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Autor Thema: Warum ist Amerika, wie es ist?  (Gelesen 10597 mal)

Peiresc

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #45 am: 25. April 2020, 00:19:54 »
Gerald Holton: Wissenschaft und Anti-Wissenschaft, Springer-Verlag/Wien 2000, engl. Originalausgabe "Science and Anti-Science“, 1993.

Zitat
Ebenso unklar sind die Ursachen einer der Voraussetzungen für das Entstehen dieser falschen Ideen, nämlich des wissenschaftlichen Analphabetismus, der in den Vereinigten Staaten grassiert. Zu diesem Thema jedoch existiert umfangreiche Literatur, wir müssen hier nur auf einen Bericht des wissenschaftlichen Beraters des Präsidenten an den Kongress verweisen. (3) Die wissenschaftliche Bildung der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten hat heute ein Niveau erreicht, bei dem in einer Umfrage "die Hälfte der befragten Erwachsenen nicht wusste, dass die Erde ein Jahr benötigt, um die Sonne zu umkreisen". (S. 8 ). (Wie wir aus anderen Untersuchungen wissen, (4) können weniger als 7 Prozent der Erwachsenen in den USA nach einer äußerst großzügigen Definition als wissenschaftlich gebildet betrachtet werden, nur 13 Prozent verfügen zumindest über ein Minimum an Verständnis für wissenschaftliche Vorgange, und 40 Prozent stimmen nicht mit der Aussage überein "die Astrologie ist ganz und gar nicht wissenschaftlich").
[…]
Dass ein so kleiner Teil der Erwachsenen in den USA als wissenschaftlich gebildet bezeichnet werden kann, in einer Zeit, in der die Errungenschaften der modernen Wissenschaft, die Leistungen der Technologie und die Auswirkungen beider auf unser Leben spektakulärer sind als je zuvor, darf nicht nur als Ironie aufgefasst werden, sondern bedarf ernsthaft einer Erklärung. Zu diesem intellektuell wichtigen Punkt kommt noch ein politischer hinzu: in einer Demokratie verlangen die Bürger, ganz egal wie schlecht sie informiert sind, zu Recht einen Platz an dem Tisch, an dem die Entscheidungen getroffen werden, selbst wenn diese Entscheidungen eine große wissenschaftliche/technische Komponente enthalten. Darin liegt das Potential für falsche Politik und schließlich soziale Instabilität. Denn, wie ich noch belegen werde, hat die Geschichte wiederholt gezeigt, dass eine Entfremdung von der Wissenschaft und von ihrem Bild der Welt in eine Raserei ausarten kann, die mit Bewegungen verbunden ist, die weitaus sinistrer sind.
[…]
Schließlich hat die Tatsache, dass zahlreiche Wissenschaftler in den USA recht prominent geworden sind, etwas in der amerikanischen Reaktion ausgelost, was vielleicht für dieses Land idiosynkratisch, aber im Grunde genommen gesund ist - nämlich Skeptizismus gegen diese und gegen jede andere Form einer starken, organisierten Autorität. Wie der kluge Politikwissenschaftler Don K. Price aufgezeigt hat, tendieren die Amerikaner zu einer bestimmten Haltung gegenüber der Wissenschaft, die ihre Wurzeln in unserer eingefleischten politischen Philosophie hat. Vom Anfang an war die vorherrschende Einstellung gegenüber jeder groß angelegten, organisierten Autorität in den Vereinigten Staaten im wesentlichen negativ geprägt, und unsere politischen Institutionen sind so aufgebaut, dass die Behauptung einer zentralisierten Autorität so weit als möglich verhindert wird. In den ersten eineinhalb Jahrhunderten der Republik wurden Wissenschaftler und Techniker als Außenseiter betrachtet, sogar als Kraft gegen die etablierte Autorität, als Herausforderer aller Dogmen und Nachfolger der religiösen Dissenters, die dieses Land gegründet hatten. Ais Joseph Priestley, ebenso unorthodox als Chemiker wie als politischer Schriftsteller und Theologe, aus England floh und der Mob sein Haus, seine Bibliothek und das Laboratorium zerstört hatte, umarmte ihn Thomas Jefferson bei seiner Ankunft als verbündeten Dissidenten gegen den König und seine Kirche. Die Wissenschaftler wurden die Erben des Glaubens an den Fortschritt.

