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Amerika du hast es besser

Begonnen von Peiresc, 13. November 2016, 20:28:34

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Scipio

Zitat von: Peiresc am 29. November 2016, 07:40:42
Aber es wird nun auch nicht wirklich alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Zitat"The very consideration of Petraeus for a senior position reveals that the Trump campaign's rhetoric regarding Hillary Clinton was totally bogus," said Steven Aftergood, a specialist on government classification at the Federation of American Scientists. "Candidate Trump was generating hysteria over Clinton's handling or mishandling of classified information that he likely never believed or took seriously himself.
http://www.politico.com/story/2016/11/donald-trump-david-petraeus-231909
Offene, eklatante Widersprüche haben keinerlei Bedeutung. So wie der bisherige Eiertanz über Obamacare, der nichts anderes anzeigt, als dass die ganze Geschichte dem President-elect vollständig egal ist. Er ist eben kein Ideologe (jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn), sondern ein "Pragmatiker". Seine Prioritäten sind letztlich einfach zu begreifen. Wenn man etwas durchsetzen will, dann muss man ihn nur ein wenig anfüttern mit etwas, das sein Ego streichelt. Dann wird das schon.

So richtig beruhigen tut mich das auch nicht.

Es ist ja nicht nur Trump. Was ist mit Russland und China? Auch wenn ich nur zu gerne glauben möchte, das beide so harmlos sind, wie sie sich selbst darstellen. Doch ich denke, wir wissen es besser! Beide sind keine Engel.
Vor ddiesem Hintergrund erachte ich es auch als sehr problematisch, das ausgerechnet jetzt die EU unübersehbare Auflösungserscheinungen zeigt.
Ich frage mich, wie sich das diese Nationalistischen Nase gedacht haben, wie es in Zukunft weitergehen soll, wenn jeder für sich allein kämpft und alle gegeneinander.

Sauropode

ZitatAuflösungserscheinungen

Ich würde das als Reformstau bezeichnen. Wenn einzelne Länder mehr Wert auf Eigenständigkeit legen, dann sollen Sie das halt. Deswegen wird Europa nicht zurück in die Barbarei fallen.

Typee

Zitat von: Scipio am 29. November 2016, 08:11:21
Ich frage mich, wie sich das diese Nationalistischen Nase gedacht haben, wie es in Zukunft weitergehen soll, wenn jeder für sich allein kämpft und alle gegeneinander.

Gar nicht haben sie das "gedacht". Geschweige denn bedacht.

Es wird den (echten) Großmächten ein Vergnügen sein, die jeweils für sich wurstelnden Nationen Europas gegeneinander auszuspielen. Aber das ist eben der Preis, den die Völker Europas für den nationalen Kleister im Hirn zu zahlen anscheinend bereit sind.

Und am Ende müsste es eigentlich ein Blinder mit 'nem Krückstock sehen können: sobald man den Nationalismus von der Leine lässt, wendet er die Menschen gegeneinander. Im UK werden Polen totgeschlagen, weil sie Polen sind. Da kann man nicht einmal von "Rassismus" sprechen: Ostseeanrainer gegen Nordseeanrainer...  Dass polnische Jagdstaffeln in der RAF einmal die Insel gegen  Luftangriffe verteidigen halfen - wen kümmert das noch. In Polen werden umgekehrt Germanistik-Professoren in der Trambahn angerempelt, weil sie deutsche Sätze sprechen. In einem national (wieder-) aufgeteilten Europa wäre es nur eine Frage der Zeit, bis ein Polit-Hallodri die Schlesien- oder die Elsassfrage aufwirft.

Erinnert sich noch jemand daran, dass ich vor einiger Zeit hier davor warnte, unsere bisherigen Sicherheiten und Gewissheiten für irreversibel zu halten?
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Scipio

Zitat von: Typee am 29. November 2016, 09:52:24

Es wird den (echten) Großmächten ein Vergnügen sein, die jeweils für sich wurstelnden Nationen Europas gegeneinander auszuspielen. Aber das ist eben der Preis, den die Völker Europas für den nationalen Kleister im Hirn zu zahlen anscheinend bereit sind.

Und am Ende müsste es eigentlich ein Blinder mit 'nem Krückstock sehen können: sobald man den Nationalismus von der Leine lässt, wendet er die Menschen gegeneinander. Im UK werden Polen totgeschlagen, weil sie Polen sind. Da kann man nicht einmal von "Rassismus" sprechen: Ostseeanrainer gegen Nordseeanrainer...  Dass polnische Jagdstaffeln in der RAF einmal die Insel gegen  Luftangriffe verteidigen halfen - wen kümmert das noch. In Polen werden umgekehrt Germanistik-Professoren in der Trambahn angerempelt, weil sie deutsche Sätze sprechen. In einem national (wieder-) aufgeteilten Europa wäre es nur eine Frage der Zeit, bis ein Polit-Hallodri die Schlesien- oder die Elsassfrage aufwirft.

Erinnert sich noch jemand daran, dass ich vor einiger Zeit hier davor warnte, unsere bisherigen Sicherheiten und Gewissheiten für irreversibel zu halten?

Das skizziert ziemlich genau das was ich befürchte. Aber offenbar will die Wähler genau das.

Peiresc

Woher holt Trump seine Informationen, mit denen er die Welt überrascht? Zum einen natürlich von Infowars, d.h. Alex Jones*. Aber nicht ausschließlich:
Zitat
In response, Trump fired off a series of tweets aimed at CNN and Zeleny, some original and some retweets of his online supporters, including one user who apparently is a teenager.
http://www.politico.com/story/2016/11/trump-attacks-cnn-reporter-over-voter-fraud-claims-231916

Woher holt er sie nicht?
ZitatWe learned last week that President-elect Trump has been turning away his intelligence briefers, leaving the tedious task of learning about national-security threats to his understudy, Vice President-elect Pence.
Washington Post
Ist ja vielleicht auch besser so.

* Der Washington-Post-Artikel bietet übrigens möglicherweise Stoff, unseren Alex-Jones-Artikel zu aktualisieren.




Peiresc

Hier die Knallcharge von Präsident. Good night, America.




Was ist dazu zu sagen? Er rafft es einfach nicht. Hermione got it:


Belbo


Peiresc

Zitat von: Typee am 23. November 2016, 12:57:35
Kassierte Wahlkampfparolen

In jeder Hinsicht. Es kann nämlich auch alles noch viel schlimmer werden:
ZitatBy tapping the tea party Republican [d. i. Tom Price] as his top health care official, President-elect Donald Trump sends a strong signal he may look beyond repealing and replacing Obamacare to try to scale back Medicare and Medicaid, popular entitlements that cover roughly 130 million people, many of whom are sick, poor and vulnerable. And that's a turnabout from Trump's campaign pledge — still on his campaign website — that he would leave Medicare untouched.
[...]
"They will ... not just roll back five or 10 years of progress — but 50." said Anthony Wright, executive director of Health Access California, a consumer advocacy group that supports Obamacare.
http://www.politico.com/story/2016/11/tom-price-radically-conservative-healthcare-vision-231965

Peiresc

Und zu Tom Price noch:
Zitat
Membership in a political medical organization

Price is a member of the Association of American Physicians and Surgeons[57], a small, right-wing political organization whose journal (Journal of American Physicians and Surgeons) has published articles advocating a range of scientifically discredited hypotheses, including the belief that HIV does not cause AIDS, that being gay reduces life expectancy, that there is a link between abortion and breast cancer, and that there are links between autism and vaccinations.
https://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Price_(U.S._politician)
Sicher nur guilty by association, und hat nichts mit der wissenschaftlichen Ideenwelt des President-elect zu tun.

edit. Mehr über die politische Agenda von Price hier.
http://arstechnica.com/science/2016/11/with-health-secretary-position-trump-selects-obamacare-executioner/
Alles ganz einfach.
ZitatCritics of the plan have pointed out and Vox explained that many features will benefit the rich and healthy at the expense of the poor and sick.

Scipio

Die Chinesen freuen sich derweil über die angekündigte Aufgabe des Handelsabkommen TPP.

So wie ich das sehe, wird Amerika durch seinen isolationistischen Kurs zwangsläufig Einfluss an die restlichen Großmächte abgeben. Ob Trump das wirklich recht ist?

Typee

Zitat von: Scipio am 30. November 2016, 12:38:55
Die Chinesen freuen sich derweil über die angekündigte Aufgabe des Handelsabkommen TPP.

So wie ich das sehe, wird Amerika durch seinen isolationistischen Kurs zwangsläufig Einfluss an die restlichen Großmächte abgeben. Ob Trump das wirklich recht ist?

Ist ihm schnuppe, im Ausland hat er sowieso keine Wähler. Geschweige denn Wahlmänner.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

celsus

Zitat von: Typee am 30. November 2016, 14:23:12
Ist ihm schnuppe, im Ausland hat er sowieso keine Wähler. Geschweige denn Wahlmänner.

