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Fettsteuer in Dänemark

Begonnen von rincewind, 01. Oktober 2011, 15:26:19

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Ratiomania

Zitat von: rincewind am 01. Oktober 2011, 15:26:19
Völlig irre:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,789513,00.html

Mhm mal in 5/10/15/20 Jahren guggen ob es ein signifikanten Unterschied ausmacht...

fehlen allerdings noch Salzgehalt, Zuckergehalt-Steuern


Es geht ja eher um das zuviel, das man da einschränken möchte => Kosten senken im Gesundheitsbereich

Nur muss nun drauf geachtet werden das die wirklich genau hinsehen obs was bringt...

Erinnert an die Simpsons-Folge mit dem Zucker-Verbot....

rincewind

Es geht weiter mit dem Blödsinn, eine simple Hefepaste, die sogar ernährungstechnisch z.B. für Vegetarier richtig gut ist:

Marmite: Denmark says spread could be illegal.

http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-13536479

Tezcatlipoca

Wenn eine solche Steuer eingeführt wird, obwohl man absehen kann, dass die Leute ihre Ernährungsgewohnheiten kaum ändern werden, dann ist das gesundheitliche Argument vorgeschoben.
Tatsächlicher Grund: "her mit der Kohle!". >:(
Gleiches trifft auf Alkohol- und Tabaksteuer zu.
Gruß, T.


Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

Aulak

Fettsteuer? Was kostet dann butter?

Averell

Zitat von: Aulak am 13. Oktober 2011, 06:56:02
Fettsteuer? Was kostet dann butter?

Zitatseit Samstag werden in Dänemark pro Kilogramm gesättigte Fettsäuren 16 Kronen fällig. Das entspricht 2,15 Euro.

Umgerechnet aufs 1/2 Pfund Butter soll das dann wohl ergeben:
Zitat...nun eine Fettsteuer. Die führt etwa dazu, dass Butter rund 30 Cent teurer wird.

Ich persönlich bin da geteilter Meinung. Einerseits halte ich die Fettsteuer auch nur für ein weiteres Handaufhalten seitens des Staates, wie er es schon sehr gern bei Alkohol, Tabak & an der Tankstelle tut. Denn wenn die Jungs so besorgt um die dänischen Bauchumfänge wären, könnten sie das eingenommene Geld ja in vernünftige Schulspeisung mit ordentlich Obst & Gemüse investieren. Vielleicht tun sie's ja auch, mein dänisch beschränkt siche leider auf Egon Olsen. :P

Anderseits glaube ich, der einzige Weg um den Verbaucher (mich inklusive :'() zu etwas "tugendhafterem" Konsumverhalten zu "animieren" ist heutzutage nur noch der Preis. An die Vernunft zu appellieren, ist doch i.d.R. sinnlos in unserer Junk-Food-Gesellschaft. Wer glaubt das wäre doch alles nicht nötig, alles halb so schlimm, der möge bitte mal auf der Straße die Augen aufmachen. Oder den nächsten Urlaub mal wieder in den Staaten buchen, wenn das die Zukunft sein soll... gute Nacht.

Conina

Sowas ist völlig idiotisch. Ein Staat kann es mit der Bevormundung auch übertreiben. Unsere Wahrnehmung, wie ein normaler Körper aussieht, ist sowieso völlig verzerrt. Die echte Welt ist keine Hochglanzbroschüre.


http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbergewicht#Quellenangaben

Das niedrigste Krankheitsrisiko hat man in einem BMI-Bereich von 25-29,9 kg/m2.

Das gilt gemeinhin schon als übergewichtig.

Vielleicht sollte man die Ehe und Kinder auch noch besteuern, da die auch zu Übergewicht führen.


Augen sollte man auf jeden Fall mal aufmachen, damit man mitbekommt, dass normale Menschen im Schnitt nicht so aussehen, wie Schauspieler oder Models.


mossmann

Zitat von: Conina am 13. Oktober 2011, 08:28:33



Augen sollte man auf jeden Fall mal aufmachen, damit man mitbekommt, dass normale Menschen im Schnitt nicht so aussehen, wie Schauspieler oder Models.



Leider habe ich aber auch eher das Gefühl, es gibt mehr (wirklich) Dicke - besonders Kinder.

Als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, bin ich nach durchforschter Nacht morgens immer zu McDoof - da gabs so nettes Rührei-Frühstück.

Jedesmal hielt vor dem Laden ein Schulbus, und plötzlich war ich umringt von Schülern, die BEVOR sie in die Scuhle gingen, sich einen Big Mac und ne XXL-Cola reingezogen haben.

