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Flüchtlinge

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Begonnen von MrSpock, 07. Juli 2015, 13:56:45

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Scipio

Nun die Toleranz scheint immer weiter zu schwinden. In meiner Familie und deren Bekanntenkreis fürchtet man sich offenbar ganz ernsthaft davor, dass es nicht mehr genug (einfache (auf Qualifikation bezogen)) Arbeitsplätze für Deutsche geben wird. Begründet wird das ganze dann damit, dass die Flüchtlinge dann für viel weniger Geld arbeiten werden.

Wie viele derjenigen, die hier ankommen, dürfen denn überhaupt bleiben?

MrSpock

Hier ein interessanter Artikel dazu:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-fluechtlingshilfe-wirkt-wie-konjunkturprogramm-a-1056740.html

ZitatWie gut und schnell Deutschland die Flüchtlinge in den kommenden Jahren integrieren und in Arbeit bringen kann, ist ungewiss. Aktuell aber bringen sie Wachstum. Nach Ansicht des Chefs des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, wirken die hohen Flüchtlingszahlen nach Ansicht des Chefs wie ein "kleines Konjunkturprogramm". "Denn der Staat pumpt jetzt viele Milliarden für die Versorgung der Flüchtlinge in die Wirtschaft", sagte Hüther der "Rheinischen Post".

"Diese Ausgaben versickern nicht im Ausland, sondern schaffen im Inland neues Geschäft und neue Arbeitsplätze", sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts. Auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte der Zeitung, wegen der milliardenschweren Mehrausgaben für Flüchtlinge seien "einige wenige Zehntelpunkte zusätzliches Wachstum" für die Jahre 2015 und 2016 zu erwarten.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Scipio

Zitat von: MrSpock am 09. Oktober 2015, 10:03:46
Hier ein interessanter Artikel dazu:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-fluechtlingshilfe-wirkt-wie-konjunkturprogramm-a-1056740.html

ZitatWie gut und schnell Deutschland die Flüchtlinge in den kommenden Jahren integrieren und in Arbeit bringen kann, ist ungewiss. Aktuell aber bringen sie Wachstum. Nach Ansicht des Chefs des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, wirken die hohen Flüchtlingszahlen nach Ansicht des Chefs wie ein "kleines Konjunkturprogramm". "Denn der Staat pumpt jetzt viele Milliarden für die Versorgung der Flüchtlinge in die Wirtschaft", sagte Hüther der "Rheinischen Post".

"Diese Ausgaben versickern nicht im Ausland, sondern schaffen im Inland neues Geschäft und neue Arbeitsplätze", sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts. Auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte der Zeitung, wegen der milliardenschweren Mehrausgaben für Flüchtlinge seien "einige wenige Zehntelpunkte zusätzliches Wachstum" für die Jahre 2015 und 2016 zu erwarten.
Habe ich gelesen, garnicht so schlecht.

MrSpock

Zumindest die Bauwirtschaft freut's. Jetzt muss massenweise Wohnraum aus dem Boden gestampft werden.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

ajki

Zitat von: Scipio am 09. Oktober 2015, 09:38:06
In meiner Familie und deren Bekanntenkreis fürchtet man sich offenbar ganz ernsthaft davor, dass es nicht mehr genug (einfache (auf Qualifikation bezogen)) Arbeitsplätze für Deutsche geben wird. Begründet wird das ganze dann damit, dass die Flüchtlinge dann für viel weniger Geld arbeiten werden.

Weil das gerade umläufig ist:

Das IAB hat gerade einen Bericht zum Stand der Dinge "Arbeitsmarkt" [iab.de, pdf-link] bei Flüchtlingen/Migranten rausgegeben, der sich mit solchen Fragen in großem Maßstab beschäftigt und sich wohl auch mit Erfahrungen aus anderen Ländern (? zumindest mal Schweden) ungefähr deckt bei den mittelfristigen Folgen.

