Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Neueste Beiträge

#41
Allgemeine Diskussionen / Re: Long COVID
Last post by zimtspinne - 18. Juni 2024, 09:48:51
ich muss jetzt doch noch ein Zitat herausziehen, da es so trefflich beschreibt, was -nicht nur bei diesem Thema- eins der Wurzelübel ist:

ZitatDie Psyche mit einbeziehen

Das biopsychosoziale Krankheitsmodell ist in seinem Kern eine der grundlegenden Erkenntnisse der Medizin. Jede Krankheit – sei sie noch so mechanistisch kausal zu erklären wie etwa ein Knochenbruch – hat psychosoziale Implikationen, etwa bei der Wahrnehmung der Symptome, der Verarbeitung der Erkrankung oder den eventuell aus der Primärerkrankung resultierenden Belastungsstörungen. Und hier ist es, abseits von COVID-19, klar, dass es an den Rändern des Beschwerdespektrums mal ein eindeutiges Überwiegen der körperlichen und mal der psychischen Faktoren gibt. Das gilt auch für Long COVID: Gerade nach schwersten Verläufen der akuten Erkrankung lassen sich noch nach Wochen und Monaten Organläsionen nachweisen. Diese können dann selbstverständlich auch das autonome, das periphere und das zentrale Nervensystem betreffen, etwa als Neuropathie, als Myopathie oder in Form persistierender kognitiver Defizite etwa nach einem Delir und durch assoziierte vaskuläre Veränderungen unter Beteiligung von Autoimmunphänomenen. Diese Beschwerden sind also körperlich bestimmt, häufig mittels apparativer Diagnostik objektivierbar und markieren den einen Long-COVID-Pol. Klar funktionelle oder dissoziative Störungen markieren den anderen Pol.

Man staunt, mit welcher Vehemenz allein das In-Betracht-Ziehen potenzieller psychischer Einflussfaktoren bei unspezifischen Long-COVID-Symptomen sowohl von vielen Betroffenen als auch von einigen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen empört zurückgewiesen und als diskreditierend gebrandmarkt wird. Man wolle sich nicht in die ,,Psycho-Ecke" stellen lassen beziehungsweise die Betroffenen nicht stigmatisieren. Schon die Evaluation von psychischen Vulnerabilitätsfaktoren gilt als No-Go. Erstaunlich sind auch vermeintliche Universalargumente gegen die Rolle des Psychischen, wenn etwa von Long COVID betroffene Ärztinnen und Ärzte als Beleg für die pure Organizität angeführt werden oder die schiere, vermutlich massiv überschätzte Zahl an Long-COVID-Patienten eine psychische Genese unmöglich machen soll.
#42
Allgemeine Diskussionen / Re: Long COVID
Last post by zimtspinne - 18. Juni 2024, 09:41:38
Auch diesem Thema wird nicht von Kulturkampf und Spaltung ausgeschlossen:

ZitatAssoziation versus Ursache

Vor allem bezüglich der Rolle psychischer Faktoren hat sich ein regelrechter Kulturkampf entwickelt: Eine geradezu archaisch im ,,Entweder-oder" verhaftete Leib-Seele-Diskussion ignoriert so ziemlich alles, was die Medizin über die Entstehung und Folgen von Krankheiten in den letzten Jahrhunderten gelernt hat. Diese Entwicklung bedarf einer kritischen Kommentierung aus neuropsychiatrischer Sicht.

Gerade bei den unspezifischen, nicht objektivierbaren neuropsychiatrischen Symptomen wie dem ,,Brain Fog" oder generalisierten Schmerzen ist es notwendig, den vermeintlich COVID-bedingten Anteil vom Hintergrundrauschen affektiver und psychosomatischer Störungen abzugrenzen, zumal sich die Kollektive hinsichtlich Altersverteilung, Geschlechterdominanz und psychiatrischer Vorerkrankungen stark überschneiden. Allein eine zeitliche Assoziation von Beschwerden mit einer vorhergehenden Infektion belegt noch keinen ursächlichen Zusammenhang.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/230476/Long-COVID-und-die-Psycho-Ecke-Wiedergeburt-eines-reduktionistischen-Krankheitsverstaendnisses


Ich wäre ja zufrieden, wenn die Beforschung dieses Phänomens die Ergebnisoffenheit nicht vermissen ließe.
So kam eine Studie (hatte ich irgendwo früher verlinkt) zum Ergebnis, dass Patienten von Psychotherapie profitieren. Schon ein Indiz für eine psychische Kompomente....

Eine australische Studie soll zum Ergebnis gekommen sein: LC gibt es nicht (habe ich noch nicht angesehen)


#43
Politik und Gesellschaft / Re: Die Genderdebatte
Last post by eLender - 17. Juni 2024, 22:47:44
Amelung vs Voß (dürfte sich ungefähr so verhalten: Dawkins vs Papst)

Der Ankündigungstext alleine ist schon mal eine Positionierung nach postfaktischer Art. Immerhin traut sich die Volkswagenstiftung an das Thema und sucht den Streit ::)  Das wäre bei den Hümmleristen nicht möglich gewesen (man erinnere sich an das Cancel-Mitglied Amelung...)

