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Amerikanischer Wahlkampf

Begonnen von pelacani, 27. September 2015, 10:53:44

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Scipio

Ich möchte noch etwas beifügen, was ich gerade im WHQ-Forum gelesen habe:

Zitat
ZITAT
Parallelen tun sich zu den rechtspopulistischen Parteien in West- und Osteuropa auf. Die etablierten politischen Kräfte, die Medien, die Fortschrittlichen, die besser Gestellten und der Chorus der ,,Vernünftigen" ist sich zu häufig selbst genug, die eigenen Interessen und ihre kulturelle Moderne zu repräsentieren. Konservativen Befürchtungen über den ,,Verlust der Heimat", der Stadtviertel, der vertrauten Kultur, der Nation, der staatlichen Souveränität, der Bedeutung von Grenzen oder der Neudefinition der Ehe wurden nicht nur mit guten Argumenten entgegen getreten. Es erfolgten vielmehr Belehrungen und nicht selten der moralische Ausschluss aus dem offiziösen Diskurs, wenn ,,unkorrekte" Begriffe oder Ideen geäußert wurden. Ein kosmopolitischer Geist mit überschießender Moralität dominierte die Diskurse. Wie die Brexit-Befürworter einfach nur von gestern sind und die schöne neue Welt der Supranationalisierung nicht verstehen, so sind die Wähler der rechtspopulistischen Parteien vor allem die moralisch und kulturell Zurückgebliebenen unserer Gesellschaft. [...]

Internationale Politik und Gesellschaft: Trump und die Demokratie

ZITAT
Die Niederlage Clintons ist vorläufiger und absoluter Tiefpunkt einer schmerzhaften Serie von Wahlniederlagen, in denen Mitte-Links-Parteien zuletzt Mehrheiten verfehlten – und zwar weltweit. Das Rezept der Niederlagen: Ein Politikentwurf, der innerhalb der progressiven Echokammer sozialer Medien ebenso selbstverständlich alternativlos erschien wie außerhalb der Blase als abgehoben und unwählbar. [...]
Und hier folgten die Demokraten in ihren Grundzügen durchaus dem toxischen Mix, der auch europäische Mitte-Links-Parteien in den vergangenen Jahren die Mehrheiten gekostet hat. [...] Richtig ist aber auch, dass die demokratische Kampagne zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung auf einer Verbindung von progressiver Identitätspolitik (durch Fokus auf soziokulturelle Minderheiten) mit marktliberaler Wirtschaftspolitik (durch Fokus auf die Angebotsseite) bestand. Verkürzt gesagt: Mit LGBTI-Rechten und der Wallstreet wollte Clinton für ein buntes Amerika ins Weiße Haus - und zwar ohne die "klägliche" weiße Mittelschicht. [...]

Internationale Politik und Gesellschaft: Der amerikanische Albtraum

ZITAT
They felt an optimism in this country that they hadn't felt in years. The way the old-timers tell it, times in Dunn hadn't changed much. But it seemed as if they were constantly at odds with another type of America, where people seemed to have a different set of values. Carroll said he didn't know whether Trump could fix the country's problems, but at least he had newer ideas than the political establishment.

"The Democrats used to be the party of the working man," Carroll said. "Now, all they want to talk about is gays and transgenders. What about jobs?" [...]

The Washington Post: Waking up in Trump's America

Ich denke, die Zitate aus den jeweiligen Zeitungen beschreiben eine Facette der Ursachen, die zu dem Wahlergebnis geführt haben.

Wurde ursprünglich im WHQ-Forum von Freestyler geschrieben.

Quelle: http://www.whq-forum.de/invisionboard/index.php?showtopic=30611&st=270

PS: Darf ich das eigentlich einfach so hier zitieren?