Jedoch, sagt Price, "in der Ietzten Generation ist ein deutlicher Bruch mit dieser Tradition erfoIgt." (16). Da die Zahl der Wissenschaftler sich stark vermehrt und ihre Arbeit begonnen hat, direkt oder indirekt, unser Leben zu beeinflussen, beginnt man, sie nicht mit Dissens zu identifizieren, sondern mit Autorität. So wurden die Wissenschaftler - die diese Reaktion nur langsam wahrgenommen haben -, obwohl die Wissenschaft an sich noch immer von der Mehrheit der Amerikaner als positive Kraft gesehen wird, zunehmend das Ziel von Argwohn und Verdacht.

[….]
Auf dem Weg zu diesem Ziel haben sie [Evangelikale, Kreationisten, Fundamentalisten] von der Welt der Akademiker, Wissenschaftler oder Theologen erstaunlich wenig Widerstand erfahren. Ganz im Gegenteil, sie haben mächtige Verbündete in hohen Positionen geworben. Zu ihren Sympathisanten zählten ein Präsident der Vereinigten Staaten der 1980er Jahre; es ist belegt, dass dieser ein Weltbild hat, das offen ist nicht nur für Astrologie, sondern auch für UFOs, für Kreationismus und für einen Promilleniums-Fundamentalismus, der sich mit dem unausweichlichen Nähern eines apokalyptischen Endes in der nahen Zukunft beschäftigt. Während die Vereinigten Staaten mit den Nachwirkungen vieler dieser ideologischen Positionen werden leben müssen, war es vielleicht ein glücklicher Zufall, dass sein frohgemutes Desinteresse an einem tiefen Engagement in vielen Fragen sich auch auf diese Ansichten der Alternativwissenschaft und ihre religiös-politischen Verbindungen erstreckte; denn es ist ernüchternd, sich vorzustellen, wie anders vieles gewesen wäre, wenn er sich leidenschaftlich dafür eingesetzt hätte. Es konnte natürlich in Zukunft mit einigen Amtsinhabern ganz anders sein hier oder in einem anderen Land, das empfänglich ist für dieselbe Kräftekombination. Moores Essay endet mit der ominösen Bemerkung, dass der heutige Fin-de-siecle-Fundamentalismus und "die herrschenden Annahmen liberaler, evolutionärer Aufklärung" einander in einem Kulturkampf gegenüberstehen könnten, in dem sie "vielleicht heftig aufeinanderprallen werden, um Konsens zu mobilisieren und eine politische Ordnung durchzusetzen" (S. 64).

Prophetische Worte.

Daggi

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #46 am: 25. April 2020, 02:08:49 »
Der Guardian stellt den Zusammenhang dar zwischen MMS

https://www.psiram.com/de/index.php/Miracle_Mineral_Supplement

https://www.psiram.com/de/index.php/Miracle_Mineral_Supplement#Beh.C3.B6rden_warnen_vor_MMS

und Trump:

https://www.theguardian.com/world/2020/apr/24/revealed-leader-group-peddling-bleach-cure-lobbied-trump-coronavirus

Mark Grenon wrote to Trump saying chlorine dioxide ‘can rid the body of Covid-19’ days before the president promoted disinfectant as treatment.

Marc Grenon ist einer der Betreiber der Scheinkirche Genesis II,

https://www.psiram.com/de/index.php/Jim_Humble#Genesis_II_Church_of_Health_and_Healing

die MMS als Teil einer religiösen Zeremonie verkauft. Die Verkaufs-Kirche hat mittlerweile einige anonyme Webseiten, auf der die "Sakramente" angeboten werden. Diverse so genannte Bischöfe verkaufen das von Ghana oder Paraguay aus, auch in die USA.
For Hinweiße that lead to the identification of the operators of Esowatch.com, a reward is offered

Das doch nur Grippe!

