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Autor Thema: Der Fall Mollath  (Gelesen 225350 mal)

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #390 am: 08. Juli 2013, 15:03:10 »
Ein weiterer Grund seine Urteilsfähigkeit zu bezweifeln und die seiner "Freunde".
Und ein weiterer Grund für die Annahme dass sich VTler gerne in ihren Biotopen immunisieren.
Klassische VT bei Psiram. Ich weiß nur noch nicht ,welcher VT ich angehöre und welche VT ich betreibe.
Zitat
und die seiner "Freunde".
OMG

bayle

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #391 am: 08. Juli 2013, 15:25:45 »
Ich weiß nur noch nicht ,welcher VT ich angehöre und welche VT ich betreibe.
Aber das sollte doch für Dich sehr einfach herauszufinden sein. Kleine Hilfestellung: Überlege Dir die Antwort auf die Frage, wie es zu den bestürzenden Zuständen gekommen ist, wie sie von Dir hier und hier beschrieben werden:
a) Weil die Gutachter von der Bayrischen Justizministerin gekauft wurden, die wiederum von der Bankenmafia bezahlt wird, um den aufrechten Friedenskämpfer für immer aus dem Verkehr zu ziehen
b) Weil die Gutachter Psychiater und als solche per se Büttel der Staatsmacht sind.
c) Ich stelle nur Fragen

sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #392 am: 08. Juli 2013, 15:29:04 »
segeln, ich beziehe mich im Folgenden auf diesen Beitrag

Wie sich die Sache mit Dr. Wörthmüller und dem "Gefälligkeitsgutachten" tatsächlich zugetragen hat, kann man bei Strate im doc zum Wiederaufnahmeantrag nachlesen - ab S. 96

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-StA-Regensburg-2013-03-18.pdf

Ein schöner "Realitätscheck", wie du ihn ja gefordert hast.
Zitat
Man merkt, dass man hier bei Psiram ist.
Alles wird hier erst mal "Sub species paranoiae" und vielfältiger VT betrachtet ohne einen Realitätscheck zuzulassen.
Bitte unterzieh aber auch deine Prämissen diesem notwendigen Realitätscheck, statt schnell mal "bei Psiram" und OMG zu schreien.
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sweeper

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  • Genen ist seliger als Memen
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #393 am: 08. Juli 2013, 16:09:52 »
Und hier ein Beispiel, wie die Angelegenheit mit Wörthmüller spekulativ immer weitergesponnen wird:

http://beamtendumm.wordpress.com/2013/04/25/die-rolle-des-psychiaters-dr-w-im-fall-gustl-mollath/

Zitat
... Dr.  W ist also – falls Gustl Mollath die Wahrheit sagt, und vieles deutet darauf hin – eine Schlüsselfigur in der Affäre Mollath. Genau dieser Dr.  W hat sich nun – weitgehend unbemerkt von den Journalisten und den Politikern – bei seinen verschiedenen Aussagen zum Fall Mollath in zahlreiche Widersprüche verstrickt. In diesem Artikel werden diese Widersprüche in der Hoffnung beschrieben, dass die im Fall Mollath recherchierenden Journalisten, die ermittelnden Staatsanwälte und die Politiker des bayerischen Untersuchungsausschusses diesen Widersprüchen jetzt nachgehen. Die sich widersprechenden Angaben von Dr.  W sind möglicherweise die Risse, die sich bei weiteren Befragungen und Recherchen vergrößern und die anscheinend existierende Mauer des Schweigens und der Lügen im Fall Mollath zum Einsturz bringen können...

Es wird überhaupt nicht in Betracht gezogen, dass Wörthmüllers mehrfache Beschreibungen der Begegnungen mit Mollath aus dem Gedächtnis und unterschiedlich akzentuiert dennoch das Gleiche aussagen.

"Falls Gustl Mollath die Wahrheit sagt"
- nur so, wie sie sich ihm subjektiv aus seiner verschobenen Perspektive darstellte.
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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #394 am: 08. Juli 2013, 17:25:18 »
Aus de Kommentaren zum Beck Block. Den letzte Satz von Sponsel drucke ich mir aus und hänge ihn irgendwo hin.
Zitat von: RSponsel
Zitat von: einWissender
Hat Herr Mollath sich eigentlich mal geäußert oder wurde in den Medien erwähnt, ob er sich jemals"Strahlenwaffen" oder ähnlichem ausgesetzt fühlte? Meine mal soetwas irgendwo gelesen zu haben. Die 100seitige Beweissammlung des Herrn M., ist die irgendwann schonmal online aufgetaucht?

