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Verzweiflung und Niedergeschlagenheit wegen Unmengen Irrer und Vollidioten?

Begonnen von Dolph, 31. Oktober 2012, 23:07:14

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celsus

Zitat von: Dr. Ici Wenn am 31. Oktober 2012, 23:59:45
Zitat von: celsus am 31. Oktober 2012, 23:57:21
Da fällt mir gerade auf, dass Psiram eine Literaturliste braucht.

Wir haben doch irgendwo einen Bücherthread.
Und eine riesen Linkliste ...

Schöner wäre etwas prominent verlinktes, vielleicht ein paar kurze Rezensionen und Inhaltsangaben der wichtigsten Literatur. Zwei Buchbesprechungen hängen bei mir zur Zeit in der Pipeline, vielleicht haben andere Leute auch noch etwas vorrätig. Wäre auf jeden Fall mal ein Projekt.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Dolph

Danke, die Liste bei gwup werde ich mir morgen mal in Ruhe ansehen.

Danke Ici Wenn, das sagt mir spontan sehr zu! Die eher etwas "historische" Herangehensweise entspricht mir auch aus verschiedenen Gründen, zumal mich der Wahnsinn von gestern anscheinend auch etwas weniger aufregt, als der Wahnsinn von heute.  ;)

Dolph

Zitat von: celsus am 01. November 2012, 00:00:12
Schlimm sind die Sachen im persönlichen Umfeld, wenn jemand, den man zu kennen glaubte, plötzlich anfängt einem etwas von Chemtrails und Haarp und Impfschäden vorzubeten.

Ganz genau, so was ist wie ein Albtraum. Nur ohne Traum... Und es gibt sogar akademische Milieus, in denen bestimmte Sachen schon fast Konsens zu sein scheinen.

celsus

The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

celsus

Zitat von: Dolph am 01. November 2012, 00:02:32
Danke, die Liste bei gwup werde ich mir morgen mal in Ruhe ansehen.

Danke Ici Wenn, das sagt mir spontan sehr zu! Die eher etwas "historische" Herangehensweise entspricht mir auch aus verschiedenen Gründen, zumal mich der Wahnsinn von gestern anscheinend auch etwas weniger aufregt, als der Wahnsinn von heute.  ;)

Mein Lieblingsautor zur Zeit, da ist alles dabei, gestern und heute:
http://www.scilogs.de/blogs/blog/gedankenwerkstatt
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Dr. Ici Wenn

Zitat von: celsus am 01. November 2012, 00:06:59
Macht einen sehr guten Eindruck. Eher für "Fortgeschrittene", wie es aussieht. Das wird meine Winterschmökerei.

Es ist eine penible Materialsammlung, eher weniger Wertung oder Erklärung. Man muss sich durchbeißen, aber ich meine, es lohnt sich, um heutige Phänomene besser einordnen zu können.

71hAhmed

Ob man wirklich am Verstand und Urteilsvermögen des Durchschnittsbürgers verzweifeln sollte, ist für mich fraglich. Zwar wird der ganze Kram mehr oder weniger flächendeckend verbreitet, aber wie viele das wirklich ernst nehmen, ist eine andere Frage. Wenn man sich selber mit etwas beschäftigt, fällt einem vieles auf, das für die meisten anderen nicht relevant ist und daher nicht (oder kaum) wahrgenommen und beachtet wird.
Man kann da schnell in der selben Denkfalle landen, wie viele Anhänger esoterischer Denkmodelle und Verschwörungstheorien, alles, was die eigenen Ansichten zu bestätigen scheint überzubewerten und den Rest auszublenden.

Menschen mit wirren Ansichten hat es immmer gegeben und wird es wohl immer geben, nur hatten sie früher nicht die Möglichkeit, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und Gleichgesinnte zu finden. Ausserdem haben die meistem "Normalen" wohl auch noch andere Interessen, als flächendeckend gegen Irrationales zu argumentieren, so daß die andere Seite im Verhältnis überpräsent erscheint.





