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Autor Thema: ... dann kommt der böse Attila.  (Gelesen 8194 mal)

Conina

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #90 am: 26. Mai 2020, 11:42:41 »
Man kann die Nutztierhaltung auch als eine ökologische Nische betrachten, die medizinische Betreuung, Schutz vor Naturgewalten, Ernährungssicherheit bietet.

Wenn ein Nutztier verhungert oder an einer Infektion unbehandelt zugrunde geht, ist das Tierquälerei und die ist in Deutschland strafbar, in freier Wildbahn ist das Gang und Gäbe.

Man kann Nutztierhaltung auch als eine Art Symbiose betrachten, von der beide Arten profitieren. Die Rinder hätten es ohne den Menschen nie auf eine Population von ca. 1 Mrd. gebracht. Evolutionär ist das ein doch Erfolg für die Art. So ein Herdenleben unter menschlicher Obhut dürfte um Einiges stressärmer, gesünder und angstfreier verlaufen, als in einer Steppe mit Stürmen, Trockenheiten, Raubtieren, Parasiten, Infektionen, Verletzungen.

Es ist ja nicht so, dass die Tiere nicht auch profitieren. Die Menschen dürften die einzigen Mitbewohner des Planeten sein, die überhaupt Mitgefühl für Angehörige einer anderen Art zeigen und ein Konzept davon haben, den Tod stress- und schmerzarm zu gestalten.

Selbst Mitgefühl mit Angehörigen der eigenen Art ist kein komplett gängiges Konzept, wenn man sich anschut, wie verbreitet Infantizid und Kannibalisumus im Tierreich sind. Selbst die Schimpansen und die geliebten Bonobos machen das.

https://de.wikipedia.org/wiki/Infantizid_(Zoologie)

Ich denke, der Veganismus ist ein interessantes Wohlstandsphänomen, den muss man sich leisten können. In ärmeren Gesellschaften war er noch nie eine Option. Dazu ist Eiweiß zu kostbar.
Je reicher unsere Gesellschaft wird, desto mehr Veganismus, Mitgefühl und ausgefeiltere Ethik werden wir uns leisten können. Ein "leidfreies Utopia" werden wir nur durch sehr viel Leid erreichen, wie bei allen alle Utopias.  ;)

Max Grassfed

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #91 am: 26. Mai 2020, 14:45:33 »
Nur positive Behauptungen müssen belegt werden.
Ach, so funktioniert das? Ich formuliere einfach alle meine Behauptungen über die Zukunft in eine negative Behauptung um und bin fein raus?

1. Wenn man eine Behauptung tatsächlich nicht belegen oder widerlegen kann, dann ist es eben keine wissenschaftliche Aussage und kann damit ignoriert werden. Eine wissenschaftliche Behauptung ist per definitionem falsifizierbar, das Gegenteil zu behaupten ist wissenschaftstheoretisch Unfug.

2. Negative Behauptungen können sehr wohl belegt werden. Beispiel:
Wenn ich sage, "auf diesem Schreibtisch liegt kein Stift" und dann die Bedingungen dafür nenne, was ein Stift ist, was ein Schreibtisch ist, was es beutetet da zu liegen und die Annahme mache, dass unsere Wahrnehmung nicht flawed ist, dann kann ich auf den Tisch zeigen und habe damit belegt, dass dort kein Stift ist. Möchte dann jemand das Gegenteil behaupten hat er natürlich die Beweislast.

3. Zudem lässt sich deine negative Behauptung auch in eine Reihe von positiven Behauptungen (bzw. Annahmen) zerlegen (was ich mehrfach erfragt habe, als ich nach einer Begründung für diese Nagativbehauptung fragte). Diese Annahmen müssen dann wiederum belegt werden. Nur bist du entweder nicht fähig oder nicht willens das zu tun. Und damit schummelst du dich aus der Affäre.

