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Identitätspolitik - Allgemeiner Thementhread

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Begonnen von RPGNo1, 25. Januar 2023, 13:52:20

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Peiresc

 :facepalm
Traurig.

Aber ich bin nicht ganz allein mit meiner Ansicht. Für die drei besten Kommentare in dem Faden halte ich die hier:
ZitatLongfella @Leptos0me
You could rebut his arguments like some kind of adult.

C B Miller @sisboombahbah
Debate him on the facts & evidence & prove him wrong.

Jumbo Trudgeon @trudgeon666
"Whatever will we do?" Apparently, resort to infantile abuse of @Evolutionistrue
 rather than address a single point he has made

RPGNo1

Noch einmal Claudine Gay. René Pfister sagt sehr deutlich, was sie tatsächlich gescheitert ist. Es war jedenfalls keine rechte Kampagne.

ZitatWas Unis und Medien aus dem Sturz der Harvard-Präsidentin lernen können

Claudine Gay sieht sich als Opfer einer rechten Kampagne. Doch die erste schwarze Frau an der Spitze der Elitehochschule Harvard scheiterte am Mangel ebenjener Diversität, die sie doch eigentlich fördern wollte.
https://archive.is/6IE6Q

RPGNo1

ZitatHere's an example of how indigenous peoples, on the basis of their superstitions and religion, try to control modern technology or how it's used and science. In this case, reported by CNN (click on screenshot below), a commercial enterprise is taking some small amounts of human remains (presumably ashes, though it's not clear) to the Moon, in violation of no Earthly statute.
[...]
The private companies providing these lunar burial services, Celestis and Elysium Space, are just two of several paying customers hitching a ride to the moon on Pittsburgh-based Astrobotic Technology's Peregrine lunar lander.
[...]
"We are aware of the concerns expressed by Mr. Nygren, but do not find them substantive," Celestis CEO Charles Chafer told CNN.

"We reject the assertion that our memorial spaceflight mission desecrates the moon," Chafer said. "Just as permanent memorials for deceased are present all over planet Earth and not considered desecration, our memorial on the moon is handled with care and reverence, is a permanent monument that does not intentionally eject flight capsules on the moon. It is a touching and fitting celebration for our participants — the exact opposite of desecration, it is a celebration."
[...]
"No one, and no religion, owns the moon," Celestis' CEO told CNN. "If the beliefs of the world's multitude of religions were considered, it's quite likely that no missions would ever be approved. Simply put, we do not and never have let religious beliefs dictate humanity's space efforts. There is not and should not be a religious test."

https://whyevolutionistrue.com/2024/01/08/the-navajo-nation-tries-to-prevent-human-ashes-from-being-sent-to-the-moon/

Klare Worte. Ich mag den CEO von Celestis. :D

Max P

Ich finde beides - Beerdigungen (Bemondigungen?) auf dem Mond und die Beschwerden darüber - völlig gaga. :stirn Aber die Navajos repräsentieren anscheinend genug Wählerpotential, um das Weiße Haus aufzuscheuchen.

Conina

Zitat.  Is it better to minimize ethnic distinctions or to accentuate them with diversity initiatives and ethnic preferences? Out of the Melting Pot, Into the Fire takes a global, historical perspective to address these questions, examining how societies, from ancient Rome to modern Rwanda, have dealt with them. It provides essential analysis and data for America and other countries that are contemplating an increasingly multiethnic future. 

https://www.skeptic.com/michael-shermer-show/jens-heycke-multiculturalism-and-lessons-from-rwandan-genocide/


Eine extrem lohnenswerte Folge, die auch die Gefahren von Identitätspolitik am Beispiel Ruanda beleuchtet.

Sie sprechen auch darüber, wie die Gesellschaft in Ruanda nach dem Völkermord organisiert ist, damit das nicht wieder passieren kann.

Wer Englisch kann und Podcasts hört, sollte sich diese Folge nicht entgehen lassen.

Man wird davon nicht dümmer.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Conina

Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

eLender

Zitat von: Gefährliche Bohnen am 06. Januar 2024, 21:21:42Es scheint leider auch keinen Funken Zweifel zu geben bei Gorski:
Der hat sich auch bei Edzard zu Wort gemeldet. Er hat es voll erfasst. Die Scheuklappen sollte er aber nicht abnehmen, er könnte ins Stolpern kommen. Wenn (scheinbare) Moral den Verstand vernebelt...

