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Wissenschaftliche Literatur zu Esoterik?

Begonnen von HdS, 17. März 2009, 11:08:30

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HdS

Hallo,
ich und ein Freund studieren derzeit einen sozialwissenschaftlichen Master und machen derzeit einen Schein in einer Statistik-Veranstaltung. Das nette ist, dass das Thema der ganzen Arbeit völlig frei wählbar ist - solange es mit den statistischen Methoden ausgewertet werden kann. Wir haben uns dann einmal große Umfragen angeschaut und erfreut festgestellt das da auch Fragen zu Aberglauben und Esoterik drin sind (Datensatz ist Allbus) und würden gerne einmal durchspielen welche sozialen/psychischen Faktoren die Neigung dazu beeinflussen.Leider fehlt uns wissenschaftliche Literatur an der Uni und eine Durchsicht der Fernleihe war insofern ernüchternd, als das die meisten Quellen kirchlich waren (Teufel mit Beelzebub austreiben?). Google ertrinkt dagegen in Eso-Treffern die meisten sind aber kaum wissenschfatlich nutzbar. Daher eine Frage hier ans Forum: Kennt ihr gute Literatur zu Eso, die sich mit dem Thema halbwes wissenschaftlich auseinandersetzt?
Danke!

twister

Colin Goldner  - die Psychoszene

leider gibts davon keine aktualisierte Neuauflage

WikiSysop

Hm, da fällt mir aus dem Stehgreif auch nix ein. Aber Du könntest mal bei der gwup nachfragen, zB auf ihrer Mailingliste. Schau mal nach http://www.gwup.org

Daggi

Speziell zum Thema esoterik fällt mir als wissenschaftlich zitierfähige Literatur Antoine Faivre ein.

# Antoine Faivre: Esoterik im Überblick (zuerst frz. 1992), Freiburg / Basel / Wien 2001
# Antoine Faivre / Wouter J. Hanegraaff (Hg.): Western Esotericism and the Science of Religion, Leuven 1998

Weitere Literatur findet sich im Anhang zu unserem Esoterik-Artikel:

http://psiram.com/index.php?title=Esoterik
Der ideale Untertan der totalitären Herrschaft ist nicht der überzeugte Nazi oder der engagierte Kommunist, sondern  Menschen, für die die Unterscheidung zwischen Fakt und Fiktion, wahr und falsch, nicht mehr existiert.
Hannah Arendt

Hema


hic fuit

Keine Literatur, aber Daten und Auswertungen bei der Forschungsgruppe Weltanschauungen unter http://www.fowid.de .

GeMa

Schöner Link - da ist auch die Zusammenfassung der kleinen Studie zur Disposition von Sekten-/Psycho-/Esokultbeitritten drin.  :)

HdS

Super,
danke für die vielen Links - ich werde die die nächsten tage mal gründlich durcharbeiten und im gegenzug dann unsere Hausarbeit hier veröffentlichen :)

twister

oja, ich bin sehr interessiert die Hausarbeit zu lesen.

HdS

Ich bin die Literatur jetzt durchgegangen - leider sind es eher Einführungen in die Esoterik, die aber kaum die sozialen (psychischen usw. Gründe leifern WARUm jemand Eso wird.
Ich habe aber den Eindruck, dass das kaum behandelt wurde - habe Springeronline / wisonet usw. durch und dort taucht soetwas praktisch kaum auf.

twister

Glaube gibt Halt, das war schon immer so.

Gib mal Bescheid wenn du doch noch was findest...  ;)

rincewind

Hds, das ist ein riesen Thema. Ich will nur sagen, dass die Fragestellung "warum jemand Eso wird", eher falsch ist. Wir sind ab Geburt erstmal alle "Esos" im weitesten Sinne, der Mensch ist ein irrationales Wesen und die Ratio kämpft sich erst langsam durch. Stichwort Aufklärung.

Marie

Zitat von: rincewind am 26. März 2009, 21:30:17
Hds, das ist ein riesen Thema. Ich will nur sagen, dass die Fragestellung "warum jemand Eso wird", eher falsch ist. Wir sind ab Geburt erstmal alle "Esos" im weitesten Sinne, der Mensch ist ein irrationales Wesen und die Ratio kämpft sich erst langsam durch. Stichwort Aufklärung.

Ich glaube die Frage "Warum?" ist da so schlichtweg nicht beantwortbar. Und wie Rincewind schreibt wir kommen ersteinmal alle als Esos auf die Welt. Ein Kind ist, wenns auf die Welt kommt ersteinmal darauf ausgelegt zu glauben, was man ihm sagt (was auch sinnvoll ist), da die Eltern sonst keine Chance hätten ihren Nachwuchs ausreichend zu schützen. Kleinkinder hinterfragen nicht und irgendwie scheinen manche in Teilen nicht über dieses Stadium hinweg zu kommen.

Schau-ma-amoi

Zitat von: Marie am 27. März 2009, 07:56:27
Zitat von: rincewind am 26. März 2009, 21:30:17
Hds, das ist ein riesen Thema. Ich will nur sagen, dass die Fragestellung "warum jemand Eso wird", eher falsch ist. Wir sind ab Geburt erstmal alle "Esos" im weitesten Sinne, der Mensch ist ein irrationales Wesen und die Ratio kämpft sich erst langsam durch. Stichwort Aufklärung.

Ich glaube die Frage "Warum?" ist da so schlichtweg nicht beantwortbar. Und wie Rincewind schreibt wir kommen ersteinmal alle als Esos auf die Welt. Ein Kind ist, wenns auf die Welt kommt ersteinmal darauf ausgelegt zu glauben, was man ihm sagt (was auch sinnvoll ist), da die Eltern sonst keine Chance hätten ihren Nachwuchs ausreichend zu schützen. Kleinkinder hinterfragen nicht und irgendwie scheinen manche in Teilen nicht über dieses Stadium hinweg zu kommen.

Warum-Fragen biegen bevorzugt in Endlosschleife.  ;D

Unser Gehirn hat eben keine Schubläden, wobei vielleicht die rechte untere für das Eso-Denken zuständig ist. Auch die Vorstellung, man müsste ja nur "rational" denken, um die eigenen Irrationalität hintanzustellen, ist falsch. Eher schon bestimmen Gefühle die Vernunft.

Auch Otto Normalverbraucher, der keine naturwissenschaftliche Ausbildung bzw. Schuldbildung hat und nicht zum Esoteriker neigt, glaubt, ohne lange zu hinterfragen, dem Arzt. So viel Unterschied ist da nicht. Aus dem kannst du problemlos einen Eso bzw. Gläubigen machen.

Marie

Zitat von: General Stumm v.  Bordwehr am 27. März 2009, 08:35:55
Zitat von: Marie am 27. März 2009, 07:56:27
Zitat von: rincewind am 26. März 2009, 21:30:17
Hds, das ist ein riesen Thema. Ich will nur sagen, dass die Fragestellung "warum jemand Eso wird", eher falsch ist. Wir sind ab Geburt erstmal alle "Esos" im weitesten Sinne, der Mensch ist ein irrationales Wesen und die Ratio kämpft sich erst langsam durch. Stichwort Aufklärung.

Ich glaube die Frage "Warum?" ist da so schlichtweg nicht beantwortbar. Und wie Rincewind schreibt wir kommen ersteinmal alle als Esos auf die Welt. Ein Kind ist, wenns auf die Welt kommt ersteinmal darauf ausgelegt zu glauben, was man ihm sagt (was auch sinnvoll ist), da die Eltern sonst keine Chance hätten ihren Nachwuchs ausreichend zu schützen. Kleinkinder hinterfragen nicht und irgendwie scheinen manche in Teilen nicht über dieses Stadium hinweg zu kommen.

Warum-Fragen biegen bevorzugt in Endlosschleife.  ;D

Unser Gehirn hat eben keine Schubläden, wobei vielleicht die rechte untere für das Eso-Denken zuständig ist. Auch die Vorstellung, man müsste ja nur "rational" denken, um die eigenen Irrationalität hintanzustellen, ist falsch. Eher schon bestimmen Gefühle die Vernunft.

Auch Otto Normalverbraucher, der keine naturwissenschaftliche Ausbildung bzw. Schuldbildung hat und nicht zum Esoteriker neigt, glaubt, ohne lange zu hinterfragen, dem Arzt. So viel Unterschied ist da nicht. Aus dem kannst du problemlos einen Eso bzw. Gläubigen machen.


General, bring mir mein Weltbild nicht ins schwanken, da hab ich den einen Glauben ja doch nur durch einen anderen ersetzt  ;D