Kaum sind weniger Chemtrails am Himmel drehen die Menschen am Boden durch

sailor

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #47 am: 03. Juli 2020, 00:28:22 »
Hier mal ein Video (youtube und englisch), welches sehr gut die Entwicklung von Demokraten und Republikanern und den Großen Wechsel der 70iger zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=s8VOM8ET1WU

Peiresc

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #48 am: 27. August 2020, 19:55:05 »
Ja, warum ist Amerika, wie es ist? Ein wenig „Normalisierung“, Einordnung bietet Julian Sanchez in seinem Twitter-Thread.
https://twitter.com/normative/status/1298738662532935681
Warum prallen alle Enthüllungen über Trump bei seiner Klientel ab? Sie sind immunisiert. Die schlechten Nachrichten können als „Fake News“, „Deep State“ oder als „The Swamp“ neutralisiert werden. Wenn das durchbrochen werden kann, dann am ehesten von innen.

Eine ähnliche Ansicht habe ich mal selber formuliert, hier.
https://forum.psiram.com/index.php?topic=16737.msg232948#msg232948

Flankierend dieser Thread von Seth Cotlar
https://threadreaderapp.com/thread/1181988506056290304.html

celsus

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #49 am: 27. August 2020, 23:32:20 »
Ja, warum ist Amerika, wie es ist? Ein wenig „Normalisierung“, Einordnung bietet Julian Sanchez in seinem Twitter-Thread.
https://twitter.com/normative/status/1298738662532935681

Sehr interessant, deshalb hier im Volltext:

Zitat

So, years ago I quite accidentally injected the phrase “epistemic closure” into political discourse. This became a buzzword for five minutes, but a lot of people misunderstood it as effectively just a pretentious synonym for “stuck in an echo chamber” or “closed-minded.” And that’s not quite how I originally used the phrase (which at the time thought was just... two words used descriptively, not some new buzzword). Originally, I used it to mean you had an *ideology and media ecosystem* that would enable you to reject new contrary information.

So an “echo chamber” just means you never hear any contrary information. The idea of “epistemic closure” was that you WOULD hear new and contrary information, but you have mechanisms in your belief system that reject anything that might force you to update your beliefs. So, for instance, if someone believes that the Illuminati control the world, and that any evidence AGAINST this hypothesis was manufactured by the Illuminati to hide their existence—proving their power and influence—that’s more what I meant by “epistemic closure.” I bring this up now, because the Trump ecosystem has developed a pretty sophisticated set of epistemic closure mechanisms that work to reject new information that might otherwise pose a problem.

It is extraordinary, and as far as I know unprecedented, how many of Trump’s own former appointees & senior officials have come out to say “this guy is unfit for office, and in fact a serious threat to U.S. national security.” You’d think people might find that hugely alarming. This doesn’t seem to give supporters much pause, though. Not (just) because they don’t become aware of it, but because there’s a mechanism that enables supporters to reject this sort of testimony out of hand: The “Deep State.” If the “Deep State” is part of your belief system, the testimony of these officials doesn’t affect your confidence in Trump’s competence; it proves how threatening he must be to the wicked network determined to undermine his presidency.

Ditto “Fake News.” Plenty of news every day calling into question Trump’s honesty, competence, decency, etc. But if “Fake News” is part of your belief system, the sheer volume of this actually works to validate his claim that media elites are hopelessly biased against him.

Ditto “The Swamp”: If people who were once widely respected conservative thinkers or elected officials are appalled by Trump, their stature is converted from a reason to take them seriously into a reason to discount them: They don’t want their cushy position disrupted.

