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Autor Thema: Fleischfreier Tag  (Gelesen 42394 mal)

Omikronn

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #165 am: 27. August 2013, 14:20:43 »
Frau Joy sollte mal ein paar Monate bei Inuits verbringen... Mich würde wundern wie sehr sie danach noch an ihrer karnismus-These hängen würde.
Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.

Typee

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #166 am: 27. August 2013, 16:08:16 »
Frau Joy sollte mal ein paar Monate bei Inuits verbringen... Mich würde wundern wie sehr sie danach noch an ihrer karnismus-These hängen würde.

Jeden Tag nur den Mageninhalt der Beutetiere, gekocht, gebraten, getrocknet - näh, das hält die nicht lange durch.
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

71hAhmed

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #167 am: 27. August 2013, 20:45:16 »
Frau Joy sollte mal ein paar Monate bei Inuits verbringen... Mich würde wundern wie sehr sie danach noch an ihrer karnismus-These hängen würde.
Warum so weit schweifen? Ein Jahr im deutschen Mittelgebirgswald nur mit den natürlich verfügbaren vegetabilen Nahrungsmitteln reicht doch schon.
Das Leben ist hart,grausam und ungerecht!--Wenn du Glück hast

Zyniker,der: Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)

Robert

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #168 am: 27. August 2013, 21:07:52 »
Frau Joy sollte mal ein paar Monate bei Inuits verbringen... Mich würde wundern wie sehr sie danach noch an ihrer karnismus-These hängen würde.
Warum so weit schweifen? Ein Jahr im deutschen Mittelgebirgswald nur mit den natürlich verfügbaren vegetabilen Nahrungsmitteln reicht doch schon.

Fleißig Haselnüsse und Bucheckern sammeln, das muss ein Jahr reichen.

71hAhmed

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #169 am: 27. August 2013, 22:57:10 »
Das wird aber interessant, wenn der Versuch am 1.1. beginnt  :teufel
Das Leben ist hart,grausam und ungerecht!--Wenn du Glück hast

Zyniker,der: Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)

Habra

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #170 am: 27. August 2013, 23:43:15 »
Das Interview mit Frau Melanie Joy habe ich mir zwischenzeitlich auch angetan. Ich würde diese Frau als militante Veganerin bezeichnen, die in dem Augenblick, in dem sie eine Machtposition erhält, sofort den Fleischverzehr verbieten würde.
In den Diskussionsbeiträgen im Spiegel (ca. 740) steht es gottseidank fast unentschieden zwischen denjenigen Foristen, die auch Fleisch verzehren, zu den veganen Foristen.
Aber auch in normalen Diskussionen kann man fast immer die Klage heraushören, dass Nichtfleischesser benachteiligt seien: in der Gastronomie gäbe es keine richtige vegetarischen Gerichte, im Supermarkt fehlten Produkte aus Seitan oder Tofu usw.
Wenn ich mit offenen Augen durch die Einkaufswelt gehe, entdecke ich ausreichend Lebensmittel, aus denen ich mir eine vegetarische Mahlzeit kochen könnte. Allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, dass, wenn ich auf Fleisch verzichten würde, auch keine Fleischersatzprodukte (Seitan, Tofu) benötigen werde.
Wenn ich vegetarisch gut essen will (ja, das geht) gibt es in den größeren deutschen Städten gute vegetarische Restaurants. In Frankreich gibt es sehr gute vegetarische Restaurants auch in kleineren Städten, dort macht man aber kein solches Theater wie bei uns, dort ißt man, was einem schmeckt und versucht nicht Andersgläubige zu bekehren.
Übrigens: mir wurde es in jungen Jahren beim Verzehr von Spinat mehrmals schlecht, ich esse aber heute dennoch Gemüse, so eingeschlagen wie bei Frau Joy mit dem verdorbenen Stück Fleisch hat es bei mir nicht. :anbeten:
Die im Interview als Opfer des Karnismus genannten ausgebeuteten osteuropäischen Schlachter sind nicht etwa Opfer des Karnismus sondern Opfer der BWL.

gesine2

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #171 am: 28. August 2013, 06:57:59 »
Zitat
sondern Opfer der BWL
Meinst Du das mit 'BWL', Habra? Da sehe ich keine Kausalität, würde stattdessen vorschlagen den Satz wie folgt zu beenden: '..sondern Opfer der die Grenzen der Gesetze überschreitenden Habgier Einzelner.'
Zitat
kein solches Theater
Dieses Theaterstück wird unglaublich oft zum Besten gegeben, unabhängig von evtl vorhandenen obskuren Glaubensrichtungen bei der Ernährungsweise. Mir reicht es schon, wenn irgendwelche nicht in jedem einzelnen Sonderwunsch-Punkt restlos zufrieden bediente Schnösel demonstrativ ne gequälte Flunsch vor sich hertragen, frei nach dem Motto "wenn ich leide [leiden zu müssen meine], soll es allen vermiest werden".
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ne schöne jrooß, gesine2

Omikronn

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #172 am: 28. August 2013, 13:40:59 »
Frau Joy sollte mal ein paar Monate bei Inuits verbringen... Mich würde wundern wie sehr sie danach noch an ihrer karnismus-These hängen würde.
Warum so weit schweifen? Ein Jahr im deutschen Mittelgebirgswald nur mit den natürlich verfügbaren vegetabilen Nahrungsmitteln reicht doch schon.

Fleißig Haselnüsse und Bucheckern sammeln, das muss ein Jahr reichen.

Zitat
Das wird aber interessant, wenn der Versuch am 1.1. beginnt  :teufel
Aber nicht dass der Ansatz zu pragmatisch ausfällt, ein lerneffekt sollte noch vorhanden sein ;D
Don't try to argue with idiots, first they tear you down to their level, then they beat you with their experience.

Habra

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #173 am: 28. August 2013, 23:35:02 »
Zitat
sondern Opfer der BWL
Meinst Du das mit 'BWL', Habra? Da sehe ich keine Kausalität, würde stattdessen vorschlagen den Satz wie folgt zu beenden: '..sondern Opfer der die Grenzen der Gesetze überschreitenden Habgier Einzelner.'
Genau das meine ich, Gesine, auch wir Naturwissenschaftler haben bitterböse Vorurteile. Und ich habe diese halt gegen Wirtschaftswissenschaftler. Es haben heutzutage halt Leute das Sagen, die früher lediglich als hochgeachtete Chefbuchhalter für Ordnung in den Finanzen zu sorgen hatten, ansonsten die wichtigen Entscheidungen den Fachleuten überlassen mußten.
Den Satz hätte ich gerne mit Deinen Worten beeendet, aber leider leider überschreitet die Habgier einzelner nicht die Grenzen der Gesetze sondern lediglich die Grenzen der Moral. Aber das hier zu diskutieren, wäre eigentlich "Thema verfehlt" mit allen Folgen.

Was mich am meisten bei den diesen veganen oder vegetarischen "Ernährungsspezialisten" stört, ist, dass diejenigen, die tierische Produkte essen, als unmoralisch, gewalttätig oder eben gestört hingestellt werden. Ich will nicht missioniert sondern durch Tatsachen überzeugt werden. Und genau das ist das Problem dieser Leute: Nur die eigene Überzeugung ist die volle Wahrheit, alle anderen haben daher Unrecht. Wer sich nicht freiwillig dieser Überzeugung anschließt, hat die Folgen zu tragen: gesellschaftliche Ächtung, Krankheiten durch das Fehlverhalten gehen auf eigene Kosten usw.
Genau dieses war der Tenor im Interview mit Frau Joy im SPIEGEL und in vielen der Kommentare zum Interview (wie bereits gesagt, die Befürworter und die Gegner hielten sich in etwa die Waage).
Ich persönlich esse, was mir schmeckt und werde mir jetzt ein rein vegetarisches Spaghettigericht zubereiten, morgen abend sind voraussichtlich Teile vom Hausschwein an der Reihe. :kaffee

gesine2

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Re: Fleischfreier Tag
« Antwort #174 am: 29. August 2013, 07:10:38 »
Zitat
nicht die Grenzen der Gesetze sondern lediglich die Grenzen der Moral
Na, das sieht erfreulicherweise die Legisla- und Exekutive etwas anders. Ist aber trotzdem OT, da hast Du recht, Habra.
Zitat
[Omnivoren] unmoralisch, gewalttätig oder eben gestört
Und das, obgleich es langfristig egal ist, ob die Tiere geschlachtet werden oder ihnen das Futter weggefressen wird.
Zitat
Teile vom Hausschwein
Nee nee, von mir wird nichts gegessen... Lecker Brat-Kartoffeln und -Wurst zum Frühstück. Wenn ich die übliche Quote bedenke (30% der Lebensmittel weggeworfen), dürfte selbst mein nicht gerade geringfügig zu nennender Fleischkonsum deutlich geringer sein als der Durchschnittsverbrauch (grober Überschag sagt: Ja!).
Insbesondere bekomme ich allerdings Pickel, wenn mir wieder mal dieser unsägliche Sermon vorgetet wird, dies alles sei ein Zeichen für die unglaubliche Verschwendung in dieser [militärisch-]industriell-technischen Neuzeit, früher™ sei alles so weltbeglückend naturverbundener gewesen:
Zitat
In Deutschland lag der Fleischkonsum pro Kopf im Spätmittelalter jährlich bei über 100 Kilogramm. (wiki)
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ne schöne jrooß, gesine2