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Musiktherapie? Kritik und Forschung wo steckt du?

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Begonnen von Ratiomania, 12. September 2011, 13:47:27

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Superkalifragilistisch

Zitat von: celsus am 13. September 2011, 10:40:37
Zitat von: Averell am 13. September 2011, 10:12:32
Mir wollten sie bei der Reha 'ne Musiktherapie aufschwatzen. Weil man sich da doch so toll öffnen kann. Triangel im Takt zu Ying und Yang, Oma Eierschecke hat die Rassel und Opa Krawutzke kriegt die Schellen.

Sieht eher nach Gruppentherapie für Demenzkranke aus. Da wird MT nämlich auch oft eingesetzt.

Ansonsten hätte ich als Anekdote nur eigen Erfahrungen:
Seit einem Jahr mache ich MT, weil ich eine effektive ambulante Therapieform gegen Burnout brauchte. Die Kliniken hier in der Gegend sind alle privatisiert, darauf hatte ich keinen Bock, bei minimalem Aufwand ausschließlich zum Profit dieser Aktiengesellschaften beizutragen.

Fazit zur Musiktherapie bisher:
Extrem unspirituell, hoch effizient, lösungsorientiert und da ich selbst Musiker bin auch noch eine Therapieform, die Spaß macht.
Ich kam da als zitterndes Häufchen Elend an und habe nach 6 Sitzungen wieder konzentriert arbeiten können.
Vermutlich habe ich auch eine sehr erfahrene Therapeutin erwischt. Muss nicht bei jedem klappen.
Als Selbständiger kann ich natürlich auch nicht einfach mal 8 Wochen Kur machen. Danach wäre mein Laden tot.
Da zahle ich lieber selbst für eine Maßnahme, die mir schnell Erfolge bringt.
Darf man fragen, wie das Programm aussah? Ich kann mir schwer vorstellen, was "lösungsorientiert" bei Burn-Out bedeutet. Die Lösung für Burn-Out sollte eher eine politische als eine medizinische sein. Viele Leute haben heute Stress wie Börsenmakler, aber der Börsenmakler hat irgendwann genug Geld, um sich zur Ruhe zu setzen, wenn er zu alt für den Job wird. Der normale Angestellte nicht; da heisst es dann Rente mit 67.

Man muss doch kritisch nachfragen, was die Legitimität verleiht, an völlig banale Dinge plötzlich das Signum "-Therapie" zu kleben. Besonders die psychiatrischen Kliniken suggerieren mit unzähligen kryptischen Therapieansätzen ein breites Spektrum an Hilfe: Integrative Gruppentherapie, Traumaspezifische Gruppentherapie, RABE-Gruppe, Katathym imaginative Psychotherapiegruppe, Psychodramagruppentherapie, Tanztherapiegruppe
Rhythmikgruppe, Konzentrative Bewegungstherapie, Selbstsicherheitstrainingsgruppe, Psychoedukationsgruppe, Kunsttherapie Märchengruppe, Therapie im Hochseilgarten, Erlebnistherapiegruppe, Ergotherapie (Oder auf Deutsch: Basteln). Irgendwie muss der Fluß von solidargemeinschaftlichen Geldern halt begründet werden.

Ich habe hier eine sehr schöne Stellungnahme zur völlig verblödeten "Delphintherapie" gefunden:
Eine Stellungnahme gegen die Delfintherapie anlässlich des Fachgesprächs der Grünen "Delfintherapie in Deutschland" am 28.06.2007 im Deutschen Bundestag. Den Text haben wir an die Teilnehmer_innen des Fachgesprächs verteilt. Wir bedanken uns für die Einladung.

Zitat
Therapie?

Wenn Eltern für ihr Kind eine Autismus-Diagnose bekommen, reagieren sie oft mit Entsetzen und Verzweiflung. "Unheilbar" – lautet das Urteil der Mediziner_innen. Oder doch? Zahlreiche Foren und Mailinglisten, Bücher und Presseartikel erzählen von Therapien und Therapieerfolgen, wecken Hoffnungen.

