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Autor Thema: Neuer IPPC-Bericht  (Gelesen 7055 mal)

Groucho

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Neuer IPPC-Bericht
« am: 21. September 2013, 18:16:28 »
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Belbo

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #1 am: 21. September 2013, 19:56:13 »
Es ist schon seltsam, dass Politiker immer noch glauben durch die Unterdrückung von Informationen etwas erreichen zu können.....

Inwieweit diese "Erwärmungsdelle" Aussagen über den Klimawandel zulässt, ist wohl abhängig davon, inwieweit die Erwärmung des Pazifiks in die Temperaturdiagramme eingearbeitet ist.

http://www.nature.com/nclimate/journal/v1/n7/full/nclimate1229.html

Netter Artikel in der Süddeutschen übrigens:

http://www.zeit.de/2013/37/klimawandel-pazifik

Zitat
Also eine Pause des Temperaturanstiegs, nicht des Klimawandels. Das ist nicht spitzfindig, sondern entscheidet über Verständnis oder Unverständnis. Denn der Anstieg der Lufttemperatur ist ja nur ein Faktor neben weiteren wie Ozeanversauerung, Gletscherschmelze oder Meereisschrumpfung, die alle munter weitergehen – insgesamt das Gegenteil von Pausieren.

Groucho

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #2 am: 21. September 2013, 20:39:09 »

Zitat
Also eine Pause des Temperaturanstiegs, nicht des Klimawandels. Das ist nicht spitzfindig, sondern entscheidet über Verständnis oder Unverständnis. Denn der Anstieg der Lufttemperatur ist ja nur ein Faktor neben weiteren wie Ozeanversauerung, Gletscherschmelze oder Meereisschrumpfung, die alle munter weitergehen – insgesamt das Gegenteil von Pausieren.

Strohmannbau, der am Kernthema vorbei geht. Klima ändert sich, tatsächlich, und soll schon vorgekommen sein. Das Problem ist nur, dass anscheinend alle Modelle zur Vorhersage versagt haben, diesen Stillstand vorherzusehen, was irgendwie auch kein Wunder ist, kommen doch seit Jahren fast monatlich neue Erkenntnisse dazu über neue Regelkreise und andere Parameter. Modelle zu machen ist nicht verwerflich und sinnvoll, solange man sich der Grenzen dieser bewusst ist. Verwerflich ist, solche Modelle als unumstößlich ("es gibt keine Diskussion mehr!") darzustellen und dann auch noch Schreckensszenarios in linearer Hochrechnung auf 100 Jahre aufzubauen. Sowas hat nun mal mit Wissenschaft rein gar nichts mehr zu tun.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Robert

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #3 am: 21. September 2013, 20:43:46 »
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

Da widerspreche ich. Es wurde immerhin eine ganze Politikrichtung darauf aufgebaut, Millionen Euro für die Förderung der Wind/Sonne/Biogasenergie ausgegeben, Heerscharen von Lobbyisten gemästet, die Energieversorgung destabilisiert, die Stromkunden abgezockt, Glühbirnen verboten und dann diese Pleite. Da ist so eine Reaktion logisch.

Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Man muss nun diese Maßnahmen aus Panik und ohne Verstand rechtfertigen, und das wird schwer. Da steckt man doch lieber den Kopf in den Sand.

Bartimaeus

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  • Frankenfood
Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #4 am: 24. September 2013, 21:14:59 »
Zitat
"Wissenschaft ist nicht verhandelbar"
Forscher und Regierungen beraten in Schweden über den Weltklimabericht. Lässt sich die Wissenschaft ihre Resultate absegnen? Der Forscher Martin Claußen widerspricht.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-09/weltklimabericht-martin-claussen-forschung-regierung-wissenschaft

Groucho

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #5 am: 24. September 2013, 23:08:50 »
Zitat
"Wissenschaft ist nicht verhandelbar"
Forscher und Regierungen beraten in Schweden über den Weltklimabericht. Lässt sich die Wissenschaft ihre Resultate absegnen? Der Forscher Martin Claußen widerspricht.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-09/weltklimabericht-martin-claussen-forschung-regierung-wissenschaft

Der eiert ganz schön rum. Natürlich ist Wissenschaft in dem Sinne nicht "verhandelbar", nur, hier geht es um eine Interpretation von wissenschaftlichen Ergebnissen, und die ist sehr wohl verhandelbar, sonst könnte man sich den ganzen Aufwand dieses Treffens ja wohl sparen, oder?