Dr. Ici Wenn


sumo

im Laufe der Zeiten habe ich mir ein dickes Fell wachsen lassen, es geht nicht anders!
Wenn nette, umgängliche menschen sich als Jünger Steiners entpuppen, so ist das erstmal nicht so schlimm, aber wenn die dann anfangen, sich völlig einseitig zu ernähren, dann wird es langsam unangenehm. Später dann die Phase der Ernährung mit Licht, die im Krankenhaus endete. Einsicht? Fehlanzeige! man sei eben innerlich, geistig noch nicht so weit entwickelt, um das "höhere Stadium" zu erreichen. Argumente hört man sich an. Allerdings habe ich bei diesen Menschen grundsätzlich den Eindruck, daß sie sich bereits in einem Stadium höherer Erkenntnis fühlen und auf "uns normale Wissenschaftsgläubige" mitleidig herabschauen, weil wir die "...wahre Erkenntnis..." noch nicht haben. Man missioniert nicht unbedingt, aber man ist felsenfest davon überzeugt, recht zu haben.
Da hilft wirklich nur ein dickes Fell!!!!

hamer_nein_danke

passend zum Thread verkündet der Idiot Honigmann, dass Sandy durch Chemtrails entstanden ist ... und auch der Experte vom sauberen Himmel bestätigt das
http://www.sauberer-himmel.de/2012/10/30/ist-sandy-ein-meisterwerk-des-geo-engineering/
einfach nur noch widerlich

LeBon

Zitat von: Dolph am 31. Oktober 2012, 23:07:14
... seid Ihr auch manchmal einfach nur fertig und habt keine Lust mehr?

Nein, eher nicht. Klar, es ist oft frustrierend, wenn man Anhänger des Humbugs kaum oder gar nicht erreichen kann. Aber ich persönlich habe dann eher ein Gefühl der Erleichterung und der Zufriedenheit, weil ich (im Gegensatz zu den Opfern) eben nicht auf die Schlangenölverkäufer, Wanderprediger und sonstigen Eso-Spinner reingefallen bin.
Und das Internet sorgt zwar leider für die Verbreitung von viel Unfug, doch es hilft genauso, diesen Unfug zu erkennen und zu bekämpfen. Deshalb freue ich mich täglich über Psiram, GWUP-Blog & Co.. Durch diese Unterstützung erlebt man weniger Frust und kann in seinem Umfeld etwas fundierter und konkreter auf Eso-Schwachsinn reagieren. Man hat dann wenigstens teilweise Erfolgserlebnisse, wenn man Leute zum Nachdenken bringen und zu mehr Skepsis bewegen kann.

P.Stibbons

Herzlich willkommen auch von mir, Dolph!

ZitatNoch schlimmer wird es aber sicherlich, wenn es Leute betrifft, die einem persönlich nahe stehen. Wenn sich z.B., wie mir selbst vor ein paar Jahren mal passiert eine junge Frau, der man tatsächlich romantisch zugetan ist, sich nach einigen Wochen als GNM-Jüngerin entpuppt. Für mich "stirbt" so ein Mensch in diesem Augenblick, denn dass ich ihn nicht überzeugen kann weiß ich.

Warum "stirbt" der Mensch für dich? - (Abgesehen davon, dass es wohl nicht möglich ist, auf der Basis konträrer Weltbilder auf Dauer eine glückliche Beziehung zu führen, meine ich.) Die Formulierung hat so etwas Unwiderrufliches...

Wird die Basis der Wertschätzung eines Menschen dadurch gemindert, dass die Person einem Irrtum aufgesessen ist?
Oder ist einfach eine Verständigung manchmal nicht mehr möglich?

Ich frage nach, weil ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Manchmal trennen sich die Wege tatsächlich unrettbar, aber wenn die Basis der persönlichen Wertschätzung gelegt ist, kann man auch unterschiedliche Auffassungen und "Welt-Deutungen" aushalten und dennoch befreundet sein.
Mich interessiert eigentlich immer sehr, warum Menschen solche Konstrukte für ihr inneres Gleichgewicht benötigen, d.h. welchen Sinn und Zweck das Gedankengebäude für die seelische Balance erfüllt.

Im Fall eines mir sehr nahe stehenden Menschen ergeben sich viele hochinteressante Gespräche gerade wegen der konträren Blickwinkel, und ein wachsendes Interesse an naturwissenschaftlichen Themen bahnt sich an.
Das war möglich, weil ich lange Zeit nicht alles sofort korrigiert und in der Luft zerrissen habe, sondern versuchte, eher neutral zu formulieren: "Aus naturwissenschaftlicher Sicht stellt sich das so und so dar... gibt es an dieser Stelle dann das Problem bzw den Widerspruch..."

