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Spitzer: Weltweiter Untergang des Abendlands durch das Smartphone

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Begonnen von pelacani, 13. Februar 2014, 11:44:33

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Belbo

Man kann ja durchaus die Abnahme z.B. der gemeinschaftlichen Aktivitäten durch die Einführung des Fernsehens, des  Vollprogramms oder der Privaten bedauern, sinnlos ist es aber doch zu glauben man könne diese Entwicklungen irgendwie zurückdrehen, man kann nur als negativ erkannte Auswirkungen versuchen zu verbessern.

MrSpock

Es ist wie mit so vielem: Die Dosis macht das Gift. Technischen Neuerungen gegenüber bin ich prinzipiell aufgeschlossen. Ich genieße es auch, gute Filme auf dem hochauflösenden LCD-Fernseher von Bluray zu sehen, statt die ollen VHS-Bänder über die Braunsche Röhre.

Bei Smartphones ist nur auffällig, das gerade die jüngere Generation scheinbar ausschließlich über das Display - und nicht mehr persönlich - kommuniziert. Aber das gesamte Kommunikationsverhalten hat sich im Laufe der Zeit verändert. Erst nur Briefpost, später Fax und heute Email. Problematisch wird es, wenn man mit der Geschwindigkeit nicht mehr Schritt halten kann. Permanente Erreichbarkeit und Termindruck führen zu neuen Verhaltensmustern.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Belbo

Zitat von: MrSpock am 28. Februar 2014, 08:54:19
Es ist wie mit so vielem: Die Dosis macht das Gift. Technischen Neuerungen gegenüber bin ich prinzipiell aufgeschlossen. Ich genieße es auch, gute Filme auf dem hochauflösenden LCD-Fernseher von Bluray zu sehen, statt die ollen VHS-Bänder über die Braunsche Röhre.

Bei Smartphones ist nur auffällig, das gerade die jüngere Generation scheinbar ausschließlich über das Display - und nicht mehr persönlich - kommuniziert. Aber das gesamte Kommunikationsverhalten hat sich im Laufe der Zeit verändert. Erst nur Briefpost, später Fax und heute Email. Problematisch wird es, wenn man mit der Geschwindigkeit nicht mehr Schritt halten kann. Permanente Erreichbarkeit und Termindruck führen zu neuen Verhaltensmustern.

Bleibt die Frage, ob man diese Verhaltensmuster bewerten und gegebenfalls bekämpfen darf/soll oder ob man sich diesen Veränderungen ausliefern muss/darf?
Ich bin da unsicher, aber eine Gesellschaft die sich komplett irgendwelchen vermeindlichen Sachzwängen ausliefert wäre mir unangenehm.

MrSpock

Unterliegt eine Gesellschaft nicht immer vermeintlichen Sachzwängen?
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Belbo

Komplett? Eigentlich nur dann, wenn der Mensch ansich nicht selbstbestimmt handeln kann, oder?

Truhe

Zitat von: MrSpock am 28. Februar 2014, 08:54:19
Bei Smartphones ist nur auffällig, das gerade die jüngere Generation scheinbar ausschließlich über das Display - und nicht mehr persönlich - kommuniziert.

Kann ich nicht bestätigen. Mein Eindruck ist eher "zusätzlich auch noch".

Wo ist eigentlich Oppa Yadgar abgeblieben? Gleich mal ne App schicken.

MrSpock

Deswegen "scheinbar". Wir haben stundenlang telefoniert (ja, die Apparate mit Wählscheibe). Heute wird per skype o. ä. gechattet. Ist ja wie telefonieren mit Bild. Mache ich auch. Findet die Kommunikation nur über "Whatsapp" statt oder findet sie zusätzlich statt?

Ich bleibe dabei: Die Dosis macht das Gift. Ansonsten bin ich froh über die technische Entwicklung und freue mich wie Bolle über mein neues iPad.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.


MrSpock

Zitat von: Belbo am 03. März 2014, 11:00:56
Zitat von: MrSpock am 03. März 2014, 09:47:56
Wir haben stundenlang telefoniert


Miss Spock?  ::)

Scherzkeks! Nicht so stundenlang. Bezog sich auf meine damalige Freundin, meine große Jugendliebe.  :-[
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Joergl

"Weltweiter Untergang des Abendlands"...klingt irgendwie lustich...geht das Abendland somit auch im Morgenland unter?

pelacani

Ja, hast Du denn noch nie was von Globalisierung gehört?
8)

grober_unfug

Moin,

Smartphones sind nichts im Vergleich zum 3D Plastedrucker der nicht nur für den Untergang der klassischen Materialbearbeitung mit Handsäge, Hammer und Feile sorgen wird, sondern auch für den Niedergang des echten Terrorismus mit Wasserpumpenzange, Düngemittel, Sanitärbedarf und Arbeiter wird man auch nicht mehr am Händedruck erkennen können. Ich meine wo kommen wir hin wenn man einen Mann nicht mehr schon an seinem Händedruck und den Narben an Hand und Unterarm erkennen kann?!
Am Ende gibt es in der Werkstatt noch Weibsvolk außerhalb des Kalenderblattes!


Ich sage euch es ist ein Graus.