HorstHuber

Zitat von: Peiresc
Gestern abend habe ich mit einem jungen Mann gesprochen, arbeitsloser Landmaschinenschlosser, ein freundlicher, harmloser, etwas schmächtiger Zeitgenosse. Wir kamen kurz auf die Wahl zu sprechen. Er war für Trump. Der würde es denen mal so richtig zeigen. Ich habe darauf verzichtet ihn zu fragen, wer die sind.
Warum werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt.
Zur Erinnerung, was war jahrelang der Wahlkampfschwerpunkt der z.B. Grünen und derzeit der Linken?
Schon vergessen das z.B. Kretschmanns Hauptwahlkampfthema war die Vetternwirtschaft der CDU "trocken zu legen" (unter anderem in Verbindung mit S21).
Oder so Sprüche der 68er (Establishment und Geschlechtsverkehr bzw. Gang durch die Institutionen). Oder wollte nicht auch Obama 2008 das System Washington reformieren? Er hatte Erfolg im Wahlkampf und wurde gewählt (und hat nichts geändert). Jetzt ist es schlimm das Trump mit den gleichen Themen gewählt wird. (ob er was ändert wird sich zeigen).

Wenn man die Art der Wahlkampfführung der Rechtskonservativen abscheulich findet dann muss man auch die gleiche Art des Wahlkampfes der Linken ablehnen.
Das Problem der Linken ist nur - das hat die Rechte nicht - das die Argumente genau so national(istisch) sind nur sie können es nicht so benennen.

ZitatDas ist eines der ungelösten Rätsel für mich. Viele derjenigen, die danach schreien, dass das ganze Gesocks weggeräumt werden müsste, wären die ersten, die weggeräumt würden.
Sicher?
So stimmt das nicht.
The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it. (Terry Pratchett)

Belbo

@HorstHuber
Du vergleichst ernsthaft Kretschmann mit Trump?

Die Linke ist jetzt dafür verantwortlich, dass die Rechte in den USA solange den Mob gegen die Regierung aufgehetzt hat, bis sie selber die Geister die sie rief, nicht mehr unter Kontrolle hatte und in Ihren eigenen Reihen einen egomanen Populisten nicht mehr verhindern konnte?

Das ist ungefähr so, als würde man einem Kind mit Kinderlähmung erklären die bösen Impfbefürworter wären an seinen Behinderungen schuld, weil sie seine Eltern solange als doof bezeichnet haben, dass sie aus trotz nicht haben impfen lassen..

...übrigens zum Thema Trump und impfen, danke "Rechte"

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/jonathan-benson/als-einziger-mainstream-praesidentschaftskandidat-spricht-donald-trump-ueber-impfstoffe-und-autismus.html


HorstHuber

Zitat von: Belbo am 11. November 2016, 05:19:04
@HorstHuber
Du vergleichst ernsthaft Kretschmann mit Trump?
Dann erklär mir bitte den Unterschied runtergebrochen auf den Inhalt der zwei genannten.
Das es Unterschied in der Wortwahl gab und gibt ist selbst mir aufgefallen. Doch mir geht es um die Kernaussage. Zur Erinnerung Vetternwirtschaft vs. "Sumpf trocken legen".

ZitatDie Linke ist jetzt dafür verantwortlich, dass die Rechte in den USA solange den Mob gegen die Regierung aufgehetzt hat, bis sie selber die Geister die sie rief, nicht mehr unter Kontrolle hatte und in Ihren eigenen Reihen einen egomanen Populisten nicht mehr verhindern konnte?
Bsp.: Freihandelsabkommen TTIP -> wo ist da der Unterschied in der Aussage. Wie schon geschrieben, die Rechte führt die Argumentation zu Ende doch bei der Linken läuft es eben auch auf das gleiche Resultat hinaus.


ZitatDas ist ungefähr so, als würde man einem Kind mit Kinderlähmung erklären die bösen Impfbefürworter wären an seinen Behinderungen schuld, weil sie seine Eltern solange als doof bezeichnet haben, dass sie aus trotz nicht haben impfen lassen..
Nein. Es ist ungefähr so als muss man einem Kind mit Kinderlähmung erklären die bösen undifferenzierten "Pharmaindustrie"-Kritiker sind an seinen Behinderungen schuld, weil sie seine Eltern solange mit pauschalen Kritiken über die phöse Pharmalobby zumüllten so das sie am Ende den Argumenten der ekelhaften Impfgegener zugänglich waren.
Das ist leider meiner Beobachtung nach der Fall und genau darum geht es mir.
Zitat...übrigens zum Thema Trump und impfen, danke "Rechte"
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/jonathan-benson/als-einziger-mainstream-praesidentschaftskandidat-spricht-donald-trump-ueber-impfstoffe-und-autismus.html
Siehe bereits geposteten link:
https://www.scientificamerican.com/article/the-liberals-war-on-science/

Fällt dir etwas auf?
The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it. (Terry Pratchett)

Belbo

Nochmal du vergleichst Kretschmann der u.a. Einen Wahlkampf geführt hat gegen Verkrustungen einer Partei die 60 Jahre ununterbrochen in der Regierung war mit Trump der irgendwelche geheimen Eliten bekämpfen will?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mappus-was-wurde-aus-dem-ex-ministerpraesidenten-von-baden-wuerttemberg-a-983222.html



Kann es sein, dass Dir gerade nur einfach Dein Feindbild flöten geht, bzw. die Allierten, und die Beissreflexe irgendwie ins nichts schnappen?

Belbo

ZitatFällt dir etwas auf?

Vorallem stelle ich mir die Frage, ob ich lieber Frau Clinton in der Verantwortung für Wissenschaft und Forschung sehen würde, oder den Impfgegner, Klimaleugner Trump mit seinem Vice der meint man könne Homosexuelle mit Elektroschocks (?) wieder normal machen.

Peiresc

Zitat von: HorstHuber am 10. November 2016, 23:04:49
Zitat von: Peiresc
Gestern abend habe ich mit einem jungen Mann gesprochen, arbeitsloser Landmaschinenschlosser, ein freundlicher, harmloser, etwas schmächtiger Zeitgenosse. Wir kamen kurz auf die Wahl zu sprechen. Er war für Trump. Der würde es denen mal so richtig zeigen. Ich habe darauf verzichtet ihn zu fragen, wer die sind.
Warum werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt.
Zur Erinnerung, was war jahrelang der Wahlkampfschwerpunkt der z.B. Grünen und derzeit der Linken?
Wie jetzt, Trump ist ok, weil die Linken und Grünen Demagogen sind? Das ist Whataboutism.

Prinzipiell: Es ist sinnlos, alles mit allem zu vergleichen. Wenn man nach Vergleichen sucht, dann läge (hoffentlich) der Vergleich mit der CSU weit näher, die vor Wahlen regelmäßig den rechten Rand einsammelt, oder (genauso hoffentlich) der mit Reagan (danke, Daggi):
ZitatHe said: "There are some people who think that you should, on principle, jump off the cliff with the flag flying if you can't get everything you want." Reagan recalled that "If I found when I was governor that I could not get 100 percent of what I asked for, I took 80 percent."
http://www.nytimes.com/interactive/projects/cp/opinion/election-night-2016/the-example-of-ronald-reagan
Die Frage ist nur, gleiche Quelle:
ZitatSo far, Mr. Trump, the political amateur and sputtering demagogue, has lacked Reagan's magnanimity or his flexibility. Can the reality-show star turned president-elect mimic the actor turned president?
Zu dem, was mich hindert, derart optimistisch zu sein, nur mal ein Beispiel: Trump ist neben und über allem Krawall so dumm, dass er sich weiterhin von seinem intelligenten, geschickten, zynischen Männerfreund Putin außenpolitisch beeindrucken lassen wird (übrigens hat auch Putin schon mal eine vulgär-sexistische Suada vom Stapel gelassen, was ihm johlende Zustimmung eingebracht hat). In der Ukraine hat man entsetzt auf seine Wahl reagiert. Ich verweise mal auf den Eingangs-Post dieses Threads. Oder es wird eine Männerfreundschaft wie die zwischen Putin und Erdogan.