I think these overlapping mechanisms are pretty critical to the resiliency of Trump support among his admirers, despite a constant flow of new information that, to the rest of us, counts as overwhelming and ever-clearer proof of his radical unfitness. It’s not that they never encounter any of this information, but that there are mechanisms in place that effectively judo-flip it into confirmation of the preexisting narrative, rather than new contradictory data. I’m not sure what you do about this, but to the extent Dems political messaging is aiming at chipping away at that base—rather than just turning out more of their people—it needs to factor in, and maybe even focus on—those closure mechanisms.

One thing worth considering is that closed belief systems like this tend to be strong but brittle. That is, it’s hard to make a crack in the firewall, but if you DO make a crack, often the whole edifice crumbles with surprising speed. And the crack can be something small. I remember hearing a talk by a North Korean refugee who wholeheartedly bought into the state’s propaganda—and when his mother was arrested for crimes against the state, he took for granted she HAD to be guilty... until he noticed one small and indisputable error in the charges. The government claimed she was in one place (at a dissident meeting or some such) at a time and date when he knew for certain she hadn’t been. And once it was clear the state COULD make mistakes, everything else was suddenly in doubt. (“Whataboutism” is one of the mechanisms that works against the formation of minor cracks: If you’re in danger of having to concede a point, you change the subject, then develop localized amnesia about the near-concession.)

Honestly, it probably doesn’t make sense for *political campaigns* to waste too much effort messaging to the true believers, but for friends & family who still have the energy to argue, it’s worth thinking about how to target the closure mechanisms—the ideological immune system. If you try to attack the Trump-belief Death Star head on, your arguments are just going to bounce off the force field. You need to take out the shield generator first. I don’t know how you do that, but maybe folks who’ve had some success can offer what worked for them.

Final thought: Are there sources of authoritative information that DON’T have a closure mechanism—an ideological T-cell—set up to neutralize them in the Trumpist narrative? There’s a T-cell for media, intelligence agencies & national security officials, Republican incumbents... They’ve covered the bases pretty well, frankly—there’s a prefabricated “you can disregard this because...” mechanism for the obvious sources of contrary information. But if there’s one they’ve missed, that might have some luck until they can construct a counternarrative.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

PeterPancake

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #50 am: 10. Oktober 2020, 18:26:26 »
Ein gutes Beispeil für "Warum ist Amerika, wie es ist?". Ein Interview mit einem Sheriff aus Michigan zur geplanten Entführung von Governor Whitmer und den Personen die es geplant haben. Er war mit den Brüdern, die die Entführung geplant haben auf einer gemeinsamen Demonstration.

Ich bin ein wenig so frei und zitiere den passenden Ausschnitt zu dieser Situation.
https://forum.psiram.com/index.php?topic=15175.msg243245#msg243245
...Rechtlosigkeit meint hier die mangelhaft entwickelte Ausübung zentralisierter, bürokratisierter Gewalt im ländlichen Raum. Das beginnt bei den Hexenprozessen von Salem, geht über den "Wilden Westen" bis hin zur Lynchkultur im Süden und dem was man in "Rambo I" bestaunen kann. In viele Gebiete hat die jeweilige Landes- und Bundesmacht (im Sinne von Exekutive und Judikative) nie wirklich hinein gewirkt. Dort waren/sind Sheriffs und Laiengerichte an der Tagesordnung, was die Wahrnehmung von Freiheit und Recht zur europäischen oder urbanen Wahrnehmung hin verschiebt...


Zitat
“It’s just a charge, and they say a 'plot to kidnap' and you got to remember that. Are they trying to kidnap? Because a lot of people are angry with the governor, and they want her arrested. So are they trying to arrest or was it a kidnap attempt? Because you can still in Michigan if it's a felony, make a felony arrest,” Leaf said.
https://www.fox17online.com/news/local-news/michigan/man-charged-in-plot-to-kidnap-whitmer-shared-stage-with-west-michigan-sheriff-at-rally
Zitat
“Sheriff Dar Leaf’s supposition that the act was not a kidnapping of Governor Whitmer but a citizen’s arrest has to be understood in the historical context of citizen’s arrests,” he explained. “Originating from 13th century England, the precept followed to the colonies, including America, which many states used to justify slave patrols, wherein private citizens or, as here, militias, were empowered by the state to arrest and forcibly seize slaves to return them to their owners.”
https://lawandcrime.com/crazy/michigan-sheriff-defends-man-suspected-of-planning-whitmer-kidnapping-conspiracy-during-wild-interview/

celsus

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #51 am: 10. Oktober 2020, 21:30:04 »
Die Situation hat sailor sehr treffend beschrieben.

