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Wie war das wirklich mit den Nazis und den Heilpraktikern?

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Begonnen von Hildegard, 21. Dezember 2014, 13:13:00

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Hildegard

1939 trat bekanntlich das Heilpraktikergesetz in Kraft. In diesem Gesetz wurden die Berufsbezeichung festgelegt und die Heilerlaubnis für diese Berufsgruppe erteilt. Gleichzeitig wurden aber Neuzulassungen auf "besonders begründete Ausnahmefälle" beschränkt und das Betreiben von Heilpraktikerschulen verboten. Daraus leiten Heilpraktikerverbände - und auch Wikipedia - ab, dass dieses Gesetz dazu dienen sollte, den Beruf aussterben zu lassen. Heilpraktiker wären also mitnichten von den Nazis protegiert, sondern vielmehr von ihnen verfolgt worden. Auf diese Lesart wurde ich erst kürzlich aufmerksam und sie erschien mir merkwürdig, waren doch viele prominente Nazis begeisterte Anhänger der "Volksheilkunde".

Daraufhin habe ich mir die Urfassung des Gesetzes herausgesucht.
Hier ein Faksimile
Interessant finde ich den Abschnitt über die besonders Befähigten, die "unter erleichterten Bedingungen zum Studium der Medizin zugelassen" werden sollen. Daraus könnte man meiner Meinung nach schließen, dass das NS-Regime die Ausbildung der Heilpraktiker keineswegs unterbinden, sondern nur selbst in die Hand nehmen wollte. Man könnte sich auch noch weiter aus dem Fenster lehnen und spekulieren, dass die Nazis auf diese Weise die Lücken, die bei den Ärzten entstanden waren, mit im Schnellverfahren durchs Studium geschleusten Heilpraktikern schließen wollten.

Aber das ist nur Spekulation, und ich wäre wirklich dankbar, wenn jemand dazu Belegbares wüsste.

Belbo

Man wars ich wohl klar, dass die geplanten Kriege zu einem Mangel an medizinisch ausgebildetem Personal führen würden, gabs eigentlich sowas wie "Feldheilpraktiker"?

chacha

Zitat von: Hildegard am 21. Dezember 2014, 13:13:00
1939 trat bekanntlich das Heilpraktikergesetz in Kraft. In diesem Gesetz wurden die Berufsbezeichung festgelegt und die Heilerlaubnis für diese Berufsgruppe erteilt. Gleichzeitig wurden aber Neuzulassungen auf "besonders begründete Ausnahmefälle" beschränkt und das Betreiben von Heilpraktikerschulen verboten. Daraus leiten Heilpraktikerverbände - und auch Wikipedia - ab, dass dieses Gesetz dazu dienen sollte, den Beruf aussterben zu lassen. Heilpraktiker wären also mitnichten von den Nazis protegiert, sondern vielmehr von ihnen verfolgt worden. Auf diese Lesart wurde ich erst kürzlich aufmerksam und sie erschien mir merkwürdig, waren doch viele prominente Nazis begeisterte Anhänger der "Volksheilkunde".

Daraufhin habe ich mir die Urfassung des Gesetzes herausgesucht.
Hier ein Faksimile
Interessant finde ich den Abschnitt über die besonders Befähigten, die "unter erleichterten Bedingungen zum Studium der Medizin zugelassen" werden sollen. Daraus könnte man meiner Meinung nach schließen, dass das NS-Regime die Ausbildung der Heilpraktiker keineswegs unterbinden, sondern nur selbst in die Hand nehmen wollte. Man könnte sich auch noch weiter aus dem Fenster lehnen und spekulieren, dass die Nazis auf diese Weise die Lücken, die bei den Ärzten entstanden waren, mit im Schnellverfahren durchs Studium geschleusten Heilpraktikern schließen wollten.

Aber das ist nur Spekulation, und ich wäre wirklich dankbar, wenn jemand dazu Belegbares wüsste.