Dolph

Zitat von: P.Stibbons am 01. November 2012, 10:26:13
Warum "stirbt" der Mensch für dich? - (Abgesehen davon, dass es wohl nicht möglich ist, auf der Basis konträrer Weltbilder auf Dauer eine glückliche Beziehung zu führen, meine ich.) Die Formulierung hat so etwas Unwiderrufliches...

Ja ja, ich weiß. Ohne Frage neige ich selbst in gewisser Weise zu manichäischem Denken!
Ich ertrage einfach gewisse Standpunkte bei anderen Leuten schlecht bis gar nicht, wenn sich eben im Grunde bereits von Anfang an zeigt, dass die betreffende Überzeugung komplett auf irrationalen Annahmen und somit auf mangelhaftem Urteilsvermögen fußt. Meiner persönlichen Ansicht nach ist eine vernünftige Diskussion, oder auch nur ein Gespräch, bei dem mein Blutdruck nicht über eine kritische Marke steigt, ab diesem Punkt einfach nicht mehr möglich. Die Leute verfügen ja zu allem Überfluss in der Regel über einen gewissen missionarischen Eifer und glauben, das Licht der Welt gesehen zu haben, wenn der Homöopath sie endlich an die "starken" Hochpotenzen gelassen hat und es endlich mal zu einer ordentlichen "Erstverschlimmerung" gekommen ist...
Es ist vielleicht einfach eine Frage der Persönlichkeitsstruktur. Manche Leute sind z.B. allenfalls leicht genervt, wenn ihnen irgendwer ständig was von Jesus und Engeln vorfaselt und können andere Eigenschaften der betreffenden Person wertschätzen. Ich kann und will so jemand einfach nicht um mich haben, weil es mich regelrecht fuchsig macht und ich in demjenigen eben nichts anderes sehen kann als den grenzdebilen Spinner, der er nun mal ist.

P.Stibbons

Die Ratio hat für dich offenbar einen maximal hohen Stellenwert:
Zitat
...weil es mich regelrecht fuchsig macht und ich in demjenigen eben nichts anderes sehen kann als den grenzdebilen Spinner, der er nun mal ist.

Passt dein hartes Urteil mit der Definition von Debilität bzw dem Grenzfall kurz vor der Debilität zusammen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Geistige_Behinderung#Grade_der_geistigen_Behinderung

Was würde es für dein Selbstverständnis bedeuten, wenn deine kognitiven Fähigkeiten z.B. plötzlich durch eine Depression eingeschränkt würden, wie sie jeden Menschen im Laufe des Lebens befallen kann?

Dolph

Zitat von: P.Stibbons am 01. November 2012, 11:51:12
Die Ratio hat für dich offenbar einen maximal hohen Stellenwert:

Was würde es für dein Selbstverständnis bedeuten, wenn deine kognitiven Fähigkeiten z.B. plötzlich durch eine Depression eingeschränkt würden, wie sie jeden Menschen im Laufe des Lebens befallen kann?

Da ich seit über 10 Jahren permanent und ziemlich therapieresistent dysthym lebe kann ich dir durchaus versichern, dass man deswegen nicht plötzlich anfängt an Erdgeister oder Chemtrails zu glauben. Kognitive Defizite im Sinne von sich nicht vernünftig konzentrieren zu können oder z.B. Lernschwierigkeiten zu entwickeln ist etwas anderes, als der Verlust des Kontakts zur Realität.

Um bei deiner Pathologie-Analogie zu bleiben, ich fände den Vergleich mit einer schizophrenen Psychose passender. Während eines Praktikums auf einer geschlossenen Abteilung hat mich mal ein Patient davon zu überzeugen versucht, dass "irgendwas mit dem Sonnenuntergang nicht stimme", bzw. dass "da doch irgendwas dran gedreht wurde". Da drängten sich mir dann gewisse Parallelen zu anderen Phänomenen doch sehr auf.
Um deine Frage zu beantworten, ich würde mich in einem SOLCHEN Zustand, quasi abstrakt aus der Distanz betrachtet, nicht mehr als mich selbst definieren. Während man allerdings in einem solchen Fall die Verkennung der Umwelt durch Neuroleptika ziemlich zuverlässig wieder ins rechte Lot rücken kann, möchte man den vermeintlich "gesunden" Zeitgenossen mit entsprechenden Problemen einfach nur auf die Brust trommeln und sie anflehen, doch bitte endlich mal die Augen zu öffnen.