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Autor Thema: Energiewende - es bleibt schwierig  (Gelesen 167185 mal)

Groucho

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1005 am: 21. Mai 2017, 21:29:36 »
Offenbar haben sie vergessen, die Wählerschaft gleich nach umweltfreundlichen und grundlastfähigen Alternativen zu fragen. 60% Wasserkraft sind aber schon eine gute Basis. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schweizer-stimmen-fuer-Atomausstieg-3719291.html

Der Mix in der Schweiz ist momentan geradezu fast vorbildlich - massig Wasserkraft und ergänzend Kernenergie, ca halber CO2-Ausstoß pro Kopf als in D. Aber wie heißt es so schön, wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Nicht_Peter

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1006 am: 29. Juni 2017, 19:00:46 »
Das Problem mit der Windenergie sehr eindrucksvoll dargestellt und warum es dafür keine Lösung ist, auf europaweite Netzintegration zu setzen: https://www.vgb.org/studie_windenergie_deutschland_europa_teil1.html

Groucho

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1007 am: 29. Juni 2017, 19:53:18 »
Das Problem mit der Windenergie sehr eindrucksvoll dargestellt und warum es dafür keine Lösung ist, auf europaweite Netzintegration zu setzen: https://www.vgb.org/studie_windenergie_deutschland_europa_teil1.html

Ja. Meine Rede seit gefühlten 10 Jahren  ;D. Gerade bei Strom ein völliges Schwachsinnskonzept, solange man Windkraftanlagen nicht als technische Einheiten betrachten kann, die bei Bedarf liefern (Das wäre dann das Problem der einzelnen Anlagen, welche Lösung man dafür findet ihr Problem, eine marktreale scheint in weiter Ferne).  Für Viele scheint das physikalische Prinzip auch jedem Verständnis verschlossen, die Leistung ist proportional zur 3. Potenz der Windgeschwindigkeit, was soviel bedeutet, dass enorme Schwankungen entstehen, die wiederum den Tod jedes Stromnetzes bedeuten, wenn man nicht mit sauteuren Gegenmaßnahmen dagegen fährt. Naja, was red ich, es ist im Prinzip so einfach zu begreifen, aber wenn man mal auf dem Pfad der Weltrettung ist, gilt blanke Physik und Ökonomie als Häresie und kann sich dann als "Klimaleugner", Defätist oder sonstwas beschimpfen lassen. Kann man nix machen, mir geht's inzwischen am A. vorbei, wenn grundlegende Realitäten einfach ausgeblendet werden.

Dabei hab ich ja gar nix gegen Windkraft außer dem riesigen Flächenbedarf und der Umweltzerstörung, die dann auftritt, wenn man plan- und maßlos das alles ausbaut. Müsste halt nur sinnvoll in einem Gesamtkonzept genutzt werden.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

RainerO

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1008 am: 11. November 2017, 23:10:12 »
Ein Riesenschritt zur Energiewende mit einer Riesenbatterie.

http://noe.orf.at/news/stories/2877384/

Da wurde um 3 Millionen Euro eine Batterie zusammengepfriemelt, die 180 Haushalte für einen Tag versorgen kann.
Warum nur stimmt mich das nicht so wirklich zuversichtlich, dass das ein zukunftsweisender Weg ist?

Scipio

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1009 am: 12. November 2017, 00:09:34 »
Ein Riesenschritt zur Energiewende mit einer Riesenbatterie.

http://noe.orf.at/news/stories/2877384/

Da wurde um 3 Millionen Euro eine Batterie zusammengepfriemelt, die 180 Haushalte für einen Tag versorgen kann.
Warum nur stimmt mich das nicht so wirklich zuversichtlich, dass das ein zukunftsweisender Weg ist?

Wahrscheinlich weil das Preis-/Leistungsverhältnis nicht stimmt.