Zitat von: HorstHuber am 10. November 2016, 23:04:49
Oder wollte nicht auch Obama 2008 das System Washington reformieren? Er hatte Erfolg im Wahlkampf und wurde gewählt (und hat nichts geändert).

Ich bin vor langer Zeit mal am Broadway in einem Musical gewesen, ich erinnere mich sogar noch an den Titel. Das Foyer war gestopft voll, man musste sehr aufpassen, mit seinem Sektglas nicht angerempelt zu werden. Hohe Kronleuchter, blitzende, gleißende Helle, Stimmengewirr. Hier und da Brillianten. Zur Straße eine Glaswand. Draußen genauso ein Gedränge. Schwarze, vermummte, teils schmutzige Gestalten (es war Winter). Kein Blitzen, keine Helle. Alle Blicke von draußen nach innen gerichtet. Innen nahm niemand davon Notiz, warum auch. Das waren eben Trumps Looser.

Ích weiß nicht genau, was Obama am System Washington ändern wollte. Ich überblicke auch nicht die Innenpolitik der Vereinigten Staaten. Nach meinem Eindruck hat er nichts schlimmer gemacht, was ich für einen großen Erfolg halte.

Die USA haben das teuerste Gesundheitswesen der Welt, der medizinische Fortschritt findet dort statt. Aber Psychiatrie-Krankenhausbetten gibt es praktisch nur forensische (stand vor einigen Tagen in JAMA). In den USA waren 50 Millionen Einwohner ohne Krankenversicherung. Dort vernichtet es Deine Existenz, wenn Du das Pech hast, eine mäßig kostenintensive, prinzipiell beherrschbare Erkrankung zu aquirieren, oder du stirbst ganz einfach. Es gibt keine Vorsehung. Mit Obamacare sind es nur 30 Millionen. Jetzt werden es wieder 50 Millionen, oder mehr. Warum kann Trump das mit einem Federstrich rückgängig machen? Weil das nur ein Präsidentenerlass ist. Warum ist es nur ein Präsidentenerlass? Weil die Republikaner das für großartig halten. Trump hat nicht beide Häuser des Kongresses gegen sich. Dort ist der evangelikale Geist weit präsenter als der Geist des Evangeliums.

Zitat von: HorstHuber am 10. November 2016, 23:04:49
ZitatDas ist eines der ungelösten Rätsel für mich. Viele derjenigen, die danach schreien, dass das ganze Gesocks weggeräumt werden müsste, wären die ersten, die weggeräumt würden.
Sicher?
So stimmt das nicht.
Ja, ich bin sicher. Du irrst Dich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Asoziale_(Nationalsozialismus)

Noch einmal zurück zu Obama. Man will ihm doch nicht wirklich vorwerfen, dass er das Augenmaß nicht verloren hat? Auch zum Trump-Besuch im Weißen Haus gestern hat Daggi den treffenden Kommentar verlinkt:
ZitatAt the time, I was President Johnson's appointments secretary, the position that has since evolved into the White House chief of staff. Right after the 1968 results came in, the president put me in charge of organizing a transition process, something that had never been done. "Nixon is an S.O.B., but he's the only president we'll have," Johnson told me. "I want him and all of his team to be fully prepared to govern after the Inauguration at 12 noon on January 20."






HorstHuber

Zitat von: Belbo am 11. November 2016, 07:22:44
Nochmal du vergleichst Kretschmann der u.a. Einen Wahlkampf geführt hat gegen Verkrustungen einer Partei die 60 Jahre ununterbrochen in der Regierung war mit Trump der irgendwelche geheimen Eliten bekämpfen will?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mappus-was-wurde-aus-dem-ex-ministerpraesidenten-von-baden-wuerttemberg-a-983222.html

Kann es sein, dass Dir gerade nur einfach Dein Feindbild flöten geht, bzw. die Allierten, und die Beissreflexe irgendwie ins nichts schnappen?
Weshalb soll mir mein Feindbild flöten gegangen sein?
Das in Washington - egal ob auf Seite der Republikaner oder Demokraten - sich eine Art Parallelgesellschaft gebildet hat wurde doch schon von Obama 2008 im Wahlkampf thematisiert. Eines von Obamas Wahlversprechen war es ja dieses System "aufzubrechen". Das ist keine Erfindung von mir sondern du musst nur die Wahlkampfreden von Obama von damals lesen.
Sprich Obama ist auch unter anderem mit dem Ziel angetreten "den Sumpf trocken zu legen".

