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Akademische Esoterik: Der Fall Viadrina T.1

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Begonnen von P.Stibbons, 12. Dezember 2010, 20:54:47

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P.Stibbons

ZitatAbschließend empfehlen die Kommissionsmitglieder der Viadrina "nachdrücklich den künftigen Verzicht auf das Angebot des MA-Studienganges". Und nicht nur das: "Eine Fortführung des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften ist weder wie bisher als In-Institut noch als An-Institut zu befürworten."

Kein Problem:

der Masterstudiengang kann doch völlig problemlos an der privaten Steinbeis-Hochschule angeboten werden.
So ist doch allen gedient.

AndreasGiesen

ZitatDie Suche nach den noch nicht sichtbaren Verbindungen ist eben das, was Wissenschaft ausmacht, nur kann man nicht einfach einen Zusammenhang/Wirkmechanismus behaupten und dann verlangen, daß die anderen das widerlegen, ohne selber sinnvolle Vorschläge für einen Nachweis zu bringen.

Ich finde auch, dass es die Suche nach den nicht sichtbaren Verbindungen ist, was Wissenschaft (u.a.) ausmacht.
Die interessante Frage im Kontext ist: wer bestimmt, wann die Suche nach diesen Verbindungen aufzuhören hat?

ZitatWie kann ich dann das Phänomen feststellen, wenn schon die Beobachtung es so verfälscht, das eine wissenschaftliche Betrachtung nicht möglich ist?
Ganz genau, das ist die Frage, die man sich immer wieder stellen muss.

Nehmen wir das Beispiel der Ethnologie, um das auf eine ganz pragmatische, geerdete Ebene zu bringen. Durch
blosse Beobachtung von Aussen, ohne Kontakt aufzunehmen, ist das Verhalten eines bisher "unberührten"
Urwaldvolkes nur durch Interpretation deutbar. Ich kann zwar gesichert feststellen, dass z.B. alle Frauen unter
25 Jahren augenscheinlich jeden Tag einen bestimmten Baum umrunden, was das aber bedeutet entzieht sich
dieser Beobachtung, weil der Kontext fehlt. Nehme ich aber Kontakt auf, dann verändere ich die Lebenswelt
des Volkes so, dass ich nicht mehr ausschliessen kann, dass die Antworten die ich bekommen durch mich
beeinflusst sind. Es gibt sicher einen Teil der Wahrheit, den ich so erfahren kann, aber andere Aspekte gehen
zwangsläufig verloren.

Genauso müssen wir wohl bei der Beobachtung einer jeden Realität davon ausgehen, dass für uns bei einer
völligen Beobachterposition ohne Kontaktaufnahme mit dem Objekt oder Eintauchen in das System gewisse
Beabachtungen nicht richtig deutbar sind, weil uns der Kontext fehlt, so dass die Erkenntnis unvollständig
oder verfälscht ist durch unsere Konstruktion. Nehmen wir aber Kontakt auf, verändern wir das Objekt durch
die Berührung unwiderruflich, so dass wir nicht mehr komplett erkennen können, wie das Objekt losgelöst
von unserer Beobachtung gewesen wäre.    

ZitatUnsere Wahrnehmung und Beurteilung der Realität wird durch den herrschenden Konsens beeinflusst, nicht aber die Grundlage, aus der die beobachteten Phänomene entstehen. Die Vorstellung, es gebe lediglich eine kollektive Konstruktion der beteiligten Bewusstseine, führt letzlich nur zu einer unendlichen Fortsetzung, denn die Frage kann auf jeder Ebene wieder so gestellt und beantwortet werden.
Die Frage, ob es eine Realität unabhängig von unserer Konstruktion von Wirklichkeit gibt oder nicht, ist ja
die, die z.B. radikale Konstruktivisten von "gemäßigten" Konstruktivisten unterscheidet. Aber dass es uns
ungeachtet dessen nicht möglich ist, so eine Realität direkt zu erkennen, darin sind sie sich einige. Die
Konsequenz ist, dass alles Wissen letztlich eine Frage von Konsens ist und nicht absolut. Egal ob es letztlich
eine absolute Realität gibt, unser Wissen darüber ist zwangsläufig relativ.

Meiner Ansicht nach trifft das immer noch zu, wenn man die wissenschaftliche Methode verlässt und eine
Wahrheit in einer spirituellen Erfahrung erlangt: Diese Wahrheit ist zwangsläufig immer individuell.  