Der Negativbeweis ist für faktische Behauptungen logisch kaum je zu führen. Niemand kann alle denkbaren Fälle prüfen.
Es ging nicht um Beweise. Positivbeweise sind außerhalb der Mathematik auch nicht möglich. Und nu?

darauf einen
Das darfst du schön selbst schlürfen.



Ein "leidfreies Utopia" werden wir nur durch sehr viel Leid erreichen, wie bei allen alle Utopias.  ;)
In diesem Satz stimme ich dir zu.
Ich möchte nun nicht mehr allzu ausführlich auf den Rest deines Kommentars eingehen, weil ich von den anderen Diskutierenden inzwischen genug habe und nun vorerst nicht mehr weiter diesen Chat lesen werde.
Aber das ist ein Kommentar mit deutlich mehr Substanz als die vorhergehenden.

Eine Anmerkung dennoch:
Beim Rind sprichst du den evolutionären Erfolg an und setzt damit eine kollektive Ethik an, beim Menschen würdest du aber sicher eine Individualethik ansetzen. Die Diskrepanz müsstest du erklären. Ich vermute, dass diese Grenze sich für dich nicht an der Artengrenze befindet. Dafür verweise ich auf das Beispiel von gestern(?) mit dem Hund, den man mit dem Züchten, Schlachten und Verfüttern mehrerer Katzen einige Monate Lebenszeit erkauft.
If you'd only allow the animals their say.

Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #92 am: 26. Mai 2020, 15:14:13 »
Bei der Ernährungsphysiologie hast du mir vorgeworfen, ich würde Quellen selektiv auswählen, ohne dass du dafür Belege geliefert hast, während ich als Antwort darauf nicht nur die größte Ernährungsorganisation der Welt(A.N.D.) und die deutsche Ernährungsorganisation /DGE) zitiert habe, sondern auch noch einige weitere angeführt habe (Canada, Australia, Protugal, Italien, Groß-Britannien), womit klar sein sollte, dass ich nicht derjenige gewesen bin, der Quellen selektiv ausgewählt hat.
Eingeständnis deiner Fehleinschätzung? Fehlanzeige.

Du nimmst selbst Deine eigenen Quellen selektiv wahr. Mein erster Treffer dazu ist eine Vegan-Seite,
Zitat
Sehr interessante Talkrunde mit sehr interessanten Experten wie Dr. Kim Williams (ehemaliger Präsident der amerikanischen Hochschule für Kardiologie), Dr. Caldwell Esselstyn (ehemaliger Arzt von US-Präsident Bill Clinton) und Prof. Dr. T. Colin Campbell (Autor China Study).

Das ist genau der Unterschied zu Europa. In den USA treten Ernährungswissenschaftler und Ärzte direkt und ohne Scheu für eine vegane Ernährung ein. Sie werden öffentlich präsentiert und können ihre Sicht einem breiten Publikum erklären. Die Amerikanische Gesellschaft für Ernährung AND, die grösste Ernährungsorganisation der Welt mit über 100.000 Ernährungsexperten als Mitglieder, empfiehlt die vegane Ernährung für alle Altersgruppen. In Europa dagegen findet man kaum Ernährungswissenschaftler und Ärzte, die die vegane Ernährung öffentlich nachdrücklich empfehlen. Und die wenigen, die eine vegane Ernährung empfehlen, werden von den Medien totgeschwiegen.
(Meine Hervorhebung). Deep state. Wahrscheinlich steckt Bill Gates dahinter, wenn nicht gar George Soros.

Die China-Study von T. Colin Campbell sieht sich heftiger methodischer Kritik ausgesetzt, bis hin zur Unbrauchbarkeit (das hatten wir mal hier irgendwo in den Tiefen unseres Forums).  Leibarzt des US-Präsidenten, eine hinreichende Qualifikation (denken wir nur mal an die derzeitigen Leibärzte des US-Präsidenten). 100.000 Experten? Wie haben sie die aufgetrieben? Wahrscheinlich eine Menge Leute wie Attila Hildmann, Kleinvieh macht auch Mist (entschuldige, Gras gibt auch Samen):
Zitat von: WP
Die A.N.D. (ehemals ADA) hat fast 67.000 Mitglieder, davon ungefähr 75 Prozent registrierte Diätassistenten/Diaetologen/Ernährungsberater, 4 Prozent registrierte diätetisch-technische Assistenten (dietary technicians) für Diätetik und Ernährungsberatung. Der übrige Anteil von Mitgliedern beinhaltet Forscher, Pädagogen, Studenten, Berater und Gastronomiemanager.
(wieder meine Hervorhebung).