Wenn Sie so schlecht informiert sind, sollten Sie sich vielleicht besser mehr zurückhalten.

Das ist keine Beweissammlung, sondern eine 8seitige Verteidgungsschrift ("Was micht prägte" mit einer reichhaltigen Belege-Anlage). Kundig machen über den Inhalt können Sie sich hier (http://www.sgipt.org/forpsy/Mollath/ipgipt/medber.htm#Basisinformationen). Ich habe das gesamte Konvolut inhaltlich auf fünf Seiten katalogisiert. Beides  steht nicht im Netz. Das ginge nur, wenn Mollath und seine AnwältInnen damit einverstanden wären.

Angesichts der Lakottas und Lapps dieser Welt, würde ich davon abraten.  Misstrauen an manchen Stellen ist nicht paranoid, sondern Ausdruck von Intelligenz, Lebensklugkeit und  Gesundheit.

Um es es mal zwischendurch an zwei Beispielen zu sagen: Der Brief an den Papst ist völlig verständlich und vernünftig wie auch der an den Dalei Lama.

Belbo

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #395 am: 08. Juli 2013, 17:27:52 »
Aus de Kommentaren zum Beck Block. Den letzte Satz von Sponsel drucke ich mir aus und hänge ihn irgendwo hin.
Zitat von: RSponsel
Zitat von: einWissender
Hat Herr Mollath sich eigentlich mal geäußert oder wurde in den Medien erwähnt, ob er sich jemals"Strahlenwaffen" oder ähnlichem ausgesetzt fühlte? Meine mal soetwas irgendwo gelesen zu haben. Die 100seitige Beweissammlung des Herrn M., ist die irgendwann schonmal online aufgetaucht?

Wenn Sie so schlecht informiert sind, sollten Sie sich vielleicht besser mehr zurückhalten.

Das ist keine Beweissammlung, sondern eine 8seitige Verteidgungsschrift ("Was micht prägte" mit einer reichhaltigen Belege-Anlage). Kundig machen über den Inhalt können Sie sich hier (http://www.sgipt.org/forpsy/Mollath/ipgipt/medber.htm#Basisinformationen). Ich habe das gesamte Konvolut inhaltlich auf fünf Seiten katalogisiert. Beides  steht nicht im Netz. Das ginge nur, wenn Mollath und seine AnwältInnen damit einverstanden wären.

Angesichts der Lakottas und Lapps dieser Welt, würde ich davon abraten.  Misstrauen an manchen Stellen ist nicht paranoid, sondern Ausdruck von Intelligenz, Lebensklugkeit und  Gesundheit.

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sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #396 am: 08. Juli 2013, 17:34:29 »
Echt blöd  :(

Bei Sponsel finden sich nämlich sonst auch einige gute und brauchbare Infos.
Schade, dass es da mit ihm/ ihnen durchgegangen ist...

Hier Verdrehtes zu Frau Lakotta, die er der "Medienhochstapelei" beschuldigt:
Zitat
http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/devianz/hochstap/lebbel_hs.htm#Medien

Medien: Forensische Berichterstattung

Schreibt jemand über forensische Psychiatrie, Maßregelvollzug oder psychiatrische Gutachten, so sollte man wünschen und erwarten dürfen, dass die SchreiberIn davon eine Ahnung hat. Das ist leider keineswegs der Fall, wie an der Berichterstattung und Kommentierung zum Fall Mollath inzwischen extrem deutlich wurde. Am schlimmsten treibt es dabei bislang die SPIEGEL-Journalistin Beate Lakotta [1, 2, 3], die offensichtlich nicht die geringste Ahnung von forensisch-psychiatrischen Beweisfragen, den Mindestanforderungen an Gutachten, und von der Gutachtenproblematik im forensisch-psychopathologischen Maßregelvollzugsbereich hat. Das ist insofern ein wenig verwunderlich, weil sie sich ja schon Jahre neben Frau Friederichsen als Gerichtsberichterstatterin im SPIEGEL betätigt. Sie tritt aber mit Sach- und Werturteilen auf, als ob die studierte Politikwissenschaftlerin und Germanistin Forensik studiert hätte. Davon ist in ihrer Argumentation aber gar nichts zu bemerken.
 
