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Autor Thema: Brexit  (Gelesen 57120 mal)

celsus

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Re: Brexit
« Antwort #225 am: 30. März 2019, 23:09:16 »
Wie konnte dieses Land jemals ein Empire gründen?

Das waren andere Leute als die da jetzt sitzen.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #226 am: 30. März 2019, 23:40:45 »
Sportlich... na ja. Betrachten wir doch  die Superbrexiteers um Rees-Mogg und BoJo, denen es, wie sie glaubhaft machen wollen, gar nicht hart genug gehen konnte. Dann bietet die PM für den Fall ihres weichen Konsensaustritts ihren Rücktritt an, und schon drehen sie (und anscheinend fast nur sie) bei. Ein Schelm, wer meint, das habe mit einem Tory-Machtkampf auf dem Rücken des Landes nichts zu tun.

Auf solchen Sportsgeist ist gepfiffen.
...ich dachte das Bild wäre Erklärung genug...

Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #227 am: 30. März 2019, 23:42:09 »
Wie konnte dieses Land jemals ein Empire gründen???? Geschweige denn Napoleon besiegen, oder zwei Weltkriege auf der Siegerseite überleben? Moment...ein Empire gebaut gegen Länder, die noch schwächer waren und bei Napoleon+Weltkriegen gings erst gut, wenn sie widerwillige "Freunde" fanden. Jetzt sind sie allein... wundert sich jemand über die Resultate?
  Im Rückblick ist diese Frage ähnlich sinnvoll wie bei den Mongolen.

Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #228 am: 31. März 2019, 00:27:01 »
Im Rückblick ist diese Frage ähnlich sinnvoll wie bei den Mongolen.
Na, ich frag' Dich mal lieber nicht, was Du über die Mongolen weißt.

---

Zitat
this is the best guide to Brexit I have ever seen.



Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #229 am: 31. März 2019, 00:30:10 »
Zitat
Na, ich frag' Dich mal lieber nicht, was Du über die Mongolen weißt.


Das ist wahrscheinlich auch unnötig, rhetorische Fragen kennen wir ja von unserer Klientel zur Genüge.


Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #230 am: 31. März 2019, 00:49:53 »
Zitat
Na, ich frag' Dich mal lieber nicht, was Du über die Mongolen weißt.
Das ist wahrscheinlich auch unnötig, rhetorische Fragen kennen wir ja von unserer Klientel genug.
Während das Privileg, rhetorische Bemerkungen zu machen, hiesigen Foristen vorbehalten ist.

Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #231 am: 31. März 2019, 00:52:51 »
Zitat
Na, ich frag' Dich mal lieber nicht, was Du über die Mongolen weißt.
Das ist wahrscheinlich auch unnötig, rhetorische Fragen kennen wir ja von unserer Klientel genug.
Während das Privileg, rhetorische Bemerkungen zu machen, hiesigen Foristen vorbehalten ist.

Wenn es die Hybris pinselt ist das ja auch vollkommen in Ordnung.

Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #232 am: 31. März 2019, 01:11:51 »
Zitat
Na, ich frag' Dich mal lieber nicht, was Du über die Mongolen weißt.
Das ist wahrscheinlich auch unnötig, rhetorische Fragen kennen wir ja von unserer Klientel genug.
Während das Privileg, rhetorische Bemerkungen zu machen, hiesigen Foristen vorbehalten ist.
Wenn es die Hybris pinselt ist das ja auch vollkommen in Ordnung.
Dann ist ja schönste Einigkeit erzielt   :grins

Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #233 am: 31. März 2019, 01:12:40 »
Zuerst wohl als Frechheit gedacht, dann als Realsatire wahrgenommen, inzwischen eine Beleidigung für die Verwandtschaft.

Belbo

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Re: Brexit
« Antwort #234 am: 31. März 2019, 01:14:47 »
Zitat
Dann ist ja schönste Einigkeit erzielt   :grins

 :2thumbs:


Typee

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Re: Brexit
« Antwort #235 am: 31. März 2019, 03:04:14 »
Sportlich... na ja. Betrachten wir doch  die Superbrexiteers um Rees-Mogg und BoJo, denen es, wie sie glaubhaft machen wollen, gar nicht hart genug gehen konnte. Dann bietet die PM für den Fall ihres weichen Konsensaustritts ihren Rücktritt an, und schon drehen sie (und anscheinend fast nur sie) bei. Ein Schelm, wer meint, das habe mit einem Tory-Machtkampf auf dem Rücken des Landes nichts zu tun.