ZitatLaut Lesben- und Schwulenverband in Deutschland sind unter den queerfeindlichen Straftaten die transfeindlichen Delikte am häufigsten. In der Tat bringt die Gesetzesreform die bisher erlernte und gelebte binäre Gesellschaftsordnung durcheinander. Geübte Rollenbilder werden in Frage gestellt, normative Geschlechterzuschreibungen verlieren an Bedeutung.
https://www.volkswagenstiftung.de/de/veranstaltungen/genderstreit-wann-ist-eine-frau-eine-frau-und-ein-mann-ein-mann
(eine Aufzeichnung wird es wohl ein paar Tage später geben)

Es geht bei der Kontroverse nicht um Geschlechterrollen, es geht um Pimmelgnome in der Muskelbude für Frauen. Ganz andere Baustelle. Ich denke, Voß wird man im Gespräch kaum widerlegen können bzw. brauchen. Das wird eh keiner verstehen und für voll nehmen. Daneben ist auch ein eher konservative Politikerin geladen, die ihn wahrscheinlich direkt auf der Bühne erschlägt :o
#44
Politik und Gesellschaft / Re: Die Genderdebatte
Last post by eLender - 17. Juni 2024, 22:33:20
Zitat von: zimtspinne am 17. Juni 2024, 11:32:35ja, das war ich und  fühlt sich komisch an, so einem AGP-Pimmelgnom weltweit zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen
:2thumbs:
"Pimmelgnom" :grins

Zitat von: zimtspinne am 17. Juni 2024, 11:32:35Ich freue mich sehr darüber, dass die Strippenzieherpartei (Grüne) von den Frauen für ihren Scheiß gerade abgestraft wurden. Frauenanteil brach um die Hälfte ein. Gabs zuvor noch nie.
Darauf wollte ich auch noch kommen, hatte es beinahe vergessen (ist oben schon beim "Gender-Gap" angedeutet). Ich finde gerade die Quelle nicht mehr, aber das Wahlergebnis nach ...öhm... Gender für die Grünen war tatsächlich bemerkenswert. Es schwirren ja Vorstellungen im Raum umher, dass v.a. Frauen progressiver unterwegs sind (auch auf den Demos) und die Grünen besonders gepusht haben. Da man jetzt aber sieht, dass das das Gegenteil von progressiv (nur für eine bestimmte Männerkohorte) ist und Frauenrechte einschränkt, hat man den Bluff erkannt*. Frauen sollen ja empathischer sein, aber nicht dümmer ::)

Spontan nur das (ist aber ganz interessant, die regionalen und historischen Unterschiede):

ZitatWerfen wir noch einmal einen Blick auf Zora und Anton. Sie entscheiden sich für die Partei, in der sie ihre Themen verwirklicht sehen. Anton wählt danach, welche Lösungen Parteien für wirtschaftliche Probleme präsentieren, wie sie sich zur demokratischen Grundordnung positionieren und wie stark sie sich für ein geeintes Europa einsetzen. Für Zora hingegen sind Umweltschutz, LGBTQ-Rechte und Gleichberechtigung ganz oben auf der Agenda.
https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/wahlverhalten-konservativ-liberal-gender-gap-spaltung-junge-generation-102.html
(sehr selektiv zitiert ::) , aber die Zeiten ändern sich)


*natürlich erklärt das nicht alles, aber einen Teil wird es schon beigetragen haben
#45
Allgemeine Diskussionen / Re: Long COVID
Last post by eLender - 17. Juni 2024, 22:02:34
Zitat von: zimtspinne am 17. Juni 2024, 08:59:56Korrelation <-> Kausalität?
Das scheint eins der Grundprobleme zu sein. In der Marburger Studie sind viele mit P/LC ,,Impfgeschädigte", d.h. sie hatten gar keine Corona-Infektion. Dabei ist es doch generell schwierig, Beeinträchtigungen ursächlich auf eine Impfung zurückzuführen (das Problem kennen wir ja aus der Pandemiephase unsres Lebens). Passend dazu ein weiterer Fall, der angeblich auf eine Impfung zurückgeht. Sehr authentisch.

