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Identitätspolitik - Allgemeiner Thementhread

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Begonnen von RPGNo1, 25. Januar 2023, 13:52:20

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Juliette

Zitat von: Peiresc am 14. August 2026, 03:22:58Nein, ich widerspreche. Das ist unwissenschaftlich und mindestens pikant, wenn man anderen Unwissenschaftlichkeit vorwirft. Das mit den "Quoten von Null" ist ganz gewöhnlicher Rassismus.

Danke. 

Zitat von: Purple Tentacle am 12. August 2026, 08:23:12Die sind von einer generellen Wissenschaftsfeinlichkeit durchsetzt, was sich beispielsweise mit der Leugnung des menschengemachten Klimawandels etc. p. p..

Ja, das zeichnet schon immer alle autoritären Bewegungen aus, egal, wo man hinkuckt. Wer autoritär denkt, will immer über ALLES die Kontrolle haben.
"Die Zukunft war früher auch besser." Karl Valentin

eLender

Arday hat sich wohl das Leben genommen, Link habe ich gerade nicht parat, aber das wird auch hierzulande bald Thema.

Nochmal was zu Cofnas. Hier verteidigt ihn ein Intelligenzforscher.

ZitatNathan Cofnas joins a historical line of academics demonised for delivering unwelcome or upsetting news about group differences.
...

This brings me to Nathan Cofnas, the young scholar who finally exposed Arday's apparent plagiarism and what he has called the "cover-up at Cambridge".
Cofnas is a philosopher who provoked a scandal in February 2024, when he wrote a scathing critique of DEI titled "A Guide for the Hereditarian Revolution" that included this blunt assessment based on actual data supplied by Harvard University:

    Under a colorblind system that judged applicants only by academic qualifications, blacks would make up 0.7% of Harvard students. (Even that might be an overestimate, since high-school credentials are sometimes given a boost by affirmative action.) In a meritocracy, Harvard faculty would be recruited from the best of the best students, which means the number of black professors would approach 0%. Blacks would disappear from almost all high-profile positions outside of sports and entertainment.

As a result of the outcry that ensued, Cofnas was excluded from Cambridge's Emmanuel College, where he was in an unpaid associateship, after an investigation concluded that his views were inconsistent with the college's values, "careless", "reckless", and "confrontational".
Under pressure from faculty and students (and others), Cambridge University launched its own investigation. By this time, Cofnas's critics had discovered an earlier paper that he had published in a philosophical journal in 2020, in which he argued that research on the genetic basis of average group differences in intelligence test scores is not inherently racist and that such research is necessary to help establish why such differences exist. Those arguments enraged his critics even more than his views about DEI.
https://archive.is/WcCZn (Quilette)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Peiresc

Zitat von: eLender am 14. August 2026, 22:28:50ein Intelligenzforscher.

Örks. Ich empfehle die Leserbriefe. Dass die Schwarzen nur in Unterhaltung und Sport was leisten, (so wird Cofnas da zitiert: "[b ]lacks would disappear from almost all high-profile positions outside of sports and entertainment") dazu brauchen wir keine Forschung, das wussten wir auch so schon. Nebenbei ist das widersprüchlich: um ein guter Entertainer zu sein, braucht man keine Intelligenz?

Wie bei jeder Wissenschaft wird es natürlich ein bisschen komplexer, wenn man näher hinschaut, aber ein paar Grundwahrheiten gibt es dann meistens doch.
Leicht fasslich und älter, aber nicht so alt wie die Glockenkurve:
https://archive.is/1LqLb


RPGNo1

Zitat von: eLender am 14. August 2026, 22:28:50Arday hat sich wohl das Leben genommen, Link habe ich gerade nicht parat, aber das wird auch hierzulande bald Thema.

Ja, das ist inzischen bestätigt. Seiner Familie gehört mein Beileid.

