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Griechenland

Begonnen von pelacani, 14. März 2015, 20:18:27

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Alu-Verkleidung

Zitat von: Typee am 20. März 2015, 14:41:44
Zitat von: mossmann am 20. März 2015, 14:10:46
Zitat von: Typee am 19. März 2015, 17:08:27
Von den etwa sechs Monaten, die ich insgesamt in Griechenland verbracht habe, entfallen keine drei Wochen auf reinen Tourismus. Die übrige Zeit brachte ich "eingebettet" zu, in einer Familie, die vorher in Deutschland lebte. Die griechischen Verhältnisse kenne ich seitdem von innen. Und genau so isses.

dann solltest du aber wissen, dass der angebliche Beschiss der Ziegenhirten nicht so richtig relevant ist ;-)

Erstens ist das kein angeblicher, sondern ein realer. Zweitens heißt das: von Großkopferten bis hinunter zum Ziegenhirten, einfach alle. Anders ist so eine Entwicklung gar nicht möglich.

Die zitierte Bemerkung bezog sich übrigens auf den Zeit-Artikel.

Ziegenhirten = Boulevard -> geschenkt.
Das Fazit paßt aber.

Ansonsten riecht das für mich immer etwas nach regressiver Kapitalismuskritik.
Das "Wagenknechtische Mantra" von "denen da oben" und "dem kleinen Mann und der Krankenschwester" hört sich schön an, zum System gehören aber auch "die in der Mitte" und "die da Unten".
Und die Korruption in Griechenland ist nun einmal strukturell und nicht rein elitär. Oligarchen sind nicht sympathisch, als simplifizierter Sündenbock lösen sie aber kein strukturelles Problem. Ein System funktioniert nun einmal gesamtgesellschaftlich.

Ich kenne Griechenland nicht, aber analog die Ukraine und deren korrupte Verflechtung durch alle Schichten hindurch.
Deswegen zieht der "kleine Mann" als unschuldiges Opfer nicht.

Patches O Houlihan

Zitat von: Alu-Verkleidung am 13. April 2015, 19:31:46
Ansonsten riecht das für mich immer etwas nach regressiver Kapitalismuskritik.
Das "Wagenknechtische Mantra" von "denen da oben" und "dem kleinen Mann und der Krankenschwester" hört sich schön an, zum System gehören aber auch "die in der Mitte" und "die da Unten".
Und die Korruption in Griechenland ist nun einmal strukturell und nicht rein elitär. Oligarchen sind nicht sympathisch, als simplifizierter Sündenbock lösen sie aber kein strukturelles Problem. Ein System funktioniert nun einmal gesamtgesellschaftlich.

Ich kenne Griechenland nicht, aber analog die Ukraine und deren korrupte Verflechtung durch alle Schichten hindurch.
Deswegen zieht der "kleine Mann" als unschuldiges Opfer nicht.

ah, das Böse K-Wort.  :rofl2
Die neuste Kapitalismuskritik gibts bei Springers Welt.
Konkret empört sich da jemand, der unter NEOLIBERAL die deutsche Spielart rheinischen Koprporatismus versteht, also quasi das ordoliberale Moment der deutschen Neoliberalen vermisst - das Ideal der guten alten Sozialen Marktwirtschaft.
Völlig untern Tisch lässt er freilich fallen, dass auch Hayek NEOLIBERAL war, mit dem Ordo überhaupt nichts anfangen wollte und konnte und für den Staatlichkeit überhaupt schon Tyrannei/Knechtschaft war. Entsprechend ging Hayek nach in den Westen (LOL) um die amerikanische bzw. angelsächsiche Spielart des Neoliberalismus, im Sinne eines Finanzmarktkapitalismus, zu unterstützen.
Jetzt darf man raten, welche Spielart dominant ist.

Das Lustige an dem Kommentar ist freilich, der Autor ist ganz klar deutscher Neoliberaler und argumentiert auch aus dem Deutschen Neoliberalismus heraus gegen den angelsächsischen Marktradikalismus. uiuiui, wenn das mal kein getarnter Agent vom KGB-Putin oder diesen Kommi-Griechen ist oder Sarahs Toy-Boy.  :aleck:

Alu-Verkleidung

Zitat von: Patches O Houlihan am 14. April 2015, 15:07:10

Das Lustige an dem Kommentar ist freilich, der Autor ist ganz klar deutscher Neoliberaler und argumentiert auch aus dem Deutschen Neoliberalismus heraus gegen den angelsächsischen Marktradikalismus. uiuiui, wenn das mal kein getarnter Agent vom KGB-Putin oder diesen Kommi-Griechen ist oder Sarahs Toy-Boy.  :aleck:

Wenn man im Internet unterwegs ist, dann findet man Dinge, bei denen man denkt, die gibt es gar nicht.

Vor kurzem bin ich auf die Gruppe der "National Libertären" gestoßen. Alexander Benesch fährt jetzt auch diese amerikanisch reaktionäre Schiene, die irgendwie für markt-liberalen Konservatismus steht, aber irgendwie gegen Neoliberalismus ist, weil der nicht konservativ genug ist...oder sowas in der Art...und irgendwas mit einer starken Republik (nationale Komponente) muss es auch sein :laugh:

Kenne den Typ nicht, aber vielleicht geht das auch in die Richtung?

Patches O Houlihan

Der von mir angeschnittene Credo-Prof leugnet schlicht, dass Vienna-Hayek, der bei dem Alpen-Menschen Mises (ist das auch politisch korrekt?) gelernt hatte, auch lange in Freiburg war und die Freiburger nunmal einen erheblichen Teil der Neoliberalen in der jungen BRD ausgemacht haben, auch wenn sich gewisse Rheinländer bei diesem Kölner Oberbürgermeister besser durchsetzen konnten, als diese ehrenwerten Südländer - wer hätte auch damit rechnen können?
Da dieser Prof ein Prof ist, muss angenommen werden, dass er das weiß, wenn er das so unterschlägt, unterstelle ich ihm politische Agitation und nicht gerade wissenschaftliche Aufklärung zum Sachverhalt.

Weiterhin tippe ich, dass der Sarahs Toyboy ist, alt genug wird er ja sein. :facepalm

pelacani

ZitatFür die EZB ist die Sache deshalb klar: Die neue Regierung will selbst vermögenden Hausbesitzern etwas Gutes tun – auf Kosten der Allgemeinheit, denn die Banken werden sich die Verluste zum Beispiel durch höhere Kreditzinsen für alle wieder hereinholen, wenn sie säumige Schuldner nicht mehr belangen dürfen. In ihrem Kommentar zu dem Gesetzesentwurf schreibt die Notenbank deshalb, statt Gutverdiener zu schützen, solle sich Griechenland endlich um die Entwicklung eines "sozialen Sicherheitsnetzes" für die wirklich Bedürftigen kümmern.

Die neoliberale Troika wirft einer linksradikalen Regierung vor, eine Politik für die Reichen zu machen – auch das gehört zur Bilanz der ersten drei Monate von Alexis Tsipras.
http://www.zeit.de/2015/17/griechenland-symbolpolitik-reformen/komplettansicht

Wolleren

Pläne für Griechenland, laut FAZ am 9.6. (Quellen: Griechische Regierung und Presseberichte in Griechenland, Finanzhaus Euroxx).

Instrumente für Haushaltskorrekturen
Gläubiger: Unabhängige Behörde für Steuereinnahmen, Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer durch Abschaffung des niedrigsten Steuersatzes und Abschaffung des Abschlages von 30 Prozent für griechische Inseln,  konsequente Einführung der 2010 und 012 vereinbarten Rentenreformen, Abschaffung von Subventionen für die Landwirtschaft; Preiskürzungen bei Arzneimitteln.
Regierung Tsipras: Politik gegen Steuerhinterziehung, Zuschlag zur Erhöhung der Einnahmen aus Körperschaftssteuer um ein Drittel oder 1 Milliarde Euro., Erhöhung des Steuerzuschlags für Reiche, Luxussteuer, Steuer auf Fernsehwerbung, Lizenzgebühren für Privatfernsehkanäle, Amnestieprogramme zur Eintreibung von Steuerschulden.

Mehrwertsteuer
Gläubiger:
Abschaffung des niedrigsten Mehrwertsteuersatzes von 6,5 Prozent für Medikamente, Bücher und Theater, ermäßigte Mehrwertsteuer von 11 für wenige ausgewählte Fälle wie Grundnahrungsmittel, Medikamente, Hotels und Restaurants, sonst weiterhin 23 Prozent.
Regierung Tsipras :
Senkung der bisherigen vergünstigten Mehrwertsteuersätze von 6,5 auf 6 Prozent, von 13 auf 11 Prozent für Presse, Nahrungsmittel, Wasser, Energie, Hotels und Restaurants, sonst 23 Prozent. Ende der Vergünstigungen für die Inseln von Oktober an.

Renten
Gläubiger:
Einführung der 2010 und 2012 vereinbarten Rentenreformen mit Rentenalter von mindestens 65 Jahren, mit wenigen Ausnahmen für belastende Tätigkeiten und beitragsbezogenen Renten mit demographischem Abschlag, sofortige Maßnahmen zur Verringerung der Frührenten, Abschaffung der mit Staatszuschuss finanzierten Zusatzrenten bis 2016, Deckelung der Rentenausgaben.
Regierung Tsipras :
Die im Wahlprogramm versprochene Wiedereinführung einer 13. Rentenzahlung wird verschoben. Keine Rentenkürzungen, kein Antasten bisher erworbener Rechte, Anreize zur Verringerung der Anträge auf Frühverrentung, Abbau der Rechte auf Frührente über die nächsten Jahre mit einem Mindestalter von 62 Jahren bis 2022, im kommenden Jahr bleibt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei 56,2 Jahren, Aufhebung der Null-Defizit-Klausel für Zusatzrenten.

Arbeitsmarkt
Gläubiger:
Keine Änderung am neuen System mit betrieblichen Lohnabsprachen, keine Erhöhung der Mindestlöhne, aber Konsultationen und Überprüfung im internationalen Vergleich.
Regierung Tsipras :
Wiedereinführung der mit den Reformen abgeschafften nationalen Tarifverträge. Bis Ende 2016 Erhöhung der Mindestlöhne auf das Niveau von 2010.

Privatisierung
Gläubiger:
Die staatliche Privatisierungsagentur muss den Abschluss der bisher eingeleiteten Privatisierungsprojekte fördern – darunter diejenigen von Regionalflughäfen, des Autobahnbetreibers Egnatia, des Zugunternehmens Trainose, der Häfen von Patras und Thessaloniki, von mindestens einem Teil der Stromerzeugung sowie des Geländes des ehemaligen Flughafens Hellinikon. Die letzten Vereinbarungen mit der Troika fordern von 2015 bis 2020 Privatisierungserlöse von 18,2 Milliarden Euro.
Regierung Tsipras :
Privatisierungseinnahmen 2015 und 2016 insgesamt 3,2 Milliarden Euro, vor allem aus Häfen, Gasnetz und Regionalflughäfen, bisherige Verträge sollen modifiziert werden und auch für die Zukunft Staatsbeteiligung und Mitspracherechte lokaler Gemeinschaften einschließen, Ende jeglicher Privatisierungspläne für den bisherigen Strommonopolisten, Privatisierungserlös 2017 bis 2019 von 2,1 Milliarden Euro, nach 2020 noch einmal 10,8 Milliarden Euro.

Schuldenfinanzierung
Gläubiger:
Einhaltung der bisherigen Vereinbarungen für Umschuldung und Sanierung Griechenlands von 2010 und 2012, mit möglichst wenigen Modifikationen, bis zum Ablauf des Programms im Juni 2015. Wenn es darüber zu einer Einigung kommt, eventuell Verhandlungen über weitere Finanzierungs- und Reformpakete in einem zweiten Schritt.
Regierung Tsipras :
Umschuldung der Verbindlichkeiten von 27 Milliarden Euro gegenüber der EZB mit Geld aus dem Rettungsfonds ESM, Nutzung der Erstattung von Gewinnen mit griechischen Staatstiteln zur vorzeitigen Rückzahlung der Hälfte der IWF-Verbindlichkeiten, EZB soll Griechenland in das Kaufprogramm für Staatstitel ,,QE" aufnehmen, Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte ab 2016.

Typee

ZitatRenten
Gläubiger:
Einführung der 2010 und 2012 vereinbarten Rentenreformen mit Rentenalter von mindestens 65 Jahren, mit wenigen Ausnahmen für belastende Tätigkeiten und beitragsbezogenen Renten mit demographischem Abschlag, sofortige Maßnahmen zur Verringerung der Frührenten, Abschaffung der mit Staatszuschuss finanzierten Zusatzrenten bis 2016, Deckelung der Rentenausgaben.
Regierung Tsipras :
Die im Wahlprogramm versprochene Wiedereinführung einer 13. Rentenzahlung wird verschoben. Keine Rentenkürzungen, kein Antasten bisher erworbener Rechte, Anreize zur Verringerung der Anträge auf Frühverrentung, Abbau der Rechte auf Frührente über die nächsten Jahre mit einem Mindestalter von 62 Jahren bis 2022, im kommenden Jahr bleibt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei 56,2 Jahren, Aufhebung der Null-Defizit-Klausel für Zusatzrenten.

Arbeitsmarkt
Gläubiger:
Keine Änderung am neuen System mit betrieblichen Lohnabsprachen, keine Erhöhung der Mindestlöhne, aber Konsultationen und Überprüfung im internationalen Vergleich.
Regierung Tsipras :
Wiedereinführung der mit den Reformen abgeschafften nationalen Tarifverträge. Bis Ende 2016 Erhöhung der Mindestlöhne auf das Niveau von 2010.