RainerO

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1010 am: 13. November 2017, 16:29:06 »
@ Scipio
Natürlich stimmt das Verhältnis nicht. Milchmädchenmäßig wären das nämlich knapp € 16.700,- pro Haushalt, um in Zukunft
im Bedarfsfall einen Tag über die Runden zu kommen. Ich zahle im Jahr insgesamt etwas mehr als € 500,- für Strom. € 16.700,-
gebe ich in 33 Jahren für Strom aus. So lange hält das Teil sicher nicht.

Ok, der Vergleich ist unfair, weil da auch eine Menge Entwicklungskosten drinstecken. Trotzdem halte ich diesen Weg nicht für
zukunftsweisend. Man muss nur mal hochrechnen, was nötig wäre, um damit für ein ganzes Land eine mehrtägige Dunkelflaute
zu überbrücken. Oder auch nur für eine Stadt. Auch wenn es noch einige andere Techniken zum Speichern gibt (z.B. Pumpkraftwerke),
kann es nicht der Weisheit letzter Schluss sein, an jeder Straßenecke große LiIon-Batterien hinzustellen.

enzyp

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1011 am: 09. Oktober 2018, 12:19:47 »
Hallo zusammen,
habt ihr vielleicht ein paar nützliche Links oder Buchempfehlungen für einen absoluten Laien was Braunkohle, Kernenergie, erneuerbare Energie, Klimawandel etc. angeht? Vielleicht ein gesamtes Übersichtswerk, das die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entwicklungen darstellt?
Ein bisschen habe ich auf den letzten Seiten gestöbert, als Einstieg ist das aber sicherlich nicht geeignet. Zumindestens hat mich das in meiner Vorstellung gestärkt, dass Umweltorganisationen wie BUND oder Greenpeace sehr frei mit Fakten umgehen (um es mal nett auszudrücken) und wie bei vielen anderen Themen auch hier sehr ideologisch geprägt sind. Und selbst vertrauenswürdige Seiten wie Deutschlandfunk nicht ganz neutral an die Sache herangehen.

Lieben Dank schon einmal für die Hilfe.

Conina

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1012 am: 14. Januar 2019, 13:23:56 »
Zitat
Kurz nach 12.00 Uhr jedenfalls ist die „Minutenreserve“ der Pumpspeicherkraftwerke verbraucht, aus dem Ausland lässt sich auch nicht mehr Strom ziehen. Jetzt werden Großverbraucher wie Aluminiumhütten, Walzwerke und Gießereien abgeschaltet. Und zwar deutschlandweit – alle, die verfügbar sind. „In der Summe haben Aluminium und andere Industrieunternehmen 1025 Megawatt Leistung auf Anforderung der Netzbetreiber aus der Produktion genommen“, heißt es später bei Hydro Aluminium in Neuss. So bleibt das Netz doch noch stabil, in den Haushalten und Büros merkt niemand etwas. Nach knapp drei Stunden, gegen 15.00 Uhr, kehrt wieder Ruhe ein. Daten der Bundesnetzagentur zeigen, dass die inländische Erzeugung die Nachfrage wieder übersteigt.
https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-01-12/0ef138ca4a91f74600c9c37e8a8d9a2d/?GEPC=s3



ZKLP

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1013 am: 19. Januar 2019, 01:53:35 »
https://www.nzz.ch/wirtschaft/deutsche-energiewende-absurditaet-mit-system-ld.1450698

Zitat
In Bayern stehen zwei Gaskraftwerke der jüngsten Generation als Investitionsruinen herum. Trotzdem will einer der Betreiber am gleichen Standort noch ein drittes bauen. Verstehen kann man das nur vor dem Hintergrund der fehlgeleiteten deutschen Energiewende.

ZKLP

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1014 am: 21. Januar 2019, 10:28:58 »
Auf Frankreich brauchen wir uns auch nicht mehr zu verlassen:

https://www.heise.de/tp/features/Alle-Jahre-wieder-Frankreich-am-grossen-Blackout-vorbeigeschrammt-4273544.html (14.01.2019)

Zitat
Haben Sie davon gelesen, dass das französische und vermutlich auch das europäische Stromnetz am vergangenen späten Donnerstag [10. 01.] kurz vor dem Zusammenbruch standen? Vermutlich nicht. Denn darüber wird praktisch nicht berichtet. Lapidar hat am Samstag in einer knappen Erklärung die Energie-Regulierungskommission (CRE) auf den Umstand hingewiesen, dass am vergangenen Donnerstag "gegen 21 Uhr die Frequenz im französischen und europäischen Stromnetz deutlich unter 50 Hz gefallen ist."

Anbei noch der deutsche Energiemix vom 10. 01.2019. Wir brauchen mehr Windräder!

Harpo

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1015 am: 21. Januar 2019, 13:08:36 »
Wenn diese Seite www.electricitymap.org halbwegs stimmt, bin ich heute morgen mal wieder nur deshalb nicht erfroren (Strom weg -> Heizung aus), weil da noch ein paar Kohle- und Kernkraftwerke laufen. Ach nee, ich sehe gerade, ein paar GW aus Erdgas kommen auch noch dazu. Vielleicht hat man dazu diese berühmte "Kaltreserve" angeworfen, keine Ahnung.

So langsam mache ich mir Sorgen, wie das in 3 oder 4 Jahren werden soll. Wahrscheinlich brauche ich das aber nicht; ich hab halt nur diese regierungsamtliche Theorie noch nicht verstanden, nach der 10000 sich nicht drehende Windräder viel mehr Strom abgeben als 5000 sich nicht drehende Windräder.

Sauropode

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1016 am: 21. Januar 2019, 13:35:06 »
Der Strom kommt doch aus der Steckdose....
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Harpo

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1017 am: 21. Januar 2019, 14:53:01 »
Ach ja, stimmt. Dass ich das immer vergesse... :gruebel

ZKLP

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1018 am: 21. Januar 2019, 15:53:37 »
So langsam mache ich mir Sorgen, wie das in 3 oder 4 Jahren werden soll.

Ich habe immer noch die Hoffnung, dass beim ersten größeren Blackout die Geschäfte und Tankstellen wegen lahmgelegter Kassen ein paar Stunden dicht machen, während die Notstromaggregate der Rechenzentren es schaffen, die Zeit bis zur Wiederstabilisierung der Netze zu überbrücken.
Vielleicht gäbe das einen gewissen Lerneffekt, ohne dass die Beeinträchtigungen für das allgemeine Zusammenleben allzu gravierend werden.


Hier noch mal die Empfehlungen zur Krisenvorsorge:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article157812853/Die-komplette-Hamsterkauf-Liste-fuer-den-Notfall.html
Blöd ist allerdings, wenn man diesen Empfehlungen gefolgt ist und rohe Kartoffeln oder Fett gebunkert hat - dann aber Hunger leidet, weil man mangels funktionierendem Internetzugang nicht weiß, was man damit anfangen soll (von der Frage einer funktionierenden Kochgelegenheit mal ganz abgesehen).  ???

MrSpock

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1019 am: 21. Januar 2019, 16:26:30 »
So langsam mache ich mir Sorgen, wie das in 3 oder 4 Jahren werden soll.

Ich habe immer noch die Hoffnung, dass beim ersten größeren Blackout die Geschäfte und Tankstellen wegen lahmgelegter Kassen ein paar Stunden dicht machen, während die Notstromaggregate der Rechenzentren es schaffen, die Zeit bis zur Wiederstabilisierung der Netze zu überbrücken.
Vielleicht gäbe das einen gewissen Lerneffekt, ohne dass die Beeinträchtigungen für das allgemeine Zusammenleben allzu gravierend werden.


Kann schneller passieren als man glaubt: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/europas-stromnetz-am-rand-von-blackout-a-1248733.html
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.