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MECFS ist keine erfundene Krankheit

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Begonnen von NeuroMD, 04. Dezember 2023, 22:59:23

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eLender

Morgen soll mal wieder so eine Leichensackdemo vor dem Forschungsministerium stattfinden. Das erregt die dortigen Gemüter und man will im Voraus Baldrian verteilen.

ZitatCarmen Scheibenbogen @C_Scheibenbogen

Gute Nachrichten: In der #NKSG gehen unsere Studien zur Autoantikörper- Entfernung bei ME/CFS und Post COVID weiter:
Das @bmftr_bund fördert die Studie mit Uplizna - herzlichen Dank an @DoroBaer und @Karl_Lauterbach für die Unterstützung.
https://x.com/C_Scheibenbogen/status/2011138873125134493

Das sind diese angeblichen 18 Millionen €, die lange nicht freigegeben wurden. Ich nahm an, Karli hat es persönlich durchgesetzt - womit schon mal 18 von 50 Mio (die es pro Jahr geben soll) verblasen sind. Das dürfte das Zeugs dieser Augenärztin sein, die bei einer bestimmten Kohorte einen Effekt eines MABs gesehen hat. Das Wundermittel: https://en.wikipedia.org/wiki/Inebilizumab (Uplizna)

Wie man sieht, wirkt das nur bei Patienten, die einen bestimmten Marker im Blut haben. Es ist für sehr seltenen Autoimmunerkrankungen entwickelt und da ist auch der Pathomechanismus halbwegs klar. Warum man hier meint, das wäre nicht weiter interessant, ist nicht nur verwunderlich, es entspricht auch nicht den eigenen Vorgaben für die Mittelvergabe.

ZitatDie genauen Mechanismen und Ursachen verschiedener postinfektiöser Erkrankungen sind bislang nicht ausreichend aufgeklärt, um die gezielte Entwicklung von Medikamenten zu erlauben. Selbst innerhalb einzelner Krankheitsbilder wie Long-COVID spricht viel dafür, dass es unterschiedliche Krankheitsmechanismen gibt. Erst eine genauere Entschlüsselung dieser Mechanismen und eine Möglichkeit zu ihrer diagnostischen Unterscheidung, z.B. mithilfe von Biomarkern, schafft die Basis für weitere Medikamentenforschung.

Zudem braucht die Entwicklung von Therapien Zeit. Bevor eine Therapie zugelassen wird, muss durch klinische Studien nachgewiesen werden, dass die Anwendung sicher und wirksam ist.
https://www.bmftr.bund.de/DE/Forschung/Gesundheit/MedizinischeForschung/Postinfekti%C3%B6seErkrankungen/postinfekti%C3%B6seerkrankungen.html

Achso, gilt also nur für neue Medikamente. Aber warum sollte das nicht auch für das gelten, was man schon für andere Erkrankungen entwickelt hat? Da gibt es wahrscheinlich Hunderte Kandidaten - ein feuchter Traum für Scheibi, die alle mal durchzutesten. Ganz in Abwesenheit klarer Marker und Diagnsekriterien. Die Logik ist diese: da es sich um eine Immunerkrankung handeln MUSS, könnte eine Therapeutikum aus dieser Wirkklasse helfen. Irgendeines.

Achso:

ZitatSeit 2022 stärkt das BMFTR zudem die Therapieforschung mit zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten zur Behandlung von Long-/Post-COVID- und ME/CFS-Patientinnen und Patienten. Dies geschieht unter anderem mit der Förderung der ,,Nationalen Klinischen Studiengruppe zum Post-COVID-19 Syndrom und ME/CFS" (NKSG) an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Hier werden klinische Pilotstudien mit bereits zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten durchgeführt, deren Wirkung bei Long-/Post-COVID und ME/CFS erprobt werden soll. Im Jahr 2026 startet beispielsweise eine neu konzipierte Phase-II-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des monoklonalen Antikörpers Uplizna. Das BMFTR stellt für die Arbeiten insgesamt bis zu 18 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bewilligung der Förderung für die zweite Phase der NKSG ist für das 1. Quartal 2026 vorgesehen.

Schaumermal...

Achso: noch ein wenig für das Gemüt: https://www.doccheck.com/de/detail/articles/52560-me-cfs-patienten-packen-aus
(was ihnen die Psychosomatiker verschweigen...)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Peiresc

Zitat von: eLender am 13. Januar 2026, 23:57:52
ZitatCarmen Scheibenbogen @C_Scheibenbogen

Gute Nachrichten: In der #NKSG gehen unsere Studien zur Autoantikörper- Entfernung bei ME/CFS und Post COVID weiter:
Das @bmftr_bund fördert die Studie mit Uplizna - herzlichen Dank an @DoroBaer und @Karl_Lauterbach für die Unterstützung.

Je länger man über solche Nachrichten nachdenkt, um so absurder und klarer werden sie, gleichzeitig.

Zunächst die Absurdität. Unter der Voraussetzung, die Immunhypothese wäre plausibel, sollte man denken: Es handelt sich bei Uplizna u. ä. um (vergleichsweise) hochspezifische Antikörper, die bei seltenen Erkrankungen eingesetzt werden. Das spezifische Immunziel bei ,,MECFS" ist aber nicht bekannt. Unter diesen Umständen wären sozusagen Breitband-Immuntherapeutika viel aussichtsreicher. Solche Medikamente gibt es, z. B. Azathioprin. Es ist überzeugend wirksam. Bei MS ist es zwar inzwischen lange verlassen, aber bei Myasthenia gravis ist es trotz aller monoklonaler AK weiterhin erste Wahl.

Nun die Klarheit:
ZitatAt the sponsor's submitted price, inebilizumab is expected to cost $421 per patient per day or $153,738 annually. At publicly available list prices for the comparators, inebilizumab is more costly than off-label rituximab ($16 daily, $5,940 annually) and satralizumab ($336 daily, $122,850 annually), but less costly than eculizumab ($1,900 daily, $694,231 annually).
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK606549/

Was kostet Azathioprin? In Standarddosis in Deutschland deutlich unter 100 EUR – nicht pro Tag, sondern pro Monat. Es hat den Ruch des Gewöhnlichen, Unmodernen, was die ,,MECFS"-Gemeinde schnell herausfinden wird, sollte sich Scheibenbogen das auf die Fahne schreiben. Ich habe kurz nach Studien gesucht: es scheint keine zu geben, aber natürlich enttäuschte Patientenberichte (klar, es ist schnell verfügbar). Von daher wird auch kaum ein Placebo-Effekt zu erwarten sein.

Aber wenn ein Medikament neu ist und ein Einfamilienhaus kostet, dann wird das anders aussehen. Effektive Verblindung in Medikamentenstudien ist in der Theorie einfach, kann aber praktisch durchaus schwierig sein; insbesondere wenn spezifische Nebenwirkungen des Verums zu erwarten sind. Und wenn man es nicht wirklich darauf anlegt, Placebo-Effekte wirksam auszuschließen. Das Design der Mestinon-"Studie" lässt da nichts Gutes ahnen.

eLender

Zitat von: Peiresc am 14. Januar 2026, 07:39:03Das spezifische Immunziel bei ,,MECFS" ist aber nicht bekannt. Unter diesen Umständen wären sozusagen Breitband-Immuntherapeutika viel aussichtsreicher.
Ich habe mir das mal etwas genauer angesehen. Man hat schon den Eindruck, man feuert auf alles, was nach Immunerkrankung aussieht. Man hat schon eine Menge durch (etwa auch die Blutwäsche, die sogar spezifisch bestimmte Antikörper auswaschen kann - ohne Erfolg). Das mit der Blutwäsche wird trotzdem immer als Erfolg verkauft, weil es das Prinzip bestätigen würde (Proof of Concept > Autoimmunerkrankung). Der Erfolg bestehe daraus, dass es den Patienten kurzzeitig besser gehe... (das wurde längst als Placebo eingeordnet, sie z.B. Sciencecops).