ZitatDavid Gorski on Monday 08 January 2024 at 00:17

You have to be living under a rock not to know that the far right has taken the term "woke" and turned it into a slur that basically means any social policy they don't like with respect to diversity, equality, inclusion, racism, etc. Using it unironically in a talk like that strongly suggests that Andreas Edmüller was either clueless about its real meaning or intentionally using the distorted meaning that the right has attached to the word.
https://edzardernst.com/2024/01/have-the-german-skeptics-lost-the-plot/#comment-149373

Das Narrativ wiederholt er in Dauerschleife. Argumentativ im gwoken Sumpf verfangen.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Monika Gruber, nächster Akt

ZitatMonika Gruber hat sich in ihrem neuen Buch die Woke-Bewegung vorgeknöpft und eine unbekannte Bloggerin namentlich erwähnt und verächtlich gemacht. Seine Mandantin werde seither bedroht, sagt deren Anwalt Jan Froehlich aus Berlin und droht mit rechtlichen Schritten.

https://www.stern.de/gesellschaft/monika-gruber--anwalt-von-bloggerin-erwaegt-klage-wegen-rassismus-vorwuerfen-34352428.html

Der Anwalt fährt in seiner Kritik ganz schwere Geschütze auf. Um es mit n-tv auszudrücken: "Leute, lasst mal die Kirche im bayerischen Dorf"

zimtspinne

Reality is transphobic.

eLender

Sehr schöner Kommentar in der Zeit (nicht auf der Achse des Guten!). Es gibt leichte Anzeichen, dass der Spuk zumindest seinen Höhepunkt erreicht hat, es also einen Backlash gibt. Man sollte ja glauben, dass das ein neues Zeitalter einläutet und die alten Zöpfe für immer verschwunden sein werden. Das ist aber naiv, es gab schon immer diese Wellen von Irrationalität, die irgendwann an der Realität gescheitert sind. Was bleibt: die Fakten, die sich nicht nach dem Zeitgeist richten.

ZitatWir haben peak woke erreicht, so wie man von peak oil spricht. Es wird immer noch Öl gefördert, aber allen ist klar, dass es so nicht weitergeht. Und so sind die Prinzipien der Wokeness so allgegenwärtig wie nie, sie haben sich in vielen Institutionen und Konzernen festgesetzt, sie bestimmen die Castings der Filmindustrie, die Bildsprache des Marketings, die Berufungen auf Lehrstühle und die Stellenausschreibungen der öffentlichen Verwaltungen (mit generationeller Langzeitwirkung). Doch die unhinterfragte Deutungsmacht, die das woke Denken zwischen 2014 und 2022 hatte, also zwischen der Ermordung von Michael Brown in Ferguson, Missouri, und den Nachwehen von Black Lives Matter, ist gebrochen.
https://archive.is/qMKrF

Viele schöne Beispiele. Ich picke mal eines raus, weil das eins der Irrtümer schön beleuchtet.

ZitatIm Sommer 2021 trennte sich die amerikanische Unterwäschefirma Victoria's Secret von ihren berühmten superschlanken Models, den sogenannten Angels, die mit nur einem Hauch von Spitzenwäsche über den Laufsteg zu stöckeln pflegten. Sie wurden durch Aktivistinnen ersetzt, die für bestimmte Identitätsgruppen stehen: für schwarze und lesbische Frauen, für Transgender-Personen und generell für sogenannte Body-Positivity. Die Markenbotschafter des Unternehmens sollten nicht mehr dem männlichen Blick gefallen, sondern weibliches Empowerment verkörpern und für Inklusion und Diversität stehen. Anders gesagt: Victoria's Secret wurde unter dem Applaus der Öffentlichkeit woke. Die Firma und der Zeitgeist lagen sich in den Armen.
Zwei Jahre später, im September 2023, kam die Rolle rückwärts. Die Umsätze seien zurückgegangen, hieß es aus dem Unternehmen, deswegen werde man die klassischen Angels wieder auf den Laufsteg holen. Body-Positivity hatte sich nicht verkauft.