In den Kommentarspalten hat schon die Legenbildung begonnen. Für einige Personen ist Arday trotz der überwältigenden Beweise für seine Hochstapeleien das Opfer einer Hetzkampagne. Ihm wird die Absolution erteilt. Ich würde mich nicht wundern, wenn fanatische Aktivisten ihn auch bald zu einer Art Märtyrer hochstilisieren und so den Kulturkampf weiter anheizen.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Peiresc

Zu Cofnas. Ich habe mal auf seiner eigenen Website https://nathancofnas.com/ nach seinem wissenschaftlichen Output gesucht. Eigene empirische Arbeit scheint er eher nicht zu leisten, seins ist mehr die Philosophie (da hab ich nichts dagegen). Unter den "Papers", die er da nennt (d. h. sicher, dass er zu ihnen steht), finde ich nur eines, das mit unserer Frage ausführlich und direkt zu tun hat: "Science Is Not Always 'Self-Correcting': Fact–Value Conflation and the Study of Intelligence," Foundations of Science 21, no. 3 (2016): 477–492." Die Einleitung hat:
Zitatmany prominent, influential contemporary scientists and philosophers explicitly argue that scientific conclusions should be influenced by moral concerns (e.g., Dennett 2003, 2006b; Diamond 1997; Gardner 2001, 2009; Kitcher 1985, 1997), or that scientific investigation likely to lead to supposedly "immoral" or politically "dangerous" conclusions should not be undertaken (e.g., Block and Dworkin 1974; Chomsky 1988; Gardner 2001; Sternberg 2005).
https://philpapers.org/archive/COFSIN.pdf
(kursiv im Original).

Starker Tobak. So viel unverschämte Ideologie und Missachtung von Erkenntnisstreben hätte man den Genannten gar nicht zugetraut, die tatsächlich so ziemlich alle bekannte und renommierte Wissenschaftler oder Philosophen sind.

Es werden 11 Literaturstellen genannt. 2 (Dennett 2006b und Gardner 2001) sind mit inzwischen nicht mehr erreichbaren URL's angegeben. Es scheint sich auch nicht um in der Fachpresse veröffentlichte Arbeiten zu handeln.

Gardner 2009 ist ein Youtube-Video von 1,5 h Länge; die Stelle, wo die inkriminierte Äußerung fällt, ist nicht angegeben. Dennett 2003, Diamond 1997, Kitcher 1985 und Chomsky 1988 sind Bücher mit mehreren hundert Seiten zu teils anderen Themen. Auch bei ihnen fehlen die Seitenangaben. Diese Quellen sind also eher schmückendes Beiwerk und nicht zum Nachlesen gedacht. Es erhebt sich der Verdacht, dass die ,,explizite" Formel so explizit bei ihnen nicht zu finden sein wird, denn sonst wäre es ja ein leichtes, genauer zu werden.

Bei Sternberg 2005 heißt es im Abstract:
ZitatJ. P. Rushton and A. R. Jensen (2005) purport to show public-policy implications arising from their analysis of alleged genetic bases for group mean differences in IQ. This article argues that none of these implications in fact follow from any of the data they present. The risk in work such as this is that public-policy implications may come to be ideologically driven rather than data driven, and to drive the research rather than be driven by the data.

Wenn man den Text liest, dann stellt man fest: er sagt nicht, dass man aus moralischen Gründen keine wissenschaftlichen Schlüsse ziehen darf, sondern er bestreitet die Wissenschaftlichkeit der Schlüsse:
ZitatIt is therefore worthwhile to examine whether any of the alleged public-policy implications follow from the data.
Dies empirisch grundiert und mit klaren Worten; nicht einmal ein Hauch von Postkolonialismus, Wokismus etc. Zur Gänze lesenswert. Ich zitiere nur noch, was hier schon leicht OT ist: Der IQ ist nicht alles.
ZitatIQ is one attribute that, in our society, is correlated with success. In many other societies, IQ probably matters as well, although not to the same extent. In a hunter-gatherer society, IQ will still be important, but if a hunter cannot shoot straight, IQ will not bring food to the table. In a warrior society, IQ will still matter, but physical prowess may be equally necessary to stay alive. In a totalitarian society, a high IQ may be the kiss of death. During the reigns of Stalin and Pol Pot, among other such reigns, intellectuals were the first to be shot.

