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Musiktherapie? Kritik und Forschung wo steckt du?

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Begonnen von Ratiomania, 12. September 2011, 13:47:27

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Superkalifragilistisch

Von der Strickpulliecke ins Hochglanzmagazin? Na ob das hilft?
Die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart hebt die Laune nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Fischen.
:kotz:

ZitatDaß Musik einen Effekt auf die Stimmung, das Wohlbefinden und auf die Synapsen hat halte ich auch für unbestritten. Manfred Spitzer hat da glaube ich dazu was geschrieben.



Manfred Spitzer rangiert etwa auf einer Stufe mit Dietrich Grönemeyer ...
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

Jetzt im Trend: »irgendwas mit Gesellschaftskritik«

Bobbele


P.Stibbons

ZitatVon der Strickpulliecke ins Hochglanzmagazin? Na ob das hilft?

Neenee, das müssen schon neurowissenschaftliche Journals sein, und in der Tat gibt es da schon einzelne Ansätze.

Beispielsweise könnte man (und vereinzelt geschieht dies) im Fall von Aphasie nach Schlaganfall ein Retraining über Liedersingen machen, weil aufgrund unterschiedlicher "Ordner" im Gehirn die "Sprech"-Fähigkeit im Rahmen von gesungenen (bekannten und emotional angenehmen) Texten oft erstaunlich gut funktioniert.

Superkalifragilistisch

Zitat von: Bobbele am 12. September 2011, 18:46:27
Zitat von: Superkalifragilistisch am 12. September 2011, 18:36:50
Manfred Spitzer rangiert etwa auf einer Stufe mit Dietrich Grönemeyer ...

Achja?
Ich halte nichts von publikumsgerichteter wissenschaftlicher Produktion. Seriöse Wissenschaft und Edutainment widerspricht sich.

Ausserdem halte ich gegenüber den Neurowissenschaften Skepsis für ausserordentlich angebracht: Sie erweckt mit biologischen Erklärungen allzuschnell den Schein von Objektivität, wo sie in Wirklichkeit nur alte Weltbilder auf eine scheinobjektive Grundlage mit biologischer Terminologie zu stellen versucht. Ein Hirnscanner alleine kann aber nicht für den Wert von Forschung garantieren.
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

Jetzt im Trend: »irgendwas mit Gesellschaftskritik«

P.Stibbons

ZitatIch halte nichts von publikumsgerichteter wissenschaftlicher Produktion. Seriöse Wissenschaft und Edutainment widerspricht sich.

So ist es!!
Um so übler finde ich daher so was:

http://www.singende-krankenhaeuser.de/042cb89ba3025e610/042cb89ca70e37f01/index.html

Mein spezieller Hirn-Guru hat es verstanden, jede nur denkbare thematische Nische zu besetzen und Allgemeinplätze zum Thema "Selbstheilungskräfte" , "Neuroplastizität" etc in die Gegend zu schleudern.

Dies alles ohne sich einen Deut um Evidenzbasiertheit zu scheren und ohne im Rahmen seines Chimären-Institus für "Neurobiologische Präventionsforschung" Ansätze eines vernünftigen Studiendesigns zu entwickeln, was verdammt noch mal seine Aufgabe wäre!!

Und noch dazu entblödet er sich nicht, den ehrenwerten wissenschaftlichen Namen von Prof. Altenmüller (siehe oben) für seine Unsinn-Stiftung zu missbrauchen!  :kotz:

P.Stibbons

Zitat
Ausserdem halte ich gegenüber den Neurowissenschaften Skepsis für ausserordentlich angebracht: Sie erweckt mit biologischen Erklärungen allzuschnell den Schein von Objektivität, wo sie in Wirklichkeit nur alte Weltbilder auf eine scheinobjektive Grundlage mit biologischer Terminologie zu stellen versucht. Ein Hirnscanner alleine kann aber nicht für den Wert von Forschung garantieren.

Nanana...hast du dich damit wirklich beschäftigt?
Ich zufällig recht ausgiebig...

Natürlich nicht "ein Hirnscanner allein" - so was läuft multidisziplinär, wenns seriös ist.

http://www.immm.hmtm-hannover.de/de/forschung/

Bobbele

Zitat von: Superkalifragilistisch am 12. September 2011, 18:52:58
Ich halte nichts von publikumsgerichteter wissenschaftlicher Produktion. Seriöse Wissenschaft und Edutainment widerspricht sich.

Ein Laie braucht Leute/Bücher/Medien die ihm die Wissenschaft "übersetzen". Ich halte nichts von den vielzitierten wissenschaftlichen Elfenbeintürmen. Mein "Edutainment"-Lieblingsbuch: Fermats letzter Satz von S.Singh. Nur zu empfehlen.

Zurück zum Thema:
http://theness.com/neurologicablog/index.php/music-and-brain-plasticity/



Superkalifragilistisch

Zitat von: Bobbele am 12. September 2011, 21:44:17
Musiktherapie hilft bei Tinnitus http://www.g-o.de/wissen-aktuell-10468-2009-09-08.html
Tinnitus ist ein heikles Thema. Alle paar Monate gibts die neue Wundertherapie. In dem Artikel gibt es nichts genaues. Wenn sie so erfolgreich ist wie angegeben, wo bleiben dann die ganzen geheilten Leute?


http://www.dzm-heidelberg.de/dzm/03_forschung_2_projekte_aktuell.htm

ZitatNeurowissenschaftliche Daten belegen die nachhaltige Korrektur der auslösenden neuronalen Veränderungen
Ach? Haben wir auf einmal die Quelle von Tinnitus gefunden? Alles im Hirn?

http://www.dzm-heidelberg.de/dzm/03_forschung_2_projekte_ptbs.html
Hier wird Tinnitus zur psychologischen Krankheit gemacht.

Ich halte mich da lieber an die bewährte Psychoanalyse, die herausgefunden hat, dass Tinnitus ein Schutzmechanismus des Unterbewußten vor der Globalisierung ist!
http://wissen.dradio.de/sid6vit6np50elpt8rrb8ji21o830/psychologie-tinnitus-ist-eine-volkskrankheit.35.de.html?dram:article_id=10538&sid=

Irgendwo findest Du bestimmt auch ein paar bunte Hirn-Bildchen die das beweisen.
"Umgekehrt mußte die Psychoanalyse manchen enttäuschten Adepten eines vulgarisierten, auf eine ökonomisch-soziale Theorie reduzierten Marxismus als Bereicherung erscheinen."

Jetzt im Trend: »irgendwas mit Gesellschaftskritik«


P.Stibbons

Zitat>>Ein Fall für den Psychotherapeuten

>>Tillmann will die Tinnituspatienten auf die Couch holen: Jahrelange Gespräche könnten helfen, den oft unbewussten Sinn des Leidens zu finden. Es geht ihm statt um Durchblutungsstörungen im Innenohr um die Themen Geborgenheitsverlust und Entsinnlichung in unserer globalisierten Lebenswelt.



Jahrelange Gespräche?? - Davon krieg ich nen Tinnitus... :o :o :o

Averell

Mir wollten sie bei der Reha 'ne Musiktherapie aufschwatzen. Weil man sich da doch so toll öffnen kann. Triangel im Takt zu Ying und Yang, Oma Eierschecke hat die Rassel und Opa Krawutzke kriegt die Schellen.



Ich habe dankend abgelehnt.

Ansonsten höre ich aber gern Musik. Ist ein prima Stimmungsverstärker.

celsus

Zitat von: Averell am 13. September 2011, 10:12:32
Mir wollten sie bei der Reha 'ne Musiktherapie aufschwatzen. Weil man sich da doch so toll öffnen kann. Triangel im Takt zu Ying und Yang, Oma Eierschecke hat die Rassel und Opa Krawutzke kriegt die Schellen.

Sieht eher nach Gruppentherapie für Demenzkranke aus. Da wird MT nämlich auch oft eingesetzt.

Ansonsten hätte ich als Anekdote nur eigen Erfahrungen:
Seit einem Jahr mache ich MT, weil ich eine effektive ambulante Therapieform gegen Burnout brauchte. Die Kliniken hier in der Gegend sind alle privatisiert, darauf hatte ich keinen Bock, bei minimalem Aufwand ausschließlich zum Profit dieser Aktiengesellschaften beizutragen.

Fazit zur Musiktherapie bisher:
Extrem unspirituell, hoch effizient, lösungsorientiert und da ich selbst Musiker bin auch noch eine Therapieform, die Spaß macht.
Ich kam da als zitterndes Häufchen Elend an und habe nach 6 Sitzungen wieder konzentriert arbeiten können.
Vermutlich habe ich auch eine sehr erfahrene Therapeutin erwischt. Muss nicht bei jedem klappen.
Als Selbständiger kann ich natürlich auch nicht einfach mal 8 Wochen Kur machen. Danach wäre mein Laden tot.
Da zahle ich lieber selbst für eine Maßnahme, die mir schnell Erfolge bringt.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Belbo zwei

...ich setz noch einen drauf   ;D  singe seit kurzer Zeit im Kirchenchor und glaube dass das wirklich ein therapeutische aber zumindest entspannende Wirkung hat.