Was ich mich aber frage: Gab es mal eine zivilisiertere Zeit in den USA und fallen die gerade wieder in den frühen wilden Westen zurück oder war die Lage schon immer so, wurde aber von einem halbwegs zivilisiert wirkenden Firniss zumindest nach außen hin überdeckt?
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

sailor

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Re: Warum ist Amerika, wie es ist?
« Antwort #52 am: 11. Oktober 2020, 01:42:57 »
Hmm gute Frage. Ich denke gerade darüber nach. Definitiv zivilisierter wars in den USA vor 1492^^

Spass beiseite. Wirklich zivilisiert waren die USA nie. Bis in die 20/30iger Jahre hinein waren die Küstengroßstädte aufgrund der verschiedenen Migrationsbewegungen (intern wie extern) ziemliche Höllenlöcher. Große Teile jenseits der Appalachen und der Rockies waren dünn bis sehr dünn besiedelt, Infrastruktur (materiell wie staatlich) im europäischen Sinne fehlte oft. Die "alten" Ballungsgebiete im Inneren, wie entlang der Großen Seen waren Ausnahmen, die "neuen" Ballungsgebiete im Süden und den südlichen Küsten benötigten die Klimaanlage, um zu entstehen. Mit dem New Deal und vor allem den Rüstungsprogrammen des WK 2 und des Kalten Krieges bildeten sich "Binnenkerne". Darüber hinaus machte die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft das Farmerleben leichter (aber selbst heute noch ist dort Kinderarbeit nicht unüblich: https://www.dw.com/de/kinderarbeit-im-reichsten-land-der-erde/a-6314791 https://www.humanium.org/de/kinderarbeit-in-den-usa/). Aber wirklich angeglichen haben sich die Lebensverhältnisse nur punktuell, dazu sind die USA zu groß und staatliche Eingriffe/Entwicklungspläne verpönt. Ein schönes Beispiel, wie sowas funktionieren kann ist die Tennessee-Valley-Authority https://de.wikipedia.org/wiki/Tennessee_Valley_Authority. Die grundlegenden Spannungen und divergierenden Mentalitäten zwischen ruraler und urbaner Bevölkerung wurden nie überwunden. Mit dem Aufkommen der Suburbs wurde in meinen Augen ein dritter Pol geschaffen, der sich von beiden Seiten Teile genommen hat, aber zu keinem richtig gehört. Im jetzigen Wahlkampf merkt man, dass dieser Pol eine wichtige Basis Trumps ist, in meinen Augen deshalb, weil die Suburbs genau wie Trump eine Travestie der urbanen wie ruralen Werte sind: Man gibt sich ländlich-konservativ, ohne auf die Annehmlichkeiten der "Stadt" verzichten zu wollen. Man will nur das jeweils "Angenehme" ohne die Nachteile und Trump verspricht das. Dabei merkt man in den Suburbs nicht, dass man genau zwischen den "alten Fronten" sind, ein Farmer aus dem Shenadoah-Valley würde jedem Suburbi ins Gesicht spucken... genau deshalb gibt es auch immer noch Konservative, die von Trump nix bis gar nix halten. Auf diese Spaltung nach 2 Seiten setze ich meine Hoffnung für die Wahl. Denn in einer Sache sind sich die ruralen Konservativen und die progressiven Urbanen einig: Die Verfassung geht vor und Trump schei*t auf die, genauso wie auf Institutionen (wie bsw. die Streitkräfte).