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Autor Thema: Diktatorenschmuser  (Gelesen 26808 mal)

Homeboy

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #45 am: 24. November 2013, 16:49:53 »
Bleiben wir doch einfach beim Thema. Ich vermute die Dikratorenschmuserei hat eine tiefenpsychologische Ursache. Ein Diktator (wie z.B. Putin) hat fast unbegrenzte Macht und ist niemandem Rechenschaft schuldig. Er strahlt möglicherweise eine besondere (homoerotische) Attraktivität für einige Leute aus. Er ist ein Alphamännchen, das sich einfach nimmt was es will. Anders als einer wie Obama, der bei jedem Regelverstoß sofort Ärger mit dem Parlament bekommt.

ich sehe gerade den Diktator Putin vor mir, wie er die ganze Welt abhören lässt (natürlich haben das seine Vorgänger angeleiert, aber er stoppt es nicht), wie er massenweise bürger anderer staaten entführen und in geheimgefängnissen auf der ganzen welt foltern lässt (natürlich auch von den vorgängern, er nutzt das nur weiter), wie er weltweit ohne gerichtsurteil zivilisten mit drohnen ermorden lässt (jaja, die vorgänger), wie er whistelblowern/verrätern freiheitlicher nationen unterschlupf gewährt und der bundesrepublik gas liefert, wegen seinem freund Goldkettchen-Gerd.
Und dieser Obama darf gar nichts, und immer muss er sich vor dem Kongress verantworten. Wegen Nichtigkeiten. Schröcklich diese demokratische Kontrolle. Und nachdem er sich dann verantwortet hat, dann passt er sein Verhalten natürlich demokratischen Gepflogenheiten an, ist ja klar. Ist ja Jura-Prof gewesen, der weiß ja, was sich gehört.

pittbull

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #46 am: 24. November 2013, 17:11:28 »
Aber dass Putin ein skrupelloser und menschenverachtender Autokrat ist, wird wohl niemand bezweifeln der weiß wie er die Rechte der Homosexuellen beschneidet, Regierungskritische Punkmusiker behandelt, und erst jüngst die Ukraine nötigte der EU den Rücken zu kehren.
Ich habe schon das Gefühl, dass eine politische Analyse mit solchen Feststellungen noch nicht beendet sein kann. Was schlägst Du vor: Russland boykottieren? Ultimatum der NATO? Antrag, Russland aus dem UN-Sicherheitsrat rauszuwerfen?
Auch denke ich, dass bei aller Homophobie und Autokratie der Punktwert Putins auf der Skala des ehrlichen Abscheus noch nicht bei 10 von 10 Punkten am Anschlag liegt. Dafür hat es zu viele andere Beispiele für skrupellose Menschenverachtung in der Geschichte gegeben.

Ich schlage eine äußerst reservierte und kritische Haltung dem Putin gegenüber vor. Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden, die unerwarteterweise mit den Menschenrechten kompatibel sind. IMHO hält er zur Zeit einige Greenpeace-Aktivisten gefangen. Sollte er sie freilassen, sollte man ihm das wohlwollend anrechnen.

Homeboy

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Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #47 am: 24. November 2013, 17:16:18 »
Aber dass Putin ein skrupelloser und menschenverachtender Autokrat ist, wird wohl niemand bezweifeln der weiß wie er die Rechte der Homosexuellen beschneidet, Regierungskritische Punkmusiker behandelt, und erst jüngst die Ukraine nötigte der EU den Rücken zu kehren.
Ich habe schon das Gefühl, dass eine politische Analyse mit solchen Feststellungen noch nicht beendet sein kann. Was schlägst Du vor: Russland boykottieren? Ultimatum der NATO? Antrag, Russland aus dem UN-Sicherheitsrat rauszuwerfen?
Auch denke ich, dass bei aller Homophobie und Autokratie der Punktwert Putins auf der Skala des ehrlichen Abscheus noch nicht bei 10 von 10 Punkten am Anschlag liegt. Dafür hat es zu viele andere Beispiele für skrupellose Menschenverachtung in der Geschichte gegeben.

Ich schlage eine äußerst reservierte und kritische Haltung dem Putin gegenüber vor. Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden, die unerwarteterweise mit den Menschenrechten kompatibel sind. IMHO hält er zur Zeit einige Greenpeace-Aktivisten gefangen. Sollte er sie freilassen, sollte man ihm das wohlwollend anrechnen.

jaja, stimmt schon, das kann demokratien nicht passieren, dass sie aktivisten von greenpeace gefangen nehmen (ich weiß, es ging ums freilassen. japan kann so schön sein.) oder schlimmeres (rainbow warrior, edit: leben und sterben wie gott in frankreich).

edit2: wenn du commibuster fragst, dann war die DDR viel schlimmer, erstrecht der Bayrische Freistaat. so ist das eben mit den persönlichen einschätzungen.

bayle

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #48 am: 24. November 2013, 17:30:25 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.

Belbo

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Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #49 am: 24. November 2013, 17:36:29 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.

Was uns allerdings nicht davon befreit uns Gedanken über bessere oder schlechtere Handlungsweisen zu machen, und über die Kriterien nach denen wir das beurteilen können, machen wir ja mit unserer Kernklientel auch.

pittbull

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #50 am: 24. November 2013, 17:44:33 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.
Nicht für die Welt, aber Despoten sind nunmal wie wilde Tiere. Das Zuckerbrot&Peitsche-Prinzip ist ihnen gegenüber recht wirksam. So behandeln sie auch ihre Bürger. Das verstehen sie und damit können sie umgehen. Alles andere wirkt auf solche Leute nur verunsichernd und verführt sie zu irrrationalen Handlungen.

Groucho

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  • Beiträge: 7532
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #51 am: 24. November 2013, 17:55:46 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.

Er hat die Wahrheit geschaut. Ich tu das auch immer, nachts, in der Akasha-Chronik. Aber da bin ich am Bett festgeschnallt.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

pelacani

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #52 am: 24. November 2013, 18:00:49 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.
Nicht für die Welt, aber Despoten sind nunmal wie wilde Tiere. Das Zuckerbrot&Peitsche-Prinzip ist ihnen gegenüber recht wirksam. So behandeln sie auch ihre Bürger. Das verstehen sie und damit können sie umgehen. Alles andere wirkt auf solche Leute nur verunsichernd und verführt sie zu irrrationalen Handlungen.
Du hast mich nicht verstanden. Das Problem ist: es ist Deine Definition von "Despotie". Es gibt (fast) keine über den Wassern schwebende, von allen akzeptierte, allgemein verbindliche Moral; und schon gar nicht bist Du a priori im Besitz dieser Moral.

pittbull

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #53 am: 24. November 2013, 18:12:57 »
Wir sind von der ganzen Welt diejenigen, die am wenigstens das Recht besitzen die USA zu kritisieren. Wir sind die Nation, die besser schweigen sollte.
Früher kam geistloses US-Bashing entweder von hartgesottenen Neonazis oder Kommunisten. Inzwischen aber ist das gesellschaftsfähig geworden. Der brave Deutsche ist wieder glühender Patriot, vielleicht sogar Nationalist und ist  Amis, Juden und Demokraten gegenüber mehr als skeptisch.

Belbo

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #54 am: 24. November 2013, 18:17:15 »
Nichtsdestotrotz sollten aber auch Handlungen seinerseits honoriert werden
Für mich liegt ein Problem in diesem Satz, genauer: in der Geisteshaltung, die ich hinter ihm vermute. Es dürfte mit dem Selbstverständnis von 90% der Weltbevölkerung kollidieren, wenn sie von einigen Leuten, die im Trockenen sitzen, für "Wohlverhalten honoriert" oder für "Fehlverhalten abgestraft" werden sollten. Die EU, speziell pitbull, weiß, was für die ganze Welt gut ist - nur, sie will nichts davon hören.
Nicht für die Welt, aber Despoten sind nunmal wie wilde Tiere. Das Zuckerbrot&Peitsche-Prinzip ist ihnen gegenüber recht wirksam. So behandeln sie auch ihre Bürger. Das verstehen sie und damit können sie umgehen. Alles andere wirkt auf solche Leute nur verunsichernd und verführt sie zu irrrationalen Handlungen.
Du hast mich nicht verstanden. Das Problem ist: es ist Deine Definition von "Despotie". Es gibt (fast) keine über den Wassern schwebende, von allen akzeptierte, allgemein verbindliche Moral; und schon gar nicht bist Du a priori im Besitz dieser Moral.

Zumindest hat sich die Menschheit auf gewissen Kanon an moralisch begründeten Rechten geeinigt. Warum keine Bewertung politischen Handelns möglich sein soll, wenn sich "Despoten" oder "Demokraten" nicht oder nur teilweise an solche Maxime halten ist mir unklar. Zumal wir ja immer noch den guten alten Kant und die Aufklärung als Bewertungsgrundlagen haben.

Zitat
    „Aufklärung war der Wunsch danach, dass menschliche Angelegenheiten von der Vernunft geleitet werden, anstatt durch Religion, Aberglauben oder Offenbarung; und der Glaube an die Kraft der menschlichen Vernunft die Gesellschaft zu verändern und das Individuum von den Fesseln der Tradition oder der willkürlichen Autorität zu befreien. All dies gestützt durch eine Weltanschauung, die zunehmend durch die Wissenschaft anstatt durch Religion oder Tradition validiert wird.“
– Dorinda Outram: The Enlightenment (1995)
http://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung

Belbo

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #55 am: 24. November 2013, 18:18:40 »
Wir sind von der ganzen Welt diejenigen, die am wenigstens das Recht besitzen die USA zu kritisieren. Wir sind die Nation, die besser schweigen sollte.
Früher kam geistloses US-Bashing entweder von hartgesottenen Neonazis oder Kommunisten. Inzwischen aber ist das gesellschaftsfähig geworden. Der brave Deutsche ist wieder glühender Patriot, vielleicht sogar Nationalist und ist  Amis, Juden und Demokraten gegenüber mehr als skeptisch.

Da ist es wieder das Problem mit dem giesskannenartigen Verallgemeinern.

pittbull

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #56 am: 24. November 2013, 18:19:33 »
Du hast mich nicht verstanden. Das Problem ist: es ist Deine Definition von "Despotie". Es gibt (fast) keine über den Wassern schwebende, von allen akzeptierte, allgemein verbindliche Moral;
Ich habe dich sogar besser verstanden als vermutet. Du versuchst offenbar die Despotie als gültige Herrschaftsform zu verkaufen. Wir müssen dazu nur etwas an ihrem Ethos herumschrauben. Aber das gelingt uns schon, *lol*

Commibuster

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #57 am: 24. November 2013, 18:21:11 »
Nicht für die Welt, aber Despoten sind nunmal wie wilde Tiere. ...

Hier muss ich aber widersprechen. Wilde Tiere sind viel besser als ihr Ansehen.
Ich wünschte mir nur, dass jeder Mensch so viel Menschlichkeit hätte wie ein Hund.
Im sozialistischen Zuchthaus schlug der Wärter "Roter Terror" einen am Boden liegenden politischen Häftling so lange bis sein eigener Schäferhund neben ihm, den Schläger in die Hand biss, und dass obwohl die Hunde auf die Kleidung (rote Streifen) der Gefangenen abgerichtet waren, also trainiert waren sie zu beißen und nicht die Wärter.
Dieser Hund hat eine bewusste eigene humanistische Entscheidung getroffen: Der am Boden liegende wehrt sich nicht - ihn weiter zu schlagen macht keinen Sinn.
(Der Hund handelte also auch entgegen der Handlungsweise in diesem Forum.)
Selbst wilde Tiere fressen zwar andere, aber sie quälen sie nicht jahrelang. Das tun nur Menschen zu sich selber. Insofern unterscheiden wir uns gegenüber den Tieren tatsächlich deutlich.

Also schreibe besser: Ein Diktator ist ein Monster - kein wildes Tier, denn damit würdest du den Tieren Unrecht tun.
Ansonsten stimme ich dir voll zu.

pittbull

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #58 am: 24. November 2013, 18:22:49 »
Wir sind von der ganzen Welt diejenigen, die am wenigstens das Recht besitzen die USA zu kritisieren. Wir sind die Nation, die besser schweigen sollte.
Früher kam geistloses US-Bashing entweder von hartgesottenen Neonazis oder Kommunisten. Inzwischen aber ist das gesellschaftsfähig geworden. Der brave Deutsche ist wieder glühender Patriot, vielleicht sogar Nationalist und ist  Amis, Juden und Demokraten gegenüber mehr als skeptisch.

Da ist es wieder das Problem mit dem giesskannenartigen Verallgemeinern.

Das war bloß ein polemischer Rundumschlag gegen deutsche Spießer und Konservative. Selbstverständlich gibt es auch vernünftige Deutsche die nicht so drauf sind.

Belbo

  • Gast
Re: Diktatorenschmuser
« Antwort #59 am: 24. November 2013, 18:25:23 »
Wir sind von der ganzen Welt diejenigen, die am wenigstens das Recht besitzen die USA zu kritisieren. Wir sind die Nation, die besser schweigen sollte.
Früher kam geistloses US-Bashing entweder von hartgesottenen Neonazis oder Kommunisten. Inzwischen aber ist das gesellschaftsfähig geworden. Der brave Deutsche ist wieder glühender Patriot, vielleicht sogar Nationalist und ist  Amis, Juden und Demokraten gegenüber mehr als skeptisch.

Da ist es wieder das Problem mit dem giesskannenartigen Verallgemeinern.

Das war bloß ein polemischer Rundumschlag gegen deutsche Spießer und Konservative. Selbstverständlich gibt es auch vernünftige Deutsche die nicht so drauf sind.


.....amis die genauso drauf sind, und........
http://www.savethemales.ca/000334.html