Hoffnungen worauf? Was soll therapiert werden? Wer braucht eine Therapie?

Diese Fragen können viele Eltern, die Therapien für autistische Kinder fordern, nicht beantworten. Sie wollen ihren Kindern etwas ersparen. Sie wollen ihnen einen "normalen Umgang" beibringen. Wenn Kinder viel allein sind, sind es die Eltern, die darüber verzweifelt sind – die Kinder werden nicht gefragt. Durch Anpassung und Unauffälligkeit sollen die Kinder für ihre Umgebung annehmbarer gemacht werden.

Wer leidet also? Die Eltern. Sie schreiben ihre eigenen Bedürfnisse ihren autistischen Kindern zu, sie unterstellen ihnen Wünsche und Nöte und schaffen einen Handlungsbedarf, der mit Autismus eigentlich gar nichts zu tun hat.

Die Verzweiflung der Eltern kommt daher, dass ihr Kind nicht ihren Erwartungen entspricht und sie nicht wissen, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen und wie sie mit ihm kommunizieren sollen. Deshalb sind es auch die Eltern, die Hilfe brauchen.

Jemand anders schreibt:
Zitat
Achtung!
"Delfintherapie" ist Tierquälerei, unterläuft den Artenschutz und ist zudem völlig wirkungslos. Lediglich die Wahrnehmung der Eltern verändert sich, nicht das Verhalten des Kindes an sich. Die Wirkungslosigkeit ist mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen.

Betreiber von Delfinarien verdienen sich daran dumm und dämlich auf Kosten der Eltern. Zudem benutzen die Betreiber die (nachgewiesenermaßen wirkungslose) "Therapie" als Mittel, um überhaupt eine Zulassung für ihre Delfinarien zu bekommen, die andernfalls verboten wären (und außerdem unter starker öffentlicher Kritik stehen). Die Delfine leiden aber genauso, die Fangmethoden sind genauso blutig und brutal und sind dafür verantwortlich, dass Delfine von Aussterben bedroht sind.

"Delfintherapie" kann sogar gefährlich und schädlich sein: Delfine vertragen keinen hohen Chlorgehalt im Wasser, weshalb die Becken oft einen so hohen Bakteriengehalt enthalten, dass sie als Badegewässer gar nicht zugelassen wären. In seltenen Fällen kam es schon vor, dass Delfine Menschen attackiert haben – Delfine sind Raubtiere. Soviel zum Mythos Delfin.
Die meisten Autisten wehren sich gegen Versuche, "geheilt" zu werden (denn Autismus ist keine Krankheit), und insbesondere gegen die Delfintherapie. Die Interessenvertretung autistischer Menschen Autismus-Kultur spricht sich klar gegen Delfintherapie aus (auch gegen andere "Autismus-Therapien"), die Gründe dafür sind hier nachzulesen:

http://blog.gwup.net/2010/07/30/delfin-therapie-flop-mit-flipper/

Natürlich gibt es auch hier dutzende Studien, die diesem modischen psychologischen Unsinn immer wieder beste Ergebnisse bescheinigen.
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

Jetzt im Trend: »irgendwas mit Gesellschaftskritik«

Belbo zwei

Es gibt halt auch Therapien der Wirkungsmechanismus nicht geklärtsind, die aber trotzdem funktionieren.
Spannendes Beispiel das was früher Elektroschock hies.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokrampftherapie
Das es  Menschen gut tun kann wenn sie gemeinsam musizieren kann ja durchaus sein (also ich empfinde das als sehr abgenehm in so einem grossen Klangkörper) und wenn das dann Therapie heisst wenn man diesen Effekt einsetzt, na seis drum. Furchtbar finde ich es eigentlich erst dann wenn da gleich wieder eine Religion draus gestrickt wird. Noch ein anderes Beispiel sind Massagen, natürlich ist diese "angefasst werden" oft sehr angenehm, irgendwann kommt halt wer aus unserer bescheuerten Klientel daher und bastelt sich eine Fussreflexzonentherapie daraus.

P.Stibbons

Zitat von: Averell am 13. September 2011, 10:12:32
Mir wollten sie bei der Reha 'ne Musiktherapie aufschwatzen. Weil man sich da doch so toll öffnen kann. Triangel im Takt zu Ying und Yang, Oma Eierschecke hat die Rassel und Opa Krawutzke kriegt die Schellen.



Ich habe dankend abgelehnt.

Ansonsten höre ich aber gern Musik. Ist ein prima Stimmungsverstärker.

Ach du bist der, der neulich beleidigt meine Therapiegruppe verließ, weil er statt der Conga nur die Fingerzimbeln gekriegt hat !

Und dem die Oma Eierschecke schnippisch hinterherrief: "Lernen Sie erst mal den Viervierteltakt halten, junger Mann !!"

;D ;D ;D

glatzkopf

meine bessere Hälfte singt ein Mal in der Woche mit Senioren in einem Pflegeheim.
Ihr macht es Spaß, denn sie kann zeigen, daß sie trotz Krankheit und dem ganzen
Siff noch was Vernünftiges machen kann. Mir macht es Spaß, denn meine Perle ist
dann immer viel ausgeglichener. Und was auch nicht so übel ist, den Leuts im
Heim macht es auch Spaß. Die meisten wissen zwar ihren Namen nicht mehr, aber die
alten Lieder von Anno Dunnemals kriegen sie noch immer auf die Reihe.

Meiner Einer hatte mit über ...zig Jahren auch noch mal mit was Neuem angefangen.
Als es mir mal richtig Shize ging durfte  :-\ ich auch an einer Musiktherapie
teilnehmen. War wenigstens noch besser als das zwanghafte Basteln. Zu der Zeit habe
ich dann tatsächlich angefangen E-Baß zu spielen. Jetzt, wenn ich mal nur entspannen
will oder auch wenn ich Ablenkung brauche oder einfach nur so quäle ich halt den Baß.



Superkalifragilistisch

Ich halte es natürlich für die Wertschätzung der Arbeit von Menschen, die in sozialen Einrichtungen - eben mal ketzerisch ausgedrückt - für musikalische Unterhaltung sorgen und mit den Kranken basteln bzw. etwas unternehmen, für angebracht, dass die Arbeit auf eine entsprechende konzeptuelle Grundlage gestellt wird, die das ermöglicht. Auf der einen Seite hat das durchaus positive Effekte: Irgendein dahergelaufener, dessen Arbeit man als unwichtig erachtet und der schlecht entlohnt wird, wird mit Sicherheit nicht angemessen mit den Patienten umgehen. Eine Tätigkeit nicht als Beschäftigung, sondern als -Therapie zu betreiben, hat insofern mit Sicherheit eine Rechtfertigung in der Qualitätssicherung. Auf der anderen Seite stellen sich aber auch schnell zu hohe Erwartungen ein und es besteht die Gefahr, dass die Therapien den Patienten nicht helfen oder sogar wichtigere verhindern und schlechten Institutionen blosse Scheinqualifikation verleihen. Die Menge an Forschungsgeldern ist sehr begrenzt und wenn ich mir dann vorstelle, dass dieses Geld dann in modischen Unsinn statt in solide biologische Forschung fliesst (die ohnehin biologistisch und bääh ist sofern sie sich nicht der Psychologie unterordnet) ...
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

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Belbo zwei


Superkalifragilistisch

ZitatJetzt, wenn ich mal nur entspannen
will oder auch wenn ich Ablenkung brauche oder einfach nur so quäle ich halt den Baß.
Ach, in welcher Black-Metal Kapelle spielst Du denn?  ;D
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

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glatzkopf

 
ZitatAch, in welcher Black-Metal Kapelle spielst Du denn?
Brrrrrrr, dieses Gegrunze ist ja noch schlimmer als Heino ;D


glatzkopf

ZitatGefahr, dass die Therapien den Patienten nicht helfen oder sogar wichtigere verhindern
erstmal macht meine Perle das ohne Moneten, einfach so.
Die kocht auch mit Leuts macht Spiele und sportelt ein wenig
mit ihnen. Einigen braucht man  auch mal nur zuhören.
Alles Ehrenamtlich. Bei Alzheimers im so ziemlich letzten
Stadium brauchst Du keine Therapie mehr. Wenn wir mal so
etwas bekommen, puh davor habe ich wirklich bammel.

glatzkopf

ZitatSo?
ich mache eher so eine Mucke.
Für einen Frickler habe ich viel
zu spät angefangen.
http://www.youtube.com/watch?v=9i3Ud84zAvw&feature=related

Superkalifragilistisch

Zitat von: glatzkopf am 13. September 2011, 16:47:08
ZitatGefahr, dass die Therapien den Patienten nicht helfen oder sogar wichtigere verhindern
erstmal macht meine Perle das ohne Moneten, einfach so.
Die kocht auch mit Leuts macht Spiele und sportelt ein wenig
mit ihnen. Einigen braucht man  auch mal nur zuhören.
Alles Ehrenamtlich. Bei Alzheimers im so ziemlich letzten
Stadium brauchst Du keine Therapie mehr. Wenn wir mal so
etwas bekommen, puh davor habe ich wirklich bammel.

http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/511bf0f3-ffef-42ad-a8ed-76919c5217eb.aspx
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celsus

Zitat von: Superkalifragilistisch am 13. September 2011, 14:39:06
Darf man fragen, wie das Programm aussah?

Klar, das ist leicht erklärt.
Zunächst mal: Ich mache sowieso viel Musik und natürlich macht mir das Spaß, ist ein guter Ausgleich und es entspannt mich. Das ist aber sehr verschieden von der Musiktherapie.
Eine ähnliche Therapieform (Mal-, Gestalt-, Tanztherapie) würde vermutlich auch funktionieren, wenn der Therapeut weiß was er tut und weiß wie ein Gehirn funktioniert und die psychologischen Grundlagen verstanden hat.

Beim Burnout kann ich verschiedene Sachen einfach nicht mehr tun, habe Depressionen, jede Menge Blockaden, Ängste usw. Mein Job ist es, eines dieser Probleme zu benennen. Manchmal brauche ich auch dazu etwas Hilfe, mit einer geschickten Fragetechnik der Therapeutin geht das ganz gut. Wichtig ist, dass sie nicht in die Suggestionsfalle tappt, also mir mein Problem quasi diktiert. Ist das Problem definiert (z.B. ich habe Angst, wenn es an der Tür klingelt, traue mich nicht unter Menschen, habe in bestimmten Situationen Konzentratiosstörungen usw.), dann wird das musikalisch umgesetzt. Dabei passiert es oft, dass ich genau das Gefühl in der Musik erlebe, das ich vorher spezifiziert habe. Das kann so aussehen, dass ich einen bestimmten Ton nicht spielen kann oder in einer Melodie hängen bleibe oder sowas. Weil es aber um nichts geht, kann ich das leicht überwinden, habe dadurch ein Erfolgserlebnis, das Problem habe ich in dieser Situation also gelöst bekommen. Das Gehirn merkt sich das aber. Wenn ich später im realen Leben in eine Situation gerate, die z.B. Panik auslöst, wird die Musik-Situation aufgerufen und die Auflösung kommt gleich hinterher.
Das nenne ich Lösungsorientiert. Ich habe ein konkretes Problem und erarbeite symbolisch die passende Lösung, die dann auch später real verfügbar bleibt.
Die Psychotherapie arbeitet da nicht wesentlich anders.

Zitat von: Superkalifragilistisch am 13. September 2011, 14:39:06Die Lösung für Burn-Out sollte eher eine politische als eine medizinische sein. Viele Leute haben heute Stress wie Börsenmakler, aber der Börsenmakler hat irgendwann genug Geld, um sich zur Ruhe zu setzen, wenn er zu alt für den Job wird. Der normale Angestellte nicht; da heisst es dann Rente mit 67.

Da kann ich dir nur zustimmen. Das ist eindeutig ein Phänomen unserer Zeit. Leistungsdruck, fehlende Belohnungssysteme, Existenzangst, Konkurrenz, das alles zerstört die Motivation. Aber vermutlich wäre ich auch in diese Falle getappt, wenn die politische Situation anders wäre. Manche Leute sind wohl so veranlagt. Übersteigerter Ehrgeiz, Perfektionismus, der Drang nach Unabhängigkeit, da kommt vieles zusammen.

Zitat von: Superkalifragilistisch am 13. September 2011, 14:39:06
Man muss doch kritisch nachfragen, was die Legitimität verleiht, an völlig banale Dinge plötzlich das Signum "-Therapie" zu kleben. Besonders die psychiatrischen Kliniken suggerieren mit unzähligen kryptischen Therapieansätzen ein breites Spektrum an Hilfe: Integrative Gruppentherapie, Traumaspezifische Gruppentherapie, RABE-Gruppe, Katathym imaginative Psychotherapiegruppe, Psychodramagruppentherapie, Tanztherapiegruppe
Rhythmikgruppe, Konzentrative Bewegungstherapie, Selbstsicherheitstrainingsgruppe, Psychoedukationsgruppe, Kunsttherapie Märchengruppe, Therapie im Hochseilgarten, Erlebnistherapiegruppe, Ergotherapie (Oder auf Deutsch: Basteln). Irgendwie muss der Fluß von solidargemeinschaftlichen Geldern halt begründet werden.

Zumindest ist für jeden was dabei. Aber was letztendlich wirklich was taugt, muss man eben untersuchen. Aber auch in den diversen Therapiederivaten gibt es zumindest im klinischen Umfeld Evaluation und Supervision. Man muss eben kritisch bleiben und eventuell auch ein paar Sachen testen bzw. sich einlesen, um nicht auf das falsche Pferd zu setzen.
Leider ist nicht jeder in jeder Situation dazu in der Lage und man muss sich eben auf ärztlichen Rat verlassen können.
Aber du hast natürlich recht, der Markt ist unübersichtlich.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Binky

Zitat von: P.Stibbons am 13. September 2011, 00:31:27
Zitat>>Ein Fall für den Psychotherapeuten

>>Tillmann will die Tinnituspatienten auf die Couch holen: Jahrelange Gespräche könnten helfen, den oft unbewussten Sinn des Leidens zu finden. Es geht ihm statt um Durchblutungsstörungen im Innenohr um die Themen Geborgenheitsverlust und Entsinnlichung in unserer globalisierten Lebenswelt.



Jahrelange Gespräche?? - Davon krieg ich nen Tinnitus... :o :o :o

Und wenn man dann die Ursache des Tinnitus in den Patienten hinein fabuliert gefunden hat, kommt bestimmt wieder eine irgendwie bösartige Mutter und ein Weichei von einem Vater heraus.  ;D

Binky

Musiktherapien sind ebenso sinnvoll wie Sporttherapien, der Umgang mit Tieren oder ähnliches. Es mag daran liege, daß dies alles nicht nur entspannt, sondern gleichzeitig fokussiert und die Stimmung anspricht. Besonders in der Altenheimen werden auch Hunde und Katzen eingesetzt. Und sei es "nur" wegen der Lebensqualität.

Hätte ich die Wahl zwischen Musik und Sport, würde ich allerdings letzteres bevorzugen, da ich völlig unmusikalisch bin.