Es funktioniert halt einfach nicht, weil es gegen Sachverhalte verstößt, die eben nicht sozial konstruiert sind. Schönheit (das, was man als ästhetisch empfindet) ist zwar zum Teil sozial / kulturell moderiert, aber wahrscheinlich nur zu einem kleinen Teil. Es gibt dazu auch Studien, etwa an Säuglingen, die noch keine soziale Prägung erfahren haben. Will man, weil man eine bestimmte Ideologie hat, das Gegenteil etablieren, dann wird man irgendwo und irgendwann scheitern. Das mag auch bitter sein, weil es uns daran erinnert, dass die Natur nicht nur gerecht und lieb ist und dass es so etwas wie ein unveränderbares Schicksal gibt. Aber es bringt nichts, das mit aller Gewalt von oben zu diktieren. Gut gemeint ist meist das Gegenteil von gut gemacht. Beim Fatpride ist das so offensichtlich, dass man schon sehr im Kaninchenbau stecken muss, um das zu ignorieren.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Nochmal die Gruberin (es hat zumindest Unterhaltungswert).

ZitatDie Kabarettistin Monika Gruber hat Kritik an ihrem umstrittenen Buch erneut klar zurückgewiesen. ,,Satire duldet weder Zensur, noch erfordert sie eine Entschuldigung", heißt es in einer Erklärung, die ihr Anwalt Ben M. Irle am Donnerstag im Namen Grubers und ihres Co-Autoren Andreas Hock verbreitete.
https://www.focus.de/kultur/buecher/voellig-irrational-und-scheinheilig-monika-gruber-holt-nach-vorwuerfen-zum-gegenschlag-aus_id_259590861.html
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Zitat von: RPGNo1 am 08. Januar 2024, 18:38:51
ZitatHere's an example of how indigenous peoples, on the basis of their superstitions and religion, try to control modern technology or how it's used and science. In this case, reported by CNN (click on screenshot below), a commercial enterprise is taking some small amounts of human remains (presumably ashes, though it's not clear) to the Moon, in violation of no Earthly statute.
[...]
The private companies providing these lunar burial services, Celestis and Elysium Space, are just two of several paying customers hitching a ride to the moon on Pittsburgh-based Astrobotic Technology's Peregrine lunar lander.
[...]
"We are aware of the concerns expressed by Mr. Nygren, but do not find them substantive," Celestis CEO Charles Chafer told CNN.

"We reject the assertion that our memorial spaceflight mission desecrates the moon," Chafer said. "Just as permanent memorials for deceased are present all over planet Earth and not considered desecration, our memorial on the moon is handled with care and reverence, is a permanent monument that does not intentionally eject flight capsules on the moon. It is a touching and fitting celebration for our participants — the exact opposite of desecration, it is a celebration."
[...]
"No one, and no religion, owns the moon," Celestis' CEO told CNN. "If the beliefs of the world's multitude of religions were considered, it's quite likely that no missions would ever be approved. Simply put, we do not and never have let religious beliefs dictate humanity's space efforts. There is not and should not be a religious test."

https://whyevolutionistrue.com/2024/01/08/the-navajo-nation-tries-to-prevent-human-ashes-from-being-sent-to-the-moon/

Klare Worte. Ich mag den CEO von Celestis. :D

Identitätspolitischer Wahnsinn, zweiter Teil
ZitatOn 8 January, US space company Astrobotic launched the first commercial Moon lander, called Peregrine. Among the spacecraft's 20 payloads were five instruments built by NASA. Other cargo included the cremated remains of at least 70 people and one dog, sent by two US companies, Celestis and Elysium Space, which give people the opportunity to be interred on the Moon.

The Moon is a shared cultural space for humanity. Many people might instinctively feel uneasy about its incipient commercialization, which has happened with little consultation and remains mostly unregulated. Many Indigenous Peoples, including Diné (the people) of the Navajo Nation such as myself, feel a whole other level of unease. For us, the Moon is an ancient relative — Grandmother Moon is a term of reverence shared by many Indigenous Peoples — and we should be careful, diligent and respectful when visiting her.
https://www.nature.com/articles/d41586-024-00106-8
:crazy


RPGNo1

Zitat von: eLender am 19. Januar 2024, 17:03:24Sehr schöner Kommentar in der Zeit (nicht auf der Achse des Guten!). Es gibt leichte Anzeichen, dass der Spuk zumindest seinen Höhepunkt erreicht hat, es also einen Backlash gibt. Man sollte ja glauben, dass das ein neues Zeitalter einläutet und die alten Zöpfe für immer verschwunden sein werden. Das ist aber naiv, es gab schon immer diese Wellen von Irrationalität, die irgendwann an der Realität gescheitert sind. Was bleibt: die Fakten, die sich nicht nach dem Zeitgeist richten.

 :2thumbs: Einer der besten Kommentare zum Thema, die ich seit langem gelesen habe.



