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Autor Thema: Christian Rätsch  (Gelesen 3479 mal)

Peiresc

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #15 am: 10. September 2019, 09:29:50 »
Guten Morgen! Ich fange mal ganz unten an:
Da LSD auf dieser Liste ganz unten steht, macht Rätsch vielleicht sogar etwas gutes, wenn er LSD statt Alkohol empfiehlt
Was, das hat er gesagt? Dröhnt euch lieber zu, Leute, statt dass ihr euch besauft? Zitier' doch mal, interessiert mich. Ich denke mir, er wird wohl eher gesagt haben: wenn ihr euch die Platte schon mit Alkohol zuknallt, dann könnt ihr euch auch noch zusätzlich mit LSD zudröhnen, das macht gar nix.

Ich habe mal in dem Büchlein "50 Jahre LSD-Erfahrung" geblättert, das er herausgegeben hat.
Zitat
Der erste Vorwurf lautet, dass er ein Drogenguru sei.
Ist er nicht.
Falsch. Ist er.

Ob jetzt eine Professorin Rätsch kritisiert oder nicht, hat meiner Meinung nach keine grosse Aussagekraft, da es ebenso viele Professoren gibt, die Rätsch schätzen
Gesetzt den Fall, das mit den "vielen Professoren" würde stimmen: Die Aussagekraft einer Kritik kann nicht durch aufgedrehte Lautstärke neutralisiert werden.

manu19989

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #16 am: 10. September 2019, 15:20:25 »
ich habe leider im moment keine zeit, um ein exaktes zitat zu suchen, aber in diversen interviews spricht er von den vorzügen von lsd oder pilzen über alkohol. und zwar nicht in dem sinne wenn ihr schon alkohol trinkt könnt ihr euch nicht zudröhnen, sondern statt alkohol lsd. übrigens kann man sich mit lsd nicht zudröhnen, da das gehirn unter lsd rausch viel aktiver ist als normal. es wirkt ganz anders als alkohol - alkohol und auch heroin führt zu einem stopp des denkens, lsd führt zu mehr denken und verändertem denken

du sagst einfach, er sei ein drogenguru ohni sich mit ihm zu befassen. ein guru hat normalerweise mit hinduismus zw. buddishmus zu tun (hat er nicht) und will eine grosse menge von anhängern um sich sammeln (will er nicht, er schreibt einfach bücher).

und das die aussagekraft einer kritik durch aufgedrehte lautstärke neutralisiert werden kann stimmt nicht. ich habe keine zeit, um das zu erklären.
aber trotzdem heisst das nicht, dass die kritik richtig ist von der frau am rätsch. dazu braucht man noch den forschungskontext usw

Peiresc

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #17 am: 10. September 2019, 16:03:07 »
ich habe leider im moment keine zeit, um ein exaktes zitat zu suchen
Nimm Dir alle Zeit der Welt. Bis dahin stellen wir die Frage zurück.


er schreibt einfach bücher

Und in denen steht z. B. so was drin:
Zitat
Die durch LSD ausgelöste psychedelische Bewegung hat den Geist des Schamanismus in die westliche Industriekultur zurückgebracht (5). LSD bewirkte die berühmte »Wiederverzauberung der Welt«.
oder so was:
Zitat
Durch LSD haben wir verstanden, daß Erleuchtung und Unio mystica natürliche Erlebnisbereiche eines jeden Menschen darstellen. Die Erleuchtung ist eine in jedem Menschen angelegte Funktion des Bewußtseins, die nur durch einen Katalysator (z. B. LSD) ausgelöst werden muß. So gehört die Erleuchtung genauso zum erfüllten Leben wie der Orgasmus. Ohne die einmalige oder häufigere Erfahrung der Erleuchtung gleicht das Leben einer spirituellen Frigidität.
(50 Jahre LSD-Erfahrung, S. 15, S. 29). Eines geht nur: Wissenschaft oder Schamanismus. Ich denke, Rätsch hat sich da entschieden.

ich habe keine zeit, um das zu erklären.
Da ist kein Bedarf, dafür musst Du Deine kostbare Zeit nicht opfern.  ;D

RainerO

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #18 am: 10. September 2019, 16:12:20 »
Zitat
... Ohne die einmalige oder häufigere Erfahrung der Erleuchtung gleicht das Leben einer spirituellen Frigidität.
Sehr gut, diesbezüglich bin ich gerne frigide. Ich bin vollkommen unspirituell und mir fehlt dabei gar nichts.
Für mich sind Drogen immer eine Flucht vor der Realität, nie eine erstrebenswerte "Erweiterung" des Bewusstseins.

Nogro

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #19 am: 10. September 2019, 22:55:15 »
Was mich mal interesiert:
- macht LSD (oder auch entsprechende Pilze) süchtig?
- gibt es Todesfälle bzw. Erkrankungen nach deren Gebrauch
Im Übrigen wäre meine Jugend (übertriebenerweise) nur halb so schön ohne die "Magical Mystery Tour" gewesen :grins2:
Oder auch: https://www.youtube.com/watch?v=121MWiP2Ga0
(Und das nur durch den Musikgenuss, Herkunft östlich der Elbe))
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

Peiresc

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #20 am: 10. September 2019, 23:43:22 »
Was mich mal interesiert:
- macht LSD (oder auch entsprechende Pilze) süchtig?
- gibt es Todesfälle bzw. Erkrankungen nach deren Gebrauch

Auf die Schnelle finde ich das hier:
Zitat
Many reports exist about psychiatric complications following LSD ingestion outside the research setting. The most common unpleasant reaction is an episode of anxiety or panic (with severe, terrifying thoughts and feelings, fear of losing control, fear of insanity or death, and despair)—the “bad trip” [15]. Other complicated reactions may include temporary paranoid ideation and, as after-effects in the days following a LSD experience, temporary depressive mood swings and/or increase of psychic instability [17,61].