Auf der englischen WP-Seite findet man auch:
Zitat
The Academy has stated that a "well-planned vegan diet" (no meat, dairy or animal products) is appropriate and healthy for babies.[28]
Das hat was. Babys sollte man kein Fleisch zu essen geben. Aber was sagen die zu Muttermilch, ist die auch vegan?
(nur zur Vorsicht: ich will es nicht wirklich wissen).

Es ist schon a priori nicht plausibel, dass vegane Ernährung aus gesundheitlichen Gründen zu empfehlen sein soll. Allesfresser zu sein ist ein Selektionsvorteil, unser Stoffwechsel ist daraufhin optimiert. Dafür hat sich die Evolution ein paar Milliarden Jahre Zeit genommen.

Nur positive Behauptungen müssen belegt werden.
Ach, so funktioniert das? Ich formuliere einfach alle meine Behauptungen über die Zukunft in eine negative Behauptung um und bin fein raus?
Was ist dazu zu sagen? Er rafft es einfach nicht. Hermione got it:



2. Negative Behauptungen können sehr wohl belegt werden. Beispiel:
Wenn ich sage, "auf diesem Schreibtisch liegt kein Stift" und dann die Bedingungen dafür nenne, was ein Stift ist, was ein Schreibtisch ist, was es beutetet da zu liegen
Es geht aber nicht um Stifte und Schreibtische, sondern um ein Analogon zu Russells Teekanne.

darauf einen
Das darfst du schön selbst schlürfen.
Gerne. Wenn ich mal rausgefunden habe, wovon Du Ahnung hast. Tierversuche sind es definitiv nicht.

Dafür verweise ich auf das Beispiel von gestern(?) mit dem Hund, den man mit dem Züchten, Schlachten und Verfüttern mehrerer Katzen einige Monate Lebenszeit erkauft.
Ah, vorgestern las sich das noch etwas anders:
Selbst wenn ein Mensch dadurch einige Jahre verlieren würde, würde das für mich nicht rechtfertigen über die Spanne seines Lebens hunderte Tiere auszubeuten oder abzuschlachten.
Danke für diese Klarheit. Da hast Du die Ideologie des Veganismus schön auf den Punkt gebracht. Sie ist menschenfeindlich.
Ich entnehme dem, dass Du von diesem Vergleich abgerückt bist. Auch das ist ein quasi-religiöser Vorgang: die heimliche Revision vorheriger Positionen. Die Katholiken haben darin ein jahrtausendelanges Training.

Max Grassfed

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #93 am: 26. Mai 2020, 15:44:45 »
Du nimmst selbst Deine eigenen Quellen selektiv wahr. Es ist schon a priori nicht plausibel, dass vegane Ernährung aus gesundheitlichen Gründen zu empfehlen sein soll.
Das habe ich nie behauptet. Mir ging es rein um die ernährungsphysiologische Machbarkeit.
Daher, nein, ich nehme meine eigenen Quellen nicht selektiv wahr. Und dein Rant ist wieder ein roter Hering.

Es geht aber nicht um Stifte und Schreibtische, sondern um ein Analogon zu Russells Teekanne.
Deine Behauptung hat nichts mit einer Analogie zu Russells Teekanne zu tun. Sollte dir beim Lesen des von dir verlinkten Artikels direkt auffallen.
Noch einmal, ich habe nicht behauptet, dass eine Welt ohne Tierhaltung funktioniert. Ich sagte, ich weiß es nicht, es gibt Forschungsbedarf. Du hingegen hast eine Behauptung aufgestellt und die ist entweder belegbar oder unsinnig und Zeitverschwendung.
Also, entweder gestehst du ein, dass sie Bullshit ist, oder du brichst sie mir in positive Annahmen herunter, sodass sie falsifizierbar wird.