Daraus zu Konkurrenzen:
ZitatAufgrund dieser Beschäftigungsstruktur dürften sie nur in geringem Umfang mit der deutschen Bevölkerung, aber sehr viel stärker mit den schon in Deutschland lebenden Ausländern im Wettbewerb stehen.

Daraus zu allgemeinen Entwicklungen (aus dem Fazit - auch interessant die 5-, 10-, 15-Jahreszahlen nach Zuzug):
Zitat

  • Die Flüchtlingsmigration wird jedoch schrittweise auch in der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sichtbar, für 2016 erwartet das IAB einen Flüchtlingseffekt von +130.000. Der genaue Umfang hängt jedoch von einer Vielzahl von Faktoren ab.
  • Aufgrund der Beschäftigungs- und Tätigkeitsstruktur ist nicht damit zu rechnen, dass die Flüchtlingsmigration zu größeren Verdrängungseffekten am Arbeitsmarkt führt. Der Effekt auf die Arbeitslosenzahlen ergibt sich im Wesentlichen durch die Arbeitslosigkeit der Flüchtlinge selbst.
  • Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass die Beschäftigungsquoten von Flüchtlingen schrittweise zu denjenigen anderer Migranten konvergieren. Fünf Jahre nach dem Zuzug lag die Beschäftigungsquote von Flüchtlingen in der Vergangenheit bei rund 50 Prozent.

Zitat von: Scipio am 09. Oktober 2015, 09:38:06
Wie viele derjenigen, die hier ankommen, dürfen denn überhaupt bleiben?

Kaffeesatzleserei. Was ist, wenn es noch auf ?? Jahre hinaus in den nordafrikanischen Staaten + Levante + arabische Halbinsel + Ukraine + sonstwo instabil bleibt (also alle "Pufferfunktionen" auch weiterhin außer Betrieb bleiben bzw. z.B. im Fall Ukraine/Moldawien/?? deren Bevölkerung sich teilweise selber auf den Weg macht...) und EU-Länder dementsprechend wenig abschieben können (bzw. keine Rückwanderung stattfinden kann)? Die Sichere-Drittstaatenklausel ist ja faktisch unwirksam geworden (oder glaubt jemand ernsthaft, man könne aus Deutschland heraus nach Österreich, Italien, Griechenland oder die Türkei [mit ihren wahrscheinlich mehr als 2 Mio derzeit aufgenommenen Flüchtlingen] abschieben?)

*Theoretisch* bleibt es natürlich wie immer bei den üblichen Bruchteilen, die tatsächlich Asylrecht bekommen (will vermutlich eh' keiner haben) oder auch nur dauerhafte Duldung erlangen. Praktisch kann es ohne weiteres mindestens auf 10 Jahre hin bei den hohen Zahlen bleiben. Hängt auf Dauer alles viel damit zusammen, wie auch auf europäischer Ebene überhaupt verteilt werden kann (und eben innerstaatlich - da ist die Frage immer mehr die, ob man wie in den letzten 25 Jahren de facto vor ausgerufenen "ausländerfreien Zonen" kapituliert und weiterhin dahin verteilt, wo es bislang weniger Ärger gab [bis es dann da auch Ärger gibt]).

Und selbst wenn man einfach mal herumphantasiert: Sagen wir mal ab rund 2016 stabilisiert sich aus irgendwelchen Gründen die Lage im Irak, in Syrien, in der Ukraine/sonstwo mit Gewinnung "sicherer" Strukturen in 2017/18. Dann zieht es vermutlich relativ schnell *Teile* der derzeit Fluchtort-nah harrenden Flüchtlinge (also z.B. die in der Türkei) zurück zum (ruinierten) Besitz. Schon zu Sicherungs-, Stabilisierungs- und Wiederaufbauzwecken. Bis dann rückgefunkt wird, dass der Laden wieder soweit läuft, dass die Restbande auch wieder anzockeln kann, vergehen doch dann auch wieder ruckzuck ein, zwei, ?? Jahre. Wenn bis dahin wie zu erwarten diejenigen Sippenteile, die Fluchort-fern migriert sind (also etwa nach D.) sich irgendwie prekär arrangiert haben am Fluchtort (evtl. irgendeiner Arbeit nachgehen), wie wahrscheinlich ist es dann, dass deren vordringlichste Aktivität diejenige ist, zurückzukehren in nachhaltig demolierte Landschaften?
every time you make a typo, the errorists win


uran

Die Zeit und 1222 haben ein interessantes Interview mit Gunnar Heinsohn geführt, je nachdem welches Medium man bevorzugt.
Es geht um die Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingslage und von wo in Zukunft die Flüchtlingsströme zu erwarten sind.

