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Broder mal wieder

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Begonnen von mossmann, 26. November 2011, 08:27:31

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prime-pippo

Zitat von: Antitainment am 07. April 2012, 19:43:23
Kann man alles machen, aber man könnte den Realitätsbezug des Fordernden ernsthaft in Frage stellen.

Was dieser Spott nun wieder soll.....
Wenn ich mich mal zitieren darf :

Zitat von: prime-pippo am 06. April 2012, 19:47:29
Das ganze Gebiet muss sich eigentlich säkularisieren. Aber da hat man ja keinen Einfluss drauf....

Ich sagte lediglich, wie es theoretisch sein müsste. Dass dies nicht realistisch ist, ist mir klar.

Hier nochmal ein link zur These Grass-->Antisemit

http://www.fr-online.de/israel-iran-konflikt/debatte-um-grass-gedicht-antisemitismus-ohne-antisemiten,11950234,14692076.html

ZitatEs ist ja nicht strittig – außer im Iran und offenbar bei den Verantwortlichen in der Süddeutschen Zeitung – dass dieses Gedicht von Grass ein Hassgesang ist. Woher dann die Schwierigkeit, ihn als Antisemiten zu bezeichnen?
Es zeigt sich in diesem Konflikt, wie in vielen davor, dass der Begriff als solcher nicht sehr viel erfasst. Um es paradox zu formulieren: Wir haben zwar weltweit sehr viel Antisemitismus und zwar seit dem 11. September 2001 leider sogar zunehmend, aber fast keine Antisemiten. Das hat auch damit zu tun, dass der aus dem 19. Jahrhundert stammende Begriff des Antisemitismus von Anfang an äußerst unklar war und ist. Er wurde ja geprägt von Leuten, die ihrem Judenhass einen wissenschaftlichen Anspruch geben wollten und sich selbst so bezeichneten. Mehr als ein unbestimmter Hass auf eine ethnisch-religiöse Gruppe verband sie kaum. Eine Reihe von antimodernen Überzeugungen und Verschwörungsfantasien versuchten sie als Haltung quasi wissenschaftlich zu begründen.

Während im 19. Jahrhundert Antisemiten sich selber als solche bezeichneten, ist dies nach dem Holocaust nicht mehr der Fall. Heute gibt es nur noch wenige Menschen, die ihren Judenhass offen als Antisemitismus bezeichnen würden, und die, die es tun, sind meist politisch irrelevant.

Ich gehe mal auf das Fettgedrukte ein und wage die These, dass es heute in Deutschland praktisch keinen Judenhass mehr gibt.
Dafür ist die Bevölkerung hier viel zu gemäßigt und weitgehend zu aufgeklärt.

Was es aber durchaus in Deutschland geben mag, ist eine weitverbreitete Fehleinschätzung der Rolle Israels im Nahostkonflikt.


Und wenn es diese Fehleinschätzung gibt, jetzt kommt das Wichtigste, hätte man diese Debatte um Günter Grass zu Aufklärung nutzen sollen. Darauf wurde weitestgehend verzichtet, das ist schade.

Antitainment

ZitatWas dieser Spott nun wieder soll.....
Wer so hart dafür kämpft, muss doch belohnt werden.

ZitatIch sagte lediglich, wie es theoretisch sein müsste. Dass dies nicht realistisch ist, ist mir klar.
Mal wieder ne Nullaussage also.

Das hier ist beinahe schon preisverdächtig:
ZitatIch gehe mal auf das Fettgedrukte ein und wage die These, dass es heute in Deutschland praktisch keinen Judenhass mehr gibt.
Dafür ist die Bevölkerung hier viel zu gemäßigt und weitgehend zu aufgeklärt.

http://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus108.html
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/Politik_Gesellschaft/EXpertenkreis_Antisemmitismus/bericht.pdf;jsessionid=5F1DE12A836E05373A1095A91C181F7E.2_cid231?__blob=publicationFile
http://www.hagalil.com/archiv/2009/07/20/hagalil-5/
http://lizaswelt.net/2012/03/22/kein-antisemitismus-nirgends/

Ist wie mit Bielefeld, das gibt's auch nicht. :taetschel:

Zitathätte man diese Debatte um Günter Grass zu Aufklärung nutzen sollen. Darauf wurde weitestgehend verzichtet, das ist schade.
Warum? Läuft doch gerade und Grass hat einen schwer aktiven Part mit der Aufklärung übernommen, nur eben nicht so wie er dachte.
Zahlen, Statistiken ... das ist alles total Sarrazin! Ihr müsst richtig fühlen! FÜHLEN! Darum geht es.

prime-pippo

Zitat von: Antitainment am 07. April 2012, 20:38:24
ZitatIch sagte lediglich, wie es theoretisch sein müsste. Dass dies nicht realistisch ist, ist mir klar.
Mal wieder ne Nullaussage also.

Vergleichbar mit deinem Bielefeld-Witz.....ich erlaube mir diesbezüglich eine gewisse Gelassenheit


Zitat
Das hier ist beinahe schon preisverdächtig:
ZitatIch gehe mal auf das Fettgedrukte ein und wage die These, dass es heute in Deutschland praktisch keinen Judenhass mehr gibt.
Dafür ist die Bevölkerung hier viel zu gemäßigt und weitgehend zu aufgeklärt.

http://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus108.html
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/Politik_Gesellschaft/EXpertenkreis_Antisemmitismus/bericht.pdf;jsessionid=5F1DE12A836E05373A1095A91C181F7E.2_cid231?__blob=publicationFile
http://www.hagalil.com/archiv/2009/07/20/hagalil-5/
http://lizaswelt.net/2012/03/22/kein-antisemitismus-nirgends/

Ich habe bewusst das Wort "Judenhass" benutzt. Du gibst mir hier Studien zum Antisemitismus. Dieser Begriff ist für mich mittlerweile, wie gesagt, kaum noch greifbar.

Wenn ich schon lese, wie der Antisemitismus angeblich extrem subtil noch irgendwo in uns schlummert.
Ich bitte dich, man wirft mir hier doch immer vor, dass ich so viel schwurbeln würde..... man muss doch eine Erscheinung wie den Antisemitismus irgendwie versuchen klar zu definieren.



Ich hoffe du hast recht, dass in Sachen Israel jetzt klar und nüchtern aufgeklärt wird.

Chris224

ZitatIch gehe mal auf das Fettgedrukte ein und wage die These, dass es heute in Deutschland praktisch keinen Judenhass mehr gibt.
Dafür ist die Bevölkerung hier viel zu gemäßigt und weitgehend zu aufgeklärt.

Was es aber durchaus in Deutschland geben mag, ist eine weitverbreitete Fehleinschätzung der Rolle Israels im Nahostkonflikt.

Der Grund, warum sich hier keiner mehr offen als Antisemit bekennt, ist doch der, dass derjenige sich vor rechtlichen Folgen, der öffentlichen Kritik oder der Verortung als Rassist befürchten müsste.

Dass es in Deutschland keine oder nur noch sehr wenige Äußerungen in der Richtung geben mag, dass man offen die Tötung oder die Vernichtung von Juden fordert, liegt also nicht unbedingt darin, dass diese Haltung nicht mehr existiert oder dass  man seine Meinung hierüber tatsächlich geändert hat, sondern vielmehr darin, dass man sich der Gesetzgebung und der öffentlichen Kritik in der Form angepasst hat, dass man lediglich seine Wortwahl geändert, die Bedeutung aber beibehalten hat.
Außerdem gibt es viele Menschen, die sich der Bedeutung garnicht Bewusst sind, aber dass ist logischerweise dann umso gefährlicher.

Ich nenne so etwas gerne einen getarnten oder intelligenten Rassismus oder Antisemitismus. Selbst wenn das nicht auf die Mehrheit zutreffen mag, sehe ich in genau solchen Äußerungen, die Grass von sich gegeben hat, die Gefahr, Schritt für Schritt in Richtung eines zuletzt auch offenen Rassismus voranzuschreiten. Der "richtige" Antisemitismus oder auch Rassismus wird so peu à peu wieder Salonfähig gemacht, und dann irgendwann ohne Angst oder Abscheu auch wieder in der Form geäußert werden, wie man ihn tatsächlich auch gemeint hat.

