Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Sekte der Faisrachmanisten

Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram - Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Begonnen von Bloedmann, 09. August 2012, 13:30:03

« vorheriges - nächstes »

Conina

Zitat von: The Doctor am 02. Mai 2013, 07:16:20
Zitat von: KranzFonz am 01. Mai 2013, 20:33:47
Die Hinrichtung ist eine Form der Rache und keine Strafe.

Bei dieser Verbrechensschwere ist es mir völlig Latte, ob der grausame Tod des Täters nun eine Strafe oder doch eher Rache ist. Hauptsache tot, hauptsache qualvoll.

Da gibt´s erprobte Methoden voller uralten Wissens:

http://suite101.de/article/charles-henri-sansons-erste-und-zugleich-grausamste-exekution-a74995

http://de.wikipedia.org/wiki/Lingchi

______________________________

Im Ernst, das ist NPD-Niveau:
"Todesstrafe für Kinderschänder"
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

The Doctrix

Immer, wenn Du glaubst, dümmer gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eso her!

Nogro

Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

sumo

ich weiß nicht, wo man da eine Grenze ziehen soll/kann, aber es gibt Verbrechen, die derartig monströs sind, daß der Täter sich dadurch aus jeglicher menschlichen Gemeinschaft entfernt hat. Sollte es dann zu einer Freiheitsstrafe kommen, so hat ein solcher Täter immer die theoretische Chance, wieder in die Freiheit zu gelangen.
Ich bin kein Befürworter der Todesstrafe (eindrücklich bestätigt nach dem Film "Dancer in the Dark"), aber bei diesen völlig abartigen Verbrechen fällt mir keine adäquate Strafe mehr ein, die wenigstens ansatzweise den Opfern gerecht wird.
(Mal ganz abgesehen davon, daß ich es zwar für eine wunderbare Errungenschaft des Rechts halte, den Rachegedanken aus der Rechtssprechnung weitgehend zu verbannen, die Rache gedanklich deswegen aber nicht verschwunden ist)

Landratte

Zitat von: KranzFonz am 01. Mai 2013, 20:33:47
Ich kann natürlich die Empfindung nachvollziehen, bin aber auch in diesem Fall gegen die Todesstrafe. Das Leben ist ein Menschenrecht, gegen das niemand verstossen darf. Die Hinrichtung ist eine Form der Rache und keine Strafe.
http://www.amnesty-todesstrafe.de/

Über die Todesstrafe kann man nur schwerlich sagen: "Todesstrafe ist...", ganz gleich wie sie ausgeführt wird. Wenn wir über die Todesstrafe sprechen, dann können wir uns ansehen, welche Funktionen sie hat. Je nach Perspektive kann hier Strafe, Rache, Abschreckung, Schutz (vor dem Täter, der Rechtsform), seltener wohl Kostenersparnis,  im Vordergrund stehen - oder auch eine Kombination daraus.

In Europa ist die Todesstrafe vollständig abgeschafft, da sie als unvereinbar mit den Menschenrechten gilt.

Die Diskussion darüber wirft eine Reihe von fragen auf:

Wieviel Rechte  verwirkt ein Mensch wenn er sich schuldig gemacht hat?
Was ist das humane - den Menschenrechten entsprechende - an einem lebenslangen Freiheitsentzug?
Inwieweit kann unser Strafrechtssystem überhaupt den Menschenrechten voll und ganz entsprechen?
Inwieweit werden bei voller Berücksichtigung der Menschenrechte des Täters auch die der Opfer geachtet?
...


Hildegard

Gerechter Zorn ist ziemlich eso oder?

Ihr könnt euch doch nicht von sämtlichen Prinzipien verabschieden, nur weil irgendwelche Täter - krank oder nicht - euren Ansprüchen an einen in üblicher Weise zu Verurteilenden nicht entsprechen.
[url="http://vierfrauenundeinscharlatan.wordpress.com"]http://vierfrauenundeinscharlatan.wordpress.com[/url]

Landratte

Zitat von: sumo am 02. Mai 2013, 14:54:07
Rache

...klingt immer so negativ-blind-mordlüstern. Ist es das?


Zitat von: Hildegard am 02. Mai 2013, 15:41:16
Gerechter Zorn ist ziemlich eso oder?

Ihr könnt euch doch nicht von sämtlichen Prinzipien verabschieden, nur weil irgendwelche Täter - krank oder nicht - euren Ansprüchen an einen in üblicher Weise zu Verurteilenden nicht entsprechen.

Der ist nicht Eso, sondern religiös, insbesondere christlich.

Und er hat nichts gemein mit dem Bedürfnis eines Opfers oder Betroffenen nach Vergeltung. Wie die dann aussehen kann, ist wieder eine andere Sache.

KranzFonz

Letztendlich läuft die Todesstrafe immer darauf hinaus, dass Unschuldige vom Staat ermordet werden.  Und wie wir alle wissen, ist diese Strafe endgültig. Zur Todesstrafe kann man ewig diskutieren und die Fürs und Widers abwägen. Wikipedia ist als Einstieg nicht schlecht, mein geposteter Amnesty-Link tut es sicher auch - trotz der Färbung. Nach meiner persönlichen Meinung sehe ich nicht einen einzigen vernünftigen Grund pro Todesstrafe und lehne diese in allen Fällen ab.

Am Rande:

ZitatIn Europa ist die Todesstrafe vollständig abgeschafft, da sie als unvereinbar mit den Menschenrechten gilt.

Laut Wikipedia liegt Weißrussland in Europa und hat noch die Todesstrafe.

Omikronn

So wie ich das sehe, gibt es Personen die einen vor das Problem stellen wie man mit ihnen Verfahren sollte.   

Die Todesstrafe halte ich auch für keine adäquate Bestrafung, ich sehe nicht was diese der Gesellschaft bringen kann. Ich meine zudem gelesen zu haben, dass sie nicht mal etwaitige Rachegefühle befriedigt. Als Abschreckung dürfte diese ja wohl auch eher nicht funktionieren, höchstens bei Verbrechen die im Voraus geplant werden. Morde beispielsweise sind gem. Amnesty eher Affekttaten als geplante.  Affekttäter ebenso wie psychisch kranke werden eben durch die Todesstrafe nicht von ihren Taten abgeschreckt. Ihre Straftaten sind eigentlich kaum zu verhindern...

Dazu gibt es noch ein schönes Zitat von Britney Spears (war ein Spruch den sie in der Zeitung "Liberation" zum besten gegeben hatte)
ZitatIch bin für die Todesstrafe. Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal.

Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.

KranzFonz

ZitatWieviel Rechte  verwirkt ein Mensch wenn er sich schuldig gemacht hat?

Das ist wohl Geschmachssache.

ZitatWas ist das humane - den Menschenrechten entsprechende - an einem lebenslangen Freiheitsentzug?

Freiheitsentzug ist ein erheblicher Eingriff in die Menschenrechte, aber in der Regel wohl immer noch niedriger einzustufen als Körperstrafen oder die Todesstrafe. Wenn man nicht vollständig auf eine Strafe verzichten will, muss man wohl die Menschenrechte des Täters einschränken. Ob und wieweit man hier geht, ist wiederum Geschmackssache.

ZitatInwieweit kann unser Strafrechtssystem überhaupt den Menschenrechten voll und ganz entsprechen?

Muss es das denn? Ein "so gut wie möglich" ist doch auch schon nicht schlecht.

ZitatInwieweit werden bei voller Berücksichtigung der Menschenrechte des Täters auch die der Opfer geachtet?

Welche Rechte haben denn überhaupt die Opfer? Lynchjustiz? Drei Schläge auf den Hinterkopf?

The Doctrix

Zitat von: Omikronn am 02. Mai 2013, 16:28:57
Morde beispielsweise sind gem. Amnesty eher Affekttaten als geplante. 

Im vorliegenden Fall würde ich aber kaum von einem Affekt ausgehen. Das hat der Sektenchef schon länger geplant und die werdende Mutter rechtzeitig eingenordet.

ZitatDazu gibt es noch ein schönes Zitat von Britney Spears (war ein Spruch den sie in der Zeitung "Liberation" zum besten gegeben hatte)
ZitatIch bin für die Todesstrafe. Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal.

Wenn es nicht zu traurig wäre, würde ich glatt  :rofl


Zitat von: KranzFonz am 02. Mai 2013, 16:30:14
ZitatInwieweit werden bei voller Berücksichtigung der Menschenrechte des Täters auch die der Opfer geachtet?

Welche Rechte haben denn überhaupt die Opfer? Lynchjustiz? Drei Schläge auf den Hinterkopf?

Im Nachhinein betrachtet finde ich da den Ausgang der Geschichte mit dem Iraner, der eine Kommilitonin, in die er verliebt war, die ihn jedoch zurückgewiesen hatte, mit einem Säureattentat ins Gesicht um ihr Augenlicht gebracht hatte, recht befriedigend. Ihr war ja vom Gericht das Recht zugesprochen worden, ihn auf gleiche Weise zu blenden. Nachdem er monatelang auf die Vollstreckung hatte warten müssen  und einmal sogar schon zu selbiger abgeholt worden war, hat sie ja davon abgesehen, von dem ihr zugesprochenen Recht auf Vergeltung Gebrauch zu machen. Aber vielleicht haben die Monate und Jahre der Angst etwas beim Täter bewirkt.
Immer, wenn Du glaubst, dümmer gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eso her!

Landratte

Zitat von: KranzFonz am 02. Mai 2013, 16:14:17
Laut Wikipedia liegt Weißrussland in Europa und hat noch die Todesstrafe.

Sorry, hab ich verdrängt. 8)

Omikronn

ZitatIm vorliegenden Fall würde ich aber kaum von einem Affekt ausgehen. Das hat der Sektenchef schon länger geplant und die werdende Mutter rechtzeitig eingenordet.
Ja, das ist es was es noch viel schlimmer macht. Ich kann da die Emotionen die hochgehen gut verstehen wenn mir diesen **** von Sektenguru ausmale. Ich stelle mir das verdammt schwer vor angemessen (resp. zivilisiert) zu reagieren wenn man so einen vor sich hätte.

ZitatWenn es nicht zu traurig wäre, würde ich glatt  :rofl
Da geb ich dir recht, das schmerzt irgendwie. Aber andererseits bin ich da Britney Spears sehr dankbar für dieses Wunderbare Argument.  ;D
Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.

Landratte

Zitat von: KranzFonz am 02. Mai 2013, 16:30:14
ZitatWieviel Rechte  verwirkt ein Mensch wenn er sich schuldig gemacht hat?
Das ist wohl Geschmachssache.
Finde ich ein bisschen platt.
Ein Mensch, der einen anderen Menschen tötet, verhält sich unmenschlich und missachtet damit die Menschenrechte des anderen. Wenn sich jemand bewusst also gegen diese Verabredung (Menschenrechte) entscheidet, inwieweit kann er sie dann für sich als selbstverständlich erachten?
Ich befürworte die Todesstrafe ebenfalls nicht. Aber ich finde die Argumente, weshalb wir die Todesstrafe ablehnen, immer wieder neu denkenswert, gerade wenn man mit Moral und Ethik hantiert.

Zitat
Freiheitsentzug ist ein erheblicher Eingriff in die Menschenrechte, aber in der Regel wohl immer noch niedriger einzustufen als Körperstrafen oder die Todesstrafe. Wenn man nicht vollständig auf eine Strafe verzichten will, muss man wohl die Menschenrechte des Täters einschränken. Ob und wieweit man hier geht, ist wiederum Geschmackssache.
Ist das so? Sind 21 Jahre Freiheitsentzug bei lebenslänglicher Haftstrafe und danach eine nicht mehr normal lebbare "Freiheit" niedriger einzustufen als eine Körperstrafe? Ich kenne dazu keine Erhebungen, würde mich aber interessieren.

Über die Sinnhaftigkeit unseres Strafvollzugs wird nicht nur hierzulande heftig diskutiert. Freiheitsentzug hat kaum abschreckende Wirkung, Befriedigt nicht das Vergeltungsbedürfnis des Opfers und bessert den Menschen/Täter nicht, ganz im Gegenteil.
Zitat
ZitatInwieweit kann unser Strafrechtssystem überhaupt den Menschenrechten voll und ganz entsprechen?
Muss es das denn? Ein "so gut wie möglich" ist doch auch schon nicht schlecht.
ZitatInwieweit werden bei voller Berücksichtigung der Menschenrechte des Täters auch die der Opfer geachtet?
Welche Rechte haben denn überhaupt die Opfer? Lynchjustiz? Drei Schläge auf den Hinterkopf?
[/quote]
Die beiden Zitate fasse ich mal zusammen: Ein "so gut wie möglich" ist hier, insbesondere im Hinblick auf das Opfer und auf die Resozialisierungschancen des Täters eher hundsmiserabel zu nennen.

Omikronn

ZitatEin Mensch, der einen anderen Menschen tötet, verhält sich unmenschlich und missachtet damit die Menschenrechte des anderen. Wenn sich jemand bewusst also gegen diese Verabredung (Menschenrechte) entscheidet, inwieweit kann er sie dann für sich als selbstverständlich erachten?
Ich befürworte die Todesstrafe ebenfalls nicht. Aber ich finde die Argumente, weshalb wir die Todesstrafe ablehnen, immer wieder neu denkenswert, gerade wenn man mit Moral und Ethik hantiert.
Nun viele Argumente gegen die Todesstrafe könnten besser sein, das mag stimmen. Nur ist die Todesstrafe schlichtweg mit den Menschenrechten unvereinbar. Wenn man jedem ein Recht zu Leben zugesteht, hat keiner das Recht einen anderen, aus egal welchen Gründen, zu töten. Die Todesstrafe steht per Definition im Gegensatz zu den Menschenrechten. Auch wenn man die Frage auf einen Staat statt einem Menschen ausdehnt, kommt m.A.nach das gleiche dabei raus. Ansonsten wäre es ja so dass ein Staat nicht in jedem Fall die Menschenrechte einhalten muss, da er das Recht zu töten hätte...
Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.