In so etwas steckt der Wille, das als Sozialstaat getarnte Prinzip des Wahlgeschenkestaates zu perpetuieren. Genau das ist der rabulistische Trick der Leute um Tsipras. Kein Mensch hat sich soziale Gedanken gemacht, als das 15. Jahresgehalt für Eisenbahnbedienstete eingeführt wurde, kein sozialer Gesichtspunkt stand je hinter der Erschwerniszulage für Rundfunksprecher und Friseure. Mit solchen Mätzchen wurden Stimmen geködert auf Kosten der öffentlichen Finanzen.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

ajki

Hinsichtlich der diversen öffentlich kolportierten "Zahlen" zur Rentensituation in Griechenland ist die Lage tatsächlich um Größenordnungen komplizierter zu ermitteln und darzustellen. Das gilt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch für alle anderen Bereiche. Speziell Springer-getriggerte Konsumenten (Welt, Bild...), aber auch FAZler (da ist es noch komplizierter, weil in ein und derselben Ausgabe, manchmal auf ein und derselben Seite, zur selben Sache unvereinbare Darstellungen stehen), müssen hinsichtlich genannter Zahlen sehr skeptisch bleiben.

Siehe hierzu neben vielen anderen Darstellungsalternativen:

Bildblog v. 11.6.2015 - "Dirk Hoerens verrenkte Rentenrechnung"

und

Bildblog v. 12.6.2015 - " 'FAZ' verkalkuliert sich beim unkalkulierbaren Griechen-Risiko" (in dem auch auf den Text einen Tag zuvor verlinkt wird, weil dort die diversen Probleme der Zahlennennungen schon [teilweise] genannt waren)

Teaser aus Blogbeitrag v. 12.6.:
ZitatZusammengefasst: Die 56,3 Jahre, die die ,,FAZ" als geplantes ,,durchschnittliches Renteneintrittsalter" Griechenlands verkauft, beziehen sich nicht auf alle Griechen, sondern nur auf Angestellte im öffentlichen Dienst. Das steht so auch in einer Tabelle (Rententräger ,,PS Δημóσιο") der ,,Vorlage für die Reformpartner" (PDF), auf die sich die ,,FAZ" beruft. Hätte die Redaktion vier Spalten weiter rechts geguckt, hätte sie gesehen, dass das gleiche Papier das für 2016 geplante Renteneinstiegsalter für Angestellte in der griechischen Privatwirtschaft (Rententräger ,,IKA-ETAM") mit 60,6 Jahren angibt.
every time you make a typo, the errorists win

Groucho

Zitat von: ajki am 13. Juni 2015, 16:17:50
Siehe hierzu neben vielen anderen Darstellungsalternativen:

Statista sagt auch wieder was anderes:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/173132/umfrage/renteneintrittsalter-in-europa/

Aber das sind doch Marginalien.
Griechenland spielt Schach, die anderen Halma. Oder umgekehrt. Solange man sich nicht auf ein Spiel einigt oder gemeinsame Regeln für ein neues Spiel macht, ist doch alles für die Katz.

ajki

Zitat von: Groucho am 13. Juni 2015, 16:58:47
Aber das sind doch Marginalien.

Ja, find' ich auch. (Obwohl die Beweislage für den Kampagnenjournalismus der Springerblätter "gegen Griechenland" mittlerweile so erdrückend ist, dass man diesen spezifischen Teil der Hetzerei schon aus dem Marginalisierbaren herausnehmen sollte hin zu einem eigenständigen Problem, finde ich)

Für jeden Bürger in Europa ist ja von Anfang an - vor mittlerweile auch schon wieder 6 Jahren - klar vor Augen gestanden, dass das "griechische Problem" im EU-Gesamtkontext selber vollkommen marginal ist. Die Summen, um die es da geht und das Völklein, das da vor sich hin wurschtelt, ist so dermaßen zweiprozentig oder weniger, daß der ganze jahrelange Ärger für alle Beteiligten sich noch nicht mal im Ansatz lohnt/e. Verständlich wird das *nur und ausschließlich*, wenn man die leidige Angelegenheit als "Exempel"-Situation begreift - mit den "Dammbruch"-Angsthabern als Erregungsmasse.
every time you make a typo, the errorists win

Groucho

Zitat von: ajki am 14. Juni 2015, 08:26:19
Zitat von: Groucho am 13. Juni 2015, 16:58:47
Aber das sind doch Marginalien.

Ja, find' ich auch. (Obwohl die Beweislage für den Kampagnenjournalismus der Springerblätter "gegen Griechenland" mittlerweile so erdrückend ist, dass man diesen spezifischen Teil der Hetzerei schon aus dem Marginalisierbaren herausnehmen sollte hin zu einem eigenständigen Problem, finde ich)

Ist es ein Problem, dass der Analyse lohnt? Die seehofern halt.

Zitat
Für jeden Bürger in Europa ist ja von Anfang an - vor mittlerweile auch schon wieder 6 Jahren - klar vor Augen gestanden, dass das "griechische Problem" im EU-Gesamtkontext selber vollkommen marginal ist.

Wirtschaftskraft ähnlich Hessen, las ich mal.

Zitat
Die Summen, um die es da geht und das Völklein, das da vor sich hin wurschtelt, ist so dermaßen zweiprozentig oder weniger, daß der ganze jahrelange Ärger für alle Beteiligten sich noch nicht mal im Ansatz lohnt/e. Verständlich wird das *nur und ausschließlich*, wenn man die leidige Angelegenheit als "Exempel"-Situation begreift - mit den "Dammbruch"-Angsthabern als Erregungsmasse.

Es wird mit Sicherheit für einige Institutionen und Mitgliedsländer auch recht positive Nebenwirkungen und Rechtfertigungsmöglichkeiten bieten, sag ich mal, ohne groß weiter durchzublicken. Aber anders lässt sich das kaum erklären.

Patches O Houlihan

ZitatGerettet! Griechenland gründet "Bad Greece", in das alle Schulden ausgelagert werden

Athen (dpo) - Griechenland ist gerettet! Durch ein überraschendes finanzpolitisches Manöver ist es der Regierung in Athen gelungen, auf einen Schlag sämtliche Schulden loszuwerden. Mit der Auslagerung der Staatsschulden in ein neugegründetes "Bad Greece" (Kακή Ελλάδα) ist das Mittelmeerland mit einem Schlag saniert.

"Wir haben uns daran erinnert, wie damals ab 2007 die in die Krise geratenen Banken ihre Probleme gelöst haben", erklärt der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras seinen Husarenstreich. "Die haben schlicht Bad Banks gegründet und somit die Risiken ausgelagert."
Überall in Griechenland wird die Rettung gefeiert – außer auf Zakynthos natürlich.
Nach dem gleichen Konzept wird laut Tsipras mit sofortiger Wirkung die ionische Insel Zakynthos zum eigenen Staat "Bad Greece" erklärt und von Griechenland unabhängig gemacht – zuvor werden alle über 300 Milliarden Euro Schulden Griechenlands an Zakynthos übertragen.
Quelle

Scipio

Na ja, mal sehen wie es bis zum Monatsende weiter geht. Offenbar hat man wohl kein Problem mehr mit einem Ausstieg Griechenlands. Ich frage mich, ob dann Spanien, Portugal etc. dann gleich hinterher springen....

Groucho

Zitat von: Scipio am 20. Juni 2015, 06:38:10
Na ja, mal sehen wie es bis zum Monatsende weiter geht. Offenbar hat man wohl kein Problem mehr mit einem Ausstieg Griechenlands. Ich frage mich, ob dann Spanien, Portugal etc. dann gleich hinterher springen....

Warum sollten sie. Die Griechen wollen doch auch nicht, die müssen nur, weil sie halt im Gegensatz zu den anderen keinerlei Absicht haben, ihre Staatsruine sanieren zu wollen.

Ankündigung von Dominoeffekten und EU-Untergang sind halt Teil des Spieles, dass der Herr Spieletheoretiker zu beherrschen meint. Dabei hat er wohl eine Grundregel vergessen: Drohungen wirken nur, solange sie glaubhaft sind.

RächerDerVerderbten

Zitat von: Groucho am 20. Juni 2015, 10:55:20
der Herr Spieletheoretiker

Manchmal denk ich, Varoufakis fährt ganz stumpf sowas Ähnliches wie die Reichsbürgermasche, auf den baldigen Zusammenbruch des (kapitalistischen)"Systems" spekulieren, mit Sabotage selber n bißchen in die Richtung drücken, nach Crash auf komplett unbelasteten Neuanfang hoffen.

Immerhin isser radikaler Linker, wär auch ne Erklärung dafür, warum schon mehrere Verhandlungspartner komplettes Unverständnis über seine Taktik geäussert haben.
If the only thing keeping a person decent is the expectation of divine reward, brother, that person is a piece of shit. Rusty Cohle