http://www.zeit.de/2015/45/bevoelkerungsentwicklung-einwanderung-buergerkrieg-fluechtlinge-maenner
https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/zwoelfzweiundzwanzig/201510/225981.html

Peiresc

Cem Özdemir zu Besuch in Leipzig. Er beschreibt seine Eindrücke in der ZEIT Nr. 49, 3. Dez. 2015, S. 9.

Zitat...
Ein besonders aggressiver Typ drängte an mich heran, brüllte: »Dreckstürke«, »Migrantenschwein«, »Kiffer«, »pädophiler Kinderficker« - offenbar hatte man mich als Parteivorsitzenden der Grünen erkannt, und es folgten die üblichen, mir aus den Sozialen Medien allzu geläufigen rechten Schmähungen und Beleidigungen. Eine junge Frau hielt mir währenddessen belustigt von der anderen Seite ein Handy vors Gesicht, nein, eigentlich richtig ins Gesicht und filmte. Auf meine Aufforderung, das sein zu lassen, sagte sie schnippisch: »Öffentliche Persönlichkeiten darf man filmen.« Und: »Na, wie viel Gramm erntest du denn?«

Dann versuchte der Mann, der mich bedrängt hatte, mir den Weg abzuscheiden, und breitete die Arme so aus, dass ich nicht mehr weiterlaufen konnte. Da habe ich zu ihm gesagt: »Drecksnazi, geh weg.« Ich sagte: »Wow, hundert zu eins, das ist ja ganz schön mutig. Eins zu eins ist nicht so deine Stärke, oder?« Erst hinterher habe ich mich gefragt, was ich eigentlich gemacht hätte, wenn er gesagt hätte: »Doch.«
Dann liefen zwei Polizisten auf uns zu und fragten, was los sei. Der Typ, der mir den Weg abschneiden wollte, meinte gleich: »Ich möchte eine Anzeige wegen Beleidigung erstatten.«
...
Da sprachen uns erneut zwei Polizisten an und fragten mich, wer ich sei. Als ich es ihm sagte, antwortete er, als Person mit einer öffentlichen Verantwortung müsste ich etwas abgewogener mit meinen Worten umgehen.
...
Mittlerweile habe ich Anzeige erstattet. Ob die Personalien meines Verfolgers überhaupt aufgenommen wurden, hat man mir bislang nicht bestätigt.

Mich fröstelt.

Belbo

...ein grüner Gutmensch, der hat hier nicht unbedingt.......

Gethen


Noch ein Outing als Arschloch? Och, das hätte doch nicht nötig getan.....


Sauropode

Belbo, man kann die Grünen bzw. deren Politiker ablehnen, trotzdem aber solche Ausfälle verurteilen. Oder, um es plakativ zu sagen, der Feind meines Feindes ist mitnichten mein Freund.  ;)

Belbo

Vom Hausarschloch geadelt.

Peiresc

Das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Es gibt Leute, die es zum Wohlfühlen brauchen, dass man sie in den tritt.

Sauropode


Gethen

Zitat von: Belbo am 04. Dezember 2015, 06:18:37
Vom Hausarschloch geadelt.

Aber bitte - wie sprichst du eigentlich über den Sauropoden!?!?!

Und auch in diesem Bereich, mein Hase, ist offensichtlich jemand höher auf der Karriereleiter und dir bleibt wieder nur die Schröder-Nummer ("Ich will da hin" :rüttel: ). Ist schon tragisch...