Das, was Scheibi da jetzt macht, ist auch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Es gab vorher die erfolglose Rituximab-Studie, die eigentlich genau das geprüft hat, was man jetzt mit Inebilizumab prüfen will (und dabei sagenhafte Summe verpulvert). Es geht um Folgendes: Solche monoklonalen Antikörper (MAB) sollen B-Zellen (Zellen des Immunsystems, die Antikörper herstellen) ausschalten. Von diesen B-Zellen gibt es verschiedenen Stadien, die unterschiedliche Proteine auf der Zelloberfläche exponieren. Diese Proteine (hier CD19,20) sind die Targets der MABs, sie binden daran und die Zelle wird eliminiert. Und da diese Zellen nun keine Antikörper gegen körpereigenes Gewebe (und natürlich gegen jedes andere auch) mehr herstellen können, soll es den Patienten, die eine Autoimmunerkrankung haben, besser gehen. Das klappt aber auch nicht immer, weil nicht jede B-Zelle so erfasst wird.

Rituximab und Inebilizumab haben sehr ähnliche Targets (einmal CD19 und CD20), die man quasi auf den gleichen Zellen findet (habe dazu eine Grafik aus der Blase):


https://x.com/mecfsskeptic/status/2010997104450113945

Man wird das beobachten, was man schon bei Rituximab gesehen hat: keine klinisch relevanten Besserungen - warum auch, ist beinahe das gleiche Target. Eigentlich ein totes Pferd (deshalb wahrscheinlich das Zögern bei der Förderung). Die heißeste Scheiss sind jetzt die "Plasma Cells", also die ausgereiften B-Zellen (in dem Bild ganz rechts), die AK in größeren Stückzahlen auspusten. Die sind für die bisherigen MABs nicht tauglich, da sie die entsprechenden Targets/Oberflächenproteine nicht haben. Deshalb jetzt der Versuch, das mit dem Target CD38 zu probieren, das auf diesen Zellen exponiert ist. Da gab es auch schon erste Meldungen: keine eindeutige Wirksamkeit (Sudiengruppe viel zu klein, Effekte kaum ausgeprägt).

Isatuximab ist ein MAB, der ebenfalls an CD38 andockt und von Sanofi stammt. Daher die Vermutung, Scheibi will da mit denen was machen (aber es wurde schon Ähnliches getestet, keine eindeutige Wirksamkeit - also klare Parallele zu Inebilizumab). Es gab da noch andere Studien, die ähnliche MABs, die ähnliche Targets hatten, erfolglos getestet haben. So langsam wäre es an der Zeit, das an den Nagel zu hängen. Mal abgesehn von den Kosten, die so eine "Therapie" verursachen würde, da geht es nicht mehr um sehr seltene Fälle, das sollen ja alleine hierzulande beinahe Millionen sein. "Kann probiert werden" würde sich an Leute wie Musk richten, die dafür Geld haben.

Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Die diagnostischen Hinweise, dass ME/CFS eine Autoimmunerkrankung sei, sind sehr schwach ebenso wie die vermeintlichen Therapieerfolge mittels monoklonaler Antikörper.

Scheibenbogen, die sie unterstützenden Poltiker, Mediziner und Wissenschaftler, sowie zahlreichen lautstarken ME/CFS-Lobbygruppen, klammern sich an den Glauben vom Glauben. Um die Google-KI zu zitieren: "An den Glauben vom Glauben klammern" beschreibt eine intensive, oft verzweifelte Form des Glaubens, bei der man sich an die Hoffnung klammert, dass der eigene Glaube (oder die Hoffnung selbst) eine tiefere Wahrheit, einen Sinn oder eine Rettung birgt, auch wenn die äußeren Umstände schwierig sind oder der Glaube selbst ins Wanken gerät – es ist das Festhalten am Vertrauen, dass Vertrauen möglich ist, eine Art metaphysische Hoffnung, die über den reinen "Glauben" hinausgeht und oft in religiösen Kontexten oder bei Lebenskrisen auftritt, wo man sich an das Konzept des Glaubens selbst klammert, um nicht aufzugeben.

Passt wie die Faust aufs Auge. ME/CFS-Aktivismus hat die Züge einer religiösen Bewegung.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

eLender

Zitat von: RPGNo1 am 15. Januar 2026, 17:48:57ME/CFS-Aktivismus hat die Züge einer religiösen Bewegung.
Da braucht es immer auch den Gegenpol, also das Schlechte schlechthin. Bitte sehr:


https://x.com/RWittenbrink/status/2010832800543277098

Diese Type haut unisono das raus, was man in der Blase hören will. Nur "Studien", die die Besondersartigkeit des Geplagten belegen sollen. Man ist der Organik ganz dicht auf den Fersen, aber sie läuft immer weiter davon. Daher: man muss den Glauben stärken, auch über solche Aktionen. Die Fußballer scheinen da ein ganz besonders interessantes Völkchen zu sein: gut alkoholisiert trällern die jeden Quark nach.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Sowas liest man selten in den Gazetten, da wird meist die andere Geschichte erzählt. Das könnte man natürlich als *ähm* irgendwie rechtslastig einordnen (es ist ja die böse Springerpresse), aber der Autor ist selbst Geplagter. Die Blase hat versagt, man konnte das scheinbar nicht canceln. Karl wird das Blatt verbieten müssen.

ZitatJan Böhmermann spießte Kleinschnitz in seiner Sendung verbal auf und stellte seine Qualifikation infrage. Kleinschnitz bereut die Tonwahl im Nachhinein, wie er im Gespräch mit WELT zu verstehen gibt, bleibt aber weitestgehend bei der Psychosomatik-Annahme: ,,Ich halte die Hypothese von Gupta und den Heilungsweg der Mind-Body-Medizin für schlüssig. Auch ich habe mich lange auf die klassische Schulmedizin gestützt und sehe mittlerweile gerade bei komplexen Erkrankungen wie Long Covid und ME/CFS die komplementäre Medizin als wirkungsvoller an." Er habe aber auch schon Long Covid-Patienten gesehen, für deren Symptome dahinterliegende, unerkannte Krankheiten wie Multiple Sklerose ursächlich waren.
Man darf sich den Richtungsstreit wegen Long Covid wie ein Boxkampf vorstellen. In der einen Ecke die Soma-Fraktion, die Veränderungen in den Blutgefäßen und Immunzellen als Hauptursache für die Symptom-Kaskade sehen. Sie sind in der Überzahl. Die meisten Long Covid-Ambulanzen in Deutschland vermuten organische Ursachen für die Erkrankung, wie eine Abfrage von Riffreporter ergab. Carmen Scheibenbogen, die das Fatigue-Centrum an der Charité Berlin leitet und in Deutschland als profilierteste ME/CFS und Long-Covid-Forscherin gilt, verwehrt sich immer wieder der Psychosomatik-Hypothese. Eine Interview-Anfrage von WELT lehnte sie ab.
In der anderen Ecke des Boxrings steht die Psychosomatik-Fraktion, die ,,nur" eine funktionelle Störung vermutet, die reversibel sei. Seit Kurzem wird sie von der deutschen Gesellschaft für Neurologie gestützt, die indirekt eine Abkehr der Immunologie-Hypothese fordert. 3,2,1 und: fight! Als Patient muss man sich entscheiden, auf welchen Boxer man setzt. Während des Kampfs, der bis heute geht, habe ich mehrmals meine Wette korrigiert.
https://archive.is/l9m3h (Die Welt: ,,Als ein Arzt meine Hand nahm und mir Flohsamen empfahl, wusste ich, dass ich am Arsch bin")

Was Kleinschnitz sagt, kann ich nachvollziehen. Es gibt da sicherlich Anleihen an die Esoterik, aber hier würde ich auch sagen: Wer heilt, hat Recht :o

Die "Mind-Body"-Therapien zielen auf das ab, was man als Ursache (in der Psychosomatik) annimmt: ein fehlgesteuertes System (biopsycho). Dass Scheibenbogen ein Interview ablehnt, dürfte schlicht daran liegen, dass sie keine kritischen Nachfragen duldet - habe dazu noch nie etwas von ihr zu hören bekommen.

