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Frauenmangel im Bundestag - Beschwerde abgewiesen

Begonnen von Bachblüte, 02. Februar 2021, 14:49:29

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Bachblüte

https://5x2.de/news/politik/frauenmangel-im-bundestag---wahlbeschwerde-abgewiesen-103316

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/bundestag-frauen-mangel-bundesverfassungsgericht-100.html

ZitatDie Klägerinnen finden, dass der Gesetzgeber dafür sorgen müsste, dass alle Parteien ebenso viele weibliche wie männliche Kandidaten aufstellen.

Ich verstehe das nicht. Ich meine, die Forderung nach Gleichberechtigung natürlich schon. Wieso aber die Forderung nach erzwungenem, perfektem Gleichgewicht?

Wenn genauso viele Frauen wie Männer als Kandidaten aufgestellt werden sollen, muss es dann nicht auch genauso viele Dicke wie Dünne geben?

Müssen dann nicht genauso viele Homosexuelle wie Heteros aufgestellt werden? Und, müssen dann nicht auch genauso viele homosexuelle Frauen wie homosexuelle Männer aufgestellt werden? Wie macht man das dann? 50% Heteros, 25 % Schwule und 25 % Lesben? Oder doch besser nur 33,3 % Heteros, dafür aber vollkommen gleichberechtigt 33,3 % Schwule und 33,3 % Lesben? Dann wären doch aber die Homosexuellen in der Überzahl?? Was macht man, wenn bei der Teilung ein mathematischer Rest bleibt? Einen oder ein paar Kandidaten drei- oder vierteilen? Oder gleich alle durch den Fleischwolf drehen und exakt gleich schwere Hackportionen aufstellen?

Nochmal zu den Dicken und zu den Dünnen: Wenn bei den Dünnen mehr dicke Dünne als dünne Dünne dabei sind, dann wären Letztere doch benachteiligt? Also müsste man auch dafür sorgen, dass es genausoviel dicke dünne Kandidaten wie dünne dünne Kanditaten gibt? Was aber, wenn es dann mehr dünne dünne dünne Kandidaten gibt, als dicke dünne dünne Kandidaten!??

Und was passiert, wenn man es vernachlässigt, auch chromosomale "Anomalien" und andere Abweichungen mit einzubeziehen (https://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t#Ursachen)?

Ich bin eindeutig zu dumm für diese Gleichberechtigungspolitik. <Grübel> Herrscht beim Bundestag eigentlich Gleichberechtigung bezüglich der Anzahl der dummen und der intelligenten Kandidaten?


celsus

Würdest du dich als Frau von einer Überzahl an Männern gut vertreten fühlen?
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

HAL9000

Zitat von: celsus am 02. Februar 2021, 15:58:43
Würdest du dich als Frau von einer Überzahl an Männern gut vertreten fühlen?
Wer sagt denn, dass nur eine Frau die Belange von Frauen gut vertreten kann? Und eine Frau muss auch nicht
per se die Belange von Frauen vertreten, nur weil sie eine Frau ist.
Ich halte von erzwungenen Quoten wenig und finde sie eher kontraproduktiv. Zu leicht kommt dann der Vorwurf,
dass man die Position ja nur wegen des Geschlechts inne hat und nicht wegen der Kompetenz.
Persönlich hätte ich auch kein Problem damit, wenn im Bundestag mehr Frauen als Männer säßen. Ich würde sie
immer an den Taten messen und nicht daran, ob sie ihre Reproduktionsorgane innen oder außen tragen.

Juliette

Man muss sich nur die Nachrichten ansehen, dann erkennt man schnell, dass alle wichtigen Gremien zum Großteil oder sogar zur Gänze aus Männern bestehen.

Dass Frauen ohne irgendwelche Regelungen nicht in größerer Anzahl in die wichtigen Positionen kommen, kann also nur daran liegen, dass sie dafür zu doof sind - sonst bräuchte es keinen Zwang. Oder mit den falschen geschlafen haben. Und Männer können selbstverständlich die Belange von Frauen besser vertreten, wie man täglich sieht.

So wie alte Herren auch die Jugend am besten vertreten konnten, wie man in den 80-er Jahren in der Funktionärszeitschrift des DGB "Die Quelle" lesen konnte: "Hans Dohrenbusch, der verantwortliche Redakteur der Jugendzeitschrift des Gewekschaftsbundes, "aufwärts", vollendete am 9. August sein 65. Lebensjahr."

Genauso, wie weiße Prominente für eine TV-Diskussion über Rassismus prädestiniert sind und da die Nichtweißen bestens vertreten können:
https://www.jetzt.de/glotzen/kritik-an-wdr-sendung-die-letzte-instanz?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE (https://www.jetzt.de/glotzen/kritik-an-wdr-sendung-die-letzte-instanz?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE)

Nogro

Oh mein*e Gött*in, geht es jetzt der Männerverschwörung an den Kragen?
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

celsus

Zitat von: Nogro am 02. Februar 2021, 17:17:03
Oh mein*e Gött*in, geht es jetzt der Männerverschwörung an den Kragen?

Ist die Angst vor Gleichberechtigung so groß, dass gleich die VT-Keule rausgeholt werden muss?
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Nogro

Zitat von: celsus am 02. Februar 2021, 17:58:38
Ist die Angst vor Gleichberechtigung so groß, dass gleich die VT-Keule rausgeholt werden muss?
Eigentlich nicht, aber da es hier diskutiert wird muß es ja irgendwas mit dem Forenthema zu tun haben.
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

Bachblüte

Zitat von: celsus am 02. Februar 2021, 15:58:43
Würdest du dich als Frau von einer Überzahl an Männern gut vertreten fühlen?

Vorausgesetzt dass sie ihren Job gut machen, ja, natürlich. Ich fühle mich auch als männlicher Deutscher äußerst gut vom deutschen Frauenfußballteam vertreten - jedenfalls besser als vom Männerfußballteam.  :laugh:

Würdest Du Dich, als ein Mensch der weder klar männlichem noch weiblichem Geschlecht zugeordnet werden kann, von irgendeiner Mehrheit gut vertreten fühlen?

Zitat von: HAL9000 am 02. Februar 2021, 16:27:30
Persönlich hätte ich auch kein Problem damit, wenn im Bundestag mehr Frauen als Männer säßen. Ich würde sie
immer an den Taten messen und nicht daran, ob sie ihre Reproduktionsorgane innen oder außen tragen.
Das ist eigentlich auch mein Standpunkt. Für mich wäre auch ein komplett mit Frauen besetzter Bundestag kein Problem, wenn gute Resultate dabei herauskommen (und wenn nacher nicht alles wegen lauter Doppelpunkt:Innen und Stern*Innen unlesbar wird!).  :grins2:


Was ist eigentlich eine VT-Keule?


HAL9000

Zitat von: Bachblüte am 02. Februar 2021, 18:16:22... Was ist eigentlich eine VT-Keule?
VT steht für Verschwörungstheorie.
Für die Klammer in deinem letzten Satz könntest du dir schnell eine Rüge (von Berufsempörten) einfangen. Einmal wegen des
Anzweifelns der Sinnhaftigkeit des Genderns und der impliziten Unterstellung, dass solch Unsinn nur von Frauen kommen kann.
Du hättest dann an der Backe, dass so eine Mikroagression einer der Gründe ist, warum sich viele Frauen das Haifischbecken
Politik nicht antun wollen.

sailor

Wer immer sowas vorbringt sollte sich zunächst mal mit den Bedingungen für Politikschaffende (war das korrekt?) auseinandersetzen... und zwar von "ganz unten" (also Kommunalebene) an. Dort ist die überwiegende Mehrheit der Politiker/innen/es (so auch gut?) im Rentenalter. Warum? Weils ein Ehrenamt neben dem Beruf ist. Als Familienmensch zwischen 30 und 50 hat man/frau/es überwiegend einfach keinen Bock, sich wochentags nach der Arbeit ab 18 Uhr noch mit Flächennutzungsplänen, Kitakonzepten, Satzungsänderungen und doppischer Finanzwirtschaft rumzuschlagen. Tatsächlich werden dort aber wahnsinnig viele Weichen für Familienmenschen zwischen 30 und 50 (und deren wieder häufiger werdende Nachkommenschaft) gestellt. Wer entscheidet denn über den Schulneubau über 10 mio €?

Ich finde die Diskussion um Parität in BT und den Landtagen überflüssig, genauso wie die Frage nach Quoten in Aufsichtsräten. Das bringt nur Unmut, es werden "Quotenpersonix" benannt und wirklich besser sind die Entscheidungen auch nicht. Viel wichtiger ist doch, die Bedingungen für Menschen, die sich engagieren wollen zu verbessern... da gehts darum, dass Frauen, selbst wenn sie berufstätig sind, als Mütter IMMER Karriere- und damit Vermögenseinbußen haben. Leider DENKEN Männer bereits in diesen Kategorien, hab ich mit meinem Chef erlebt: Als ich ihm verkündete, dass ich eine Stelle mit einer Bewerberin Ende 20 besetzen konnte meinte er nur: Na, die ist dann wohl bald rund und erstmal weg. Worauf ich ihn darauf hinwies, dass die letzten größeren Abwesenheiten wg. Elternzeit von 2 frisch eingestellten Herren wahrgenommen wurden :D Nur mal nebenbei ich bezeichne mich als Hetero, männlich. Dieses Denken, dass Frauen "weg" sind wegen der Kinder und deswegen andere mitarbeiten müssen ist überholt. Die Person mit den meisten Überstunden bei uns ist eine alleinerziehende Mutter mit 2 Söhnen.... Nur in den Köpfen der "Entscheidungsträger" ist es nicht raus, aber das Problem erledigt sich biologisch... oder mit Corona.

Typee

Zitat von: Juliette am 02. Februar 2021, 17:08:17
Man muss sich nur die Nachrichten ansehen, dann erkennt man schnell, dass alle wichtigen Gremien zum Großteil oder sogar zur Gänze aus Männern bestehen.

Dass Frauen ohne irgendwelche Regelungen nicht in größerer Anzahl in die wichtigen Positionen kommen, kann also nur daran liegen, dass sie dafür zu doof sind - sonst bräuchte es keinen Zwang. Oder mit den falschen geschlafen haben. Und Männer können selbstverständlich die Belange von Frauen besser vertreten, wie man täglich sieht.

So wie alte Herren auch die Jugend am besten vertreten konnten, wie man in den 80-er Jahren in der Funktionärszeitschrift des DGB "Die Quelle" lesen konnte: "Hans Dohrenbusch, der verantwortliche Redakteur der Jugendzeitschrift des Gewekschaftsbundes, "aufwärts", vollendete am 9. August sein 65. Lebensjahr."

Genauso, wie weiße Prominente für eine TV-Diskussion über Rassismus prädestiniert sind und da die Nichtweißen bestens vertreten können:
https://www.jetzt.de/glotzen/kritik-an-wdr-sendung-die-letzte-instanz?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE (https://www.jetzt.de/glotzen/kritik-an-wdr-sendung-die-letzte-instanz?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE)

oK; manfrau muss sich aber schon im Klaren darüber sein, dass eine Lösung auch nicht so aussehen kann, dass jedes Geschlecht, jede Altersklasse, jede Hautfarbe, jedes religiöse Bekenntnis oder Nichtbekenntnis pp. ad infinitum seinen Proporz bekommt. Ansonsten: willkommen daheim im Ständestaat 2.0. Da brauche ich keine VT-Keule herauszuholen, um das abzulehnen. Auf parlamentarischer Ebene reicht schon die Verfassungskeule, um festzustellen, dass ein demokratisch gewähltes Parlament nicht so zusammengesetzt sein kann, dass ein Anteil von 50 % von Frauen für Frauen gewählte Mitglieder sein müssen und die Schnittmengen mit anderen ProporzritterInnen nach einem undurchsichtigen Algorithmus errechnet werden. Die Frage, wer sich von einem Angehörigen des jeweils anderen Geschlechts wegen der anderen Geschlechtszugehörigkeit ausreichend repräsentiert fühlt oder nicht, ist eigentlich vorgestrig, seit wir seit Jahr und Tag - wie lange genau kann ich aus dem Gedächtnis schon gar nicht mehr zählen - eine BundeskanzlerIn unser Eigen nennen und sich selbst das Merkel-muss-weg-Gedöns eigentlich nie am Geschlecht entzündete. Geht doch. Ich lasse mich in meiner Bundeshauptstadt ja auch von Angehörigen anderer, wirklich ganz anderer Bundesländer vertreten.

Es sieht auch übrigens geradezu anachronistisch aus, diese Frage auf einen Geschlechtsdualismus festzunageln.  Ich habe zum Beispiel auch nie nachvollziehen können, was daran fortschrittlich sein sollte, in der Verfassung des Landes Hessen die alte Formulierung, nach der "alle Menschen" vor dem Gesetz gleich waren, kürzlich zu ersetzen durch die Formulierung, "Frauen und Männer" seien vor dem Gesetz gleich. In einer Zeit, in der von der Klotür bis zur öffentlichen Stellenausschreibung "divers" üblicher Gebrauch geworden ist, muss sich derdie "Diverse" doch wohl nicht entscheiden müssen, ob ersie Männlein oder Weiblein sei, um in den Genuss des Gleichheitsgebots zu kommen.

Was ich mir dagegen sehr gut vorstellen kann, wäre eine Art Quorenkorridor: jedes Geschlecht (ok, von zweien) muss zu mindestens 40 % in den relevanten Gremien vertreten sein. Dann gibt es eine angemessen starke Verteilung für alle und der Druck aus dem "Quotenfrauen"-Gerede wäre heraus. Ich rechne ohnehin damit, dass die Ungleichverteilung sich im Laufe einer Generation überwächst. Wir haben heute schon viel mehr Abiturientinnen als Abiturienten, in klassischen Studienfächern wie Medizin, Rechtswissenschaft und Zahnmedizin gibt es einen großen Frauenüberschuss (in der Zahnmedizin liegt das wohl um die 75 %), und dieser Überhang wird sich in der Zahl der AbsolventInnen auch niederschlagen. Das Übergewicht der Anwaltszulassungen z.B. liegt jedenfalls in städtisch geprägten Kammern (in Koblenz nicht unbedingt) klar auf weiblicher Seite. Und solche Absolventinnen rücken dann auch in die Top-Positionen ein, wer soll es denn sonst machen? Und ich bin leider schon etwas zu alt um mitzuverfolgen, wie die frischgebackenen neuen Matriarchinnen auf das Ansinnen bevölkerungsangemessenen männlichen Proporzes reagieren werden. Ich sage auch bewusst "werden", nicht "würden".
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Bachblüte

Zitat von: HAL9000 am 02. Februar 2021, 18:31:11
VT steht für Verschwörungstheorie.
Danke, dafür und auch für die Warnung vor dem Fettnäpfchen-Minenfeld!  :laugh:

Max P

Wenn Fraun plötzlich die Mehrheit in den Parlamenten hätten, dann könnte mann ihnen ja nie mehr das Wahlrecht entziehen... :Opa: :teufel 

MrSpock

Man kann doch klein anfangen: In Hessen sind demnächst Kommunalwahlen. Auf dem 20m² großen Stimmzettel hat doch jeder Mensch die Möglichkeit, durch Kumulieren und Panaschieren nur Frauen zu wählen und alle Männer zu streichen.  ;D
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Typee

Zitat von: MrSpock am 03. Februar 2021, 10:16:11
Man kann doch klein anfangen: In Hessen sind demnächst Kommunalwahlen. Auf dem 20m² großen Stimmzettel hat doch jeder Mensch die Möglichkeit, durch Kumulieren und Panaschieren nur Frauen zu wählen und alle Männer zu streichen.  ;D

Ja, genau, so ähnlich wie der Schwarm Kleinanleger, der sich einen Spaß daraus macht,  Hedgefonds dadurch zu ärgern, dass irgendwelche Pennystocks organisiert gehyped werden, ohne jeden realwirtschaftlichen Hintergrund, und sei es um den Preis des eigenen Ruins.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.