Und die ominösen Verkrustungen in BW hat es so auch so nicht gegeben. Denn was hat Kretschmann wirklich geändert? Ich meine in den Strukturen. Ein paar RPs ausgetauscht - die jetzt das "richtige" Parteienbuch haben.
Und wenn die Verkrustungen so schlimm waren weshalb gibt es jetzt eine gemeinsame Regierung mit der Partei die für diese Verkrustungen verantwortlich war? Bis auf eine Handvoll Führungskräfte ist es nach wie vor die selbe Partei mit den selben Akteuren.
Ein Glück das es Mappus gab - der angeblich in seiner kurzen Amtszeit (ca. 2 Jahre) als MP mehr bewegte als Kretschmann in fünf Jahren. Argumente alá er war aber vorher Fraktionsvorsitzender zählen nicht, denn da gab es einen MP der die Leitlinienkompetenz hatte.
The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it. (Terry Pratchett)

Belbo

Zitat von: HorstHuber am 11. November 2016, 07:50:39
Zitat von: Belbo am 11. November 2016, 07:22:44
Nochmal du vergleichst Kretschmann der u.a. Einen Wahlkampf geführt hat gegen Verkrustungen einer Partei die 60 Jahre ununterbrochen in der Regierung war mit Trump der irgendwelche geheimen Eliten bekämpfen will?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mappus-was-wurde-aus-dem-ex-ministerpraesidenten-von-baden-wuerttemberg-a-983222.html

Kann es sein, dass Dir gerade nur einfach Dein Feindbild flöten geht, bzw. die Allierten, und die Beissreflexe irgendwie ins nichts schnappen?
Weshalb soll mir mein Feindbild flöten gegangen sein?
Das in Washington - egal ob auf Seite der Republikaner oder Demokraten - sich eine Art Parallelgesellschaft gebildet hat wurde doch schon von Obama 2008 im Wahlkampf thematisiert. Eines von Obamas Wahlversprechen war es ja dieses System "aufzubrechen". Das ist keine Erfindung von mir sondern du musst nur die Wahlkampfreden von Obama von damals lesen.
Sprich Obama ist auch unter anderem mit dem Ziel angetreten "den Sumpf trocken zu legen".

Und die ominösen Verkrustungen in BW hat es so auch so nicht gegeben. Denn was hat Kretschmann wirklich geändert? Ich meine in den Strukturen. Ein paar RPs ausgetauscht - die jetzt das "richtige" Parteienbuch haben.
Und wenn die Verkrustungen so schlimm waren weshalb gibt es jetzt eine gemeinsame Regierung mit der Partei die für diese Verkrustungen verantwortlich war? Bis auf eine Handvoll Führungskräfte ist es nach wie vor die selbe Partei mit den selben Akteuren.
Ein Glück das es Mappus gab - der angeblich in seiner kurzen Amtszeit (ca. 2 Jahre) als MP mehr bewegte als Kretschmann in fünf Jahren. Argumente alá er war aber vorher Fraktionsvorsitzender zählen nicht, denn da gab es einen MP der die Leitlinienkompetenz hatte.

Obama hatte das Problem, gegen sowohl einen republikanische dominierten Kongress als auch Senat anregieren zu müssen, deren, rechte, Verweigerungshaltung, gerade ihm ankreiden zu wollen ist absurd.

HorstHuber

Zitat von: Peiresc
Wie jetzt, Trump ist ok, weil die Linken und Grünen Demagogen sind? Das ist Whataboutism.
Habe ich nicht gesagt.


ZitatPrinzipiell: Es ist sinnlos, alles mit allem zu vergleichen. Wenn man nach Vergleichen sucht, dann läge (hoffentlich) der Vergleich mit der CSU weit näher, die vor Wahlen regelmäßig den rechten Rand einsammelt, oder (genauso hoffentlich) der mit Reagan (danke, Daggi):
Ich vergleiche nicht wer welchen Teil einsammelt sondern ich vergleiche die Kernaussagen.

Auf DE übertragen. Wo ist der Unterschied in den Aussagen zur Flüchtlingspolitik von Palmer (Grüne) und z.B. Söder (CDU)? Nicht in der Art wie es gesagt wurde sondern was die jeweiligen Aussagen bedeuten.
Müssten dann die Grünen nicht Palmer sofort ausschließen den seine Aussagen helfen ja dann auch der AFD


ZitatZu dem, was mich hindert, derart optimistisch zu sein, nur mal ein Beispiel: Trump ist neben und über allem Krawall so dumm, dass er sich weiterhin von seinem intelligenten, geschickten, zynischen Männerfreund Putin außenpolitisch beeindrucken lassen wird (übrigens hat auch Putin schon mal eine vulgär-sexistische Suada vom Stapel gelassen, was ihm johlende Zustimmung eingebracht hat). In der Ukraine hat man entsetzt auf seine Wahl reagiert. Ich verweise mal auf den Eingangs-Post dieses Threads. Oder es wird eine Männerfreundschaft wie die zwischen Putin und Erdogan.
In die Zukunft sehen kann ich nicht. Dummheit würde ich Trump nicht unterstellen den er war so "klug" das er die "Stimmung" der relevanten Wählerstimmen in den USA für sich gewinnen konnte und das entgegen (fast) aller Vorhersagen.
Also Dummheit würde ich so etwas nicht nennen. Und das er seine Wahlkampfmanager feuerten als diese nicht den gewünschte Ergebnis lieferten würde ich auch nicht unter Dummheit zusammenfassen. Das er "auf eigenen Wunsch" nur noch sein Team am Ende twittern lies scheint auch nicht auf absolute Beratungsresistenz hinzudeuten.


ZitatIch bin vor langer Zeit mal am Broadway in einem Musical gewesen, ich erinnere mich sogar noch an den Titel. Das Foyer war gestopft voll, man musste sehr aufpassen, mit seinem Sektglas nicht angerempelt zu werden. Hohe Kronleuchter, blitzende, gleißende Helle, Stimmengewirr. Hier und da Brillianten. Zu Straße eine Glaswand. Draußen genauso ein Gedränge. Schwarze, vermummte, teils schmutzige Gestalten (es war Winter). Kein Blitzen, keine Helle. Alle Blicke von draußen nach innen gerichtet. Innen nahm niemand davon Notiz, warum auch. Das waren eben Trumps Looser.
Und was willst du damit sagen?

ZitatÍch weiß nicht genau, was Obama am System Washington ändern wollte. Ich überblicke auch nicht die Innenpolitik der Vereinigten Staaten. Nach meinem Eindruck hat er nichts schlimmer gemacht, was ich für einen großen Erfolg halte.
Er hatte genau die selben Kritikpunkte wie Trump. Nur für Journalisten ansprechender formuliert. Aber die Kernaussage war identisch.
Genau so wie Clition (Bill) die Grenzsicherung zu Mexico massiv ausbaute (Mauer etc). Wieder kein Unterschied zu Trump - nur "liebevoller" Formuliert aber am Ende kein Unterschied in den Auswirkungen.
 
