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Augstein <-> Broder. Broder entschuldigt sich

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Begonnen von Dr. Ici Wenn, 12. Januar 2013, 03:24:30

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sweeper

@40_Fieber:
Ich meinte eine Primärquelle. Also:
Broder selbst über Sarrazin.
With magic, you start with a frog and end up with a prince.
With science, you start with a frog, get a PhD and are still left with the frog you started with...


Terry Pratchett

40_Fieber

Broder zu seiner Breivic-Affaire: "Nicht ich oder Sarrazin tragen Mitschuld, sondern der Muslim ist natürlich für die 77 Leichen einer  rechtsextremen, islamophoben Tat verantwortlich"

ZitatUmgekehrt wird ein Schuh daraus

Ich weiß, ich vereinfache, ich versuche nur, mit der Gegenseite Schritt zu halten, die mit einer Schamlosigkeit sondergleichen versucht, sich einen moralischen Vorsprung zu verschaffen, indem sie die Verantwortung für einen Massenmord "Islamkritikern" von Ates bis Sarrazin, von Broder bis Wilders in die Schuhe zu schieben versucht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

Breivik ist ein Monster in Menschengestalt, dumm ist er nicht. Er hat seine Tat sorgfältig vorbereitet. Dazu gehört auch jenes "Manifest", in dem außer mir auch andere bekannte "Islamkritiker" wie Richard Rorty, Immanuel Kant und Franz Kafka erwähnt werden.

Breivik wusste, dass er seine Tat "rational" begründen muss. Und das hat er nicht bei mir und Thilo Sarrazin gelernt, sondern bei Mohammed Atta und Osama Bin Laden, bei den Attentätern von Madrid, London, Mumbai, Bali; bei Carlos, dem Schakal, und den "Märtyrern", die ein Video aufnehmen, bevor sie ins Paradies aufbrechen.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13506649/Das-Manifest-des-Anders-Behring-Breivik-und-ich.html

#)


Broder geht gar nicht.
http://kidmed*info/

40_Fieber

Zitat von: Belbo zwei am 27. Januar 2013, 11:52:13
Wobei ich mich bei Augstein manchmal frage ob er bei der Israelkritik nicht einige ungelöste Herkunftsphobien und Schutzreflexe thematisiert...

Kann schon sein, wobei Augstein eh nur 5 mal über Isarel geschrieben hat. Aber Broder ist sicher nicht derjenige, der überhaupt was kritisieren darf. Der kann vielleicht von -ismus zu -ismus mit ihm reden und eine Selbsthilfegruppe gründen. Mehr aber auch nicht.
http://kidmed*info/

sweeper

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Terry Pratchett


40_Fieber

Übrigens ein sehr guter Text:

http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.2430.html

Das ist der Originalartikel

http://www.sueddeutsche.de/politik/parallelgesellschaften-und-anti-islamismus-unter-verdacht-1.886909

und das ist das unrühmliche Ende Broders:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ihm_schmockts_nicht/

Kapiert hat er natürlich nichts. 2011 erscheint dieser grenzdebile Artikel auf achgut:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_moechte_auslaender_werden/

Detlef Alsbach ist Mitglied von Pro-Köln. Ein gut geeigneter Schrotttext um Michal Bodemanns Experiment zu wiederholen und das Wort "Ausländer" durch "Juden" zu ersetzen. Wer dann immer noch nichts merkt...

Was für ein schwer vermintes Gelände das ist kam in der Debatte Broder/Augstein leider überhaupt nicht heraus.
http://kidmed*info/

Bloedmann

http://www.n-tv.de/politik/Cooper-Augstein-ist-Antisemit-article10045741.html

ZitatSimon-Wiesenthal-Zentrum verschärft Ton
Cooper: Augstein ist Antisemit

Der Ton zwischen dem Simon-Wiesenthal-Zetrum und dem Publizisten Jakob Augstein wird deutlich härter. Weil er die Chance habe verstreichen lassen, sich für seine israelkritischen Texte zu entschuldigen, sei Augstein ein Antisemit, heißt es aus Los Angeles.
Es gibt so viele Dinge im Leben, die wichtiger sind als Geld... aber sie kosten so viel! Groucho Marx