Das ist ja das Fatale an solchen Entwicklungen, es geschieht schleichend, ganz langsam wie ein faulendes Loch in einem Zahn, am Anfang merkst du es nicht, aber es ist trotzdem da und fault weiter, in ganz kleinen, zuerst unmerklichen Schritten, bis es irgendwann offen daliegt und dann tatsächlich Schmerzen erzeugt, dann jedoch ist es zu spät. Man hätte die Zähne putzen sollen, solange das Loch noch nicht so fortgeschritten war, und genau das passiert gerade jetzt, nur das sich Grass plötzlich in der Rolle der Karies wiederfindet, wo er glaubte, die Bürste zu sein.

Dass viele in Deutschland das insgeheim so interpretieren, die Juden seien Schuld und nur weil wir Ausschwitz verursacht hätten, dürften wir unser Maul nicht aufmachen und diese Kritisieren ist besonders schlimm.
Das ist aber genau das was Grass ausgesprochen hat, und die Haltung des Israelischen Botschafters Avi Primor zeigt wieder einmal besonders deutlich, das dies eine Infame Lüge ist, und die Juden keinesweges den Deutschen einen Maulkorb verpassen wollen. Vielmer kritisieren und Analysieren Sie sachlich und ordentlich, gemäß deiner Forderung, die unqualifizierten Äußerungen von Grass.

Darüber, dass es einen zunehmenden Antisemitismus nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa gibt, geben mehrere Studien detailliert Auskunft.( Siehe Links von Antitainment) ich hab auch noch einen, müsste also suchen, falls gewünscht.
Das jemand, der solche Sachen äußert, natürlich keinen Bock drauf hat, öffentlich als Antisemit bezeichnet zu werden, und alles tun wird um dieses abzustreiten, liegt doch ganz natürlich auf der Hand.

prime-pippo

Behindertenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit etc.pp. bemerke ich regelmäßig, zumindest im Ansatz.
Ausgerechnet den Antisemitismus nicht.....entweder lebe ich hier völlig abgeschieden von der Realität, oder ich bin auf dem Auge blind ;D

Aber mal ein Zitat aus dem Link von Antitainment:
,,Der Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie ge- gen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen."

Also was genau ist Antisemitismus?
Eine "bestimmte Wahrnehmung" ist natürlich kaum zu vermeiden, dafür hat diese Glaubensgemeinschaft einfach aufgrund der Geschichte eine zu große "Sonderstellung" ( man entschuldige diese leicht euphemistisch klingende Darstellung).
Desweiteren kann sich diese Wahrnehmung also in Hass äußern? Ich bitte euch, sie muss sich in Hass oder tiefer Abneigung äußern, sonst kann man die ganze Sache doch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln!



Landratte

Zitat von: prime-pippo am 07. April 2012, 22:04:01
Also was genau ist Antisemitismus?

Eine gute und ausführliche Definition, die kaum einen Wunsch offen lässt, findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit
insbesondere zum heutigen Antisemitismus weiter unten im Text:
http://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit#Antisemitismus_nach_dem_Holocaust
Besonders passend:
ZitatBesonders in Deutschland, aber auch in Frankreich wird ein Schulterschluss (vgl. Querfront) von rechten und linken Antizionisten und Israelkritikern beobachtet. Dabei werden umstrittene Aspekte der israelischen Siedlungs-, Militär- und Sicherheitspolitik oft auch mit dem Dritten Reich oder der DDR verglichen. Damit werden erneut antisemitische Ressentiments salonfähig gemacht und verbreitet.