Der "falsche Schotte" zieht hier auch nicht, der hat sogar PEM:

ZitatNahezu völliger Geruchs- und Geschmacksverlust, taube Arme und Beine, bleierne Erschöpfung, aus dem Nichts kommende Schmerzen und hohe Reizsensibilität. Wenige Wochen nach meiner zweiten Infektion im heißen Juli 2022, die ich nicht ernst nahm, weil es eben schon meine zweite war, lag ich plötzlich nachts wach und wusste, dass mein Leben nun ein anderes ist.
Ein Ärzte-Marathon begann, der mehr zermürbte als Hoffnung schenkte. Internisten, Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte innerhalb weniger Wochen, ohne Ergebnis. Eines Morgens im September 2022, als ein Allgemeinmediziner meine Hand nahm und mir Flohsamen empfahl, wusste ich, dass ich am Arsch bin. Flohsamen gegen die gefühlte Auflösung meines Körpers? Ich war in der toten Ecke der Schulmedizin gelandet, die keine schnelle Lösung bereithält. Ich musste Alternativen suchen.
Ich fand sie vorerst nicht. Einige Monate waren vergangen. Zwischendurch konnte ich nicht mal 100 Meter gehen, ohne einen Puls von 180 zu haben, um danach mehrere Tage im Bett zu liegen. Im grauen Dezember traf ich einen Freund zum Kaffee, den ich nicht schmecken konnte, und er erzählte von einem Selbstheilungsprogramm für Long Covid. Ich, so niedergeschlagen und destruktiv wie ich eben war, gab nicht viel auf seinen Einfall. Aber ein bisschen Hoffnung flimmerte dann Stunden später doch auf. Kann das wahr sein?

Zumindest hat er nicht den Wahn, eine unbekannte organische Krankheit zu haben, die man noch nicht mal diagnostizieren kann. Diese Berichte von Menschen, die sich ganz ohne medizinische Behandlung (ich meine hier echte Psychosomatik) geheilt haben, gibt es und ich halte sie für echt. Das wird aber bestimmt nicht bei allen funktionieren, am wenigsten bei denen, die sich an eine organische Ursache klammern.

ZitatNahezu völliger Geruchs- und Geschmacksverlust, taube Arme und Beine, bleierne Erschöpfung, aus dem Nichts kommende Schmerzen und hohe Reizsensibilität. Wenige Wochen nach meiner zweiten Infektion im heißen Juli 2022, die ich nicht ernst nahm, weil es eben schon meine zweite war, lag ich plötzlich nachts wach und wusste, dass mein Leben nun ein anderes ist.
Ein Ärzte-Marathon begann, der mehr zermürbte als Hoffnung schenkte. Internisten, Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte innerhalb weniger Wochen, ohne Ergebnis. Eines Morgens im September 2022, als ein Allgemeinmediziner meine Hand nahm und mir Flohsamen empfahl, wusste ich, dass ich am Arsch bin. Flohsamen gegen die gefühlte Auflösung meines Körpers? Ich war in der toten Ecke der Schulmedizin gelandet, die keine schnelle Lösung bereithält. Ich musste Alternativen suchen.
Ich fand sie vorerst nicht. Einige Monate waren vergangen. Zwischendurch konnte ich nicht mal 100 Meter gehen, ohne einen Puls von 180 zu haben, um danach mehrere Tage im Bett zu liegen. Im grauen Dezember traf ich einen Freund zum Kaffee, den ich nicht schmecken konnte, und er erzählte von einem Selbstheilungsprogramm für Long Covid. Ich, so niedergeschlagen und destruktiv wie ich eben war, gab nicht viel auf seinen Einfall. Aber ein bisschen Hoffnung flimmerte dann Stunden später doch auf. Kann das wahr sein?

Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Muß ja was Organisches sein, wenn die Pillen da helfen. Wundere mich nur, warum der keinen Crash vom Pillenschlucken bekommt, dauert ja beinahe den halben Tag.

ZitatMark Wright @markeology
·
22 Std.
It's all prescribed by my doctor at the Bateman Horne Center, even the OTC supplements. We started off one med at a time a few years ago, and slowly added them in every few months. A few things didn't work so we stopped them. But it was all very slow and methodical.
https://x.com/markeology/status/2015078247667556501



Das Bateman Horne Center taucht regelmäßig in diesen Studien auf, die wir oben z.T. besprochen haben (auf der Autorenliste). Ob die ein Interesse an bestimmten Ergebnissen haben? Man weiß es nicht ::)


Aber klar, das hat nichts mit dem Placeboeffekt zu tun, der hat schließlich keine Auswirkung auf organische Parameter. Oder etwa doch..?

ZitatMit einem Training des Belohnungssystems im Gehirn haben Menschen in einer Studie das Ergebnis ihrer Impfung gegen Hepatitis B verbessert. Sie produzierten deutlich mehr Antikörper gegen diese Leberentzündung als andere Teilnehmer, schreibt ein israelisches Team im Fachjournal ,,Nature Medicine". Aus Tierversuchen gibt es Hinweise, dass die auf diese Weise erhöhte Zahl der Antikörper tatsächlich auch die Immunabwehr verbessert.

Wer von einem Medikament Hilfe erwartet, dem kann dieses sogar dann eher nutzen, wenn es keinen Wirkstoff enthält. Dieser sogenannte Placeboeffekt ist gut dokumentiert, auch wenn die Ursachen noch nicht ganz aufgeklärt sind. Belegt ist, dass ein Mensch allein durch die geweckte Erwartung von Hilfe schmerzstillende Substanzen produzieren kann.

Die neue Studie liefere erstmals Belege beim Menschen dafür, dass der Placeboeffekt einen Einfluss auf das Immunsystem habe, schreibt ein Team um Jonathan Kipnis von der Washington University in St. Louis in einem ,,Nature Medicine"-Kommentar. ,,Die Ergebnisse ... eröffnen neue Wege zur Behandlung zahlreicher medizinischer Erkrankungen durch gezielte Beeinflussung der Aktivität innerhalb des Belohnungssystems des Gehirns."
https://www.welt.de/wissenschaft/article69733179029492de1675a00f/placeboeffekt-dies-unterstreicht-den-einfluss-positiver-erwartungen-auf-das-immunsystem.html

Die Scheibenbögin muss nur eine bunte Pille erfinden (in der ein wenig bitteres Zeug ist), und die Erschlafften werden wieder munter (es ist schließlich von der Päpstin der Blasenforschung, muss also was taugen). Kann doch nicht so schwer sein.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Zitat von: eLender am 25. Januar 2026, 22:19:33Muß ja was Organisches sein, wenn die Pillen da helfen. Wundere mich nur, warum der keinen Crash vom Pillenschlucken bekommt, dauert ja beinahe den halben Tag.

Ich wäre an den Medikamenten-Wechselwirkungen interessiert, welche das Versuchskaninchen der Patient erfährt. Da wird es sicher einige geben.

PS: Der Patient sammelt Erkrankungen, die zahlreiche unklare Symptome haben und sich so nur schwer verifizieren lassen. Kann es sein, dass er ein Hypochonder ist und um Aufmerksamkeit buhlt? Ist nur so ein Gedanke von mir.
(At Bhaal Temple)
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Karlach: You and me both, pal.

eLender

Man merkt auch in der Blase, dass es merkwürdige Korrelationen gibt. Ob die alle immunerkrankt sind - oder queere Mitochondrien haben..?

ZitatJuul@tiredjuul

On TikTok almost everyone with severe ME is non binary gay and autistic idk if it's just the algorithm but I feel like there is something there like are the brains of non binary people immunologically different resulting in this or what
https://x.com/tiredjuul/status/2016181165531566089

Die Person identifiziert sich selbst als ME. Es gibt erstaunlich viel Zustimmung, allerdings auch jede Menge Deutungsversuche. Z.B.:

ZitatMichael Moran | APC Injury@internetuserf12

There is a strong correlation between autism and ME as well as autism and trans/GNC identity compounded by social factors that predispose Queer and Trans folks to illnesses like Long Covid.

Autism and ME:
https://neurodivergentinsights.com/autism-and-hea
lth-issues/?srsltid=AfmBOooqMDFcD2Si0F5ekLPinOi0LRVMo_tueLUMA6QZV_XZcsksMZia

Autism and Gender Diversity:
https://thetransmitter.org/spectrum/large

Ja, die sind halt alle im falschen Körper gelandet.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

HAL9000

Zitat von: eLender am 28. Januar 2026, 19:42:30
ZitatThere is a strong spurious correlation...
Ich hab's mal präzisiert.

Wobei das natürlich ein wenig unfair ist. Die Variablen sind nicht völlig voneinander unabhängig.
Klar muss aber auch sein: Korrelation ist nicht Kausalität. Aber wem sage ich das...
"It has yet to be proven that intelligence has any survival value."
― Arthur C. Clarke

Juliette

"Die Zukunft war früher auch besser." Karl Valentin

RPGNo1

Zitat von: Juliette am 30. Januar 2026, 01:29:55Jetzt scheint das Geld zu fließen:
https://www.rnd.de/politik/long-covid-500-millionen-euro-fuer-forschung-aber-wohl-keine-schnelle-hilfe-V7N32I7UI5CG5PH6UYIZWLACFE.html

Aus dem verlinkten Artikel: 
ZitatAlbani stellte klar, dass es bei der Grundlagenforschung auch um lang anhaltende Beschwerden nach einer Covid-Impfung (,,Post-Vaccination Syndrome") gehen wird. ,,Ich habe nun mehr als drei Jahre für diese Forschungsdekade gekämpft", sagte der Parlamentarier. ,,Ich bin froh – gerade im Angesicht der vielen immens leidenden Betroffenen –, dass es jetzt losgeht."
Aha. Versucht hier etwa ein Parlamentarier einen toten Gaul zu satteln?

ZitatStatement from the Paul-Ehrlich-Institut on "Post-Vac Syndrome" after COVID-19 Vaccination
As of 19 May 2023

One important consideration that must be taken in account in the evaluation of suspected cases is the number of vaccinations carried out with each vaccine. More than 192 million COVID-19 vaccines have been administered in Germany so far. A comparison of the administered doses of COVID-19 vaccines and the number of reported suspected cases referring to symptoms included in the previously mentioned symptom complex results in a reporting rate of less than one suspected case per 100,000 vaccinations (0.73/100,000). These suspected cases are therefore extremely rarely reported with temporal association to COVID-19 vaccinations.
https://www.pei.de/EN/newsroom/positions/covid-19-vaccines/statement-postvac.html

ZitatBreaking the silence: Recognizing post-vaccination syndrome
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S240584402501864X

Die beiden Autoren des Artikels wurden von der Independent Medical Alliance finanziert, einer Organisation, die falsche und gefährliche Informationen zu Corona und Impfungen verbreitet.

(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Peiresc

Zitat von: RPGNo1 am 30. Januar 2026, 07:34:28https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S240584402501864X

Über das Journal findet man:

ZitatIs Heliyon free or paid?
As an open access (OA) journal with no subscription charges, a fee (Article Publishing Charge, APC) is payable by the author or research funder to cover the costs associated with publication. This ensures your article will be immediately free to access by everyone.

Das garantiert vermutlich nicht nur den freien Zugang für jedermann, sondern auch die von szientistischen Bedenken unbehinderte Publikation. Sie würden sich ja direkt selbst in die Tasche greifen, wenn überspitzte Peer-Review-Prozesse zur Ablehnung führen würden. Ts, ts.

eLender

Zitat von: Juliette am 30. Januar 2026, 01:29:55Jetzt scheint das Geld zu fließen:
Alleine diese Bemerkung sorgt in der Blase für epische PEMs:
ZitatMüller warnte aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. ,,Grundlagenforschung braucht Zeit und Ausdauer. Wir können nicht fest davon ausgehen, dass schon in ein oder zwei Jahren konkrete Ergebnisse vorliegen, die den Betroffenen sofort helfen können", sagte er. Auch die Pharmaindustrie brauche zunächst Ergebnisse aus der Wissenschaft, um Medikamente entwickeln zu können.

Stimme ja gar nicht, man hätte schon Mittelchen, man müsse nur ein wenig Knete zu den Pillendrehern schieben (Scheibi ist auch investiert). Das, was Müller und Co. da absondern, ist an Dämlichkeit kaum zu übertreffen. Einerseits labert man der Blase nach dem Munde, andererseits hat man sich nie mit deren Ideologie richtig beschäftigt. Viel Spaß beim Geldverblasen.

Zitat von: RPGNo1 am 30. Januar 2026, 07:34:28Aha. Versucht hier etwa ein Parlamentarier einen toten Gaul zu satteln?
Nicht nur der. Das ist ein gängiges Blasennarrativ, eine nicht unbedeutende Subgruppe sieht sich darunter leidend. Und warum auch nicht, man kann es genauso wenig ablehnen (bzw. widerlegen) wie das andere Post-Zeugs. Das ist alles rein spekulativ, man hat dazu nur "Fakten" aus dem Paralleluniversum (und vermischt es gerne mit den "echten" Fällen, also tatsächlichen postinfektiösen Problemen bei bestimmten Kohorten). Da springen natürlich auch gerne die Covidioten mit auf, aber bei der Vorlage...

Zitat von: Peiresc am 30. Januar 2026, 11:36:34sondern auch die von szientistischen Bedenken unbehinderte Publikation
Ist ja an sich ein renommierter Verlag, aber es ist ein Wesensmerkmal der Blasologen (hier Subtyp Post-Vac), in genau solchen Magazinen zu publizieren, die gegen Bares den nervigen Peer-Review-Prozess in einen Wellness-Urlaub verwandeln. Normalerweise wähl man ja MDPI oder Frontiers, aber das wird auf Dauer vll. zu auffällig.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Wer den falschen Gott anbetet, ist der Sünde. Scheinbar sind nicht alle Blasoliken so fromm, wie man es seitens der Orthodoxie gerne hätte. Ich spüre Häresie-Vibes (mal ohne Namen, die Tante tut mir tatsächlich auch leid).

ZitatIch verstehe wirklich nicht, warum der "Superhelden ohne Cape"-Podcast inkl Macherin so "gefeiert" wird. Fast jede Folge zu "MEcfs" thematisiert ein "Brain Retraining"-Programm, mit dem die Interviewten angeblich genesen sind. Viel unwissenschaftlicher geht es doch kaum?!

Aber Danke für den Hinweis, habe glatt mal nachgeschaut. Z.B.:

ZitatIn dieser Episode erzählt Lena von ihrem Weg aus einem Leben voller Tempo, Ehrgeiz und Erfolg – hin zu einem völligen Stillstand durch ME/CFS – und wieder zurück. Lena führte ein Leben auf der Überholspur: ein Doktortitel mit 26, Leistungssport und ständig in Bewegung... bis sie ein Infekt schließlich aus dem Leben riss. Plötzlich war sie hausgebunden, erschöpft und gezwungen, ihr Leben komplett neu zu denken. Lena spricht darüber, wie sie gelernt hat, mit der Erkrankung umzugehen, welche kleinen Schritte sie zurück ins Leben geführt haben – und wie sie es schließlich geschafft hat, wieder auf ihr Mountainbike zu steigen und Downhill zu fahren.

Darüber haben wir u.a. gesprochen:

    Erdbeerlatella ;)
    Atemübungen
    Lymphmassagen
    Neuroathletik
    Recharge Programm von @wiederaufladen_fatigue
    Hady Daboul - IG: @braindoc_hady

https://superhelden-ohne-cape.zencast.website/episodes/von-hausgebunden-zum-downhill-fahren-lenas-mecfs-geschichte

Ja, das klingt alles nach Schwurbel, aber das sind authentische Geschichten (ich glaube nicht, dass das alles Fake ist, Grams soll doch auch wieder auf Gipfeltour sein ::) ). Kleinschnitz sagte es bereits: Wenn es hilft, kann man auch aus dem Schwurbelbereich Heilung suchen. Es passt halt zur Plage, die ist auch (beinahe) nur Schwurbel, Gleiches mit Gleichem und so.

Ich meine sogar, dass die Schwurbologie insgesamt auch deshalb so "erfolgreich" ist. Es sieht wie eine organische Erkrankung aus, man findet aber nichts und setzt dann auf die "Alternativen". Da zündet dann gelegentlich der Placebo-Effekt und ggf. hilft auch ein wenig positives Denken / Motivation. Ist allenthalben besser, als in der Gruft auf Pillen-Carmen zu warten, die einem dann in versteinertem Zustand die Pillendose reicht (mit dem Hinweis: "Ist aber nur experimentell, wir müssen noch weiter forschen und brauchen auch deine Spende...").
Wollte ich nur mal gesagt haben!