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Autor Thema: Der Fall Mollath  (Gelesen 211699 mal)

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #405 am: 09. Juli 2013, 01:39:52 »
Hallo sweeper,
ich hatte Dir ja geschrieben, man müsse die WA der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft aufmerksam lesen.
An diesen Rat habe ich mich selbst auch gehalten und "ackere" seit 2 Stunden erneut im WA von RA Strate.
Und siehe da, die ganze Sache Dolmany wird auf über 30 (!) Seiten beschrieben:
http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-2013-02-19.pdf
ab Seite 52 bis Seite 86,dann folgt die wiederaufnahmerechtliche Betrachtung von RA Strate. Die tue ich mir aber heute nicht mehr an.
Es sieht so aus .dass Du mit deiner Vermutung
Zitat
Ich finde, hier liegt der eigentliche Justizskandal begraben.
zumindest insoweit nicht falsch liegst, als das auch ein WA-Grund ist.
Ich habe das offenbar nicht so recht mitbekommen bei meinem bisherigen Lesen der WA.
Du siehst, aufmerksames Lesen der WA ist von Nöten.
GuteN8

Groucho

  • Forum Member
  • Beiträge: 7532
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #406 am: 09. Juli 2013, 03:00:55 »
Ich fürchte ein - denkbares - Ergebnis, wenn irgendwann einmal jemand einen Strich unter die Angelegenheit zieht:

Mollath ist ein gefährlicher Irrer, der in ein Justiz-Komplott geriet...

Das ist meine bisher unausgesprochene Vermutung ebenso.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #407 am: 09. Juli 2013, 09:49:25 »
Eine Fülle von Details aus der Vorgeschichte wird in dem Lakotta-Artikel im SPIEGEL Nr 27/2013, S. 40 ff, dargestellt. Das ist der Artikel, der nicht online ist, und für den Telepolis keine Freigabe vom SPIEGEL bekommen hat.
Zitat
Es ist Gustl Mollath selbst, der die Maschinerie in Gang setzt, die ihn am Ende in die Psychiatrie bringt …  Am 23, November 2002 verschafft sich Mollath Zutritt zu dem Haus, in dem sein Schwager lebt. Er sucht, so wird er es der Polizei sagen, nach Beweisen dafür, dass seine Frau sich hier vor ihm versteckt. Als er einen Brief aus dem Kasten zieht, erwischt ihn die Freundin des Schwagers. Er drückt sie gegen die Wand, der Schwager kommt hinzu, ein Handgemenge folgt, Tritte, Faustschläge. Die Freundin ruft die Polizei….
„Die Gerichts- und Verfahrensakten bestätigen diesen Ablauf der Ereignisse", sagt auf Anfrage der Nürnberger Justizsprecher Michael Hammer.
etc. pp.

Zitat
Einer davon [der Opfer der Reifenstechereien] berichtet heute, Mollath habe ihn zuvor besucht, ihm einen scharf geschliffenen Schraubenzieher gezeigt, ihm von seinem Hass auf die Banken erzählt und dass er in Verbindung stehe mit Harald Schmidt; der gebe ihm im Fernsehen Handzeichen, er sei auf seiner Seite.
Das kann weder Frau Lakotta erfunden haben, noch ihr Zeuge. Das Erlebnis des Beeinflusstwerdens, des Gelenktseins ist ein sicheres Zeichen eines Wahns und hat quasi Beweiskraft für das Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung. Wie schon Conrad beschreibt: in der Psychose bekommt alles eine Bedeutung; dem Kranken geht die Fähigkeit verloren zu erkennen, dass er nicht gemeint ist.

Belbo

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #408 am: 09. Juli 2013, 10:12:50 »
Eine Fülle von Details aus der Vorgeschichte wird in dem Lakotta-Artikel im SPIEGEL Nr 27/2013, S. 40 ff, dargestellt. Das ist der Artikel, der nicht online ist, und für den Telepolis keine Freigabe vom SPIEGEL bekommen hat.
Zitat
Es ist Gustl Mollath selbst, der die Maschinerie in Gang setzt, die ihn am Ende in die Psychiatrie bringt …  Am 23, November 2002 verschafft sich Mollath Zutritt zu dem Haus, in dem sein Schwager lebt. Er sucht, so wird er es der Polizei sagen, nach Beweisen dafür, dass seine Frau sich hier vor ihm versteckt. Als er einen Brief aus dem Kasten zieht, erwischt ihn die Freundin des Schwagers. Er drückt sie gegen die Wand, der Schwager kommt hinzu, ein Handgemenge folgt, Tritte, Faustschläge. Die Freundin ruft die Polizei….
„Die Gerichts- und Verfahrensakten bestätigen diesen Ablauf der Ereignisse", sagt auf Anfrage der Nürnberger Justizsprecher Michael Hammer.
etc. pp.

Zitat
Einer davon [der Opfer der Reifenstechereien] berichtet heute, Mollath habe ihn zuvor besucht, ihm einen scharf geschliffenen Schraubenzieher gezeigt, ihm von seinem Hass auf die Banken erzählt und dass er in Verbindung stehe mit Harald Schmidt; der gebe ihm im Fernsehen Handzeichen, er sei auf seiner Seite.
Das kann weder Frau Lakotta erfunden haben, noch ihr Zeuge. Das Erlebnis des Beeinflusstwerdens, des Gelenktseins ist ein sicheres Zeichen eines Wahns und hat quasi Beweiskraft für das Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung. Wie schon Conrad beschreibt: in der Psychose bekommt alles eine Bedeutung; dem Kranken geht die Fähigkeit verloren zu erkennen, dass er nicht gemeint ist.


Das hilft leider nichts mehr die Verschwörunssüchtigen, leben schon in Ihrer eigenen Wahnwelt ich möchte nicht wissen zu Welcher verstärkung der Probleme Herrn Mollaths das führt, aber der ist den meisten glaube ich eher wurscht es geht nur noch um Prinzipienreitereien und die Bestätigung der eigenen juristisch- politischen Weltsicht. Aus einem der vielen blogs:

Zitat
Die beiden renommiertesten deutschen Gerichtsjournalistinnen Sabine Rückert und Gisela Friedrichsen schrieben Mitte Dezember 2012 zwei sehr ähnliche Beiträge zum Fall Mollath im Sinne “nichts dran, alles OK” und dann tauchten sie ab. Irgendjemand muss da nach meiner Überzeugung mächtig Druck
aufgebaut haben, damit diese beiden recherchestarken Journalistinnen diesen grössten deutschen Justizskandal seit der Hitlerzeit einfach fallen lassen.

Zitat
Auftragsarbeit von Beate Lakotta (B.L.)
Warum sollte man nicht davon ausgehen, dass es sich um eine direkte Auftragsarbeit von Beate Lakotta handelt? Ist sie bereit Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zur Lilly GmbH zu geben, einer Firma, die dafür kritisiert wird, dass sie Studien über Nebenwirkungen ihrer Medikamente unterdrücke, um die Zulassung dieser Medikamente nicht zu gefährden? Folgt man „ de.wikipedia.org/wiki/Beate_Lakotta „‎, so gewann B.L. 2000 „den von der Lilly Deutschland GmbH vergebenen Schizophrenia Reintegration Award …“ Eben jene Lilly GmbH unterstützt durchgängig seit 2008 die jährlich stattfindenden Bayreuther Forensiktagungen unter Leitung von Dr. Klaus Leipziger, dem jetzigen nicht gewünschten Quartiergeber von Herrn Mollath. Vielleicht ist sie ja auch bereit darüber Auskunft zu geben, inwieweit sie und Prof. Dr. med. Hans-Ludwig Kröber (Gutachter i. S. Mollath) sich aus gemeinsamen Tagen an der Uni Heidelberg kennen?

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #409 am: 09. Juli 2013, 10:26:09 »
Auf diese Weise wird sich herausstellen, dass auch ich gekauft bin, Psiram ja sowieso.

P.G.

  • Forum Member
  • Beiträge: 152
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #410 am: 09. Juli 2013, 10:42:04 »
Eine Fülle von Details aus der Vorgeschichte wird in dem Lakotta-Artikel im SPIEGEL Nr 27/2013, S. 40 ff, dargestellt. Das ist der Artikel, der nicht online ist, und für den Telepolis keine Freigabe vom SPIEGEL bekommen hat.

Zitat
Einer davon [der Opfer der Reifenstechereien] berichtet heute, Mollath habe ihn zuvor besucht, ihm einen scharf geschliffenen Schraubenzieher gezeigt, ihm von seinem Hass auf die Banken erzählt und dass er in Verbindung stehe mit Harald Schmidt; der gebe ihm im Fernsehen Handzeichen, er sei auf seiner Seite.
Das kann weder Frau Lakotta erfunden haben, noch ihr Zeuge. Das Erlebnis des Beeinflusstwerdens, des Gelenktseins ist ein sicheres Zeichen eines Wahns und hat quasi Beweiskraft für das Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung. Wie schon Conrad beschreibt: in der Psychose bekommt alles eine Bedeutung; dem Kranken geht die Fähigkeit verloren zu erkennen, dass er nicht gemeint ist.

Wenn es noch mehr solche Hämmer gibt, wird die WA echt spannend. Die meisten Mollathisten werden aber  "LÜGEN!" schreien und sich in ihrer Position bestärkt sehen. Schließlich zeigt das nur, wie wichtig es einflussreichen Kreisen ist, Mollath "mundtot zu machen".

