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AKWs: Die wahre Gefahr

Begonnen von cohen, 06. April 2011, 12:23:15

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niedlich

aus der japanischen Presse
ZitatNuclear crisis could cost Japan up to 20 tril. yen over 10 yrs: study
(http://english.kyodonews.jp/news/2011/06/94477.html)

das sind ca. 200 Milliarden Euro

rincewind

Zitat von: niedlich am 01. Juni 2011, 18:42:42
aus der japanischen Presse
ZitatNuclear crisis could cost Japan up to 20 tril. yen over 10 yrs: study
(http://english.kyodonews.jp/news/2011/06/94477.html)

das sind ca. 200 Milliarden Euro

10 Mia/a über 10 Jahre? Klingt richtig günstig. Hätte teurer geschätzt.

Arno

Keine grünen Querulanten, sondern Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemie (also dort wo die Kernspaltung entdeckt wurde):

Zitat[...]Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie haben berechnet, dass das Risiko für einen GAU sehr viel höher liegt, als man bislang glaubte [...] Auch wenn man von einem GAU in 5000 Reaktorjahren ausgeht, liegt die Wahrscheinlichkeit eines GAUs noch 200 Mal höher, so die Wissenschaftler, als die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission in einem Bericht aus dem Jahr 1990 vermutete. Alle 10 bis 20 Jahre könnten statistisch GAUs wie in Tschernobyl oder Fukushima auftreten, wobei mit einem Fallout bis zu 2000 Kilometer gerechnet werden müsste [...] Aufgrund der nach ihren Berechnungen deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit eines GAUs fordern die Wissnschaftler eine Neubwertung des Risikos, das von AKWs ausgeht [...] Jos Lelievald, einer der Autoren, regt dazu an, über einen "international koordinierten Ausstieg aus der Kernenergie" nachzudenken.
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36991/1.html
Studie: http://www.atmos-chem-phys.net/12/4245/2012/acp-12-4245-2012.pdf

Arno

Fällt mir gerade mal so ein: Die Links zum Thema Atomkraft in der Linksammlung sind ja recht einseitig. Vielleicht ist der Link zur Studie dort eine sinnvolle Ergänzung?

Binky

Seit 1954 gibt es KKWs. Es hätte 6 GAUs des Tschernobyl-Ausmaßes geben müßen.  ???

Gibt es in der Statistik eigentlich Unterscheidungen nach Ursachen und Reaktortyen? Man kann ja nicht alles in einen Topf werfen. Tschernobyl ist z.B. wegen menschlicher Dummheit passiert. Da wurde ein "Exeriment" gemacht, ob man bei Stromausfall mit der Restenergie der Turbinen den Kühlkreislauf aufrecht erhalten kann. Ergebnis: Man kann nicht.....

Un die anderen 5 fehlenden? Harrisburg, Fukushima? Ok, dann fehlen noch 3.......

Arno

Bisherige Laufzeit der KKWs weltweit durch die bisherigen Kernschmelzen (3x Fukushima + 1x Tschernobyl, also 4 insgesamt).

ZitatSeit 1954 gibt es KKWs. Es hätte 6 GAUs des Tschernobyl-Ausmaßes geben müßen

Read more: http://forum.psiram.com/index.php?action=post;topic=6130.210;num_replies=214#ixzz1vsHNLFFK
Nein! Können durchaus, aber nicht müssen.

Binky

Ein Kommentar zu dem Artikel:

ZitatIn der Zwischenzeit habe ich die Orignialstudie erhalten. Begriffe wie "radioaktiv Verseucht", Tschernobyl als Kernschmelze, hat offensichtlich der ökologisch geprägte Autor zum Bericht hinzukreiert.

Auf den ersten Blick scheint dies eine halbwissenschaftliche Arbeit analog der Mainzer Kinderkrebsstudie zu sein. Man hat die Realitäten so zurechtgebogen dass das gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Ich nehme an, dass man in Kürze fundierte Kritiken von renomierten Wissenschaftlern an dieser Studie finden wird.

Gleichfalls auf den ersten Blick kann man kritisieren, dass man Tschernobyl als ganz anderes Reaktorkonzept mit den Reaktorunfällen von Leichtwasserreaktoren in einen Topf wirft. Man kann kritisieren, dass Fukushima als 3 Ereignisse gezählt wird. Es wird hinsichtlich der Eintreffenswahrscheinlichkeit nicht zwischen Ländergruppen mit unterschiedlichen Sicherheitsvorstellungen differenziert. Die Auswirkungen von Reaktorunfällen werden sehr übertrieben beschrieben.

Die Autoren haben Recht, dass die Welt mehr Reaktorunfälle sehen wird als man dies in D und USA aufgrund hiesiger Annahmen errechnet hat. Neben den Unvorhersehbarkeiten ist beispielsweise das Fehlen eines Hochwasserschutzes in den japanischen KKW, wo es alle paar 100 Jahre zu grossen Tsunamis kommt, in D/CH hat man einen Schutz gegen ein Jahrtausendhochwasser gefordert, wohl kaum in den Rechnungen berücksichtigt worden. Aufgrund der wesentlich geringeren Auswirkungen von Reaktorunfällen als einst prognostiziert, oder aus anderen Gründen, wird die Reaktorsicherheit in vielen Ländern, Nachfolgestaaten der UDSSR, Indien, Pakistan, mit Abstrichen Frankreich, recht entspannt gesehen. Insofern vermute ich auch, dass es in den kommenden Jahrzehnten mehr Reaktorunfälle geben wird als in D errechnet

http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/energie-technik/atomkraft-risiko-suedwestdeutschland-traegt-ein-hohes-risiko/6663926-2.html

...
Auto fahren ist viel gefährlicher als bisher angenommen: Man erstellt eine Unfallstatistik über alles Autotypen seit es Autos gibt ....  $)

Arno

Da ist sicher was dran. Manchmal wunder ich mich über mich selbst, wie unkritisch ich bin wenn´s ins Weltbild passt.  ;) Da hab ich echt zu schnell geschossen.
Als ich das mit den vier Kernschmelzen geschrieben hab, war das freilich auch Blödsinn (hatte gerade die taz in der Hand und da steht das ebenso falsch wie im Handelsblatt-Artikel) und ich hätte mal nen Moment nachdenken sollen. Es geht um die vier (bzw. zwei) Stufe 7 Unfälle, Kernschmelzen gabs mehr und Tschernobyl war keine.

Warten wir mal ab was die Studie für Reaktionen erntet.

Conina

Das leuchtet mir alles ein, genau wie das hier:
ZitatDie Gefahr nach einem Mückenstich an Malaria zu sterben liegt bei 0,0001 Promille. Im Spreewald in Brandenburg ist die Mückendichte am höchsten, also ist dort die Gefahr an Malaria zu sterben weltweit am größten.
(Kommentar unter einem Zeitungsartikel)

Binky

Hier ist eine Reaktion zu der Studie.

glatzkopf

Zitat von: Binky am 30. Mai 2012, 19:01:56
Hier ist eine Reaktion zu der Studie.

Zitatdrei in Fukushima
der Vergleich hinkt aber gewaltig.
Ein Tsunami im Binnenland ist doch wohl nicht wirklich wahrscheinlich.
Da breche ich mir eher einen Finger beim Hintern abwischen.



Bloedmann

Zitat von: glatzkopf am 31. Mai 2012, 06:03:02
Ein Tsunami im Binnenland ist doch wohl nicht wirklich wahrscheinlich.
Da breche ich mir eher einen Finger beim Hintern abwischen.

Das kann Dir bei gewissen riskanteren aber innovativen Techniken durchaus passieren...
Es gibt so viele Dinge im Leben, die wichtiger sind als Geld... aber sie kosten so viel! Groucho Marx

Nogro

Zitat von: Bloedmann am 31. Mai 2012, 09:16:21
Das kann Dir bei gewissen riskanteren aber innovativen Techniken durchaus passieren...
Ist ja noch viel ökologischer (und nachhaltiger) als die doppelseitige Benutzung des Papiers!
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)