ZitatDie USA haben das teuerste Gesundheitswesen der Welt, der medizinische Fortschritt findet dort statt. Aber Psychiatrie-Krankenhausbetten gibt es praktisch nur forensische (stand vor einigen Tagen in JAMA). In den USA waren 50 Millionen Einwohner ohne Krankenversicherung. Dort vernichtet es Deine Existenz, wenn Du das Pech hast, eine mäßig kostenintensive, prinzipiell beherrschbare Erkrankung zu aquirieren, oder du stirbst ganz einfach. Es gibt keine Vorsehung. Mit Obamacare sind es nur 30 Millionen. Jetzt werden es wieder 50 Millionen, oder mehr. Warum kann Trump das mit einem Federstrich rückgängig machen? Weil das nur ein Präsidentenerlass ist. Warum ist es nur ein Präsidentenerlass? Weil die Republikaner das für großartig halten. Trump hat nicht beide Häuser des Kongresses gegen sich. Dort ist der evangelikale Geist weit präsenter als der Geist des Evangeliums.
Am Anfang hatte Obama aber die Mehrheiten. Da hätte er es ohne Probleme durchbringen können. Warum hat er es nicht. Weil etwa die Demokraten auch nicht geschlossen hinter Obamacare standen?

Zu Anfang seines Wahlkampfes (keine Ahnung ob er immer noch der Meinung ist) war Trump ein großer Befürworter von Obamacare. Hat er diese Meinung geändert?
Ist er den Republikanern zu irgendetwas verpflichtet? Denn er hat ohne große Unterstützung durch diese die Wahl gewonnen.

Ich bin kein Fan von Trump. Aber man sollte manche Dinge schon fair beurteilen.
Im übrigen war nicht Bush sondern Clinton für die Finanzkrise verantwortlich. Die Gesetzesänderungen zur Finanzmarktregulation wurden von Bill eingeführt (erste Auswirkung .com-Blase).
Das haben offenbar viele Wähler in den USA nicht vergessen - was auch dadurch deutlich wurde wie Clintion von der "Wallstreet" unterstützt wurde.
The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it. (Terry Pratchett)

HorstHuber

Zitat von: BelboObama hatte das Problem, gegen sowohl einen republikanische dominierten Kongress als auch Senat anregieren zu müssen, deren, rechte, Verweigerungshaltung, gerade ihm ankreiden zu wollen ist absurd.
https://en.wikipedia.org/wiki/111th_United_States_Congress

wie war das mit Trump und den Lügen?
The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it. (Terry Pratchett)

Typee

Eine Handvoll reiche alte Männer, fast alle ohne Erfahrung im staatspolitischen Geschäft, aber gut befreundet mit dem Trumpinator - das hat der "abgehängte Mittelstand" nun davon. Wir freuen uns auf vier Jahre politischen Stilstand, bei deren Ende die Abgehängten, wenn es sie dann noch interessiert, feststellen werden, dass sie mindestens so abgehängt sind wie zuvor. Nicht umsonst hat die NSE, der Tummelplatz der Großverdiener, nicht der der Abgehängten, mit Freude reagiert. Trump hat Joe the plumber genauso geschickt eingeseift, wie Berlusconi den Giuseppe il ferraio. Volkstribunen eben. 

Es ist eines, eine gewaltige Kampagne durchzuziehen, aber es ist ein anderes, die USA zu führen. Der künftige Präsident hat wohl ein schlagkräftiges Kampagneteam, aber zugleich offensichtliche Schwierigkeiten, Schlüsselpositionen adäquat zu besetzen. Die Folge ist absehbar: die Bürokratie führt das Tagesgeschäft und basta. Trump wird m.E. der faktisch machtloseste Präsident sein, den die USA seit langer Zeit gesehen hat.

Die ernsteste Sorge, die man sich machen muss, ist, dass er solche Spießgesellen um sich versammelt, die ruchlos genug sind, die Institutionen zu beschädigen.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

mossmann

Zitat von: HorstHuber am 10. November 2016, 23:04:49
Wenn man die Art der Wahlkampfführung der Rechtskonservativen abscheulich findet dann muss man auch die gleiche Art des Wahlkampfes der Linken ablehnen.

Was ein billiger Whataboutism.

Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

mossmann

Zitat von: HorstHuber am 11. November 2016, 07:50:39
Ein Glück das es Mappus gab.

Nicht Dein Ernst jetzt?

lol.

Bleib mal besser bei Ackerbau und Viehzucht ...
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend