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Kleines Rätsel: Wer hat es gesagt?

Begonnen von Dr. Ici Wenn, 21. Februar 2013, 13:41:22

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Typee

Zitat von: Groucho am 14. November 2014, 14:53:23
ZitatDenn hinter dem sanften Wort Sterbehilfe verbirgt sich ja nichts anderes als die Anleitung zum Selbstmord. [...] Aber am Ende sollten wir im Tod etwas üben, was wir im Leben leicht verlernen: Demut. Das Leben ist nicht beherrschbar, der Tod sollte es auch nicht sein.

ZitatWenn das Schule macht, wird die Frage "Wohin mit Oma?" bald einen anderen Tonfall bekommen. Wer schützt Alte und Kranke vor dem äußeren - oder inneren - Druck, die anderen und sich selbst von der Last und den Lasten des eigenen Leids zu befreien? In Wahrheit ist der Tod auf Bestellung kein Gewinn an Freiheit. Sondern eine Kapitulation - vor dem Leben und vor dem Geist des Zwecks. Ärzte und Konzerne helfen uns mit chirurgischen und kosmetischen Mitteln dabei, das Altern zu verlernen. Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden. Es lebe die Effizienz, es lebe die Optimierung!

ZitatErinnern wir uns an das öffentliche Sterben von Johannes Paul II. im Jahr 2005. Von Anfang Februar bis Anfang April ließ der Papst alle Menschen an seinem Leid, an seiner Krankheit, an seinem Verfall teilhaben und zeigte seinen kommenden Tod. Der geduldete Tod wurde zu einem Zeichen für die Würde des Lebens.

"Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden" - Welch grausame Vorstellung!

Wer hat das alles von sich gegeben? Googeln ist einfach, wer nicht raten mag, bitte nichts verraten.

Hätte sie/er geschwiegen, wäre sie/er zwar immer noch keix Philosox, aber wenigstens nicht peinlich.

Ich hab's im Original gelesen, deshalb halt ich mal stille. Aber kann mir einstweilen jemand weiterhelfen: ich soll im Tod etwas üben? Und in welcher Weise spricht das "öffentliche Sterben" eines Papstes für die Würde des (womöglich meines) Lebens?
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Omikronn

Zitat von: Typee am 14. November 2014, 15:45:23
Zitat von: Groucho am 14. November 2014, 14:53:23
ZitatDenn hinter dem sanften Wort Sterbehilfe verbirgt sich ja nichts anderes als die Anleitung zum Selbstmord. [...] Aber am Ende sollten wir im Tod etwas üben, was wir im Leben leicht verlernen: Demut. Das Leben ist nicht beherrschbar, der Tod sollte es auch nicht sein.

ZitatWenn das Schule macht, wird die Frage "Wohin mit Oma?" bald einen anderen Tonfall bekommen. Wer schützt Alte und Kranke vor dem äußeren - oder inneren - Druck, die anderen und sich selbst von der Last und den Lasten des eigenen Leids zu befreien? In Wahrheit ist der Tod auf Bestellung kein Gewinn an Freiheit. Sondern eine Kapitulation - vor dem Leben und vor dem Geist des Zwecks. Ärzte und Konzerne helfen uns mit chirurgischen und kosmetischen Mitteln dabei, das Altern zu verlernen. Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden. Es lebe die Effizienz, es lebe die Optimierung!

ZitatErinnern wir uns an das öffentliche Sterben von Johannes Paul II. im Jahr 2005. Von Anfang Februar bis Anfang April ließ der Papst alle Menschen an seinem Leid, an seiner Krankheit, an seinem Verfall teilhaben und zeigte seinen kommenden Tod. Der geduldete Tod wurde zu einem Zeichen für die Würde des Lebens.

"Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden" - Welch grausame Vorstellung!

Wer hat das alles von sich gegeben? Googeln ist einfach, wer nicht raten mag, bitte nichts verraten.

Hätte sie/er geschwiegen, wäre sie/er zwar immer noch keix Philosox, aber wenigstens nicht peinlich.

Ich hab's im Original gelesen, deshalb halt ich mal stille. Aber kann mir einstweilen jemand weiterhelfen: ich soll im Tod etwas üben? Und in welcher Weise spricht das "öffentliche Sterben" eines Papstes für die Würde des (womöglich meines) Lebens?
Umgekehrt wird aber ein ziemlich grosser Schuh draus, oder möchte Herr/Frau tatsächlich mit Schmerz und Leid abtreten?  :stirn
"Philosoph"..... hmmm Precht?
Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.

Typee

Nee, Omikronn, ich wollte da niemanden auf eine falsche Fährte schicken. Ich meinte nur den alten Spruch " se tacuisses...". Ob Philosox oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Precht ist übrigens auch keiner, sondern Germanist.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Groucho

Zitat von: Typee am 14. November 2014, 15:45:23
Aber kann mir einstweilen jemand weiterhelfen: ich soll im Tod etwas üben? Und in welcher Weise spricht das "öffentliche Sterben" eines Papstes für die Würde des (womöglich meines) Lebens?

Das war auch ein Grund für mich, das hier zu bringen in der hoffnungsvollen Absicht auf Einsicht. Aber es ist schon richtig, Ärzte und Konzerne sind üble Verbrecher, versuchen sie doch, durch Erhöhung der Lebensqualität (man denke nur an künstliche Hüftgelenke, Augen-Ops, Hörgeräte etc) den Menschen von seiner wahren Bestimmung, dem gar köstlichen, möglichst langem Dahinsiechen bis zum Tod abzuhalten! Kein Wunder, dass so jegliches Mitgefühl, das Mitleiden aus Solidarität abhanden gekommen ist. Lasset uns nun geißeln!

Gefährliche Bohnen

Ist halt so eine typisch christliche Vorstellung - in gewisser Weise die Perversion des Wunsches nach ausgleichender Gerechtigkeit: Mehr Leid im Diesseits = mehr Belohnung im Jenseits. Wenn man es sich so "einfach" machen kann, muss ja was faul sein.
"Ich muss an dieser Stelle gestehen: Ich mag Karpfen gar nicht." - Groucho
RIP

pelacani

ZitatEs war ihm sehr wohl gestattet zu glauben, dass die Richter die Unschuld dieses Mönchs unterdrückt hatten; aber er hatte nicht das geringste Recht, die Anteile, die von diesem Prozess bekannt gemacht worden waren, zu verstümmeln oder zu unterschlagen. Nun hat er beides getan, weil es gewiss ist, dass sie viele Punkte der Anklage und des Geständnisses enthalten haben, die er mit Stillschweigen übergangen hat, und in denen, die er angeführt, hat er diejenigen Dinge verdunkelt, welche das Verbrechen bezeichnet haben, und darin nur einen Begriff der Unschuld zurückgelassen. Wenn ein Geschichtsschreiber ein solcher Sachwalter sein will, dann darf dieses höchstens in einigen gesonderten Betrachtungen und nicht im Zusammenhang der Erzählung selbst geschehen, welche den öffentlichen Akten völlig entsprechen muss.

Wer ist ,,dieser Mönch"?
Wer ist es, der hier kritisiert wird?
Wer ist es, der hier die Trennung von Bericht und Kommentar fordert?

Alles große Namen.

(Hinweis: Orthografie und Lexik habe ich ein wenig modernisiert; Googeln würde trotzdem funktionieren)

Groucho

Zitat von: Pelacani am 11. Mai 2015, 19:41:51
Wer ist es, der hier die Trennung von Bericht und Kommentar fordert?

PB, oder?

Die anderen weiß ich nicht.

pelacani



Belbo

Zitat von: Groucho am 11. Mai 2015, 20:03:48
Zitat von: Pelacani am 11. Mai 2015, 19:41:51
Wer ist es, der hier die Trennung von Bericht und Kommentar fordert?

PB, oder?

Die anderen weiß ich nicht.

Pater Brown?

pelacani

Die Geschichte spielte in Florenz.

Belbo

....... Girolamo Savonarola?

...lang her mit der Rose  :grins2:



pelacani

Savonarola ist richtig, aber die Rose wäre falsch.  8)

Der kritisierte Historiker ist Guicciardini, immerhin neben Machiavelli der führende Geschichtsschreiber seiner Zeit; und ebenso klar blickend.

Der Autor ist Pierre Bayle. Ich finde es bemerkenswert, dass die Forderung nach klarer Trennung zwischen Fakt und Interpretation 300 Jahre alt ist. Vielen ist diese Basis der Wissenschaft noch heute ein Buch mit sieben Siegeln, bzw. es gibt Leute, die meinen, man könnte darauf verzichten. Man kann so etwas auch bei uns besichtigen - wenn auch glücklicherweise nur auf unserem Müllplatz, hier.

duester

Zitat von: Groucho am 14. November 2014, 14:53:23
ZitatDenn hinter dem sanften Wort Sterbehilfe verbirgt sich ja nichts anderes als die Anleitung zum Selbstmord. [...] Aber am Ende sollten wir im Tod etwas üben, was wir im Leben leicht verlernen: Demut. Das Leben ist nicht beherrschbar, der Tod sollte es auch nicht sein.

ZitatWenn das Schule macht, wird die Frage "Wohin mit Oma?" bald einen anderen Tonfall bekommen. Wer schützt Alte und Kranke vor dem äußeren - oder inneren - Druck, die anderen und sich selbst von der Last und den Lasten des eigenen Leids zu befreien? In Wahrheit ist der Tod auf Bestellung kein Gewinn an Freiheit. Sondern eine Kapitulation - vor dem Leben und vor dem Geist des Zwecks. Ärzte und Konzerne helfen uns mit chirurgischen und kosmetischen Mitteln dabei, das Altern zu verlernen. Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden. Es lebe die Effizienz, es lebe die Optimierung!

ZitatErinnern wir uns an das öffentliche Sterben von Johannes Paul II. im Jahr 2005. Von Anfang Februar bis Anfang April ließ der Papst alle Menschen an seinem Leid, an seiner Krankheit, an seinem Verfall teilhaben und zeigte seinen kommenden Tod. Der geduldete Tod wurde zu einem Zeichen für die Würde des Lebens.

"Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden" - Welch grausame Vorstellung!

Wer hat das alles von sich gegeben? Googeln ist einfach, wer nicht raten mag, bitte nichts verraten.

Habe ich die Auflösung überlesen? Falls nicht: Hardliner der katholischen Kirche (Mixa, Krenn, Tebartz van Elst) wäre wohl zu naheliegend?

@Jobs: Hm, zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist mir vollkommen unverständlich, wie man bei Technik so viel Geld für "hübsch" bezahlen kann - denn das gelungene Design it ja schon mit einem saftigen Aufpreis verbunden. Die Nähe zu den Wiki-Kandidaten sehe ich auch (in Sachen Persönlichkeitsstruktur und Außenwirkung), hab allerdings wenig Mitleid für die Kunden übrig (geht ja anders bei Hamer & Co. nicht um Leben und Tod, sondern "nur" darum ein paar Tausender loszuwerden). Aber so spaßig sich so spinnerte Sachen wie der Verzicht auf's Duschen auch lesen, man sollte den Privatjet-Stunt nicht vergessen, den Jobs abgezogen hat, als er dann doch die Segnungen der Schulmedizin erkannt hat: Er hat sich landesweit auf mehrere verfügbare Transplantationslisten setzen lassen, was möglich war, weil er als Inhaber eines Privatjets zusagen konnte, bei einem verfügbaren Organ innerhalb kurzer Zeit vor Ort zu sein. In der Konsequenz hat seine spinnerte Verzögerung der Behandlung irgendjemand anderen, der nicht über die finanziellen Mittel verfügt, Leid und Schmerz geschaffen, weil er länger auf ein Organ warten musste. Und da hätte ich echtes ethisches Bauchgrummeln, wenn ich das mit meinem Gadget mitfinanziert hätte.

Edit: Jetzt habe ich es doch gegoogelt.  :o :o :o

Belbo

Zitat von: Groucho am 14. November 2014, 14:53:23
ZitatDenn hinter dem sanften Wort Sterbehilfe verbirgt sich ja nichts anderes als die Anleitung zum Selbstmord. [...] Aber am Ende sollten wir im Tod etwas üben, was wir im Leben leicht verlernen: Demut. Das Leben ist nicht beherrschbar, der Tod sollte es auch nicht sein.

ZitatWenn das Schule macht, wird die Frage "Wohin mit Oma?" bald einen anderen Tonfall bekommen. Wer schützt Alte und Kranke vor dem äußeren - oder inneren - Druck, die anderen und sich selbst von der Last und den Lasten des eigenen Leids zu befreien? In Wahrheit ist der Tod auf Bestellung kein Gewinn an Freiheit. Sondern eine Kapitulation - vor dem Leben und vor dem Geist des Zwecks. Ärzte und Konzerne helfen uns mit chirurgischen und kosmetischen Mitteln dabei, das Altern zu verlernen. Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden. Es lebe die Effizienz, es lebe die Optimierung!

ZitatErinnern wir uns an das öffentliche Sterben von Johannes Paul II. im Jahr 2005. Von Anfang Februar bis Anfang April ließ der Papst alle Menschen an seinem Leid, an seiner Krankheit, an seinem Verfall teilhaben und zeigte seinen kommenden Tod. Der geduldete Tod wurde zu einem Zeichen für die Würde des Lebens.

"Nun sollen wir uns von Schmerz und Leid abwenden" - Welch grausame Vorstellung!

Wer hat das alles von sich gegeben? Googeln ist einfach, wer nicht raten mag, bitte nichts verraten.


Margot Käßmann?