Schon krass.
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Binky

Dein Gefühl kann ich aus eigenen Beobachtungen nicht bestätigen. Die hiesigen Schulkinder, was man auf Elternabenden, Klassenfahrten und im Alltag usw. mitbekommt, sehen ganz normal aus. Die Teenager, besonders die Mädels, erscheinen mir in Gegenteil ziemlich dürre, wohl eine Folge des immer wieder propagierten Menschenbildes, möglichst dünn sein zu müssen.

Ratiomania

Zitat von: Conina am 13. Oktober 2011, 08:28:33
Sowas ist völlig idiotisch. Ein Staat kann es mit der Bevormundung auch übertreiben. unsere Wahrnehmung, wie ein normaler Körper aussieht, ist sowieso völlig verzerrt. Die echte Welt ist keine Hochglanzbroschüre.
[...]

Weisnich, ob deine Meinung in dem Fall zutrifft:

Ne "Fettsteuer" ist imho noch nich so ne starke Bevormundung wie ein dümmliches "Verbot".

Die Kaufentscheidung kannste immer noch machen. Ziel wird in erster Linie sein, den Verbrauch der betroffenden Produkten zu senken. Dadurch alleine bekommste keinen Traum-BMI...

http://de.wikipedia.org/wiki/Lenkungssteuer

Natüüürlich kann das mal ganz schön in die Hose gehen:

a)

ZitatDie Vermutung einer erfolgreichen Lenkungswirkung der Tabaksteuererhöhung ist aber auch umstritten: Kritiker argumentieren, dass der nach den letzten Steuererhöhungen verzeichnete geringfügige Rückgang des Steueraufkommens (im Jahr 2003 ein Rückgang um 400 Millionen Euro oder 15,8 % gegenüber 2002) womöglich nicht einen reduzierten Tabakkonsum anzeige, sondern lediglich eine verstärkte Verlagerung des Erwerbs der Tabakwaren in die an Deutschland angrenzenden Nachbarstaaten mit ihren zum Teil erheblich niedrigeren Preisen, insbesondere in Polen und Tschechien, in Form des persönlichen 'Eigenimports' im Rahmen der zollrechtlich erlaubten Mengen sowie in den enorm lukrativen Zigarettenschmuggel. Mit diesem Problem kämpfen auch Dänemark, Norwegen und Schweden, da dort die Tabaksteuer noch deutlich höher ist.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Tabaksteuer_%28Deutschland%29)

b)

http://de.wikipedia.org/wiki/Giffen-Gut


Deshalb isses halt so wichtig, die Auswirkungen der politischen Entscheidungen zu überprüfen. Wird das überhaupt gemacht? Kann man das nicht gleich in die Gesetze einbauen, mit konkreten Angaben, an welchen Faktoren und Zahlen man das ausmacht, welche Effekte man rausrechnen muss etc. etc. etc...

sozusagen "science based politics", war das nicht der Traum von Carl Sagan?

Ratiomania

Zitat von: Binky am 13. Oktober 2011, 09:50:34
Dein Gefühl kann ich aus eigenen Beobachtungen nicht bestätigen. Die hiesigen Schulkinder, was man auf Elternabenden, Klassenfahrten und im Alltag usw. mitbekommt, sehen ganz normal aus.[...]

*hust* versteckte Fette! *hust*  :P

Averell

Zitat von: Conina am 13. Oktober 2011, 08:28:33
Sowas ist völlig idiotisch. Ein Staat kann es mit der Bevormundung auch übertreiben. unsere Wahrnehmung, wie ein normaler Körper aussieht, ist sowieso völlig verzerrt. Die echte Welt ist keine Hochglanzbroschüre.

Immer mit der Ruhe! Ich rede nicht davon, daß das ganze Land jedes Wochenende den Iron Man läuft & nur noch Salat frißt und stilles Wasser trinkt. Trage ja selber einen kleinen Mollenfriedhof mit mir rum und weiß das die Marcus Schenkenberg Figur in diesem Leben eher nicht mehr drin ist.

Mir gehts wie Mossmann, mir fällt so was auch im Alltag auf, wie unser Eß- und Bewegungsverhalten nicht mehr gesund sein kann. Dazu muß man kein Apostel oder nerviger Fitnessguru sein.

Dein olles Balkendiagramm kannste wegstecken und statt dessen mal wirklich lieber die Augen aufmachen, was da teilweise an Fleischbergen an einem vorbeirollt. Und wenn Dir das noch nicht reicht, fahr mal über'n großen Teich, da wirds dann richtig schlimm. Ich finde auch daß der Staat  durchaus in der Pflicht ist, wenn das Elternhaus/Schule versagt! Schließlich sollen die dicken Kinder von heute mal jeweils einen Renter bezahlen.

