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AKWs: Die wahre Gefahr

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Begonnen von cohen, 06. April 2011, 12:23:15

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rincewind

Zitat von: PaulPanter am 16. Mai 2011, 19:29:16
Nur ist es so. 60 % unserer Energie importieren wir zur Zeit. Warum soll sich das ändern, nur weil erneuerbare regional das nicht können?

Das ist jetzt aber ganz blöd, hier den Gesamtenergiebedarf mit der Stromproblematik zu vermischen. So kann das doch alles nix werden.

Dann verwirr ich noch mal mehr: Die ersten großen Stromausfälle werden wir haben, wenn zuviel Strom ins Netz eingespeist wird und nicht zuwenig. Diese Aussage wird Dich jetzt irritieren. Aber womöglich führt sie dazu, dass Du Dich mal mit der Stromversorgung im Allgemeinen, ev. noch mit Stromnetztechnologie - speziell deren Regelmechanismen - beschäftigst.

Vielleicht kommst Du dann darauf, warum der Beitrag von Cohen mit dem Lichtvergleicht ziemlich gut war.

PaulPanter

ZitatIrgendwie kann ich diesen Gedankengängen nicht folgen. o.O
O_O

ZitatWenn in D die Sonne nicht scheint, dann scheint sie meist in Frankreich oder Tschechien auch nicht.
Aber in Griechenland, Portugal usw. schon. Wind wird auch nicht europaweit nicht wehen.

ZitatDann verwirr ich noch mal mehr: Die ersten großen Stromausfälle werden wir haben, wenn zuviel Strom ins Netz eingespeist wird und nicht zuwenig.
Das verwirt mich nicht, sondern bestätigt doch nur, das wir Kraftwerke brauchen die regelbar sind. AKWs können das nicht, bzw. nur sehr begrenzt.
Kohle, Gas und erneuerbare kann man regeln.

cohen

Und die Technologie zur Winderzeugung nach Bedarf gibt´s natürlich schon richtig lange:
ZitatAiolos empfing sie gastfreundlich und schenkte Odysseus zum Abschied einen Schlauch, in dem alle ungünstigen Winde gefangen waren. Um sicher nach Hause zu kommen, durfte Odysseus diesen Schlauch auf keinen Fall öffnen. So segelten sie mit gutem Wind zehn Tage lang und konnten bereits die Küsten Ithakas, ihrer Heimat, in der Ferne erkennen. Doch da übermannte Odysseus, der bisher kein Auge geschlossen hatte, der Schlaf. Seine Gefährten, die schon lange darüber gerätselt hatten, was sich wohl in dem prall gefüllten Schlauch verbarg, beschlossen, die Gelegenheit zu benutzen und den Schlauch zu öffnen. Kaum war dies geschehen, brachen alle Winde in fürchterlichem Sturm hervor und trieben das Schiff geradewegs von Ithaka weg.
http://www.latigrec.ch/goetter/odysseus/index.php?file=odysseus&item=3&sort=

StarBurst

Zitat von: PaulPanter am 17. Mai 2011, 08:19:59
ZitatIrgendwie kann ich diesen Gedankengängen nicht folgen. o.O
O_O

ZitatWenn in D die Sonne nicht scheint, dann scheint sie meist in Frankreich oder Tschechien auch nicht.
Aber in Griechenland, Portugal usw. schon. Wind wird auch nicht europaweit nicht wehen.

ZitatDann verwirr ich noch mal mehr: Die ersten großen Stromausfälle werden wir haben, wenn zuviel Strom ins Netz eingespeist wird und nicht zuwenig.
Das verwirt mich nicht, sondern bestätigt doch nur, das wir Kraftwerke brauchen die regelbar sind. AKWs können das nicht, bzw. nur sehr begrenzt.
Kohle, Gas und erneuerbare kann man regeln.

Wenn hier Nacht ist, dann ist auch in Griechenland Nacht. Eine Europaweite "Umverteilung" erneuerbarer Energien ist noch sinnloser als das massive Setzen auf "Speicherkraftwerke" der momentanen Technologie. Diese Umverteilung ist nichtmal in Deutschland realisierbar. In Europa 5 Milliarden Windräder und 100-tausende von Kilometern Starkstromleitungen zu bauen um dann bei Bedarf von windigen Regionen (z.B. Griechenland) nach wasweißich Norwegen den Strom zu schicken ist ein Realitätsempfinden auf der anderen Ebene.

"Erneuerbare Energien" als regelbare Kraftwerke zu bezeichnen, weil man sie in den 4h die sie am Tag laufen noch ausschalten könnte (geht das überhaupt?, das Windrad dreht sich doch trotzdem weiter und die Sonne trifft weiterhin auf das die Solarzelle?), geht damit einher.

Auch Kernkraftwerke sind zu einem gewissen Maß gut regelbar und liefern wenigstens eine signifikante konstante Grundlast aus einem anderen Rohstoff als einem fossiler Brennstoff.

Graf Zahl

Zitat von: StarBurst am 17. Mai 2011, 11:13:22
"Erneuerbare Energien" als regelbare Kraftwerke zu bezeichnen, weil man sie in den 4h die sie am Tag laufen noch ausschalten könnte (geht das überhaupt?, das Windrad dreht sich doch trotzdem weiter und die Sonne trifft weiterhin auf das die Solarzelle?), geht damit einher.

Ich vermute mal, dass die Erfinder bei Windräder daran gedacht haben werden. Man kann sicherlich den Generator vom Windrad abkoppeln, oder die Einspeisung unterbrechen. Und man kann ziemlich sicher auch die Flügelstellung variieren und damit auch bei Sturm das Rad stillstehen lassen.

Ridcully

Mir ist der Thread deutlich zu lang - hattet ihr schon Lagespeicherkraftwerke? Zumindest eine nette Idee: Ein Granitblock voller Energie

Das Wattenmeer eindeichen und als kombinierten Pumpspeicher- und Gezeitenkraftwerk nutzen scheitert wohl an der zu geringen Fallhöhe?

Chili

Zitat von: Ridcully am 17. Mai 2011, 18:12:39
Mir ist der Thread deutlich zu lang - hattet ihr schon Lagespeicherkraftwerke? Zumindest eine nette Idee: Ein Granitblock voller Energie

Das Wattenmeer eindeichen und als kombinierten Pumpspeicher- und Gezeitenkraftwerk nutzen scheitert wohl an der zu geringen Fallhöhe?


...und am Naturschutz (Nationalpark).Ich fände es auch schade drum.

Dienstag

Zitat von: Graf Zahl am 17. Mai 2011, 17:26:28
Ich vermute mal, dass die Erfinder bei Windräder daran gedacht haben werden. Man kann sicherlich den Generator vom Windrad abkoppeln, oder die Einspeisung unterbrechen. Und man kann ziemlich sicher auch die Flügelstellung variieren und damit auch bei Sturm das Rad stillstehen lassen.

Ja, im seltenen Fall von zuviel Wind, manchmal auch bei zu heftigen Böen, macht die Anlage das selbst. Ansonsten kann man unten in den Turm reingehen und die große rote STOP-Taste drücken (die Tür ist deswegen abgeschlossen ;D). Dauert auch bei einer 5-MW-Anlage keine Minute, dann steht sie. Oder trudelt allenfalls ein bisschen. Die Rotorblätter sind dann in "Fahnenstellung". Meist wird das natürlich per Fernsteuerung gemacht. Wenn man wieder hochfährt, gibt es bei einer gewissen Drehzahl immer einen ordentlichen Rumms im Schaltschrank, wenn die Anlage aufs Stromnetz geschaltet wird und einspeist.

Leistungsbegrenzung geht auch, ist aber umständlicher, über umschaltbare Kennlinien, die z.B. die maximale Leistung von 2 MW auf 1 MW begrenzen. Das wird aber meist nur auf Anordnung von Behörden gemacht, um nachts den Lärm etwas zu verringern.

Bei Solarzellen ist es viel einfacher, man braucht nichtmal einen nassen Sack drüberwerfen.

rincewind

Anlagen ab einer bestimmten Größe müssen vom Netzbetreiber per Gesetz abschaltbar sein. Ob per Telefon oder Fernbedienung. Natürlich muss der entgangene Gewinn vom Netzbetreiber entschädigt werden.
Das Geschäftsmodell ist ziemlich gut. Je mehr Anlagen es gibt, umso öfters wird die Situation eintreten. Umso mehr kann man fürs Nichteinspeisen Geld bekommen.

Bei größeren Photovoltaikanlagen haben findige Juristen dank offenbar schlampiger Gesetzestexte eine Lücke gefunden: Wenn auch 100 einzelne Module zusammengekoppelt sind, gilt jedes Modul als Einzelbetrieb, und ist somit nicht von der Verpflichtung betroffen, weil es jeweils den Grenzwert zur Verpflichtung nicht überschreitet.

Stromvernichtung wird wohl ein Zukunftsgeschäft sein. Es gibt Überlegungen, z.B. Wasserkraftwerke nur noch dann zu genemigen, wenn man sie im Rückwärtsbetrieb auch laufen lassen kann, um z.B. destabilisierenden Überfluss aus dem Netz zu bekommen. Strom hat ja manchmal schon einen negativen Preis.

Das sind Aussagen eines Freundes von mir. Wasserkraftwerk-Spezialist und in diversen Gremien unterwegs.
Er meinte noch lachend, dass die Szenarien, dass das Netz zusammenbrechen kann keineswegs Horrormärchen der Stromkonzerne seinen, die im Gegenteil nur darauf warten. Denn solche Zusammenbrüche entbindet sie aufgrund "höherer Gewalt" von Entschädigungszahlungen an alternative Einspeiser.








Faxmonkey

Ich gehe sowieso davon aus, das der Umstieg auf erneuerbare Energien sowieso sofort aufgrund zivilgesellschaftlichenen Protests stirbt sobald in der Realität angefangen wird die Stromleitungen und Windräder vor der Türe der Leute zu bauen, die momentan am lautesten gegen die KKWs protestieren. Falls nicht die immensen Investitionskosten das ganze schon von vornherein Verhindern.

Ridcully

Immer dieser Pessimismus! Wo bleibt da der Fortschrittsglaube? Ich find es herrlich, dass von beiden Seiten genau dieselben Argumente gebracht werden, wenn sie gerade in den Kram passen (viel zu gross, viel zu teuer, viel zu kompliziert).

Früher oder später wird so oder so eine Umstellung auf erneuerbare Energien kommen müssen, auch mit Kernkraft. Also sollte man sich ruhig mal Gedanken drüber machen und nicht den Kopf in den Sand stecken und das einfach für unmöglich erklären.


Belbo zwei

es sollte doch möglich sein dieses Potential in Zukunft zu nutzen. dann können auch endlich diese grässlichen Windräder wieder weg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenenergie

Das im Augenblick auf Atomenergie im weltweiten Masstab nicht verzichtet werden kann ist auch klar.

Binky

http://www.energieinfo.de/eglossar/sonneneinstrahlung.html
ZitatFalls man in Deutschland den Strom vollständig über Solarzellen erzeugen wollte, kann man die dazu benötigte Solarzellenfläche berechnen. Pro Bundesbürger werden im Durchschnitt 7000kWh Strom benötigt. Auf einem Quadratmeter werden etwa 1000kWh Sonnenenergie eingestrahlt, bei einem Wirkungsgrad von 10% von der Solarzelle bis zum Verbraucher könnel also mit einem Quadratmeter Solarzellen 100kWh Strom pro Jahr erzeugt werden. Also benötigt man pro Bundesbürger etwa 70 Quadratmeter Solarzellenfläche. In der Sahara würde man mit etwa 30 Quadratmetern auskommen. Dies würde zudem voraussetzen, daß eine Speicherung des Stroms - diese mit einem Wirkungsgrad von praktisch 100 Prozent - zur Überbrückung der Dunkelzeiten - Nacht, Schlechtwetterperioden, dunkle Jahreszeit - technisch realisierbar wäre. Eine Bedingung, die derzeit noch nicht erfüllt ist.
Eine Speicherung der Energie über Wasserstoff hat einen Wirkungsgrad von etwa 30%; würde man zwei Drittel des Stroms über Wasserstoff speichern, müßte die Solarzellgnfläche auf fast 200m2 erhöht werden.

Das macht bei ca. 81 Mill. Einwohnern 5.670.000.000 m2, das sind 567.000 ha oder 5.670 km2. Deutschland hat eine Fläche von ca. 357.000 km2. Bei den zugrunde zu legenden 200 m2/Einwohner wäre dies schon 16.200 km2 Solarzellenfläche. Das würde 4,5% der Fläche von Deutschland ausmachen.

Aus dem Text oben entnehme ich, daß bei dieser Rechnung 100% Wirkungsgrad einer Solarzelle vorausgesetzt wird. Da Solarzellen derzeit einen Wirkungsgrad von nur 11 - 17%, würde das bedeuten, daß man insgesamt 95.294 km2 Solarzellenfläche bräuchte, was rund 27% der Fläche der Bundesrepublik ausmachen würde – das ist mehr als ¼ und dabei habe ich schon mit dem höheren Wirkungsgrad gerechnet.

Und dies ist nur der Bedarf zur Stromerzeugung. Wärmegewinnung, Elektroautos u.ä. sind hier nicht nicht einmal dabei.


niedlich

ZitatAus dem Text oben entnehme ich, daß bei dieser Rechnung 100% Wirkungsgrad einer Solarzelle vorausgesetzt wird.

Nicht 100% Wirkungsgrad der Solarzelle wird vorausgesetzt, sondern 100% bei der Speicherung des Stroms.



Binky

Gut. Dann bleibt es doch bei den 4,5% Fläche für die reine Stromerzeugung.