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Deutsch => Allgemeine Diskussionen => Politik und Gesellschaft => Thema gestartet von: Groucho am 21. September 2013, 18:16:28

Titel: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 21. September 2013, 18:16:28
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html)

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank)

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Belbo am 21. September 2013, 19:56:13
Es ist schon seltsam, dass Politiker immer noch glauben durch die Unterdrückung von Informationen etwas erreichen zu können.....

Inwieweit diese "Erwärmungsdelle" Aussagen über den Klimawandel zulässt, ist wohl abhängig davon, inwieweit die Erwärmung des Pazifiks in die Temperaturdiagramme eingearbeitet ist.

http://www.nature.com/nclimate/journal/v1/n7/full/nclimate1229.html

Netter Artikel in der Süddeutschen übrigens:

http://www.zeit.de/2013/37/klimawandel-pazifik

Zitat
Also eine Pause des Temperaturanstiegs, nicht des Klimawandels. Das ist nicht spitzfindig, sondern entscheidet über Verständnis oder Unverständnis. Denn der Anstieg der Lufttemperatur ist ja nur ein Faktor neben weiteren wie Ozeanversauerung, Gletscherschmelze oder Meereisschrumpfung, die alle munter weitergehen – insgesamt das Gegenteil von Pausieren.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 21. September 2013, 20:39:09

Zitat
Also eine Pause des Temperaturanstiegs, nicht des Klimawandels. Das ist nicht spitzfindig, sondern entscheidet über Verständnis oder Unverständnis. Denn der Anstieg der Lufttemperatur ist ja nur ein Faktor neben weiteren wie Ozeanversauerung, Gletscherschmelze oder Meereisschrumpfung, die alle munter weitergehen – insgesamt das Gegenteil von Pausieren.

Strohmannbau, der am Kernthema vorbei geht. Klima ändert sich, tatsächlich, und soll schon vorgekommen sein. Das Problem ist nur, dass anscheinend alle Modelle zur Vorhersage versagt haben, diesen Stillstand vorherzusehen, was irgendwie auch kein Wunder ist, kommen doch seit Jahren fast monatlich neue Erkenntnisse dazu über neue Regelkreise und andere Parameter. Modelle zu machen ist nicht verwerflich und sinnvoll, solange man sich der Grenzen dieser bewusst ist. Verwerflich ist, solche Modelle als unumstößlich ("es gibt keine Diskussion mehr!") darzustellen und dann auch noch Schreckensszenarios in linearer Hochrechnung auf 100 Jahre aufzubauen. Sowas hat nun mal mit Wissenschaft rein gar nichts mehr zu tun.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Robert am 21. September 2013, 20:43:46
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html)

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank)

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

Da widerspreche ich. Es wurde immerhin eine ganze Politikrichtung darauf aufgebaut, Millionen Euro für die Förderung der Wind/Sonne/Biogasenergie ausgegeben, Heerscharen von Lobbyisten gemästet, die Energieversorgung destabilisiert, die Stromkunden abgezockt, Glühbirnen verboten und dann diese Pleite. Da ist so eine Reaktion logisch.

Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Man muss nun diese Maßnahmen aus Panik und ohne Verstand rechtfertigen, und das wird schwer. Da steckt man doch lieber den Kopf in den Sand.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Bartimaeus am 24. September 2013, 21:14:59
Zitat
"Wissenschaft ist nicht verhandelbar"
Forscher und Regierungen beraten in Schweden über den Weltklimabericht. Lässt sich die Wissenschaft ihre Resultate absegnen? Der Forscher Martin Claußen widerspricht.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-09/weltklimabericht-martin-claussen-forschung-regierung-wissenschaft
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 24. September 2013, 23:08:50
Zitat
"Wissenschaft ist nicht verhandelbar"
Forscher und Regierungen beraten in Schweden über den Weltklimabericht. Lässt sich die Wissenschaft ihre Resultate absegnen? Der Forscher Martin Claußen widerspricht.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-09/weltklimabericht-martin-claussen-forschung-regierung-wissenschaft

Der eiert ganz schön rum. Natürlich ist Wissenschaft in dem Sinne nicht "verhandelbar", nur, hier geht es um eine Interpretation von wissenschaftlichen Ergebnissen, und die ist sehr wohl verhandelbar, sonst könnte man sich den ganzen Aufwand dieses Treffens ja wohl sparen, oder?

Ist irgendwie eine absurde Veranstaltung, die an Zentralkommites erinnert, wie der der richtige Sprachgebrauch zu lauten hat.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: MrSpock am 25. September 2013, 11:01:51
Das wird lustig:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-verhandlungen-politiker-gegen-wissenschaftler-beim-uno-klimareport-a-923507.html)

Zitat
Hamburg - Vor den Verhandlungen zum Uno-Klimareport, die nächste Woche in Stockholm stattfinden, ist es nach Informationen des SPIEGEL zwischen Politikern und Wissenschaftlern zu Spannungen gekommen. Gegen den Widerstand vieler Forscher wollen insbesondere Delegierte der Bundesregierung das Stocken der Erwärmung in den letzten 15 Jahren aus der Zusammenfassung des neuen IPCC-Reports heraushalten. Allenfalls eine "Verlangsamung des Temperaturanstiegs" soll zugegeben werden, die "wissenschaftlich nicht relevant" sei.

Jetzt rudert sogar das IPPC zurück, aber was schert das gewisse Politiker, die Welt hat gefälligst zu sein, wie es ins Konzept passt. Und man kann sich wie Peiser bei der Achse fragen:

"Hat das Umweltministerium noch alle Tassen im Schrank?
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hat_das_umweltministerium_noch_alle_tassen_im_schrank)

Man wird die Frage wohl verneinen müssen.

Da widerspreche ich. Es wurde immerhin eine ganze Politikrichtung darauf aufgebaut, Millionen Euro für die Förderung der Wind/Sonne/Biogasenergie ausgegeben, Heerscharen von Lobbyisten gemästet, die Energieversorgung destabilisiert, die Stromkunden abgezockt, Glühbirnen verboten und dann diese Pleite. Da ist so eine Reaktion logisch.

Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Man muss nun diese Maßnahmen aus Panik und ohne Verstand rechtfertigen, und das wird schwer. Da steckt man doch lieber den Kopf in den Sand.

Ich wage nicht, dieser These zu widersprechen!  :teufel
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 25. September 2013, 20:14:34
Jetzt rudert sogar das IPPC zurück

Nö das tut es nicht, im Gegenteil:

Zitat
while the Fourth Assessment in 2007 said the "warming of the climate system is unequivocal," and that this was "very likely due to the observed increase in anthropogenic greenhouse gas concentrations."

Here, "very likely" has a specific meaning: a 90 percent probability of occurrence, according to the IPCC's explanation of its probability numbers. With the 2013 report, the group is expected to push that number into the 95 to 100 percent probability range, between "extremely likely" and "virtually certain."

That level of certainty "has increased with every report," notes Dr. Hayhoe, an expert reviewer for the IPCC. "Because we have more data, we have more science, we have more observations."
http://www.weather.com/news/science/environment/ipcc-reports-ever-increasing-confidence-climate-change-warnings-20130924

Das wird den Deppen auf der AdG und anderswo natürlich wieder nicht in den Kram passen. Also baut man schon mal an einer neuen Verschwörungstheorie wie es sich für Realitätsverweigerer geziemt.

Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 25. September 2013, 20:47:47
Das wird den Deppen auf der AdG

Wer ist das?

Zitat
und anderswo natürlich wieder nicht in den Kram passen. Also baut man schon mal an einer neuen Verschwörungstheorie wie es sich für Realitätsverweigerer geziemt.

Mag ja alles sein. Fakt ist - zumindest nach den offiziellen Quellen, worauf sich auch das IPPc bezieht - dass es einen bisher 15-jährigen Stillstand gibt, während CO2 dauernd zunimmt. Dies haben die Modelle nicht vorhergesehen.

Was man daraus schließt und wie man es interpretiert, ist wieder eine ganz andere Sache.

Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: gesine2 am 25. September 2013, 20:54:05
Zitat
[AdG] Wer ist das?
Aktionsfront dümmliches Gelaber. Wikiseite mangels Relevanz gelöscht -- aber das soll (http://www.der-postillon.com/2013/09/wikipedia-loscht-fdp-eintrag-wegen.html) der FDP jetzt ja ebenfalls passieren...
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 25. September 2013, 22:28:19
Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.

