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Begonnen von fenkt, 16. Januar 2012, 21:34:03

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Krebskandidat

Zitat von: Harpo am 04. März 2014, 19:12:54
Zitat von: F. A. Mesmer am 04. März 2014, 18:45:28zumal zumindest der nachweis einer existenz des einen nicht gelingen will...

Kommt drauf an (zugegeben, die meisten Beweise sind nicht so doll  :grins).

Doch einen gibt es. Der ist sogar so gut, dass er gleichzeitig den Gegenbeweis darstellt.
http://www.youtube.com/watch?v=L48Fv76x2u4
"wenn gott nicht das universum und unsere physik gesetze geschaffen hat dann wie kann es sein dass wasser bei genau 0 Grad friert und bei genau 100 Grad kocht? Zufällig 2 runde zahlen, was wäre die wahrscheinlichkeit?"

Groucho

http://zettelsraum.blogspot.de/2014/03/sie-haben-ihren-lohn-bereits-erhalten.html

ZitatDie lutherische Kirche in Norddeutschland ruft zum Beispiel zum Stromfasten und zum Konsum fair gehandelter Produkte auf. Natürlich in gerechter Sprache und mit geradezu unprotestantisch erscheinendem Pathos:

ZitatWir essen vom Unrecht an Menschen und Tieren
/ unsere Milch schmeckt bitter von der Hoffnungslosigkeit der Bauern
/ an unseren Dingen klebt die Verzweiflung von Menschen
/ in unseren Kleidern glänzen die Tränen der Frauen aus Bangladesh.

Das Evangelium sieht für das Fasten unmissverständliche Regeln vor:

ZitatWenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6)
Über diese Anweisung wird bei derartigen Aktionen großzügig hinweggesehen, denn wenn das Fasten nicht die Welt verbessert, macht es keinen Spaß.

Typee

Wie mach man Stromfasten? Gibt's dann nur über Holzkohle gegrilltes?

Übrigens danke für den Hinweis, bisher dachte ich die Milch schmecke bitter vom lange Rumstehenlassen.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

pelacani

Zitat von: Groucho am 06. März 2014, 15:24:02
http://zettelsraum.blogspot.de/2014/03/sie-haben-ihren-lohn-bereits-erhalten.html

NB. Da wird ja der Alexander Kissler, ,,einer der verbliebenen pointiert konservativen Publizisten" so ausführlich zitiert mit seiner wortgewaltigen Kritik an Käßmann et al., (,,Schwafelkirche"), die sicher manches für sich hat.

Aber man sollte sich bei ihm nichts vormachen. Er ist einer der trickiest Kritiker (vielleicht treffender: ein Denunziant) des sog. ,,Neuen Atheismus", ein ,,katholischer Aufklärer", und seine öffentliche Kritik an Ratzinger, Meissner, Mixa &Co, die ebenso eine ,,Schwafelkirche" - wenn auch anderer Art - darstellen, möchte ich erst noch kennenlernen.

F. A. Mesmer

ich wäre gern katholischer Bischof geworden.

weil:
ich mag das zeremoniell, das wildfremde vor mir niederknien und mir den ring küssen, außerdem habe ich, bis auf das domizil von diesem frettchen-trottel, kein bischöfliches anwesen gesehen, dass mir nicht gefallen hätte, mit diesen privatparks, den palästen den kunstwerken usw.

psychologisiert nur, dann oute ich mich auch gleich noch als richelieu-, medici-, borgia- usw.-fan

edit: wahrscheinlich hätte ich dann auch mehr kinder als jetzt, weil, die frau braucht ja auch platz für sich, da will sie nicht zwingend nur gebären... dann könnte ich sie vielleicht entlasten lassen oder so...
edit2: weil, der mann von welt denkt mit.  (achtung steilvorlage, ich warte)

Harpo


pelacani

Zitat von: Harpo am 06. März 2014, 20:41:23
ich Kulturbanause kannte die gar nicht
Ich auch nicht. 
ZitatDie Segnungen der modernen Medizin oder auch schon eine Patientenverfügung, so polemisierte sie, seien zutiefst widerliche ,,Blähvorstellungen des Egomanen", der sich anmaße, über sein Schicksal zu bestimmen, das doch allein in Gottes Hand liege. Sterbehilfegedanken, Schreck lass nach, selbst Organspendeausweise gelten ihr schon als blasphemisches Teufelwerk, das in den Masterplan des Herrn und Schöpfers eingreift.
...
In seinem offenen Brief schreibt der die Einladung Lewitscharoffs bedauernd mitverantwortende Robert Koall: ,,Es gibt einen Punkt, der die Dresdner Rede vom 2. März gefährlich macht. Das ist das Tendenziöse, die Stimmungsmache, das tropfenweise verabreichte Gift."
Tropfenweise?

Typee

Zitat von: Harpo am 06. März 2014, 20:41:23
Ingeborg-Bachmann-Preis... Georg-Büchner-Preis... ich Kulturbanause kannte die gar nicht:
http://www.berliner-zeitung.de/kultur/lewitscharoff-rede-in-dresden-rassistisch--homophob-und-biologistisch,10809150,26487736.html

Die bei der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung haben mit ihren Preisträgern  ein periodisch auftretendes Problem. 2007 Martin Mosebach, bekennender Reaktionär, der Büchners "Friede den Hütten, Krieg den Palästen" in der Preisträgerrede flugs auf den Kopf stellte und im übrigen gerne die Blasphemie unter Strafe gestellt hätte; 2010 Reinhard Jirgl, der im vergangenen Jahr einen dicken Roman rings um Sheldrakes Theorie von den morphologischen Feldern zimmerte. Und 2013, wieder nur drei Jahre später, Lewitscharoff, die es vor der Reproduktionsmedizin ekelt, die die Selbstbefleckung verbieten möchte und dabei mit schrägen Nazi-Vergleichen um sich wirft. Ich krieg schon Angst vor 2016.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Conina

Das ist halt eine Parallelwelt von Dampfplauderern.

F. A. Mesmer

Kategorie: lesenswert

im RatioBlog hat Michael Hohner einen sehr schönen Artikel "Über die qualifizierte Abwesenheit von Evidenz" veröffentlicht.
Es geht um Gottesbeweise, ihre Dürftigkeit und was daraus zu schlussfolgern wäre, wenn man nicht gerade zwanghaft gläubig ist...

Volvox


F. A. Mesmer

Zitat von: Volvox am 07. März 2014, 21:24:25
@F. A. Mesmer  Danke für den Hinweis!

Ich habe auch noch einen Link: http://www.helmholtz.de/artikel/wie-soll-die-wissenschaft-mit-esoterik-umgehen-2356/
vielleicht - ich weiß, das ist etwas arbeit - könnte man diese sehr guten artikel abspeichern/archivieren, natürlich zusätzlich mit link zum ursprung, aber halt sichern und hier irgendwo nochmal zugänglich machen. sind ja doch immer dieselben probleme, mit denen man sich konfrontiert sieht...

pelacani

http://www.helmholtz.de/artikel/wie-soll-die-wissenschaft-mit-esoterik-umgehen-2356/

Ich gestatte mir einen leisen Widerspruch: Ich finde den Text in der Intention löblich, aber insgesamt doch ein bisschen hausbacken:
ZitatDiesem Eindruck leisten Wissenschaftler selbst Vorschub, wenn sie die Esoterik ignorieren und die Fehler in pseudowissenschaftlichen Argumenten nicht aufdecken.
Wie meinen? Die Beschäftigung mit Esoterik kann für die meisten Wissenschaftler nicht mehr als ein Hobby sein, und vielleicht stellen sie ihre work-life-Balance ja lieber mit einer Tätigkeit her, die als Ausgleich mehr Kontrast zur Haupttätigkeit bietet. Die eigentliche Tätigkeit des Wissenschaftlers ist die Wissenschaft. Da hat er genug zu tun, und da leistet er möglicherweise Wichtigeres.

Wohlbemerkt: Ich will hier nicht der Feigheit oder der Konfliktscheu das Wort reden, für die ich Beispiele kenne.

ZitatUnd schlimmer noch: Die Pseudowissenschaften haben inzwischen die Hochschulen erreicht. So lehren medizinische Fakultäten heute weitgehend unkritisch Homöopathie als Therapieform und machen so eine esoterische Theorie ohne wissenschaftlichen Nachweis gesellschaftsfähig.
Ich bin da nicht sicher, ob es sich um eine neue Qualität handelt: es hat immer Versuche gegeben, die Quack-Medizin zu etablieren. Vor dem 2. Weltkrieg gab es ganze homöopathische Krankenhäuser in Deutschland. Das scheint mir eher in Wellen abzulaufen. Die Etablierung der Paramedizin wie auch der Kampf gegen sie ist weit mehr eine politische, weit weniger eine wissenschaftliche Frage.

edit: Der Präsident der Viadrina hält doch nicht an Walach fest, weil er an dessen Unsinn glaubt. Das kann ich mir nicht vorstellen.

ZitatDie Wissenschaft darf nicht überheblich sein, sie muss sich ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen bewusst sein. Zu Recht ist mancher von der Wissenschaft enttäuscht, denn tatsächlich waren die Versprechungen in den 50er und 60er Jahren groß, oft zu groß: Krebs, AIDS, Hunger, Atommüll und Umweltkrise existieren immer noch, obwohl doch alle hofften, dass Wissenschaft und Technik ganz rasch helfen würden.
Auch das scheint mir nicht genügend reflektiert zu sein. In vielen Fällen sind es nicht die Wissenschaftler, sondern die Popularisierer, oder wenigstens die Geld-Einwerber, die in übertriebenen, nicht gerechtfertigten Optimismus machen. Heute so gut wie gestern (ich nenne mal nur das Schlagwort Gentherapie).
Und nebenbei: AIDS hat es  ,,in den 50er und 60er Jahren" nicht gegeben.

F. A. Mesmer

ich kann deine Argumente gut nachvollziehen, ich habe den Text jedoch anders verstanden und erlaube mir daher eine kleine, ebenfalls konstruktive, Replik:
Zitat von: Pelacani am 07. März 2014, 21:55:33
http://www.helmholtz.de/artikel/wie-soll-die-wissenschaft-mit-esoterik-umgehen-2356/

Ich gestatte mir einen leisen Widerspruch: Ich finde den Text in der Intention löblich, aber insgesamt doch ein bisschen hausbacken:
ZitatDiesem Eindruck leisten Wissenschaftler selbst Vorschub, wenn sie die Esoterik ignorieren und die Fehler in pseudowissenschaftlichen Argumenten nicht aufdecken.
Wie meinen? Die Beschäftigung mit Esoterik kann für die meisten Wissenschaftler nicht mehr als ein Hobby sein, und vielleicht stellen sie ihre work-life-Balance ja lieber mit einer Tätigkeit her, die als Ausgleich mehr Kontrast zur Haupttätigkeit bietet. Die eigentliche Tätigkeit des Wissenschaftlers ist die Wissenschaft. Da hat er genug zu tun, und da leistet er möglicherweise Wichtigeres.

das vollständigere Zitat geht etwas weiter:

ZitatDiesem Eindruck leisten Wissenschaftler selbst Vorschub, wenn sie die Esoterik ignorieren und die Fehler in pseudowissenschaftlichen Argumenten nicht aufdecken. Wenn sie ihren Studenten und der Öffentlichkeit nicht erklären, weshalb wissenschaftliche Erkenntnisse höher zu bewerten sind als die ausgeschmückten Phrasen der Esoteriker: Weil sie einer kritischen Überprüfung standhalten.

Offe versteht unter Wissenschaftlern offensichtlich Uniprofessoren, jedenfalls welche mit Studenten. Es geht also um die Betonung von Lehre und einem breiten Verständnis von dieser (inkl. Offentlichkeit) in Forschung&Lehre. Mag sein, dass die Umsetzung im gegenwärtigen p-or-p Wissenschaftsbetrieb nicht umsetzbar ist, aber das entkräftet nicht das Argument, dass es eben wichtig wäre hier etwas vorausschauender und weiser zu agieren, als das eben jetzt der Fall ist.

Es geht also eben nicht darum, dass Wissenschaftler sich mit Esoterik befassen sollen um sie zu entkräften. Anders herum wird ein Schuh daraus, es stünde ihnen gut an Wissenschaft publik zu machen, eben indem sie mit dieser Esoterik begegnen im öffentlichen Diskurs. Ein Stück weit ist ja Wahrheitsfindung, und damit unweigerlich die Beschäftigung mit Blödsinnstheorien, wissenschaftliches Kerngeschäft.
Ich glaube gern, dass dieses Naturwissenschaftlern fremd ist. Mediziner sind dem schon mehr ausgesetzt, nunja. Sozialwissenschaftler, Historiker, Politologen usw. befassen sich dauernd mit VT, abwegiger Realitätskonstruktion (Vorurteile, irrationales Gedankengut, Ängste, Ideologien, usw.). Da ist es eben Teil des Jobs auch darüber aufzuklären.

Zitat von: Pelacani am 07. März 2014, 21:55:33
Wohlbemerkt: Ich will hier nicht der Feigheit oder der Konfliktscheu das Wort reden, für die ich Beispiele kenne.

ZitatUnd schlimmer noch: Die Pseudowissenschaften haben inzwischen die Hochschulen erreicht. So lehren medizinische Fakultäten heute weitgehend unkritisch Homöopathie als Therapieform und machen so eine esoterische Theorie ohne wissenschaftlichen Nachweis gesellschaftsfähig.
Ich bin da nicht sicher, ob es sich um eine neue Qualität handelt: es hat immer Versuche gegeben, die Quack-Medizin zu etablieren. Vor dem 2. Weltkrieg gab es ganze homöopathische Krankenhäuser in Deutschland. Das scheint mir eher in Wellen abzulaufen. Die Etablierung der Paramedizin wie auch der Kampf gegen sie ist weit mehr eine politische, weit weniger eine wissenschaftliche Frage.

den Punkt und auch die nachfolgenden, die Offe macht, sehe ambivalent. Einerseits hast du recht, sie verrennt sich da, jedenfalls kommt das, was sie da schreibt eher lebensfern rüber. wissenschaft ist immer auch politik. denn wissenschaftliche erkenntnisse sind gut geeignet eine andere politik zu fordern. hier sind naturwissenschaftler noch ungeübter als soziologen, denen ich da auch die vogel-strauss-taktik unterstellen würde oder die abwesenheit von Rückgrat.
Jedenfalls stünde es wissenschaftlichen Einrichtungen gut an wissenschaftlicher Methode mehr Gewicht auch in der Anwendung auf offensichtlichen Firlefanz zu üben, und sei es nur in der Nachwuchsausbildung, das schult die in Mthoden und zugleich sich dem Firlefanz besser entgegenzustellen.

Zitat von: Pelacani am 07. März 2014, 21:55:33
ZitatDie Wissenschaft darf nicht überheblich sein, sie muss sich ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen bewusst sein. Zu Recht ist mancher von der Wissenschaft enttäuscht, denn tatsächlich waren die Versprechungen in den 50er und 60er Jahren groß, oft zu groß: Krebs, AIDS, Hunger, Atommüll und Umweltkrise existieren immer noch, obwohl doch alle hofften, dass Wissenschaft und Technik ganz rasch helfen würden.
Auch das scheint mir nicht genügend reflektiert zu sein. In vielen Fällen sind es nicht die Wissenschaftler, sondern die Popularisierer, oder wenigstens die Geld-Einwerber, die in übertriebenen, nicht gerechtfertigten Optimismus machen. Heute so gut wie gestern (ich nenne mal nur das Schlagwort Gentherapie).
Und nebenbei: AIDS hat es  ,,in den 50er und 60er Jahren" nicht gegeben.

Jein.
Insgesamt scheint es für Leute, die nicht wissenschaftlich ausgebildet sind und/oder so nicht zu arbeiten gewohnt sind außerordentlich schwierig zu sein die Detailarbeit von Wissenschaft nachzuvollziehen, die Komplexität zu erahnen oder auch nur zu akzeptieren, dass es weder einen großen Wurf gibt, noch das Idol "Über-genialer Wissenschaftler" im Umfang vom "Dr. Frankenstein, Superman und Leonardo Da Vinci" in einer Person in zeitgenössischer Wissenschaft nicht gibt, und auch nicht geben kann.

Und hier erliegen Politiker, wie Wissenschaftsverkäufer und Normalbürger einer grundfalschen Vorstellung, die aber gern von diversen Wissenschaftsunternehmern (aka Professoren) bedient (und inszeniert) wird um Geld einzuwerben, Status und Prestige zu generieren usw... und Eitel ist man gelegentlich auch.

Conina

Wolfgang Röhl bezieht sich auf uns, wenn auch etwas schlampig:
ZitatDer von engagierten Ärzten betriebene, auf die Entlarvung von Quacksalberei und Schlimmerem spezialisierte Blog ,,psiram.com" subsumiert: ,,Ein wissenschaftlicher Beleg für seine (Schüßlers Verfahren, Red.) Wirksamkeit existiert nicht. Trotzdem können sie ganz legal über Apotheken oder das Internet verkauft werden. Dies begründet in ihrer deklarierten Zugehörigkeit zur Homöopathie, die als so genannte ,besondere Therapierichtung' keiner klinisch kontrollierten Arzneimittelprüfung außerhalb des eigenen Binnenkonsenses unterliegt."
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_in_der_gesellschaftsmitte_ankommt