HochstaplerIn ist, wer bei anderen den Eindruck zu erwecken versucht, etwas zu haben, zu können oder zu sein, ohne es zu haben, zu können oder zu sein.

Beispiel (Antwort an Garcia):  " Ich habe viele Quellen ausgewertet: Das Urteil, sämtliche Gutachten (auch die fachlich indiskutablen wie Weinberger), ...". Mit dieser Aussage - vermutlich von Pfäfflin eingeflüstert - drückt sie aus, dass sie meint, sie könne sämtliche -  wie viele waren es denn genau? - psychiatrischen Gutachten bewerten und auch beurteilen, welche akzeptabel und nicht akzeptabel sind. Sie maßt sich damit die Position einer methodenkritischen Obergutachterin an, steht sozusagen über den Gutachtern, ohne das an irgendeiner Stelle sachlich zu unterfüttern (Kenntnis der Kriterien an wissenschaftliche Gutachten, höchstrichterliche Urteile zum Thema, Mindestanforderungen oder nur schlicht, welches Gutachten auf welchen aufbaut und was die jeweiligen Voraussetzungen sind). Und genau damit macht sie sich zur Hochstaplerin. Leider gilt das auch für ZEIT-ONLINE JournalistInnen (Anita Blasberg, Kerstin Kohlenberg, Sabine Rückert).  Am meisten negativ berührt und überrascht hat mich das bei Sabine Rückert, von der ich das niemals für möglich gehalten hätte, denn sie hat ein wirklich gutes und aufrüttelndes Buch Unrecht im Namen des Volkes  geschrieben. So täuscht sich eben auch mal ein alter Hase wie ich - ich fürchte nicht zum letzten Mal. Weitere KandidatInnen für Hochstapelei sind auch noch Patrick Guyton vom TAGESSPIEGEL und Ulrike Löw von den NÜRNBERGER NACHRICHTEN.
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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #397 am: 08. Juli 2013, 19:30:27 »
Echt blöd  :(

Bei Sponsel finden sich nämlich sonst auch einige gute und brauchbare Infos.
Schade, dass es da mit ihm/ ihnen durchgegangen ist...

Hier Verdrehtes zu Frau Lakotta, die er der "Medienhochstapelei" beschuldigt:
Zitat
http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/devianz/hochstap/lebbel_hs.htm#Medien

Medien: Forensische Berichterstattung

Schreibt jemand über forensische Psychiatrie, Maßregelvollzug oder psychiatrische Gutachten, so sollte man wünschen und erwarten dürfen, dass die SchreiberIn davon eine Ahnung hat. Das ist leider keineswegs der Fall, wie an der Berichterstattung und Kommentierung zum Fall Mollath inzwischen extrem deutlich wurde. Am schlimmsten treibt es dabei bislang die SPIEGEL-Journalistin Beate Lakotta [1, 2, 3], die offensichtlich nicht die geringste Ahnung von forensisch-psychiatrischen Beweisfragen, den Mindestanforderungen an Gutachten, und von der Gutachtenproblematik im forensisch-psychopathologischen Maßregelvollzugsbereich hat. Das ist insofern ein wenig verwunderlich, weil sie sich ja schon Jahre neben Frau Friederichsen als Gerichtsberichterstatterin im SPIEGEL betätigt. Sie tritt aber mit Sach- und Werturteilen auf, als ob die studierte Politikwissenschaftlerin und Germanistin Forensik studiert hätte. Davon ist in ihrer Argumentation aber gar nichts zu bemerken.
 
HochstaplerIn ist, wer bei anderen den Eindruck zu erwecken versucht, etwas zu haben, zu können oder zu sein, ohne es zu haben, zu können oder zu sein.