Sicherheit im Ergebnis doch wohl kaum - aber ziemliche grosse Sicherheit in der Tendenz. Und das ist deutlich mehr als das was Politiker sonst an Prognosen haben, auf denen sie ihre Politik stützen müssen. Was daran liegt das Klimawissenschaft verglichen mit z.B. VWL oder Soziologie eine ziemlich exakte Wissenschaft ist. Insofern verstehe ich das ganze Geschrei nicht.

Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.

AdG = oben verlinkte www.achgut.com
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 26. September 2013, 04:48:09
Dass langfristige Modelle in kurzfristigen Prognosen versagen, ist banal, es handelt sich um andere Regelkreise. Das Problem ist nur, dass 15 Jahre nicht mehr kurzfristig sind, wenn man innerhalb eines Rahmens von 50-100 Jahren Sicherheit im Ergebnis prognostiziert.

Sicherheit im Ergebnis doch wohl kaum - aber ziemliche grosse Sicherheit in der Tendenz.

Welche Tendenz? Dass es gerade eher wärmer wird? Banal. Entscheidend ist die Korrelation CO2 und Temperatur, auf die sich z.B. politische Entscheider berufen. Die stimmt halt gerade überhaupt nicht mehr nach den Modellen, aus welchem Grund auch immer.

Zitat
Und das ist deutlich mehr als das was Politiker sonst an Prognosen haben, auf denen sie ihre Politik stützen müssen.

Müssen? Es ist das Beste, was ihnen geschehen konnte. Als kohlenstoffbasierte Entitäten, die wir nun mal sind, kann man alles und jedes, und sei es noch so blödsinnig als alternativlos zur Rettung der Erde präsentieren. die wenigen Alternativen (die es natürlich nicht gibt) wie z.B. Kernkraft schaltet man auch noch ab. Welche Politiker bitte denken über 4 Jahre hinaus, geschweige denn 50? Sowas machen bestenfalls die Fachbehörden.

Zitat
Was daran liegt das Klimawissenschaft verglichen mit z.B. VWL oder Soziologie eine ziemlich exakte Wissenschaft ist. Insofern verstehe ich das ganze Geschrei nicht.

Klimawissenschaft gibt es so nicht. Die jeweiligen Leute sind Ozeanografen, Geologen, Metereologen, Statistiker, Archäologen etc. Das ist alles, nur keine exakte Wissenschaft was die Prognosen angeht. Modelle sind eben Modelle, ob sie je zutreffen weden, und damit einer gewissen Falsifizierbarkeit zugänglich - das werden wir irgendwann wissen. Vielleicht. Ich stelle damit nicht die Sinnhaftigkeit dieser Forschung in Frage, das Problem beginnt dort, wo man in der Interpretation durch Laien eben nicht mehr zwischen Modell und belegtem Fakt unterscheidet. Und vor allem keine Handlungsoptionen diskutiert.

Zitat
Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.

Ja, sagt man immer so. Ich halte den Satz für ziemlich unreflektiert. D. lebt in seinen Wurzeln nach wie vor von einer energieintensiven Wirtschaft, Stahl, Alu, Chemie und dem Ganzen, was so dranhängt. Jeder Ingenieur und Manager wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, diesen großen Kostenfaktor nicht so gut wie möglich zu minimieren, dafür braucht es keine Gesetze, nur den Weltmarkt. Gesetze braucht es, das Ganze in einem umweltverträglichen Rahmen stattfinden zu lassen, aber bestimmt nicht, den physikalisch unumgänglichen Energiebedarf zu besteuern.

Zitat
AdG = oben verlinkte www.achgut.com

Danke.

Edit:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html)

Ein Interview mit Hans von Storch. Der gehört nun wirklich nicht zu den "Klimaleugnern".
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Robert am 26. September 2013, 11:03:43
Auch meine Kritik setzt da an. Mit geht es nicht darum, etwas zu "leugnen", sondern die einseitigen politischen Schlussfolgerungen sowie die Politisierung von Naturwissenschaften anzukreiden.