Ridcully

Zitat von: 40_Fieber am 27. Januar 2013, 09:42:25
Was man Antisemitismus nennen darf wurde jedoch Broder bereits richterlich erklärt:

Ja und? In Bezug auf Augstein gibt es genug Anknüpfungspunkte, um ihn einen Antisemiten zu nennen. Was du sonst so von Broder hältst, ist da völlig irrelevant. Auch wenn er ein psychopathischer Massenmörder wäre, Augstein wäre immer noch ein Antisemit.


Tränchen

Da wird sich dann wohl auch bald die Basler Zeitung bei Augstein entschuldigen müssen - meiner Meinung nach ist der Artikel wunderbar geschrieben und recherchiert. Ich wundere mich schon lange, daß Augstein nicht bei den Freigeistern und VTlern nicht höher im Kurs steht. Liegt wahrscheinlich daran, daß er ja primär im Spiegel seinen Blödsinn verbreitet und das ja das Hassblatt schlechthin der Freigeister ist.

Zitat Offene Rechnungen
Von Hansjörg Müller. Aktualisiert um 12:17 13 Kommentare

Israels vermeintliche Missetaten anzuprangern, ist Jakob Augsteins Obsession. Deutschland, so fordert der Publizist, solle 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs endlich wieder auf den Tisch hauen und der Welt sagen, wo es langgeht


In Deutschland gilt der Journalist Jakob Augstein als einer der herausragenden Vertreter der politischen Linken. In der Online-Ausgabe des «Spiegels» hat der 46-Jährige eine regelmässige Kolumne, in der er im Zustand dauernder Empörung all das beklagt, was ihn und Gleichgesinnte in Rage versetzt: soziale Ungleichheit, von der er glaubt, sie werde immer grösser, die angebliche Herrschaft des Finanzkapitals und die vermeint­lichen Ungerechtigkeiten der Weltpolitik.

Geboren 1967 als leiblicher Sohn des Romanciers Martin Walser, wuchs Augstein als Ziehsohn von «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein auf. Als dessen Erbe hält er zusammen mit seinen Geschwistern bis heute 24 Prozent der Anteile an dem Nachrichtenmagazin. Ein Portfolio, das es ihm erlaubt, bar materieller Sorgen seinen Leidenschaften nachzugehen: 2008 kaufte er die Zeitung «Der Freitag», ein serbelndes Wochenblatt aus den letzten Tagen der DDR. Geld verdienen dürfte er damit kaum: Ganze 15'000 Exemplare seines «Meinungsmediums» bringt der Jungverleger Woche für Woche unters Volk.

Dennoch: Augsteins Einfluss auf den politischen Diskurs in Deutschland ist nicht zu unterschätzen, und das nicht nur seiner viel gelesenen Online-Kolumne wegen. Augstein beschäftigt die Öffentlichkeit wie nur wenige Publizisten – und seine Ansichten fallen auf fruchtbaren Boden. Gerade eben ist ein neues Buch von ihm erschienen, «Sabotage», in dem er nicht weniger als das Ende der Marktwirtschaft fordert. «Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen», heisst es im Untertitel dramatisch.

Kein Verfechter des Empirismus

Nun hat die Weltgeschichte immer wieder gezeigt, dass Demokratie und Marktwirtschaft Voraussetzungen sind, die einander bedingen. Eine Staatsform, in der das eine ohne das andere existierte, hat es bis jetzt nicht gegeben. Ein Einwand, den Augstein, der von Utopien träumt, vermutlich als zynisch zurückweisen würde. Womit die Sache für ihn erledigt wäre. Denn Augstein ist, um es vorsichtig zu sagen, nicht gerade ein Verfechter des Empirismus: Fakten zählen für ihn nicht allzu viel.

Und so tritt er seinen Lesern als Mann gegenüber, der mit der Realität auf Kriegsfuss steht. Er selbst bestreitet dies nicht einmal: «Die Tatsachenmenschen», so schreibt er, «haben abgewirtschaftet: In der Krise wird deutlich, dass Kapitalismus und Neoliberalismus keine Hoffnung bereithalten.» Warum das aber so ist, begründet er nicht. Besonders bizarr offenbart er seinen Unwillen, stringent zu argumentieren, in einem Video- Interview, das bis heute auf dem Internetportal Youtube in Umlauf ist. Wie man denn einem Euro-Skeptiker in einer Diskussion entgegentreten könne, wenn der anfange, mit wirtschaftlichen Daten zu argumentieren, fragt dort ein Stichwortgeber den Autor. Für Augstein ganz einfach: «Du mit deinen Zahlen, du bist irgend so'n Spasti, du verstehst aber gar nicht, was los ist», solle man seinem Gegenüber entgegenhalten. Um dies zu sagen, brauche man allerdings einen gewissen Mut, der den meisten Politikern leider fehle. Man muss wohl in der Tat mit dem Selbstbewusstsein eines Millionenerben ausgestattet sein, um einen Andersdenkenden als «Spasti» anzupöbeln, ohne selbst ein einziges Argument vorzubringen.

Keine These zu abwegig

Kann man Augsteins wirtschaftspolitische Ansichten noch als Kuriosität abtun, so sind seine weltpolitischen Betrachtungen geradezu bizarr. Amerika und Israel sind dabei die einzigen Nationen, die ihn beschäftigen. Deren vermeintliche Missetaten anzuprangern, ist seine Obsession. Keine These ist ihm dabei zu abwegig. «Die militärischen Fähigkeiten der USA haben die Welt offensichtlich nicht zu einem sichereren Ort gemacht», schreibt er. Warum das «offensichtlich» so ist, ja, warum es überhaupt so sein soll, vermag er nicht darzu­legen. Und so bleibt der Leser verwundert zurück: Bezweifelt Augstein ernsthaft, dass beispielsweise der Sieg der USA im Zweiten Weltkrieg die Welt zu einem sichereren Ort gemacht hat?

Worum es Jakob Augstein wirklich geht, wird in seinen Kolumnen zum Abhörskandal um den US-Geheimdienst NSA deutlich. «Wollen sich die Deutschen dem Joch [der USA] mit stiller Lust beugen, wie Heinrich Manns ‹Untertan› sie empfand (...) oder wollen sie dieser Macht eine Gegenmacht entgegensetzen?», fragt er rhetorisch. «Im neuen ‹Spiegel›», so fährt er zustimmend fort, «erklärt der Soziologe Heinz Bude in einem Essay, warum dieses Land endlich seine Rolle als eine der mächtigsten Nationen der Welt annehmen muss.»

Auf den Tisch hauen

Deutschland, das ist Augsteins Leitmotiv, soll 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges endlich wieder auf den Tisch hauen und der Welt sagen, wo es langgeht. Ein Schlussstrich soll gezogen werden: Heute gehe es «nicht um die Geschichte Deutschlands, sondern um die Gegenwart der Welt». Nein, wer so daherredet, der ist kein Linker. So redet ein Deutschnationaler. Und wie jeder Deutschnationale ist auch Augstein überzeugt, dass es Amerikaner und Juden sind, mit denen das deutsche Volk offene Rechnungen zu begleichen habe. Denn bei seiner Kritik an Israel geht es ihm in keiner Weise um die Sache. Nicht das Schicksal des jüdischen Staates (oder das der Palästinenser) bewegt ihn, sondern vor allem, welche Rolle Deutschland seiner Meinung nach im Nahen Osten spielt. «Wenn Jerusalem anruft, beugt sich Berlin dessen Willen», behauptet er, so, als könne er mithören, wenn Merkel und Netanyahu telefonieren. Der Jud' befiehlt, der Deutsche spurt, so sieht das aus in Jakob Augsteins Fantasie.

Zu den üblichen Verschwörungstheorien über eine angebliche jüdische Weltherrschaft ist es von da nur noch ein kleiner Schritt – und Jakob Augstein macht auch diesen: Die Regierung Netan-yahu, so faselt er, führe «die ganze Welt am Gängelband». Und so entpuppt sich der angebliche Vordenker der Linken als Rechtspopulist. «Im Zweifel links» heisst Augsteins Kolumne bei «Spiegel-Online», doch angesichts dessen, was da steht, sollte sie eher «Im Zweifel rechtsradikal» heissen, ätzt der Publizist Matthias Küntzel. Aussen rot und innen braun, ist dies das wahre Wesen des Jakob Augstein?
http://bazonline.ch/ausland/europa/Offene-Rechnungen-/story/28507233

Ridcully

Zitat von: Tränchen am 14. August 2013, 15:46:19Ich wundere mich schon lange, daß Augstein nicht bei den Freigeistern und VTlern nicht höher im Kurs steht. Liegt wahrscheinlich daran, daß er ja primär im Spiegel seinen Blödsinn verbreitet und das ja das Hassblatt schlechthin der Freigeister ist.

Ich denke eher dass Leute aus dem Spektrum deutlich weniger ein Blatt vor den Mund nehmen als Augstein. Augstein ist eher ein Angebot für Spiegelleser, die sich für total aufgeklärt und rational halten.

Der Artikel der BaZ ist was Augsteins Antisemitismus, Antiamerikanismus und Nationalismus angeht zwar völlig richtig aber sonst leider weitgehend Schrott.

ZitatGerade eben ist ein neues Buch von ihm erschienen, «Sabotage», in dem er nicht weniger als das Ende der Marktwirtschaft fordert. «Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen», heisst es im Untertitel dramatisch.

Das neue Buch Augsteins scheint der Autor nicht gelesen zu haben, zumindest erfahren wir über den Inhalt nichts. Kritik am Kapitalismus, erst Recht nicht Kritik am "Finanzkapitalismus" wie er von Augstein vermutlich auch hier wieder zu lesen ist, ist nicht gleichbedeutend mit Kritik an jeder Marktwirtschaft. Die Begriffe sind nämlich mitnichten bedeutungsgleich, auch wenn Liberale Ideologen das gerne so darstellen.

Und Augstein vorzuwerfen, mit der Empirie auf Kriegsfuss zu stehen und dann solch einen Klopfer zu bringen, das ist schon fortgeschrittener Doppeldenk:

ZitatNun hat die Weltgeschichte immer wieder gezeigt, dass Demokratie und Marktwirtschaft Voraussetzungen sind, die einander bedingen. Eine Staatsform, in der das eine ohne das andere existierte, hat es bis jetzt nicht gegeben.

:crazy

Wenn er sich wenigstens nur zu der Behauptung hinreissen liesse, ohne Marktwirtschaft könne es keine Demokratie geben, nun gut. Historische Gegenbeispiele sind da tatsächlich eher Mangelware. Aber an Marktwirtschaften ohne Demokratie herrschte wahrlich nie ein Mangel.

Selbst dem verstocktesten Liberalen sollte doch eine banale Wahrheit einleuchten: Märkte sind nicht demokratisch. Selbst wenn sie perfekt funktionieren, ein Euro = ein Euro ist nicht das gleiche Prinzip wie one man = one vote. Und Augsteins geerbte Meinungsmacht ist doch selbst ein gutes Beispiel, wieso finanzielle Ungleichheit auch die demokratische Gleichheit beeinflusst. Aber darüber darf man wohl nicht nachdenken, wenn die eigene Zeitung von der Familie Blocher gekauft wurde.

Ob man Augstein gleich rechtsradikal oder braun nennen muss, oder er nicht vielmehr eher den deutschen nationalistischen Mainstream vertritt, wie ihn auch seine beiden Väter vertreten bzw. vertraten und wie er inklusive Antisemitismus und Antiamerikanismus und Ablehnung des bösen Finanzkapitals durch das ganze politische Spektrum verbreitet ist, darüber kann man streiten. Allerdings würde ich auch insoweit mal gerne ähnlich scharfe Kritik an Blocher lesen, den man viel leichter als rechtsradikal einordnen kann.

Conina

Der Typ ist einfach ein wandelnder Dunning-Kruger-Effekt.


Das fand ich ganz treffend:
Zitat4. Schreiben Sie lauter Hammersätze. Zum Beispiel: ,,Angetrieben vom billigen Geld der internationalen Finanzmärkte kapert die deutsche Exportindustrie die europäische Integration – und Merkel lässt sie gewähren." Es kommt nicht so sehr auf die Frage an, wie eine Exportindustrie etwas Abstraktes wie eine Integration kapern kann, ganz abgesehen von der Frage, was Merkel Ihrer Ansicht nach eigentlich tun sollte, um der Exportindustrie, der europäischen Integration oder beidem in den Arm zu fallen. Es geht eher um das Prinzip eines Gitarrenriffs: ,,Billiges Geld", ,,internationale Finanzmärkte", ,,Merkel". Die Leser -  zumindest Ihre Leser – wollen es so. Rocksongs werden schließlich auch und gerade von Leuten mitgeheadbangt, die den Text nicht verstehen.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_werde_ich_jakob_augstein

Ridcully

Ich hab mir dieses Interview mit Augstein mit einem viertel Ohr gegeben: http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/sendungen/klassik_a_la_carte/augstein141.html

Er stellt gleich zum Anfang klar, dass er Marktwirtschaft und Demokratie durchaus für vereinbar hält und er die "soziale Marktwirtschaft" für ganz toll hält. Er sei ja kein radikaler Linker. Eine grundsätzliche Kapitalismuskritik ist das tatsächlich eher nicht.

Später schwafelt er unter Berufung auf Kraushaar davon, die Occupy Aktivisten seien zu zahm gewesen und hätten auch unter Verletzung der Bannmeile einen Marsch auf den Reichstag wagen müssen. Gewalt gegen Sachen sei nämlich OK.

Das ist wieder so ein strunzdämlicher Augstein. Erstmal die historische Konnotation: Marsch auf Berlin, nein Danke. Dann sein revolutionäres Subjekt: Occupy, war da was? Soweit ich mitbekommen habe in einem Park in New York und ansonsten überwiegend in den Medien. Da gibt es jede Woche dutzende mächtigere Manifestationen bürgerlichen Unwillens. Allerdings ging es speziell gegen die böse Wallstreet und das gefällt Augstein natürlich. Dann die praktische Seite: war Herr Augstein jemals auf einer Demonstration, welche eine gewisse polizeiliche Aufmerksamkeit genoss? Oder hat er gar mal probiert wo hinzugelangen, wo die Polizei ihn nicht haben wollte? Wie stellt er sich das ohne Gewalt gegen Menschen vor? Oder sind Polizisten für ihn Sachen? Und nicht zuletzt, wozu?

edit - hier schriftlich ganz ähnlich:

ZitatWDR 3: Neben Stuttgart 21 könnte man die Occupy- und Blockupy-Bewegungen anführen. Ihre Wirkung scheint verpufft zu sein. Sie sagen, die Aktivisten haben sich zu brav verhalten, sich an die rechtsstaatlichen Regeln gehalten. Was hätte man umgekehrt tun sollen?

Augstein: Das ist das Problem. Wir sind eine sehr zivilisierte, gezähmte Gesellschaft. Das hat große Vorteile, aber bringt gleichzeitig Verluste mit sich. Occupy hätte zur Hochzeit der Empörung über den Finanzskandal einen Marsch auf das Reichstagsgebäude organisieren können. In meinem Buch zitiere ich den Hamburger Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar, einen großen Experten der 1968er Jahre. Er ist gegen Gewalt in jeder Form, sagt aber auch, der kontrollierte Regelbruch müsse einkalkuliert sein. Die Debatte ist, bis wohin dieser Regelbruch gehen darf.
http://www.wdr3.de/literatur/jakobaugsteinsabotage100.html