Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Bruttowertschöpfung

Begonnen von alliance1979, 19. November 2014, 03:11:43

« vorheriges - nächstes »

Belbo

...ist es nicht so, dass weltwirtschaftlich bei der breiten Masse zu wenig hängen bleibt, und deshalb zu wenig konsumiert wird?

uran

Ich habe extra das Ausland in die Frage mit einbezogen. Für eine Person, beispielsweise einem Zahnarzt, ist es natürlich möglich seinen Lebensunterhalt mit Dienstleistungen zu bestreiten.
Eine Dienstleistung ist jedoch sofort verbraucht, im Gegensatz zum Goldbarren, oder der Waschmaschine und kann auch nicht transportiert werden. Damit man sich Produkte aus dem Ausland kaufen kann, muss man dem Ausland ja auch einen Gegenwert geben. Auf Dauer Schulden machen kann ja auch nicht funktionieren.
Andererseits sehe ich außer einer "Währungsbarriere" jetzt auch kein theoretisches Hinderniss mehr.

Typee

Es hängt wohl nicht mit der Verbrauchbarkeit von Dienstleistungen zusammen, sondern damit, ob der Volkswirtschaft die Erlöse zufließen.  Gebilde wie die Fürstentümer Liechtenstein und Luxemburg leben fast ausschließlich von (Finanz)Dienstleistungen, ebenso die Kanalinseln.  Auch einzelne Kantone in der Schweiz könnten das. Island und Irland sind  daran gescheitert, zugegeben. Dort hatte man die Sache aus Unerfahrenheit dümmer eingestielt. Ob das UK es nicht übertrieben hat, weiß man noch nicht so recht.

Auch da gilt allerdings: die Dienstleistung muss international attraktiv und ausreichend qualifiziert sein. Keine Volkswirtschaft könnte von den weltweit besten Schuhputzern leben, nicht einmal von den besten Zahnärzten. Von den besten IT-Dienstleistungen und den cleversten Industrieversicherungen möglicherweise schon.

@ Cavaliere:
Die Formel, es werde zu wenig konsumiert, ist nicht einmal falsch, man muss nur aufpassen, dass man das Problem nicht von der falschen Seite her angeht. Für Griechenland z.B. ist es schon klar, dass der einfachste Weg zu mehr Konsum die Verteilung von Geld wäre. Man kann auch sagen: die Rückkehr zu den alten Zu- und Missständen. Was Tsipras verlangt, wäre genau das: ein Verteilungsapparat, in dem die alten Eliten natürlich wieder am gründlichsten absahnen würden. Ein böses Vorhaben ist insbesondere die Wiedereinstellung von 20.000 offenkundig überflüssigen Beamten... Und der Zaster - oder das, was nach vielen Korruptionsrunden noch übrig ist - würde, so lange nichts konkurrenzfähiges an Waren und Dienstleistungen aus dem Land selbst angeboten wird, über Importe gleich wieder ins Ausland abfließen. Geld für Griechenland wird viel dringender benötigt, um im Lande selbst profitable und konkurrenzfähige Waren und Dienstleistungen zu schaffen, mit den dringend benötigten Arbeitsplätzen - die dann auch nachhaltigen Konsum ermöglichen.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Typee

Gnihihi,

findet Ihr den letzten Post nicht auch komisch, neben dem Ava?
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Groucho

Zitat von: Typee am 24. Januar 2015, 22:17:51
Gnihihi,

findet Ihr den letzten Post nicht auch komisch, neben dem Ava?

Und wie  ;D

alliance1979

Zitat von: Groucho am 23. Januar 2015, 14:13:34
Zitat von: alliance1979 am 23. Januar 2015, 04:55:17
Danke. Eines aber nicht falsch verstehen. Ich halte die Entscheidung der EZB für absolut notwendig. Selbst wenn ich befürchte das die Maßnahme nicht im vollen Umfang Früchte trägt.

Was sagst Du denn zum Handeln der Schweizer NB? Soweit ich das beurteilen kann, hatte diese den gegenläufigen Kurs der EZB verfolgt durch Euro-Ankäufe, und der Ausstieg aus der Bindung war jetzt eine Notbremse, da die SNB natürlich nicht gegen die EZB volumenmäßig anstinken kann.