Juliette

Nicht ganz neu - von 2022 - aber sehr interessant:

https://www.ungemeve.de/von-der-unmoeglichkeit-sprache-zu-steuern/

ZitatSeit Langem bin ich Mitglied in einem gemeinnützigen Verein, der kostenfreie Beratung von Profis anbietet. Schuldnerberatung, Paarberatung, Sozialberatung, usw.
Ich habe für den Verein gearbeitet und habe auch ehrenamtlich geholfen. Jeden Text musste ich korrekturlesen lassen. Endlose Diskussionen, egal ob Veröffentlichung, Plakat oder Flyer. Weil es ein striktes Wording gibt. Dem ich nie mächtig wurde.

Man sagt nicht ,,arm". Das Wort ist tabu. (Ein Begriff aus Polynesien.) Weil arme Menschen in Deutschland stigmatisiert sind. Aber man musste ja zwangsläufig auch mal über Arme sprechen, wenn man ihnen helfen will. Also wurde die Umschreibung ,,sozial schwach" verwendet. Irgendwann kam jemand darauf, dass das ja auch nicht so ganz ok sein kann. Denn nur weil jemand arm ist, ist er ja nicht gleich ,,sozial schwach". Denn das impliziert ja, er sei sozial unbedarft. Auf gut Deutsch ein Asi. (,,Assi" ist übrigens der Assistent.)

Inzwischen wird es umschrieben. Geht es um finanzielle Dinge wie Schulden, wird es mit ,,finanziell schwach" umschrieben. Geht es um Dinge wie Bildung oder Kompetenzen, wird es mit ,,sozial benachteiligt" umschrieben. Der Armutsbericht heißt immer noch Armutsbericht.

Die Schwierigkeit ist, dass immer noch das Gleiche gemeint ist. Und jeder weiß das. Zwischen den Ohren derjenigen, die ,,arm" mit ,,Sozialschmarotzer" oder ,,Versager" gleichsetzen, ändert es absolut nichts. Dann setzen sie halt ,,prekäre Lebensverhältnisse" mit ,,Versager" gleich.

....

Sehr vereinfacht besagt die Euphemismus-Tretmühle, dass wenn man einen abwertenden Begriff durch einen neuen, scheinbar weniger abwertenden Begriff ersetzt, es nichts bringt. Weil dieser neue Begriff sehr schnell übernommen wird und immer den gleichen Bedeutungsinhalt übernimmt. Und diejenigen, die ihn böswillig benutzen wollen, dann halt den neuen Begriff böswillig benutzen.

,,Ausländer" wurde längst durch ,,Immigranten" abgelöst. Und ,,Migration in unsere Sozialsysteme" wurde draufgesetzt. Die schreien nicht mehr ,,Ausländer raus", die schreien ,,gegen die Islamisierung" oder ,,Stopp die Wohlstandsmigration". Und selbst viele, die da mitlaufen, haben es nicht gemerkt.

Das führt dazu, dass manche in eine Tretmühle geraten. Weil sie versuchen wieder und wieder neue Umschreibungen zu finden. Weil die neuen Umschreibungen auch wieder stigmatisiert sind, sobald sie von der Allgemeinheit übernommen wurden.

RPGNo1

Zitat von: Juliette am 22. Januar 2024, 11:50:01Sehr vereinfacht besagt die Euphemismus-Tretmühle, dass wenn man einen abwertenden Begriff durch einen neuen, scheinbar weniger abwertenden Begriff ersetzt, es nichts bringt. Weil dieser neue Begriff sehr schnell übernommen wird und immer den gleichen Bedeutungsinhalt übernimmt. Und diejenigen, die ihn böswillig benutzen wollen, dann halt den neuen Begriff böswillig benutzen.

Dazu habe ich auch ein Beispiel aus 2021. Der Kölner Musiker Markus Reinhardt sieht sich selbst als "stolzen Zigeuner". Denn zum einen sind Sinti und Roma nur einzelne Stämme eines viel größeren Gemeinwesens. Zum anderen erklärt er:
Zitat"Wir hatten mal eine Tournee in Österreich. Da stand auf Plakaten "Sinti und Roma raus!" Daran sieht man, dass nicht das Wort das Problem ist, sondern die Einstellung, die dahintersteckt. Für mich steht Zigeuner für unsere Identität, für ein Kulturgut, für die Werte und den Stolz, die wir in uns haben."

https://www.t-online.de/region/koeln/news/id_89809636/koeln-markus-reinhardt-sieht-sich-als-stolzen-zigeuner-.html