Beispiel (Antwort an Garcia):  " Ich habe viele Quellen ausgewertet: Das Urteil, sämtliche Gutachten (auch die fachlich indiskutablen wie Weinberger), ...". Mit dieser Aussage - vermutlich von Pfäfflin eingeflüstert - drückt sie aus, dass sie meint, sie könne sämtliche -  wie viele waren es denn genau? - psychiatrischen Gutachten bewerten und auch beurteilen, welche akzeptabel und nicht akzeptabel sind. Sie maßt sich damit die Position einer methodenkritischen Obergutachterin an, steht sozusagen über den Gutachtern, ohne das an irgendeiner Stelle sachlich zu unterfüttern (Kenntnis der Kriterien an wissenschaftliche Gutachten, höchstrichterliche Urteile zum Thema, Mindestanforderungen oder nur schlicht, welches Gutachten auf welchen aufbaut und was die jeweiligen Voraussetzungen sind). Und genau damit macht sie sich zur Hochstaplerin. Leider gilt das auch für ZEIT-ONLINE JournalistInnen (Anita Blasberg, Kerstin Kohlenberg, Sabine Rückert).  Am meisten negativ berührt und überrascht hat mich das bei Sabine Rückert, von der ich das niemals für möglich gehalten hätte, denn sie hat ein wirklich gutes und aufrüttelndes Buch Unrecht im Namen des Volkes  geschrieben. So täuscht sich eben auch mal ein alter Hase wie ich - ich fürchte nicht zum letzten Mal. Weitere KandidatInnen für Hochstapelei sind auch noch Patrick Guyton vom TAGESSPIEGEL und Ulrike Löw von den NÜRNBERGER NACHRICHTEN.
Im Prinzip ist diese Kritik ja nicht mal ungerechtfertigt. Das ist nur kein Problem auschliesslich der Berichterstattung, welche hier von Sponsel beschimpft wird, sondern auch der SZ und der bloggenden Juristen (mit Ausnahme Müllers, der sich doch einen Rest professioneller Zurückhaltung erhielt) .
Nichtsdestotrotz sollte auch jedem Laien, der 3-4 psychiatrisch-forensische Gutachten gelesen hat, auffallen, dass das Gutachten von Weinberger, oder was davon zu finden ist, "irgendwie seltsam" ist.

sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #398 am: 08. Juli 2013, 19:34:03 »
Zitat
Das ist nur kein Problem auschliesslich der Berichterstattung, welche hier von Sponsel beschimpft wird, sondern auch der SZ und der bloggenden Juristen (mit Ausnahme Müllers, der sich doch einen Rest professioneller Zurückhaltung erhielt) .
So ist es. Wobei ich das mit der "Hochstapelei" in dieser personenbezogenen Form schon grenzwertig finde.

Aber auch Müller tut sich an manchen Stellen schwer.
Zitat
Nichtsdestotrotz sollte auch jedem Laien, der 3-4 psychiatrisch-forensische Gutachten gelesen hat, auffallen, dass das Gutachten von Weinberger, oder was davon zu finden ist, "irgendwie seltsam" ist.

Was hat Weinberger eigentlich mit der Causa Mollath zu tun?
War der offiziell gutachterlich tätig oder in eigener Mission?

Das gehört zu den Dingen, die ich überhaupt nicht verstehe.
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sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #399 am: 08. Juli 2013, 19:43:45 »
Jedenfalls nicht offiziell bzw gerichtlich beauftragt:
Zitat
http://www.gustl-for-help.de/analysen.html#weinberger

...Vom Schicksal Gustl Mollaths hörte ich erstmals im Frühjahr 2010 durch Eberhart Herrmann. Mit diesem setzte sich Mollath in Verbindung, nachdem er im Februar 2010 aus der Zeitung von dessen Erfolg beim Oberlandesgericht München erfahren hatte.

Genauere Informationen zu seinem Fall, Einsicht insbesondere in das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 8.8.2006 und das Einweisungsgutachten eines Dr. L. vom 25.7.2005 gingen mir erst Mitte März 2011 von Mitgliedern eines "Arbeitskreises Solidarität mit Gustl Mollath" zu. Vieles blieb mir beim Lesen dieser Dokumente unklar. Einen besseren Durchblick verschaffte mir eine Darstellung der Abläufe durch Dr. jur. Wilhelm Schlötterer, der ebenfalls besagtem Arbeitskreis angehört und seit einiger Zeit schon mit der bayerischen Ministerialbürokratie im Clinch liegt. Nachdem ich den Eindruck gewann, ich könnte von psychiatrischer Seite aus zu einer angemessenen Beurteilung des Falles beitragen, nahm ich den Auftrag der Arbeitsgemeinschaft zur Begutachtung an...