Gerne. Wenn ich mal rausgefunden habe, wovon Du Ahnung hast. Tierversuche sind es definitiv nicht.
Ich habe mich kein einziges Mal dazu geäußert, ob wir auf Tierversuche verzichten können etc. Wieder, keine Behauptung meinerseits. Nur eine Behauptung deinerseits.
Ich sagte lediglich, dass es unser Ideal sein muss, deren Beendigung anzustreben, soweit es möglich ist. Aber wie bereits etliche Male erwähnt, du bist nicht fähig, dir derlei Konzepte vorzustellen. In der Gesetzgebung und Rechtsprechung wird sich auf Vergleichbares seit Jahrhunderten verlassen. Aber naja, es gibt immer Leute, die mit Verlaub intellektuell ein paar Jahrhunderte hinterherhinken.

Dafür verweise ich auf das Beispiel von gestern(?) mit dem Hund, den man mit dem Züchten, Schlachten und Verfüttern mehrerer Katzen einige Monate Lebenszeit erkauft.
Ah, vorgestern las sich das noch etwas anders:
Selbst wenn ein Mensch dadurch einige Jahre verlieren würde, würde das für mich nicht rechtfertigen über die Spanne seines Lebens hunderte Tiere auszubeuten oder abzuschlachten.
Danke für diese Klarheit. Da hast Du die Ideologie des Veganismus schön auf den Punkt gebracht. Sie ist menschenfeindlich.
Ich entnehme dem, dass Du von diesem Vergleich abgerückt bist. Auch das ist ein quasi-religiöser Vorgang: die heimliche Revision vorheriger Positionen. Die Katholiken haben darin ein jahrtausendelanges Training.
Ich habe das Beispiel einfach erneut wiedergegeben und bleibe noch immer bei meinem exakt gleichen Standpunkt. Es hat sich nichts geändert. Ich würde keine x Katzen für eine marginale Lebenszeitverlängerung eines Hundes opfern. Ebenso würde ich keine x Rinder für eine marginale Lebenszeitverlängerung eines Menschen opfern. In der Wiedergabe von eben habe ich keine normative Einschätzung gemacht, sondern nur beschrieben, was in dem hypothetischen Beispiel getan worden ist. (Ich räume ein, dass es missverstanden werden kann, wenn man nur den einzelnen Satz liest. Nicht aber im Kontext. Da sollte es eindeutig sein.)
Edit: Und weder ist das eine hundefeindlich, noch das andere menschenfeindlich. (Darum ging es in den Beispielen.)
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Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #94 am: 26. Mai 2020, 16:19:15 »
 Deine Redundanzen machen mich :gaehn:

Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #95 am: 26. Mai 2020, 16:40:57 »
Ich räume ein, dass es missverstanden werden kann, wenn man nur den einzelnen Satz liest. Nicht aber im Kontext.

Das ist mit oder ohne Kontext eindeutig. Im Übrigen,
Zitat
Sätze von Systemen hängen aneinander wie Mitglieder von Verbrecherbanden. Einzeln überwältigt man sie leichter. Man muß sie also voneinander trennen. Man muß sie einzeln der Wirklichkeit gegenüberstellen, damit sie erkannt werden. Alle zusammen hat man vielleicht nur bei einem Verbrechen gesehen, jeden einzelnen aber schon bei verschiedenen. Ein anderes Beispiel: Der Satz »Der Regen fällt von unten nach oben« paßt zu vielen Sätzen (etwa zu dem Satz »Die Frucht kommt vor der Blüte«), aber nicht zum Regen.

Brecht

Typee

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #96 am: 26. Mai 2020, 17:29:53 »

2. Negative Behauptungen können sehr wohl belegt werden. Beispiel:
Wenn ich sage, "auf diesem Schreibtisch liegt kein Stift" und dann die Bedingungen dafür nenne, was ein Stift ist, was ein Schreibtisch ist, was es beutetet da zu liegen und die Annahme mache, dass unsere Wahrnehmung nicht flawed ist, dann kann ich auf den Tisch zeigen und habe damit belegt, dass dort kein Stift ist. Möchte dann jemand das Gegenteil behaupten hat er natürlich die Beweislast.

Weder Tisch noch Stift  - und nicht einmal die Eigenschaft des Liegens - sind ontologische Entitäten. Du schreibst ja selbst:

Zitat
Wenn ich ... die Bedingungen dafür nenne, was ein Stift ist, was ein Schreibtisch ist

Streng genommen könntest Du nicht einmal präzise die Kriterien der  Entitäten abgrenzen, aber das führt zu weit weg von der Leberwurst, um die es hier geht.

Du kommst jedenfalls ohne synthetische Urteile a posteriori nicht aus, denn weder Tisch noch gar Schreibtisch haben irgend einen unverrückbaren Inhalt jenseits sprachlicher  und kultureller Konventionen. Sorry, wenn ich hier insistiere, aber wenn schon Philosophie, dann aber auch richtig,  mit Kant und Hochkant.

Und übrigens, was das Thema Tierversuche angeht: "soweit es möglich ist" hast Du nie geschrieben. Gerade das wäre aber hochinteressant gewesen: soll es "sofern" oder "sobald" bedeuten? Das wäre ein beträchtlicher Unterschied, und es würfe (Konjunktiv II sieht immer gut aus, nicht?) ganz unterschiedliche Folgefragen auf.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

Max Grassfed

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #97 am: 26. Mai 2020, 19:27:13 »
Ich räume ein, dass es missverstanden werden kann, wenn man nur den einzelnen Satz liest. Nicht aber im Kontext.
Das ist mit oder ohne Kontext eindeutig.
Merkst du, dass du schon wieder den nächsten roten Hering auslegst? Es gibt kaum einen Post von dir, wo du nicht vom Thema ablenkst und dich stattdessen nur auf semantische Spitzfindigkeiten verlässt und Nebenschauplätze aufmachst. Auch dein neuerlicher Post ist reine Ablenkung. (Ich bleibe im Übrigen dabei, dass der Satz aus dem Kontext heraus unmissverständlich ist. Dein Brecht-Zitat hilft dir hier auch nicht weiter. Und selbst wenn es nicht verständlich gewesen sein sollte, weißt du jetzt, wie ich es gemeint habe und du kannst stattdessen entweder deine unwissenschaftliche Behauptung bzgl. der postulierten Unmöglichkeit, als das bezeichnen, was sie ist, oder sie in Annahmen herunterbrechen, sodass sie falsifizierbar wird.)




Weder Tisch noch Stift  - und nicht einmal die Eigenschaft des Liegens - sind ontologische Entitäten. Du schreibst ja selbst:
Zitat
Wenn ich ... die Bedingungen dafür nenne, was ein Stift ist, was ein Schreibtisch ist
Streng genommen könntest Du nicht einmal präzise die Kriterien der  Entitäten abgrenzen, aber das führt zu weit weg von der Leberwurst, um die es hier geht.
Wie du sagtest, ich schrieb ja selbst, ...

Also, noch immer warte ich darauf, dass die Behauptung von Peiresc in Annahmen heruntergebrochen wird, sodass diese falsifizierbar wird. Ebenso, wie ich es gerade mit dem Beispiel des Stiftes getan habe.
Dort kann man nun die Prämissen ablehnen oder annehmen und auch die logische Schlussfolgerung prüfen. Wenn jemand bestreiten möchte, dass ein Stift existiert oder was ein Stift ist, gut, soll er machen, dann ist eine Diskussion darüber eben wertlos, aber ich gehe nicht davon aus, dass Peirsec sich auf das Niveau herunterlassen wird die Existenz von physischen Objekten zu verneinen, um sich aus der Sache herauszuwinden.


