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Kutscheras Problem mit dem Zeitgeist

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Begonnen von Conina, 29. April 2015, 18:31:10

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sumo

Ich habe auch den Eindruck, daß Danisch recht polemisch argumentiert, dazu merkt man ihm die weiter oben schon genannte vermutete Kränkung an.
Die polemisch gehaltenen Aussagen von Danisch aber müssen nicht zwingend falsch sein. Insbesondere die in dem pdf recht häufig aufgezählten -anekdotischen- Vorkommnisse sind nicht vertrauenerweckend. Nur beispielhaft gennat sei die Fußnote, in welcher von ihm darauf hingewiesen wird, daß in Marburg ernsthaft nachgedacht wurde "..ob man Männer zur Reparatur/Wartung einer technischen Anlage in die Räume einer feministischen Bibliothek lassen soll..."
Da Danisch dieses pdf als Klage vor Gericht einreicht, kann ich mir vorstellen, daß all das dort aufgeführte auch der Wahrheit entsprechen muß, um das bei einer Verhandlung auch belegen zu können.
Polemik macht vielleicht unsympathisch, aber nicht zwingend unglaubwürdig.

duester

Zitat von: sumo am 03. Mai 2015, 13:45:55
Da Danisch dieses pdf als Klage vor Gericht einreicht, kann ich mir vorstellen, daß all das dort aufgeführte auch der Wahrheit entsprechen muß, um das bei einer Verhandlung auch belegen zu können.
Polemik macht vielleicht unsympathisch, aber nicht zwingend unglaubwürdig.
Dass an den Ausführungen etwas Wahres dran sein kann, bezweifele ich nicht (ich hab an einer Institution gearbeitet, die in Sachen dogmatischer Verbissenheit nur noch vom Karl-Liebknecht-Haus eingeholt wird und war selbst der Auffassung, dass z.B. die "Sprachregelungen" viel zu weit gehen - und das gerade als Frau und Feministin). Aber bei den Reichsbürgern sieht man ja schon, welche Rolle die Interpretation der Fakten und Ereignisse spielt. In Marburg könnte das z.B. die Überlegung einer kleinen Gruppe von Sektierern gewesen sein, die auch innerhalb der Uni schon isoliert sind und mitnichten der offiziellen Linie entsprechen (und jeder, der mal bei einer Uni-Kommissionssitzung gewesen ist, weiß, dass es da IMMER einen Querschläger gibt, der lautstark irgendwas total Unsinniges fordert ...). Bei einer so unspezifischen Angabe wie "es wurde überlegt" könnte man auch sagen, dass die SPD das Grillen bei Strafe verbieten will, weil Lauterbach ja schließlich mal in einem Zeitungsinterview gesagt, dass das schädlich sei. Und gerade weil er (= Danisch) doch recht legalistisch unterwegs ist, muss man die Anekdoten mit noch mehr Vorsicht betrachten. Es ist ja gerade das zentrale Merkmal des Querulantenwahns, dass man die eigene Sicht der Dinge als allgemeingültig betrachtet und Schwierigkeiten damit hat, zu akzeptieren, dass andere Menschen das vielleicht anders sehen. 

Ergänzung: Ich möchte übrigens nicht ausschließen, dass es diese dogmatische, querulatorische Verbissenheit nicht auf beiden Seiten gibt. Hadmut polemisiert gegen Polemiker.