Erst mal ich bereue gerade vor allem, nicht für ein Schweizer Unternehmen oder Institut in der Schweiz zu arbeiten ;).

Zur Aussage:
Das ist nicht korrekt. Ich versuche das mal zu erklären. Deshalb erst mal kurz etwas zur  Zentralbank.
Diese kann nur unter bestimmten Umständen Pleite gehen.  Das werde ich gleich kurz erklären und dann Erleutern warum dies kein Grund für die SNB war, sich vom € zu lösen.
Folgende Bedingungen müssen vorliegen, damit eine  Zentralbank Pleite geht:

- Sie muß Verbindlichkeiten in einer Währung haben, die sie selber nicht herstellen kann.
- Die eigene Währung wird im Außland nicht mehr akzeptiert.
- Die Bank verfügt über keine sonstigen Aktiva mehr.
- Die Bank kann ausstehende Forderungen nicht mehr Bedienen.

Erst unter diesen Bedingungen ist eine Zentralbank insolvent.
Jetzt ist die Frage was die SNB gemacht hat, um den Schweizer Franken an den € zu koppeln.
In den letzten 3 Jahren sorgte die SNB dafür,  das der  Kurs des CHF nicht über 1,20 CHF/€uro  steigt.
Um das zu erreichen mußte die SNB mit ihren CHF schlicht €uro am Devisenmarkt kaufen, damit der €uro Kurs gestärkt wird. Diese erworbenen €uro werden dann in europäische Wertpapiere oder Immobilien angelegt.

Sie hält also einen Gegenwert zu den von IHR gedruckten Franken in den Händen (in den Büchern), deren einziges Risiko der Wertverlust oder Ausfall ihrer Investitionen ist.

Gleichzeitig darf man nicht vergessen das eine Zentralbank so viel Geld drucken kann wie sie möchte. Es kostet sie nichts.
Das einzige reale Risiko das durch das Gelddrucken entsteht, nämlich die Preisniveaustabilität, kommt für sie selber nicht zum Tragen, denn das Geld fließt ja in den europäischen Wirtschaftsraum (und dort auch nur in den Finanzmarkt) und nicht in den eigenen.

Sollte ihre Investitionen im Euro Raum Wertlos werden (was äußerst unwahrscheinlich ist), hat die Bank zwar einen Verlust in den Büchern stehen, aber da es von ihr gedrucktes Geld war, spielt das nur auf dem Papier, also in der Bilanz eine Rolle.

Es droht schließlich keine weitere Forderung aus diesen Geschäften. Selber schuldet sie das Geld niemandem (schließlich selber gedruckt) und der Wertverlust belastet auch nicht die heimische Wirtschaft. Geschäfte mit der SNB würden sich immer noch lohnen, da der eigene Wirtschaftsraum ja von all dem völlig unbehelligt geblieben wäre und damit der CHF weder an Wert verloren noch gewonnen hat. Man hätte sich also noch ohne weiteres an den € hängen können. Es wurde werde zu teuer, noch zu riskant.

Ironischer weise hat die SNB durch die Maßnahme den Wert ihrer Euro Investitionen überigens selber noch relativ reduziert.

Ich wurde selbst, wie fast alle anderen auch, von diesem Schritt der SNB sehr überrascht. Wirklich logisch erklären kann ich ihn nicht wirklich. Zwar hege ich einige Vermutungen, aber das wäre reine Spekulation. In einem Punkt bin ich mir aber sicher. Ein wenig war man wohl selber über die eindeutige Reaktion des Marktes bei der SNB erschrocken.
Man ist in der Schweiz einfach daran gewöhnt, das man im allgemeinen nicht sonderlich beobachtet wird. Als die Schweiz etwa den CHF an den € koppelte, hatte das medial kaum große Wellen geschlagen, sorgte aber für einen enormen schub auf den europäischen Aktienmärkten.
Um ein anderes Beispiel zu nennen was die unbeobachtete Schweiz angeht... Sind  jemanden die Zinsentscheidungen der SNB (auf die ich gleich noch zu sprechen komme)  der vergangenen Jahre geläufig? Außer Experten sicher kaum jemand.

Bleibt jetzt die Frage was ich von der Entscheidung halte. Aus Schweizer Sicht im Augenblick nicht sonderlich viel.

Selbst wenn man damit ein strategisches Ziel verfolgt das mir nicht bewußt ist (durchaus möglich da dies nicht mein Schwerpunkt ist), wäre es Sinnvoll gewesen vorher die eigene Wirtschaft dezent zu warnen. Eine verklausulierte Pressemitteilung hätte da gereicht und die meisten Schweizer Unternehmen hätten sich (noch) besser auf Währungsschwankungen einstellen können.

Die Schweiz ist in den vergangenen Jahren einer der größte Nutznießer des € gewesen, da sie durch Verträge mit der EU einen riesigen Wirtschaftsraum vor der eigenen Haustür hatte und gleichzeitig die eigene Währung behalten konnte.
Die Schweizer Wirtschaft ist dabei relativ Exportabhängig (1) und ihre Wirtschaftskraft basiert hauptsächlich auf kleinen und mittelständischen Unternehmen.(2)
Diese sind international meist besonders Anfällig für Währungsschwankungen, weil sie  sich weniger gut als Großkonzerne absichern können.

Gleichzeitig wird wohl der Binnenmarkt leiden, denn viele Schweizer werden wohl in Zukunft in Frankreich, Italien und Deutschland einkaufen gehen, während ein Urlaub oder eine Shoppingtour im Land selber für Außländer sehr teuer wird, der Urlaub woanders aber relativ günstig.
Sollte der Franke sich weiter so entwickeln, dann wäre z.B. ein Skieurlaub in Österreich extrem attraktiv. Der Binnenmarkt leidet also, wenn der chf stärker wird. Und zwar wesentlich eher als der Export.

Ein starker Franke hat natürlich auch Vorteile. Denn eine starke Währung macht den Kauf von Rohstoffen günstiger. Allerdings ist der Ölpreis gerade  eh im Keller und die Schweiz ist gemessen am BIP nicht außergewöhnlich abhängig von Rohstoffen.

Die Schweiz hat übrigens auch durchaus ihren Anteil daran, das der  € so schwach ist. Denn ihr "Konzept" basiert schließlich darauf seine Handelspartner konsequent zu überschulden.
Zum einem über die "massiven" Exporte (gemessen an der Wirtschaftsleistung), zum anderen über die eigene Zinspolitik.

Wie so ziemlich jeder mal gehört haben dürfte, ist die Schweiz ein kleines Steuerparadies. Was man wesentlich seltener hört, ist das die Schweiz davon doppelt partizipiert.
Denn sie hat damit in der Vergangenheit viel Kapital ins eigene Land gelockt und deshalb konnte sich die SNB einige Extravaganzen in der Zinspolitik erlauben.

So hat sie in der Vergangenheit(fast) immer dafür gesorgt, dass der eigene Leitzins unter dem aller anderen relevanten Leitzinsätze liegt.

Leitzins   
Euroland   0,05   
USA           0 - 0,25%   
Japan   0 - 0,10%   
GB           0,50%
Schweiz    -1.25 - -0.25   

Die Schweiz kann also den Markt unterbieten und bleibt für Anleger trotzdem interessant und für die Anleger ist das Steuerparadies also in einigen Fällen real nicht Umsonst.
Für die schweizer Finanzindustrie praktisch, da die Schweizer Banken im Kapital schwimmen, das sie aus dem Außland bekommen und mit diesem dann selber sehr gut im Außland arbeiten können. Fast niemand kam günstiger ans Geld als die Schweizer Banken. Einer der gründe warum die USA so massiv intervenierten was das Schweizer Bankgeheimnis angeht.

Im übrigen ist die Deflationsgefahr in der Schweiz gerade besonders groß. Durch die Entscheidung sich vom € abzukoppeln ist sie sogar noch gewachsen.  Bleibt der Franken lange Zeit so stark oder wird sogar noch stärker, muß die SNB die eigene Währung irgendwie abwerten (Wettbewerbsfähigkeit), ohne gleichzeitig  die Deflationsgefahr zu vergrößern. Für die Zentralbank alleine ist das dann schon ein wenig die Quadratur des Kreises und könnte darin münden, sich wieder an den € zu hängen.

Das wäre ein ziemlicher Imageschaden für die SNB. Aber auch das ist Kaffesatzleserei, denn niemand kann vorhersagen wie sich die nächsten Monate und Jahre ökonomisch entwickeln werden.

(1) http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/06/05/blank/key/handelsbilanz.html
(2) http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/06/01/pan.html
(3) http://www.leitzinsen.info/schweiz.htm
(4) http://www.finanzen.net/leitzins/

Noch fragen dazu?

MfG
"Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren."

Luther Burbank

alliance1979

Zitat von: uran am 24. Januar 2015, 17:39:36
Ich lese diesen Faden seit Beginn gespannt durch und finde ihn sehr lehrreich.
Ich fände es schön, wenn noch Unterschiede zwischen produzierender Industrie und Dienstleistungen behandelt werden könnten.
Also wäre es potenziell möglich, dass ein Land nur von Dienstleistungen lebt und alle Produkte importiert?

Ich werde versuchen die nächsten Tagen (nicht böse sein falls es länger dauert) meine gleich folgende Antwort sehr genau zu begründen. Die Frage ist nämlich außerordentlich komplex.

Kurzantwort:

Allgemein Theoretisch:
Nur kleinste Volkswirtschaften wären dazu in der Lage. Selbst Länder wie das hier bereits genannte Luxemburg wären dafür meiner Ansicht nach schon zu "groß".

Praktisch betrachtet wird es wohl nie eine Volkswirtschaft geben, die nur auf Dienstleistung beruht. Einfach weil es keinen Sinn ergibt.
Warum sollte etwa eine Regierung seinen Bürgern verbieten Waren zu produzieren? Auch Luxemburg exportiert Metallwaren, Maschienen oder Nahrungsmittel.

Ich werde dazu aber relativ präzise Stellung nehmen, denn etwas komplexer ist es schon und die Frage ist äußerst berechtig und Groucho´s unmittelbare Antwort ja im ersten Moment nicht von der Hand zu weisen. ;)

MfG
"Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren."

Luther Burbank

Groucho

Zitat von: alliance1979 am 25. Januar 2015, 16:46:25
Noch fragen dazu?

Nein, vielen Dank, gut erklärt! Ich seh schon, das Thema beginnt mich noch wirklich zu interessieren  :grins2:

Groucho

Zitat von: alliance1979 am 25. Januar 2015, 17:08:12
Ich werde dazu aber relativ präzise Stellung nehmen, denn etwas komplexer ist es schon und die Frage ist äußerst berechtig und Groucho´s unmittelbare Antwort ja im ersten Moment nicht von der Hand zu weisen. ;)

Ich habe ja bewusst ein "theoretisch" eingefügt. Praktisch wäre das wirklich etwas absurd. Vermute mal, es muss eine gute Mischung geben, Dienstleistungen sind ja oft an Produkte gekoppelt.

MrSpock

Zitat von: Groucho am 25. Januar 2015, 17:44:14

Ich habe ja bewusst ein "theoretisch" eingefügt. Praktisch wäre das wirklich etwas absurd. Vermute mal, es muss eine gute Mischung geben, Dienstleistungen sind ja oft an Produkte gekoppelt.

Das ist ein sehr komplexes Thema. Die Umsätze der deutschen Serviceorganisationen sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Der Trend geht zu eigenen Produkten. Nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen (Quelle: KVD Servicestudie 2014) bietet mittlerweile ihre Dienstleistungen nur noch für die eigenen Produkte an. Das war in den Jahren 2009 - 2012 anders. Bis 2012 ging der Trend zu fremden Produkten, das hat sich ab 2013 wieder umgekehrt. Meine Vermutung: Die Produkte werden immer komplexer. Wir reden nicht mehr über reine Mechanik, sondern über hybride Produkte, die an komplexe Steuerungssysteme gekoppelt sind. Das Know-how liegt bei den Herstellern. Auch die Entwicklungszyklen für neue Produkte werden immer kürzer. Als unabhängiger Dienstleister wird es immer schwieriger, sich für fremde Produkte das notwendige Know-how rechtzeitig anzueignen.

Schließlich sind produktbegleitende Dienstleistungen hoch profitabel. Die meisten Unternehmen aus der Maschinenbau-Branche erwirtschaften ihre Gewinne nicht aus dem Produkt, sondern aus den Dienstleistungen. Daher haben sie kein Interesse, dass unabhängige Dienstleister ihnen das Geschäft wegnehmen. Monopol-Ersatzteile und komplexe Steuerungssysteme, möglichst auch Remote-Service, sind wirksame Instrumente dagegen. Die Digitalisierung von originären Serviceprozessen kommt vermehrt auch bei der Schnittstelle zum Kunden an.

Der Anteil der Dienstleistungen an der gesamten Bruttowertschöpfung liegt bei mittlerweile 69%. Dienstleistung sind der Treiber der Gesamtwirtschaft.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Trend von einzelnen Produkten zu vernetzten Kombinationen aus Produkt und Dienstleistung geht. Reine Dienstleistungen ohne eigenes Produkt funktioniert auf Grund der technischen Komplexität der Produkte nicht. Das schließt allerdings eine stetig steigende Qualifikation der Dienstleister und somit dementsprechende Löhne mit ein.

Natürlich gibt es auch reine Dienstleistungen, die nichts mit Produkten zu tun haben wie z. B. Altenpflege. Andere Trends wie Carsharing benötigen immer weniger Produkte, kommen aber nicht ganz ohne Produkte aus. Irgendeiner muss die Autos ja herstellen. Anders ausgedrückt: Der Kunde möchte keine Bohrmaschine, die an 364 Tagen im Jahr in der Schublade liegt. Er möchte ein Loch in der Wand.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

pelacani

Zitat von: MrSpock am 26. Januar 2015, 09:42:36
Schließlich sind produktbegleitende Dienstleistungen hoch profitabel. Die meisten Unternehmen aus der Maschinenbau-Branche erwirtschaften ihre Gewinne nicht aus dem Produkt, sondern aus den Dienstleistungen. Daher haben sie kein Interesse, dass unabhängige Dienstleister ihnen das Geschäft wegnehmen. Monopol-Ersatzteile und komplexe Steuerungssysteme, möglichst auch Remote-Service, sind wirksame Instrumente dagegen.

Kann auch ein äußerst wirksames Instrument gegen Kundenzufriedenheit sein. Erlebe ich gerade aus der Nähe, bei einer VW-Werkstatt.

MrSpock

Zitat von: Pelacani am 26. Januar 2015, 12:17:11
Zitat von: MrSpock am 26. Januar 2015, 09:42:36
Schließlich sind produktbegleitende Dienstleistungen hoch profitabel. Die meisten Unternehmen aus der Maschinenbau-Branche erwirtschaften ihre Gewinne nicht aus dem Produkt, sondern aus den Dienstleistungen. Daher haben sie kein Interesse, dass unabhängige Dienstleister ihnen das Geschäft wegnehmen. Monopol-Ersatzteile und komplexe Steuerungssysteme, möglichst auch Remote-Service, sind wirksame Instrumente dagegen.

Kann auch ein äußerst wirksames Instrument gegen Kundenzufriedenheit sein. Erlebe ich gerade aus der Nähe, bei einer VW-Werkstatt.

In der Tat, die Kfz-Werkstätten haben den Knall noch nicht gehört! Da kann ich auch bücherweise Anekdoten erzählen. Es gab mal eine gut gemachte Doku, nannte sich passender Weise: "Das Märchen von Made in Germany - Neues aus der Servicewüste".

In der Automobilbranche ist es so, dass mittlerweile 80% des Gesamtumsatzes aus Dienstleistungen (inkl. Gebrauchtwagenverkauf) bestehen, nur 20% des Umsatzes generiert sich aus dem reinen Produkt - sprich Auto.

Quelle siehe Anhang.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.