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Autor Thema: Das große Sterben  (Gelesen 8323 mal)

celsus

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The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Scipio

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Re: Das große Sterben
« Antwort #1 am: 02. August 2017, 20:04:00 »
Gegenrede:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/insektensterben-krefelder-entomologen-verteidigen-ihre-zahlen-aid-1.6969850

Davon habe ich schon vor ungefähr einen Jahr gehört. Da scheint eindeutig mehr dran zu sein! Es sollte dringend geklärt werden, was da genau vor sich geht.

Sauropode

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Re: Das große Sterben
« Antwort #2 am: 02. August 2017, 20:15:51 »
Sicher ist da was daran. Die Ursachen sind komplex, ich höre aber schon die üblichen Verdächtigen "Neonicotinoide" und "Glühfosat" schreien. Dabei wäre es angebracht, ans eigene Näschen zu fassen und zu hinterfragen, was die derzeitige Energiepolitik mit dem Biogaswahnsinn dazu beiträgt. Maismonokulturen für die noch der Ackerrandstreifen umgepflügt wird und fehlende Brachen sind wohl eine der Ursachen.

Das Wort "Insektensterben" aber ist grünpopulistisch und Panikmache.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Gimpel

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Re: Das große Sterben
« Antwort #3 am: 02. August 2017, 21:55:10 »
Hinweise auf mögliche lokale Faktoren gibt es auch:

Zitat
Diese Untersuchung ist aber auch nicht auf ganz Deutschland oder gar die EU verallgemeinerbar, denn das untersuchte Naturschutzgebiet, der Orbroicher Bruch, ist mit nur 100 Hektar, also einem Quadratkilometer, ein relativ kleines Gebiet. In seiner Umgebung findet eine landwirtschaftliche Nutzung statt, die erst in jüngerer Zeit intensiviert wurde. Dass unter solchen Bedingungen vor allem aufgrund der vermehrten Nutzung von Pestiziden der Insektenbestand zurückgeht, ist leider verständlich. Aber eine Zunahme landwirtschaftlich genutzter Fläche ist kein allgemeiner Trend in Deutschland. Ganz im Gegenteil hat man seit Ende der 1980er Jahre Flächenstilllegungen betrieben und finanziell gefördert. Solche Maßnahmen wirkten sich nachweisbar positiv auf die ökologische Vielfalt aus.

https://www.novo-argumente.com/artikel/panikmache_um_sterbende_voegel
(Maisanbau für Biogasanlagen und dessen Auswirkungen wird im Artikel auch kurz behandelt)

Scipio

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Re: Das große Sterben
« Antwort #4 am: 02. August 2017, 22:24:53 »
Sicher ist da was daran. Die Ursachen sind komplex, ich höre aber schon die üblichen Verdächtigen "Neonicotinoide" und "Glühfosat" schreien. Dabei wäre es angebracht, ans eigene Näschen zu fassen und zu hinterfragen, was die derzeitige Energiepolitik mit dem Biogaswahnsinn dazu beiträgt. Maismonokulturen für die noch der Ackerrandstreifen umgepflügt wird und fehlende Brachen sind wohl eine der Ursachen.

Das Wort "Insektensterben" aber ist grünpopulistisch und Panikmache.
Ich wollte mit Sicherheit keiner Panikmache Vorschub leisten. Ich bin der Meinung dass man mit Ruhe und Beständigkeit solchen Problemen wesentlich besser begegnen kann als mit Panik und Aufregung.


Sauropode

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Re: Das große Sterben
« Antwort #5 am: 02. August 2017, 22:34:00 »
Scipio, ich meinte doch nicht Dich.  :grins2:
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mossmann

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Re: Das große Sterben
« Antwort #6 am: 03. August 2017, 14:07:48 »
Das Wort "Insektensterben" aber ist grünpopulistisch und Panikmache.

Naja, also wenn doch etwas dran ist und von bestimmten Insekten 80 Prozent der Bestände verschwunden sind - dann kann man durchaus von Insektensterben sprechen.

Oder ab welcher Prozentzahl ist dieser Begriff legitim?

Populistisch finde ich übrigens eher den Wikipedia-Eintrag zu Insektensterben.
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Sauropode

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Re: Das große Sterben
« Antwort #7 am: 03. August 2017, 15:13:52 »
Noch einmal: https://www.novo-argumente.com/artikel/panikmache_um_sterbende_voegel

Hier auch rtwas zu den 80%. Man belese sich.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Schwuppdiwupp

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Re: Das große Sterben
« Antwort #8 am: 03. August 2017, 21:54:14 »
Man belese sich ist ja gut und schön. Aber im Grunde müsste man auch seine Quellen und deren Interpretationen überprüfen. Und dann hört es irgendwann auch für den engagiertesten Wahrheitsfinder auf.
Ach, was weiß denn ich ...

biomango

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Re: Das große Sterben
« Antwort #9 am: 04. August 2017, 16:29:57 »
eigentlich gehört das Thema Insektensterben in einen anderen passenderen thread, aber seis drum.
Ich wohne schon immer und lange  am Bodensee und bin viel draussen im Radradius von rund 50 km unterwegs.
Nach meinen Beobachtungen haben die Insekten (ausser Ameisen vll) in den letzten 40 Jahren massiv abgenommen.
Früher konnte man im Sommer bei Kunstlicht  kein Fenster  offen lassen, weil gleich dutzende Falter um die Lampe kreisten. Gleiches konnte man an Strassenlampen, besonders am See, beobachten. Wespen waren beim Essen auf dem Balkon ein ständiges Problem, dieses Jahr freue ich mich geradezu über eine einzelne alle paar Tage. Auch die Mauersegler und Amseln  sind selten geworden um nur einige Beispiele zu nennen.
Über die Ursache rätsle ich auch : Es gibt hier noch sehr grosse Schilfriede, Weideflächen, extensiv bzw unbewirtschaftete  Flächen wie Wälder, Weiden und Streuobst, die eigentlich genügend Lebensraum bieten, dazu immer mehr Blühstreifen entlang von Äckern. Die gab es schon immer aber heute werden sie nicht selten sogar mit Blütenpflanzen eingesät. Dass die Äcker heute bis zur Strasse/Weg reichen würden stimmt nach meiner beobachtung nicht. Viele Kommunen am See unterhalten auch Blütenwiesen , blühende Verkehrsinseln und Strassenränder und mähen nur noch nur 2x im Jahr.

Vielleicht sind wir auch bei einer Trendwende : Dieses Jahr, besonders im Frühjahr gab es mehr Amseln und  Schmetterlinge, auch seltenere wie Zitronen- oder Aurora- Falter

Conina

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Re: Das große Sterben
« Antwort #10 am: 04. August 2017, 16:41:24 »
Bessere Hygiene dürfte einigen Insektenarkten auch die Nahrungsgrundlage entziehen.

Es leben ja nicht alle Krabbeltiere von Nektar.

Mülldeponien, Misthaufen, Nutztiere in Ställen

Sauropode

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Re: Das große Sterben
« Antwort #11 am: 04. August 2017, 17:29:07 »
Und  sog. Unkräuter, denn das sind bei vielen Schmetterlingen die Futterpflanzen ihrer Larven. Dieses Jahr habe ich kaum noch Weißlinge gesehen, geschweige denn andere Tagfalter. 
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Bloedmann

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Re: Das große Sterben
« Antwort #12 am: 05. August 2017, 13:40:14 »
Von denen hier würde aber niemand 80% vermissen!
https://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/07/muecken-plage-berlin-brandenburg.html

Wobei ich ebenfalls sagen würde daß die Nächte ruhiger geworden sind. Kann aber auch sein, daß die eine Nachtigall die die ganzen Sommernächte immer direkt und ausschließlich vor unserem Fenster durchgeträllert hat endlich vom Habicht erwischt wurde. Aber ich bin auch bei dem Thema wahrlich kein Experte.

Alex Jones: Last Week Tonight with John Oliver
https://www.youtube.com/watch?v=WyGq6cjcc3Q

Sehr empfehlenswert und auch sehr amüsant. John Oliver macht seinem Motto "Making fun of serious news" mal wieder alle Ehre. Schöne Vorstellung der Produkte die Jones so vertickt  ;D
Absolut! :2thumbs:
Sollte meiner Meinung nach auch unbedingt in die Linkliste:
https://www.psiram.com/de/index.php/Alexander_Emerick_Jones
Besser entlarven geht nicht.
Es gibt so viele Dinge im Leben, die wichtiger sind als Geld… aber sie kosten so viel! Groucho Marx

eLender

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Re: Das große Sterben
« Antwort #13 am: 05. August 2017, 14:53:03 »
Habel mal einen eigenen Faden draus gemacht.

Noch ein wichtiger Kommentar dazu:

Zitat
„Schleichende Katastrophe: Bis zu 80 Prozent weniger Insekten in Deutschland“ – so oder ähnlich titelten am vergangenen Wochenende dutzende Printmedien und über einhundert Onlineportale. Dabei hätte eine kurze Recherche gezeigt: Die beeindruckende Zahl ist nicht belegt.
http://meedia.de/2017/07/18/angeblicher-insektenschwund-wie-die-medien-in-die-gruen-rote-wahlkampffalle-tappten/
Wollte ich nur mal gesagt haben!

lanzelot

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Re: Das große Sterben
« Antwort #14 am: 05. August 2017, 15:17:21 »
Diese Schlagzeilen sind, so verwunderlich nicht. Woher werden die lanciert, wer hat Interesse

Evtl. die Grünen? Die haben dezente Panik, dass sie durchgereicht werden. Und es wuppt dann immer nach der gleichen stereotypen Methodik, seit Jahrzehnten bewährt.
Knallige Schlagzeilen, Drama, Katastrophismus und Alarmismus in Reinkultur. Und am Ende stellt sich immer heraus, alles nur heiße Luft
Und das grün-assoziierte Wissenschaftler keine Probleme habe Daten zu verfälschen, würde mich nicht überraschen. Ist doch für das GUTE, dann sind falsche Daten richtig
Immer nur eine Frage der Perspektive.
 
Es äußern sich dann auch immer die üblichen Verdächtigen.
Und als nächstes werden die obligaten Protagonisten durch Talkshows geschleust, zum empören, betroffen kucken und faktenbefreiten Schwafeln.
Hat oft genug funktioniert. Und ich bin mir nicht sicher, ob da in eine Falle getappt wird oder ob das bewusst gemacht wird.