Patches O Houlihan

Zitat von: sumo am 03. Mai 2015, 13:45:55
Ich habe auch den Eindruck, daß Danisch recht polemisch argumentiert, dazu merkt man ihm die weiter oben schon genannte vermutete Kränkung an.
Die polemisch gehaltenen Aussagen von Danisch aber müssen nicht zwingend falsch sein. Insbesondere die in dem pdf recht häufig aufgezählten -anekdotischen- Vorkommnisse sind nicht vertrauenerweckend. Nur beispielhaft gennat sei die Fußnote, in welcher von ihm darauf hingewiesen wird, daß in Marburg ernsthaft nachgedacht wurde "..ob man Männer zur Reparatur/Wartung einer technischen Anlage in die Räume einer feministischen Bibliothek lassen soll..."
was auch immer
ZitatDa Danisch dieses pdf als Klage vor Gericht einreicht, kann ich mir vorstellen, daß all das dort aufgeführte auch der Wahrheit entsprechen muß, um das bei einer Verhandlung auch belegen zu können.
es geht vor Gericht nicht um die Wahrheit, es geht um die Beweisbarkeit von Erlebniswelten, das ist deutlich komplexer und auch schnell stärker auf Kompromisse angewiesen als die Wahrheit.
Zitat
Polemik macht vielleicht unsympathisch, aber nicht zwingend unglaubwürdig.
Es geht nicht nur um Polemik oder Sympathie, es geht mMn eher darum, wie weit seine Erlebniswelt (noch) genügend Schnittmenge zu den Erlebniswelten anderer hat. Ich will es an einem anderen Beispiel verdeutlichen, das explizit nichts mit H:D zu tun hat:

Laut deutscher Rechtsprechung ist es polemisch, aber nicht justiziabel, im Zusammenhang mit der mangelnden Aufklärungsarbeit der kath. Kirche dieselbe als Kinderfickersekte zu bezeichnen. Das ist also juristisch gedeckt. Trotzdem würde ich jemanden, der diese Vokabel öffentlich verwendet als Quelle nutzen wollen, jedenfalls nicht, wenn ich ernstgenommen werden möchte.

Er kann von mir aus genausogut aus den richtigen Gründen mit seiner Bewertung richtig liegen, wie aus falschen Gründen. In emotional stark aufgeladenen (politischen) Debatten macht die Richtigkeit der Argumente allenfalls ein Drittel der Sache aus, die anderen zwei Drittel bestehen aus Rhetorik und Charisma, beide Punkte gehen H:D ab. Konkret ist selbst G:M angenehmer, und das könnte schon was heißen.

edit:
Zitat von: duester am 03. Mai 2015, 14:10:37
Und gerade weil er (= Danisch) doch recht legalistisch unterwegs ist, muss man die Anekdoten mit noch mehr Vorsicht betrachten. Es ist ja gerade das zentrale Merkmal des Querulantenwahns, dass man die eigene Sicht der Dinge als allgemeingültig betrachtet und Schwierigkeiten damit hat, zu akzeptieren, dass andere Menschen das vielleicht anders sehen. 

Ergänzung: Ich möchte übrigens nicht ausschließen, dass es diese dogmatische, querulatorische Verbissenheit nicht auf beiden Seiten gibt. Hadmut polemisiert gegen Polemiker.
Der ist nicht legalistisch unterwegs, der ist krass im 1-0-Denken verhaftet (ist ja auch Informatiker) und stellt an Realität/Welt/Gesellschaft/Unibetrieb abstrus normativ Ansprüche, die schlicht nicht den Gegenbenheiten entsprechen, nicht den Kräfteverhältnissen usw.
Ich kanns zwar nachvollziehen, und die Welt wäre bestimmt einfacher und womöglich sogar besser, wenn sie so wäre, nur ist sie es nicht und wird sie es nicht. Weil: Darum.

duester

Zitat von: Patches O Houlihan am 03. Mai 2015, 14:18:50
Der ist nicht legalistisch unterwegs, der ist krass im 1-0-Denken verhaftet (ist ja auch Informatiker) und stellt an Realität/Welt/Gesellschaft/Unibetrieb abstrus normativ Ansprüche, die schlicht nicht den Gegenbenheiten entsprechen, nicht den Kräfteverhältnissen usw.

"Legalistisch" und "1-0-Denken" schließen sich ja nicht aus. Er glaubt halt, dass seine Sichtweise die ganze und ungeteilte Aufmerksamkeit mehrerer Gerichte verdient hat. Manchmal denke ich mir, dass es auch ganz schön sein muss, im Hinblick auf die eigene Bedeutung jeden Zweifels erhaben zu sein ... .

Patches O Houlihan

ach was, der ist nur Opfer der Ränke unfähiger Akademiker, wobei die dann so unfähig nicht sein können, nur ist er eben nicht so ein Schuft, wie alle anderen, und überhaupt, egal wo er hingeht, will keine(r) mit ihm spielen - das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Statman

Kurz zu Danisch:

Bei ihm als Quelle wäre ich massiv vorsichtig, seit über 10 Jahren sieht er sich, seit Problemen bei seiner Dissertation, als von einer deutschlandweit agierenden Forschungsmafia verfolgt, hat mehrere Male erfolglos geklagt, usw., usf. Prüfungsämter, Univerwaltung, DFG, Richter, Sachverständige uvam. sind natürlich alle gekauft und befangen. Wer sehr sehr sehr viel Zeit mitbringt, kann seine Sicht der Dinge in seiner Autobiographie "Adele und die Fledermaus" nachlesen (ca. 600 Seiten): http://www.danisch.de/blog/adele-und-die-fledermaus/ Außerdem betreibt er noch die Seite http://www.forschungsmafia.de/blog/ - das Gesamtbild, dass sich da ergibt, spricht nicht unbedingt für Unvoreingenommenheit oder eine realistische Sicht der Dinge. Dafür wittert er einfach an zu vielen Orten die große Forscherverschwörung.

Conina

http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-studies-genderforschung-auch-in-der-biologie-13603216.html

ZitatDie ,,Gender Studies" haben Fachbereiche und Schulfächer fest im Griff. Kritik ist unerwünscht. Wer aufbegehrt, wird – mindestens – als ,,reaktionär" bezeichnet. Die genderorientierten Curricula halten aber wissenschaftlichen Ansprüchen keineswegs stand.

ZitatDas erfuhr kürzlich auch der renommierte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera von der Universität Kassel, als ein von ihm im humanistischen Pressedienst erschienener Artikel mit dem Titel ,,Universitäre Pseudowissenschaft" bereits einen Tag später der Zensur zum Opfer fiel (http://sciencefiles.org/tag/ulrich-kutschera/). Dort hatte der Kollege über eine Tagung von Evolutionsbiologen in San José in Kalifornien zum Thema ,,Kreationismus in Europa" berichtet, wo neben der deutschen Anti-Darwin-Bewegung auch der ,,Genderismus" scharf kritisiert wurde: ,,Die Diskussion in San José führte zum folgenden Konsens: Evolutionsbiologen sollten den Genderismus, eine universitäre Pseudowissenschaft, die den deutschen Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, mit demselben Ernst analysieren und sachlich widerlegen wie den damit geistesverwandten Kreationismus."

Anstatt sich mit diesem Vorwurf inhaltlich auseinanderzusetzen oder eine Gegendarstellung zu verfassen, veranlasste man durch einflussreiche Protagonisten die Zensur. Es könnte ja andernfalls eine unliebsame Diskussion aufkommen, die allerdings kaum zu befürchten ist. Das Murren hinter vorgehaltener Hand ist zwar groß, man möchte aber nicht als reaktionär verschrien werden und schweigt lieber, statt die dahinterstehende Ideologie offenzulegen.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Patches O Houlihan

alles nur der Biologismus weißer Männer
:rofl

Wolleren

http://www.tagesspiegel.de/politik/rachel-dolezal-will-schwarz-sein-ist-rasse-ein-soziales-konstrukt/11914706.html

Der Irrsinn greift um sich. Tatsächlich ließe sich dieser schwachsinnige Konflikt durch Verwendung entsprechender Begriffe leicht entschärfen.
Denn dadurch, dass mit Geschlecht nicht das biologische Geschlecht gemeint ist und mit Rasse offenbar nicht die biologische Rasse, wird ein Diskurs mit Außenstehenden unmöglich gemacht. Das haben diese Wahnsinnigen tatsächlich mit esoterischen Quantenphysikern und Semistalinisten (Umtaufen des Begriffs des "Neoliberalismus" auf irgendwas, was man nicht mag) gemeinsam.

Könnte man einen Diskurs führen, wenn die Begriffe sauber wären? Vielleicht, denn dann hört sich manches auch gar nicht mehr aufgepumpt an. Genau das scheint nicht gewollt zu sein, doch ich habe nur diesen einen folgenden Hinweis, und keine echte Argumentation. 
Zitat von: https://en.wikipedia.org/wiki/Talk%3AQueer_theory
Well is it just me, or is the definition and first paragraph itself a total mess? I mean, I've read it 3 times and I don't have a clue what "Queer Theory" is about. Shouldn't a definition provide a basic understanding? Please tell me "Queer Theory" isn't complete B.S. Could we at least TRY to make some sense without getting lost in a lot of vocabulary that says absolutely nothing...EyePhoenix (talk) 06:10, 14 June 2012 (UTC)

    This is a common problem with post-structuralist theories, there is a rejection of singular definitions as a constraining factor of discourse. This allows the work to be more uniting than dividing. It also creates a fair amount of confusion because the only people who can understand post-structuralist theories are people who study post-structuralist theories. People like bell hooks and Michael Werner (cited within this article) break with issue to reduce confusion. Svlberg (talk) 00:28, 6 October 2013 (UTC)

Patches O Houlihan

das wäre doch viel zu plump. Dir fehlt es einfach an Esprit, Banause, erkennst du nicht die Ästhetik des Diskurses? Armer Tropf du. Es liegt nur an dir. Immer.
8)

Conina

Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

eLender

Zitat von: Conina am 15. Juni 2015, 18:06:41
Die Geschichte ist echt irre.

Das und auch noch irgendwo saudumm. Es gab ja mal einen Ansatz, ethnische Unterschiede (um nicht rassische zu sagen) auch bei medizinischen Behandlungen zu berücksichtigen. Soweit ich mich entsinne, wurde dass aber unter dem Vorwurf des verdeckten Rassismus nicht weiter verfolgt, da nicht sein kann, was nicht sein darf.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Conina

Es gibt in D ja auch Kostümjuden.
https://de-de.facebook.com/Kostuemjuden


Na ja, bei über 7 Mrd. Menschen gibt´s halt fast alles.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Sauropode

Zitat von: eLender am 15. Juni 2015, 19:26:01
Zitat von: Conina am 15. Juni 2015, 18:06:41
Die Geschichte ist echt irre.

Das und auch noch irgendwo saudumm. Es gab ja mal einen Ansatz, ethnische Unterschiede (um nicht rassische zu sagen) auch bei medizinischen Behandlungen zu berücksichtigen. Soweit ich mich entsinne, wurde dass aber unter dem Vorwurf des verdeckten Rassismus nicht weiter verfolgt, da nicht sein kann, was nicht sein darf.

Das ist in der Tat ein weites (Minen)Feld: Soll man zum Beispiel wirklich näher erforschen und in Folge berücksichtigen, warum einige Südseevölker so anfällig für Diabetes II sind oder soll man denen nur mangelnde Disziplin bei der Ernährung vorwerfen?  :blank:

eLender

Soweit ich mich erinnere, ging es darum, dass bestimmte Medikamente bei Afro-Amerikanern anders bzw. gar nicht wirken als bei der weißen Mehrheitsbevölkerung. Es gilt aber als rotes Tuch, objektivierbare Unterschiede zwischen (vor allem) ethnischen Gruppen zu postulieren. Alle Menschen sind schließlich gleich, Unterschiede lediglich sozial konstruiert :( Es ist ein schwieriges Feld, aber aus rein ideologischen Gründen die Natur des Menschen zu ignorieren, kann auch nicht besser sein.
Wollte ich nur mal gesagt haben!