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Sind Esoteriker immer rechts?

Begonnen von Hildegard, 27. Oktober 2012, 21:45:13

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Dr. Ici Wenn

Zitat von: Cosmo Kramer am 29. Oktober 2012, 20:02:23
So ein bisschen Esoterik, dafür muss man keinesfalls politisch "rechts" sein. Zumindest ist mir das nicht aufgefallen, eher das Gegenteil.
Aber ich kenne wohl auch überwiegend Leute, die man als links einordnen würde...

Das Problem ist doch die Diskrepanz zwischen Selbsteinstufung und Aussagen, die man trifft. Viele Linke zeichnen sich durch ein naives (um es mal freundlich zu sagen) Geschichtsbewusstsein aus. Und gucken dann wie ein Eichhörnchen bei Gewitter, wenn man ihnen die Herkunft ihrer Überzeugungen etwas näher bringt.


Wolleren

Nur so als Beweis, das Dr. Ici Recht hat:
Zitat von: Cosmo Kramer am 29. Oktober 2012, 20:02:23
So ein bisschen Rassismus, dafür muss man keinesfalls politisch "rechts" sein. Zumindest ist mir das nicht aufgefallen, eher das Gegenteil.
Aber ich kenne wohl auch überwiegend Leute, die man als links einordnen würde...
Denn: "Einige meiner besten Freunde sind Türken" ist der häufigste Spruch von Ausländerhassern.

Uups, falsch zitiert! Entschuldigung. Esoterik ist reaktionär und damit rechts.

Belbo zwei

Das "rechts" der Esoteriker ist dass sie sich in faschistoider Art und Weise oft als "Herrenrasse" der Erkenntnis betrachten und von Ihren Gurus entsprechend indoktriniert werden. Der Unterschied zwischen rechten und linken Arschlöchern ist der, dass bei den einen unveränderliche Gegensätze (Rasse, Gottesglaube) und den anderen veränderliche (Reichtum, Besitzverhältnisse) als Grund für die Verfolgung vorgegeben werden, und ja das ist ein Unterschied.....

S. K. Paden

@ Belbo zwei
Ja, das ist ein Unterschied. Finde ich auch.
Das eine ist Religion, das andere ist Ideologie.
Das eine ist Kampf gegen unwertes Leben, das andere ist "Klassenkampf".
Das eine ist die Überzeugung, dass die Herrenrasse per se alle Rechte hat auf ein gutes Leben, das andere ist die Überzeugung, dass alle gleiches Recht haben auf einen Anteil am gute Leben.
Meinst du das?
Und falls ja, bewertest du in dem Zusammenhang?


Cosmo Kramer

Zitat von: Wolleren am 30. Oktober 2012, 00:00:02
Nur so als Beweis, das Dr. Ici Recht hat:
Zitat von: Cosmo Kramer am 29. Oktober 2012, 20:02:23
So ein bisschen Rassismus, dafür muss man keinesfalls politisch "rechts" sein. Zumindest ist mir das nicht aufgefallen, eher das Gegenteil.
Aber ich kenne wohl auch überwiegend Leute, die man als links einordnen würde...
Denn: "Einige meiner besten Freunde sind Türken" ist der häufigste Spruch von Ausländerhassern.

Uups, falsch zitiert! Entschuldigung. Esoterik ist reaktionär und damit rechts.

Nett von dir, dass über dem abgeänderten Zitat weiterhin mein Name steht.  ???

Rassismus ist ein anderes Thema. Wenn jemand sagt, dass sich diese oder jene Gruppe (meistens sind wohl Türken, Araber oder Russen gemeint) "nicht benehmen würde", dies ergänzt mit den Worten : "Das wird man wohl noch sagen dürfen", dann halte ich diese Person ehrlich gesagt nicht automatisch für einen "Ausländerhasser".
Das ist mir zu billig....

Zum eigentlichen Thema: Wenn man in seiner Freizeit ein bisschen Hokuspokus macht, ist man doch nicht generell reaktionär. Das betreibt mancheiner halt so als Hobby.
Andere machen Sport, Gartenarbeit, was auch immer....