Wenn eine Kanzlerin eine Maßnahme als alternativlos bezeichnet, heißt das gleichzeitig, dass über andere Optionen überhaupt erst nicht mehr nachgedacht wird. Das heißt, man schränkt von vorne herein sein Denken und Handeln nur auf einen einzige Fokus ein. Das macht unflexibel, weil man  andere Optionen ausschließt. Und wenn Prognosen nun doch nicht stimmen, was nun einmal in der Natur einer Prognose liegt, dass sie daneben liegen kann, steckt man in der Sackgasse, so unflexibel, äh, alternativlos man gedacht hat. Das Schlimme daran ist, es wurde sehr viel Geld ausgegeben, es wurden Gesetze und Strukturen geschaffen und verändert, die man nicht mal einfach so korrigieren kann.

Nundenn, es bleibt spannend und ich beobachte nur.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: bayle am 26. September 2013, 11:38:44
Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.
Ich habe überlegt, was mich an dieser Formulierung stört. Es ist der moralische Impetus, der eine Sachdiskussion erschwert, und der damit gepachtete gesellschaftliche Durchblick. Natürlich müssen Interessenkonflikte offengelegt und berücksichtigt werden, aber wer hat die nicht? Das kann nicht das Ende der Debatte sein.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 26. September 2013, 13:51:15
Entscheidend ist die Korrelation CO2 und Temperatur, auf die sich z.B. politische Entscheider berufen. Die stimmt halt gerade überhaupt nicht mehr nach den Modellen, aus welchem Grund auch immer.

Nein entscheidend ist die Kausalität und die sehen die Wissenschaftler nach wie vor als gegeben an.

Müssen?

Müssen sie nicht -  sie können sich stattdessen natürlich auch nach ihrem Wunschbild von der Realität richten. Aber ob Politik Marke Pipi Langstrumpf so wahnsinnig sinnvoll ist, ich weiss ja nicht.

Es ist das Beste, was ihnen geschehen konnte. Als kohlenstoffbasierte Entitäten, die wir nun mal sind, kann man alles und jedes, und sei es noch so blödsinnig als alternativlos zur Rettung der Erde präsentieren.

Blablub, irrationale Verschwörungstheorie die ins Wiki gehört. So was den Grünen zu unterstellen mag ja noch irgendwie plausibel sein, aber der Regierung aus CDU/CSU/FDP? Wirklich? Hallo, noch jemand zuhause?

Ich stelle damit nicht die Sinnhaftigkeit dieser Forschung in Frage, das Problem beginnt dort, wo man in der Interpretation durch Laien eben nicht mehr zwischen Modell und belegtem Fakt unterscheidet. Und vor allem keine Handlungsoptionen diskutiert.

Als da wäre? Kopf in den Sand stecken und abwarten, schliesslich sind das doch alles nur Modelle und wer weiss schon welches wirklich wahr ist? Klingt für mich so bescheuert wie das Gerede der Kreationisten von der blossen Theorie von der Evolution.

Ja, sagt man immer so. Ich halte den Satz für ziemlich unreflektiert. D. lebt in seinen Wurzeln nach wie vor von einer energieintensiven Wirtschaft, Stahl, Alu, Chemie und dem Ganzen, was so dranhängt. Jeder Ingenieur und Manager wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, diesen großen Kostenfaktor nicht so gut wie möglich zu minimieren, dafür braucht es keine Gesetze, nur den Weltmarkt. Gesetze braucht es, das Ganze in einem umweltverträglichen Rahmen stattfinden zu lassen, aber bestimmt nicht, den physikalisch unumgänglichen Energiebedarf zu besteuern.

So kann man auch gerne argumentieren ohne den Forschungsstand abzuqualifizieren und Verschwörungstheorien aufzustellen. Nicht das ich das Argument für besonders stark halte, aber es ist nicht auf Ignoranz angewiesen. Eben diese wird aber von denjenigen die auch diesmal wieder auf Einzelheiten rumhacken werden um das Gesamtbild ignorieren zu können angestrebt. Eben um ja keine unbequemen Entscheidungen treffen zu müssen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html)

Ein Interview mit Hans von Storch. Der gehört nun wirklich nicht zu den "Klimaleugnern".

Link geht nicht. Was hat er zu sagen?
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 26. September 2013, 14:12:31
Na gut ich verstehe es inhaltlich nicht, die Motivation nur ja nichts ändern zu müssen ist meist recht deutlich.
Ich habe überlegt, was mich an dieser Formulierung stört. Es ist der moralische Impetus, der eine Sachdiskussion erschwert, und der damit gepachtete gesellschaftliche Durchblick. Natürlich müssen Interessenkonflikte offengelegt und berücksichtigt werden, aber wer hat die nicht? Das kann nicht das Ende der Debatte sein.