Zitat von: prime-pippo am 07. April 2012, 22:04:01Eine "bestimmte Wahrnehmung" ist natürlich kaum zu vermeiden, dafür hat diese Glaubensgemeinschaft einfach aufgrund der Geschichte eine zu große "Sonderstellung" ( man entschuldige diese leicht euphemistisch klingende Darstellung).
Desweiteren kann sich diese Wahrnehmung also in Hass äußern? Ich bitte euch, sie muss sich in Hass oder tiefer Abneigung äußern, sonst kann man die ganze Sache doch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln!
Wortklauberei. Hass ist eine Emotion, die Stärkste von den Negativen, die wir als Menschen wohl haben können. Verachtung, Abneigung, Ablehnung, sind abgeschwächtere Vokabeln, zielen aber in die gleiche Richtung.
Entscheidend ist nicht die "richtige" Benennung der Emotion, sondern das was dahinter liegt: nämlich ein Feindbild.
Wenn Antismitismus etwas braucht, dann ist es ein Feindbild. In welcher Art sich Antisemitismus dann äußert ist individuell abhängig von der Persönlichkeit desjenigen, der die Ressentiments hat.

Chris224

@prime-pippo:

ZitatBehindertenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit etc.pp. bemerke ich regelmäßig, zumindest im Ansatz.
Ausgerechnet den Antisemitismus nicht.....entweder lebe ich hier völlig abgeschieden von der Realität, oder ich bin auf dem Auge blind

Das werfe ich dir ja garnicht vor, also fühl dich davon auch net angesprochen.
Den Antisemitusmus habe ich dummerweise zuallererst bei mir selbst bemerkt, obwohl ich der Meinung war, keiner zu sein, da ich jüdische Freunde und Bekannte habe.
Ich dachte, deswegen sei ich ja immun, und berechtigt weit überzogene Kritik zu üben. Hatt mich echt erschreckt, hatte ich net mit gerechnet.
Außerdem habe ich festgestellt, dass, nur weil mir irgendwas nicht aufgefallen ist, es deshalb nich existent ist.

Zitat,,Der Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie ge- gen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen."

Genau das kommt hier doch vor? Oder fallen dir die schmierereien auf Jüdischen Friedhöfen nicht auf? Wenn du es nicht glaubst, dann besuch mal einen, und geh am besten direkt anschließend mal auf einen Christlichen und vergleiche das Bild was sich dir bietet.
Oder geh mal auf entsprechend klar Antisemitische oder rechtsradikale Seiten, wenn du sehen willst, welche Folgen die Grasschen Äußerungen haben. Frag mal Antitainment, für den Fall, dass es dich interessiert, der hat da bestimmt Informationen.

Der Intelligente Antisemitismus aber ist ja genau der, den du nicht mehr findest, weil er in der Form, Menschen wie dir oder mir gegenüber, nicht mehr geäußert wird, intern, wenn man sich unter sich fühlt, aber schon.

ZitatAlso was genau ist Antisemitismus?
Eine "bestimmte Wahrnehmung" ist natürlich kaum zu vermeiden, dafür hat diese Glaubensgemeinschaft einfach aufgrund der Geschichte eine zu große "Sonderstellung" ( man entschuldige diese leicht euphemistisch klingende Darstellung).
Desweiteren kann sich diese Wahrnehmung also in Hass äußern? Ich bitte euch, sie muss sich in Hass oder tiefer Abneigung äußern, sonst kann man die ganze Sache doch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln!

Dass die Juden aufgrund ihrer Geschichte eine Sonderstellung haben, ist unumstritten, nur wenige  andere Völker sind über einen solch langen Zeitraum derart geknechtet und verfolgt worden. Die Juden leben fast schon seit Beginn ihres Volkes mit dieser Verfolgung.
Und die Ausgangspunkte dieser Verfolgung waren in einem großen Anteil eben genau diese unterschwellig gestreuten Gerüchte, verleumdungen, falschdarstellungen, bezichtigungen und vieles mehr.
Und wenn dann irgendein Anlass dazukam, und die Leute in den Straßen offen jagt auf die Juden gemacht haben, wurde das ganze Ausmaß des Hasses erst mal sichtbar. Davor waren die Juden meist sogar nach außen hin angesehene Bürger, niemand sprach offen über den (damals) unterschwelligen Neid, der Hass blieb schön unter der Decke.

Genau aus diesem Grund muss man aufpassen, was man sagt. Ich für meinen Teil bin bereit, diese Verantwortung zu tragen, ob du das auch bist, must du für dich selber entscheiden, aber du bist ja scheint s nicht mal bereit, darüber nachzudenken.

Das kann ich dir nicht abnehmen, hätte das allerdings von einem Menschen wie dir, gerade wegen unserer ethischen Diskussionen her, allerdings schon eher erwartet als von anderen.

Antisemitismus ist eigentlich genau das, was er immer schon war, ein Pflänzchen, das im verborgenen wächst, bis das die Zeit gekommen ist.
Schön versteckt und hinter vermeintlich ganz neutralen Gründen, getarnt als religiöse Lüge dass die Juden Kinderblut tränken, getarnt als ungerechte Ausbeutung der armen Christen durch die reichen Juden damals, vorgebracht als Brunnenvergifter und was weis ich mit was für Gründen noch.

Aber eins war immer gleich, es waren alles Lügen und Falschdarstellungen, die Juden haben niemals Kinderblut getrunken, Brunnen vergiftet, die Christen ausgebeutet, alles Lügen.

Heutzutage sind es dann andere Sachen, die übermäßige Rüstung, die Bedrohung des Weltfriedens, das Knechten der ach so unschuldigen Palästinenser, die angebliche Weltverschwörung und die Unterwanderung der Amerikanischen Regierung, welche die Juden schützt (auch wenn Grass das nicht alles gesagt hat),
über das ganze Thema sind hier ja schon unzählige Links und Tatsachen dargestellt worden.
Also , entweder bin ich dann überkritisch, dass mir das Mißverhältnis in Darstellung und Realität auffällt, oder es ist tatsächlich so, wie du von dir annimmst, da es dir anscheinend nicht auffällt.

Wenn du so was nicht sehen und auseinanderhalten kannst, weiß ich auch net, was ich noch tun kann, um deinen Blick drauzuwerfen, vielleicht musst du auch erst einen Schreck vor dir selbst kriegen wie ich.




glatzkopf

ZitatOder fallen dir die schmierereien auf Jüdischen Friedhöfen nicht auf?
also, wo meine Perle liegt, sind vier gesonderte Felder.
Zwei für Juden, zwei für Sinti und Roma.
Da ist nix versifft und Schmierereien gibt es da nicht.

prime-pippo

Zitat von: glatzkopf am 08. April 2012, 09:44:15
ZitatOder fallen dir die schmierereien auf Jüdischen Friedhöfen nicht auf?
also, wo meine Perle liegt, sind vier gesonderte Felder.
Zwei für Juden, zwei für Sinti und Roma.
Da ist nix versifft und Schmierereien gibt es da nicht.


Die Regel wird das nicht sein....ich zitiere nochmals den Rabbiner aus dem Dossier der aktuellen Ausgabe der Zeit.
Er sagt, dass er sich "kein besseres Land für Juden " als Deutschland vorstellen könne.



@chris224:

Du sagst, dass du den Antisemitismus zuerst bei dir selbst bemerkt  hättest. Mir kommt dazu die Frage, ob du Menschen verurteilt hast und die waren zufällig Juden, oder hast du sie genau aus diesem Grund, dass sie Juden waren, abgelehnt?

Ich kann diesbezüglich auch nicht den von dir angesprochenen "Schreck vor mir selbst" bekommen. Die Religion eines Menschen ist mir nämlich schlichtweg egal.

Chris224

Zitat von: glatzkopf am 08. April 2012, 09:44:15
ZitatOder fallen dir die schmierereien auf Jüdischen Friedhöfen nicht auf?
also, wo meine Perle liegt, sind vier gesonderte Felder.
Zwei für Juden, zwei für Sinti und Roma.
Da ist nix versifft und Schmierereien gibt es da nicht.

Bei uns sieht das leider anders aus, ich glaub, im Osten ist das schlimmer. wobei ich nicht sagen kann, wer dafür verantwortlich ist.

Chris224

@prime-pippo:

ZitatEr sagt, dass er sich "kein besseres Land für Juden " als Deutschland vorstellen könne.

Das mag ja sein, ändert aber nichts daran dass Antisemitismus existiert. Ich find auch gut, dass er das sagt, denn es beweist ja eigentlich nur mal wieder aufs neue, wie weit Grass daneben liegt mit seinem Bedürfnis, nach jahrelanger, Zionistischer Unterdrückung jetzt endlich mal was sagen zu dürfen.

Letzlich ist auch nicht jeder, der Einseitige Darstellungen macht, direkt auch ein Antisemit, manchmal ist er einfach nur blöd, sagt so was, weil er die Welt nur einseitig betrachtet hat, manchmal ist er sich der Bedeutung seiner Aussage gar nicht bewusst.
Wie ich schon versucht habe zu erklären, ist der moderne Antisemitismus eher in der Art, dass man die Probleme, die sich für den Staat Israel ergeben, immer sehr einseitig darstellt, vor allem aber Schuldzuweisungen trifft, wenn es ja eigentlich nach deiner Auffassung so etwas wie Schuld in Politisch/Völkerrechtlich verursachten Prozessen von der Grundlegenden Ethik aus gar nicht geben sollte. Wenn man Israel dann aber die Schuld gibt, ist dass dann meistens völlig O.K., obwohl alle anderen beteiligten meist einen größeren Anteil derselben haben.

ZitatDu sagst, dass du den Antisemitismus zuerst bei dir selbst bemerkt  hättest. Mir kommt dazu die Frage, ob du Menschen verurteilt hast und die waren zufällig Juden, oder hast du sie genau aus diesem Grund, dass sie Juden waren, abgelehnt?

Genau das eben nicht, hab ich gedacht. Ich war dann eher bereit, die Siedlungspolitik einseitig zu betrachten, und einen Israeli mit einem Ausschwitzvergleich zu beleidigen. Ich ging damals davon aus, es mit einem Jüdischen Rassisten zu tun zu haben, und müsste den irgendwie Stoppen. Das mit dem Rassisten glaub ich nach wie vor, da mach ich auch heut noch keine Unterschiede, das gibt es in jeder Farbe und Nation, aber der Vergleich war weit überzogen und vor allem faktisch falsch, eher der Ausdruck meiner aufgestauten, unterschwellig vorhanden Ressentiments, von denen ich damals aber gar nix wusste. Meine Argumentation war der deinen nicht unähnlich, mit der Ausnahme, dass ich den Vergleich zu grundlegenden Ethischen Darstellungen nicht mal gezogen habe.

Zwischen Ausschwitz und der Jüdischen Siedlungspolitik (genau das wird aber grad aktuell grad wieder gern gemacht) eine parallele zu ziehen ist einfach faktisch falsch, da es die garnicht gibt, bleibt noch die Beleidigung aufgrund der Geschichte, und das ist noch viel schlimmer. Ich kanns aber net mehr ändern, ist passiert, muss mir aber net nochmal passieren. Deshalb guck ich heutzutage genauer hin, vergleiche die Fakten und Tatsachen, und vor allem auch die Wertigkeiten, die es in der Realität hat, bevor ich was sag.

Zur der Ursache, man könnte sagen, dass eine über die Jahre gewachsene Antipatie gegen den Jüdischen Staat die Ursache gewesen sein könnte. Ständige einseitige Kritik an Israel im Fernsehen, z.T. unsachlich, falsch und mit allen Werten versehen die ich in diesen Posts beschrieben habe, dem ständigen Gerede davon, die Juden würden und deutschen das Maul verbieten, was überhaupt net stimmt, im Prinzip gings mir ja genau so wie dem Grass, ich glaubte auch, das müsse jetzt aber mal gesagt werden.

Der Unterschied ist der, ich stehe nicht in der Öffentlichkeit, ich muss nicht davon ausgehen, dass es viele Menschen geben könnte, die mein Werturteil einfach so übernehmen, und dass dann dauerhaft als eine Israelische Schuld oder Verschwörung oder einen Zionistischen Maulkorb im Kopf behalten.

Das ist eben moderner Antisemitismus, diese, ständige, dauerhafte Erzeugung eines falschen Bildes der Realität, und dann gibt es jedoch auch noch die Jungs von der rechten Seite, die dieses Bild dann schon selbsttätig mit weitergehenden Forderungen nach Auslöschung versehen und ausbauen, so läuft das heutzutage, moderne Arbeitsteilung sozusagen.