...Von juristischer und kriminologischer Seite stellte Dr. Schlötterer einen ganz anderen Ablauf der Ereignisse dar:

Nach ihm hat Mollath über Jahre geduldig versucht, seine Frau, eine Bankangestellte, von illegalen Geldgeschäften, der Verbringung gewaltiger Summen unversteuerten Geldes ins Ausland, abzubringen. Darüber habe sich ein Ehekonflikt zugespitzt, der die Frau in Absprache wohl mit ihrem Arbeitgeber schließlich veranlaßte, ihren Mann ins Irrenhaus zu schaffen. Schlötterers Haupteinwand gegen das dies umsetzende Urteil ist, dass das Gericht Mollaths einschlägige, detailliert auch schriftlich niedergelegte Vorbringungen gar nicht geprüft, sondern sie, auf o.g. Gutachten gestützt, kurzerhand als wahnhaft verworfen habe...

Also bevor die Gutachterei Weinbergers losging, hat ihn Dr. Schlötterer
Zitat
der ebenfalls besagtem Arbeitskreis angehört und seit einiger Zeit schon mit der bayerischen Ministerialbürokratie im Clinch liegt
entsprechend vorbereitet.
Zitat
...So kam es zu meiner:

4.2 Untersuchung Gustl Mollaths am 11.4.2011 im Bezirkskrankenhaus Bayreuth auf der forensischen, also streng abgeschlossenen Station FP6.

Mit anwesend war als stiller Zuhörer Herr R. Heindl, Richter i.R. Nachdem die Klinikleitung versucht hatte, die Untersuchung zu verhindern, hatte er bei Frau Staatsministerin Haderthauer (CSU) und beim Bayreuther Abgeordneten Dr. Rabenstein (MdL-SPD) zu intervenieren, dass die Türen der Klinik für mich (und ihn) doch aufgingen und die Untersuchung in geordneter Form möglich wurde...

Zu den Einzelheiten der Interpretationen Weinbergers könnte man nun viel schreiben - vor allem wenn man die oben verlinkten Schriftwechsel Gustl Mollaths und die Rekonstruktion der Ereignisse (v.a. mit Wörthmüller) lt Strate-pdf gegenüberstellt.

Das privat initiierte Gutachten Weinbergers fand jedenfalls - wie zu erwarten - bei Gericht kein Gehör:
Zitat
4.6 Wie anfangs mitgeteilt, war ein kürzlich eingegangenes Gutachten von Prof. P. vom 12.2.2011 Anlaß für das aktuelle Tätigwerden des genannten Arbeitskreises und damit auch für meine jetzige Untersuchung und Nachbegutachtung. Da mein Gutachten vom zuständigen Landgericht Bayreuth inzwischen umstandslos verworfen wurde und eine Gegenüberstellung mit diesem Vorgutachter unterblieb (s. 4.9), fühle ich mich frei, meine Ausführungen auch dazu zumindest sinngemäß vorzulegen. Ich habe sie nicht niedergeschrieben, damit sie in einem Gerichtskeller verstauben. 
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Typee

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #400 am: 08. Juli 2013, 20:24:42 »
Ich fürchte ein - denkbares - Ergebnis, wenn irgendwann einmal jemand einen Strich unter die Angelegenheit zieht:

Mollath ist ein gefährlicher Irrer, der in ein Justiz-Komplott geriet...
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #401 am: 08. Juli 2013, 21:54:47 »
Was hat Weinberger eigentlich mit der Causa Mollath zu tun?
War der offiziell gutachterlich tätig oder in eigener Mission?
Hallo sweeper,
nur Dir zuliebe stelle ich Dir etwas von Dr. Weinberger zur Verfügung:
http://www.gustl-for-help.de/analysen.html#weinberger
Sollte ich sehen, dass Du wieder sachliches und fachliches "Futter" brauchst, werde ich Dir gerne helfen.
O,ich sehe, Du hast es schon selbst gefunden.
Mein Angebot bleibt trotzdem bestehen.

 

sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #402 am: 08. Juli 2013, 22:04:50 »
Zitat
Sollte ich sehen, dass Du wieder sachliches und fachliches "Futter" brauchst, werde ich Dir gerne helfen.

Danke.  :grins2:
Wie du siehst, bin ich (meist) Selbstversorger.
Aber was mich interessiert und worauf ich bislang keine Antwort gefunden habe:

wie war das mit den Wahl-und Pflichtverteidigern?
Bei Strate im Wiederaufnahmeantrag stehen dazu ein paar Daten, aber der Hintergrund bleibt offen.
Warum wurde dem Antrag des Pflichtverteidigers Dolmany auf Entbindung aus dem Mandat - trotz mehrfacher Eingaben sowohl von diesem als auch von Mollath (incl. Unterstützung der Staatsanwaltschaft für Dolmanys Antrag)  - über mehrere Monate bis zum Schluss nicht stattgegeben?

Was ist mit dem Wahlverteidiger RA Ophoff, der zwischendurch immer mal genannt wird und sein Mandat (nach Strate-Doc) erst unmittelbar vor der Hauptverhandlung hinschmiss - sodass vermutlich Dolmany wohl oder übel in den sauren Apfel beißen musste? - So habe ich den Sachverhalt jedenfalls bisher verstanden.

Ich finde, hier liegt der eigentliche Justizskandal begraben.
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Terry Pratchett

segeln141

  • Gast
Re: Der Fall Mollath
« Antwort #403 am: 08. Juli 2013, 23:14:53 »
wie war das mit den Wahl-und Pflichtverteidigern?
Bei Strate im Wiederaufnahmeantrag stehen dazu ein paar Daten, aber der Hintergrund bleibt offen.
Warum wurde dem Antrag des Pflichtverteidigers Dolmany auf Entbindung aus dem Mandat - trotz mehrfacher Eingaben sowohl von diesem als auch von Mollath (incl. Unterstützung der Staatsanwaltschaft für Dolmanys Antrag)  - über mehrere Monate bis zum Schluss nicht stattgegeben?
Was ist mit dem Wahlverteidiger RA Ophoff, der zwischendurch immer mal genannt wird und sein Mandat (nach Strate-Doc) erst unmittelbar vor der Hauptverhandlung hinschmiss - sodass vermutlich Dolmany wohl oder übel in den sauren Apfel beißen musste? - So habe ich den Sachverhalt jedenfalls bisher verstanden.
Ich finde, hier liegt der eigentliche Justizskandal begraben.
Ich glaube nicht, dass dies der eigentliche Justizskandal ist.
Dennoch einige Links:http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-2013-02-19.pdf

Zitat
Am 31.3.2006 findet schließlich „in dem Sicherungsverfahren“7 gegen Gustl Mollath die
mündliche Anhörung statt. Der gerichtlich bestellte Verteidiger Dolmány ist laut Protokoll
erschienen. Der Wahlverteidiger Mollaths, Rechtsanwalt Ophoff, hat zuvor – am 28.3.2006 –
sein Mandat für beendet erklärt. Dies teilt der VRiLG Brixner zu Beginn der Anhörung mit.
Im Anschluss hieran erklärt Gustl Mollath, dass er seinen Pflichtverteidiger, Herrn Rechtsanwalt
Dolmány, bereits mehrfach abgelehnt habe. Der VRiLG Brixner entnimmt dieser zu
Protokoll genommenen Erklärung offenbar keinen zu bescheidenden Antrag und fährt fort mit
der Vernehmung des Beschuldigten zur Person.
Seite27

Artikel zu Dolmany:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/leser-fragen-zum-fall-mollath-ist-er-am-ende-doch-verrueckt-1.1544801
http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Wiederaufnahmeantrag-StA-Regensburg-2013-03-18.pdf
Seite167 ff und 257,259
http://leonie-wichmann.blogspot.de/2012/01/zwangspsychiatrisierung-der-fall-gustl.html
2003-12-03: Als Pflichtverteidiger für Gustl Mollath wird Thomas Dolmany bestimmt.
2004-04-22: erneute Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Nürnberg-Fürth: Gustl Mollath stellt Antrag auf Entbindung seines Pflichtverteidigers, der Antrag wird abgelehnt.
2004-07-06: Rechtsanwalt (RA) Ophoff wird Wahlverteidiger von Gustl Mollath.
2005-06-15: Der Pflichtverteidiger RA Dolmany beantragt Entbindung von der Verteidigung, sein Vertrauensverhältnis zu Gustl Mollath sei erschüttert.
2005-08-04: Das Gericht gibt dem Antrag des Pflichtverteidigers Dolmany zur Entbindung statt und beantragt den Fall Mollath an das Landgericht Nürnberg-Fürth zu verweisen.
http://gabrielewolff.wordpress.com/tag/thomas-dolmany/
http://blog.delegibus.com/2012/12/10/interview-zum-fall-mollath-eine-rekonstruktion-der-hauptverhandlung/
http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nz-news/wer-ist-gustl-mollath-wirklich-1.2576199


Obgleich ein Forist hier meinte, die  WA der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft seien notwendigerweise parteiisch, sind beide hochinteressant zu lesen.
Ich persönlich meine, wenn man beide aufmerksam gelesen hat, ist man über den Fall Mollath sehr informiert.
Dauert halt etwas, bis man beide "durchgeackert" hat. Aber absolut lohnend.
Viel anderes braucht man nicht zu lesen.
Verzettel Dich bitte nicht.

sweeper

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Re: Der Fall Mollath
« Antwort #404 am: 08. Juli 2013, 23:27:56 »
Ja, die Geschichte mit Dolmany kenne ich aus dem ursprünglichen Urteilstext - da benötige ich keine weitere Interpretation.
Das Erstaunliche ist in meinen Augen die zeitliche Verzögerung von mehreren Monaten.

Es muss schon in 2005 diesen Vorfall gegeben haben, dass Mollath in Dolmanys Kanzlei randaliert bzw "mit Fäusten an die Tür getrommelt" hat und den RA "über eine Stunde in seiner Kanzlei festhielt" - ich nehme an, Dolmany hat sich nicht getraut, rauszukommen, so lange Mollath da draußen Krach gemacht hat.

Dies war - so weit sich das aus den spärlichen Informationen entnehmen lässt - der Auslöser, der Dolmany zu seinem Antrag auf Mandatsentbindung veranlasste.
Lt. Strate-doc war das im Sommer 2005, und schon zu diesem Zeitpunkt hat sich die Staatsanwaltschaft hinter Dolmanys Antrag gestellt. Er hat in Folge immer wieder mal bei Gericht nachgefragt (lt. Strate-doc), bekam aber keine Antwort und wurde teilweise wohl auch nicht über Änderungen in der Unterbringung informiert.

M.a. W. : er wusste gar nicht, ob er überhaupt noch zuständig war.
(Und hatte sicher auch keine Lust, sich einer solchen Erfahrung mit Mollath ein zweites Mal auszusetzen.)

Warum Brixner (oder wer auch immer) dann letztlich entschied, dass Dolmany doch nicht zu entbinden sei, bleibt vollends nebulös.
Jedenfalls war er - gegen seinen und Mollaths ausdrücklichen Willen - dann bei der Hauptverhandlung Pflichtverteidiger.
Dort hat er wohl - laut Strate - immerhin auf die diesbezüglich eingelegten Beschwerden Mollaths hingewiesen.

Das blieb aber ohne Konsequenz.

Und obwohl Strate fälschlich schreibt : "in flagranti - sehenden Auges" seien die Beteiligten der Verhandlung davon überrumpelt worden (das waren sie nicht, denn zumindest der Staatsanwaltschaft lag Dolmanys Antrag ja schon ein Jahr lang vor), ist es natürlich dennoch ein Skandal, dass Dolmany trotz des belasteten Verhältnisses Mollaths Pflichtverteidiger war.

Zitat
2005-08-04: Das Gericht gibt dem Antrag des Pflichtverteidigers Dolmany zur Entbindung statt und beantragt den Fall Mollath an das Landgericht Nürnberg-Fürth zu verweisen.
Wenn es das Gericht gewesen wäre, dann wäre Dolmany tatsächlich nicht bei der Hauptverhandlung Pflichtverteidiger gewesen.
War er aber, wie aus der S.1 und 2 des Protokolls/Urteilstextes hervorgeht.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wollte Dolmanys Antrag stattgeben (August 2005).

Bis zur Hauptverhandlung in 2006 war also eigentlich sehr viel Zeit, um alle Unklarheiten über den zuständigen Verteidiger zu beseitigen.

Warum Mollaths Wahlverteidiger Ophoff sein Mandat dann so kurz vor der Hauptverhandlung auch niederlegte, bleibt völlig im Dunkeln.
Fakt ist jedenfalls, dass Mollaths Verteidiger - von beiden Seiten ungewollt - ausgerechnet der Mann wurde, mit dem Mollath einen gewaltsamen Zwischenfall im Jahr zuvor hatte:

die einzige bezeugte gewaltsame Entgleisung außerhalb des familiären und "Schwarzgeld" - Dunstkreises.

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