Auf solchen Sportsgeist ist gepfiffen.
...ich dachte das Bild wäre Erklärung genug...

Ja, sagen wir mal: sportlich wie die Trumpnase.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #236 am: 06. April 2019, 16:59:59 »
Einer der wichtigsten Gründe für das Brexit-Chaos ist IMHO die tiefsitzende Überzeugung der Briten, eine Weltmacht zu sein (über dem Commonwealth geht die Sonne nicht unter, über einem Drittel der Menschheit ist die Queen das formale Staatsoberhaupt, ihre Sprache ist die Lingua franca der Welt, Mutterland der Demokratie usw.). Das ist der Nachteil, wenn man zwei Weltkriege gewonnen hat: die Folklore ist ungebrochen. 

Zitat
But the House of Commons as a whole, including the Conservatives, deprived May of leverage with which to renegotiate, because it voted that it would not accept leaving the Union without a deal. This deprived the European Union of any reason to renegotiate anything: it was a preemptive surrender to the demands of the E.U. that makes Neville Chamberlain look like a hard-bitten poker champion.
https://www.city-journal.org/brexit

Natürlich hat die EU ein vitales Interesse an einem geregelten Zustand – aber nicht um jeden Preis. Die glauben, das ist nichts als Poker, und die EU würde angekrochen kommen, wenn die Briten mit einem ungeregelten Brexit drohen könnten.

Der Schwanz wedelt mit dem Hund.

Ladislav Pelc

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Re: Brexit
« Antwort #237 am: 06. April 2019, 18:57:57 »
Sicher, das ist naiv. Wobei die EU ja eine ähnliche Schiene gefahren ist mit der Deadline, die dann am Schluss doch wieder verschoben wurde und demnächst wieder verschoben wird.

Beide Seiten haben sich also mit dem gleichen Szenario versucht zu erpressen, in der Hoffnung, dem anderen weiß zu machen, man selbst würde den No-Deal-Brexit notfalls inkauf nehmen. Sie haben also das Angsthase-Spiel gespielt.

Nachdem jetzt beide Seiten praktisch zugegeben haben, dass der No-Deal-Brexit für sie keine Option ist, solange die andere Seite ihn nicht erzwingt, ist der Drops meines Erachtens gelutscht: Es muss einen Deal geben, und da die EU klar gemacht hat, dass es keine inhaltlichen Änderungen geben wird, ist auch klar, welcher Deal es sein wird.

Weitergehende Regelungen (z. B. eine nähere Anbindung an die EU nach dem Modell Norwegen) wird man hinterher aushandeln müssen, sobald die britische Regierung wieder in der Lage dazu ist, etwas auszuhandeln, was dann vom Parlament auch beschlossen wird.

Es stellt sich also gar nicht mehr die Frage des Ob, sondern nur noch des Wann.

Peiresc

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Re: Brexit
« Antwort #238 am: 06. April 2019, 19:09:34 »
Beide Seiten haben sich also mit dem gleichen Szenario versucht zu erpressen
Ich hätte die Gewichte ungleicher verteilt. Was ist denn der Inhalt der Erpressung?

Typee

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Re: Brexit
« Antwort #239 am: 06. April 2019, 20:21:05 »
Sicher, das ist naiv. Wobei die EU ja eine ähnliche Schiene gefahren ist mit der Deadline, die dann am Schluss doch wieder verschoben wurde und demnächst wieder verschoben wird.


Nein, das Bild ist schief. Der 29.03.2019 war keine ad-hoc-Erfindung der EU, sondern der im EU-Vertrag automatisch geltende Stichtag, abhängig nur von dem Datum, in dem die Austrittserklärung abgegeben wurde. Es war auch nicht die Idee der EU, über zwei Jahre des Zeitraums bis dahin mit Mätzchen politikunfähiger Romantiker zu verdödeln, bevor der Ernst der Sache erkannt wurde. Ich entsinne mich noch recht gut an ein Foto aus der allerersten Verhandlungsrunde - Michel Barnier und zwei Adlati mit einem Stoß Leitzordner auf der einen Seite, Michael Gove und zwei Mitstreiter mit einem Blatt Papier und einem Bleistift auf der anderen. An dieser Lage hat sich im Kern bis heute nichts geändert, weil die PM und ihr Chief Whip in der eigenen Partei und Fraktion keine Mehrheit, egal wofür, organisieren kann. Das Dilemma besteht darin, dass es im Königreich Mehrheiten gegen alles gibt, aber keine Mehrheit für irgend etwas, und das ist ein Problem nicht der EU.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.