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Deutsch => Hinweise und Vorschläge für Psiram-Artikel => Gewünschte Artikel => Thema gestartet von: FP am 20. Juli 2016, 16:34:18

Titel: Christian Rätsch
Beitrag von: FP am 20. Juli 2016, 16:34:18
Hat sich jemand näher mit der Person Christian Rätsch befasst? Auf mich macht er den Eindruck, dass er sich als (esoterisch angehauchter?) Drogenguru aufspielt. Hat jemand seine Werke gelesen? Genügen diese den Kriterien der Wissenschaftlichkeit oder sind sie eher im esoterisch-alternativen Milieu angesiedelt? Falls letzteres der Fall ist, sollte man sich vielleicht überlegen, ob ein Eintrag ins Psiram-Wiki gerechtfertigt wäre.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Groucho am 20. Juli 2016, 16:41:39
Hat sich jemand näher mit der Person Christian Rätsch befasst?

Du meinst den?

http://www.christian-raetsch.de/ (http://www.christian-raetsch.de/)

Zitat
Auf mich macht er den Eindruck, dass er sich als (esoterisch angehauchter?) Drogenguru aufspielt. Hat jemand seine Werke gelesen? Genügen diese den Kriterien der Wissenschaftlichkeit oder sind sie eher im esoterisch-alternativen Milieu angesiedelt? Falls letzteres der Fall ist, sollte man sich vielleicht überlegen, ob ein Eintrag ins Psiram-Wiki gerechtfertigt wäre.

Ja, müsste man gucken, inwieweit er gefährliches Zeug verbreitet. Scheint ja mit Storl liiert, der mit seinen Behauptungen zu Boreliose gemeingefährlich ist, und von daher ins Wiki gehört.

Ansonsten ist es altersmäßig erwachsenen Leuten unbenommen, sich mit was auch immer zuzudröhnen.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: eLender am 20. Juli 2016, 16:48:02
Eine böse Zunge meint mal irgendwo, er hätte sich zu viel von allerlei drönenden Drönzeugs reingetan, dass er geistig nicht mehr auf die Erde zurückgefunden hat. Sowas in der Art.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: FP am 20. Juli 2016, 16:54:49
Zitat

Du meinst den?

http://www.christian-raetsch.de/ (http://www.christian-raetsch.de/)



genau!


Zitat
Ja, müsste man gucken, inwieweit er gefährliches Zeug verbreitet. Scheint ja mit Storl liiert, der mit seinen Behauptungen zu Boreliose gemeingefährlich ist, und von daher ins Wiki gehört.

Ansonsten ist es altersmäßig erwachsenen Leuten unbenommen, sich mit was auch immer zuzudröhnen.


Ich bin auch ein großer Fan einer Drogenlegalisierung, weil ich niemandem vorschreiben will wie er zu leben hat. Darum geht es mir aber auch gar nicht. Die Frage ist, ob Rätsch eine Verharmlosung von manchen psychoaktiven Substanzen betreibt bzw. ob er unwissenschaftliche Sachen behauptet. Ich finde es generell ein wenig bedenklich, wenn sich ein esoterisch angehauchter Sozialwissenschaftler, ohne medizinische oder naturwissenschaftliche Ausbildung und mit Hang zum Schamanismus zu medizinischen Fragen (Drogenkonsum, Schädlichkeit von Drogen etc.) äußert.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Groucho am 20. Juli 2016, 16:54:56
Eine böse Zunge meint mal irgendwo, er hätte sich zu viel von allerlei drönenden Drönzeugs reingetan, dass er geistig nicht mehr auf die Erde zurückgefunden hat. Sowas in der Art.

Immerhin:

Zitat
Schamanische Aspekte im Abendland: Wotan, Dionysos und die Kunst der Ekstase - WOCHENENDSEMINAR

Klingt verlockend.

Als Marketingprofi würde ich noch Anschlussseminare empfehlen:

- Katerfrühstück leicht gemacht ohne Katzen

- Weidenrinde natürlich kauen

- nüchtern werden mit Alkohol

oder so.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Groucho am 20. Juli 2016, 16:58:12
Ich finde es generell ein wenig bedenklich, wenn sich ein esoterisch angehauchter Sozialwissenschaftler, ohne medizinische oder naturwissenschaftliche Ausbildung und mit Hang zum Schamanismus zu medizinischen Fragen (Drogenkonsum, Schädlichkeit von Drogen etc.) äußert.