S. K. Paden

@Dr. Ici Wenn

Viele Konservative zeichnen sich durch ein betroffenheitsmäßig unreflektiertes (um es mal freundlich zu sagen) Geschichtsbewußtsein aus, einem Gequirl aus Ex-Opfer- Jetzt-Sieger-Mentalität mit Anbetung des Status Quo und Veränderungsphobie (neue Ideen, wie es hier schöner sein könnte? Lieber nicht, mir gehts doch gut, besser muss nicht!). Und jammern wahrscheinlich den Mond an wie ein Hündchen, wenn man ihnen die Herkunft ihrer Überzeugungen etwas näher bringt.

Echt, manchmal hab ich  den Eindruck (nicht unbedingt nur in diesem Thread), ich bin hier in einem Ossi Verein oder auf einem Evangelischen Kirchentag. Sobald es um weltanschauliche Fragen geht, verlieren einige Herrschaften jegliche Kontrolle und knatschen von den bösen Kommis als der Inkarnation des Teufels.

The Doctrix

Zitat von: S. K. Paden am 30. Oktober 2012, 06:39:25
Echt, manchmal hab ich  den Eindruck (nicht unbedingt nur in diesem Thread), ich bin hier in einem Ossi Verein oder auf einem Evangelischen Kirchentag. Sobald es um weltanschauliche Fragen geht, verlieren einige Herrschaften jegliche Kontrolle und knatschen von den bösen Kommis als der Inkarnation des Teufels.

Um mal Walter Ulbricht zu zitieren: "Der Kommunismus an sich ist eine gute Sache, nur die Kommunisten taugen nichts." (1934 aus dem Pariser Exil)
Immer, wenn Du glaubst, dümmer gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eso her!

Onkel Heinz

Zitat von: S. K. Paden am 30. Oktober 2012, 06:39:25
@Dr. Ici Wenn

Viele Konservative zeichnen sich durch ein betroffenheitsmäßig unreflektiertes (um es mal freundlich zu sagen) Geschichtsbewußtsein aus, einem Gequirl aus Ex-Opfer- Jetzt-Sieger-Mentalität mit Anbetung des Status Quo und Veränderungsphobie (neue Ideen, wie es hier schöner sein könnte? Lieber nicht, mir gehts doch gut, besser muss nicht!). Und jammern wahrscheinlich den Mond an wie ein Hündchen, wenn man ihnen die Herkunft ihrer Überzeugungen etwas näher bringt.

Echt, manchmal hab ich  den Eindruck (nicht unbedingt nur in diesem Thread), ich bin hier in einem Ossi Verein oder auf einem Evangelischen Kirchentag. Sobald es um weltanschauliche Fragen geht, verlieren einige Herrschaften jegliche Kontrolle und knatschen von den bösen Kommis als der Inkarnation des Teufels.

Das mit dem Ossi-Verein/Kirchentag musst du mal näher ausführen, den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Und nebenbei, was hat denn deiner Meinung nach der Kommunismus zum Bruttoglücksprodukt der Welt beigetragen?

zwingenberger

ZitatSobald es um weltanschauliche Fragen geht, verlieren einige Herrschaften jegliche Kontrolle und knatschen von den bösen Kommis als der Inkarnation des Teufels.

Wenn das so sein sollte, zeigt das nur die Zugehörigkeit dieser Herrschaften zur Linken. Die waren sich gegenseitig schon immer die heftigsten Widersacher.

Onkel Heinz

Na, jetzt wird es lustig.

Verstehe ich richtig: Wer den Kommunismus kritisch betrachtet, verliert die Kontrolle und ist konservativ, was wiederum zeigt, dass er zum Lager der Linken gehört?

Belbo zwei

Naja, wie immer wenns hier hoch hergeht reden mal wieder alle von was anderem, der eine von einer Person die der Lehre anhängt dass eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel unmittelbar zum Paradies auf Erden führt ( was vielleicht dumm aber noch nicht gemeingefährlich ist) und die anderen von Josef Stalin (oder einem seiner Gesinnungsgenossen( der nicht dumm aber gemeingefährlich war), solange wir uns darüber klar sind ob der eine zwangsläufig zum anderen führt, sollten wir erstmal die Popcornmaschine anheizen.

Der erstere hätte immerhin Karl Marx auf seiner Seite, der ja mal Religion als Opium fürs Volk bezeichnet hat, und von dem ich nichts wüssste dass darauf hindeuten würde dass er das nicht auch auf die Esoterik ausgedehnt hätte.

zwingenberger

Ne, Noddy, Du hast einfach nicht genug Erfahrungen mit dem Gezicke zwischen Linken machen müssen.

Belbo zwei

Zitat von: S. K. Paden am 30. Oktober 2012, 06:37:28
@ Belbo zwei
Ja, das ist ein Unterschied. Finde ich auch.
Das eine ist Religion, das andere ist Ideologie.
Das eine ist Kampf gegen unwertes Leben, das andere ist "Klassenkampf".
Das eine ist die Überzeugung, dass die Herrenrasse per se alle Rechte hat auf ein gutes Leben, das andere ist die Überzeugung, dass alle gleiches Recht haben auf einen Anteil am gute Leben.
Meinst du das?
Und falls ja, bewertest du in dem Zusammenhang?


Ich persönlich glaube dass der Mensch sowohl die Regung hat seine Gene gegen die anderen Menschen zu verbreiten als auch mit genau diesen Menschen in einer "harmonischen" Gesellschaft zu leben. Jede Religion oder Ideologie die eine dieser beiden "Regungen" zu negieren versucht halte ich für unmenschlich.

proLurk

Esoterik ist Querfront für Gutmenschen.

S. K. Paden

@Noddy (heute um 13.38)

zu:"das mit dem Ossi-Verein/Kirchentag":
die Begriffe habe ich herangezogen, um die meiner Meinung nach bestehende Irrationalität von Antikommunismus anzudeuten:
Ossi-Verein,
weil es mir, die ich schon längst keine Kommunistin mehr bin, subjektiv entsetzlich auf die Nerven geht, wenn Ex-DDR-Bürger (und deren gibt es hier einige, wie ich aus vorangegangenen Diskussionen erkannt habe) betroffenheitslarmoyant dem Kommunismus oder was sie dafür halten, die Hauptschuld an allem Schrecklichen geben, was je auf der Welt passiert ist. Find ich für Skeptiker unprofessionell.
Kirchentag
weil die lila-linksliberale Klientel dieser Happenings den Teufel aus der Mottenkiste kramt und ihn Kommunismus nennt. Zumindest, solange es noch Systeme gibt, die man notfalls als kommunistisch deklarieren kann und die das bunte Völkchen von Dissidenten und Menschenrechtskämpfern hergibt, die man unter dem weiten Mantel protestantischen Gutmenschentums ansammeln kann.

Okay, ich bin selber irrational in meinem Anti-Antikommunismus. Ich kann es einfach nicht über mich bringen, einen Satz wie "Im Umbringen von Leuten, die der falschen Sorte Mensch angehören, liegen die Kommis weit vorne." (Antwort #2 in diesem Thread) unkommentiert zu lassen. Und ich kriege Pickel, wenn ich als Antwort auf meine (zugegebenermaßen flapsige) Bitte nach einem Beleg für so eine Behauptung eine Liste von Massenmördern als "ungeprüfte Quelle" kriege.

Zu: "Was hat der Kommunismus zum Bruttoglücksprodukt der Welt beigetragen?"
Die Gleichheit aller Menschen (vor Gott aus dem neuen Testament) und die Gleichheit aller Bürger (vor dem Staat aus der französischen Revolution) bekommt durch die Idee einer denkbaren Gleichheit aller Menschen bei der Teilhabe an materiellen Gütern neue Substanz.
Und
Die Kritik an Religion, das Infragestellen der Existenz einer überirdischen und allmächtigen Instanz wird den Massen nahe gebracht und ist nicht mehr bloß das Ding von mit den Gedanken der Aufklärung vertrauten fortschrittlichen Bildungsbürgern.

@psiram
Ich bin sehr erleichtert, dass ich jetzt hier nicht als Troll dastehe. Ich hatte ganz schön Angst davor, die Antworten auf meinen letzten Beitrag zu lesen.