Schwachfug. Ich habe wenig Probleme damit wenn jemand sagt, scheiss auf die Klimaerwärmung, damit gehen wir um wenn und falls sie kommt, Einschränkungen jetzt ist das nicht wert. Das ist nicht moralisch verwerflich sondern eine plausible Position. Auch die harte Fraktion der Realitätsverweigerer welche schlicht nicht an einen menschengemachten Klimawandel glaubt argumentiert zumindest in sich schlüssig, wenn auch selten dämlich.

Ich hab ein Problem mit der intellektuellen Unredlichkeit derer, welche sich nicht ausdrücklich gegen die praktisch einhellige Meinung der Wissenschaft stellen, sondern diese bloss als unzuverlässig darstellen und sich dann lieber auf die Annahme des Gegenteil stützen und das dann auch noch als vorsichtige Politik darstellen. Das ist die weichgewaschene Klimawandelleugnerposition: man versteift sich einfach darauf, bei 95% Prognosewahrscheinlichkeit doch lieber sicherheitshalber auf das Eintreffen der 5% zu setzen. Die Position kann ich nicht ernst nehmen, die ist schon in sich blödsinnig.




Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Nogro am 26. September 2013, 14:20:23

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html)

Ein Interview mit Hans von Storch. Der gehört nun wirklich nicht zu den "Klimaleugnern".

Link geht nicht. Was hat er zu sagen?

Bei mir geht der Link.
Zitat
Seit 15 Jahren steigen die Temperaturen nicht mehr an. Sollte die globale Erwärmung
weitere 5 Jahre pausieren, sagt der Klimaforscher Hans von Storch, stecke in
den Modellen ein fundamentaler Fehler – und die Vorhersagen müssten korrigiert werden.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: bayle am 26. September 2013, 14:24:38
Schwachfug. ... die harte Fraktion der Realitätsverweigerer ... selten dämlich. ... ein Problem mit der intellektuellen Unredlichkeit ... und das dann auch noch als vorsichtige Politik darstellen ... weichgewaschene Klimawandelleugnerposition ... kann ich nicht ernst nehmen ...  blödsinnig.
Du, das macht mich jetzt echt betroffen.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 26. September 2013, 15:01:42
Schwachfug. ... die harte Fraktion der Realitätsverweigerer ... selten dämlich. ... ein Problem mit der intellektuellen Unredlichkeit ... und das dann auch noch als vorsichtige Politik darstellen ... weichgewaschene Klimawandelleugnerposition ... kann ich nicht ernst nehmen ...  blödsinnig.
Du, das macht mich jetzt echt betroffen.

Ich weiss schon wieso ich dich als einzigen hier auf Ignore hab.  ::)
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: bayle am 26. September 2013, 15:07:26
Schwachfug. ... die harte Fraktion der Realitätsverweigerer ... selten dämlich. ... ein Problem mit der intellektuellen Unredlichkeit ... und das dann auch noch als vorsichtige Politik darstellen ... weichgewaschene Klimawandelleugnerposition ... kann ich nicht ernst nehmen ...  blödsinnig.
Du, das macht mich jetzt echt betroffen.
Ich weiss schon wieso ich dich als einzigen hier auf Ignore hab.  ::)
Die Ignore-Funktion scheint aber noch nicht so richtig zu funktionieren.  :rofl
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 26. September 2013, 15:10:11
Bei mir geht der Link.
Zitat
Seit 15 Jahren steigen die Temperaturen nicht mehr an. Sollte die globale Erwärmung
weitere 5 Jahre pausieren, sagt der Klimaforscher Hans von Storch, stecke in
den Modellen ein fundamentaler Fehler – und die Vorhersagen müssten korrigiert werden.

Bei mir jetzt auch. Und?
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 26. September 2013, 15:13:35
Die Ignore-Funktion scheint aber noch nicht so richtig zu funktionieren.  :rofl

Ich muss sie ab und zu nachjustieren. Ging heute besonders schnell.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: bayle am 26. September 2013, 15:22:40
Ich muss sie ab und zu nachjustieren. Ging heute besonders schnell.
Kürzlich war ich in einem Seniorenheim zu Besuch. Dort saß eine ältere Dame in einem Lehnsessel am Fenster. Sie hatte große Mühe, sich zu erheben. In der Hand hielt sie eine fast leere Literflasche Wermut, und in einem Korb neben ihr waren noch 6 weitere Wermutflaschen. "Sie sollten nicht so viel trinken!" - "Wie kommen Sie auf die Idee? Ich trinke keinen Tropfen!", war die Antwort.  :grins
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Ridcully am 27. September 2013, 14:22:45
Die Zusammenfassung ist übrigens fertig: http://www.climatechange2013.org/images/uploads/WGIAR5-SPM_Approved27Sep2013.pdf

Zitat
 In addition to robust multi-decadal warming, global mean surface temperature exhibits substantial decadal and interannual variability (see Figure SPM.1). Due to natural variability, trends based on short records are very sensitive to the beginning and end dates and do not in general reflect long-term climate trends. As one example, the rate of warming over the past 15 years (1998–2012; 0.05 [–0.05 to +0.15] °C per decade), which begins with a strong El Niño, is smaller than the rate calculated since 1951 (1951–2012; 0.12 [0.08 to 0.14] °C per decade)5. {2.4}

5 Trends for 15-year periods starting in 1995, 1996, and 1997 are 0.13 [0.02 to 0.24], 0.14 [0.03 to 0.24], 0.07 [–0.02 to 0.18] °C per decade, respectively.

Oder noch kürzer: http://www.climatechange2013.org/images/uploads/WG1AR5_Headlines.pdf
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Bartimaeus am 27. September 2013, 18:37:08
Bei den Scilogs hat Stefan Rahmstorf jetzt auch gebloggt:

Zitat
Wer diese Daten vor Augen hat, der sieht sofort, wie verfehlt die große Medienaufmerksamkeit für das „Zappeln“ der Kurven gegen Ende war – kurzfristige Schwankungen hat es in diesen Daten schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Diese sind stark zufallsbedingt, sie sind (zumindest bislang) nicht vorhersagbar, und IPCC hat auch nie behauptet, über kurze Zeiträume von 10-15 Jahren Vorhersagen machen zu können, eben weil diese durch solche natürlichen Schwankungen dominiert werden.

Zitat
Fazit

Der neue IPCC-Bericht liefert keinen Grund zur Entwarnung – auch wenn politisch motivierte „Klimaskeptiker“ im Vorfeld mit hektischen PR-Aktivitäten diesen Eindruck zu erwecken versucht haben. Das Gegenteil ist richtig. Viele Entwicklungen werden heute als dringlicher eingeschätzt als noch im 4. IPCC-Bericht aus dem Jahre 2007. Dass der IPCC sich öfters „nach oben“ korrigieren muss ist Ausdruck der Tatsache, dass er aufgrund seiner Konsens-Struktur zu sehr vorsichtigen und zurückhaltenden Aussagen neigt – die IPCC-Aussagen bilden eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich viele Forscher einigen können. Trotzdem oder gerade deshalb sind sie sehr wertvoll, wenn man sich dessen bewusst ist.
http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-09-27/der-neue-ipcc-klimabericht
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Hildegard am 06. Oktober 2013, 22:14:10
Überraschung: 
Widersprüchliche Prognosen: Forscher entdecken Unstimmigkeiten im Uno-Klimabericht (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vorhersagen-im-5-ipcc-bericht-2013-kritik-am-uno-klimareport-a-926348.html)
Ich sach mal Popcorn!
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 07. Oktober 2013, 00:06:39
Überraschung: 
Widersprüchliche Prognosen: Forscher entdecken Unstimmigkeiten im Uno-Klimabericht (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vorhersagen-im-5-ipcc-bericht-2013-kritik-am-uno-klimareport-a-926348.html)
Ich sach mal Popcorn!