Ist irgendwie eine absurde Veranstaltung, die an Zentralkommites erinnert, wie der der richtige Sprachgebrauch zu lauten hat.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

MrSpock

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #6 am: 25. September 2013, 11:01:51 »
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

Da widerspreche ich. Es wurde immerhin eine ganze Politikrichtung darauf aufgebaut, Millionen Euro für die Förderung der Wind/Sonne/Biogasenergie ausgegeben, Heerscharen von Lobbyisten gemästet, die Energieversorgung destabilisiert, die Stromkunden abgezockt, Glühbirnen verboten und dann diese Pleite. Da ist so eine Reaktion logisch.

Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Man muss nun diese Maßnahmen aus Panik und ohne Verstand rechtfertigen, und das wird schwer. Da steckt man doch lieber den Kopf in den Sand.

Ich wage nicht, dieser These zu widersprechen!  :teufel
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Ridcully

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #7 am: 25. September 2013, 20:14:34 »
Jetzt rudert sogar das IPPC zurück

Nö das tut es nicht, im Gegenteil:

Zitat
while the Fourth Assessment in 2007 said the "warming of the climate system is unequivocal," and that this was "very likely due to the observed increase in anthropogenic greenhouse gas concentrations."

Here, "very likely" has a specific meaning: a 90 percent probability of occurrence, according to the IPCC's explanation of its probability numbers. With the 2013 report, the group is expected to push that number into the 95 to 100 percent probability range, between "extremely likely" and "virtually certain."

That level of certainty "has increased with every report," notes Dr. Hayhoe, an expert reviewer for the IPCC. "Because we have more data, we have more science, we have more observations."
http://www.weather.com/news/science/environment/ipcc-reports-ever-increasing-confidence-climate-change-warnings-20130924

Das wird den Deppen auf der AdG und anderswo natürlich wieder nicht in den Kram passen. Also baut man schon mal an einer neuen Verschwörungstheorie wie es sich für Realitätsverweigerer geziemt.


Groucho

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #8 am: 25. September 2013, 20:47:47 »
Das wird den Deppen auf der AdG

Wer ist das?

Zitat
und anderswo natürlich wieder nicht in den Kram passen. Also baut man schon mal an einer neuen Verschwörungstheorie wie es sich für Realitätsverweigerer geziemt.

Mag ja alles sein. Fakt ist - zumindest nach den offiziellen Quellen, worauf sich auch das IPPc bezieht - dass es einen bisher 15-jährigen Stillstand gibt, während CO2 dauernd zunimmt. Dies haben die Modelle nicht vorhergesehen.

Was man daraus schließt und wie man es interpretiert, ist wieder eine ganz andere Sache.

Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

gesine2

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #9 am: 25. September 2013, 20:54:05 »
Zitat
[AdG] Wer ist das?
Aktionsfront dümmliches Gelaber. Wikiseite mangels Relevanz gelöscht -- aber das soll der FDP jetzt ja ebenfalls passieren...
_____________________
ne schöne jrooß, gesine2

Ridcully

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #10 am: 25. September 2013, 22:28:19 »
Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.

Sicherheit im Ergebnis doch wohl kaum - aber ziemliche grosse Sicherheit in der Tendenz. Und das ist deutlich mehr als das was Politiker sonst an Prognosen haben, auf denen sie ihre Politik stützen müssen. Was daran liegt das Klimawissenschaft verglichen mit z.B. VWL oder Soziologie eine ziemlich exakte Wissenschaft ist. Insofern verstehe ich das ganze Geschrei nicht.

Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.

AdG = oben verlinkte www.achgut.com

Groucho

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #11 am: 26. September 2013, 04:48:09 »
Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.

Sicherheit im Ergebnis doch wohl kaum - aber ziemliche grosse Sicherheit in der Tendenz.

Welche Tendenz? Dass es gerade eher wärmer wird? Banal. Entscheidend ist die Korrelation CO2 und Temperatur, auf die sich z.B. politische Entscheider berufen. Die stimmt halt gerade überhaupt nicht mehr nach den Modellen, aus welchem Grund auch immer.

Zitat
Und das ist deutlich mehr als das was Politiker sonst an Prognosen haben, auf denen sie ihre Politik stützen müssen.

Müssen? Es ist das Beste, was ihnen geschehen konnte. Als kohlenstoffbasierte Entitäten, die wir nun mal sind, kann man alles und jedes, und sei es noch so blödsinnig als alternativlos zur Rettung der Erde präsentieren. die wenigen Alternativen (die es natürlich nicht gibt) wie z.B. Kernkraft schaltet man auch noch ab. Welche Politiker bitte denken über 4 Jahre hinaus, geschweige denn 50? Sowas machen bestenfalls die Fachbehörden.

Zitat
Was daran liegt das Klimawissenschaft verglichen mit z.B. VWL oder Soziologie eine ziemlich exakte Wissenschaft ist. Insofern verstehe ich das ganze Geschrei nicht.

Klimawissenschaft gibt es so nicht. Die jeweiligen Leute sind Ozeanografen, Geologen, Metereologen, Statistiker, Archäologen etc. Das ist alles, nur keine exakte Wissenschaft was die Prognosen angeht. Modelle sind eben Modelle, ob sie je zutreffen weden, und damit einer gewissen Falsifizierbarkeit zugänglich - das werden wir irgendwann wissen. Vielleicht. Ich stelle damit nicht die Sinnhaftigkeit dieser Forschung in Frage, das Problem beginnt dort, wo man in der Interpretation durch Laien eben nicht mehr zwischen Modell und belegtem Fakt unterscheidet. Und vor allem keine Handlungsoptionen diskutiert.

Zitat
Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.

Ja, sagt man immer so. Ich halte den Satz für ziemlich unreflektiert. D. lebt in seinen Wurzeln nach wie vor von einer energieintensiven Wirtschaft, Stahl, Alu, Chemie und dem Ganzen, was so dranhängt. Jeder Ingenieur und Manager wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, diesen großen Kostenfaktor nicht so gut wie möglich zu minimieren, dafür braucht es keine Gesetze, nur den Weltmarkt. Gesetze braucht es, das Ganze in einem umweltverträglichen Rahmen stattfinden zu lassen, aber bestimmt nicht, den physikalisch unumgänglichen Energiebedarf zu besteuern.

Zitat
AdG = oben verlinkte www.achgut.com

Danke.

Edit:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html

Ein Interview mit Hans von Storch. Der gehört nun wirklich nicht zu den "Klimaleugnern".
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Robert

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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #12 am: 26. September 2013, 11:03:43 »
Auch meine Kritik setzt da an. Mit geht es nicht darum, etwas zu "leugnen", sondern die einseitigen politischen Schlussfolgerungen sowie die Politisierung von Naturwissenschaften anzukreiden.

Wenn eine Kanzlerin eine Maßnahme als alternativlos bezeichnet, heißt das gleichzeitig, dass über andere Optionen überhaupt erst nicht mehr nachgedacht wird. Das heißt, man schränkt von vorne herein sein Denken und Handeln nur auf einen einzige Fokus ein. Das macht unflexibel, weil man  andere Optionen ausschließt. Und wenn Prognosen nun doch nicht stimmen, was nun einmal in der Natur einer Prognose liegt, dass sie daneben liegen kann, steckt man in der Sackgasse, so unflexibel, äh, alternativlos man gedacht hat. Das Schlimme daran ist, es wurde sehr viel Geld ausgegeben, es wurden Gesetze und Strukturen geschaffen und verändert, die man nicht mal einfach so korrigieren kann.

Nundenn, es bleibt spannend und ich beobachte nur.

bayle

  • Gast
Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #13 am: 26. September 2013, 11:38:44 »
Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.
Ich habe überlegt, was mich an dieser Formulierung stört. Es ist der moralische Impetus, der eine Sachdiskussion erschwert, und der damit gepachtete gesellschaftliche Durchblick. Natürlich müssen Interessenkonflikte offengelegt und berücksichtigt werden, aber wer hat die nicht? Das kann nicht das Ende der Debatte sein.

Ridcully

  • Forum Member
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Re: Neuer IPPC-Bericht
« Antwort #14 am: 26. September 2013, 13:51:15 »
Entscheidend ist die Korrelation CO2 und Temperatur, auf die sich z.B. politische Entscheider berufen. Die stimmt halt gerade überhaupt nicht mehr nach den Modellen, aus welchem Grund auch immer.

Nein entscheidend ist die Kausalität und die sehen die Wissenschaftler nach wie vor als gegeben an.

Müssen?

Müssen sie nicht -  sie können sich stattdessen natürlich auch nach ihrem Wunschbild von der Realität richten. Aber ob Politik Marke Pipi Langstrumpf so wahnsinnig sinnvoll ist, ich weiss ja nicht.

Es ist das Beste, was ihnen geschehen konnte. Als kohlenstoffbasierte Entitäten, die wir nun mal sind, kann man alles und jedes, und sei es noch so blödsinnig als alternativlos zur Rettung der Erde präsentieren.

Blablub, irrationale Verschwörungstheorie die ins Wiki gehört. So was den Grünen zu unterstellen mag ja noch irgendwie plausibel sein, aber der Regierung aus CDU/CSU/FDP? Wirklich? Hallo, noch jemand zuhause?

Ich stelle damit nicht die Sinnhaftigkeit dieser Forschung in Frage, das Problem beginnt dort, wo man in der Interpretation durch Laien eben nicht mehr zwischen Modell und belegtem Fakt unterscheidet. Und vor allem keine Handlungsoptionen diskutiert.

Als da wäre? Kopf in den Sand stecken und abwarten, schliesslich sind das doch alles nur Modelle und wer weiss schon welches wirklich wahr ist? Klingt für mich so bescheuert wie das Gerede der Kreationisten von der blossen Theorie von der Evolution.

Ja, sagt man immer so. Ich halte den Satz für ziemlich unreflektiert. D. lebt in seinen Wurzeln nach wie vor von einer energieintensiven Wirtschaft, Stahl, Alu, Chemie und dem Ganzen, was so dranhängt. Jeder Ingenieur und Manager wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, diesen großen Kostenfaktor nicht so gut wie möglich zu minimieren, dafür braucht es keine Gesetze, nur den Weltmarkt. Gesetze braucht es, das Ganze in einem umweltverträglichen Rahmen stattfinden zu lassen, aber bestimmt nicht, den physikalisch unumgänglichen Energiebedarf zu besteuern.

So kann man auch gerne argumentieren ohne den Forschungsstand abzuqualifizieren und Verschwörungstheorien aufzustellen. Nicht das ich das Argument für besonders stark halte, aber es ist nicht auf Ignoranz angewiesen. Eben diese wird aber von denjenigen die auch diesmal wieder auf Einzelheiten rumhacken werden um das Gesamtbild ignorieren zu können angestrebt. Eben um ja keine unbequemen Entscheidungen treffen zu müssen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html

Ein Interview mit Hans von Storch. Der gehört nun wirklich nicht zu den "Klimaleugnern".

Link geht nicht. Was hat er zu sagen?