Kuggsu:
ZitatDie Bundesregierung hat in Deutschland 2007 die Aktion ,,Gesunde Ernährung und Bewegung" gestartet. Ziel ist, die 37 Millionen übergewichtigen oder adipösen Erwachsene und 2 Millionen Kinder in Deutschland zu einem gesünderen Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu bewegen und dadurch die Verbreitung von Übergewicht nachhaltig zu verringern. Im Zuge der Debatte wurde von einigen Politikern eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Süßigkeiten auf 19 Prozent gefordert.[17] Der damalige Verbraucherschutzminister Horst Seehofer lehnte eine höhere Mehrwertsteuer für Süßigkeiten jedoch ab.

Der letzte Satz bedarf keines Kommentars. Gutes Beispiel für erfolgreiche Lobbyarbeit...

mossmann

Zitat von: Ratiomania am 13. Oktober 2011, 10:05:58
Zitat von: Binky am 13. Oktober 2011, 09:50:34
Dein Gefühl kann ich aus eigenen Beobachtungen nicht bestätigen. Die hiesigen Schulkinder, was man auf Elternabenden, Klassenfahrten und im Alltag usw. mitbekommt, sehen ganz normal aus.[...]

*hust* versteckte Fette! *hust*  :P

Da gibt es sicher regionale Unterschiede.

Der Trend lässt sich aber wohl nicht leugnen:

http://www.welt.de/gesundheit/article13468026/Kinder-werden-immer-dicker-und-psychisch-labiler.html

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2008/0909/000_dickekinder.jsp

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/adipositas/article/468868/jugendliche-kinder-immer-dicker.html

http://www.stern.de/gesundheit/krankenkasse-umfrage-deutsche-kinder-immer-dicker-und-kraenker-1702656.html

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,95313,00.html

Die Lebensmittel-Ampel wurde ja gekippt. Wobei diese Ampel ja nicht unumstritten ist - jede Seite (Industrie vs. Foodwatcher) hat ihre Argumente.
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Binky

Nun hätte ich gerne eine Statistik, wie viele Kinder tatsächlich übergewichtig sind im Vergleich zu früheren Jahren, und zwar nach vergleichbaren Kriterien (und nicht, indem einfach die Definition für Übergewicht neu festgelegt wird, indem ein geringerer BMI nun auch schon als Übergewicht zählt)


Der BMI scheint auch nicht so aussagekräftig zu sein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Body-Mass-Index#Aussagekraft_des_BMI

Demnach kann man anhand des BMI keine Aussage zum Herz-Kreislauf-Risiko treffen.

Mossmann: Die Links besagen nur, daß es immer mehr "dicke" Kinder gibt, aber nicht, woran das festgemacht wird. Man sollte auch überlegen, warum dicke Kinder unglücklicher sind: Ausgrenzung, ständiges Erinnern, daß sie nicht der Norm entsprechen, usw. Es gibt für sei keinerlei posive Anreize, die ihr Körperbild prägen. Sie werden eben nicht vorurteilsfrei so angenommen, wie sie sind.

Wer da nicht depressiv wird ....


mossmann

Zitat von: Binky am 13. Oktober 2011, 10:25:38
Nun hätte ich gerne eine Statistik, wie viele Kinder tatsächlich übergewichtig sind im Vergleich zu früheren Jahren, und zwar nach vergleichbaren Kriterien (und nicht, indem einfach die Definition für Übergewicht neu festgelegt wird, indem ein geringerer BMI nun auch schon als Übergewicht zählt)

Wann wurde die Definition eigentlich geändert?

Bei Wikipedia finde ich nur:

Zitat"Die jetzige BMI-Klassifikation[1] der WHO besteht im wesentlichen seit 1995."

Und beim Thema Übergwicht finde ich auf wiki das:

Zitat"Legt man die Referenzdaten von 1985–1999 zugrunde, dann ist insbesondere eine markante Zunahme ab Schuleintritt (im Alter von 6–7 Jahren) festzustellen. Es gibt weiterhin keine geschlechtsspezifischen Unterschiede; ein höheres Risiko, an Übergewicht zu erkranken, besteht bei einem niedrigen sozialen Status (Arbeitslosigkeit, Arbeiter und Migranten) und bei übergewichtigen Müttern."

aber auch das:
Zitat
"Gleichzeitig mehren sich jedoch auch kritische Stimmen. Ein Zusammenhang von kindlichem oder jugendlichem Übergewicht und Folgeerkrankungen ist nicht belegt. Es kann auch kein impliziter Zusammenhang von kindlicher und erwachsener Fettleibigkeit bewiesen werden: Nicht jedes pummelige oder dicke Kind wird auch ein dicker Erwachsener."



Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend