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Begonnen von fenkt, 16. Januar 2012, 21:34:03

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celsus

Auch in diesem Text bleibt nur das Urteil "Thema verfehlt". Das genannte Unwort ist keine Diskussionsgrundlage, sondern ein neurechter Kampfbegriff zur Dikreditierung politischer Gegner. Das hat Frau Wendland (vorsätzlich?) übersehen.

Salonkolumnisten kann auch langsam weg.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

sailor

Text nicht verstanden.

Es geht doch genau darum, dass mit der "Weihe" zum Unwort des Jahres diese Diskreditierung zementiert wird. D.h. jeder "Nutzer" des Wortes aus der Diskussion geschmissen werden kann... ohne dass sich differenziert damit auseinander gesetzt werden muss, was, wie Frau Wendland darstellt, ja äusserst praktisch für die "Klimahysteriker" ist. Wenn man hier Kampfbegriffe aus der Diskussion schmeißen möchte, dann sollte man Klimahysteriker UND Klimaleugner brandmarken. Letzteres wird gern und inflationär genutzt, vor allem wenn es darum geht, Kritiker der doktrinären altgrünen Ansichten zu diskreditieren und selbst in privaten Diskussionen mundtot zu machen^^

Darüber hinaus bin ich aufgrund persönlicher Erfahrungen mit den emotional hochaufgeladenen Klimaschreiern deutlich auf einer Linie mit Frau Wendland, was die Sympthome einer "Hysterie" (überhaupt kein Widerspruch zu den Kontra-Argumenten bzgl. der misogynen Konnotation!) oder besser eines psychotischen Phänomens angeht: Da fordert F4F+Greta, auf Wissenschaftler aka Ratio zu hören und gleichzeitig argumentiert man mit "Panik", Angst, Schuldzuweisungen und allem möglichen fragwürdigen emotionalen Kategorien bis hin zur "Ökodiktatur". Gehts noch? Dieses Niveau nähert sich ziemlich den AfDern an...

Ich bin für "Umvolkung" als Unwort des JAhres.

LaDeesse

Zitat von: celsus am 20. Januar 2020, 16:16:05
Das genannte Unwort ist keine Diskussionsgrundlage, sondern ein neurechter Kampfbegriff zur Dikreditierung politischer Gegner. Das hat Frau Wendland (vorsätzlich?) übersehen.

? ? ?

Sie hat diesen Punkt keineswegs übersehen (schon gar nicht vorsätzlich), sondern mehrfach angesprochen:

ZitatWenn die ,,Klimahysterie" in der Imagination der Rechten ein panisches Ökoweib ist, so ist der ,,Klimaleugner" in der Imagination der Linken ein alter weißer dummer Mann.
ZitatNein, der wahre Grund für die Wahl des Unworts ist gar nicht sein Unwort-Gehalt, sondern die Richtung, aus der das Wort gerufen wurde: ,,Der Ausdruck wurde 2019 von vielen in Politik, Wirtschaft und Medien – von der F.A.Z. über Unternehmer bis hin insbesondere zu AfD-Politikern – verwendet", so die Sprachkritik-Jury. ... Wenn wir nun aber das Votum der Sprachkritik-Jury ernst nehmen, dann ist  ,,Hysterie"-Zuschreibung in jedem Falle unzulässig, da hier nicht argumentativ gekämpft wird, sondern mittels Pathologisierung, d.h. Zuflucht zu einem unzulässigen Argumentum ad hominem genommen wird. ... Weil es hierzulande durchaus zum guten Ton gehört, die Rechten für krank zu halten, statt sie argumentativ zu stellen. Und das, liebe Sprachkritik-Jury, nennt man einen Doppelstandard.


Zitat von: celsus am 20. Januar 2020, 16:16:05
Salonkolumnisten kann auch langsam weg.
Der Anteil völlig indiskutabler Texte ist in der Tat hoch. Das entwertet diesen Beitrag aber nicht.

eLender

Dem Baumesoteriker Peter Wohlleben wurde ein Artikel in der SZ gewidmet. Der ist ein echter Kandidat für's Wiki.

ZitatDer Förster Peter Wohlleben fasziniert viele mit seinen Büchern über die Verbindung zwischen Mensch und Wald. Doch Biologen sind entsetzt von seinen Thesen.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/wohlleben-wald-biologen-kritik-1.4765832

Lichtpause: https://ibb.co/N9HgZT9
Wollte ich nur mal gesagt haben!

celsus

The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

eLender

ZitatMit ihrem Flugtaxi will die bayrische Firma Lilium eigentlich durchstarten. Jetzt stellen Wissenschafter aber fest, dass die Prognosen des Unternehmens zu den Leistungen seines elektrischen Senkrechtstarters wohl absolut unrealistisch sind.
https://www.nzz.ch/mobilitaet/luftfahrt/lilium-jet-gegenwind-fuer-das-flugtaxi-ld.1537943

Da hilft nur noch eins: sofort Günther Krause und ggf. Calli in den wissenschaftlichen Beirat holen. Ein paar Neutrino-Segel auf das Teil geschraubt und ab geht's.
Immer wieder erstaunlich, wie leicht sich viele "Experten" quer durch alle Lager davon überzeugen lassen, dass die Naturgesetzte weniger wichtig sind als eine gute Präsentation. Da gibt es ja auch in unserem Wiki eine Menge Beispiele. Ich bezeichne diese Art der Technologe mit dem von mir neu eingeführten Begriff "HypelogieTM". Hypelogisch ist vieles machbar.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

celsus

Zitat von: eLender am 03. Februar 2020, 23:10:10
ZitatMit ihrem Flugtaxi will die bayrische Firma Lilium eigentlich durchstarten. Jetzt stellen Wissenschafter aber fest, dass die Prognosen des Unternehmens zu den Leistungen seines elektrischen Senkrechtstarters wohl absolut unrealistisch sind.
https://www.nzz.ch/mobilitaet/luftfahrt/lilium-jet-gegenwind-fuer-das-flugtaxi-ld.1537943

Da hilft nur noch eins: sofort Günther Krause und ggf. Calli in den wissenschaftlichen Beirat holen. Ein paar Neutrino-Segel auf das Teil geschraubt und ab geht's.
Immer wieder erstaunlich, wie leicht sich viele "Experten" quer durch alle Lager davon überzeugen lassen, dass die Naturgesetzte weniger wichtig sind als eine gute Präsentation. Da gibt es ja auch in unserem Wiki eine Menge Beispiele. Ich bezeichne diese Art der Technologe mit dem von mir neu eingeführten Begriff "HypelogieTM". Hypelogisch ist vieles machbar.

Und wie sich diverse Politiker vor diesen Karren spannen ließen und dafür gleich die Netzneutralität kippen wollten - entgegen aller Expertenratschläge.

Wer mal mit einem Multicopter gespielt hat, hatte schon eine ungefähre Vorstellung von der Leistungsfähigkeit dieser "Flugtaxis".
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Scipio 2.0

Kommen wir Mal zu etwas wirklich unangenehm.

Ich bin heute bei Gesundheits-Check auf folgenden Artikel bezüglich des Umgangs der Justiz mit Julian Assange gestoßen.

https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange

Wenn es stimmt was da steht wird im Fall von Assange praktisch der komplette Rechtsstaat ausgehebelt um kriminelle Machenschaften zu vertuschen. Das würde man eher aus Diktaturen erwarten aber so wie es aussieht bedarf es dafür keiner offensichtlichen Autoritären Strukturen.

sailor

@scipio: "Interessant" daran ist, dass die Dokumente nur Melzer vorliegen. In meinen Augen schon verwunderlich, dass jemand, der mal eben ein erklecklichen Anteil US-amerikanischer Geheimnachrichten und mehr ins Netz stellt dies nicht mit den Beweisen für seine Unschuld tut. Man kann jetzt den Fall sehen wie man will, dass es Folgen für Assange hat ist vollkommen klar. Aber er selbst hat sich zum Gesicht von wikileaks gemacht und nicht nur den USA ins Geschicht gespuckt, sondern die Plattform auch noch politisch positioniert. Ob er nun bei der Vergewaltigung unschuldig ist oder nicht spielt im größeren Kontext keine Rolle, er wusste, dass er nach der Veröffentlichung gejagt werden würde.

PeterPan

Sag mal was ist den da los? Wohin kann ich das schieben? Ist das Dummheit, Ignoranz oder Kalkül?

Thüringens Ministerpräsident steht fest
https://www.salonkolumnisten.com/so-sehen-pyrrhussieger-aus/
ZitatKubicki mit seiner Aussage den Ton vorgab, das Thüringer Desaster sei ,,ein großartiger Erfolg für Thomas Kemmerich" und der Beweis dafür, dass ,,die Aussicht auf fünf weitere Jahre Ramelow" für die Abgeordneten nicht sehr ,,verlockend" gewesen sei...

Typee

Von allem etwas.

Kalkül will ich nicht mehr ausschließen, nachdem die politische Klasse in Thüringen sich offensichtlich immer noch nicht klar gemacht hat, dass man das Rattenrennen nach rechts nur verlieren kann, weil immer ein noch Radikalerer rechts überholen wird (diesem Mechanismus wird als einer der nächsten auch Jörg Meuthen zum Opfer fallen). Grenzenlose Naivität gehört sicher dazu, auf jeden Fall eine gutes Maß  Verantwortungslosigkeit. Schon zu einem dritten Wahlgang, der den Schurkenstreich mit dem Pappkameraden-Kandidaten der AfD erst ermöglichte, hätte es niemals kommen dürfen.

Hätte die arme Wurst Kemmerling, dessen Einzug in den Landtag an ganzen 73 Stimmen hing, die Wahl ablehnen sollen, wie jetzt vorgebracht wird? Im Ergebnis, aber so weit wird der frischgebackene Ministerpräsident sicher nicht gedacht haben, eher nicht, denn dann hätte Thüringen noch eine Verfassungskrise dazu. Die Landesverfassung trifft für so einen Fall nämlich gar keine Regelung. Man hat den Fall offenbar nicht in Betracht gezogen. In Artikel 70 Absatz 3 heißt es nur:

ZitatDer Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder ohne Aussprache in geheimer Abstimmung gewählt. Erhält im ersten Wahlgang niemand diese Mehrheit, so findet ein neuer Wahlgang statt. Kommt die Wahl auch im zweiten Wahlgang nicht zustande, so ist gewählt, wer in einem weiteren Wahlgang die meisten Stimmen erhält.

Was passiert, wenn der Sieger des dritten Wahlgangs die Wahl ausschlägt, ist nirgends geregelt. Weder gibt es einen vierten Wahlgang, noch soll der Nächstbeste aufrücken. Erst recht sind nicht drei neue Wahlgänge vorgesehen. Die Entscheidung, sich wählen zu lassen, muss der Kandidat verbindlich vor dem Wahlgang getroffen haben. Wird er gewählt, so ist er Ministerpräsident - nichts anderes steht in der Verfassung.

Eine Option wäre es, das Ausschlagen der Wahl als Rücktritt zu behandeln. Minister und der Ministerpräsident dürfen das jederzeit (Artikel 75 Abs.1). Nur hat das mit einem "Rücktritt" nach Art.75 Abs. 1 niemand je gemeint. Der Art. 75 geht von einer konstituierten Regierung aus. Wie ein Rücktritt vor der Konstituierung und Amtseinführung einer Regierung überhaupt vor sich gehen soll, ist aber ohne Beispiel. Die Folge wäre ein ganz neues Wahlverfahren mit drei Wahlgängen gewesen, so als wäre eine Landesregierung - die aber noch gar nicht existiert, weil der Ministerpräsident noch keinen einzigen Minister ernannt hat, geschlossen zurückgetreten. Dann nochmals drei neue Wahlgänge auf der Grundlage einer puren Fiktion, und nur weil man das Ergebnis nicht so mag, das wäre ein staatsrechtlicher Albtraum.

Nun gut, Kemmerling hat die Wahl angenommen, jetzt wird er sehen müssen, wie er klarkommt. Die sauberste Lösung wäre ein gemeinsam getragenes Misstrauensvotum mit geplanter Abwahl. Helmut Kohl hatte 1982 den gleichen Trick unternommen, um nach dem Sturz von Helmut Schmidt schnelle Neuwahlen durchzupauken, und das Bundesverfassungsgericht hat's durchgewunken. Ob Kemmerling, der ja angeblich eigentlich gar nicht angetreten war, um so eine Wahl zu gewinnen, dafür genügend Gesäß in der Hose hat, bezweifle ich allerdings.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

sailor

Es war wohl Kalkül und ich möchte Absprachen zwischen AfD, Werteunion und FDP auch gar nicht mehr ausschließen. Die AfD hat immer gesagt, sie würden im 2+3 Wahlgang auch einen Kandidaten der CDU/FDP wählen. Kemmerich hatte sein Vorgehen (aufstellen zum 2-3 WG) mit Thermo-Lindner abgesprochen und absegnen lassen. Bei Lindner kann ich mir durchaus vorstellen, dass er den Coup "Wahl durch die AfD, Regierung mit der Mitte"(CDU, SPD, Grüne) im Kopf hatte.... aber die Mathematik hatten beide nicht drauf: Ohne AfD oder Linke kriegt man in THüringen keine dauerhafte Mehrheit. Die Trickser haben sich selbst ausgetrickst, wahrscheinlich war der Sirenengesang von rechts zu stark. Die AfDer freuen sich, sie haben maximal getrollt und eine Front der Anderen verhindert. Aber auch die CDU ist in jedem Fall "mitschuldig": die strikte Ablehnung der Linken und die Ansagen aus Berlin gegen eine rot-schwarze Regierung (wobei man dann auf einmal wieder mit "Projektregierung" um die Ecke kam), ein schwächlicher Landeschef und ein Unterbau, der im Kopf immer noch in den 90igern und am Traum der früheren Alleinherrschaft hängt sind maximal destruktiv gewesen. Gerade Ramelow wäre wir Kretschmer in BaWü eine prima Erklärung für die Ausnahme von der Totalablehnung der Linken gewesen, zumal ihm auch schwer das SED-Stigma anzuhängen ist (Im Gegensatz zu vielen (Ex-)Blockflöten in der CDU^^).

Insgesamt war das ne Nummer, deren Versuch schon eher in ein Drehbuch von House of Cards oder GoT passt, aber nicht in die reale Welt. Diesen Monat sind Wahlen in Hamburg, es würde mich nicht wundern, wenn die FDP gar nicht über die Hürde kommt... und die CDU muss jetzt reichlich Lametta streuen, dass sie nicht noch weiter abstürzen...

Typee

Eins noch zur Ergänzung: natürlich könnte der Landtag auch seine Auflösung beschließen und damit Neuwahlen erzwingen. Das allerdings halte ich für keine nützliche Lösung. Unter den Vorzeichen des Zeitgeschmacks dürfte es die AfD sein, die für ihr parlamentarisches Bubenstück auch noch eine Stimmenprämie einfahren würde. Dann lieber mit dem vorliegenden Wahlergebnis nur eine Landesregierung neu aufstellen und eine handfeste Politik über die Zeit bringen. Meinetwegen mit einem MP Ramelow, dessen Tun in der vergangenen Periode von einem sozialdemokratisch regierten Bundesland sowieso nicht zu unterscheiden war.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

PeterPan

Sogar wenn der Coup geklappt hätte (Regierung der Mitte mit CDU, SPD und Grüne) wäre es medial und insbesondere den selbst gesteckten Zielen der FDP und CDU (keine Zusammenarbeit mit der AFD) zu Problemen gekommen. Auch ist es problematisch von Absprachen im Hinblick auf Björn Höcke in Thüringen zu sprechen, da er den rechten Flügel der AFD stellt (sogar die AFD-Spitze unter Frauke Petry, als sie noch in der Partei war, wollte ihn los werden). Politisches taktieren will gelernt sein. Ich bin schon ein wenig verwundert wie man sich solch einen Patzer leisten kann.

Schwuppdiwupp

"Patzer" ist die Untertreibung des Monats. Das Verhalten von diesem Kümmerling - oder wie heißt dieser Knilch noch - dürfte nicht nur für die FDP ernsthafte bis katastrophale Konsequenzen haben.
Ach, was weiß denn ich ...