Danke fürs Zuhören, ich wollte das auch mal probieren. ;D

Ehrlich, ich habe keine Ahnung was der Mann gegen neue Technik hat, beziehungsweise was ihn antreibt so hart dagegen anzugehen.
Wenn ich alle Karten und die Kamera meines Nokia 808 als Einzelteil bei mir hätte würde ich fast immer mit einem prall gefüllten 10kg+ Rucksack umherrennen zusätzlich noch Ersatzakkus für 3-4 Geräte. :o
Gut, meine Amateurhandfunke ersetzt das natürlich nicht, ist aber auch was völlig anderes, ernsthafter Smalltalk halt.

Was ich allerdings kritisch sehe ist das sich nur noch wenig Jugendliche mit den absoluten Grundlagen der neuen Technik beschäftigen, die meisten haben nicht mal die leiseste Ahnung von dem was in dem Kasten vorgeht und wie man selbst Software für sowas machen kann und die Hersteller tun noch eher alles dafür das es noch schlimmer wird.
Frei nach dem Motto dumme* Kunden sind die besten Kunden.
Wobei das war vor meiner Zeit auch nicht anders.

*Eigentlich ja unwissende

Robert

Das haste doch bei Autos auch. Früher[tm] haben wir noch selber an der Karre herumgeschraubt, heute kann man  kaum noch eine Birne am Scheinwerfer wechseln.

Ich möchte zwar die ganze Technik verstehen, aber es geht nicht mehr, da alles sehr komplex geworden ist und man ohne Spezialkenntnisse nicht durchblickt.

Groucho

Zitat von: grober_unfug am 09. März 2014, 12:48:28
Was ich allerdings kritisch sehe ist das sich nur noch wenig Jugendliche mit den absoluten Grundlagen der neuen Technik beschäftigen, die meisten haben nicht mal die leiseste Ahnung von dem was in dem Kasten vorgeht und wie man selbst Software für sowas machen kann und die Hersteller tun noch eher alles dafür das es noch schlimmer wird.

Mit letzterem hast Du sicher recht, der (sinnvolle) Trend zu modularer Bauweise erzeugt immer mehr Black-Boxes, deren Funktion nicht mehr so offensichtlich ist.

Bei ersterem frage ich mich, ob wir nicht einer Täuschung à la "die Jugend von heute" und "früher war alles einfacher" unterliegen. Mich würde mal z.B. interessieren, wer ohne nachzuschlagen eine Dampfmaschine oder einen Verbrennungsmotor so erklären kann, dass man diese Dinge ohne Zusatzinformation bauen könnte.

Ich meine eher, dass es hier verschiedene Typologien gibt, der Welt zu begegnen, die schon "immer" da waren: Der eine bekommt beim Anblick einer Blackbox feuchte Finger und die Hände zucken nach Hammer und Bohrmaschine, der andere ist mit dem Wissen um die Funktionalität völlig zufrieden. Es ist eine Art Unterschied zw. funktionalem und strategischem Denken, was jeweils Vor- und Nachteile hat, sich im Idealfall aber wunderbar ergänzt. Siehe z.B. Steve Jobs, der hatte vermutlich nie einen Lötkolben in der Hand, hat aber die Möglichkeiten der Bastelarbeit seines Kollegen gesehen.

MrSpock

Je länger ich darüber sinniere, desto mehr reift in mir die These, dass nicht die "neuen Technologien" uns maßgebllich verändern, sondern die Geschwindigkeit, mit der die neuen Technologien entwickelt und auf den Markt geworfen werden. Es ist wohl eher die Angst davor, den Anschluss zu verpassen als die neuen Techniken nicht verstehen zu können. Das Erlernte (Röhren wechseln beim Röhrenradio und defekte Schaltkreise löten) kann heute nicht mehr angewendet werden. Oder hat das jemand mal bei einem Internet-Radio probiert?

Der entscheidende Hinweis kam von grober_unfug mit dem 3D-Drucker. Wir haben in unserer Firma auch so ein Ding und ich stehe fasziniert davor, wie schnell und kostengünstig er komplexe Objekte drucken kann, wozu noch vor wenigen Monaten Unmengen an Geld und Zeit im Modellbau ausgegeben wurden. Das hat natürlich zur Folge, dass die Produktentwicklungszyklen noch mehr verkürzt werden. In der Vergangenheit hatte ein bisweilen erreichter Stand der Technik über Jahre bzw. Jahrzehnte Bestand. Heute kann man ein neu erworbenes Produkt quasi direkt ins Museum bringen, weil es zum Zeitpunkt des Kaufs schon veraltet ist.

Die Angst, hier nicht mehr Schritt halten zu können, weil die Geschwindigkeit auf vielen Ebenen und in vielen Schichten stattfindet, ist berechtigt. Man hat keine andere Wahl, als sich auf die Nutzerebene zu begeben und erst gar nicht zu hinterfragen, wie es funktioniert. Das gelingt nur, wenn man sich auf ein Fachgebiet spezialisiert. Den Generalisten, der alles mit einem fundierten Halbwissen erklären kann, wird es so nicht mehr geben.

Viele Menschen haben daher Angst, den Anschluss zu verpassen und mit dem hohen Tempo nicht mehr Schritt halten zu können. Dabei wird das hohe Tempo gerade im privaten Bereich billigend in Kauf genommen bzw. vehement eingefordert. War der Versandhandel früher doch dadurch geprägt, dass man nach tagelangen Wälzen eines Kataloges in Print-Form eine Bestellpostkarte abgesendet hat und man sich vier Wochen später über das Paket gefreut hat. Heute ist es ein Klick und spätestens in 24 Stunden ist die Ware im Haus.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.