Einer genaueren Prüfung sicher wert, ja.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: FP am 20. Juli 2016, 17:03:41
Hier ein Interview mit ihm: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-97012845.html
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Typee am 20. Juli 2016, 17:09:48
Zitat
Rätsch ist ... Bewusstseinsforscher...

Danke, genügt.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Groucho am 20. Juli 2016, 17:35:51
Zitat
Rätsch ist ... Bewusstseinsforscher...

Danke, genügt.

Na, ich setz trotzdem mal die Bio auf der Seite rein, dass nicht jeder klicken muss.

Zitat
geb. 1957, studierte in Hamburg Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde und promovierte - finanziert vom DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) - zum Erlernen von Zaubersprüchen bei den Lakandonen. Er erlernte die Mayasprache der in Chiapas, Mexiko, lebenden Lakandonenindianer, bei denen er insgesamt drei Jahre lebte.

Seit zwanzig Jahren erforscht Rätsch in aller Welt schamanische Kulturen und deren ethnopharmakologischen, ethnomedizinischen und rituellen Gebrauch von Pflanzen.

Während seiner Anstellung beim Hamburger Mineralienzentrum maßgeblich beteiligt bei der Einrichtung eines Museums für Ammoniten in Japan. Ausrichtung diverser Ausstellungen zum kulturellen Gebrauch von Muscheln, Schnecken und Fossilien in Deutschland.
Ex-Beiratsmitglied des Europäischen Collegiums für Bewußtseinsstudien (ECBS); Ex-Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Ethnomedizin (ARGEM). Befristete Tätigkeit als Lehrbeauftragter der Universität Bremen.

International gefragter Referent. Wissenschaftlicher Leiter von Expeditionen zur Erforschung indigener Heiltraditionen (u. a. von GEO und "Bild der Wissenschaften") und Experte staatlicher Institutionen zur Drogenberatung. Herausgeber des "Jahrbuches der Ethnomedizin".

Autor unzähliger in viele Sprachen übersetzter Bücher. Darunter: "Indianische Heilkräuter", "Heilkräuter der Antike", "Pflanzen der Liebe", zwei Bände zur "Schamanenpflanze Tabak", sowie des in acht Auflagen erschienenen und jüngst ins Englische übersetzten Standardwerkes "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen".

Ko-Autor von "Hexenmedizin", "Schamanismus und Tantra in Nepal" und "Lexikon der Liebesmittel".

Lebt als freischaffender Ethnopharmakologe, Referent und Autor in Hamburg.

Naja. Also früher, als es noch echte Studentinnen gab, hat man dazu saufen und vögeln gesagt, etwas weniger Mimikry  betrieben, um sich dann irgendwann dem Ernst des Lebens zu widmen. Aber ok, nicht alle haben die Ausfahrt rechtzeitig erwischt.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 20. Juli 2016, 18:05:40
Zitat
finanziert vom DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) - zum Erlernen von Zaubersprüchen bei den Lakandonen

 :rofl2
Du bist sicher, das hat er nicht aus einem Buch von Rowling abgeschrieben? Willkommen zurück bei den Muggeln.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Gethen am 20. Juli 2016, 18:32:28
Zitat
finanziert vom DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) - zum Erlernen von Zaubersprüchen bei den Lakandonen

 :rofl2
Du bist sicher, das hat er nicht aus einem Buch von Rowling abgeschrieben? Willkommen zurück bei den Muggeln.

Als Altamerikanist, Ethnologe, Volkskundler kann man sicherlich über die Praktiken in einer Ethnie promovieren, in der Beschwörungsformeln verwendet werden und das steht da ja auch so:

Zitat
promovierte - ... - zum Erlernen von Zaubersprüchen bei den Lakandonen.

Also nicht er hat erlernt (damals jedenfalls [noch] nicht), sondern er hat untersucht, wie diese Formeln dort gelernt/ gelehrt werden.

Daß Rätsch sich mit der Bezeichnung "Ethnopharmakologe" eines Etiketts bedient, das nun so gar nicht paßt und für das er auch nicht qualifiziert ist, steht hingegen außer Frage.

Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 20. Juli 2016, 18:46:28
Du meinst, ich habe das falsch verstanden, und er hat bei den Lakandonen promoviert?  ;)
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: smartie am 21. Juli 2016, 00:56:08
Also:

Ich (inzwischen selbst Pharmakologe) habe 1999 die "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen" geschenkt bekommen und es ist das am häufigsten in die Hand genommene Buch in meinem Haushalt.
Sehr gut recherchiert, alles ist mit Quellen belegt. Ich schmökere noch heute gerne darin, auch weil mich der Einfallsreichtum der Menschheit in den letzten paar tausend Jahren entzückt.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: eLender am 21. Juli 2016, 01:11:20
Man muss halt sehen, wo und warum der für's Wiki relevant sein könnte. Dazu braucht man geeignete Quellen. Ich fange mal an. Ein Eintrag aus der Disk-Seite seines WP-Artikels:

Zitat
Doris Schwarzmann-Schafhauser rezensierte 1998 (in: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 17, S. 577–579) Rätschs Buch "Heilkräuter der Antike ..." und schrieb unter anderem dazu "Unter dem Deckmantel einer vermeintlich betriebenen Medizingeschichte wird dem Leser somit in diesem "Kräuterbuch" nicht nur eine sektenähnliche Ideologie angeboteb, sondern es werden auch ganz konkrete Strategien für das Erreichen der Sektenziele vermittelt. Die Tatsache, daß hier Medizingeschichte instrumentalisiert wird ..., verbietet eigentlich jedes Ignorieren dieser durchaus nicht singulären Erscheinung von seiten der Fachvertreter." Der Wikipedia-Artikel sieht das Ganze anscheinend weniger kritisch. MfG, Georg Hügler (Diskussion)
https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Christian_R%C3%A4tsch#Sektenideologie.3F

Ist nicht sehr viel, aber zumindest ein Anfang.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: manu19989 am 10. September 2019, 02:52:52
das thema ist leider schon einige Jahre alt, aber gebe hier trotzdem noch meinen Senf dazu.

Rätsch wird in diesem Forum so wies aussieht deutlich kritisiert, aber meiner Meinung nicht gerechtfertigt

Der erste Vorwurf lautet, dass er ein Drogenguru sei.
Ist er nicht. Zum einen ist Rätsch Forscher, er will niemand überzeugen. Er ist Ethnologe und Forscht über andere Kulturen und hat sich offenbar auf den Konsum von psychoaktiven Substanzen von anderen Kulturen spezialisiert.
Jede Gesellschaft hat ihre speziellen Drogen. Wir sind in Europa aufgewachsen, und darum konsumieren die meisten Menschen hier (und ev. auch in diesem forum) die Drogen, die bei uns traditionell sind. So zum Beispiel Alkohol und Kaffee (wenn auch kaffee nicht bei uns wächst, so gehört er dank Kaffeehäuser usw. doch zu uns. Wären wir in einem persischen Kulturkreis aufgewachsen, würden wir Opium statt Alkohol konsumieren, in Südamerika würden wir psychedelische Pilze konsumieren usw. ob jetzt eine Droge besser ist oder nicht, kann man nicht genau sagen (so erreicht alkohol auf listen der gefährlichsten drogen regelmässig die top 5, während zb. Pilze weit dahinter liegen, und sogar von moderner anerkannter forschung zur behandlungen von angst und depressionen erforscht wird. (man findet studien mit google).
Als Ethnologe muss er auch weniger wie ein Arzt alles genau rational erklären und mit Beweisen belegen, er muss andere Kulturen genau beobachten und beschreiben.
Die bezeichnung Guru ist für ihn sicherlich unpassend. Mit seinen Büchern will er (meine Meinung) niemanden bekehren, er will zum Denken anregen. Sehen wir so, wie andere Gesellschaften aufgebaut sind, so regt das uns zum Denken an. Ich will damit aber nciht sagen, andere Gesellschaften seien besser oder so. Zumindest unser Umgang mit Drogen im Vergleich zu anderen Völkern sollte aber durchaus zum Denken anregen. ich kenne viele Leute, die sich am Wochenende gerne mal einfach die Birne zuschütten - dagegen ist mir ein ritueller Konsum in einem Dschungelvolk lieber.
Ich denke am Umgang mit Drogen und Genüssen wie Sex usw. kann man den Zustand einer Gesellschaft gut erkennen.

In den vorherigen Beiträgen wird Rätsch auch beleidigt und ihm wird vorgeworfen, er hätte sich zu viel von dem Zeug reingeworfen. Kann ich nicht verstehen, denn ich habe immer gelernt, dass man jemand sachlich kritisieren kann, ohne ihm grad jegliche Vernunft abzusprechen. Auch wenn die Meinung vom Rätsch nicht jedem gefällt, so ist das doch eine gute Einladung um über die Theorien von Rätsch nachzudenken und sprechen und diese dann kritisieren.

Sicher ist es bedenklich, wenn ein Sozialwissenschaftler Gedanken über die Schädlichkeit von Drogen äussert. Im Falle von Rätsch sagt er ungefähr das, was die Wissenschaft sagt.
Laut einer Studie von verschiedenen Ärzten und Pharmakologen der europäischen Drogenbeobachtungsstelle ergab (um den Professor David Nutt) das Alkohol die gefährlichste Droge von allen (mit 72 von 100 möglichen Schadenspunkten) ist. (Wobei hier auch der Schaden für das Umfeld mitgezählt wurde - heroinkonsumenten sterben schneller, aber sind zu high um zu Prügeln oder so, was man von betrunkenen nicht sagen kann). Da LSD auf dieser Liste ganz unten steht, macht Rätsch vielleicht sogar etwas gutes, wenn er LSD statt Alkohol empfiehlt

Ob jetzt eine Professorin Rätsch kritisiert oder nicht, hat meiner Meinung nach keine grosse Aussagekraft, da es ebenso viele Professoren gibt, die Rätsch schätzen
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 10. September 2019, 09:29:50
Guten Morgen! Ich fange mal ganz unten an:
Da LSD auf dieser Liste ganz unten steht, macht Rätsch vielleicht sogar etwas gutes, wenn er LSD statt Alkohol empfiehlt
Was, das hat er gesagt? Dröhnt euch lieber zu, Leute, statt dass ihr euch besauft? Zitier' doch mal, interessiert mich. Ich denke mir, er wird wohl eher gesagt haben: wenn ihr euch die Platte schon mit Alkohol zuknallt, dann könnt ihr euch auch noch zusätzlich mit LSD zudröhnen, das macht gar nix.

Ich habe mal in dem Büchlein "50 Jahre LSD-Erfahrung" geblättert, das er herausgegeben hat.
Zitat
Der erste Vorwurf lautet, dass er ein Drogenguru sei.
Ist er nicht.
Falsch. Ist er.

Ob jetzt eine Professorin Rätsch kritisiert oder nicht, hat meiner Meinung nach keine grosse Aussagekraft, da es ebenso viele Professoren gibt, die Rätsch schätzen
Gesetzt den Fall, das mit den "vielen Professoren" würde stimmen: Die Aussagekraft einer Kritik kann nicht durch aufgedrehte Lautstärke neutralisiert werden.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: manu19989 am 10. September 2019, 15:20:25
ich habe leider im moment keine zeit, um ein exaktes zitat zu suchen, aber in diversen interviews spricht er von den vorzügen von lsd oder pilzen über alkohol. und zwar nicht in dem sinne wenn ihr schon alkohol trinkt könnt ihr euch nicht zudröhnen, sondern statt alkohol lsd. übrigens kann man sich mit lsd nicht zudröhnen, da das gehirn unter lsd rausch viel aktiver ist als normal. es wirkt ganz anders als alkohol - alkohol und auch heroin führt zu einem stopp des denkens, lsd führt zu mehr denken und verändertem denken

du sagst einfach, er sei ein drogenguru ohni sich mit ihm zu befassen. ein guru hat normalerweise mit hinduismus zw. buddishmus zu tun (hat er nicht) und will eine grosse menge von anhängern um sich sammeln (will er nicht, er schreibt einfach bücher).

und das die aussagekraft einer kritik durch aufgedrehte lautstärke neutralisiert werden kann stimmt nicht. ich habe keine zeit, um das zu erklären.
aber trotzdem heisst das nicht, dass die kritik richtig ist von der frau am rätsch. dazu braucht man noch den forschungskontext usw
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 10. September 2019, 16:03:07
ich habe leider im moment keine zeit, um ein exaktes zitat zu suchen
Nimm Dir alle Zeit der Welt. Bis dahin stellen wir die Frage zurück.


er schreibt einfach bücher

Und in denen steht z. B. so was drin:
Zitat
Die durch LSD ausgelöste psychedelische Bewegung hat den Geist des Schamanismus in die westliche Industriekultur zurückgebracht (5). LSD bewirkte die berühmte »Wiederverzauberung der Welt«.
oder so was:
Zitat
Durch LSD haben wir verstanden, daß Erleuchtung und Unio mystica natürliche Erlebnisbereiche eines jeden Menschen darstellen. Die Erleuchtung ist eine in jedem Menschen angelegte Funktion des Bewußtseins, die nur durch einen Katalysator (z. B. LSD) ausgelöst werden muß. So gehört die Erleuchtung genauso zum erfüllten Leben wie der Orgasmus. Ohne die einmalige oder häufigere Erfahrung der Erleuchtung gleicht das Leben einer spirituellen Frigidität.
(50 Jahre LSD-Erfahrung, S. 15, S. 29). Eines geht nur: Wissenschaft oder Schamanismus. Ich denke, Rätsch hat sich da entschieden.

ich habe keine zeit, um das zu erklären.
Da ist kein Bedarf, dafür musst Du Deine kostbare Zeit nicht opfern.  ;D
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: RainerO am 10. September 2019, 16:12:20
Zitat
... Ohne die einmalige oder häufigere Erfahrung der Erleuchtung gleicht das Leben einer spirituellen Frigidität.
Sehr gut, diesbezüglich bin ich gerne frigide. Ich bin vollkommen unspirituell und mir fehlt dabei gar nichts.
Für mich sind Drogen immer eine Flucht vor der Realität, nie eine erstrebenswerte "Erweiterung" des Bewusstseins.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Nogro am 10. September 2019, 22:55:15
Was mich mal interesiert:
- macht LSD (oder auch entsprechende Pilze) süchtig?
- gibt es Todesfälle bzw. Erkrankungen nach deren Gebrauch
Im Übrigen wäre meine Jugend (übertriebenerweise) nur halb so schön ohne die "Magical Mystery Tour" gewesen :grins2:
Oder auch: https://www.youtube.com/watch?v=121MWiP2Ga0 (https://www.youtube.com/watch?v=121MWiP2Ga0)
(Und das nur durch den Musikgenuss, Herkunft östlich der Elbe))
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 10. September 2019, 23:43:22
Was mich mal interesiert:
- macht LSD (oder auch entsprechende Pilze) süchtig?
- gibt es Todesfälle bzw. Erkrankungen nach deren Gebrauch

Auf die Schnelle finde ich das hier:
Zitat
Many reports exist about psychiatric complications following LSD ingestion outside the research setting. The most common unpleasant reaction is an episode of anxiety or panic (with severe, terrifying thoughts and feelings, fear of losing control, fear of insanity or death, and despair)—the “bad trip” [15]. Other complicated reactions may include temporary paranoid ideation and, as after-effects in the days following a LSD experience, temporary depressive mood swings and/or increase of psychic instability [17,61].

Crucially, there is a lack of evidence that other complications will routinely occur or persist in healthy persons taking LSD in a familiar surrounding. […]

Passie et al, CNS Neuroscience & Therapeutics 14 (2008) 295–314

Und wir hatten vor ein paar Jahren mal einen Faden, in dem das Thema gestreift wird … ah, hier:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=12245.0

Schon gut möglich, dass es harmloser als Alkohol ist, was die körperlichen Folgekrankheiten angeht. Keiner weiß es genau - und keiner will es aktuell ausprobieren, scheint mir. Die Politik hat erstmal alle Hände voll mit Cannabis zu tun.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: kosh am 11. September 2019, 11:16:08
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Belbo am 11. September 2019, 11:38:04
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Auch reines Anekdotenwissen, ich kenne mindestens drei Fälle, furchtbar abgestürzter Kiffer. Wobei man zugeben muss, dass die Marketingabteilung der Freecanabisbewegung tolle Arbeit leistet, in wie vielen Staaten und Bundesstaaten ist es inzwischen legal?

Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt  :shisha:, wenn ich mich recht erinnere.

Hier eine schöne Zusammenfassung in der Süddeutschen.
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-01/cannabis-konsum-gefahren-wirkstoffgehalt-anstieg/seite-2
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: RainerO am 11. September 2019, 12:02:59
... Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt ...
Wer bekifft in eine solche Vorstellung geht, ist vor dem psychedelischen Ende schon längst eingeschlafen.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Belbo am 11. September 2019, 12:05:50
... Andrerseits, wer nie 2001 bekifft, in der Mitternachtvorstellung eines fast leeren Riesenkinos, geschaut hat, hat auch was versäumt ...
Wer bekifft in eine solche Vorstellung geht, ist vor dem psychedelischen Ende schon längst eingeschlafen.

Nö  :grins2:
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 11. September 2019, 15:13:01
Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Schwierig. Nehmen wir einfach mal an, er kennt, sagen wir, mehr als eine Handvoll, und sie wären wirklich alle komisch. Sind sie komisch, weil sie das Zeug genommen haben, oder haben sie das Zeug genommen, weil sie komisch [neudeutsch: vulnerabel] waren? Auch denke ich mir, dass es kaum jemanden geben wird, der in seinem Leben ausschließlich LSD genommen hat.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: kosh am 11. September 2019, 19:52:51
Abgesehen davon, dass „komisch“ ein komischer Begriff in dem Zusammenhang ist:

Persönlichkeitsveränderungem nach Einnahme solcher und ähnlicher Substanzen -ob als Droge oder Medikament- sind eher zu erwarten (oder sehe ich das falsch).

Genauer muss ich das gar nicht wissen, um für mich eine Entscheidung treffen zu können...




Ist nur Hörensagen: Mir hat unlängst jemand gesagt, aller die er kennt und länger LSD genommen hätten wären „komisch“ geworden. Dauerhaft.

Schwierig. Nehmen wir einfach mal an, er kennt, sagen wir, mehr als eine Handvoll, und sie wären wirklich alle komisch. Sind sie komisch, weil sie das Zeug genommen haben, oder haben sie das Zeug genommen, weil sie komisch [neudeutsch: vulnerabel] waren? Auch denke ich mir, dass es kaum jemanden geben wird, der in seinem Leben ausschließlich LSD genommen hat.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 11. September 2019, 21:28:51
Persönlichkeitsveränderungem nach Einnahme solcher und ähnlicher Substanzen -ob als Droge oder Medikament- sind eher zu erwarten (oder sehe ich das falsch).

Darauf kann ich mit einem ganz klaren „weiß ich nicht“ antworten. ;)

Schon die Terminologie ist schwierig. „Persönlichkeitsveränderungen“ im engeren, psychiatrisch definierten Sinn sind eigentlich nicht zu erwarten. Was es geben kann, sind z. B. postpsychotische Residualsyndrome, organische Persönlichkeitsstörungen [huch, da ist der Begriff ja wieder], insbesondere bei multiplen Substanzabhängigkeiten (ein schwer aufzulösendes Gemisch aus toxischen, gefäßabhängigen und traumatischen Ursachen), amotivationale Störungen bei Cannabis usw. usf. Zwing‘ mich jetzt nicht, diese Begriffe aufzudröseln.

Der völlig isolierte, jahrelange LSD-Gebrauch ist eine Laborsituation. Ich weiß nicht, ob der in freier Wildbahn anzutreffen ist, deswegen würde ich das Wort Deines Gewährsmanns, ähm, nicht überbewerten. 
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: kosh am 11. September 2019, 22:54:31
Hab ich nicht vor..