Zurück zu Cofnas. Der zitierte Satz aus der Einleitung steckt das Terrain ab, aber schon da ist es morastig. Für wen schreibt der? Für mich nicht.

Und wenn man sich bei ,,Popular Articles" umschaut, wird klar: er ist nur ein Rassist. ,,hereditary revolution", lachhaft. Er will gleich noch die Französische Revolution und die Bürgerrechtsgesetzgebung mit dem Wokismus zusammen beerdigen, ein Abwasch. Kommt mir nicht mit dem. Und wenn ich Courts wäre, hätte ich mir verkniffen, ihn zu interviewen.

RPGNo1

Zitat von: Peiresc am 15. August 2026, 18:18:11Und wenn ich Courts wäre, hätte ich mir verkniffen, ihn zu interviewen.

Ähem, das war ein Witz.  ::)  Der Interviewer von Cofnas sieht Courts ähnlich, heißt aber tatsächlich Winston Marshall und war mal Mitglied der Musikgruppe Mumford & Sons.
(At Bhaal Temple)
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Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Peiresc


Purple Tentacle

Vereinfacht zusammengefasst: Arday war ein gar nicht mal so kleverer Scharlatan, Cofnas ist ein gar nicht mal so kleverer Rassist. Beide1 waren auf ihre Weise keine Zierde der akademischen Welt.


1 Ich gehe mal davon aus, dass aus dem Cofnas auch nix mehr wird.
Ach, was weiß denn ich ...

RPGNo1

Arday hat die Schwächen des britischen Hochschulsystems und des akademischen Milieus sehr gut ausgenutzt.

ZitatJason Arday und andere Hochstapler: Die Psychologie der perfekten Illusion

Der entlarvte Cambridge-Professor Jason Arday, der am Freitag in London tot aufgefunden wurde, ist nicht der einzige Fall von Hochstaplertum, der fasziniert.
https://archive.is/POkSx

Weiter im Text. Die von mir in #1744 angenommene Legenbildung hat in GB schon begonnen:
Arday Familie beklagt eine "eine anhaltende Hetzkampagne" bzw. "Kampagne der Falschinformationen". Eine Labour-Abgeordnete fabuliert von "medialer Hexenjagd", weil Arday nicht weiß war. Der Verlag Simon & Schuster UK will immer noch Ardays Memoiren Fabeln und Märchen veröffentlichen.
(At Bhaal Temple)
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Karlach: You and me both, pal.

Purple Tentacle

Wer will schon gerne zugeben, dass er/sie/es auf einen pathologischen Lügner ("30 Marathons in 35 Tagen" ... pffff ... ) reingefallen ist. ::)
Ach, was weiß denn ich ...

RPGNo1

Zitat von: RPGNo1 am 16. August 2026, 08:24:17Weiter im Text. Die von mir in #1744 angenommene Legenbildung hat in GB schon begonnen:
Arday Familie beklagt eine "eine anhaltende Hetzkampagne" bzw. "Kampagne der Falschinformationen". Eine Labour-Abgeordnete fabuliert von "medialer Hexenjagd", weil Arday nicht weiß war. Der Verlag Simon & Schuster UK will immer noch Ardays Memoiren Fabeln und Märchen veröffentlichen.

QED. Das Ex-Zentralorgan der SED wirkt kräftig am Mythos Arday mit, auch indem es Springer-Presse, FAZ und Zeit in einen Topf wirkt und kräftig draufhaut. Sind ja alles die gleichen "rassistischen" Zeitungen.  ::)
(At Bhaal Temple)
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Karlach: You and me both, pal.

RPGNo1

Legendenbildung Arday nächster Teil.

ZitatNach dem überraschenden Tod des nach Plagiatsvorwürfen zurückgetretenen britischen Cambridge-Professors Jason Arday haben mehr als 31.000 Menschen in einer Petition eine staatliche Untersuchung des Vorfalls gefordert. »Es kann keinen Zweifel geben, dass Dr. Ardays tragischer Tod das direkte, vorhersehbare und vorhergesehene Ergebnis von Schikane durch die Presse war«, hieß es auf der Website der Organisation Good Law Project, die den Appell an den britischen Premier Andy Burnham initiiert hatte, dem sich auch mehrere Abgeordnete anschlossen.

Arday war am Freitag tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden worden. Die Polizei vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. »Ein bedeutendes Element bei diesem Mobbing war die Farbe seiner Haut«, fügte Good Law Project mit Blick auf den Schwarzen Akademiker hinzu. Für Montagabend ist eine Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square geplant.

https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-08/jason-arday-tod-cambridge-plagiatsvorwurf-medien-mobbing

Das Good Law Project hatte auch die ursprüngliche Petition organisiert, welche in den Plagiatsvorwürfen gegen Arday ausschließlich eine Verleumdungskampagne rechter Medien sah.

Arday kann nur ein unschuldiges Opfer rassistischer Machenschaften gewesen sein. Dass er ein Lügner und Hochstapler war, der Journalisten und Wissenschaftler mit Klagen bedrohte und ihnen die Polizei auf den Hals hetzte, weil sie wagten, seine Behauptungen zu hinterfragen, wird komplett ausgeblendet. Stattdessen bemühen diese Leute den Whataboutism ("weiße Professoren betrügen auch"), weil sie ein vorgefertigtes ideologisches Weltbild aufrecht erhalten wollen.

Was nicht sein kann, das nicht sein darf.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Habra

Zitat von: RPGNo1 am 17. August 2026, 07:01:51Legendenbildung Arday nächster Teil.

...
Arday kann nur ein unschuldiges Opfer rassistischer Machenschaften gewesen sein. Dass er ein Lügner und Hochstapler war, der Journalisten und Wissenschaftler mit Klagen bedrohte und ihnen die Polizei auf den Hals hetzte, weil sie wagten, seine Behauptungen zu hinterfragen, wird komplett ausgeblendet. Stattdessen bemühen diese Leute den Whataboutism ("weiße Professoren betrügen auch"), weil sie ein vorgefertigtes ideologisches Weltbild aufrecht erhalten wollen.

...

Auch ein Schweizer  Medium berichtet über den Fall, allerdings nicht reißerisch, sondern einigermaßen neutral und deutet auch einen Streisandeffekt an:

https://www.watson.ch/wissen/international/694219426-der-tod-von-jason-arday-zeigt-die-schlimmste-seite-des-kulturkampfs

Peiresc

Zitat von: Habra am 17. August 2026, 09:34:56Auch ein Schweizer  Medium berichtet über den Fall, allerdings nicht reißerisch, sondern einigermaßen neutral und deutet auch einen Streisandeffekt an:

Das ist auch mein vorläufiger Eindruck: keine Seite kommt ungeschoren davon. Auf X und anderswo zirkulieren Fallgeschichten anderer Wissenschaftler mit ähnlichen Plagiatsgeschichten, die allein im akademischen Raum versickert sind, ohne dass sich die Medien mit aller Kraft auf sie gestürzt haben, und deren Karriere kaum einen Knick bekommen hat. Je nach Zusammenstellung "belegen" sie, dass es schwarze Wissenschaftler deutlich schwerer haben - was ich nicht für unmöglich halte (wenn auch nicht für erwiesen).  Ein Nachweis wäre aufwändiger, nur mit systematischer Arbeit zu leisten, ergo wissenschaftlich und eo ipso langweilig, also kein Medienthema mehr.

Medienkampagnien gab es schon z. B. gegen Bundespräsidenten (Horst Köhler). Als sich der Pulverdampf verzogen hatte, blieb als Eindruck zurück: es waren Kampagnien, ganz ohne Schwarz und Weiß.

Zitat von: Peiresc am 19. Januar 2026, 13:03:23Stanislav Andreski, das Enfant terrible der Soziologie, sagt:
Zitat,,Aber leider stimmen die Konturen der Wahrheit nie mit den Trennungslinien zwischen sich bekämpfenden Parteien und Cliquen überein."