Sorry, wenn ich hier insistiere, aber wenn schon Philosophie, dann aber auch richtig,  mit Kant und Hochkant.
Dass man auf der Metaebene hier ausschweifende Diskussionen führen kann, ändert nichts am Problem, dass die postulierte Unmöglichkeit in der Form nicht falsifizierbar und damit wertlos ist. Ich sagte zuvor bereits, dass ich es nicht für sinnvoll halte in die Meta-Ebene abzudriften. Das wird hier allenfalls als Möglichkeit versucht sich aus der Affäre zu ziehen, nicht als redliches Argument.


Und übrigens, was das Thema Tierversuche angeht: "soweit es möglich ist" hast Du nie geschrieben.
Schwachsinn. Ich habe mehrfach betont, dass es eine Abwägung sein muss. Das impliziert "soweit es möglich ist".

1. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass ich generell abwägungsoffene Ansätze wähle und verwies mehrfach auf vergelichbares im aktuell geltenden Recht,
zudem habe ich auch in der Tierversuchsfrage keine absoluten Forderungen gemacht:
2. ich erwähnte, dass es momentan nicht durchsetzbar sein mag:
Tierversuche durch alternative Forschungsmethoden zu ersetzen, mag momentan noch nicht durchsetzbar sein, aber das bedeutet nicht, dass es nicht dennoch "das letztendliche Ziel" sein kann.
3.  ich habe erwähnt, dass Forschung hermuss, bevor der vollständige Ersatz möglich sein wird:
Noch einmal: Man kann Tierversuchen kritisch gegenüber stehen und mittelfristig einen Ersatz anstreben, ohne naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu verwerfen oder dergleichen.
Die Ethik kann deren Ersatz durch Alternativen fordern. Die Naturwissenschaft muss infolgedessen nach Möglichkeit dann so einen Ersatz entwickeln.
4. ich habe gesagt, dass ich es als Ideal (als Leitlinie) implementiert sehen möchte, nicht als abwägungsfreies Verbot:
Womit wir auch wieder bei deinen absurden Äußerungen zu Tierversuchen wären, bei denen du nicht zugestehen möchtest, dass so ein Ideal gesetzt werden kann, ohne von einem Tag auf den anderen "Nierenfunktionen in Petrischalen" durchführen zu müssen.

Gerade das wäre aber hochinteressant gewesen: soll es "sofern" oder "sobald" bedeuten? Das wäre ein beträchtlicher Unterschied, und es würfe (Konjunktiv II sieht immer gut aus, nicht?) ganz unterschiedliche Folgefragen auf.
Es soll so bald und so stark wie es möglich und ethisch zu rechtfertigen ist, reduziert werden. Wie ich sagte, die ethische Forderung zur Findung von Alternativen und zu Beschränkungen generell besteht längst (etliche Ethikräte sehen das so). Es sind vor allem finanzielle Interessen bzw. Desinteresse an den Tieren aufseiten der Geldgeber, die die Forschung an Alternativen momentan bremsen oder kaum fördern. Andernfalls könnten Tierversuche möglicherweise schon substanziell reduziert worden sein.
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Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #98 am: 26. Mai 2020, 19:53:56 »
Ich räume ein, dass es missverstanden werden kann, wenn man nur den einzelnen Satz liest. Nicht aber im Kontext.
Das ist mit oder ohne Kontext eindeutig.
Merkst du, dass du schon wieder den nächsten roten Hering auslegst? Es gibt kaum einen Post von dir, wo du nicht vom Thema ablenkst
Interessant. Es lenkt also vom Thema ab, wenn ich sage, dass Dein Satz eindeutig ist? Wenn ich gesagt hätte, er ist nicht eindeutig, das wäre dann keine Ablenkung?

Max Grassfed

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #99 am: 26. Mai 2020, 20:04:40 »
Statt uns auf den roten Hering zu konzentrieren, könntest du endlich zugeben, dass deine Behauptung wertlos ist.
Schaffst du sowas, oder ist deine Fähigkeit deine Aufmerksamkeit bei dem Thema der Diskussion zu behalten derart eingeschränkt?






Ich gehe davon aus, dass sich dein "das ist mit oder ohne Kontext eindeutig" auf den von dir zitierten Satz bezieht und als polemischer Seitenhieb gemeint gewesen ist. (Eine wie ich finde durchaus gerechtfertigte Annahme in Angesicht deines gesamten Duktus während dieser Diskussion.)
Wenn du meinst, dass meine ursprüngliche Aussage "mit und ohne Kontext eindeutig" ist, und du sie dann dennoch so verstehst, dass ich meine Meinung geändert hätte, dann widersprichst du dir selbst, da ich dir bereits erklärt habe, dass damit keineswegs eine Änderung meiner Meinung einherging. Es demnach mehrdeutig gewesen ist. (Und schon wieder habe ich zwei Absätze an deinen roten Hering verschwendet.)

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Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #100 am: 26. Mai 2020, 20:11:00 »
Statt uns auf den roten Hering zu konzentrieren
könnten wir langsam dazu übergehen, uns über Rezepte zu unterhalten. Was hältst Du von Pflaumenkuchen? Den könnte ich Dir statt dessen auch noch backen.

Schwuppdiwupp

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #101 am: 26. Mai 2020, 20:34:42 »
Ich denke, der Veganismus ist ein interessantes Wohlstandsphänomen, den muss man sich leisten können. In ärmeren Gesellschaften war er noch nie eine Option. Dazu ist Eiweiß zu kostbar.

Dieser Artikel passt in etwa dazu: https://diekolumnisten.de/2020/05/10/die-wohlstandsverwahrlosten/
Ach, was weiß denn ich ...

Schwuppdiwupp

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #102 am: 26. Mai 2020, 20:36:07 »
Deine Redundanzen machen mich :gaehn:

Nachvollziehbar. :kaffee

Und ansteckend dazu ... :gaehn:
Ach, was weiß denn ich ...

Sauropode

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #103 am: 26. Mai 2020, 21:08:52 »
Statt uns auf den roten Hering zu konzentrieren
könnten wir langsam dazu übergehen, uns über Rezepte zu unterhalten. Was hältst Du von Pflaumenkuchen? Den könnte ich Dir statt dessen auch noch backen.

Endlich! Karpfen? Aber der ist ja nicht vegan.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Peiresc

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Re: ... dann kommt der böse Attila.
« Antwort #104 am: 26. Mai 2020, 21:15:10 »
Statt uns auf den roten Hering zu konzentrieren
könnten wir langsam dazu übergehen, uns über Rezepte zu unterhalten. Was hältst Du von Pflaumenkuchen? Den könnte ich Dir statt dessen auch noch backen.

Endlich! Karpfen? Aber der ist ja nicht vegan.

Das war auch mein Gedanke. Hier das erste Stück von dem veganen Kuchen, noch ofenfrisch. Ich sage:
Die Philosophie sagt: es gibt keine Letztbegründung der Ethik. Da können die Öko-Fuzzis sich eine Welt voller Weizenfelder (seffaständlich ohne Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel*) herbeiträumen, die Tierrechtler vor Zoos demonstrieren und die Veganer NEM's lutschen und dann Worte aneinanderreihen, soviel sie wollen.
Und Max erwidert, in dem Post direkt darunter:
@Peirsec
Wenn eine Frage der Ethik besprochen wird, dann ist es nur sinnig eine Quelle anzuführen, die sich vornehmlich mit Ethik beschäftigt. Sind wir uns da einig?
Oh 'tschuldigung, auf einen Stein gebissen?, oder vielleicht auf dem Hering ausgerutscht? Die Frage kann unmöglich ernstgemeint sein.

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* ich hatte vergessen zu erwähnen, auch ohne Gentechnik und ohne Monokulturen. Aber das versteht sich ja auch von selbst.