Auf jeden Fall DANKE für das Wort  amotivationale Störung. Wenn das Kind mal wieder keinen Bock hat, werde ich dies diagnostizieren...
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Sauropode am 11. September 2019, 23:13:25
Zitat
amotivationale Störung

Oder dem Chef beibringen, dass man das hat. Hört sich besser an als „fauler Sack“.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Belbo am 11. September 2019, 23:29:37
Zitat
amotivationale Störung

Oder dem Chef beibringen, dass man das hat. Hört sich besser an als „fauler Sack“.

......oder Depressionen und anderes Weicheiergedöns mit dem sich Psychologen, Psychoheilpraktiker und Psychiater nur eine goldene Nase verdienen. :grins
Erfinde eine Krankheit und die ganzen Quacksalber und Scharlatane sind sofort da, Gott sei Dank, gibt es Psiram!
Vor Stalingrad wurde ja auch keiner gefragt ob die Stalinorgel Psychoaua macht.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 12. September 2019, 00:06:41
Vor Stalingrad wurde ja auch keiner gefragt ob die Stalinorgel Psychoaua macht.

Da bist Du aber schwer im Irrtum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegszitterer
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Fool am 12. September 2019, 00:18:30
Obwohl ja in der Forschung umstritten scheint, ob das amotivationale Syndrom als Folge chronischen Cannabismissbrauchs überhaupt existiert, habe ich leider schon eine ganze Menge junger Leute, die glaubhaft versicherten, kein anderes Zeugs je genommen zu haben, erlebt, die nichts mehr auf die Reihe bekamen und teils durchaus darunter litten.
Selbiges gilt auch für drogeninduzierte Psychosen.
Ziemlich traurige Schicksale.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Belbo am 12. September 2019, 00:34:51
Vor Stalingrad wurde ja auch keiner gefragt ob die Stalinorgel Psychoaua macht.

Da bist Du aber schwer im Irrtum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegszitterer

...und danach hat vor Stalingrad, wer gefragt? Kein Wunder musste die Sechste kapitulieren.  :skeptisch:

Aus deinem Link:

Zitat
Im Zweiten Weltkrieg traten die spezifischen Formen des „Kriegszitterns“ kaum noch auf. Zwar gab es auch hier posttraumatische Belastungsstörungen, diese äußerten sich jedoch meist in anderer Weise.

Wahrscheinlich dieses Dâlingradè bei Paris.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Peiresc am 12. September 2019, 11:04:54
Wenn ich irgendwann verstanden habe, Belbo, was Du sagen willst, dann wird mir vielleicht eine Antwort einfallen. Aber rechne nicht damit.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Belbo am 12. September 2019, 11:38:06
Wenn ich irgendwann verstanden habe, Belbo, was Du sagen willst, dann wird mir vielleicht eine Antwort einfallen. Aber rechne nicht damit.

Wie könnte ich? Bin wohl zu alt um mich noch umzustellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Einfache_Sprache
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Der Funker am 02. März 2020, 22:58:44
Ich habe gerade ein neues Thema über Christian Rätsch im englischsprachigen Bereich begonnen:

https://forum.psiram.com/index.php?topic=17208.0
[Psiram Forum »English »Hints and suggestions for Psiram articles »Christian Rätsch]

Ich hoffe, Sie werden dort auf Englisch antworten. Ich werde einen Link zu diesem Thema im dort erwähnten NAFPS-Forum veröffentlichen.
Titel: Re: Christian Rätsch
Beitrag von: Yadgar am 03. März 2020, 16:59:46
Hi(gh)!

Du meinst den?

http://www.christian-raetsch.de/ (http://www.christian-raetsch.de/)

Hübsch! Wie ein Bison mit Brille... und dann diese geilen Lederklamotten (*abspritz*) - nur leider scheint der Kerl stockhetero zu sein! Trotzdem ein Fall für meinen Erotica/Hippies-Ordner...

Authentisches Nicht-Plastikschamanentum ist freilich etwas ganz Anderes, z. B. ein Winter-Nackt-Retreat mit jakutischen Schamanen in Oymyakon, findet allerdings nur bei Temperaturen unter -60°C statt... durch die Kraft der Kälte zur spirituellen Erleuchtung! *wank* *wank*

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar