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aus aktuellen Anlass - gemischte Gefühle beim Protestieren...

Begonnen von PB, 14. März 2011, 14:37:29

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PB

Ich oute mich mal als Kernkraftgegner!

Relativ selten bin ich auf irgendwelchen Demonstrationen. Jetzt gerade habe ich den Eindruck daß es durchaus etwas bringt - für die Laufzeit-Debatte in Deutschland - wenn man auf die Straße geht.

Mein Problem das ich derzeit habe: Wenn ich mich soeiner Veranstaltung anschließe demonstriere ich nicht nur gegen Kernenergie und für erneuerbare Energien,
sondern ich mach gleichzeitig Werbung für Vereine, die ich in keinem Fall unterstützenswert erachte!

Regional wird eine Aktion eines Bürgerforums angeleiert, die neben Kernkraft auch gegen Elektrosmog und Handimasten ist, komplett gegen Gentechnik und ansonsten jede Menge Mist vertreten, ziemlich paranoider Laden im Allgemeinen. Kann man gemeinsam mit Denen gegen Laufzeitverlängerungen demonstrieren?

Könnte mir vorstellen daß einige andere hier auch gerade so ein Problem haben?

LG.

mossmann

Zitat von: PB am 14. März 2011, 14:37:29


Könnte mir vorstellen daß einige andere hier auch gerade so ein Problem haben?



Glaube ich nicht. Hier hat kaum jemend ein Problem mit Kernkraft. Ganz im Gegenteil:

Als Kernkraftgegener bis du hier im Forum ein "Gaiagläubiger, dem Mutti noch die Stromrechnung bezahlt".

Und ansonsten: Alles Panikmache.
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

cohen

Wir leben in einem freien Land. Du kannst machen, was Du willst.

Ridcully

Du wirst bei solchen Einpunkthemen immer einen Haufen Verbündete haben, die eine Vollklatsche haben und das aus deiner Sicht richtige aus den falschen Gründen wollen. Wenn es irgendwie um Umweltthemen geht, sind da halt die ganzen Umwelt-Paranoiker dabei. Dafür erspart du dir die Verschwörungstheoretiker, die tauchen dafür auf der nächsten "Freiheit statt Angst"-Demo auf. Und wenn es um soziale Recht geht, musst du die Anwesenheit von Stalinisten und Trotzkisten ertragen. Auch wenn es gegen Rechtsextreme geht, tauchen sehr wahrscheinlich Leute auf, deren politische Vorstellungen nicht unbedingt wesentlich freiheitlicher sind als die Derjenigen, gegen die demonstriert wird.

Man kann dem kaum entgehen. Soweit es nicht offizieller Inhalt der Veranstaltung ist, würde ich das tolerieren. Sonst kannst du dich gleich Zuhause einschliessen, dafür gibt es einfach zu viele Irre und denen muss man doch nicht allein die Strasse überlassen. Wenn die Irren natürlich die führende Rolle bei der Organisation haben, wird das schwierig.



Federvieh

Also, ich hätte nichts gegen ein Abschalten der Kernkraftwerke.  Was sicher daran liegt, daß sich innerhalb einen 50 km Radius meines Wohnortes mehr als 3 AKW finden lassen und ich das schon als recht bedrohlich empfinde. Solange, wie alles ok läuft - schön, aber im Störfall??? Gibt es für mich keine Richtung, in die ich fliehen könnte und da fühl ich mich irgendwie extrem unwohl.  Statistiken hin oder her.

rincewind

Zitat von: nachteule am 14. März 2011, 17:50:49
Also, ich hätte nichts gegen ein Abschalten der Kernkraftwerke. 

Null Risiko bei optimalem Komfort ist natürlich immer das, was man idealerweise anstrebt. Man sollte nur nicht vergessen, dass das eben eine ideale Idee ist ...

Wenns noch etwas so weiter geht - noch viel mehr Wind, AKWs weg - Dürfte die Anschaffung eines Notstromaggregats durchaus sinnvoll werden.

Chili

Zitat von: mossmann am 14. März 2011, 14:43:35
Zitat von: PB am 14. März 2011, 14:37:29


Könnte mir vorstellen daß einige andere hier auch gerade so ein Problem haben?



Glaube ich nicht. Hier hat kaum jemend ein Problem mit Kernkraft. Ganz im Gegenteil:

Als Kernkraftgegener bis du hier im Forum ein "Gaiagläubiger, dem Mutti noch die Stromrechnung bezahlt".

Und ansonsten: Alles Panikmache.

Echt,mossmann,so einer bist Du?  :o

@PB,Ridcully hat mir meine Antwort vorweggenommen.Mir ist Atomkraft irgendwie auch nicht geheuer,obwohl ich kein absoluter Gegner bin.Ich habe nur keine Idee,wie man unseren Energiebedarf ohne Naturzerstörung,Netzinstabilität,Radioaktivität und CO2 decken kann.Vllt. baut uns der Herr Weidenbusch ein nettes P.m.


PB

...so, bin wieder zurück, fass mal ganz kurz meine Erlebnisse von der Demo zusammen.

Waren -trotz relativ kurzer Ankündigung- einige Leute da.
Mit ein paar hab ich reden können, dabei wurde mir einmal die Story von 2012 auf's Auge gedrückt, eine Frau hat mir erzählt, aus Angst vor Strahlung immer noch ein Wählscheiben(!)Telefon zu benutzen...

Die Aktion wurde nebenbei von Greenpeace veranstaltet, die die Infrastruktur auch nutzte um Werbung für den eigenen Grün-Strom-Vertrieb zu machen. An dem Punkt find ich es nicht mehr seriös: Wenn der eine Stromanbieter (Greenpeace) Panik gegenüber dem anderen Stromanbieter (EON etc.) macht. Dann muß man sich selbst aus dem Geschäft heraushalten, wenn man gleichzeitig den Richter und den Vollstrecker spielen möchte.
Für mich ist Greenpeace mittlerweile kein Verein mehr sondern eher sowas wie der ADAC! Ein als Verein getarntes Wirtschaftsunternehmen, das über dieses Gut-Freund-Image massenweise Kohle scheffelt... Ein Teil einer Bio-Eso-Öko-Wertschöpfungskette. Eine Grün gestrichene Abofalle!

Die Ansprachen waren ziemlich niedriges Niveau. Logik: Parallelsetzung Auflösung Ostblock ähnlich wie Auflösung Energieproblem (...mir ist der Zusammenhang jetzt irgendwie ein bisschen schleierhaft - liegt wohl an mir)

Paar Lokalpolitiker wollten noch gesehen werden, einer hat sich vor einem Jahr bei der Einweihung eines ziemlich schrägen Heilerzentrums hervorgetan....

Den Broers-Jünger hab ich ein bisschen zusammengestaucht.

1. Fazit: Man darf solche Aktionen nicht komplett irgendwelchen Schwurbelisten überlassen!

Fand es themenbezogen wichtig, hingegangen zu sein. Nächstes Mal zieh ich noch irgendwas besonderes an, um nicht mit irgendwelchen Eso-Freaks gleichgesetzt zu werden. Vielleicht so'n 10hoch 23 T-shirt mit Antiatomkraft-Wimpel... Führt bestimmt zu Irritationen!

2. Fazit: wir brauchen mehr kritische T-shirts!

Schöne Grüße.

T-M

Es freut mich zu hören, dass nicht alle Atomkraftgegner Öko-Esos sind.

Bevor Missverständinisse auftreten wegen der Position, die ich im anderen Thread eingenommen habe: Ich bin keinesfalls der Ansicht, dass die Kernendergie der Stein der Weisen und die Lösung aller Energieprobleme sei. Ich bin mir bewusst, dass sie durchaus gravierende Nachteile hat. Ich denke nur, dass sie angesichts der derzeit zur Verfügung stehenden Alternativen (die Probleme mit den fossilen Energieträgern dürften bekannt sein, und die regenerativen Energien sind leider noch längst nicht so weit, den Energiebedarf auch nur annähernd zu decken), eine akzeptable Möglichkeit darstellen (vorrausgesetztz natürlich, man hält die Sicherheitsstandards ein und versucht, diese durch Forschung weiter zu erhöhen).

Rattentod

Teile T-M's Ansicht (auch in Hinsicht auf den anderen Thread).

niedlich

Ich würde mich auch als moderaten Kernkraftgegner bezeichnen. Von einem pragmatischen Standpunkt aus gesehen momentan unverzichtbar, Sofortausstieg eine dumme, populistische Stammtischforderung. Trotzdem ist Atomkraft für mich eine großkotzige Angebertechnik, die so schnell wie möglich ersetzt gehört. Allerdings ist sie auch extrem faszinierend und hat großartige Ingenieurskunst hervorgebracht.

Noch eine kurze Anekdote:
Ich kenne einen intellektuellen Überflieger (schnellstes Infostudium bei mir an der Uni (4 Semester), 1,0er Abi, im gleichen Jahr 1. Preis Jugend-Musiziert, mit Mitte 20 Assistenzprofessor, heute in Oxford u.s.w.), der hatte im Alter von 17 Jahren eine Art Bereitschaftsdienst bei einem AKW hier in der Nähe - als Informatiker. Das hat bei mir das Vertrauen in die Firmenpolitik von AKW-Betreibern nicht gerade gefördert. (und während ich das hier gerade niederschreibe kommt es mir so wahnsinnig vor, dass ich nochmal nachforschen muss, ob das so stimmt  ;) )




PB

ich bin auch ein "moderater" Kernkraftgegner.
Ich bin auch nicht dafür die Dinger alle sofort abzuschalten.
Wir hatten eine terminisiertes Übergangsszenario, das von unserer derzeitigen Regierung gekippt wurde.
Die massive Laufzeitverlängerung war für mich faktisch der Ausstieg aus dem Ausstieg. Keins von den Kernkraft-Oldies hat ein Energiekonzern bis dato abgeschalten (bzw. abschalten müssen).





heterodyne

ZitatFand es themenbezogen wichtig, hingegangen zu sein. Nächstes Mal zieh ich noch irgendwas besonderes an, um nicht mit irgendwelchen Eso-Freaks gleichgesetzt zu werden. Vielleicht so'n 10hoch 23 T-shirt mit Antiatomkraft-Wimpel... Führt bestimmt zu Irritationen!

Read more: http://forum.psiram.com/index.php?topic=5972.msg66093#new#ixzz1GfaS0KSS
Das ist eine wirklich gute Idee.

Hierzulande ist Atomkraft das absolute Böse schlechthin, ich bin so sozialisiert worden. Bemühe mich redlich, der Atomkraft neutral gegenüberzutreten, aber muß zugeben, daß es mir angesichts der Häufigkeit der "nie vorkommenden" Super-GAUs etwas schwer fällt  :-\ (Was der tiefere Sinn der Blockaden der CASTOR-Transporte sein soll hat sich mir allerdings auch nie erschlossen)

Ich denke, Atomkraft hätte sehr viel Potential, wenn damit sorgfältig umgegangen würde. Wird es das?