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Autor Thema: Energiewende - es bleibt schwierig  (Gelesen 247261 mal)

Bachblüte

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1215 am: 10. Juni 2021, 14:59:27 »
Aber wenn die Windgeschwindigkeit hinter den Windmühlen nicht abnähme, wäre das doch eine Art Perpetuum mobile? Es wird Windenergie in Elektroenergie umgewandelt, ohne dass die Windenergie in dem Maße, wie sie gewandelt wird, „weniger“ wird? Das ist doch auch nicht logisch.
(...)
Zitat
„Abhängig von der Größe einer Windfarm kann das jährliche durchschnittliche Winddefizit 2 bis 2,5 Meter pro Sekunde betragen, was einem Leistungsverlust von 1 bis 2 Kilowatt entspricht“, so das Hereon. „Die Leistung eines benachbarten Windparks kann sich damit um 20 bis 25 Prozent verringern.“
https://www.heise.de/hintergrund/Studie-Windparks-in-der-Nordsee-nehmen-sich-gegenseitig-den-Wind-weg-6066394.html

Da scheint Heise etwas komplett aus dem Zusammenhang gerissen zu haben.

Zitat
Abhängig von der Größe einer Windfarm kann das jährliche durchschnittliche Winddefizit 2 bis 2,5 Meter pro Sekunde betragen

Wo? 10 cm hinter den Schaufelrädern? Die "im Schnitt" 35 bis 40 km Entfernung von einem Offshore-Windpark zum nächsten? Exakt 100 km hinter... was eigentlich?? Oder etwa gar in Argentinien!!?

Zitat
was einem Leistungsverlust von 1 bis 2 Kilowatt entspricht

Wo entsteht dieser Leistungsverlust, bzw. wo macht er sich bemerkbar? Als Temperaturerniedrigung von 1 bis 2 Grad Celsius im Wohnzimmer der Familie Meier? Oder verteilt auf alle drei Suppentöpfe der Oma (und nur dieser einen Oma), die dann nicht mehr ordentlich kochen kann?? Eine Leistung von 1 bis 2 Kilowatt sind für so einen riesigen Windpark stündlich auf ein Flügelrad gehauchte Küsse. :laugh:

Übrigens habe ich schon seit Längerem so eine unschöne Befürchtung: Irgendwann könnte man eventuell zur Erkenntnis gelangen, dass sich Windparks gar nicht gut auf das lokale Wettergeschehen und auf das Weltklima auswirken.

celsus

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1216 am: 10. Juni 2021, 15:18:33 »
Übrigens habe ich schon seit Längerem so eine unschöne Befürchtung: Irgendwann könnte man eventuell zur Erkenntnis gelangen, dass sich Windparks gar nicht gut auf das lokale Wettergeschehen und auf das Weltklima auswirken.

Bäume haben ein ähnliches Problem.
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Peiresc

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1217 am: 10. Juni 2021, 15:56:37 »
Übrigens habe ich schon seit Längerem so eine unschöne Befürchtung: Irgendwann könnte man eventuell zur Erkenntnis gelangen, dass sich Windparks gar nicht gut auf das lokale Wettergeschehen und auf das Weltklima auswirken.

Bäume haben ein ähnliches Problem.

BTW, ist denn diese junge Technik eigentlich schon ausgeforscht (Schwesig)? Wie steht es um den sicheren Ausschluss von Restrisiken?

celsus

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1218 am: 10. Juni 2021, 16:16:07 »
BTW, ist denn diese junge Technik eigentlich schon ausgeforscht (Schwesig)? Wie steht es um den sicheren Ausschluss von Restrisiken?

Wenn keine Gene und Atome drin sind, besteht keine Gefahr.
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Bachblüte

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1219 am: 10. Juni 2021, 16:27:44 »
Übrigens habe ich schon seit Längerem so eine unschöne Befürchtung: Irgendwann könnte man eventuell zur Erkenntnis gelangen, dass sich Windparks gar nicht gut auf das lokale Wettergeschehen und auf das Weltklima auswirken.

Bäume haben ein ähnliches Problem.

Mit Sicherheit, ja. Nur stehen Bäume im Allgemeinen nicht als 200 Meter hohe Wand auf dem ansonsten flachen Meer.

Hochhäuser haben vermutlich deutlich höhere Auswirkungen, was mir auch die manchmal ziemlich heftigen Windstärken auf den Straßen zwischen ihnen zeigen. Die Störung der Windausbreitung ist beim großflächigen Zubetonieren aber natürlich ein eher nebensächliches Problem.

Es wird auch einen Unterschied machen, ob man (wie jetzt) nur ein paar wenige Windparks in Betrieb hat, oder irgendwann einmal weltweit eine riesige Menge davon, oder nicht?

Peiresc

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1220 am: 10. Juni 2021, 16:35:54 »
Die Störung der Windausbreitung

Das klingt jetzt ein bisschen so, als wäre die Windausbreitung ein Wert an sich.

SCNR.

Bachblüte

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1221 am: 10. Juni 2021, 16:56:21 »
Die Störung der Windausbreitung
Das klingt jetzt ein bisschen so, als wäre die Windausbreitung ein Wert an sich.

Verstehe ich jetzt nicht. Worauf willst Du hinaus?  :grins2:

Bachblüte

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1222 am: 10. Juni 2021, 18:11:39 »
Öhm, ich meine natürlich nicht das hier...
https://de.wikipedia.org/wiki/Anemochorie

Wäre "Störung der Windströmung" die bessere Wortwahl gewesen? Oder "des Windfelds"? Oder einfach nur "des Winds"? Wie nennen Meteorologen das?

Peiresc

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1223 am: 10. Juni 2021, 18:36:42 »
Nee, ich dachte nur, Wind ist im allgemeinen nix, auf dessen Erhaltung man besonderen Wert legen würde, so wie bei sauberem Wasser oder beim Regenwald am Amazonas.
:grins2:

celsus

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1224 am: 10. Juni 2021, 19:05:35 »
Nee, ich dachte nur, Wind ist im allgemeinen nix, auf dessen Erhaltung man besonderen Wert legen würde, so wie bei sauberem Wasser oder beim Regenwald am Amazonas.
:grins2:

Segler würden widersprechen.

Aber wenn ich mir die Umwelt so anschaue, besteht die fast nur aus Windhindernissen. Wälder, Berge, Häuser überall. Spielen die paar Windräder da wirklich eine ernsthafte Rolle, die globale Auswirkungen haben kann?
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Konrad Husten

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1225 am: 10. Juni 2021, 19:16:29 »
Wind kann auch sehr ungesund sein. Fordert viele Tode jährlich. Atome hat er auch. Sogar Gene kann man in Wind finden. So muss man das mal sehen!  :police:
Propellermütze aufgesetzt, Konfetti-Geschütz geladen!

Bachblüte

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1226 am: 10. Juni 2021, 20:04:43 »
Nee, ich dachte nur, Wind ist im allgemeinen nix, auf dessen Erhaltung man besonderen Wert legen würde
:grins2:

Ja, nachdem Katrina damit aufgehört hatte Pirouetten zu drehen, waren die Leute bestimmt froh, dass endlich Schluss war mit der Pusterei.  :laugh:

Aber wenn ich mir die Umwelt so anschaue, besteht die fast nur aus Windhindernissen. Wälder, Berge, Häuser überall. Spielen die paar Windräder da wirklich eine ernsthafte Rolle, die globale Auswirkungen haben kann?

Du hast ja recht, es klingt von sehr weit hergeholt. Vermutlich machen ein paar zusätzliche Windhindernisse angesichts der gigantischen, im globalen Wind steckenden Energiemengen gar nichts aus, vor allem auch im Vergleich zu sowieso stattfindenden klimatischen Veränderungen durch andere Ursachen, die sich bestimmt heftig auf den globalen Wind rückauswirken können bzw. werden. Ich kriege nur immer dieses ungute Gefühl nicht los, dass auch die Begeisterung für erneuerbare Energien vielleicht noch diverse Dämpfer bekommen wird. Hoffen wir, dass ich zu schwarz sehe. Seufz.  :laugh:

sailor

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1227 am: 11. Juni 2021, 12:07:44 »
Segler sind Masochisten^^

Der horizontale Leistungsverlust und die Störungen sind für andere Windanlagen relevant. Wenn ich mir ansehe, wie und wo solche Parks geplant werden, dann scheint die Marge sehr stark von wenigen "Einheiten" (Windstärke über Zeit, also verfügbare Windleistung) abzuhängen, weshalb man die Teile eben nicht überall hinklatscht. Wenn nun Park A so liegt, dass er Park B "den Wind abgräbt (stört)" dann wird Park B unwirtschaftlich und muss weg (Kohlefaserschrott mit Feinstfasern im Wind!).

Für miich ist das größte Problem an Wind und Solar die fehlende Skalierbarkeit und das enge "Effizienzfenster". Energiegewinnung/Umwandlung muss einerseits billig sein, weil die Kosten ja weitergegeben werden, andererseits aber auch einen Gewinn abwerfen, um Aufbau- und Reinvestition zu bezahlen und Anreiz für Optimierung zu geben.

@ZKLP: Mir ist bewusst, dass Pflanzenkohle ein hervorragender Dünger/Humusbilder ist, aber darum geht es mir nicht. Sondern darum, die Kohlenstoffmengen aus fossiler Quelle aus dem aktiven (oberirdischen) Kreislauf zu entziehen. Kohlenstoff in den oberen Bodenschichten steht ja in Interaktion mit der Atmosphäre und dort will man den Kram ja weghaben. Mit Ozeanverklappung hätte man den Kohlenstoff unter Sauerstoffentzug weggeschlossen.

Scipio 2.0

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1228 am: 11. Juni 2021, 23:05:50 »
Zitat
Kohlefaserschrott

Ist ja nicht nur ein Problem von Windkraftanlagen. Ich wäre echt beeindruckt, wenn man sich beim Entwickeln neuer Materialien schon bei der Entwicklung Gedanken über die Entsorgung machen würde. Das führt an dieser Stelle aber wohl zu weit.