Aber hier noch was anderes- aus einem Buch zum Querulantenwahn (Quelle kann man ergoogeln):
Zitat
Wie der Querulant selbst übermäßig suggestibel ist, übt er gleichzeitig auf eine kritikschwache Umgebung stärkste Suggestionskraft aus. Meist sind es nahe Angehörige, bisweilen aber Personen der weiteren Umgebung, die sich durch die affektvollen Behauptungen des Querulanten induzieren lassen, an seine überwertigen Ideen und Wahnvorstellungen glauben, um zu seinen Gefolgsleuten und Bannerträgern werden. Unermüdlich arbeitet der affektgetragene Querulant an seiner vermeintlichen Mission. Erstaunlich beherrscht er die angeschwollenen Akten und alle in Betracht kommenden Gesetzesbestimmungen. Stundenlang vermag er darüber zu reden. Schier unzählig sind seine nach allen Richtungen abgesandten Schriftstücke, Eingaben, Beschwerden. Nur den wahren Sinn des Rechts erfaßt er nie und ist außerstande zu begreifen, daß er gerade durch die Maßlosigkeit seines Vorgehens seiner Sache am meisten schadet. Nicht immer bleibt es bei rücksichtslosen Beleidigungen und wilden Drohungen. Wiederholt ist es geschehen, daß die leidenschaftliche Erregung zur Selbsthilfe in Form von tätlichen Angriffen und Mordversuchen verführte.

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #411 am: 09. Juli 2013, 13:43:34 »
Wer ist dieser "ominöse" neue Zeuge, den B. Lakotta aus ihrem Zauberhut präsentiert?
Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?
Ob eine WA stattfindet ist nicht sicher, denn das kann auch mit einem Beschluss(welcher das Urteil des LG aufhebt) geschehen.
Dieser Beschluss wird dann wahrscheinlich eine längere Begründung enthalten.

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #412 am: 09. Juli 2013, 14:02:12 »
Wer ist dieser "ominöse" neue Zeuge, den B. Lakotta aus ihrem Zauberhut präsentiert?
Erstens wieso ominös, zweitens wieso Zauberhut. Bis zum Beweis des Gegenteils gilt die Unschuldsvermutung sogar für Frau Lakotta.
Zitat
Alle Zeugen von damals bitten, ihren Namen nicht zu nennen, aus Angst vor militanten Unterstützern Mollaths, die zurzeit Gutachter und Justizangehörige bedrohen.


Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?
Die Frage verwundert nicht, da Du Deine Kenntnisse über Psychiatrie aus dem Buch von Postel beziehst. Übrigens kennst Du von Postels Psychiatrie-Geschichte auch nur das, was der Hochstapler selbst zum Besten gibt.

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #413 am: 09. Juli 2013, 14:11:06 »
ominös:
http://de.wiktionary.org/wiki/omin%C3%B6s
Die Frage
Zitat
Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?
ist nicht beantwortet sondern nur mit einer Unterstellung versehen.
Ich kenne kein Buch von Postel.
 
Zitat
Step back Satan / Never tempt me with vain things What you offer me is evil / You drink the poison yourself.

sweeper

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  • Genen ist seliger als Memen
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #414 am: 09. Juli 2013, 14:36:49 »
segeln,

ich verstehe nicht, was diese mittelalterliche Litanei in diesem Zusammenhang soll.
Können wir uns nicht auf Sachliches zum Thema beschränken?
With magic, you start with a frog and end up with a prince.
With science, you start with a frog, get a PhD and are still left with the frog you started with...


Terry Pratchett

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #415 am: 09. Juli 2013, 14:55:45 »
Ich kenne kein Buch von Postel.
In einem Interview bei Boulevard Bio sagte der Hochstapler G. Postel, der monatelang als Oberarzt in einem psychiatrischen Krankenhaus agierte:
Zitat
„Mit der richtigen psychiatrischen Terminologie kann ich etwas behaupten, sowie das Gegenteil und das Gegenteil vom Gegenteil. Keiner bemerkt es“
Oh, Entschuldigung. Ist mir passiert, weil ich aus dem Gedächtnis zitiert habe. Du kennst nicht mal sein Buch.

Zitat
Step back Satan / Never tempt me with vain things What you offer me is evil / You drink the poison yourself.
Dein Vertrauen darauf, dass sich auch niemand sonst an eine Antwort erinnert, die zu ignorieren Du beschlossen hast, hat schon etwas sehr Kindliches.

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #416 am: 09. Juli 2013, 15:32:03 »
Zitat
Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?

Belbo

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #417 am: 09. Juli 2013, 15:35:03 »
Zitat
Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?


....im Sinne von: das ist so schräg sowas kann man doch nicht erfinden.... ausser man wird natürlich dafür bezahlt.

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #418 am: 09. Juli 2013, 15:40:21 »
Zitat
Warum kann weder B. Lakotta noch der Zeuge das nicht erfunden haben?
Hat Dich Dein Fernsehkonsum der Postel-Show dazu befähigt zu erkennen, welche Tragweite dieses Detail hat?

Groucho

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #419 am: 09. Juli 2013, 15:52:39 »
Ich kann da nur noch Dr. Ici Wenn (selig) zitieren:

Zitat
Das eigentümliche am Wahn ist genau die Illusion, klar zu denken.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)