Janee, die Dramaturgie muss schon noch etwas steigen, um deswegen arme Maiskinder zum Platzen zu bringen. Schnorchelpflicht als Sicherheitsausrüstung? Irgendwie sowas muss schon noch kommen.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Bartimaeus am 14. November 2013, 08:38:58
http://www.scilogs.de/klimalounge/erwaermung-unterschaetzt/
Zitat
Eine neue Studie britischer und kanadischer Forscher zeigt, dass die globale Erwärmung der letzten 15 Jahre erheblich unterschätzt worden ist. Grund sind die Datenlücken im Temperatur-Messnetz, vor allem in der Arktis. Füllt man diese Datenlücken mithilfe von Satellitenmessungen, wird der Erwärmungstrend in den weithin verwendeten britischen HadCRUT4-Daten mehr als verdoppelt, und die zuletzt vieldiskutierte „Erwärmungspause“ ist praktisch verschwunden.
Zitat
Nach Füllen der Datenlücken liegt dieser Trend aber bei 0,12 Grad pro Jahrzehnt und ist genau gleich dem vom IPCC genannten Langzeittrend.
Zitat
Fazit

Die Autoren schreiben in ihrer Einleitung den allzu wahren Satz:

While short term trends are generally treated with a suitable level of caution by specialists in the field, they feature significantly in the public discourse on climate change.

Eine Medienanalyse hat gezeigt, dass zumindest in den USA rund die Hälfte aller Berichte zum neuen IPCC-Bericht das Thema "Erwärmungspause" aufgegriffen haben, obwohl es in den Aussagen des IPCC eine völlig untergeordnete Rolle spielt. Oft war der Tenor so, dass die angebliche Pause Zweifel an der globalen Erwärmung und den Warnungen des IPCC wecken sollte.
[...]
Die öffentliche Debatte über die angebliche “Erwärmungspause” war von vornherein überzogen, weil hier viel zu viel in einen herausgepickten kurzfristigen Trend hineininterpretiert wurde. Nun ist der Debatte vollends die Grundlage entzogen, weil der Trend der letzten 15 oder 16 Jahre – also selbst mit dem Rekord-El-Niño-Jahr zu Beginn des Zeitraums – nicht besonders auffällig ist. Er ist zwar noch ein Viertel geringer als der Aufwärtstrend seit 1980, der bei 0,16 Grad pro Dekade liegt. Aber das ist kein Wunder, wenn man mit einem extremen El Niño beginnt und mit anhaltenden La Niña Bedingungen endet, und zudem in der zweiten Hälte des Zeitraums durch ein besonders tiefes und anhaltendes Sonnenminimum gelaufen ist. Wie schon so oft gesagt: all dies bewegt sich im Rahmen der üblichen Schwankungen um den langfristigen globalen Erwärmungstrend herum und sollte nicht aufgeregt überinterpretiert werden.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 14. November 2013, 14:12:02
Jaja. Erinnert mich an Zaubervorstellungen in meiner Kindheit, Kaninchen aus dem Hut und so  ;D
Oder an die Schule: "Herr Lehrer, meine Matheaufgaben waren nicht falsch, schauen sie, ich hab hier noch Zahlen gefunden, die ich vergaß einzusetzen!"

Herr Rahmstorf hat einen massiven COI und ist auch noch von einer Mission besessen. Was nicht heißen muss, dass er unrecht hat, aber doch mit sehr spitzen Fingern zu betrachten ist.

Als Wissenschaftler ist der bei mir unten durch, nachdem er es als Ozeanograph mal fertig brachte, in eine absteigende Amplitude reinzumessen und das linear projizierte und behauptete, der Golfstrom käme in x Jahren zum erliegen. Das ist anscheinend noch heute das Niveau, mit dem er arbeitet.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Groucho am 14. November 2013, 20:13:52
Achja: Hier noch eine Hypothese, Man gräbt das Ozonloch wieder aus:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-montreal-protokoll-bremst-klimawandel-a-933016.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-montreal-protokoll-bremst-klimawandel-a-933016.html)

Wenn man das zusammenrechnet, also Rahmstorfs fehlende Daten und das Ozonloch, dann müsse es doch kälter werden? Fragen über Fragen.
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: MrSpock am 14. November 2013, 20:33:30
Achja: Hier noch eine Hypothese, Man gräbt das Ozonloch wieder aus:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-montreal-protokoll-bremst-klimawandel-a-933016.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-montreal-protokoll-bremst-klimawandel-a-933016.html)

Wenn man das zusammenrechnet, also Rahmstorfs fehlende Daten und das Ozonloch, dann müsse es doch kälter werden? Fragen über Fragen.

Mich fröstelt es schon...
Titel: Re: Neuer IPPC-Bericht
Beitrag von: Belbo am 15. November 2019, 15:17:46
Lustig, auf was man so alles in den Archiven stösst wenn man "storch" sucht...