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Autor Thema: Flüchtlinge  (Gelesen 77756 mal)

Nogro

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #105 am: 02. September 2015, 15:47:21 »
Und das Ergebnis: Es sind jetzt noch mehr Hunde, man verläßt sich auf die dt. Hilfe. Das Problem ist nicht kleiner, sondern größer.
Zum Thema:

https://www.facebook.com/hundefrei
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

mossmann

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #106 am: 02. September 2015, 16:26:44 »
Wo eine Nachfrage ist, gibt es ein entsprechendes Angebot. Es gibt sehr wohl professionelle Tierhändler, die Hunde, vorwiegend sind es Welpen, aber auch Streuner, nach Deutschland karren. Das ist durchaus ein dickes Geschäft, das einige mit dem Mitleid machen. Da Du aber auch zu faul bist, Belege  für Deine Aussagen zu bringen, überlasse ich Dir die Suche danach gerne selber.  8)

Quatsch, du redest vom illegalen Welpenhandel.

Der Typ weiter oben faselte von was anderem ... lies mal genauer

Edit: Lustig, dass diese Seite immer noch den Hoax vom angeblichen "gewerbsmäßigen Hundehandel unter dem Etikett des Tierschutzes" in Griechenland verbreitet.
Ich kenne die Situation vor Ort durch mehrere Reportagen ... aber das ist ein anderes Thema
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Hans Wurst

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #107 am: 02. September 2015, 17:57:08 »
Im Augenblick verstehe ich die Diskussion nicht ganz. Ich habe drei Hunde: Sir Humphrey, Setter aus einem Mailänder Tierheim, Ivy, Setterin aus einer spanishen Tötungsstation, Bobby, der als Junghund in der Gegend von Genf aufgegriffen und nach Gex ins Tierheim kam. Alle auf Wunsch meiner Frau.

Aber die Karikatur ist klasse, woher stammt die? Allerdins müßte es heißen "Das Sofa ist voll". Hunde in ein Boot zu kriegen, ist nicht einfach. (Ja, ich weiß, es gibt Tausende Bilder von Hunden auf Booten.)

Sauropode

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #108 am: 02. September 2015, 18:04:26 »
Ich nicht, ich kann ja nichts dafür.

....jetzt, wo du's sagst.

Stolz ist ja auch irgendwie nicht das richtige Wort, wobei ich weiß, was gemeint ist. Es ist die Genugtuung, dass unsere Zivilgesellschaft funktioniert, dass man Hilfe leistet, wo Not am Mann ist. Das war bereits bei diversen Hochwässern der Fall. Man wartet nicht, bis "die da oben" etwas machen, sondern packt an. Und dass ist es, warum ich ein zu viel an Staat kritisiere, denn die Menschen wissen meistens von alleine, was richtig ist. Ein zu viel entmündigt, macht motivationslos. Der Staat hat für reibungslose Asylverfahren zu sorgen, für Unterbringung, Grundversorgung und Schutz vor rechten Spinnern. Der Nebeneffekt ist auch, dass die Bürger, wenn sie selber handeln, sich mehr mit der Sache identifizieren, als wenn sie bloß zugucken, was andere machen.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben mehr geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr. Umerto Ecco

Belbo

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #109 am: 02. September 2015, 18:26:44 »
Ich nicht, ich kann ja nichts dafür.

....jetzt, wo du's sagst.

Stolz ist ja auch irgendwie nicht das richtige Wort, wobei ich weiß, was gemeint ist. Es ist die Genugtuung, dass unsere Zivilgesellschaft funktioniert, dass man Hilfe leistet, wo Not am Mann ist. Das war bereits bei diversen Hochwässern der Fall. Man wartet nicht, bis "die da oben" etwas machen, sondern packt an. Und dass ist es, warum ich ein zu viel an Staat kritisiere, denn die Menschen wissen meistens von alleine, was richtig ist. Ein zu viel entmündigt, macht motivationslos. Der Staat hat für reibungslose Asylverfahren zu sorgen, für Unterbringung, Grundversorgung und Schutz vor rechten Spinnern. Der Nebeneffekt ist auch, dass die Bürger, wenn sie selber handeln, sich mehr mit der Sache identifizieren, als wenn sie bloß zugucken, was andere machen.

+, und danke. Die Frage die ich habe ist halt wer ist denn dieser Staat? Klar Frau Merkel und Herr Seehofer, aber doch genauso die  kleine Gemeinde die diesen ganzen privaten Initiativen irgendwo Rueckhalt und Unterstuetzung bieten können.

Gerade wenn  man erkennt das echte Integration nur durch persönliche , individuellen Austausch funktioniert und dass die Begeisterungsfaehigkeit der Bevoelkerung unter der schieren Masse und damit verbundenen Anonymisierung verlorenzugehen droht muss man doch auf allen Ebenen unterstützende Maßnahmen  erörtern.

OT ich mag den Staat nicht als feindliches Gebilde sehen, für mich ist  er immer noch auf allen Ebenen das Organ zur selbstorganisation mündiger Buerger ( ja es ist etwas  blauäugig ), das man aber natürlich beliebig optimieren darf.

PS..... Darf ich mir einen Kriegsbeilbegrabensmiley wünschen? :grins2:


Belbo

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #110 am: 02. September 2015, 18:53:16 »
Mal ganz aus der Huefte geschossen, machte es nicht Sinn, analog zu den Vertriebenen und Geflohenen  vor den Nazis die mit den Allierten zurückkamen,  eine Art Fremdenlegion auszubilden und auszurüsten die damit die Moeglichkeit bekommt,  sich ihre Heimat von den Diktatoren und Isisfaschisten zurückzuholen?

Da währen schon mal locker 20000 in Lohn und Brot.

Wenn ich das weiterspinne, wie schaut es denn mit Exilregierungen aus.......

Das ist gar nicht nur militaristisch gemeint, würde aber ein Signal senden "vielen Dank für die Hilfe, wir bleiben noch ein bisschen, und dann holen wir uns unsere Heimat zurück" ..... Damit könnte dann auch der ein oder andere Pegidaanhaeger was anfangen.



Belbo

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #111 am: 02. September 2015, 19:24:18 »
Zitat
"Wir werden uns überall auf Veränderungen einstellen müssen: Schule, Polizei, Wohnungsbau, Gerichte, Gesundheitswesen, überall", sagte deMaizière der "Zeit". "Das alles muss sehr schnell gehen, binnen Wochen! Für einen Teil unserer verkrusteten gesellschaftlichen Abläufe könnte das einen enormen Aufbruch bedeuten."

Erinnert irgendwie an die Schnellschusspolitik die zur Energiewende geführt hat.

Sauropode

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #112 am: 02. September 2015, 19:42:29 »
Zitat
Darf ich mir einen Kriegsbeilbegrabensmiley wünschen? :grins2:

Gerne.  :grins2:

Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben mehr geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr. Umerto Ecco

duester

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #113 am: 02. September 2015, 19:44:05 »
Da ich mich aber mit beiden Lösungen nicht anfreunden kann, bleibt mir nur die Hilflosigkeit.
[...]
(Entschuldigt diesen überlangen Beitrag, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.)
Vielleicht kann ich dir ein bisschen von der Belastung nehmen, wenn ich mich um eine neue Sichtweise bemühe. Diese Sorge vor "Überfüllung" bzw. Überforderung der Sozialsysteme ist ja verständlich, aber auch nicht ganz neu. Wenn man den Maßstab ändert, dann ist es ja eigentlich eine globale Problematik: Wie soll die Menschheit mit einer ständig wachsenden Bevölkerung klarkommen? Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sich die Befürchtungen bislang nicht bewahrheitet haben, weil der Mensch an und für sich recht lernfähig ist.

In deinem Beitrag stecken eine Menge Annahmen, die nahe legen, dass du davon ausgehst, dass die derzeitigen Flüchtlingsströme ungebrochen so weiter gehen und dass die langfristige Integration einer so großen Menge von Menschen unmöglich ist. Beides kann man in Frage stellen. Die sehr eindrücklichen Bilder, die wir im Fernsehen sehen, sind nicht zuletzt durch ein paar temporäre Faktoren bestimmt, z.B. die Aussage der Kanzlerin, Flüchtlingen aus Syrien regelmäßig Asyl zu gewähren und die Androhung Ungarns, einen Zaun zu bauen, deswegen kann es auch sein, dass der Flüchtlingsstrom schon morgen wieder abreißt. Es kann sein, dass der Nahe Osten politisch so destabilisiert wurde, dass es dort zu extremen Umwälzungen kommt - trotzdem heißt das nicht, dass diese Länder mit einer stabilen, hohen Rate entvölkert werden. Es könnte auch sein, dass ein Großteil derjenigen, die zur Migration bereit sind, gerade jetzt kommen und dass sich die Zahl der Flüchtlinge danach wieder auf einem Niveau stabilisiert, das unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle liegt.

Es kann sein, dass sich die Ursachen für die hohe Migrationsbereitschaft vor Ort auflösen. So ist es z.B. möglich, dass die UN in den Bürgerkrieg in Syrien eingreift. Das wirkt sich vielleicht nicht unmittelbar aus, weil Menschen auch aus politisch und wirtschaftlich instabilen Verhältnissen flüchten. Das Asylrecht sieht aber eine Rückführung vor, wenn die Asylgründe nicht mehr vorliegen, folglich ist eine Integration vielleicht gar nicht notwendig. Eine größere "Bedrohung" auf lange Sicht könnten Klimaflüchtlinge sein. Allerdings hat sich der Mensch bislang als recht anpassungsfähig erwiesen. So ist nicht ausgeschlossen, dass sich in den betroffenen Ländern z.B. die Bauweise oder die Landwirtschaft ändern (ggf. mit Unterstützung der hochtechnologisierten Staaten), so dass auch der klimatische Wandel nicht zwingend zu riesigen, kaum zu bewältigenden Völkerwanderungen führen muss.

Du kannst nicht ausschließen, dass mittelfristig auch hier ein Umdenken in der Politik stattfindet. Ein Teil der von dir beschriebenen Konflikte ist ja darauf zurück zu führen, dass Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in Deutschland von der Gesellschaft ferngehalten werden. Du gehst damit davon aus, dass die deutsche Politik trotz der bekannten Probleme bei der gesammelten Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnheimen bleibt und die Probleme ignoriert. Tatsächlich ist es aber eher so, dass man sich durchaus bewusst ist, dass diese Form der Unterbringung einer großen Anzahl von traumatisierten Menschen an einem Ort extrem problematisch ist. Deswegen ist nicht ausgeschlossen, dass sich neue Formen der Verteilung, wie z.B. die dezentrale Unterbringung in derzeit leerstehendem Wohnraum oder die Öffnung des Ausbildungssystems etablieren. Gerade weil das Problem jetzt drängend und akut geworden ist, könnte es sein, dass neue Konzepte entwickelt werden.

Schließlich kann man die Erfahrungen mit den Gastarbeitern der 1960er Jahre nicht auf die Asylsuchenden von heute übetragen. Damals wurden bewusst keine Integrationsbemühungen unternommen, weil man davon ausging, dass die Gastarbeiter das Land wieder verlassen, wenn sie nicht mehr gebraucht würden. Es wurden vor allem ungelernte Arbeiter gesucht, die tatsächlich mit Deutschen in prekären Arbeitsverhältnissen konkurriert haben. Das ist heute nicht mehr der Fall, der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt, so dass wir z.B. durch zügige Anerkennung der vorhandenen Qualifikationen eher profitieren können. Der "culture clash" muss nicht so groß sein, wie bei früheren Migrationswellen. Man muss sich mal bewusst machen, dass viele der Flüchtlinge ja gerade vor einer Islamisierung in ihren Heimatländern flüchten. Deren Integration hat in Deutschland spürbare kulturelle Auswirkungen, aber es muss eben nicht die von Rechten beschriene "Islamisierung des Abendlandes" sein, sondern es ist genauso gut möglich, dass hier der moderate Islam gestärkt wird - was gerade Konservative, die sich gegen eine Säkularisierung stemmen, befürworten können.

In Summe kann man die ganze Sache vermutlich deutlich runterkochen und als momentane humanitäre Herausforderung betrachten. Jetzt gerade eben sind viele Menschen in einer Notlage, auf die Politik und Zivilgesellschaft nicht vorbereitet waren, so dass eine momentane, hoch sichtbare Ausnahmesituation entstanden ist. Das Dilemma, das du beschreibst, zwischen dem Bedürfnis in der momentanen Situation zu helfen und Befürchtungen im Hinblick auf die mittlere und lange Frist, ist sicher vorhanden, sollte aber nicht durch Katastrophenszenarien, die den Status Quo fortschreiben, verzerrt werden.

duester

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #114 am: 02. September 2015, 19:51:24 »
Das ist gar nicht nur militaristisch gemeint, würde aber ein Signal senden "vielen Dank für die Hilfe, wir bleiben noch ein bisschen, und dann holen wir uns unsere Heimat zurück"

Wäre da nicht eine Öffnung des Ausbildungssystems sinnvoller? Als klare Aussage: "Wenn du einen Ausbildungs- oder Studienplatz findest, dann darfst du ihn wahrnehmen. Dazu kommen noch ein paar Jahre, in denen du beim Arbeitgeber arbeiten darfst, damit auch der was davon hat. Wenn es aber keine Gründe für Asyl mehr gibt, steht mittelfristig die Rückkehr an - aber dann gut ausgebildet, das kann dir dann niemand mehr nehmen.".

ajki

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #115 am: 02. September 2015, 20:08:36 »
eine Art Fremdenlegion auszubilden und auszurüsten

Die Querfrontler und Rosenmontagspassivisten würden sich für derartige Aktivitäten bei ihren Schaumschlägereien sehr herzlich bedanken. Tun die ja eh' schon bei staatlichen Aktivitäten im Rahmen kollektiver Sicherheit - egal welche, angefangen bei Schrottverkäufen/-abgaben aus Bundesbesitz, von realen außerstaatlichen Mißmanagement"einsätzen" mal ganz abgesehen.

Ganz im Nebenbei: GG - z.B. Art. 26 und gesamtes Verpflichtungssystem mit internationaler Bindewirkung.
every time you make a typo, the errorists win

mossmann

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #116 am: 02. September 2015, 20:23:14 »
Erinnert irgendwie an die Schnellschusspolitik die zur Energiewende geführt hat.

Dennoch ist die Welt noch immer nicht untergegangen, die Wirtschaft noch immer nicht am Boden und keine Fussballübetragung fiel aus.
Trotz Energiewende.
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Conina

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #117 am: 02. September 2015, 20:29:58 »
"Die Dicke singt nicht" passt dazu:

http://zettelsraum.blogspot.de/2015/07/die-dicke-singt-nicht.html


Wir stümpern uns eben immer ein bisschen vorwärts.

Belbo

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #118 am: 02. September 2015, 20:31:22 »
Erinnert irgendwie an die Schnellschusspolitik die zur Energiewende geführt hat.

Dennoch ist die Welt noch immer nicht untergegangen, die Wirtschaft noch immer nicht am Boden und keine Fussballübetragung fiel aus.
Trotz Energiewende.

Was ich ja auch nicht behauptet habe und was nichts daran ändert dass es ein Stueck undurchdachter., Populistischer Schnellschusspolitik war.

mossmann

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Re: Flüchtlinge
« Antwort #119 am: 02. September 2015, 20:36:58 »
Was ich ja auch nicht behauptet habe und was nichts daran ändert dass es ein Stueck undurchdachter., Populistischer Schnellschusspolitik war.

Interessant wäre mal ein Vergleich Schnellschusspolitik vs Langsamschusspolitik ...
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend