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Autor Thema: Brexit  (Gelesen 51059 mal)

sailor

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Re: Brexit
« Antwort #330 am: 25. Januar 2020, 23:22:46 »
Ach shit, das habe ich vergessen, also diese Richtung. Ich habe es eher andersherum gesehen, die City, welche bereits jetzt Investment und Dienstleistungen mit/zwischen Drittländern vermittelt/durchführt. Ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal, aber bspw. die London Metal Exchange oder die London Bullon Exchange mit der Festlegung der Goldpreise bleiben ja. Die London Stock Exchange wird auch weiterhin ein wichtiger Handelsplatz bleiben, weil bestimmte Informations- und Brokerdienste einfach nicht so schnell anderweitig aufgebaut werden können.

Aber du hast recht, für eine langfristige Perspektive ist natürlich der Influx neuer Akteure und die Attraktivität als Emmissionsplatz wichtig. Das liesse sich durch Boris "the nobrainer" Johnson nur durch massive Deregulierung des Handels und damit Anziehung von Risikokapital/-investoren kompensieren.... vieleicht. Negative Folgen für den Bankenplatz hätte es auf alle Fälle.

Scipio 2.0

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Re: Brexit
« Antwort #331 am: 26. Januar 2020, 17:54:03 »
Die Vorteiler der EU scheinen auch eher indirekt zu sein. Jedenfalls fällt es selbst mir als Befürworter manchmal schwer sie zu erkennen.

LaDeesse

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Re: Brexit
« Antwort #332 am: 26. Januar 2020, 18:44:35 »
Zollfreier Zugang zum - gemessen am BIP - größten gemeinsamen Wirtschaftsraum der Welt dürfte zumindest von wettbewerbsfähigen Unternehmen durchaus als Vorteil gesehen werden.

Scipio 2.0

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Re: Brexit
« Antwort #333 am: 26. Januar 2020, 19:27:03 »
Das bekommt aber der berühmte "einfache Mann" auf der Straße nur sehr mittelbar mit. Das macht es schwer den Leuten klar zu machen warum die EU gut ist.

Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #334 am: 26. Januar 2020, 19:33:39 »
Die Vorteiler der EU scheinen auch eher indirekt zu sein. Jedenfalls fällt es selbst mir als Befürworter manchmal schwer sie zu erkennen.

Ich verstehe Dich nicht völlig. Ein ganz wesentlicher, geradezu unschätzbarer Vorteil der EU ist doch, dass immer jemand da ist auf den man schimpfen kann.

sailor

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Re: Brexit
« Antwort #335 am: 26. Januar 2020, 23:38:49 »
Das bekommt aber der berühmte "einfache Mann" auf der Straße nur sehr mittelbar mit. Das macht es schwer den Leuten klar zu machen warum die EU gut ist.

Weil die Vorteile derart "schleichend" gekommen sind, dass es nur über die Jahre sichtbar wird. Allein der Wegfall von Kontrollen und Zöllen innerhalb der EU hat mit dazu beigetragen, dass die Lebensmittelkosten derart niedrig sind... und als Nachteil, dass andere EU-Länder mit geringeren Löhnen/Produktionskosten bspw. "unsere" Bauern an die Wand drücken konnten, Beispiel billige Milch aus Polen. Insgesamt sind die Vorteile der EU für den einfachen Bürger aber schon so tief verwurzelt, dass er sie gar nicht merkt, Urlaub ohne Pass/Visum, Rente am Mittelmeer verprassen, Jobs dank eifriger Abnahme deutscher Produkte im Ausland (welche ohne Kontrollen, Zölle und Herkunftsnachweisverfahren dort "günstig" angeboten werden können), europaweit studieren für den Schneeflöckchennachwuchs dank Erasmus, bessere Versorgung auf quasi allen Gebieten dank immer weiter steigender Qualitätsstandards bei Produktion, Dienstleistung und Umwelt.... Klar wird die Arbitrage zwischen den Nationalstaaten geringer....

Die Vorteiler der EU scheinen auch eher indirekt zu sein. Jedenfalls fällt es selbst mir als Befürworter manchmal schwer sie zu erkennen.

Ich verstehe Dich nicht völlig. Ein ganz wesentlicher, geradezu unschätzbarer Vorteil der EU ist doch, dass immer jemand da ist auf den man schimpfen kann.

Natürlich... und dank diesem Schwarzen Peter hat man mittlerweile sogar eine weitere rechtliche Instanz, wenn man mit seiner eigenen Justiz unzufrieden ist ;)

Typee

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Re: Brexit
« Antwort #336 am: 27. Januar 2020, 23:34:48 »
Eine aktuelle Prognose? Mir träumte folgendes, und je länger ich darüber nachdachte, umso realistischer fand ich die Perspektive:

BoJo ist ja ein Windei, das schon längst dead in the trench kompostiert sein müsste, wenn man ihn beim Wort nehmen dürfte, dafür ist er ein genialer Kommunikator, der, wenn es darauf ankäme, auch eine schwunghafte Ehevermittlung für katholische Pfarrer betreiben könnte.  Und seine Bauernschläue reicht jedenfalls hin, dass er bald begreift, was für ein Kuckucksei er sich mit seiner neuesten Deadline ins Nest gelegt hat. Im Ergebnis, das ist meine Träumerei, wird er unter schierer Zeitnot so ziemlich alles durchwinken (lassen), was die EU gerne hätte. Die Außengrenze mitten durchs Hoheitsgebiet des Königreichs hat er ja schon akzeptiert - am Meeresgrund zwischen der irischen Insel und Großbritannien sieht man sie eh nicht so. Damit jedenfalls kriegt er bis Jahresende ein Abkommen ratifizierungsreif hin, denn  die Eierköpfe in Brüssel werden sicher alles Nötige vorbereitet haben, auf die ist da schon Verlass. Das ist dann zwar ziemlich präzise das, was man bedingungslose Kapitulation nennt, aber der Brexit got done, was will man mehr. Und BoJo wird das (erfolgreich!) als großartige Sache unters Volk bringen, was es in gewissem objektivem Sinne - wenn auch nicht in der eigentlich geplanten Weise - auch sein wird.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

Schwuppdiwupp

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  • Purple Tentacle
Re: Brexit
« Antwort #337 am: 28. Januar 2020, 19:58:54 »
Ich finde, dass du dir da durchhaus ein denkbares Szenario halluziniert hast.
Ach, was weiß denn ich ...

Scipio 2.0

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Re: Brexit
« Antwort #338 am: 30. Januar 2020, 20:48:56 »
Countdown zum Brexit:

https://daystobrexit.co.uk/

catweazle

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Re: Brexit
« Antwort #339 am: 23. März 2020, 17:56:11 »

PeterPancake

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Re: Brexit
« Antwort #340 am: 18. Mai 2020, 20:57:07 »
Hat jetzt nicht wirklich etwas mit Brexit zu tun, aber es könnte. Und zwar wer trägt die Verantwortung für Verfehlungen?

Boris Johnson fragt sich wer die Verantwortung für Pläne währen der Pandemie übernimmt.

Zitat
There are growing fears within Civil Service that they could be used as 'fall guys'
https://www.dailymail.co.uk/news/article-8327655/Boris-Johnson-UKs-senior-civil-servant-Sir-Mark-Sedwill-clash-route-lockdown.html

Erinnert frappierend an Farage der sich nachdem Brexit direkt zurückgezogen hat und einfach nur zu einem alten verbittertem Mann geworden ist. Zurzeit verstößt er ja gerne gegen Quarantänemaßnahmen um Migranten in Dover aufzuspüren.