Aber Kunden, Dependancen, Finanziers und Hotels. Da sind gute diplomatische Beziehungen sicher geschäftsfördernd.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Typee

Zitat von: celsus am 30. November 2016, 14:52:10
Zitat von: Typee am 30. November 2016, 14:23:12
Ist ihm schnuppe, im Ausland hat er sowieso keine Wähler. Geschweige denn Wahlmänner.

Aber Kunden, Dependancen, Finanziers und Hotels. Da sind gute diplomatische Beziehungen sicher geschäftsfördernd.

Es ging um die Frage, was Trump recht ist. Kunden im Ausland braucht er nicht, seine Immobilieninvestments sind nicht global orientiert, es ist weitgehend Inlandsgeschäft. Finanziers braucht er auch nicht nachzulaufen, bei steigenden Zinsen in Amiland kommen die von ganz alleine. Hotels braucht er auch nicht. Er reist nicht, sondern lässt anreisen, und wer nicht bei drei angetreten ist, kann ihm sonstwo begegnen und bekommt womöglich noch einen prolligen Tweet hinterher geschleudert. Und wenn er doch mal reist: sowohl Freund Wladimir als auch die eigenen Streitkräfte unterhalten weltweit durchaus angenehme Unterkünfte. Das mit den Streitkräften meine ich ohne Witz.

Hätte die Frage gelautet, ob Amerika das recht sein kann, müsste ich nochmal nachdenken.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Peiresc

Zitat von: Typee am 30. November 2016, 15:05:42
Zitat von: celsus am 30. November 2016, 14:52:10
Zitat von: Typee am 30. November 2016, 14:23:12
Ist ihm schnuppe, im Ausland hat er sowieso keine Wähler. Geschweige denn Wahlmänner.
Aber Kunden, Dependancen, Finanziers und Hotels. Da sind gute diplomatische Beziehungen sicher geschäftsfördernd.
Es ging um die Frage, was Trump recht ist. Kunden im Ausland braucht er nicht, seine Immobilieninvestments sind nicht global orientiert, es ist weitgehend Inlandsgeschäft. Finanziers braucht er auch nicht nachzulaufen, bei steigenden Zinsen in Amiland kommen die von ganz alleine. Hotels braucht er auch nicht.
Es ist auch die Frage, ob die Marke Trump im Ausland wirklich langfristig Gewinne abwerfen wird. Die Investitionen könnten beträchtlich werden. Gerade habe ich irgendwo gelesen, dass die ,,Trump Towers" bevorzugtes Ziel für Terroranschläge werden könnten und zukünftig teuer geschützt werden müssten. Die Kosten dafür werden sich nicht überall auf die Staatskasse umlegen lassen. Auch hat er wohl gerade eine Pressekonferenz für den 15.12. angekündigt, in der er seinen einstweiligen Rückzug aus dem Geschäft proklamieren will. Dann kann ihm China egal sein, und America wird für eine Weile Great Again werden. At home.

edit. Hier.
http://www.politico.com/story/2016/11/trump-overseas-security-231948

Scipio

Zitat von: Typee am 30. November 2016, 15:05:42
Zitat von: celsus am 30. November 2016, 14:52:10
Zitat von: Typee am 30. November 2016, 14:23:12
Ist ihm schnuppe, im Ausland hat er sowieso keine Wähler. Geschweige denn Wahlmänner.

Aber Kunden, Dependancen, Finanziers und Hotels. Da sind gute diplomatische Beziehungen sicher geschäftsfördernd.

Es ging um die Frage, was Trump recht ist. Kunden im Ausland braucht er nicht, seine Immobilieninvestments sind nicht global orientiert, es ist weitgehend Inlandsgeschäft. Finanziers braucht er auch nicht nachzulaufen, bei steigenden Zinsen in Amiland kommen die von ganz alleine. Hotels braucht er auch nicht. Er reist nicht, sondern lässt anreisen, und wer nicht bei drei angetreten ist, kann ihm sonstwo begegnen und bekommt womöglich noch einen prolligen Tweet hinterher geschleudert. Und wenn er doch mal reist: sowohl Freund Wladimir als auch die eigenen Streitkräfte unterhalten weltweit durchaus angenehme Unterkünfte. Das mit den Streitkräften meine ich ohne Witz.

Hätte die Frage gelautet, ob Amerika das recht sein kann, müsste ich nochmal nachdenken.
Dann stelle ich die Frage nochmal, kann Amerika das recht sein?