Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram
Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Autor Thema: Elektroautos  (Gelesen 16192 mal)

LaDeesse

  • Forum Member
  • Beiträge: 679
Re: CO2-Emissionen je nach Antriebsart
« Antwort #180 am: 17. März 2019, 22:34:25 »
Trotzdem macht der Kauf von E-Autos bzgl. der CO2-Emissionen bereits heute Sinn, wenn falls man davon ausgeht, dass in den kommenden Jahren der Ladestrom sehr viel "grüner" wird. Siehe Abbildung 2:

https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_klimabilanz_2017_bf.pdf

(Ich teile den Optimismus der BMU-Berechnung nur sehr bedingt.)

In der BMU-Veröffentlichung ist dieser Satz falsch:
"Die  Treibhausgasemissionen  eines  heute  gekauften  Elektroautos  in  den  einzelnen  Jahren hängen  also  sehr  stark  von  der  weiteren  Entwicklung  der  Stromerzeugung  in  punkto Klimaverträglichkeit ab."
Ob der Autor tatsächlich noch nie etwas von dynamischer Grenzkostenrechnung gehört hat (die begründet, warum der Strommix auf zusätzliche Verbraucher nicht anwendbar ist) oder aus missionarischem Eifer bewusst die Unwahrheit sagt? Ich weiß es nicht.

Schwuppdiwupp

  • Forum Member
  • Beiträge: 757
  • Purple Tentacle
Re: Elektroautos
« Antwort #181 am: 18. März 2019, 00:15:46 »
Wie sieht das eigentlich mit der CO2-Bilanz aus, wenn man die Herstellung der Elektroautos berücksichtigt? Ich könnte mir vorstellen, dass die Herstellung allein des Lithiums (sehr) unerfreulich zu Buche schlägt.

Nebenbei: Mir wurde mal gesagt, dass ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in seinem ganzen Betriebsleben nicht so viel Energie verbrennt wie bei seiner Herstellung.  :gruebel
Ach, was weiß denn ich ...

LaDeesse

  • Forum Member
  • Beiträge: 679
Re: Elektroautos
« Antwort #182 am: 18. März 2019, 00:27:36 »
Wie sieht das eigentlich mit der CO2-Bilanz aus, wenn man die Herstellung der Elektroautos berücksichtigt? Ich könnte mir vorstellen, dass die Herstellung allein des Lithiums (sehr) unerfreulich zu Buche schlägt.

Nebenbei: Mir wurde mal gesagt, dass ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in seinem ganzen Betriebsleben nicht so viel Energie verbrennt wie bei seiner Herstellung.  :gruebel

Dazu wird völlig Gegensätzliches geschrieben - je nachdem, ob der Autor Elektroauto-Gegner oder -Befürworter ist.
Es ist aber auch schwierig zu bewerten, weil man das Recycling der Lithium-Akkus ja gerade erst lernt.

sailor

  • Forum Member
  • Beiträge: 360
Re: Elektroautos
« Antwort #183 am: 18. März 2019, 12:34:25 »
Grundsätzlich sollte die Fertigung weniger CO2 "kosten", weil nach allem was man hört/liest/sieht weniger Arbeiter dafür gebraucht werden... also weniger Atem-CO2! *sarkasmusoff

In der Fertigung ist die Batterie in der Tat das Fragezeichen. Bei Karosserie und Antriebsstrang wirds einfacher, die gesamte Fertigung von Motor und Getriebe entfällt. Das ist ein bedeutender Anteil, weil die dafür erforderlichen Metalle ja erstmal zu (hochleistungs-)Legierungen verarbeitet und dann umformend bearbeitet werden müssen. Das kostet ne Menge Energie, im Fall von Stahl direkte Kohlenstoffbeteiligung (ich meine nicht den Anteil im Gefüge, sondern den Anteil Stahlherstellung Hochofen).

Ob und wie ein Fahrzeug wieviel Energie erfordert/verbraucht lässt sich pauschal eben nicht sagen, hört sich wie ein grünschwurblerischer Bronzesatz an. Es kommt darauf an, wie/wo die Materialien herkommen, wo/wie sie verarbeitet wurden und welche Laufzeit/Verbräuche/Fahrprofile man ansetzt. Ich kann mir vorstellen, dass in Mitteleuropa bei der Stahlherstellung ganz andere Effizienzbetrachtungen gelten als bspw. in China.