ZitatExtrapoliert auf unsere Makrowelt: Bist du da, wenn ich dich nicht im Fokus meiner Betrachtungen habe?
Natürlich, denn im Gegensatz zu einem unbekannten "Teilchen" im Vakuum eines einzelnen Forschers
bin ich im Fokus der Betrachtung vieler Bewusstseine einschliesslich meiner selbst.

ZitatDas heisst, wenn ich genug Menschen dazu bringe, wieder an eine flache Erde im Zentrum eines Universums aus Kristallsphären zu glauben, macht es PLOPP und die Welt ist so? Wo läge die "kritische Masse"? Oder ändert sich die Realität jedesmal, wenn genug Menschen an etwas glauben? Was passiert mit denen, die nicht daran glauben?
Jein; denn für die kosmischen Konstanten sind Bewusstseine mit beteiligt, die über eine kritische Masse
der bewussten Bewohner eines einzigen Planeten hinaus gehen. Die Erde ist eingebunden in ein kosmisches
Geflecht von Ursachen und Wirkungen, das in letzter Konsequenz weit über unsere eigene Galaxie hinaus
geht. In diesem Geflecht kann ich ein derart eingebundenes Element nicht beliebig verändern.
Was durch eine kritische Masse verändert werden kann, liegt in einer Ausbalancierung der
denkbaren Veränderungen und dieser kosmischen Konstanten.  

ZitatNun ja, das sehe ich eher umgekehrt, in der Essenz ist die Welt real (und sehr komplex), aber wir neigen dazu, uns das Leben und Denken mit Illusionen zu vereinfachen.
Hier verwendest Du den Begriff der Illusion in einem anderen Kontext. Das Problem mit dem Wort ist ja,
dass es bedeutet, dass etwas nicht so ist, wie man sich das vorstellt oder denkt. Wenn ich sage, die
Welt ist eine Illusion, dann meine ich, dass ihre Festigkeit in der Essenz eine falsche Wahrnehmung ist.
Wenn Du sagst, dass wir und die Welt mit Illusionen vereinfachen, dann meint das, dass wir die Welt
nicht so wahrnehmen, wie sie ist, in Deinem Fall meinst Du damit aber unter anderem, dass wir denken,
die Welt sei weniger real in der Essenz, um uns das Gefühl zu geben, mehr verändern zu können. ;)
Beide Aussagen über die Illusion können gültig nebeinander stehen bleiben, nur über die Realität
der Essenz scheiden sich die Geister. Und auch das kann man, z.B. als Konstruktivist, einfach stehen
lassen und sich überlegen, ob es in der praktischen Konsequenz überhaupt eine Rolle spielt... :)  

Daggi

Europa-Universität Viadrina Esoterik-Institut vor dem Aus?

18.06.2012, 13:47
Von Markus C. Schulte von Drach


Gerade geguckt: die Süddeutsche verlinkt dabei das esowatch-Wiki.

Daggi

Die SZ verlinkt auch den Artikel, von dem der Herr CAM-Lohnschreiber behauptet er wäre auf den Webseiten der SZ gelöscht worden und es wäre nur noch ein 404 Error zu sehen:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/esoterik-an-der-viadrina-zu-tief-in-die-roehre-geschaut-1.1353433

http://www.sueddeutsche.de/thema/Viadrina

P.Stibbons

@ Daggi:

Für den Fall, dass die Artikel zeitweise wieder offline gehen müssten , könnte man das jetzt für uns fixieren...

P.Stibbons

Eine neue Stellungnahme zur Masterarbeit von Stephan Schmidt:

http://intrag.info/aktuell/2012/06/18/der-kozyrev-spiegel-und-peter-conrads-masterarbeit-%E2%80%93-einige-zusammenfassende-beobachtungen/
Zitat
Der Kozyrev-Spiegel und Peter Conrads Masterarbeit – einige zusammenfassende Beobachtungen

   Aus der Forschung,
   Kommunikation,
   Masterstudiengang,
   Medienkompetenz,
   Publikationen

von Prof. Dr. Stefan Schmidt

Die Diskussion um die Masterarbeit von Peter Conrad hat zu vielfältigen persönlichen und öffentlichen Diskussionen geführt, mit denen wir so nicht gerechnet hatten. Harald Walach hat in einer ausführlichen Darstellung zusammengefasst, was sich für uns aus dieser Diskussion ergeben hat – und wo wir auch überrascht worden sind und dazu gelernt haben.

Die zentralen Punkte möchte ich hier kurz zusammenfassen:

Die formale Darstellung der Masterarbeit von Peter Conrad hat zahlreiche Mängel. Viele Vorwürfe, die sich auf diesen Sachverhalt beziehen sind sicherlich richtig, das gestehen wir gerne ein. Wir haben auch leider zu spät erkannt, dass die Ebene der formalen Darstellung sowohl von uns als auch von anderen mit der methodischen und inhaltlichen Ebene vermischt wurde. Dadurch kam es zu zahlreichen Verwirrungen, die wir bedauern.

Wogegen wir uns verwahren ist, dass diese Art der Darstellung und Aufarbeitung auch bedeutet, dass das Experiment selbst unwissenschaftlich sei oder unwissenschaftlich durchgeführt wurde. Genauso wenig kann man daraus generalisierend schließen, dass der Masterstudiengang oder das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften generell unwissenschaftlich seien, oder gar die Europa-Universität Viadrina und deutschen Universitäten im allgemeinen Gefahr laufen würden, so etwas wie "Unwissenschaftlichkeit" Vorschub zu leisten.

Aus unserer Sicht entscheidet sich Wissenschaftlichkeit an der verwendeten Methodik. Und hier ziehen wir auch nach allen Diskussionen das Fazit, dass das Experiment, und dies ist der Kern der Arbeit, nicht nur sauber, sondern auch sehr gut geplant, implementiert und durchgeführt wurde und damit zu einer verwendbaren Datenbasis geführt hat. In genau diesem Sinne ist unsere frühere Aussage zu sehen, dass Herr Conrad sorgfältig gearbeitet hat und die Arbeit wissenschaftlich sauber ist. Wir haben uns dabei vor allem auf die Methodik, weniger auf die formalen und inhaltlichen Aspekte bezogen. Die von ihm erhobenen Daten sind aus unserer Sicht wissenschaftlich haltbar und auch publizierbar. Wir planen daher auch einen neu zu verfassenden Aufsatz über das Experiment in einer Zeitschrift mit verblindeten Peer-Review Prozess zu veröffentlichen.

Von einigen Kritiker/innen wurde auch das von Herrn Conrad bearbeitete Thema als "unwissenschaftlich" bezeichnet. Diese Betrachtungsweise ist jedoch das, was in Wahrheit unwissenschaftlich ist: bestimmte Forschungsgegenstände per se als unwissenschaftlich zu bezeichnen. Eine solche Definition ist gefährlich, kann Pluralismus, Innovation und Fortschritt verhindern – und könnte letztendlich sogar Zensur befördern.

Wir haben bei der medialen Bearbeitung des Themas mit Überraschung gesehen, dass oftmals ein schnell urteilender Journalismus einer sorgfältigen Recherche vorgezogen wurde. Informationen wurden ungeprüft aus Blogs übernommen und so die Vorstellungen einiger Blogger zu scheinbaren Fakten erhoben. Aus unserer Sicht deutet dies darauf hin, dass hier mehr verhandelt wird, als eine unveröffentlichte Masterarbeit.

Es ist uns ein Anliegen, den Diskurs über Wissenschaftlichkeit und Komplementärmedizin offen zu führen – und frei von unsachlicher emotionaler Aufladung, die diese aktuelle öffentliche Debatte leider geprägt hat.

   Lesen Sie hier das ausführliche Fazit von Harald Walach zur Masterarbeit von Peter Conrad zum Kozyrev-Spiegel

http://intrag.info/archiv/Masterarbeit-Conrad-Kozyrev-Spiegel_Fazit_Harald-Walach.pdf


Dr. Ici Wenn

Schon wieder die Methodik als einziges Kriterium. Wie windelweich ist das denn? Abgesehen davon: Wenn sie Methodik wollen: Die Methodik der Masterarbeit ist doch genau so jenseits, das könnten wir nochmal aufgreifen.

celsus

Zitat von: Dr. Ici Wenn am 18. Juni 2012, 21:30:32
Schon wieder die Methodik als einziges Kriterium. Wie windelweich ist das denn? Abgesehen davon: Wenn sie Methodik wollen: Die Methodik der Masterarbeit ist doch genau so jenseits, das könnten wir nochmal aufgreifen.

Vielleicht weiß da einfach niemand, was wissenschaftliche Methodik ist.

Wie sagte doch gleich der Institutsleiter:
ZitatAuch hervorragende experimentelle Arbeiten waren darunter wie die von Herrn Conrad ...
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

celsus

BTW, der äußerst gesprächige Herr Giesen hat ja neulich gemutmaßt, es könne sich bei der Conrad-Arbeit um einen Einzelfall handeln und es gäbe ganz viele gute Arbeiten.

Nun ja, als Institutsleiter würde ich dann ja vielleicht mal überlegen, eine wirklich besonders gute Arbeit vorzustellen und zu sagen, äh, sorry Leute, das Kozyrev-Dingens ist uns so durchgerutscht, kommt nicht wieder vor ... oder so ähnlich.

Da bisher kein Gegenbeweis aufgetaucht ist, vermute ich mal ganz unqualifiziert, dass das uns bekannte Exemplar doch zu den "besseren" gehört ...
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

71hAhmed

Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Ich finde auch, dass es die Suche nach den nicht sichtbaren Verbindungen ist, was Wissenschaft (u.a.) ausmacht.
Die interessante Frage im Kontext ist: wer bestimmt, wann die Suche nach diesen Verbindungen aufzuhören hat?
Die viel interessantere Frage in diesem Kontext ist: Warum behaupten fast alle "Esoteriker" zwar die Nichtanwendbarkeit der wissenschaftlichen Methode auf ihr jeweiliges System, verweigern aber mehr oder weniger offen die Mitarbeit an der Entwicklung eines entsprechenden, von beiden Seiten akzeptierbaren Forschungsstandards?
Wieso werden Untersuchungen nach wissenschaftlichen Standards je nach Ergebnis bejubelt oder verworfen?

Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Durch blosse Beobachtung von Aussen, ohne Kontakt aufzunehmen, ist das Verhalten eines bisher "unberührten"
Urwaldvolkes nur durch Interpretation deutbar. Ich kann zwar gesichert feststellen, dass z.B. alle Frauen unter
25 Jahren augenscheinlich jeden Tag einen bestimmten Baum umrunden, was das aber bedeutet entzieht sich
dieser Beobachtung, weil der Kontext fehlt.
Soweit einverstanden.
Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Nehme ich aber Kontakt auf, dann verändere ich die Lebenswelt des Volkes so, dass ich nicht mehr ausschliessen kann, dass die Antworten die ich bekommen durch mich beeinflusst sind. Es gibt sicher einen Teil der Wahrheit, den ich so erfahren kann, aber andere Aspekte gehen
zwangsläufig verloren.
Es ist eine Frage der Kontaktgestaltung, ob und inwieweit ich diese Lebenswelt verändere und inwieweit die Beeinflussung relevant ist. Abgesehen davon gibt es gewisse Unterschiede zwischen den vielgequälten Quanten und menschlichen Gesellschaften.

Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Genauso müssen wir wohl bei der Beobachtung einer jeden Realität davon ausgehen, dass für uns bei einer
völligen Beobachterposition ohne Kontaktaufnahme mit dem Objekt oder Eintauchen in das System gewisse
Beabachtungen nicht richtig deutbar sind, weil uns der Kontext fehlt, so dass die Erkenntnis unvollständig
oder verfälscht ist durch unsere Konstruktion. Nehmen wir aber Kontakt auf, verändern wir das Objekt durch
die Berührung unwiderruflich, so dass wir nicht mehr komplett erkennen können, wie das Objekt losgelöst
von unserer Beobachtung gewesen wäre.    
Wieviele Realitäten gibt es denn? Mehr als eine? In Bezug auf die Realität können wir gar keine reine Beobachterposition einnehmen, da wir immer nur von "innen" beobachten können. Bei der Vielzahl menschengemachter Systeme sieht das schon anders aus.

Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Meiner Ansicht nach trifft das immer noch zu, wenn man die wissenschaftliche Methode verlässt und eine
Wahrheit in einer spirituellen Erfahrung erlangt: Diese Wahrheit ist zwangsläufig immer individuell.  
Wieso muss man die wissenschaftliche Methode verlassen, um spirituelle Erfahrungen zu machen bzw. zu beurteilen? Ich habe Wissenschaft immer als sehr hilfreich empfunden, um meine entsprechenden Erfahrungen in Beziehung zur Realität zu setzen und nicht in wirre Welten abzudriften.
Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
ZitatDas heisst, wenn ich genug Menschen dazu bringe, wieder an eine flache Erde im Zentrum eines Universums aus Kristallsphären zu glauben, macht es PLOPP und die Welt ist so? Wo läge die "kritische Masse"? Oder ändert sich die Realität jedesmal, wenn genug Menschen an etwas glauben? Was passiert mit denen, die nicht daran glauben?
Jein; denn für die kosmischen Konstanten sind Bewusstseine mit beteiligt, die über eine kritische Masse der bewussten Bewohner eines einzigen Planeten hinaus gehen.
Die Erde ist eingebunden in ein kosmisches Geflecht von Ursachen und Wirkungen, das in letzter Konsequenz weit über unsere eigene Galaxie hinaus
geht. In diesem Geflecht kann ich ein derart eingebundenes Element nicht beliebig verändern. Was durch eine kritische Masse verändert werden kann, liegt in einer Ausbalancierung der denkbaren Veränderungen und dieser kosmischen Konstanten.  
Ups. Die und die etwa? Oder Kryon und Co.? Das meinst du jetzt nicht wirklich ernst?
Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
ZitatNun ja, das sehe ich eher umgekehrt, in der Essenz ist die Welt real (und sehr komplex), aber wir neigen dazu, uns das Leben und Denken mit Illusionen zu vereinfachen.
Hier verwendest Du den Begriff der Illusion in einem anderen Kontext. Das Problem mit dem Wort ist ja,
dass es bedeutet, dass etwas nicht so ist, wie man sich das vorstellt oder denkt. Wenn ich sage, die
Welt ist eine Illusion, dann meine ich, dass ihre Festigkeit in der Essenz eine falsche Wahrnehmung ist.
Es ist allenfalls eine unvollständige Wahrnehmung, bei der bestimmte Ebenen ausgeblendet sind. Abgesehen davon liegt der Anschein der fehlenden Festigkeit im subatomaren Bereich an der Art des Modells und der Beschreibung und nicht an den realen Eigenschaften.
Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Wenn Du sagst, dass wir und die Welt mit Illusionen vereinfachen, dann meint das, dass wir die Welt
nicht so wahrnehmen, wie sie ist, in Deinem Fall meinst Du damit aber unter anderem, dass wir denken,
die Welt sei weniger real in der Essenz, um uns das Gefühl zu geben, mehr verändern zu können. ;)
Ich meine damit, daß Modell und Realität gleichgesetzt/verwechselt werden und nicht beachtet wird, daß jedes Modell notwendigerweise Aspekte des Gesamten ausklammern muss, um handhabbar zu sein.
Zitat von: AndreasGiesen am 18. Juni 2012, 17:00:25
Beide Aussagen über die Illusion können gültig nebeinander stehen bleiben, nur über die Realität
der Essenz scheiden sich die Geister. Und auch das kann man, z.B. als Konstruktivist, einfach stehen
lassen und sich überlegen, ob es in der praktischen Konsequenz überhaupt eine Rolle spielt... :)  
Sicher kann man beide Aussagen nebeneinander stehen lassen und nach bBedarf mit der einen oder anderen arbeiten. Die Frage der "Realität der Essenz" (oder einer unabhängig existierenden Realität) spielt sehr wohl eine Rolle, denn eine unabhängige Realität kann nicht von einer noch so großen "kritischen Masse" verändert werden, ein reines Konstrukt der Wahrnehmung wohl.

Truhe

Zitat von: P.Stibbons am 18. Juni 2012, 21:08:29
Eine neue Stellungnahme zur Masterarbeit von Stephan Schmidt:

http://intrag.info/aktuell/2012/06/18/der-kozyrev-spiegel-und-peter-conrads-masterarbeit-%E2%80%93-einige-zusammenfassende-beobachtungen/
Zitat
Der Kozyrev-Spiegel und Peter Conrads Masterarbeit – einige zusammenfassende Beobachtungen
...
Von einigen Kritiker/innen wurde auch das von Herrn Conrad bearbeitete Thema als "unwissenschaftlich" bezeichnet. Diese Betrachtungsweise ist jedoch das, was in Wahrheit unwissenschaftlich ist: bestimmte Forschungsgegenstände per se als unwissenschaftlich zu bezeichnen. Eine solche Definition ist gefährlich, kann Pluralismus, Innovation und Fortschritt verhindern – und könnte letztendlich sogar Zensur befördern.
...

Wollen Walach und Co das mit der "prior plausibility" nicht verstehen? Oder dürfen sie nicht, denn sonst würde bemerkt, dass die Hauptthematik des Geldgebers Heel, dann auch dieser Plausibilität zum Opfer fällt.
Ist denen wirklich nicht klar, dass es gesichertes Wissen gibt? Dass Forschungsressourcen limitiert sind?

Nach deren Argumentation könnte man jeden Tag aufs Neue die Grundsätze der Schwerkraft auf der Erde neu erforschen. Kann ja sein, dass das kollektive Bewusstsein entschieden hat, dass die Äpfel den Tag nach oben fallen.

Man kann nur den Kopf schütteln: Hilfe, wir dürfen Esoterik nicht unwissenschaftlich erforschen. Das ist Zensur! Wie lange werden die noch brauchen, bis der erste Godwin kommt?

Dienstag

Zitat von: P.Stibbons am 18. Juni 2012, 16:38:46der Masterstudiengang kann doch völlig problemlos an der privaten Steinbeis-Hochschule angeboten werden.
So ist doch allen gedient.

Das ganze IntraG passt da problemlos hin. Die haben schon ungefähr 145 Institute, da kommt es auf eins mehr nicht an.

Dienstag

Zitat von: Truhe am 19. Juni 2012, 00:38:49
Man kann nur den Kopf schütteln: Hilfe, wir dürfen Esoterik nicht unwissenschaftlich erforschen. Das ist Zensur! Wie lange werden die noch brauchen, bis der erste Godwin kommt?

Der letze Absatz von dem Statement ist wirklich zum Kopfschütteln. Aber der Rest auch, z.B. das hier:

Zitat von: Stephan SchmidtDie formale Darstellung der Masterarbeit von Peter Conrad hat zahlreiche Mängel. Viele Vorwürfe, die sich auf diesen Sachverhalt beziehen sind sicherlich richtig, das gestehen wir gerne ein. Wir haben auch leider zu spät erkannt, dass die Ebene der formalen Darstellung sowohl von uns als auch von anderen mit der methodischen und inhaltlichen Ebene vermischt wurde.

Soll das nun heißen, dass beide Professoren mit zig Jahren Hochschulerfahrung und zig Jahren Erfahrung im angeblich wissenschaftlichen Publizieren zu paddelig waren, um einen Masterstudenten vernünftig anzuleiten? Oder was? Oder wer sind im letzten Satz "wir" und die "anderen"?

Zitat von: Dr. Ici Wenn am 18. Juni 2012, 21:30:32Schon wieder die Methodik als einziges Kriterium. Wie windelweich ist das denn? Abgesehen davon: Wenn sie Methodik wollen: Die Methodik der Masterarbeit ist doch genau so jenseits, das könnten wir nochmal aufgreifen.

Könnte man, da sie nun weiter darauf rumreiten, ist aber auch schon verschiedentlich gemacht worden und lohnt wahrscheinlich nicht. Allein die "Statistik" ist ein Witz. Und dann werden für das pfiffige Experiment noch mal eben ein paar zusätzliche Hypothesen untergerührt. Dass man die Wirkung des Spiegels, in dem sonst die Leute hocken sollen, in der Richtung irgendwie umdrehen kann. Und dass die Wirkung durch Klingeldraht und Handelektroden an Personen übertragen werden kann (ok, das ist in der Radionik und allem davon abgeleitenen Voodoo wie EAV so selbstverständlich wie nur was, und außerdem, wenn Marcus Schmieke das vorgeschlagen hat...). Wichtig ist dabei natürlich, das Was-auch-immer im Spiegel mit Bifilarspulen abzugreifen. Elektromagnetisch macht eine Bifilarspule zwar nix, aber irgendwie eben doch, nur anders und besonders, kann jeder Skalarwellenexperte bestätigen.

Nee, das ist und bleibt Mupitz, wofür die da jemandem einen MSc hinterhergeworfen haben.

celsus

Hm, nach kurzer Nachdenkpause wirkt die Stellungnahme von Walach auf mich doch eher so, als ginge ihm durchaus der Allerwerteste auf Grundeis.
Die Existenz seines "Lebenswerkes" wird ja gerade von verschiedenen Seiten bedroht.
Und ihm und einigen anderen Leute dürfte auch längst klar sein, auf welch schmalem Grat sie mit ihrer Möchtegern-Wissenschaft dort wandeln.

Das ist also eher Kampfgebrüll ums Überleben statt ernstzunehmender Argumentation.

Joseph Kuhn denkt auch gerade in die Richtung:
http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php#comment337189
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Belbo zwei

Wobei die Verbindung zu Grander war mir neu  ;D
Granderheider Reitertage: Wallach Caitoki nimmt jedes Hindernis
http://www.abendblatt.de/region/stormarn/sport/article2302169/Wallach-Caitoki-nimmt-jedes-Hindernis.html

...alle aufzeigen die auch Granderheiler anstatt Granderheider gelesen haben.