht. Aber vielleicht habe ich die Idee hinter dem Artikel falsch verstanden?

Es gibt krasse Unterschiede zwischen einer konsistenten Realitätswahrnehmung und konspiratorischen Weltsichten, aber diese Unterschiede lassen sich manchmal nicht ganz einfach an empirischen, unmittelbar offensichtlichen Wahrnehmungen festmachen.

Wie passt Ihre Einschätzung und Herangehensweise mit dem Anspruch von Psiram zusammen, wissenschaftlich sauber zu arbeiten und alle Thesen anhand von Primärquellen zu belegen?

Peiresc

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Re: Peter Frey
« Antwort #50 am: 11. November 2018, 21:40:27 »
Naturwissenschaftler halten es mit Karl Popper und seiner Wissenschaftstheorie des Falsifikationismus. Naturwissenschaftler haben sich damit von der Idee verabschiedet, Theorien beweisen zu können.
Theoretisch ja (zumindest viele), praktisch natürlich nicht. Du benutzt die Poppersche Philosophie wie der Betrunkene den Laternenpfahl – um Dich anzulehnen. Popper war übrigens in der Demarkierung der Pseudowissenschaft einigermaßen wehrlos, bis hin zur Unbrauchbarkeit (Die Astrologie ist widerlegbar, aber war sie deshalb jemals eine Wissenschaft?).

In diesem Sinne ist absolute Wahrheit eine Illusion.
Dein Philosoph ist nicht Popper, sondern Feyerabend: Anything goes.

Müssen überhaupt alle Thesen, die anhand von Quellen belegt sind, zusammen ein konsistentes Bild ergeben, dürfen also alle belegten Thesen zusammengenommen keine inneren Widersprüche enthalten?
Zitat
[…] anstatt auf die Untersuchung einzugehen, ob wirklich der Erdkern aus Marmelade besteht, werden wir uns fragen, was es für ein Mensch sein muß, der auf eine solche Idee kommen kann, und höchstens noch ihn fragen, woher er das weiß. Der unglückliche Urheber der Marmeladetheorie wird schwer gekränkt sein und uns anklagen, daß wir ihm aus angeblich wissenschaftlichem Vorurteil die objektive Würdigung seiner Behauptung versagen.

Sigmund Freud

Es gibt krasse Unterschiede zwischen einer konsistenten Realitätswahrnehmung und konspiratorischen Weltsichten, aber diese Unterschiede lassen sich manchmal nicht ganz einfach an empirischen, unmittelbar offensichtlichen Wahrnehmungen festmachen.
Wie passt Ihre Einschätzung und Herangehensweise mit dem Anspruch von Psiram zusammen, wissenschaftlich sauber zu arbeiten und alle Thesen anhand von Primärquellen zu belegen?
Zwanglos. Wissenschaftliche Theorien sind hypothetisch-deduktive Systeme. Sie lassen sich unmöglich in allen Einzelheiten empirisch testen.

Schwuppdiwupp

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Re: Peter Frey
« Antwort #51 am: 11. November 2018, 21:52:23 »
Wie passt Ihre Einschätzung und Herangehensweise mit dem Anspruch von Psiram zusammen, wissenschaftlich sauber zu arbeiten und alle Thesen anhand von Primärquellen zu belegen?

Geradezu ein "Strohmann-Klassiker".

Es gibt den Anspruch von Psiram gar nicht, "wissenschaftlich sauber" zu arbeiten.

Die Behauptung, dass Feta Prey ein typischer Truther/Verschwörungstheoretiker/Desinformierer/Dummschwätzer ist, lässt sich nur durch Lesen seines Blocks und seiner Rubikon-Beiträge ableiten. Grundtendenz: Ich (wir) werden alle "verarscht".

Berücksichtigt man weiterhin seine bei Rubicon veröffentlichte Vita (so diese denn stimmt), dann fürchte ich ist das Bild des Menschen hinter dem Geschwurbel nur allzu offensichtlich.

Zitat
Peter Frey, Jahrgang 1960, ist seit 1965 Dresdner, gelernter Autoschlosser, war LKW-Fahrer, Taxifahrer, selbständig in der IT-Beratung. Nach der Insolvenz war er Sozialhilfeempfänger, Hartz-IV-Empfänger, und studierte schließlich ab 2004 Informationstechnik und ist seit Jahren in Dresden in der Friedensbewegung aktiv. Er will Menschen aufwecken und so zu aktivem, selbst bestimmten, dem kleinen wie dem großen Frieden gewidmeten Handeln bewegen. Seit einigen Jahren ist er hauptberuflich als Administrator tätig und betreibt nebenher den Blog Peds Ansichten.
---> https://www.rubikon.news/autoren/peter-frey

Ein typischer "Ossi", dessen normales Leben nach der Wende wirtschaftlich nicht erfolgreich verlief (Insolvenz, Bezieher von Sozialleistungen) und der darum eine Menge Zeit hat(te), nicht nur sprichwörtlich "auf dumme Gedanken zu kommen".
Ach, was weiß denn ich ...

RächerDerVerderbten

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Re: Peter Frey
« Antwort #52 am: 11. November 2018, 21:59:01 »
Mich deucht, der Ruben wird hier noch ein paar monumentale Textwände hinklotzen, bevor er das Forum und seine (unwissenschaftlichen) Betreiber in gar kunstvoll gedrechselten Formulierungen für satisfaktionsunfähig erklärt.   :Popcorn:
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Typee

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Re: Peter Frey
« Antwort #53 am: 11. November 2018, 22:01:36 »
Wie sehen Sie das?

Entspannt.

Und nein, es wird hier keine ausführliche Rezension Ihres Handbuchs der Rabulistik mit Übungen für Anfänger geben.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

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Re: Peter Frey
« Antwort #54 am: 11. November 2018, 22:20:05 »
Ich verstehe die Diskussion hier einfach als eine Art Empörung über einen neuen Artikel im Psiram-Wiki. Sowas kommt immer wieder vor, die Neuuser melden sich dann nach einer Weile meist nicht mehr.

Angebliche Fehler betrafen die Aussage daß der Namensgeber des Artikels die Vorwürfe der Verwendung von Giftgas (gemeint ist vor allem Sarin) der Regierung Assad gegen die eigene Bevölkerung abstreitet. Man muss sich gefallen lassen daß das thematisiert wird.
Wir sind alle keine kleinen Privatgelehrten in Sachen chemische Kampfstoffe und deren Verwendung in Syrien. Das bedeutet daß möglichst seriöse und reputable Quellen zu suchen sind die das Thema behandeln. Und da kommt man um die Statements der OPCW nicht herum, in der Russland als Pro-Assad-Partei Mitglied ist. Demnach hat Syrien Sarin gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt, und islamistische Gruppen auch. Über die erheblichen Behinderungen der OPCW bei ihren Untersuchungen durch Syrien und Russland (siehe auch der Amsterdamer Hacking-Angriff der GRU) gibt die OPCW selbst Auskunft. Psiram zitiert diese Angaben, bzw auch Quellen die die OPCW zitieren.

Für mich ist das Thema durch: es gibt nicht nur die Zitate ("Recht auf Chemiewaffen"), sondern noch weitere Zitate die belegen daß hier pauschal Syrien in Schutz genommen werden soll, zu Lasten der nachlesbaren Fakten. Von Wahrheit will ich hier gar nicht erst reden - das überlasse ich den Truthern. Es ist nun mal die Evidenzlage die zählt.
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Re: Peter Frey
« Antwort #55 am: 11. November 2018, 22:35:20 »
Dann kam hier das Thema zitierbarer Quellen auf. Meiner Meinung nach liegt hier der eigentliche Kern.

Natürlich kann jeder Psiram oder Peds-Ansichten zitieren. Aber es handelt sich nicht um wissenschaftlich zitierbare Quellen. Psiram hat das nie irgendwo behauptet. Man kann nicht etwas widerlegen wollen, was nie behauptet wurde.

Zwischen der Welt der Truther und Wahrheitssucher und andererseits Projekten wie Wikipedia oder Psiram zeigen sich dabei deutliche Unterschiede: in der Wikipedia gibt es die Richtlinien zu Zitaten und Quellen, die von den Autoren selbst aufgestellt werden. Dabei gilt grob gesagt: Sekundär- und Tertiärquellen haben Vorrang vor Primärquellen. (warum hier das von Usern umgedreht wird verstehe ich nicht. Zitat Wie passt Ihre Einschätzung und Herangehensweise mit dem Anspruch von Psiram zusammen, wissenschaftlich sauber zu arbeiten und alle Thesen anhand von Primärquellen zu belegen?)

Bei manchen Themen gibt es aber mehrere reputable Sekundärquellen die sich in ihren Aussagen widersprechen. Kein Problem: es muss dann nach dem Datum geschaut werden, und ob es sich um eine Minderheitenposition handelt oder nicht. Die neuesten Veröffentlichungen sind erstmal vorzuziehen, insbesondere bei den Naturwissenschaften weil es einen stetigen Erkenntnisgewinn gibt und das Prinzip der Widerlegung gilt.
Ein Standardwerk über Rassenkunde (damalige Tertiärliteratur) der dreißiger Jahre ist heute nicht als Quelle für das Thema zitierbar, allenfalls zur Dokumentation für unwissenschaftliche Literatur. Zeigt sich daß es verschiedene belegte Ansichten gibt die sich widersprechen, müssen die relevantesten gleichwertig genannt werden falls dies der Rezeption und Zahl der Veröffentlichungen usw auch entspricht.

Natürlich gibt es auch äußere Einflussnahmen (Trump-Administration oder Kohleindustrie >> Klimaforschung, Lobbyismus) aber es gibt zahlreiche Instrumente gegen Einflussnahmen die inzwischen Früchte tragen (z.B. vorgeschriebene Studienregister die den Schubladeneffekt verhindern sollen, conflict of interest Erklärungen, Presseartikel, zahlreiche auch anonyme Aufpasserblogs) In der Regel fliegen äußere Einflussnahmen irgendwann auf, denn zumeist gibt es mehr als einen Einflussnehmer und die gucken sich gegenseitig in die Karten.

Primärquellen sind für sich alleine meist nicht als Quelle geeignet (auch wenn Wikipedia/Psiram keine journalistischen Projekte sind: im seriösen Journalismus gelten ähnliche Regeln. Dort werden beispielsweise mindestens zwei unabhängige (Primär)quellen verlangt, Sekundärquellen gibt es bei News meist nicht). So genannter Original Research (Wikiautoren interviewen Zeitzeugen usw) geht gar nicht. Bei Psiram sehen wir das alles etwas lockerer. Zu unserer Themenkundschaft existiert oft keine Sekundärliteratur (also Arbeiten die andere Arbeiten zum Thema zusammenfassen), sondern meist nur minderwertiges Zeugs, Werbung, Flyer, Youtubemonologe usw. Das ist (zusammen mit der "Relevanzhürde") auch einer der Gründe warum viele Psiram-Themen bei der Wikipedia nicht schreibbar sind. Bei uns gibt es auch ganz ganz wenig Original Research: Beispiele sind die GNM-Dokumentation mit drei Krankenschwestern (Thema GNM). Diese Dokumentation war O.R. und wir haben sie sehr zeitnah übernommen und die wenig bekannte spannende Entstehungsgeschichte aufmerksam mitverfolgt. Ein anderes Beispiel sind einige wenige Fotos die von Wikiautoren stammen. Das wars auch schon.

Im konspiratorischen Bereich "gegenüber" wird gerne alles zitiert und übernommen was zu eigenen Meinungen zu passen scheint und was anderen Orts nur mit spitzen Fingern angefasst wird. Hat einer die Shoa geleugnet, kann ich ihn trotzdem zitieren wenn er zu beweisen sucht daß es das HIV nicht gibt. Über die offensichtliche Bereitschaft zur Manipulation macht man sich keine Sorgen. Manchmal gibt es auch die, die sich zur Abwechselung sich mal an der Evidenzlage orientieren und dann mal nicht. Muss man die nennen? 
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Peiresc

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Re: Peter Frey
« Antwort #56 am: 11. November 2018, 23:04:25 »
  (warum hier das von Usern umgedreht wird verstehe ich nicht. Zitat Wie passt Ihre Einschätzung und Herangehensweise mit dem Anspruch von Psiram zusammen, wissenschaftlich sauber zu arbeiten und alle Thesen anhand von Primärquellen zu belegen?

Ich stelle mir das etwa so vor. Er hatte sich das fein zurechtgelegt: „Primärquellen“ sind nur seine eigenen Gedanken, und wer kennt die schon. Also wie soll er jemals bei irgendwas erwischt werden können?

Zu dem AIDS-Beispiel: er zitiert die Freakshow Montagnier und Mullis, aber für die Schlussfolgerungen ist er nicht verantwortlich:
https://blog.psiram.com/2015/06/barbara-seebald-i-wont-go-quietly/

Daggi

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Re: Peter Frey
« Antwort #57 am: 11. November 2018, 23:54:51 »
In Südafrika war die Propaganda der denialists besonders dramatisch erfolgreich, denn die Mbeki-Regierung hatte effektive antivirale Therapien abgelehnt.  Die Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafrika war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum von 2000 bis 2005.

Und die Operation INFEKTION 

https://www.psiram.com/de/index.php/Operation_INFEKTION

wirkt heute noch: in Afrika wird die Desinfo immer noch weiterverbreitet und lässt sich nicht mehr stoppen. Folge: Menschen verzichten auf Schutzmaßnahmen und lassen sich nicht oder falsch behandeln.
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sailor

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Re: Peter Frey
« Antwort #58 am: 12. November 2018, 01:17:19 »
Zum Thema Spezialistenwissen und Primärquellen: psiram taugt als Zusammenfassung und Lesbarmachung vieler "Schlangenölthemen"... aber es ist kein wissenschaftliches wiki. Allein zur Wissenschaftstheorie, allgemein könnte man ein eigenes füllen und wenn dann noch die Geisteswissenschaften in ihrer ganzen gummi-Pracht dazukommen... :) Es gibt, so merkt man an den Artikeln, ziemlich viele interessierte Laien und auch Autoren, die fachlich etwas mit den Themen am Hut haben. Bei Dingen wie ABC-Waffen oder auch militärischen Themen wirds jedoch schnell eng (einfach weil im deutschsprachigen Raum weniger "Vets" und Aktive existieren als in den USA), eine Tatsache, die RT und die gesamte russische Medienkamarilla in die Hände spielt. Militärbasierte Propaganda ist etwas, was im Ostblock universitär gelehrt wurde. Dazu kommen militärische Geheimhaltung (Grundvoraussetzung für jede gute VT) und das Martialische hat schon immer Lehnstuhlstrategen angezogen. Daher kommt die Affinität dieser Leute für diese Themen.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist der Unterschied zwischen naturwissenschaftlichen/ingenieursDenken und dem von Geisteswissenschaftlern. Für erstere ist die Welt sehr einfach, zerlegbar in Gesetze und Grundsätze. Eine Welt, die durch Anwendung richtiger "Technik"/Verfahren/Formeln beherrschbar wird. Probleme werden modelliert, Variablen nach und nach ausgeschaltet und das Problem schlussendlich gelöst. Dies lernt man als Naturwissenschaftler/Ingenieur schon im Grundstudium. Geisteswissenschaftler gehen anders mit Problemstellungen um: Eindeutige Lösungen sind extrem selten. Meistens gibt es eine Vielzahl an beteiligten "Variablen", deren Gewichtung stetiger Neubewertung unterliegen. Dazu kommen mit steigender Forschungsdauer idr immer neue Variablen und immer neue Theorien: Bestes Beispiel ist die Forschung um das Dritte Reich, immer neue Wirkmechanismen werden erkannt und diskutiert, mehr an Forschung bringt kein Mehr an "Lösung". Daran verzweifeln Naturwissenschaftler gern... und bevorzugen eindimensionale Lösungen wie die Weltverschwörung...

Daggi

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Re: Peter Frey
« Antwort #59 am: 12. November 2018, 01:45:42 »
Unterschied zwischen naturwissenschaftlichen/ingenieursDenken und dem von Geisteswissenschaftlern.

wollte das vorhin auch ansprechen, aber dann wäre das noch länger geworden. Also +1 Ich würde mal behaupten daß wir mehr mit den Naturwissenschaften zu tun haben als mit dem Rest. Bei dem Blog Ped Ansichten ist das ausgewogener.
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