ZitatIch kann diesbezüglich auch nicht den von dir angesprochenen "Schreck vor mir selbst" bekommen. Die Religion eines Menschen ist mir nämlich schlichtweg egal.

Genau das will ich eben nicht, mir würd es schon ausreichen, wenn du unterschiedliche Wertigkeiten in Argumenten und vor allem Politischen/Weltpolitischen Geschehnissen beachtest, und nicht immer Sachen nebeneinender stellen und vergleichen würdest, die in ihren Eigenschaften Lichtjahre voneinander entfernt sind.
Ich weiß ja, dass du gerne Kritisierst, und das ist auch notwendig, sonst wird eine Diskussion langweilig, und dass du dich meist auf die Seite des vermeinlich schwächeren schlägst, genau das tue ich meistens auch, aber ich versuche wenigstens, die Wertigkeiten der gemachten Aussagen erstmal zu verstehen und dann auch zu beachten. Das gilt auch, wenn eine Aussage vom Grundsätzlich ethischen Standpunkt erstmal gar keinen Wert hat, sie bekommt jedocjh spätestens in einer Aussage oder als Argument  meist einen deutlichen Wert zugewiesen.

Das ist nun mal wichtig, für jede Art von Diskussion, sonst diskutiert man irgendwann nur noch mit sich selber, und ob das dann spaß macht, ich weiß net.





celsus

Du, Chris, mal ne kleine Offtopic-Frage an dich zwischendurch:
Ich lese deine Texte ja ganz gerne und beobachte deine Entwicklung und Erkenntnisse mit Freude. Ist es für dich irgendwie persönlich wichtig, ständig "net" und "nix" usw. zu schreiben, weil das deinen persönlichen Stil betont, oder ginge das auch mit ausgeschriebenen Wörtern?
Nix für ungut  ;)
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Binky

MrBaracuda sagt auch immer "net".....  ;D

Chris224

Zitat von: celsus am 08. April 2012, 16:17:30
Du, Chris, mal ne kleine Offtopic-Frage an dich zwischendurch:
Ich lese deine Texte ja ganz gerne und beobachte deine Entwicklung und Erkenntnisse mit Freude. Ist es für dich irgendwie persönlich wichtig, ständig "net" und "nix" usw. zu schreiben, weil das deinen persönlichen Stil betont, oder ginge das auch mit ausgeschriebenen Wörtern?
Nix für ungut  ;)

:laugh: :angel:  hihi, liegt z.t. an meiner tastatur und meiner meist liegenden Schreibhaltung, überwiegend glaub ich aber is dat`n janz kuuze rest an Eifeler platt, und Ausschreibefaulheit, wat da durchkommt. Hört sich alles dann auch net gleich so vorwurfsvoll und hochtrabend an, wie wenn du beislpielsweise mit nem Fremden oder mit dem Pfarrer redest.

Binky

Zitat von: Ratiomania am 06. April 2012, 05:48:50
Zitat von: Binky am 05. April 2012, 22:20:19
Pippo, glaubst Du im Ernst, daß ein Intellektueller und Literaturnobelpreisträger mal eben so die Situation falsch einschätzt?  [...]

Cool! Man muss einfach nur Intellektüller und Nobelträger werden und schon ist man irrtumsfrei!  ;)

Grass ist nun zurückgerudert, er habe sich mißverständlich ausgedrückt. Sollte das stimmen, muß er sich den Vorwurf gefallen lassen, mit welch verbaler Nachlässigkeit er ein Thema angegangen ist, was sehr brisant ist. Und von einem Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger und moralischen Zeigefinger sollte man genug sprachliche Präzision und Auseinandersetzung mit der Thematik erwarten, daß ein solches Mißverständnis nicht entsteht, daß er sein Anliegen klar formulieren kann, auch, oder gerade in einem Gedicht.

Ja, wenn es so wäre, allein, ich mag es nicht glauben.

Vielleicht ist es so trivial, vielleicht brauchte er einfach nur wieder mehr Aufmerksamkeit für seine Person.