Crucially, there is a lack of evidence that other complications will routinely occur or persist in healthy persons taking LSD in a familiar surrounding. […]

Passie et al, CNS Neuroscience & Therapeutics 14 (2008) 295–314

Und wir hatten vor ein paar Jahren mal einen Faden, in dem das Thema gestreift wird … ah, hier:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=12245.0

Schon gut möglich, dass es harmloser als Alkohol ist, was die körperlichen Folgekrankheiten angeht. Keiner weiß es genau - und keiner will es aktuell ausprobieren, scheint mir. Die Politik hat erstmal alle Hände voll mit Cannabis zu tun.

kosh

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #21 am: 11. September 2019, 11:16:08 »
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Belbo

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #22 am: 11. September 2019, 11:38:04 »
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Auch reines Anekdotenwissen, ich kenne mindestens drei Fälle, furchtbar abgestürzter Kiffer. Wobei man zugeben muss, dass die Marketingabteilung der Freecanabisbewegung tolle Arbeit leistet, in wie vielen Staaten und Bundesstaaten ist es inzwischen legal?

Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt  :shisha:, wenn ich mich recht erinnere.

Hier eine schöne Zusammenfassung in der Süddeutschen.
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-01/cannabis-konsum-gefahren-wirkstoffgehalt-anstieg/seite-2
What Skyway promises is not realizable, what Skyway can realize is not saleable.

RainerO

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #23 am: 11. September 2019, 12:02:59 »
... Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt ...
Wer bekifft in eine solche Vorstellung geht, ist vor dem psychedelischen Ende schon längst eingeschlafen.

Belbo

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #24 am: 11. September 2019, 12:05:50 »
... Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt ...
Wer bekifft in eine solche Vorstellung geht, ist vor dem psychedelischen Ende schon längst eingeschlafen.

Nö  :grins2:
What Skyway promises is not realizable, what Skyway can realize is not saleable.

Peiresc

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #25 am: 11. September 2019, 15:13:01 »
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Schwierig. Nehmen wir einfach mal an, er kennt, sagen wir, mehr als eine Handvoll, und sie wären wirklich alle komisch. Sind sie komisch, weil sie das Zeug genommen haben, oder haben sie das Zeug genommen, weil sie komisch [neudeutsch: vulnerabel] waren? Auch denke ich mir, dass es kaum jemanden geben wird, der in seinem Leben ausschließlich LSD genommen hat.

kosh

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #26 am: 11. September 2019, 19:52:51 »
Abgesehen davon, dass „komisch“ ein komischer Begriff in dem Zusammenhang ist:

Persönlichkeitsveränderungem nach Einnahme solcher und ähnlicher Substanzen -ob als Droge oder Medikament- sind eher zu erwarten (oder sehe ich das falsch).

Genauer muss ich das gar nicht wissen, um für mich eine Entscheidung treffen zu können...




Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Schwierig. Nehmen wir einfach mal an, er kennt, sagen wir, mehr als eine Handvoll, und sie wären wirklich alle komisch. Sind sie komisch, weil sie das Zeug genommen haben, oder haben sie das Zeug genommen, weil sie komisch [neudeutsch: vulnerabel] waren? Auch denke ich mir, dass es kaum jemanden geben wird, der in seinem Leben ausschließlich LSD genommen hat.

Peiresc

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #27 am: 11. September 2019, 21:28:51 »
Persönlichkeitsveränderungem nach Einnahme solcher und ähnlicher Substanzen -ob als Droge oder Medikament- sind eher zu erwarten (oder sehe ich das falsch).

Darauf kann ich mit einem ganz klaren „weiß ich nicht“ antworten. ;)

Schon die Terminologie ist schwierig. „Persönlichkeitsveränderungen“ im engeren, psychiatrisch definierten Sinn sind eigentlich nicht zu erwarten. Was es geben kann, sind z. B. postpsychotische Residualsyndrome, organische Persönlichkeitsstörungen [huch, da ist der Begriff ja wieder], insbesondere bei multiplen Substanzabhängigkeiten (ein schwer aufzulösendes Gemisch aus toxischen, gefäßabhängigen und traumatischen Ursachen), amotivationale Störungen bei Cannabis usw. usf. Zwing‘ mich jetzt nicht, diese Begriffe aufzudröseln.

Der völlig isolierte, jahrelange LSD-Gebrauch ist eine Laborsituation. Ich weiß nicht, ob der in freier Wildbahn anzutreffen ist, deswegen würde ich das Wort Deines Gewährsmanns, ähm, nicht überbewerten. 

kosh

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #28 am: 11. September 2019, 22:54:31 »
Hab ich nicht vor..

Auf jeden Fall DANKE für das Wort  amotivationale Störung. Wenn das Kind mal wieder keinen Bock hat, werde ich dies diagnostizieren...

Sauropode

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Re: Christian Rätsch
« Antwort #29 am: 11. September 2019, 23:13:25 »
Zitat
amotivationale Störung

Oder dem Chef beibringen, dass man das hat. Hört sich besser an als „fauler Sack“.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!