Ich halte das alles nicht nur für irrelevant, sondern für die Psiram-Zwecke sogar kontraproduktiv. Ob die Nazis nun Heilpraktiker unterstützt haben oder bekämpft, kann nicht Grundlage eines Urteils über die Heilpraktiker heute sein. Wir sind doch keine Ideologen.

pauli

Zitat von: chacha am 03. Januar 2015, 19:44:29
Ich halte das alles nicht nur für irrelevant, sondern für die Psiram-Zwecke sogar kontraproduktiv. Ob die Nazis nun Heilpraktiker unterstützt haben oder bekämpft, kann nicht Grundlage eines Urteils über die Heilpraktiker heute sein. Wir sind doch keine Ideologen.

Mhm, aber deswegen sollte keine Diskussion darüber unterdrückt werden, historisch ist das sehr interessant.

If you do, then do while true ..

F. A. Mesmer

außerdem:
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. (Mark Twain)

Conina

Mark Twain oder Oscar Wilde gehen immer.
Conina, 2015

8)

Wolleren

Zitat von: pauli am 03. Januar 2015, 19:56:28
Zitat von: chacha am 03. Januar 2015, 19:44:29
Ich halte das alles nicht nur für irrelevant, sondern für die Psiram-Zwecke sogar kontraproduktiv. Ob die Nazis nun Heilpraktiker unterstützt haben oder bekämpft, kann nicht Grundlage eines Urteils über die Heilpraktiker heute sein. Wir sind doch keine Ideologen.

Mhm, aber deswegen sollte keine Diskussion darüber unterdrückt werden, historisch ist das sehr interessant.

Wenn es nur darum ginge, Heilpraktiker anzubräunen, wäre das tatsächlich falsch.

Aber den heutigen Heilpraktiker möchte ich sehen, der sich - wie das ja auch von den IG-Farben-Nachfolgern zu Recht gefordert wird - mit der Vergangenheit seines Berufs befasst. Ich persönlich glaube - noch beleglos - daran, dass nicht nur eine völkische Medizinkritik der "Bewegung" zur Einführung des Heilpraktikerwesens geführt hat, sondern eine Kritik an verjudeter Medizin.

Deswegen ist als Heilpraktiker eine Reflexion der eigenen medizinkritischen Position notwendig. Doch stattdessen trifft man auf erschreckende Naivität, mit der sogar Hamersche Positionen eingenommen und verteidigt werden. Und das IST ein starkes Argument gegen das Heilpraktikergesetz.

chacha

Zitat von: Isaac am 03. Januar 2015, 23:56:08
Zitat von: pauli am 03. Januar 2015, 19:56:28
Zitat von: chacha am 03. Januar 2015, 19:44:29
Ich halte das alles nicht nur für irrelevant, sondern für die Psiram-Zwecke sogar kontraproduktiv. Ob die Nazis nun Heilpraktiker unterstützt haben oder bekämpft, kann nicht Grundlage eines Urteils über die Heilpraktiker heute sein. Wir sind doch keine Ideologen.

Mhm, aber deswegen sollte keine Diskussion darüber unterdrückt werden, historisch ist das sehr interessant.

Wenn es nur darum ginge, Heilpraktiker anzubräunen, wäre das tatsächlich falsch.

Aber den heutigen Heilpraktiker möchte ich sehen, der sich - wie das ja auch von den IG-Farben-Nachfolgern zu Recht gefordert wird - mit der Vergangenheit seines Berufs befasst. Ich persönlich glaube - noch beleglos - daran, dass nicht nur eine völkische Medizinkritik der "Bewegung" zur Einführung des Heilpraktikerwesens geführt hat, sondern eine Kritik an verjudeter Medizin.

Deswegen ist als Heilpraktiker eine Reflexion der eigenen medizinkritischen Position notwendig. Doch stattdessen trifft man auf erschreckende Naivität, mit der sogar Hamersche Positionen eingenommen und verteidigt werden. Und das IST ein starkes Argument gegen das Heilpraktikergesetz.

Nein, das WÄRE ein starkes Argument gegen das Heilpraktikergesetz, wenn die Motive der Nazis da noch immer durchschimmern würden. Ansonsten ist der Verweis auf die Nazi-Ursprünge für das Heilpraktikerwesen ausschließlich für Rechtshistoriker relevant. Im Gegenteil kann man allen, die das anführen, vorsätzliche Pejoration unterstellen, weil in der Auseinandersetzung vermutlich sachliche Gründe  nicht ausreichen. Ich halte es für einen Heilpraktiker auch nicht erforderlich, sich mit der historischen Entstehung seines Berufs auseinanderzusetzen. Das wird von Angehörigen anderer Berufe ja auch nicht erwartet.

F. A. Mesmer

Zitatvorsätzliche Pejoration
:rofl2

soso, wird von Angehörigen anderer Berufe nicht erwartet? von wem nicht?
was ist mit Medizinern, Genetikern in Sachen Eugenik und Ethik?
was ist mit Juristen, insbesondere Richtern und Staatsanwälten in Sachen Nazi-Juristen?
die Diskussion um die ererbten organisatorischen wie personellen Probleme von BKA, VS und BND sind weiterhin in Fachkreisen ein Thema in puncto Organisation Gehlen.

Insgesamt kommt das bei akademischen Berufen wahrscheinlich Standardmäßig vor, gleichwohl wird man sich in dem einen oder anderen Studium besser darum drücken können, als vielleicht in einigen anderen.

Groucho

 :gruebel

Ich versteh's ja echt nicht. Es ging weder um den Wikiartikel, noch um ein Argument gegen heutige HPs, sondern um eine schlichte medizinhistorische Frage. Völlig gaga, da einen solchen Zirkus mit vorsätzlicher Pejoration etc. zu veranstalten. Wenn das das gesammelte Leseverständnis nach "40 jähriger akademischer Tätigkeit" ist, dann gute Nacht.


Belbo

....selbst im Architekturstudium ist Thema inwieweit sich damalige Kollegen zu nützlichen Idioten machen ließen ... Warum sollten sich da Heilpraktiker keine Gedanken drüber machen?

F. A. Mesmer

ach was, Albert Speer hat doch allerorten gesagt, dass er von allem nichts gewusst hat. Nur doof, das das Gericht da ignorant und befangen war.
und wenn dem Speer seine Verwicklung schon entgangen war, dann doch um so mehr den vielen Heilpraktiken, die doch nur heilen wollten, also den Patienten aus dem Volkskörper... das ist doch alles nur ein Missverständnis, quasi postmoderne anti-deutschen-Propaganda oder so

Wolleren

Zitat von: F. A. Mesmer am 04. Januar 2015, 00:48:50
...
soso, wird von Angehörigen anderer Berufe nicht erwartet? von wem nicht?
was ist mit Medizinern, Genetikern in Sachen Eugenik und Ethik?
...
Eben. Jahrzehntelang auf der Anti-Grünenthal-Welle (es gibt auch andere skandalöse Teile der Medizingeschichte) schwimmen und immer schön privat abrechnen, aber SELBST hat man ja GAR KEIN PROBLEM als Heilpraktiker mit der eigenen Geschichte.

Wie gesagt, durch die fehlende Kenntnis wird ein Heilpraktiker nicht zum Nazi; und es wäre wirklich falsch, ihm diese Historie vorzuwerfen. (Nicht, dass von der Antimedizin die Grünenthal-Karte nicht bis heute mit großem Genuss gespielt würde, aber das ist eine Frage des Niveaus).

Ein Heilpraktiker, der weder willens noch in der Lage ist, seine Position in der Medizingeschichte zu reflektieren oder wenigstens zu kennen, hat keinerlei Vertrauen verdient. Wer würde ihn denn daran hindern, aufgrund von Blutgruppe, Pigmentierung oder Nasendicke zu behandeln? Diese Merkmale werden DURCHAUS von der Antimedizin zur Diagnose bemüht: das psiram-wiki ist voll davon . Und eine minimale Reflexion könnte ihn vor diesem Schwachsinn schützen. Aber Ignoranz schützt selbstverständlich besser.

ajki

Zitat von: Hildegard am 21. Dezember 2014, 13:13:00
... Daraus leiten Heilpraktikerverbände - und auch Wikipedia - ab, dass dieses Gesetz dazu dienen sollte, den Beruf aussterben zu lassen. Heilpraktiker wären also mitnichten von den Nazis protegiert, sondern vielmehr von ihnen verfolgt worden. Auf diese Lesart wurde ich erst kürzlich aufmerksam und sie erschien mir merkwürdig, waren doch viele prominente Nazis begeisterte Anhänger der "Volksheilkunde".  ...

Unabhängig von der Klärung der gestellten Frage war ich etwas verblüfft über das Wort "verfolgt", weil ähnlich dem OP auch ich bislang immer den Eindruck hatte, speziell die Größen im NSDAP-Kontext hätten mehr oder weniger durchgängig eine sehr große Nähe zu esoterischen Produkten gehabt (darunter auch und speziell zu Homöopathie u.vglb. - wenn auch unter heute sehr ungebräuchlichen Benamungen und Begrifflichkeiten, z.B. "biochemische Mittel" [reposting eines Artikels aus laborjournal.de] - s.a. WP: "Neue deutsche Heilkunde", "Medizin im Nationalsozialismus").

Zum "verfolgt"-... naja, ich nenne das schon mal vorweg: Mythos habe ich mir dann mal die auch im OP angerissenen Quellen zum Heilpraktikergesetz angesehen und packe den Kram hier mal zusammen als Materialsammlung.

WP-Artikel "Heilpraktiker - Abschnitt Geschichte in Deutschland":
Zitat von: daraus:
...1936 wurde der Heilpraktiker als freier Beruf anerkannt und erhielt die Befreiung von der Umsatzsteuer. 1937 verkündete der Reichsärzteführer Gerhard Wagner, dass Kurierfreiheit und Nationalsozialismus zwei unvereinbare Dinge seien, und schon 1938 wurde der Entwurf eines Heilpraktikergesetzes erstellt.

Am 17. Februar 1939 wurde das Heilpraktikergesetz (HeilprG)[Quelle 16] mit seiner Ersten Durchführungsverordnung (1. DVO)[Quelle 17] verkündet. Trotz der Regelung des Berufes war das Heilpraktikergesetz von vornherein als Aussterbegesetz für den Berufsstand des Heilpraktikers geplant gewesen,[Quelle 18] wobei es eine geheime Absprache zwischen Naziführung und Reichsärztekammer gegeben haben soll. In der ursprünglichen Fassung des Gesetzes wird dies z. B. in § 2 deutlich: ,,Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis nach § 1 in Zukunft nur in besonders begründeten Ausnahmefällen erhalten." Über die besonders begründeten Ausnahmen hatte dann die Nazi-Standesorganisation zu entscheiden. Auch der § 4, der die Ausbildung verbietet, ist interessant: ,,Es ist verboten, Ausbildungsstätten für Personen, die sich der Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes widmen wollen, einzurichten oder sie zu unterhalten."...

Relevant für die Frage hier ist: "...war das Heilpraktikergesetz von vornherein als Aussterbegesetz für den Berufsstand des Heilpraktikers geplant gewesen,[Quelle 18] wobei es eine geheime Absprache zwischen Naziführung und Reichsärztekammer gegeben haben soll." Dabei kann man gewiss den zweiten Satzteil des unbequellten Gerüchtekrams getrost vergessen. Bleibt Quelle 18 - dahinter steckt die Begründungsunterlage für das eingebrachte Gesetz. Die ist im Reichsanzeiger veröffentlicht und daher in Papierform breit verfügbar - aber leider anscheinend noch nicht digitalisiert / frei abrufbar. Ich habe diesbezüglich auf die Schnelle zwei Sekundärquellen gefunden, die den wesentlichen Passus der Begründung (übereinstimmend) zitieren:

In Nomos, 2007, Heft 1, Alexander Klose in einem Beitrag namens "Im Schatten der Profession: Rechtsberatungsgesetz und Heilpraktikergesetz" [pdf]

Zitat von: daraus:"... In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: "In Zukunft [d.h. nach Ablauf der Antragsfrist am 1. April 1939 - Anm. durch Verf.] wird eine Erlaubnis zur Berufsausübung als Heilpraktiker nicht mehr erteilt werden." (mit Zitatbezug zur Quelle "Begründung" und Hervorhebung von mir)

und einem im Weiteren folgenden Schluss hierzu:
"... Während einige Heilpraktikerverbände im HPG noch immer die Geburtsstunde des Heilpraktikerberufs sehen, erweist es sich bei genauerer Betrachtung für Nichtärzte als Berufszugangssperre mit einer besitzstandswahrenden Übergangsregelung. Mit Erlöschen der letzten Erlaubnis wäre der Heilpraktikerberuf ausgestorben, an seine Stelle ein Ärztemonopol getreten [Quelle 28]."

Die angeführte Quelle 28:
"Der Entwurf eines Heilpraktikergesetzes aus dem Jahr 1933 hatte noch die Schaffung eines Standes der sog. approbierten Heilpraktiker vorgesehen: Gillhausen (Fn. 11), S. 26"

Des weiteren findet man zitierende Auszüge auf einem "Xing"-Profil einer Heilpraktiker-Ausbildungsdingsbums.

Klose nennt in seinem Aufsatz in der Schlussbetrachtung den Heilpraktikerberuf seiner Interpretation zufolge in der Rückschau aus der Gegenwart einen "historischen Zufall", weil das Gesetz in der Folge aus völlig anderen Gründen nicht dem erwarteten/beabsichtigten Zweck folgte (wg. zeitgeschichtlicher Bedingungen unterblieb seiner Ansicht nach die beabsichtigte Durchsetzung des "Ärztemonopols").

Man kann Klose durchaus folgen in der Annahme, es handele sich hier um einen zufälligen Nichteintritt der beabsichtigen Zwecke. Allerdings darf man ihm kaum folgen in seiner Interpretation des beabsichtigten Zweckes - denn dafür dürfte er oder sonstwer keine Quellen haben (siehe auch oben die Kolportage von Gerüchten im WP-Artikel). Genauso denkbar und in meiner persönlichen Anschauung durchaus wahrscheinlicher wäre es gewesen, wenn die diversen Standesorganisationen, von denen der gleichgeschaltete Heilpraktikerverband ja nur *einer* war, in einer Fortentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedinungen entweder eine neue Disziplin innerhalb des medizinischen Bereiches aufgemacht hätten mit eigenen Ausbildungsgängen und Gewerbeordnungen oder unter gänzlich neuem "Namen" und Ansatz die "Kurierfreiheit" als Gewerbe neu aufgesetzt hätten. Dergleichen würde ich für wesentlich wahrscheinlicher halten, weil es immerhin finanzstarke und einflussreiche Gruppierungen im Interessengebiet gab und die oben genannte Affinität der Ideologie zu esoterischen Produkten zweifelsfrei bestand.

Von irgendeiner "Verfolgung" und Bekämpfung esoterischer Heillehren in der Zeit des Nationalsozialismus kann angesichts der vielen Quellen überhaupt keine Rede sein - im Gegenteil muß die äußerst starke Verquickung von Personen mit esoterischen Hintergründen und dem ideologisierten Heilwesen als klarer Hinweis darauf verstanden werden, dass anti-medizinwissenschaftliche Angebote dauerhaft und wahrscheinlich eher noch ausgeweitet im Angebot verblieben wären.
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