ZitatNach ihrer Impfung gegen das Coronavirus im Dezember 2021 beginnen im Januar 2022 Antonias Magen-Darm-Probleme. Im Januar 2023 erkrankt sie an Covid-19. Die Hausärztin schiebt ihre Beschwerden auf die Psyche. Antonia entwickelt diverse Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die sie zuvor nie hatte. Ihr ist übel, sie muss sich häufig übergeben. Insgesamt verliert das junge Mädchen zwölf Kilo Gewicht.
...
Damit hatte ,,das Gespenst" jedoch ,,einen Namen", wie Antonia sagt: Post Covid beziehungsweise Post-Vac, eine durch die Impfung hervorgerufene Reaktion des Immunsystems. Ihre Hoffnung: eine Reha in der Edelsteinklinik in Bruchweiler im Landkreis Birkenfeld. Eine Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz, die sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert hat. Neben Antonia sind im Juni sieben Patienten und Patientinnen mit Post Covid hier untergebracht. 120 Kinder und Jugendliche behandelte die Klinik im vergangenen Jahr wegen Corona-Spätfolgen.
https://www.focus.de/gesundheit/news/mich-haut-schon-zaehneputzen-aus-den-latschen-nach-corona-impfung-und-infektion-leidet-antonia-17-unter-crashs_id_260054311.html

Da dann wieder das gleiche Muster (ich habe ja oben schon mind. 2 Fälle erwähnt):

Zitat,,Nach der Impfung ist die Immunologie etwa die gleiche wie nach einer Infektion", erklärt der Kinderneurologe Wolfgang Broxtermann, der Antonia betreut. Deutschlandweit hätten viele Patienten und Patientinnen so wie Antonia nach der Impfung, aber auch nach einer Corona-Erkrankung ein chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) entwickelt.

Die schwere neuroimmunologische Erkrankung geht in der Regel mit Kopf-, Hals-, Muskelschmerzen, geschwollenen Lymphknoten sowie Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen einher. Typisch ist hier den Experten zufolge außerdem eine Verschlechterung der Symptome nach einer Belastung. Manchmal kommt nach Stunden, manchmal am darauffolgenden Tag der sogenannte Crash, so wie bei Antonia.

Es ist quasi das Gleiche wie ME/CFS. Auch die gleichen Merkwürdigkeiten bzw. Widersprüche, die ich zumindest sehe. Mit den fehlenden Biomarkern kann hier schon mal nicht stimmen, solche Entzündungen sollte man doch labormedizinisch feststellen können. Dann das mit der Erschöpfung nach Belastung – Tage später!?. Für mich ist das alles kein greifbares, klar abgrenzbares Krankheitsbild. Die junge Dame leidet sicherlich, aber ob das ursächlich auf eine Corona-Infektion / Impfung zurückgeht? Ich bleibe skeptisch.

Zitat,,Aktuell geht es mir gut damit, aber das ist auch das Heimtückische", sagt Antonia. ,,Vielleicht übernehme ich mich gerade und bekomme in zwei Wochen die Rechnung dafür." Denn die ,,Crashs" kommen bei Antonia zeitversetzt.
#46
Smalltalk / Re: Selenski-Memes etc.
Last post by eLender - 17. Juni 2024, 21:21:26
Habe das Video mal aktualisiert :P

Tiefbraun ist eine Fakeschleuder, weil er mit der Realität nicht zurechtkommt. Wer mit seinem Kopf in Putins Hintern steckt, der muss sich halt zusammenphantasieren, was er gerne glauben mag (er sieht ja nur die Eingeweide seines Götzen). Gott, sind das primitive Gestalten. Gut, was anderes ist da auch nicht zu erwarten.
#47
Politik und Gesellschaft / Re: Krise in der Ukraine
Last post by eLender - 17. Juni 2024, 20:40:44
Tiefbraun ist gemutet, er wollte gestern spät noch weitere Trollkommis rauspusten. Braucht kein Mensch, Putins Ende ist unvermeidbar :P
#48
Politik und Gesellschaft / Re: Krise in der Ukraine
Last post by Max P - 17. Juni 2024, 18:01:36
Zitat von: Conina am 17. Juni 2024, 07:42:48"Kleinrussland" als Synonym für die Ukraine? Ach Du ScheiBe.  :rotekarte:

So schnell kann man sich selbst entlarven.
Denke, es trollt sowieso nur.
#49
Allgemeine Diskussionen / Re: Long COVID
Last post by RPGNo1 - 17. Juni 2024, 15:42:19
Zitat von: Juliette am 17. Juni 2024, 08:18:08In Schweden gibt es laut einer befreundeten schwedischen Ärztin Long Covid als Krankheit nicht. Ist unbekannt.

Könnte es ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei Long Covid zum überwiegenden Teil doch eher um ein psychologisches bzw. psychosomatisches Phänomen handelt? Wir hatten das in diesem Thread auch bereits diskutiert bzw. auf die Aussagen entsprechender Fachleute verwiesen.

Ich möchte auch nicht ausschließen, dass es aus verschiedenen Gründen auch Trittbrettfahrer gibt, die eine Erkrankung nur vortäuschen. Denn entsprechende Hinweise hat es in dieser Richtung auch schon gegeben, wenn Daten erhoben und Erzählungen der angeblich Betroffenen abgegeglichen wurden und sich als unstimmig oder sogar falsch erwiesen.


#50
Es gibt nähere Informationen zur Identität des Dokumentor. Ich würde mich freuen, wenn sich der oder die Betreuer(in) des Artikels für ein kleines Brainstorming melden würde.